Der Bann
der das Lachen verlernt hat.
Vornan von Gert Gothberg.
.Copyright by Martin Feuchtwanger, Halte (Saale)
5. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Das war nicht der Fall!
Kentner sollte nicht das Opfer eines solchen Betruges werden.
Die Fürstin war ehrlich genug, vor sich selber zuzugeben, das) es ihr herzlich gleichgültig gewesen wäre, ob Kentner über Maria Bescheid wußte oder nicht, wenn sie ihn eben nicht selbst begehrt hätte.
All diese Gedanken gingen durch den Kopf der Fürstin, während sie sich liebenswürdig mit dem Grafen unterhielt, ilnö im Laufe des Gespräches sagte sie:
„Lieber Graf. Ich habe mir Dienstagnachmittag einen Tee eingerichtet, und ich sehe da immer einige gute Bekannte. Verwandte Damen und Herren sind do. Maria Worthy und noch einige. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir die Freude machen würden."
Er verbeugte sich dankbar.
„Ich komme selbstverständlich sehr gern, Durchlaucht."
And die Fürstin nickte lächelnd und dachte:
..Vorerst kommt er wegen Maria. Doch er soll bald nur noch um meinetwillen kommen."
In Kentner aber war eine große, ehrliche Freude.
Er konnte Maria sehen, konnte mit ihr sprechen. And dann hatte er sich doch sicherlich in der Fürstin geirrt! Sie hatte Maria erwähnt. Wollte sie ihm die Möglichkeit geben, mit Maria unauffällig zusammenzutreffen?
Andere Herrschaften beteiligten sich jetzt am Gespräch, und so war es Kentner nach einer Weile möglich, sich zu entfernen und sich Maria zu nähern.
..Moria!"
Heiß, leidenschaftlich kam ihr Vame von seinen Lippen.
Sie sah ihn an. sah die großen, grauen Augen, sah den schöngeschnittenen Mund, bemerkte den harten Zug, der um diesen Mund lag. Sie wußte, daß dieser Monn niemals mit sich spielen lassen würde, daß er niemals eine Anwahrheit verzieh.
Anwahrheit! ■
Wenn es nur das wäre!
Es war ja mehr, viel mehr! Cs war Betrug! And diesen Betrug würde Graf Kentner niemals verzeihen! Viemals!
Aber er liebte sie doch! ?
And sie wollte doch kein Doppelspiel! Sie war doch längst fertig mit Bonenbirchner!
Es wußte niemand außer ihr, ihm und ihrer Kusine, der Fürstin Leobstein, was zwischen ihr und Bonenbirchner gespielt hatte. Lena würde schweigen! Sie hatte ja bisher auch geschwiegen. Auf sie würde sie sich auch weiterhin verlassen können.
And Bonenbirchner?
Ein verächtliches Lächeln zuckte um Marias Mund.
Ihn brachte man durch Geld immer wieder zum Schweigen. Er, der Spieler, der immer in tausend Geldnöten war.
Wie erbärmlich, wie unbeschreiblich erbärmlich war dieser Mensch!
Kentner! Wie ganz anders er!
And sie liebte ihn!
Liebte ihn so, wie sie Bonenbirchner nie geliebt!
Aber war denn diese Anbesonnenheit nicht gutzumachen? And Kentner würde es doch nicht erfahren?
Während Maria all das dachte, ruhten ihre Augen groß in den seinen.
Kentner dachte:
..Ich bin ja verrückt, wenn ich auch nur eine Minute lang Moria mit Bonenbirchner in Berührung bringen wollte."
„Mar a. ich liebe dich!"
Da senkte Maria die Augen. Ein Zittern befiel sie. Vein, es war ja doch unmöglich, diesen Mann zu betrügen, es war unmöglich. Lieber wollte sie ihr Wort von ihm zurückverlangen, als daß diese großen, grauen Männeraugen sie einst verächtlich ansahen.
„Karl, ich bitte dich, mir ..
„Darf man stören?"
Gutgelaunt trat der Feldmarschall zu ihnen.
Kentner reckte seine hohe, schöne Figur straff auf.
Die Augen des alten Herrn ruhten wohlgefällig auf ihm. Er hatte längst bemerkt, daß sich zwischen diesem jungen Offizier und Maria etwas angespvnnen: er war im stillen sehr froh darüber. Die Kentners waren ein Geschlecht, mit dem sich die besten Familien Oesterreichs immer gern verschwägert hatten. Er hatte nichts dagegen, wenn der Kentner eines Tages kam unö Maria holte.
Der Ton des Feldmarschalls war ganz besonders herzlich, als er sich mit dem jungen Paar unterhielt.
Der alte Herr war innerlich froh, daß seine Tochter in letzter Zeit fein Interesse mehr für Graf Bonenbirchner gezeigt hatte. Der gefiel ihm nämlich nicht. Als Schwiegersohn schon gar nicht. Bei ihm wäre Maria nicht halb so gut geborgen gewesen, als wie in Kentners Armen. Der hatte auch die nötigen Abenteuer hinter sich, selbstverständlich! Welcher Mann hatte das denn schließlich nicht. Aber er bot die Gewähr für ein
gutes, dauerhaftes Glück. Bonenbirchner nicht! Ganz abgesehen non dessen Spielleidenschoft, würde der niemals nur eine einzige Frau lieben können.
Also war es wirklich gut so, was die Zukunft zu bringen schien. Fe'dmarschall von Worthy sprach eine ganze Weile mit Graf Kentner. Bonenbirchner stellte es voll geheimer Wut fest.
Kentner! Den vom Schicksal in jeder Beziehung Bevorzugten! And nun spielte ihm dieses Schicksal eine Waffe gegen diesen Kentner in die Hand.
Waffe?
Bonenbirchner verzog das Gesicht. War das nicht ein ekelhaft zweideutiger Gedanke?! Vun, er würde ja sehen! And wenn nichts weiter geschah. dann hatte er den Triumph, daß er heimlich über Kentner lachen durfte.
Ah! Das tat wohl! Dieser stolze Kentner! Wie er sich gedemütigt fühlen würde, wenn er es erfuhr. Sieh da! Der Alte tat ja schon, als gehörte Kentner mit zur Familie. Wie freundschaftlich schwiegerväterlich er ihn jetzt beim Arm nahm und mit zu der Frau Feldmarschall hinüberschleppte.
„Va wartet! Dieses Idyll werde ich euch soviel wie möglich zerstören!" sagte sich Bonenbirchner.
Sein Blick ruhte gierig auf Maria.
Es erging ihm merkwürdig.
Die ganze Zeit über hatte er geglaubt, für Maria auch nichts weiter zu fühlen als lodernde, begehrliche Leidenschaft. Vun war es ihm plötzlich doch, als habe er sie geliebt, liebe sie iroch, und es dürfte sie ihm keiner nehmen. Am wenigsten dieser Kentner ...
In dieser merkwürdigen Verfassung blieb Graf Bonenbirchner den gangen Abend über. Aber seine haßerfüllten Blicke folgten dem Todfeind, so oft er ihn ansah.
And Maria sah es.
In ihrem Herzen schoß es heiß empor.
Bonenbirchner!?
Was war er ihr noch? Was war er ihr je gewesen? And doch hatte sie damals geglaubt, ihn zu lieben. Hatte in seinen Annen vergessen, was sie sich und ihren ehrenhaften Eltern schuldig war. Hatte an eine Heirat mit Graf Donen- birchner gedacht und war doch dann vor ihm zurückgeschreckt, als sie ihn erkannte, als er zum ersten Male Geld von ihr verlangte.
Da mußte sie ernennen, was sie sich angetan und daß sie mit Bonenbirchner brechen mußte.
Aber es war zu spät. '
Er hatte sie nun in der Hand.
Würde sie immer in der Hand haben.
. And sie zahlte!
Zahlte ihm jede Summe Schweigegeld, die er von ihr forderte.
Aber plötzlich genügte ihm das Geld nicht mehr. Er wollte Maria. Sie mußte ihm wieder
gehören. Kentner sollte sie nicht besitzen. Vein?
Viemals Kentner!
Maria zuckte zurück, als Bonenbirchner sie um einen Tanz bat, als später der Dail eröffnet wurde. Ihr Blick ging zu Kentner, verzweifelt, bittend. Der stand mit zusammen gebissenen Zähnen da. In seinen Augen zuckte eine dunkle Flamme auf. Vein, er war doch nicht verrückt! Bonenbirchner besaß irgendein Recht an Maria!
Ein Keuchen entstieg seiner Brust, so daß der neben.ihm stehende Kaltenberg ihn verdutzt ansah.
„Va, hör 'mal Kentner! Friß doch nicht gleich das ganze Fest, wenn dir der Bonenbirchner, der Frechdachs, die schöne Tochter des Hauses für den ersten Tanz wegschnappt. Ich wühl' schon, wen ich engagieren tat. Aber du scheinst ja keine Augen im Kopf zu haben."
Kaltenbach blickte schwärmerisch auf die Fürstin Lena Leobstein. Zentner zuckte zusammen. Voch einmal traf sein Blick Maria und Bonenbirchner, dann legte sich ein finsterer Trotz über sein schönes, braunes Gesicht.
Er wandte sich kurz um und ging auf die Fürstin zu, die soeben lächelnd den sie umdrängenden Herren abwinkte, Kentner scharf im Auge behielt und, als sie sah, daß er auf sie zusteuerte, fröhlich sagte:
„Dedaure, meine Herren, der Tanz ist längst vergeben. Da kommt er schon, dem er gehört."
Man machte Kentner Platz. Pritts Liebenstein murrte:
„Alsdann der Kentner. Wann wär' denn net der Kentner der Sieger. Das soll wohl nun in alle Ewigkeit so bleiben, daß der immer der erste ist?"
And er holte sich die kleine, niedliche Baronesse Hartenstein, die aber auch sehnsüchtig auf Kentner sah.
Prinz Liebenstein dachte wütend: Abmurksen! müßt' man den Teufelskerl. Aber warum ich ihn a so gern hab'? Ich tu ihm jeden Gefallen, wenn er mich drum bittet. Was ist das bloß für ein Mensch?"
Das Daronesserl gab ganz verkehrte Ant- . Worten, bekam sonderbar feuchte Augen und schaute auf Kentner.
Prinz Liebenstein dachte ergeben: Ich bin halt zu häßlich. Das biffcrl Schneid gleicht es nicht aus. Das heißt, eine Figur hat der Kentner ..., direkt beneiden werd' ich ihn noch. Wenn ich a Madel wär, ich wüht' auch, was ich tat, wenn man mir den schönen Kentner und den Fatzken, den Liebenstein, präsentieren würd'.
Fürstin Lena schmiegte sich in Kentners Arme, sah mit ihren Hellen, blauest Augen verlangend zu ihm auf.
„Meister Strauß bleibt der beste. Finden Sie nicht auch?"
Kentner nickte zustimmend. (Fortsetzung folgt.)
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