Ausgabe 
12.3.1931
 
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29 Fortsetzung

Salberry zu, bann sagte

'an­

fön'

meine Hoch

vorzüglich, Mrs. Salberry

er in das feine, schmale verlor den finsteren Aus-

sie schlief.

Atemlos sah Mrs.

achtung."

Die Dame dankte errötend.

Ich habe das kleine Mädel sehr liebgewonnen, und ich möchte, daß sie recht schnell wieder ge­sund wird", sagte sie herzlich und reichte dem Arzt die Hand; dabei streifte ihr Blick jedoch den

den Altersunterschied zu überbrücken?

Unö durfte er ihre junge, reine Liebe nehmen?

Wenn sie ihn nicht geliebt hätte!

Dann hätte er sie als Tochter annehmen

Wenn sie sich doch nur nicht dazwischengewor- fen hätte! Nun wird sie vielleicht ihr junges Leben opfern müssen. 11 für mich war nicht einmal eine tödliche Kugel bestimmt. Man hat mir gesagt, Suan Allvarez treffe genau dort­hin, wohin er zu treffen wünschte. Ich sollte ja nur einen unfreiwilligen Aufenthalt in Roing- Kastel nehmen. Und nun das!"

Kent hatte es nach einer Weile gesagt, und die anderen sahen sich ganz erstaunt an, weil sie die Stimme des finsteren Mannes kaum wieder er­kannten.

streifte. Dann richtete er sich auf.

Mrs. Salberry, ich danke Ihnen für das, was Sie tun. Darf das kleine Mädel noch hierbleiben, bis sie gesund ist? Ich würde sie dann an­schließend nach Kalifornien bringen lassen. Mein dortiger Landsitz ist ein Paradies."

Flüsternd hatte er es gesagt; dabei ruhten seine Augen noch immer auf Annemarie.

Wenn Sie wüßten, wie gern ich es tue!" Diese Worte kamen der Dame aus dem Herzen. Ihr war ganz seltsam zumute. Fast feierlich. Es war ihr, als erlebte sie den Anfang eines wunderbar schönen Romans.

Annemarie schlief!

Aach einer Stunde perlten dicke Schweißtropfen auf ihrer Stirn. Der Arzt kam und sagte be­friedigt:

Run wird das Fieber weichen, und damit ist so gut wie alles gewonnen. Die Pflege ist

war er! Auch ihn hatte die Bestie Krieg hinweg­gerafft.

Und sein blondes Annerl war auch tot!

Korsel hatte ihm wortgetreu erzählt, was er von der kleinen Annemarie erfahr hatte.

Und nun hatte ein seltsamer Zufall die Tochter des toten Freundes an seine, des mächtigen, reichen Kents Seite verschlagen!

Zufall? Wirklich nur ein Zufall?

Oder war es eine Fügung? Mußte es so sein?

Warum aber war dann das Kind des toten Freundes kein Iunge? Für den hätte er doch sorgen können, hätte ihn vielleicht an Kindes Statt annehmen können? Dann hätte er doch gleich gewußt, wem er einmal alles hinterlassen konnte?

Annemarie warf sich stöhnend hin und her, schrie:

Richt schießen! Richt Kent töten! Ihn nicht!" Grenzenlose Seelenangst durchzitterte die Worte. Erschüttert erhob sich Kent von seinem Platz, ging zum Lager hinüber. Er beugte sich über Annemarie, strich ganz leise und zärtlich über die kleinen, heißen Hände.

Annemarie wurde ruhiger, lag zuletzt ganz still, drehte den Kopf zur Seite, und es war, als ob

geben konnten." Und Kent blieb! Unverwandt blickte

non. 3a, jetzt war es schon so weit, daß er das wollte, ganz gleich, was die Welt zu der Um­wandlung Charles Kents sagen würde.

Doch als Tochter würde sie nun niemals zu ihm kommen.

Weil sie ihn liebte!

Das war aber doch ausgeschlossen, daß diese Liebe sein konnte. Das wäre ein Glück gewesen, mit dem er längst abgeschlossen hatte. Längst!

Kent strich sich über die heiße Stirn. In sei­nen großen grauen Augen stand etwas, nach dem die vornehmen, reichen Frauen sich in all den

Gesicht. Sein Gesicht . .

druck. Ein fast weiches Lächeln lag um seinen stolzen Mund, als er sich plötzlich tiefer neigte und das lichte, lockige Haar mit den Lippen

Hochgewachsenen Mann, der mit nachdenklichem Gesicht dastand. Er wandte sich jetzt zu ihr, ver­beugte sich:

Gestatten Sie, daß ich mich entferne. Ich habe noch etwas Wichtiges zu ordnen."

Lächelnd nickte Mrs. Salberry.

Der Arzt erhielt noch einen festen Händedruck, und dann schloß sich die Tür hinter dem Eisen­bahnkönig.

Seltsam, ich habe mir Kent anders vorgestellt. Er soll doch fast menschenfeindlich und in erster Linie ein Frauenhasser sein. Scheint mir aber doch nicht so", sagte der Doktor schmunzelnd.

Pst!"

Die Dame legte warnend den Finger an die Lippen, dann setzte sie leise hinzu:

Er war es! Ich denke aber, daß auch in sein Leben noch das einzig Wahre kommt: eine große, heilige Liebe. Er ist doch noch in den besten Jahren."

Ia, allerdings. Der Mann sieht fabelhaft gut aus. Und was so alles von ihm im Umlauf ist. Er soll aus der Türkei herübergekommen sein. Sieht mir aber nicht so aus kann ja sein. Run, ich habe ihn jedenfalls immer bewundert. Ein genialer Mensch bis in die Fingerspitzen. Gestatten Sie, Mrs. Salberry, daß ich auch ver­schwinde? Ich hab' awf) noch zu tun. Auf der Hongton-Farm haben sich einige Aufseher blutig geschlagen. Es ist ein Elend mit den Patronen."

Ia, Ruhe wird nie werden. Halten die Schwarzen Ruhe, dann fangen die Aufseher unter sich an. Mal geht es um das Spiel, mal geht es um eine Frau", sagte Mrs. Salberry unmutig.

* * *

Drüben in seinem Zimmer saß Kent.

Stand vor der erschütternden Tatsache, daß sein Herz noch nicht tot war. Daß es langsam, langsam sich wieder der Liebe zuwandte. So Viele Frauen hatten ihn geliebt, begehrt!

Für alle hatte er nur Mitleid oder Verachtung übrig gehabt. Und nun, da Wendsbrücks Tochter ihn liebte, wandte sich ihr auch sein Herz zu.

Und doch?! Durste er dieses junge Kind an sein Herz nehmen? Konnte er das verantworten? Würde Annemaries Liebe beständig genug sein,

DrrMnn der das Lachen verlernt hat. Vornan von Gert Gothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger. Halle (Saale)

* * *

Die Rächt war furchtbar.

Stöhnend warf Annemarie sich hin und her. Miß Salberry konnte sie nicht mehr allein im Bett halten. Sie holte sich Iuno, eine sehr ge­wandte Schwarze, die in Krankenpflege erfahren war. Gegen Morgen kam Kent und fetzte sich still ans Fenster.

Ich Will nicht fort. Sie erschießen ihn, und ich liebe ihn. Ich will für ihn sterben. Er muh doch leben, weil er so wichtig für viele Men­schen ist. Und ich liebe ihn doch. Aber er will mich fortjagen, weil er die Frauen nicht mag.

Das letzte war nur ein Flüstern, doch Kent verstand jedes Wort. Mit fest zusammen gepreßten Lippen saß er da. Unbeschreibliches tobte in ihm.

Dieses kleine Mädchen liebte ihn also auch. Ihrer Worte hatte es kaum noch bedurft. Als sie sich zwischen ihn imb die Kugel warf und es sich dann herausstellte, daß sie doch nur ein schwaches kleines Mädel war, hatte er es schon geahnt.

Warum liebte sie ihn?

Warum liebten die Frauen ihn alle?

Ihn, der nichts mit Frauenliebe anzufangen wußte, nachdem Maria Worthy ihn betrogen hatte!

Das Medaillon!

Ieht wußte er auch, warum ihn im Gesicht des kleinen Gehilfen etwas Bekanntes, Liebes gegrüßt hatte. Es war also kaum noch ein Zweifel, daß die Kleine hier das Kind der beiden treuen Menschen war!

Ein Zufall führte ihn nun doch noch mit der Heimat zusammen.

Der alte Korsel hatte ihm erzählt, daß das Mädchen eine Waise sei und er aus Mitleid den Betrug mit verdeckt habe.

Wendel von Wendsbrück war also tot!

Der lustige Wendel, dessen Humor und Lebens­freude unverwüstlich gewesen waren. Gefallen

Iahren gesehnt, und daS sie doch niemals ht diesen grauen Männeraugen bemerkt hatten, so eifrig sie auch danach forschten: eine tiefe, heiße Sehnsucht nach Liehe unb Erfüllung!

Kent sprang auf.

Was waren ihm noch Macht, Verträge von unübersehbarer Tragweite, Ehren und Gold? Ihn verlangte es nach ungleich mehr.

Wie stürmisch das sonst so abgeklärte, kalte Herz schlug!

Und das alles hatte die kleine Annemarie zu­wege gebracht?

Er lächelte.

Und wußte nicht, wie sehr dieses Lächeln sein hartes Gesicht verschönte.

Liebe, kleine Annemarie", dachte er.

Ruhelos schritt er durch das Zimmer.

Wie hatte er nur so lange einsam dahinleben können? Oder hatte es so sein müssen, weil für ihn die junge Tochter des toten Freundes be­stimmt war?

Armer Freund.armes, blondes Annerl! Wenn ich euch nun doch eure Treue an eurem Kinde vergelten könnte!"

Annemarie seine Frau!

Die Liebe, die noch einmal zu ihm kam, diesmal rein und lauter! War er nichts ein Tor, daß er auch nur eine Minute lang zögern konnte, die Hand danach auszustrecken?

Roch war das süße, blonde Geschöpf krank. Und an seiner Sorge um sie merkte er, wie teuer sie ihm bereits war.

Kent erwog alles! Richts ließ er unbeachtet. Und kam doch immer wieder zu dem Schluß, daß er auch ein Recht auf die Liebe hatte, wenn sie sich ihm bot.

Und jetzt bot sich ihm das Glück! Das wahre, beste Glück!

Kent dehnte seine große, stolze Figur.

Der Kampf in ihm war entschieden.

Ich will die kleine Annemarie fragen, ob sie meine grau werden will", dachte er.

Alle atmeten auf, als der Arzt erklärte:

Die junge Miß ist gerettet. Rur noch Scho­nung und weitere gute Pflege, später möglichst noch in ein sonniges Klima, dann ist jede Gefahr oder sonst ein Rach teil ausgeschlossen!"

Kent drückte dem Doktor dankbar die Hand, so dankbar, daß der schmerzlich das Gesicht verzog. Und dann händigte er ihm noch einen sehr hohen Betrag ein, was den Doktor in seiner Vermutung nur noch bestätigte, nämlich, daß diese junge Dame dem Eisenbahnkönig ganz besonders nahe stehe.

Run, mochte es ruhig an dem fein! Von ihm würden die neugierigen Damen drüben in Louis- ville nichts erfahren. Von ihm nicht. Denn alle Damen der Stadt interessierten sich für Charles Kent, obgleich ihn nur Mrs. Dingdale, die Eng­länderin, einmal in London flüchtig zu Gesicht bekommen hatte, als sie von ihrem Vater mitge­nommen war zum Festessen, das einer langen Konferenz verschiedener Geldmagnaten aller Län­der gefolgt war. (Schluß folgt)

sie leise:

Bleiben Sie doch noch ein bißchen bei ihr, Mister Kent. Es ist, als ob Sie ihr die Ruhe

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Sonntag, den 15. März 1931, abends 8.15 Uhr

im Cafe Leib

Ausgeführt von der Kapelle des 1. Batl. Infanterie-Regts. 15, unter der persönlichen Leitung von Herrn Obermusikmeister Wilhelm Löber 1842D Eintritt 80 Pfennig

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e. V 18330

Unsere diesjährige ordentliche Haupt­versammlung findet nm Dienstag, dem 17. März 1931, im Casö Leib, erster Stock, abends 8 Uhr statt, Tagesordnung tuic üblich. Wir laden unsere verehrlichen Mtt- gUeder srenndltchst cm und bitten um zahl­reichen Besuch. Ter Vorstand.

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Freitag, den 13. März, abends 8 Uhr | pünktlich, im Johannessaal mrsv

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Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand

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In "Benin hat der letzten ö^ruar im Gegenteil, cs i beitsuchenden sonen eingetreten, nicht auf eine enög sch.ießen, zumal tr Bewegung untere die ratfache zu gel Auch sonst, hort mi la.fungen über die an die von uns l< Berliner Aut nen inzwischen em zig so.gle, wie ei nicht erwartet war geschraubten Hossn nach der Melle l gemessen an den recht günstig hinein, dah die letzten Woche red offizielle Xticnir werte Jesferu weist.

Das alles sind nungen, die sich a man, dass die Dc wieder ganz gut < fern das Ünttitut seinem neuesten M fuiiung, dch zwar ze chen für einen g hangen feien, ab berechtigt wären, das bau) einsetzen jahrsgeschäs' fast allgemein v v-elleicht ju der faifonmäßigen A einer leichten i bung verbindet.

Jedenfalls wirt wieder Mut zu die allmähliche A tals aus dem scheinen beträchtli. Angst vor politisch gen übet die Gre niett worden zu V dieser Woche di! E'g gefallen. J letzten Woche ist scheint sogar im 5 Kaufinteresse für, ®ie Rückkehr anbahnt, ist Meret Wirtschaft Konsolidierungspro der innerpotit dn weiteres Schw rechnen ein.

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