Ausgabe 
11.6.1931
 
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bäume, wurden ausgerissen, große Aeste ab* fiefnidt und zum Teil weit forigeschleukteri. De* onders stark wurden die Ziegeldächer beschädigt, an einzelnen Häusern klafften große Lücken, und die Straßen waren mit Ziegelstücken dicht besät. Die Windhose glich einer mächtigen, in der Mitte eingedrückten Walze, die sich von der Erde bis zu den Wolken erstreckte und die Staub, Blätter, Aeste und Ziegeln im Wirbel mit sich führend rasch vorüberzog, begleitet von starkem Brausen.

3n Treis (Lumda) schlug ein Blitz in die Scheune des Sattlermeislers Heinrich Bender ein, zerstörte die Lichtleitung in Haus und Scheune und entzündete einiges in der Scheune liegendes Stroh. Der Bescher, der sich in diesem Augenblick in der Scheune befand, erlitt keinerlei Schaden, besah aber gleichzeittg die Geistesgegen­wart, den durch den Blitzschlag entstandenen Brand mit einigen Eimer Wasser zu löschen.

3n Weickartshain richtete die Windhose an einigen Gebäuden der Seenbrück Schaden an, entführte ganze Reihen von Dachziegeln und führte sie m wildem Wirbel mit sich. Eine An­zahl Obstbäume wurden in Mannshöhe abgeknickt. Die Radio-Antenne der Gewerkschaft Louise wurde abgerissen und einige Häuser weit vom Sturme entführt. Di« Wolken hingen über Weickartshain sehr tief.

An der Straße Buhfeld Bleiden­rod wurden sieben Obstbäume vom Sturm zer­stört und auf die Straße geworfen, so daß der Derkehr für einige Zeit unterbrochen werden mußte. Dom Schulhause zu Dleidenrod wurden einige Fensterläden abgerissen und verschiedene Scheiben zertrümmert. Die Windhose schleppte Dachziegel und Dretter oft über 100 Meter weit mit sich fort. Großer Schaden ist auch an den Obstbäumen des Ortes entstanden.

Auch im Kreise Schotten wurde durch den Wirbelsturm schweres Unheil angerichtet. Deson- ders heimgesucht wurde das Streitbachtal und hier vor allem die Gemarkung Wohn* seid. Die Einwohnerschaft befand sich zum gro­ßen Teil auf dem Felde und mußte Zeuge dessen sein wie die Windhose über das Dorf hinweg­heulte. Rach einer Minute bot sich den Menschen ekn Dild trostloser Derwüstung. Ganze Reihen von Stratzenbäumen waren niedergemäht. Ein Wahr­zeichen der Gemeinde Wohnfeld, eine j a h r h u n - oerte alte Ulme war völlig zer­splittert worden und die herabbrechenden baumstarken Aeste zerstörten den Dachstuhl des unter der Ulme stehenden Hauses. Häuser und Stallungen hatte der Wirbelsturm abgedeckt, so daß ein sehr erheblicher Sachschaden entstand. Die Windhose setzte weiter ihren Weg in Richtung auf Ulrichstein fort, ohne indessen ähnlichen gro­ßen Schaden anzurichten.

Gemeinderat Aidda.

# Ridda, 10. 3uni. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Boranschlag für das Rechnungsjahr 1931, der in Einnahme und Ausgabe mit je 215 500 Mk. abschließt, beraten und die Ansätze der Bürgermeisterei ohne Aus­nahme genehmigt. Der Fehlbetrag in Höh« von 100 500 Mk. findet durch die Erhebung einer Um­lage vom Grundbesitz und Gewerbe, durch Zu­weisung eines Betrages aus Landesmitteln, durch die Erhebung der Dürgersteuer und der Ge­meindebiersteuer Deckung.

Als wesentliche Abweichungen gegenüber dem Doranschlag für 1930 kommen die Ausfälle an Einkommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuer- Überweisung von zirka 6000 Mk., der Mehrauf­wand an Wohlfahrtserwerbslosenunterstützung von 8000 Mk. und die Ausfälle an Gemeinde­steuern, insbesondere Sondergebäudesteuer, von zirka 4000 Mk. in Betracht. Die für das Rj. 1930 beschlossenen vorläufigen Ausschlagssähe hinsicht­lich der Steuer vom Grundbesitz und Gewerbe sind vom Gemeinderat als endgültige Steuerausschlagssähe beschlossen worden.

Dos weiteren wurden folgend« Beschlüsse gefaßt: Entsprechend dem Dorgehen des Staates wird auf Antrag die kommunale Sondergebäudesteuer vom Rechnungsjahr 1931 ab unter den gesetzlich festgelegten bestimmten Doraussehungen ermäßigt. Zu den tarifmäßigen Sähen für die Besteuerung der Wanderlager wird ein Zuschlag von 100 Pro­zent (ab 1.3uni) erhoben. Für di« beabsich­tigte Erbauung von zwei Zweifami­lienwohnhäusern Aur Unterbringung von Beamten eines nach Ridda zu verlegenden Feld- bereinigungsamtes stellt die Stadt das erforder­liche Baugelände zur Derfügung.

Landkreis Gießen.

£ Wicseck, 11.Juni. Der Gemeinderat beschäftigte sich gestern abend mit der Beratung

des Voranschlags. Vorher machte Bürgermei­ster S ch o m b c r Mitteilung von der Festsetzung der Steuersätze für 1930, die als endgültig anzusehen sind. Der Voranschlag selbst wurde nur zum Teil durchberaten und die Weiterberatung aus Montag, 15. Juni, festgesetzt. Besondere wurde darauf hin- gewiesen, daß die Aufwendungen für ausgesteuerte Erwerbslose den Etat der Gemeinde Wieseck stark belasten. Ist doch im Etatjahr 1931 mit einem Betrag von 26 000 Mark zu rechnen.

* Reiskirchen, 10. 3uni. Die Spar­und Darlehnskassee. G. m. b. H. in Reis­kirchen feierte in Verbindung mit der ordentlichen Generalversammlung ihr 40jähriges Bestehen. Kontrolleur Stumpf erstattete einen ausführ­lichen Bericht über die Gründung und den Werde­gang der Kasse und gedachte der Gründer sowie der bisherigen Führer .Oberrevisor Hartmann überbrachte die Glückwünsche des Derbandes und überreichte den Herren Wilh. Becker II., Wilh. Müll er >., Heinr. Nürnberger II., Heinr. Peter VI. von Reiskirchen und 3oh. Hoff­mann von Burkhardsfelden di« von dem 23er- band gestifteten Ehrenurkunden für langjährige treue Tätigkeit im Dorstand und im Aufsichtsrat. Direktor Ginnow beglückwünschte die Ge­nossenschaft und bie Jubilar« namens der Landes­genossenschaftsbank. Die Dersammlung war von 250 Mitgliedern besucht und wurde von dem Prä­sidenten 3ohs. Menge! IV. geleitet. Die Kasse zählt 330 Mitglieder, hatte 1930 5,3 Millionen Mk. Umsatz, 508 769 Mk. Bilanzsumme und 6092 Mark Reingewinn.

+ Grünberg, 10. 3uni. Die hiesige Frei­willige Feuerwehr hielt eine Hebung ab, bei der die neubeschaffte Magirus-Motor- spritze ihre Leistungsfähigkeit beweisen sollte. Die Probe, bei der auch der Gemeinderat an­wesend war und die auf dem Marktplatz statt­fand, fiel zur vollen Zufriedenheit aus. Die von der Motorspritze betriebenen drei Schlauchleitun­gen überschütteten das Rathaus, das als Brand­objekt dienen sollte, mit einer großen Wasser­menge. Bei der Rachfeier imHirsch" nahm da­her der l.Hauptnrann der Wehr, Seilermeister S e i f a r t, die Gelegenheit wahr, der Stadt­verwaltung für ihre vorbildlich« Sorge für das Feuerlöschwesen, die sie durch Erbauung des neuen Spritzenhauses und Anschaffung der Motor­spritze bewiesen habe, öffentlich zu danken. Für die Stadtverwaltung sprach Bürgermeister Dr. M i l d n e r, und erkannte die Bereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr lobend an.

* Steinbach, 10.3uni. Am ©ormtag ver­anstalteten die Echühenvereine des Krei- sesGießen-Rord, die demVerband hessi­scher Kleinkaliber-Schühenvereine angeboren, ein Preisschiehen auf den Schiehständen des hiesigen Schühenvereins. Unter Leitung des be­währten Kreisschiehleiters Förster (Allendors a. d. Lda.) wurden gute Ergebnisse erzielt. Als Sieger gingen hervor: 1. Förster (Allendorf a. d. Lda.): 2. Haas (Steinbach) mit je 35 Rin­gen. Den vom Schühenverein Steinbach gestifteten wertvollen Ehrenpreis errang Damm (Allen­dorf a. d. Lda.).

I Steinheim , 10. 3unt. Am Sonntag wurde, nachdem vor kurzem die durch unser Dorf flie­ßende stark verschlammteWeed" einer eingehen­den Reinigung unterzogen worden war, die Kreismotorspritze aus Gießen vorgeführt. 3m Beisein der hiesigen Feuerwehrmarmschaft, der Bürgermeister von hier, von Rodheim a. d. H. und Rabertshausen, sowie einer Anzahl Feuer­wehrleuten aus diesen Orten erläuterte der Kreis­feuerwehrinspektor die Handhabung der Spritze. Di« Leistungsfähigkeit der Maschine überraschte die zahlreichen Zuschauer sehr. Cs zeigte sich, daß selbst bei vier angeschlossenen Schläuchen dieWeed" genügend Wasser liefert, das bis weit ins Dorf geführt werden kann.

U Rodheim a. d. Horloff. 10. 3uni. Die Bautätigkeit ist in diesem Frühjahr, im Gegensatz zu früheren 3ahren, sehr rege. Es wur­den bis jetzt fünf Neubauten errichtet, zwei Wohnhäuser und zwei Scheunen. Einem weiteren einstöckigen Wohnhaus wurde ein zweites Stock­werk aufgesetzt, und zwei Scheunen wurden mit vollständig neuem Dachwerk versehen. Eine ganze Anzahl hiesiger Maurer fand bei diesen Bauten Beschäftigung. Rachdem die Dasaltfirma 3. R i ck e l (Oberwiddersheim) seit kurzem ihren Betrieb wieder ausgenommen hat, haben die meisten Arbeiter von hier wieder Be­schäftigung gefunden.

Kreis Schotten.

I. Rudingshain, 10.3uni. Für die auf Sonntag, 21, Juni bestimmte Bürgermeister- w a h l erübrigt sich eine Wahlhandlung, da bis

zur festgesetzten Frist nur ein WahlVor­schlag (er lautet auf den bisherigen Bürger­meister) eingereicht worden ist. Dem Dorf« bleibt der Wahlkampf also erspart.

preutzen.

425 Bewerber um eine Stadtratsstelle.

Frankfurt a. M., 10. Juni. (WSN.) Für die ausgeschriebene Stelle eines Stadtrats als Nachfol­ger des aus dem Magistrat ausgeschiedenen Stadt­rats Dr. Schmude sind nicht weniger als 425 Bewerbungen eingegangen. Zur Sichtung dieses um- sangreichen Materials hat der Magistratswahlaus- schuß eine Unterkommission eingesetzt, die eine engere Auslese unter den Bewerbern treffen soll.

Kreis Wetzlar.

0 Krofdorf, 10. 3uni. Der Fruchtansatz der Apfel- und Birnbäume unserer Gegend verspricht

eine r«icheKernobsternte:der Behang der Pflaumen- und Zwetschenbäume ist geringer. Die Sommerfrucht weist einen guten Stand auf, wäh­rend die Roggensaat hier und da ausgewintert ist. Unter der günstigen feuchten Witterung wurde das Setzen der Dickwurz- und Kohlrabenpflanzen schnell beendet.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 41 vom 9. Juni enthält: Die Regelung des Ausver- kaufswefens. Die Erhebung von Deckgeld für Bedecken der Stuten. Die Vorrätighaltung von Hackfleisch. Bekämpfung des Frühlingskreuz­krautes. Vertilgung der Blutlaus. Sperrung der Wißmarer Straße. Die Staatsangehörigkeit der aus den abgetretenen Gebieten stammenden Be­amten. Dienstnachrichten.

Wirtschaft.

Frankfurter Börse.

F r a n f f u r t a. M., 11. Juni. Tendenz: schwächer. Nachdem sich vorbörslich Ansätze zu einer Besserung gezeigt hatten, da von Neuyork freundlichere Mel­dungen eingetroffen waren, ergaben sich zu Beginn des offiziellen Börsenverkehrs erneut Kurs- r ü ck s ch l ä g e. Maßgebend für die schwache Tendenz waren in erster Linie die sich erhaltenden Gerüchte über eine (Einberufung des Reichstages. Auch von der schwachen Haltung der deutschen Werte an den Auslandbörsen ging Verstimmung aus. Am Rentenmarkt lag wiederum reichliches An- gebotdesängftlichgewordenenKlein- Publikums vor, was naturgemäß nicht ohne Ein. fluß auf die Märkte bleiben konnte. Dem Angebot stand nur geringe Aufnahmelust gegenüber, so daß das Kursniveau eine Er Mäßigung im Durch­schnitt von 1 bis 2 v. H. erfuhr. Stärker rück­läufig waren vor allem Aschersleben (minus 4 o. H ), Westeregeln minus 3,5 o. $)., Reichsbankanteile minus 3 v. H, letztere auf angebliche Abgaben von Auslandseite. Am Chemiemarkt büßten JG.-Farben 1,65 v. H. und Rütgerswerke 1,5 v. H. ein. Von Elektropapieren verloren Siemens 2 v. H., Licht & Kraft 1,75 v. $)., AEG. 1,40 o. H. Am M^rkt der Montanwerte wurden Rheinstahl 2 v. H., Man- nesmann 1,5 v. H. und Harpener 1 o. H. schwächer gehandelt. Deutsche Linoleum gingen um 2 v. H. zurück, ebenso Norddeutscher Lloyd. Bauwerte sowie Bankaktien konnten sich behaupten. Kunstleidewerte knapp gehalten. Am Anleihemarkt waren vei stillem Geschäft kaum Veränderungen zu beobachten. Von Pfandbriefen kam weiter reichliches Material auf den Markt, was nur zu erneut 0,25 bis 0,50 v. H. er­mäßigten Kursen Aufnahme sand. Jndustrieobliga- tionen und Städteanleihen tendierten ebenfalls schwächer. 8°v. H.-NSU.-Obligationen erschienen mit Minus-Minus-Zeichen. Reichsschuldbuchforderungen büßten bis zu 2 v. H. ein. Die anhaltende Schwäche des Rentenmarktes war im Verlaufe bestimmend für die Tendenzgestaltung der Aktien, die weiter K u r s e i n b u ß e n von 1 bis 2 v. H. erlitten. Salz, detsurth verloren 4 v. H. Am Geldmarkt machte sich eine Versteifung geltend. Tagesgeld zog auf 4 v. H. an, Monatsgeld bei 5,90 v. H. stärker begehrt. Am Devisenmarkt war immer noch keine Erholung der Reichsmark festzustellen. Devisen Madrid und Zürich wieder fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2145, gegen Pfund 20,50, London gegen Neuyork 4,8642, Paris 124,23, Mailand 92,92, Madrid 47,80, Schweiz 25,06, Holland 12,09.

Berliner Börse.

Berlin 11. Juni. Die ruhigere Beurteilung der innerpolitiscyen Lage, die man im heutigen Früh­verkehr auf Grund der vertagten Entscheidung über die (Einberufung des Reichstages feststellen konnte, machte zu Beginn des offiziellen Verkehrs wieder einer stärkeren Unsicherheit Platz. Die höheren Kurse, die man noch vorbörslich nannte, be­haupteten sicb nicht, da wieder aus f a ft allen Märkten Ware da war. Die festere Ausland­börse kam nur in den internationalen Papieren (Svenska und Chade mit einem Gewinn von 3,25 bis 3,50 Mark) zum Ausdruck, während die übrigen Werte nur knapp behauptet und meist schwächer eröffneten. Man sprach wieder von Auslandabgaben und wurde in seiner Mei­nung dadurch bestärkt, das besonders die Papiere, die früher einmal von dieser Seite bevorzugt wor­den waren, z. B. Farben und besonders Reichsbank (letztere verloren 3 o. H. gegen gestern) im Angebot

lagen. Angeblich kam auch verschiedentlich (Erefu- lionsware heraus, doch hielten sich anfangs die Rück­gänge im allgemeinen noch in erträglichen Grenzen. Erst im Verlaufe wurde die Tendenz noch schwächer, und es traten Verluste bis zu 2 v. H. ein; Salzdetfurth verloren 3,25 und Julius Berger etwa 4 v. H. Man verwies auf die schwache Ver­anlagung der deutschen Bonds an der gestrigen Neu- yorker Börse, auf das weiter ziemlich starke An­gebot am hiesigen Pfandbriefmarkt und auf ein überraschendes AnziehendesDollarkurses im freien Verkehr auf 4,2140 bis 4,2145. Der Anleihemarkt lag ruhig, und auch Ausländer im allgemeinen wenig verändert. 4 o. H. unifizierte Türken erschienen mit Minus-Minus-Zeichen. Am Pfandbriefmarkt war der Verkaufsdruck sehr stark. Reichsschuldbuchforderungen verloren gegen gestern bis zu 1,5 v. H. Die Geldsätze blieben unverändert. Im weiteren Verlaufe der Börse machte die A b schwächung Fortschritte. Reichsbank er­reichten einen Kurs von 115 und JG.-Farben gingen auf 111,5 o. H. zurück. Salzdetfurth überschritten die 160-Grenze, und Siemens erreichten einen Kurs- stand von 127.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 11. Juni. Auftrieb: 106 Rin- der, 1280 Kälber, 69 Schafe, 1163 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast, und Saugkälber 56 bis 59 Mark, mittlere Mast, und Saugkälber 48 bis 55 Mark, geringe Kälber 35 bis 47 Mark. Markt­verkauf: Infolge des Ueberfahrens des Marktes bei Kälbern und Schafen schleppend; Schweine geringer Ueberftanb, Kälber geräumt, Schafe ruhig, ausoer- kauft.

Berliner Produktenmarkt.

Berlin, 10. 3uni. B«i schleppendem Geschäft setzten sich die Preisrückgänge am Produkten- markte fort. Das 3nlandangebot von Weizen und Roggen alter Ernte ist zwar nur mäßig, während aber für Roggen für Waggonverladung die Pro­vinzmühlen befriedigende Kauflust bekunden, ist Weizen infolge des wieder sehr schleppenden Mehlabsahes auch zu 2 bis 3 Mark niedrigeren Preisen schwer unterzubringen. Für Weizen neuer Ernte zeigt sich angesichts der nach wie vor be­friedigenden Witterungsverhältnisse vermehrte Abgabenneigung, und die Eigner sind zu Preis- konzessionen im Rahmen bis zu 2 Mark bereit. Roggen neuer Ernte wird dagegen wenig um» gesetzt, da anscheinend im Zusammenhang mit der Produktionsumstellung die Landwirtschaft nur vorsichtig Offertenmaterial herausgibt. 21m Lie­ferungsmarkte seht« Weizen bis 2,50 Mark nied­riger ein, während Roggen nur leicht abge- fchwächt war. Das Weizenmehlgeschäft stagniert, trotz vereinzelt 25 Pfennig billigerer Offerten, Roggenmehl wird zu unveränderten Preisen für den laufenden Bedarf gekauft. Für Hafer über­steigt am Prompt- und Lieferungsmarkte das Angebot die Rachfrage, so daß Preisrückgänge um etwa 2 Mark eintraten.

Daten für Freitags 12. Juni.

Sonnenaufgang 4.10 Uhr, Sonnenuntergang 20.39 Uhr. Mondaufgang 1.56 Uhr, Monduntergang 16.50 Uhr.

1815: Gründung der Deutschen Burschenschaften in Jena; 1819: der englische Schriftsteller Charles Kingsley in Holne geboren.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 o.H., Lombardzinsfuß 6 o. H.

Frankfurt a. M.

»erlln

Frankfurt a. M.

Ecrlin

Schluß-i furd |

1-Uhr- flurd

Schluß- furd

Anfang- flurd

Gchluß- furd

t-ll-r- flurd

Schluß- furd

Anfang- Kurd

Datum

10.6.

11.6.

10.6.

11.6.

Calum

10.6.

11.6.

10.6.

11.6.

6% t)eut1*e 9ield)!anletl}e

Hamburg.«mertta Batet . .

Hamburg. SÜdam. Dampfschiff

. 7

42

42,75

41,9

mm 1927 ..........

£4,25

84,5

. 8

89

88,25

7% Deutsche Reid)? anleibe

Hansa Dampfschiff.....

10

69

von 1929 ..........

96,5

96,5

Norddcutlcher Lloyd ....

. S

44,5

42,25

44,9

43,4

Deutsche Anl.-Abldl.-Schuld Btt

Allgemeine Deutsche Ereditanst, 10

fluilof..9iecf)len.......

51,25

51,5

51,6

Barmer Bankverein ....

10

Desgl. ohne Butlvl.-Rcchte . . .

4,45

4,5

4,5

Berliner Handelsgesellschaft .

12

103

102,75

102,25

6% Hell. Soliznaat von 1929

90,5

Commerz- und Privat-Bank.

11

100.25

100,25

100,25

100

irückzahlb. 102%) . . . . . .

90,5

Darmstädter und Nationalbank

12

115

116

115

115

Dberhdlen Provinz - Snleche mti

50,5

Deutsche Bank und

AulIol^Rechten.......

Deutsche Komm. SammclaBL

Lisconw^Sesellschaft, . . .

10

100

100

100,25

100,25

Dresdner Bank......

10

100,25

100,25

100,25

Anleihe Serie 1.......

49

49

Reichsbank........

12

120,5

116

119

116

8% fitanlf. Hyv.-Vank Soldpfe.

A.E.G...........

79,65

XIII unkündbar bi» 1934 . . .

7% ssrankf. Hyp.-Bank «ottpfe

100

-

. 8

81

80

80

Bergmann ........

. ti

64,9

64.5

unkündbar 611 1932 .....

94,25

Elektr. Lielerungsgesellschast.

10

94

90

Nbcinllcke Hhp.-Banl

SIqu. ©olbple.........

Licht und Kraft......

10

93

91,25

92.25

91.75

88,05

Fellen & Guilleaume . . . Gelellickast für Elektrische

IV,

57,5

57,5

56.5

B% Pr. Landesplan dbriesanstalt.

82,5

81,75

PsandbrieseR.l»......

100,5

100,5

Unternehmungen .... Hamburger Gehrt)ttflö-Berte Rheinische Elektrizität . . .

10

83

82,25

B% Pr. Landesplandbrielanstalt, ßomm^C6l. 81. 20......

_

10

. 9

92,5

7% Pr. Landespiandbriefanstalt,

Scklelilche Elektrizität. . . .

10

Psandbriefe t »1......

96,5

_

96,5

Sckuckcn & Co.......

11

100

100

99,13

L.E.Ä. abg. «orteieg»-Obligatio-

Siemens & Halske.....

16

13!

129

130.5

130

nen, rückzahlbar 1932 .....

TranSravio ........

. 6

ttabmeyer 8 Eo.. .....

10

99,5

99,5

1% Defieneid)t|(be »clBtrnte . . 4,20% Lesterreichische Eiiberrente

1% Lellerreichilche Einheitliche

19,5

20,1

1,4

Buderus .........

Teurlche ErdSI......

. 6 6

. 8

1 1 1

111

SSI

49,65

Rente...........

4% Ungarische Soldrente . . . .

4% Ungarilche Staatlrente v. 1910

16,45

14,5

111

16,6

14,5

16,5

Geilenkirchener ......

Harpener.........

Hoelck Eilen. ......

. 8 . 0 es

1 IS

48,5

59.75

49,5

41,5

59

49,25

39.25

ii',% desgi. von ,913.....

1% Ungarilche Sronenrente . . .

15,4

Äilc Bergbau ....... Klöcknerwerke .......

10

44,5

128,5

44,13

126

42,25

i% Türlilche Zollanleihe von 1911

2,5

2,5

2,4

Söln-Ncuellen.......

. 7

_

45

43,5

1% Türkilche Bagdadbahn. Anl.

2,5

Marme!mann-NShre»

. 7

51

50

50,4

50,13

Serie I...........

ManSfelder Bergbau ....

. 7

26

26

26

4% dergi. Serie 11.......

5% Rumänische vereinh. Rente

2,5

2,5

Obcrlcktel. Eilende darf . . .

. 5

7,2

Oberschlel. Sollwerte....

. 7

_

56

56,25

von 1903 ..........

IV1°O Rumänische Vereinh. Rente

7

es

42

42

40.5

13,25

13.25

12,75

Rheinische Braunkohle»

10

134,5

135

von 1913 ..........

t% Rumtotti* veretnh. Rente .

Rhetnstahl........

. 6

60

58

59,25

57.5

5,4

5,4

5,2

Riebed Statte......

7.2

-

Frankfurt a. Ul.

Berlin

Banknoten.

Echluß- hird

1-Uhr- Kurd

Schluß, furd

Anfang, flurd

Berlin, 10. Juni

Geld

w

Amerikan siche Noten......

Belgische Noten. .......

Dänilche Noten . . .......

Englische Noten ........ Yraniösilcke Noten ....... Holländische Noten ....... Italienische Noten........

Norwegische Noten.......

Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten.......

Schwedische Noten.......

Schweizer Noten ........ Spanische Noten........

Tschechoslowakische Noten.....

Ungarische Noten........

Devisenmarkt Berlin

4,232

58,53

112,45

20,50

16,465

169,31

21,99

112,45

59,04

2,485

112,70

81,80

41,02

12,45

73.25

- Frankfurt

4,252 58,77

112,92

20,58 16,525 169,99

22,07

112,89

59,28 2,505

113,14 82,12 <1,18

12,51

73,55

a. M.

Datum

10-6.

11.6.

10.6.

11.6.

Bereinigte Stahlwerte.....

Otavi Minen......16*/,

Sollwerte Lscherslebe« . . . 10

Laliwerte Westeregeln ... 10

Saliwerte Salzdetsurth ... 15

g. G. Yarben-Indukrte. . . 12 Dvnamii Nobel ....... 6

Soldlchmidt ...eeee.6

Rütgerswerte ..... 6

Melallgelelllchafl. ...... 8

Bhlltpp Holzmann ...... 7 Zementwerk Heidelberg . . 10 (Sementroed ÄadßabL ... 10 8Bat)6 & fiteötafl......8

Schultheis Patzenhofer ... 15 Cftroede..... 12

Mu...........18

Bem berg..... 14

Zellstoss Waldhos .... 18*/. Zellstoff Mchassenburg ... 12

Charlottenburger Waller ... 8 Tessauer «ar...... S

Daimler Motoren ...... O Deutsche Linoleum ...... Maschinenbau 5L-8. ..... O

Orenstein & koppel . .... 6 Leonhard Tietz ...... 10 Svenska...........

Frankfurter Maschine» .... 4

Sritzner...... 6

Heoligenstaedt ....... 0

Zunghans..........6

Lechwerte..........8

Mainkraftwerte Höchst O.M.. . 8

Miag...........10

Sebr. Roeder ....... 10

Loigt & Haesfner ...... 9 Süddeutsche Zucker .... 10

40,5

16,5 104 109 163

114,13

112

37 55

61,5 52 86

18

58,25 68 62 52

19,5

52,5

80 193

9,13 27

59

100

100

105,5 162

112J>

113

35,25 54

61,5

-

58

67,5

50

-

100

40,5

16

103 108,13 162,75

113,25

36,25

37

55,5

17,5

117,5

57,4

66,13

63,5

50

105

18,65

51

36

80

196

27,75

101,75

39

16,4

103 108,5 163,25

113

35 36,75

54,5

61

117

58,13 66.75

62,9

51,5

103,65

18,5 50,25

36

79 199,25

10.3unl

11 -Juni

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Geld , Artef

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169,31 1,290 58,62

112,71 112,71

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21,035