Ausgabe 
12.10.1931
 
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«ff1 Kdixh konnte Lich hm gilt;

ld) ff Körper baut ^-uMndung bl Offenbart (ich doch uu^iene zielstrcbende te Denschen vorbildlich ch^n Leiste heraus ist ^'ticg möglich. Eine ".X'nbtn Menschheit er- & -ine ForschungSstätte :6l -ö mir ob, allen den lescs Derkes herzlichen grerung und des hefsi- id zu bringen. Ich bin ne. die an dem Derk il der öffentlichen An- - wegen taten, sondern 3 heraus, ihren Mit- Hilfe zu bringen. Sie cm flohen Zewuhtsein, ?. zu Hoven, die Kranken und LÄmiSkrast neu Segen tragen wird tzr m an Doispiel gegeben, öher Dille und Ent- pnnat Möge von dm iMfltt Segen auigefyn!

r ?s Hrüqgemam ntilten fReliors und des sts btt herzlichen Gluck- Mt zum Ausdruck. Er r Klinik unter den gegen- schwierigen Perhällnissen lnwerMl sei dem Verein -der» dafür dankbar, baß , erbaut habe. Sieben fe> - '1 bezug auf die Lndo- getreten. Jurdjöen Big -'Onbopädifche Klinik (ei die Möglichkeit werterer solche Aildungsslallc I« - «cdculuna. Aber auch dntldduWe* ch sic werde fleißifl- J. bcr Willenlchaft, dtt HoSne. Die Unioerfitd -naclesit, S4S" gad'fche ün-oechw'l

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Werk freudig gebracht in dem Bewußtsein, damit der leidenden Menschheit zu helfen.

Ministerialdirektor Geheimrat Dr. Dietrich-Berlin

sprach namens der Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge. des Verbandes der katholischen Krüppelheime und namens der Inneren Mission herzliche Glückwünsche aus, feierte den Klinikbau in dieser schweren Zeit als eine Großtat, für Isine man dem Hessischen Fürsorgeverein zu Dank verpflichtet sei, dankte der Hessischen Regierung u.nb der Universität für die Errichtung des Lehr- sduhls für Orthopädie und sprach zum Schluß den Wunsch aus, daß auch in der jetzigen Rotzeit auf dem Gebiete der Krüppelfürsorge nicht ab- gebaut werden möchte.

Professor Dr. Hohmann-Frankfurt a. M.

übermittelte die Glückwünsche der Deutschen or- tHopädischen Gesellschaft und der Orthopädischen Klinik in Frankfurt a. M., warnte ebenfalls vor einem Abbau auf dem Gebiete der Krüppelfür- ferge und bezeichnete diese Fürsorgetätigkeit als eine der produktivsten unter allen Gesundheits- b-estrebungen.

Superintendent D. Wagner-Gietzcn brachte die Glückwünsche der Evangelischen Kirche in Hessen, des Prälaten v. l)r. D i e h l und seine eigenen herzlichen Wünsche zum Ausdruck und bezeichnete den Klinikbau als ein Werk des rech­ten Gottesdienstes, an dem auch die Kirche ihre Freude habe und von der reicher Segen für das Hessenland und die leidende Menschheit ausgehen möchte. Weiter brachte der Redner die herzlichen Wünsche des Landesoereins für Innere Mission in Hessen zum Ausdruck und wünschte in dessen Namen für alle Zeit engstes Zusammenarbeiten mit dem Hessischen Fürsorgeverein für Krüppel. Der Redner wünschte zum Schlüsse, daß in dem neuen Klinik­werke allezeit die Liebe das beherrschende Gesetz sein möchte.

Weitere Glückwunfchanfprachcn

hielten noch ein Vertreter des Hessischen Diakonie­vereins in Darmstadt, eine Vertreterin des Bundes der Körperbehinderten und ein Vertreter der Krüp­pelfürsorge. Mit herzlichen Dankesworten des Vor­sitzenden des Hessischen Fürsorgeoereins für Krüppel, Oberbürgermeister Mueller, fand die Feier ihren Abschluß. Hierauf wurde die neue Klinik besichtigt.

Wirtschaft.

Notverordnung über die Wertberechnung aus Feingoldbasis.

Der Reichspräsident hat am Samstag aus Grund des Artikels 48 Äbs. 2 der Reichsverfas- fung eine Verordnung zur Aenderung der Wertberechnung vonHypotheken und sonstigen Ansprüchen, die aus Fein­gold (Goldmark) lauten, erlassen. Die 1 Verordnung tritt rückwirkend mit Wirkung vom rA. September 1931 in Kraft und bezweckt die Festlegung des Verfahrens, nach welchem die Umrechnung des in manchen Hypotheken und,an­deren Urkunden, ferner im deutsch-polnischen Li- * qruidationsabkommen vom 14. Juli 1930 als ; j Grundlage für bestimmte Verpflichtungen feftge- <3 legten Londoner Goldpreises über den jeweiligen Kkurs der englischen Währung erfolgen soll. Da- M bei ist der Grundsatz ausgestellt, daß der gleiche Lag für den Kurs des Goldpreises und der Wäh- rung solchen Berechnungen zugrunde zu legen ist o6er, wenn ein Durchschnittspreis vorgesehen ist, Ader Durchschnittskurs für den gleichen Zeitraum U im Anwendung gelangt. Kommen für Goldpreis H und Währung zwei verschiedene Tage in Betracht, H|» ist der dem Fälligkeitstermin nähere maßge­bend. Auch bei Zwangsversteigerungen ist sinn­gemäß für die Festsetzung des Wertes einer Gold- bypothek ebenso zu verfahren. Rechtskräftige Ent- sHeidungen aus der Zeit vor der Verkündung dieser Verordnung bleiben unberührt.

' Die Indexziffer der Großhan- ' delsp reise. Die vom Statistischen Reichsamt .5-i den 7. Oktober berechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 107,3 gegenüber der I vrwoche um 0,3 v. H. gesunken. An diesem Rück­gang sind die Indexziffern für alle Hauptgruppen Ibeteiligt: Agrarstoffe 99,0 ( 0,4 v. H.), Kolo- .*£ ricltoaren 93,4 ( 0,3 v. H), industrielle Roh- fioffe und Halbwaren 99,3 ( 0,2 v. H.), indu- . , ftrielle Fertigwaren 133,7 ( 0,2 v. H.).

Der Warenhausverband gegen »die Gold- und Devisenfakturierung. Der Verband deutscher Waren- und Kaufhäuser i dal beim Kartellgericht den Antrag auf Ge­nehmigung der Sperre gegen jene Firmen ge- ? (teilt, die in Gold oder Devisen fakturieren. Er 1 (ordert, daß für die gesamte Wirtschaft die 3 eichsmark als einiyge Rechnungseinheit gelten 7 lol. In einer Erklärung des Warenhausverban- H des wird bedauert, daß die Reichsregierung noch ri<f)t ein gesetzliches Verbot der Devisen- und 4 ©wlöfafturierung erlassen hat. Sollte dem jetzigen gLstand der verschiedenartigen Fakturierung nicht rin Ende gemacht werden, so werde sicherlich ein Ktompf einsehen, um die Goldberechnung in der

gesamten deutschen Wirtschaft', also auch für Ge­hälter, Löhne im Einzelhandel usw. einzuführen. Oie Gefahr der Goldverschiebungen.

Berliner Börse.

Berlin, 12. Oft. (WTB. Funkspruch.) lieber den heutigen Freiverkehr lauteten die Aussagen bei den Banken zunächst etwas verschieden. Das Geschäft entwickelte sich zweifelsohne langsamer, als man es sonst gewöhnt war, so daß man an­fangs kein zuverlässiges Bild über die Tendenz­gestaltung erhielt. Dies hing zum Teil damit zu­sammen, daß die Auslandverkäufe ab heute vollkommen dem Markte fehl- t e n und dadurch schon bei geringster Rachfrage Materialmangel auftrat, wobei man höhere Kurse nur zögernd bewilligen wollte. Im Laufe des Vormittags wurde dann das Geschäft aber ziemlich lebhaft. Einmal hatte hierauf der heutige Anmeldungstermin der Ablieferung für die Medioengagements bei der Liquidationskasse einen Einfluß, da das Bestreben bestand, die laufenden Verpflichtungen weiter abzudecken. Zum anderen löste die gestrige Rede Schachts wie­der Befürchtungen hinsichtlich der Währung aus, die in Anlagekäufen zum Aus­druck kamen. In Bankkreisen verhielt man sich dieser Rede gegenüber sehr abwartend, zumal sie im Wortlaut noch nicht vorlag. Man ist sich jedoch darüber einig, daß bei der augenblick­lichen Wirtschaftslage eine weitere Beunruhigung in dieser Form zumindest unnötig gewesen sei. Daß die Reichsbank der Wirtschaft Krediter­leichterungen auf Grund der Krise und zu deren Bekämpfung eingeräumt hat, wurde schon vorher von ihr nicht bestritten. Trotz des vermehr­ten Rotenumlaufs sei aber das Preisniveau in Deutschland nicht nur gestiegen, sondern die De - slation hätte noch eher Fortschritte gemacht. Aber auch international geht der Kampf um die Währung weiter. Rachdem Ame­rika die Gerüchte von einem Ausfuhrverbot für gemünztes Gold dementierte, nachdem Süd-Rho­desien eine Suspendierung der Goldwährung be­schlossen hat, Spanien und Guatemala sich eine Regierungskontrolle über ihre Rotenbanken ge­sichert haben, erklärt Uruguay heute ein ob­ligatorisches Moratorium seiner kommerziellen Verpflichtungen in ausländischer Währung. Das Morato­rium wird bis zum 31. Dezember in Kraft bleiben, und von da ab sind die Schulden in monatlichen Raten von je 20 Prozent bis zum 31. Mai 1932 zu tilgen. Auch in der BIZ.-Sihung werden Währungsprobleme und Forderungen einer aktiven Zusammenarbeit aller Rotenbanken im Vordergründe der Diskus-

Steigende Arbeitslosigkeit in Oberhessen.

Oer Bericht des Arbeitsamts Gießen für September.

Die Beschäftiaungs Möglichkeit aus de n oberhessischen Ärbeitsrnarkt hat in der De- lichtszeit weiter nachgelassen. Selbst die c.och im Gang befindliche Ernte konnte ein wei - i ler e s Steigen der Arbeitslo senzif- ;er nicht verhindern. Viele Betriebe arbeiten 19verkürzt oder haben Kurzarbeit angemeldet.

I A llch die Anträge auf Betriebs st illegun- ;«n nehmen äu.

Leider besteht Anlaß, darauf hinzuweisen, daß Arbeitgeber (auch Gemeinden), die vorsätzlich in fiwer Arbeitsbescheinigung, zu der sie nach § 170 Ws atz 2 AVAVG. verpflichtet sind, falsche i»d unvollständige Angaben machen, 3e-r Reichsanstalt für den daraus entstehenden Schaden Ersatz zu leisten haben. In den Fällen, Die Anlaß zu diesem Hinweis gegeben haben, hat mer Strafanzeige gegen die beteiligten Arbeit­er der und Arbeitnehmer erstattet werden müssen, ja ist deshalb von Wichtigkeit, die Arbeitsbe- dsrinigungen gewissenhaft und geirau auszu- ü (len.

Die Zahl der Arbeitsuchenden ist in der Be- ichtszeit von 10 797 auf 11 028 gestiegen. Aus den Mitteln der Reichsanstalt wurden im Be­uch tsmonat 4844 Hauptunterstützungsempfänger imlerstützt. Krisenfürsorge erhielten 3956 Per- onen. 671 männliche und 103 weibliche Arbeit- achende konnten in Arbeit vermittelt werden. IIeZI Arbeitsuchende wurde., von ihrem früheren ij Arbeitgeber in Arbeit zurückaerufen.

| -3h der nachfolgenden Tabelle bringen wir eine Uebersicht über die Arbeitslosigkeit auf dem ib<rhessischen Arbeitsmarkt in den letzten drei Hahr en. Aus dieser Uebersicht geht hervor, oaß f iie Auf- und Abwärtsbewegungen der Arbeits- ( loscnkurve in den letzten drei Jahren sich ähnelt, i iut daß sie sich von Jahr zu Jahr in einer Oberen Lage bewegt. Bei der Uebersicht ler Hauptun terstühungsempsänger in der Ar- lei'slosenversicherung ist es auffällig, daß die MI der Unterstützungsempfänger der letzten Ornate niedriger liegt, als im Vorjahre. Dies ft natürlich in erster Linie auf die getroffene 2enberung in der Arbeitslosenversicherung zurück- liufähren, denn in der Uebersicht der Hauptunter- mtzungsempsänger der Krisensürsorge ersieht man, laß z. D. die Zahl der Krisenfürsorgeempfänger

am 30. September d. I. dreimal so hoch ist, als die des Vorjahres.

Arbeitsuchende:

1928/29

1929/30

1930/31

31. Oktober

1888

4019

8606

30. November

3602

6176

9348

31. Dezember

5799

9790

13741

31. Januar

10256

11956

17243

28. Februar

12923

13050

16675

31. März

10480

9776

15373

30. April

3744

8507

12545

31. Mai

1966

7119

10992

30. Juni

1614

6446

9933

31. Juli

1518

6479

9875

31. August

1805

7071

10797

30. September

2294

7310

11028

hauptunlerstühungsempsänger in der Arbeitslosen. Versicherung:

1928/29

1929/30

1930/31

31. Oktober

1188

2282

5763

30. November

2996

4047

6164

31. Dezember

5457

5576

9181

31. Januar

6131

8664

10557

28. Februar

5150

10390

11337

31. März

4761

7643

10191

30. April

2713

6314

7720

31. Mai

1273

5192

6097

30. Juni

1042

4364

4373

31. Juli

885

4798

3694

31. August

1149

5158

4531

30. September

1335

5180

4844

hauptunterstühungsempsänger in der Krisenfürsorge:

1928/29

1929/30

1930/31

31. Oktober

66

108

1527

30. November

75

154

1152

31. Dezember

79

232

1200

31. Januar

100

237

1596

28. Februar

118

293

2296

31. März

169

302

2356

30. April

31. Mai

130

421

2095

142

508

2251

30. Juni

124

646

2399

31. Juli

96

817

3315

31. August

110

923

3667

30. September

115

1065

3956

sion stehen da man eingesehen hat, daß die großen Goldverschiebungen der letzten Zeit eine immer weiter wachsende Gefahr für die Währun gen aller Länder zu werden drohen.

Oie BIZ. verlängert den Jiediskont- kredit der NeichSbank.

Berlin 12. Ott. (WTB. Funkspruch.) Von zuständiger Stelle wird uns mitgeteilt: Der Ver­waltungsrat der BIZ. hat beschlossen den von der DIZ. an die Reichsbank gewährten, am 4. Rovernber fälligen Kredit in Höhe von 25MillionenDollar, auf drei Monate er­teilt bis zum 4. Februar 1932 zu ver­längern. Die Leitung der BIZ. wird nunmehr mit den am Reichsbankkredit beteiligten Zentral­notenbanken, der Bank von Frankreich, der Dank von England und der Federal-Reservebank in Reuyork, in Verbindung treten, damit diese Ban­ken eine Verlegung ihrer in gleicher Höhe über­nommenen Anteile für den gleichen Zeitraum vor­nehmen.

Oie Goldwährung auch in Finnland aufgehoben.

H e l s i n g f o r s , 12. Oft. (WTB. Funkspruch.) Die finnische Goldwährung ist heute b i s auf weiteres aufgehoben und der Dis­kontsatz auf 9 Prozent erhöht worden.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 12. Oft. Auftrieb: Rin­der 1642 Stück: darunter 410 Ochsen, 214 Bullen, 506 Kühe, 480 Färsen. 484 Kälber, 63 Schafe, 5500 Schweine. Es wurden notiert: Ochsen, voll­fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 3638, ältere 3235, sonstige vollflei­schige, jüngere, 2731; Dullen, jüngere, vollslei- schige, höchsten Schlachtwerts 2832, sonstige voll- fleischige oder ausgemästete 2427; Kühe, jün­gere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 2730, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 2326, fleischige'1822; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder), vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 3639, vollfleischige 3235, fleischige 2731; Käl­ber, beste Mast- und Saugkälber 4649, mittlere Mast- und Saugkälber 4045, geringe Kälber 34 bis 39; Schweine, vollfleischige Schweine von zirka 240300 Pfund Lebendgewicht 5154, desgl. von 200240 Pfd. Lebendgewicht 5053, desgl. von zirka 160200 Pfd. Lebendgewicht 4853, flei­schige Schweine von zirka 120160 Pfd. Lebend­gewicht 4250; Sauen 4048. Marktverkauf: Rinder und Schweine schlecht, lleberstand, Käl­ber und Schafe langsam geräumt.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 12. Ott. (Drahtnachricht des Gießener Anzeigers.) Die Frankfurter Ge­treidebörse eröffnete die neue Woche in ruhiger Haltung. Die innerpolitische Lage hemmt jede Geschäftstätigkeit. Äe Ausführungen Dr. Schachts auf der gestrigen

Harzburger Tagung zwangen zu stärkster» rückhaltung. Das Angebot in Drotgetreide ist in guten Qualitäten sehr knapp, jedoch erfol­gen andererseits nur Käufe für den Tagesbedarf. Die Preise für Weizen sind leicht ermäßigt wor­den. Für Roggen nennt man unveränderte Preise. Gerste liegt gut stetig und ist schwer umzusetzen. In Kleie ist das Geschäft flau. Am Mehlmarkt sind erneut die Preise von der Mühlenkonvention zurückgesetzt worden. Für Weizen- ergibt sich ein Abschlag bis zu 75 Pfennig, für Roggen­mehl bis zu 25 Pfennig. Effektives Roggen­mehl feiner Qualität ist gesucht. Oelhaltige Futtermittel sind schlecht anzubr'.ngen. Es wurden notiert: Weizen 227,50 JKf., Roggen 220, Sommergerste für Brauzwecke 175 bis 180, inländischer Hafer 160 bis 167,50 Mk. pro Tonne; Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Aus- tauschweizen) 35,75 bis 36,50, (Sondermahlung) 33,75 bis 34,50, Weizenmehl (niederrheinisches, mit Austauschweizen) 35,75 bis 36,25, (Sonder­mahlung) 33,75 bis 34,25, Roggenmehl (60proz. Ausmahlung) 30,25 bis 31,25, Weizenkleie 8,15, Roggenkleie 8,75, Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 33 bis 37, Linsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 25 bis 58, Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocken) 4 bis 4,25, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 3, (gebündelt) 2,75 bis 3, Treber (getrocknet) 11,50 bis 12 Mk. Ten­denz: stetig.

Devisenmarkt Berlin -

- Frankfurt a. Bl.

10.Df.obtr

12.Dflober

Amtliche Noiierung

Amtliche Noiierung

Neid

Srlef

Geld

Bries

Heliingsor» .

10,34

10,36

8,99

9,01

Wien. . . .

51,95

52,05

54,45

54,55

Prag . . .

12,47

12,49

12,468

12,488

Budapest . .

73,28

73,42

73,28

73,42

Sofia . . .

3,072

3,078

3,072

3,078

Holland . .

170,08

170,42

170,33

170,67

Cilo . . . .

93,16

93,34

92,91

93,09

Kopenhagen.

93,16

93,34

93,16

93,34

Stockholm

96,90

97,10

97,40

97,60

London. . . Buenos Aires

16,25

16,29

16.30

16,32

0,873

0,877

0,873

0,877

Neun^rk . .

4,209

4,217

4,209

4,217

Brüffel. . .

59,04

59,16

59,04

59,16

Italien. . .

21,68

21,72

21.63

21,67

Paris . . .

16,68

16,72

16.67

16,71

Schweiz . .

82,52

82,68

82.52

82,68

Spanien . .

37,86

37,94

37.91

37,99

Danzig. . .

82,07

82,23

82,07

82,23

Japan . . .

Rio de Ian..

2,078

2,082

2.078

2,082

0,224

0,226

0,214

0,216

Iugoflawten.

7,473

7,487

7.473

7,487

Liiiahoa . .

13,84

13,86

14,84

14,86

Banknoten.

Berlin, IQ. Df "ober

Geld

Zrles

Amertlanifche Noten . . .

4,20

4,22

Belgifche Noten.....

58,88

59.12

Dänische Noten.....

92,96

93,34

Englische Noten.....

16,21

16,27

Französische Noten....

16,67

16,73

Holländische Noien ....

169,71

170,39

Italienische Noten ....

21,76

21,84

Norwegische Noten....

92,96

93,34

Deutsch.Oesterreich, 1 100 Schilling

51,70

51,90

Rumänische Noten ....

2,51

2.53

Schwedische Noten ....

96,71

97.09

Schweizer Noten.....

. . . .

82,34

82,66

Spanische Noten.....

37,62

37,78

Ungarische Noien ....

72,75

73,15

Buntes Allerlei.

Oie stillen Nächte von Paris.

Paris, eine der geräuschvollsten Städte bei Tage, ist jetzt in der Rächt sehr still geworden, und zwar infolge des energischen Kampfes, den der Pariser Polizeipräfekt Chiappe gegen den nächtlichen Lärm geführt hat. Als er im Fe­bruar d. I. einen Erlaß herausgab, der durch bestimmte Verordnungen für größere Ruhe nach Einbruch der Dunkelheit sorgen wollte, hörte man zunächst wenig von den Erfolgen, und alles lachte über dieses eitle Beginnen. Aber nun hat der Polizeipräfekt eine Liste der Bestrafungen veröffentlicht, und sie zeigt, daß allein in den beiden Monaten Juli und August 889 Personen wegen (Störung der Pariser Rachtruhe bestraft worden sind. Unter diesen Vergehen, die ihre Ahndung gesunden, steht an erster Stelle die mißbräuchliche Verwendung von Hupen". Den Kraftfahrern ist es seitdem vergangen, die miß­tönenden Klänge, die im Dunkel so besonders unheimlich und störend wirken, gegen die Vor­schrift ertönen zu lassen. Sie wurden auch viel­fach wegen des Laufenlassens des Motors, wegen offenen Auspuffs" und schlecht geschmierter Bremsen bestraft. Andere Verletzungen der Racht­ruhe, die nicht geduldet wurden, waren das Spielen von Grammophonen und die Einschal­tung des Lautsprechers während der Racht- stunden, wodurch Rachbarn gestört werden konnten. Ebenso sind Strafen ergangen für Hämmern an den Wänden, Singen und Musizieren auf der Straße, wegen Teppichklopfens, Abbrennens von Feuerwerk und mangelnder Vorsicht bei der Ver­wendung von Fabrikpfeifen.

Baden als Bürgerpflicht.

Der Siegeszug der modernen Hygiene dringt bin in Länder vor, die bisher von solchen Forde­rungen der Kultur noch unberührt waren. Ein Zeichen dafür ist. daß man jetzt die mexikanischen Bürger zum Baden zwingen will. In dieser Re­publik, in bcr durch Jahrhunderte die größte per­sönliche Freiheit herrschte, hat man ein Gesetz ein­gebracht, nach dem jeder in Mexiko wenigstens einmal in der Woche baden mutz. Wer nicht aus freiem Entschluß badet, wird gebadet, und die mexikanischen Vollziehungsbeamten wer­den diese Maßnahme ebenso einfach wie praktisch durchführen, indem sie gegen wasserscheue Unter­tanen einfach den starken Strahl einer Feuerspritze richten. Richts zeigt wohl besser als dieses Gesetz, wie sehr sich die Zeiten geändert haben, denn das Bad, das heute als die selbstverständliche Grund" läge jeder Körperpflege gilt, ist lange Zeit ein seltener Genuß, ja ein Vorrecht der begüterten Klassen gewesen. Der große Kulturphilosoph Thaine hat einmal zwischenreinlichen" undun­reinlichen" Zeitaltern unterschieden, je nach dem eine Dademode herrschte oder der Wasserverbrauch zur Reinigung sehr gering war. Zu den reinlichen Epochen der Weltgeschichte gehört in erster Linie das klassische Altertum, wie die gewaltigen noch erhaltenen Anlagen von Bädern besonders aus der Zeit des alten Rom zeigen. Der Grieche muhte sein tägliches Bad haben, aber ihm fehlte die Seife. Jedenfalls würden die stark geölten und eingefette­ten Körper der alten Hellenen uns nicht gerade als Vorbild der Körperpflege erscheinen. Man badete hauptsächlich zur Erfrischung in dem heißen Klima und suchte dem Eintrocknen der Haut durch das Salben vorzubeugen. Die Dchmuhschichten wur­den mit einem Schaber entfernt. Auch das Mittel- alter kannte eine weit verbreitete Dademode; Männlein und Weiblein sahen wie im Altertum

zusammen im Wasser, und wenn in den Städten allabendlich die Dadeglockc ertönte, strömte alles in den Dadehäusern zusammen, in denen man aber mehr dem Vergnügen als der Körperpflege huldigte. Als dann die öffentlichen 'Bäder zu Herden für die Verbreitung ansteckender Krank­heit wurden, brach jenes Zeitalter an, das man wohl als dasunreinliche" bezeichnen kann. Oben hui. unten pfui!" wurde die Parole jener Jahrhunderte, in denen der Menschengeist so Grö­hes vollbrachte und die Körperpflege so sehr ver­nachlässigt wurde. Am Hofe Ludwig XIV., der für die damalige Kultur vorbildlich wurde, herrschte eine Unreinlichkeit, wie man sie heut nicht mehr findet. Der Sonnenkönig selbst soll alljährlich nur einmal gebadet haben, und die Grohen seines Rei­ches verzichteten wohl überhaupt darauf. Starke Parfüms verbargen den wenig angenehmen Ge­ruch: Schminke und Puder zogen eine Kruste über die Haut. Diese Derpönung des Badens hat lange nachgewirkt, länger, als wir uns gewöhnlich klar machen. Roch im 19. Jahrhundert war dasBade- fest" immer etwas Besonderes, und bezeichnend für die damaligen Anschauungen ist die Tatsache, daß für Kaiser Wilhelm I., wenn er baden wollte, stets eine Wanne aus dem Hotel de Rome ins Schloß gebracht wurde. Das Badezimmer, das heute auch in billigen Wohnungen nicht fehlen darf, sucht man vergebens in den Prunkgelassen einer ziemlich nahen Vergangenheit. Die neue Bademode ging von Enaland aus und bürgerte sich zusammen mit dem ,,W. C. ein, das ebenfalls eine Kulturgabe der Söhne Albions war. Heute herrscht auch in weiteren Kreisen ein Dadebedürf- nis, das unsere Großväter noch für unmöglich ge­halten hätten. Baden ist zur Bürgerpflicht ge­worden.

Das Schwarze Kabinett bringt es ans Licht.

Diplomaten find fast so naiv wie Kinder und felsenfest davon überzeugt, daß ihre Geheimschriften so unergründlich find wie ein Buch mit sieben Sie­geln. Aber man kann sie alle lesen!" Dies ist die aufsehenerregende Enthüllung und Warnung, die der Amerikaner Herbert D. Yardley in [einem BuchDas Amerikanische Schwarze Kabinett" ausspricht. Dieses Werk, das wohl das indiskreteste Buch ist, das je geschrieben wurde, hat nicht nur in Amerika, sondern in den Diplomatenkreiscn der ganzen Welt peinliche Bestürzung hervorgerufen. Ein durch Jahrhunderte mit dem größten Geheimnis umgebenes Mittel des diplomatischen Verkehrs, das in der Politik eine ge­waltige Rolle gespielt l)aL wird nämlich dadurch un­tauglich gemacht. Major Yardley war der Begründer, Vorsteher und Hauptsachverständige des amerika­nischen kryptographischen Bureaus, das während des Krieges ins Leben gerufen wurde, hauptsächlich um die feindlichen Botschaften in Code- und Chiffrier» schrist zu beobachten und zu ergründen. Diese Kriegs- einrichtung wurde aber auch später beibehalten und dazu verwendet, um die diplomatischen Gheimschrif- ten anderer Regierungen zu entziffern. Erst als vor zwei Jahren ein neuer Staatssekretär sich mit diesen Arbeiten desSchwarzen Kabinetts" näher beschäf­tigte, kam er zu dem Entschluß, daß das nicht länger so gehe, und löste das kryptographische Bureau auf. Daraufhin hielt sich Yardley nicht mehr für ver­pflichtet, die von ihm enthüllten Geheimnisse zu be­wahren und schrieb dieses erstaunliche Buch über seine Tätigkeit und seine Methoden. So kommt es, daß Dutzende von Geheimcoden, die ihre Benutzer für unauflösbar hielten, in aller Oefsentlichkeit entziffert und näher erläutert werden. Das Schwarze Kabinett