Ausgabe 
11.4.1931
 
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von Präferenzzöllen aufgebaut sein und sich logisch eingliedern in die Bemühungen untre- gionale europäische Wirtschaftsver- st ä n d i g u n g . die in dem deutsch-österreichischen Zollabkommensvertrage ihren Anfang genommen hätten, doch werde das Abkommen mit diesem letz­teren Vertrage in ke i n e m direkten Zusammenhang stehen. *

Echulstreik in Braunschweig DerWeltliche Elternbund" gegen Minister Franzen.

Das Verbot Grzesinfkis.

Der inkriminierie Osterartikel des Bundes­kanzlers Wagner.

Oie ökumenische Bewegung der Kuchen.

Besuch des Erzbischofs von Canterbury in Jerusalem.

Oie Bundeszeitung des Stahlhelms aus 3 Monate verboten.

Der Aufstand auf der Insel Madeira

Die Revolutionäre sind Herren der Dor Eintreffen eines portugiesischen Expeditionskorps.

Lissabon. 11. April. (WTB. Funkspruch.) Die Regierung hat nach einem offiziellen Kom­munique mehrere Funkspruche aufS^gcn die zwischen den Aufständischen der Insel Madeira und dem früheren portugiesischen MlNlst^Prasi- denten Bernardino M a ch a d o ausgetauscht tour* den. - Die ZeitungDiario de Manha ver­sichert. daß zahlreiche portugiesische Politiker^ die gegenwärtig in Spanien oder in Frankreich im Exil lebten, ständig in Fühlung mit den Aufständischen ständen. Der Kapitan des portugiesischen DampfersArojo", der aus Funchal einactrosfen ist, teilt mit, das) die Auf­ständischen die Insel vollko mm e n b e - herrschten. Ueber die Lage in Madeira be­richten auch Funksprüche zwner Pas. agiere des DampfersEdinburgh Castle", der gestern aus dem Rückweg von Kapstadt in Madeira anlegte. Der erste Passagier, der die letzten zehn Tage auf der Insel zugebracht h)t, bezeichnet die Lage als ruhig, die Revolutionäre slndHer- ren der Situation. Dort wohnende bri­tische Untertanen, so heißt es in der Meldung weiter, sind durch die Anwesenheit des britischen KreuzersLondon" beruhigt. Andererseits ver­lassen Besucher, die das Schauspiel einer Re­volution nicht in ihr Erholungsprogramm aus­genommen hatten, die Insel. Ein Teil der por­tugiesischen Bevölkerung, die erneut Zwischen­fälle befürchtet, wenn die portugiesische Flotte eintrifft, verläßt Funchal. um rn den Bergen Schutz zu suchen. Die Angehörigen anderer Rationen erwarten das Ein­treffen von Kriegsschiffen ihres Landes. Der andere Passagier berichtet, er sei gestern gelandet und habe eine Fahrt um die Insel gemacht, ohne dabei in irgendeiner Weise belästigt worden zu sein. Allerdings sei das mi­litärisch« Clement vorherrschend. Das Geschafts- leben scheine sich normalerweise abzuspielen. Rur wenige Läden sind geschlossen.

Starke Garung auch in Portugal.

M a d r i d, 10. Apr'l. (TU.) Im Zusammenhang mit der Aufstandsbewegung gegen die portugie­sische Regierung in Madeira und auf den Azoren wird aus Lissabon gemeldet, daß diese Umsturz­versuche anscheinend von Portugal aus un­ter st ü tz t worden sind. Die portugiesische Re­gierung hat in Lissabon und anderen Teilen des Landes zahlreiche Offiziere, mehrere ehemalige Minister und bekannte Politiker v e r - haftet. Ferner ist außer der Armee und der Marine die republikanische Garde mo­bilisiert worden, um jeden Aufstandsversuch im Keime zu ersticken. Lieber die Lage auf Ma­deira wird hier dasgröß te Stillschwei­ge n beobachtet. Ein Expeditionskorps ist mit Artillerie und Wasserflugzeugen nach der Insel abgegangen. Es wird strenge Zensur geübt. Die Truppen in den Forts von Lissabon befinden sich in Alarmbereitschaft, dir Regierungsgcbäude werden scharf bewacht.

Zahlreiche Patrouillen in voller Ausrüstung mit Stahlhelm durchziehen abends die Straßen Lissabons. Das Rathaus, das Telegraphenamt und andere öffentliche Gebäude haben starke Wachen erhalten.Paris Rouvelles" lassen sich aus Lissabon melden, daß trotz der optimistischen Erklärungen der Regierung dieLageinPor- tugal mehr als ernst sei. Die Regierung berate in Permanenz in der Kaserne des 3. Ar­tillerieregiments und habe die Verkündung des Kriegsrechtes in Lissabon ins Auge gefaßt. Rach unbestätigten Meldungen aus Lissa­bon hat sich die revolutionäre Bewegung auch auf die Azoren ausgedehnt. Die Garni­sonen von Ponta, Belcada und Angra sollen sich den Aufständischen angeschlvfsen haben.

Berlin. 10. April. (Täl.) Wegen eines Ar­tikels des Bundeskanzlers des Stahlhelms. Außenpolitik und Preußen-Volksbegehren" in der Osternummer des Stahlhelms vom 5. April hatderDerlinerPvlizeipräsidentdas Dundesorgan des Stahlhelms auf Grund der Rotverorkmung für drei Monate verbo­ten .Das Verbot besagt wörtlich:

Auf Grund der Paragraphen 5, Ziffer 1 und 13 des Gesetzes zum Schuhe der Republik vom 25. März 1930 sowie der Paragraphen 1, 3iff.2 und 12 der Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März 1931. verbi ete ich die in Berlin er­scheinende periodisch« DruckschriftDerStahl- Helm" mit sofortiger Wirkung bis zum 9. Iuli 1931 einschließlich. Das Verbot umfaßt auch die in demselben Verlag erscheinen­den Kopfblätter der Zeitung sowie jede angeblich neue Druckschrift, die sich sachlich als die alte darstellt oder als ihr Ersatz anzusehen ist. Ge­gen das Verbot ist binnen zwei Wochen vom Tage der Zustellung ab die Beschwerde zulässig. Sie hat keine aufschiebende Wirkung. Die Beschwerde ist bei mir einzureichen.

In der Begründung des Verbots, das sich <suf die Beanstandung einer Reihe von Steilen in dem Ostevcortikel des Bundeskanzlers, Mcvjor a. D. Wagner,Außenpolitik und Preußen-Volksbegehren" stützt, heißt es am Schluß:Die Ausführungen stellen in ihrem In­halt und in ihrer Form «ine besonders verletzende rohe Aeuherung der Mißachtung dar. Der be­schimpfende Inhalt ist darin tzu erblicken, daß der preußischen Regierung eine äußerst schimpf licheHandlung sw eise vorgewvrfen wird. Cs wird von ihr be­hauptet, 'sie sei völlig ungeeignet zur Abwehr der polnischen Gefahr, sie habe d i e Sabotage des Ruhrkampfes auf dem Gewissen, sie werde stets ein Verbündeter Frankreichs und damit Polens sein, und werd« stets suchen, aus ihrem Haß gegen jede stolze Regung dcr Ration heraus Volk und Reich zu entmachten. Der preußischen Regierung wird weiter vorgeworfen, daß sie außenpolitisch die Reichsregierung bremse und anstatt stützend aufweichend auf sie wirke, und daß dadurch das Ausland bei seinen Verhandlungen mit der Reichsregierung in Genf hoffen könne, die preu­ßische Regierung werde dem Reich in den Rücken fallen. Cs ist weiter die Rede von dem Haß der preußischen Staatsregierung gegen das Preußentum, von dem Bestreben der preu­ßischen Regierung, dem Willen des feindlichen Auslandes, sich in die deutschen und österreichi­schen Angelegenheiten einzumischen, eher Vor­schub zu leisten als sich ihm zu widersetzen.

Die oben angeführten Gesetzesbestimmungen sind somit erfüllt. Für die Dauer des Verbots war die Tatsache maßgebend, daß der Artikel nicht etwa, nur eine einzelne beschimpfende Aeu-- ßerung enthält, die als einmalige gelegentliche Cntgleisung aufgefatzt Zocrden könnte, sondern eine Kette planmäßiger gehässiger und in politischer Hinsicht denkbar schwerwiegender Vorwürfe, erhoben gegen die Regierung eines deutschen Freistaates.

gez. Grzesinski."

Oer Stahlhelm legt Beschwerde ein.

Paris. 11. April. (WTB. Funkspruch.) Republikanische Föderation, deren Vor­sitzender der Abgeordnete Louis Marin ist, läßt in Paris einen Aufruf anschlagen, dernachscharf e n Angriffen auf diepersönliche Polt- t i r desAußenministersBriandzu einer erstenProtestversammlung gegen den Anschluß' am Montag, 13. April, im Wagramsaal einladt. Die Phrasen, mit denen der Aufruf operiert, lauten u. a.: Deutschland ist stärker denn je. Der Anschluß, d. h. die Vereinigung Oesterreichs mit Deutschland, ist im Begriff, Wirklichkeit zu werden. Sollen wir diese Politik 'fortsetzen die unter dem Vorwand des frie­dens um jeden Preis ganz sicher zum Kriege fuhrt?"

§§ 9 und 13 des Gesetzes zum Schutze der Republik Beschwerde ein.

Die Beschwerde wird wie folgt begründet: Eine Beschimpfung der Staatsform ist in keiner Weise erkenntlich, auch nicht beabsich­tigt. ebenso wenig eine Beschimpfung der Reichs­oder einer Landesregierung oder eines einzelnen Mitgliedes derselben. Die Ausführungen des Artikels besagen vielmehr in durchaus sachlichem und ruhigem Tone nur, daß die unter sozial­demokratischem Einfluß stehende preußische Regie­rung infolge ihrer aus der Jnternationali- tät des sozialdemokratischen Partei­programms sich ergebenden Einstellung und dcr von ihr betriebenen bzw. beeinflußten Westpoli - tik nicht geeignet und in der Lage ist, die nach Ansicht des Beschwerdeführers maßgeben­den Interessen Preußen-Deutschlands hinreichend wahrzunehmen. Begründung im einzelnen bleibt vorbehalten.

Sollte der Beschwerde nicht abgeholfen werden, so wird gebeten, sie sofort im Instanzenwege wei­terzuleiten, damit im Hinblick auf das zur Zeit laufende Volksbegehren die Aufhe­bung des Verbots durch eine der höheres Behörden, evtl, des IV. Strafsenats des Reichs­gerichts, so schnell als möglich und jedenfalls noch vor Ablauf der Eintragungsfrist bzw. vor dem planmäßigen Erscheinen der nächsten Nummer des Stahlhelm" ausgesprochen werden kann.

Gez.: Franz Seldte,

1. Bundesführer des Stahlhelm, B. d. F.

Ein Gewaltakt gegen unbequeme Gegner."

Scharfe Kritik an dem Verbot.

Berlin, 11.April. (TU.) In dem Verbot der Stahlhelm-Zeitung durch die preußische Regierung nimmt dieDeutsche Allgemeine Zei­tung" in scharfer Weise Stellung. Das Blatt schreibt u. a.: Das Verbot der Stahlhelmzeitung sei nicht mit den zahllosen Zeitungsverboten gleichzu- setzen, die in kritischen Situationen von den ver­schiedensten Regierungen, erlassen worden seien, um eine akute Gefahr abzuwehren. Möchten die Ent­gleisungen noch so peinlich sein, so rechtfertig­ten sie dennoch nicht ein Verbot für ein volles Dierteliahr, obendrein unter den gegenwärtigen besonderen Verhältnissen. Das müsse dem nur allzu begründeten Verdacht Vorschub leisten, daß hier ein willkommener Anlaß benutzt werde, um dem Volksbegehren Abbruch zu tun und vor allem die gesamte Agitation der Dolksbegehrensfront dauernd unter Drohung und Druck zu setzen. Die preußische Regierung habe es stets verstanden, sich in vielleicht zweifelhaften Fragen schließlich doch noch ins U n r e ch t z u bringen. Das gelte auch für das Verbot der Stahlhelmzeitschrift, das sich nicht als verständliche Notwehr, sondern in feiner letzigen Gestalt als ein neuer Gewaltakt gegen unbequeme Gegner enthülle. DieN a tionalliderale Korrespondenz" sagt, das Verbot auf drei Monate sei zweifellos von drakonischer Schärfe. Es sei dringend zu hoffen, daß die Staatsregierung eine Milderung eintreten lasse.

Günstiger Verlauf der deutsch- rumänischen Wirtschastöverhandlungen

gehabt, eine Zollunion cmzuregen. Das abge­lagerte Ueberbleibsel der alten Habsburger Monarchie sollte an der kommerziellen Wieder­belebung des besiegten, aber enischiossenenDeutsch- land teilnehmen. Briand sagtenein". Die Zen­tralmächte legten dar, daß man ihnen, um Die Zahlung von Reparationen zu ermöglich^i, alle Möglichkeiten bieten müsse, um ihre Handelsbe­ziehungen zu stärken. Briand sagtenein". Es tourde angeregt, daß die Vorkämpfer der 3ou- Union nach London kommen sollten, um die Sache mit dem britischen Premierminister zu besprechen. Macdonald sagteja", Briand sagte nein". Die offizielle Meinung Englands ist, daß die Zentralmächte nicht nur in ihrem Recht sind, sondern daheskeinegroßeren Schranken gegen das liebergreifen de« Bolschewismus gibt, als ein starkes zentraleuropäisches Wirtschaft s g « - bilde. Frankreich knallt mit der Peitsche Aber wie lange noch müssen wir alle zu Kreuze kriechen?

pariser Protestkundgebung gegen den Anschluß.

Neberflüffige Nervosität bei der sranzöjijchcn Rechten.

erst wenig verändert. r

Aussichten für Montag: Milder, sonst wenig Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 10. April: mittags 13,5 Grad Celsius, abends 8,2 Grad: am 11. April: morgens 6 Grad. Maximum 14,1 Grad, Minimum 4,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. April: abends 9,3 Grad: am 11. April: morgens 7,9 Grad Celsius. Niederschläge 0,1 mm. Sonnenschein­dauer 5% Stunden.

nehmen. Ihm zu Ehren find von der griechischen Kirche besonders feierliche Vorbereitungen getroffen worden. Die griechisch-orthodoxe Kirche hatte sogar die Absicht, dem Erzbischof anzubieten, am Oster- morgen nach den vier üblichen Messen nach dem griechischen, an ionischen, koptischen und lateinischen Ritus eine fünfte Messe nach dem angli­kanischen Ritus zu zelebrieren: doch hält man es für sehr unwahrscheinlich, daß Dr. Lang von die­ser Einladung Gebrauch machen wird. Er wird sich voraussichtlich während der formalen kirchlichen Handlungen durchaus im Hintergründe halten. Die Londoner Presse berichtet ausführlich über die be­sonders freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Kirchen und meldet ernste Besorgnisse, die man Im Vatikan dem Besuch des Erzbischofs von Canterbury in Palästina entgegenbringt.

London, 10. Avril. (TU.) In wohlunterrichte­ten kirchlichen Kreisen in London wird damit ar rechnet, daß der Erzbischof von Canterbury, 1); Lang, der augenblicklich an Bord der Jacht des amerikanischen Millionärs Pierpont Morgan im Mittelmeer weilt, am Sonntag in Jerusalem eintreffen wird. Diesem Ereignis kommt sowohl in historischer als auch hinsichtlich der Beziehun­gen der christlichen Kirchen unterein­ander besondere Bedeutung zu, da es nicht nur das, erstemal ist, daß der Primas der angli­kanischen Kirche während feiner Amtszeit in Palästina weilt, sondern auch, da sein Besuch als ein sicheres Anzeichen der Annäherung zwi­schen der anglikanischen und der grie­chisch-orthodoxen Kirche angesehen wird. Nach seinem mehrtägigen Besuch in Athen, wo Dr. Lang mit dem Patriarchen eingehende Bespre­chungen hatte, wird er zweifellos am Sonntag a n den griechisch-orthodoxen Osterfeier­lich k e i t e n in der Grabeskirche in Jerusalem teil-

regelmäßia und pünktlich den Schu- lenzuzuführen. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 150 Mark oder Hast bis zu 14 Tagen geahndet. Die Polizeibehörden sind angewiesen, jeder Störung des Schulbesuches der Kinder mit allem Rachdruck entgegenzutreten."

Aus aller Wett.

Graf Zeppelin" in Aegypten.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" tourde am Frei­tag um 13.45 Uhr örtlicher Zeit (12.20 Uhr Mitteleuropäischer Zeit) über Alexandria gesichtet. Cs zog eine Schleife über der Stadt und nahm sodann Kurs auf Abukir. DerGraf Zeppelin" überflog bereits um 16.20 Uhr ört­licher Zeit, also 13 Stunden vor der pro- grarnmäßigen Zeit Kairo und fragte durch Funkspruch an, ob er landen könne. Es muhte dem Luftschiff geantwortet werden, daß die Vorbereitungen zur Landung noch nicht beendet seien. DerGraf Zeppelin" wird die Zwischenzeit zu einer Fahrt n ach Ober - Ägypten benutzen und Samstagsrüh um 5.30 Uhr nach Kairo zurückkehren. Dr. Eckener wird, wie verlautet, nicht an der Palästinafahrt desGraf Zeppelin" teilnehmen, sondern bis zur Rückkunft des Luftschiffes in Kairo bleiben. Rach der Rückkehr desGraf Zeppelin" wird der Verkehrsminister zu Ehren Dr. Eckeners und der Besatzung ein Essen geben, an dem der Pre­mierminister sowie sämtliche QKitglieZgc des Ka­binetts und des Diplomatischen Korps-teilnehmen werden.

25 Iahre staatliche Ralurschuhslelle In Preußen.

Aus Anlaß des 25jährigen D.stehens der staatlichen Stelle für Raturdenk­malspflege fand in Berlin eine Feier statt, der auch Raturschuhfreunde aus dem Reich und dem Auslande beiwohnten. Im Rainen des preu­ßischen Ministerpräsidenten übermittelte Staats­sekretär Weismann den Dank der preußischen Slaatsvegierung, der all denen gelte, die helfend mitgewirkt haben, die Raturdenkmalspflege zu fördern, den unmittelbaren Mitarbeitern in der staatlichen Stelle und den treuen Pionieren deS Außendienstes, den Kommissaren der Ratur­denkmalspflege in den Provinzen, Bezirken und Kreisen. Die Staatsregierung wisse, welch man­nigfachen Anteil an den Erfolgen der Arbeit der staatlichen Stelle, gerade der Tätigkeit der Kom­missare zu danken sei, die ausnahmslos e h r e n a m t l i ch'und nicht selten unter schweren persönlichen Opfern geleistet werde. Es sei auf dem Gebiete der Raturdenkmalspflege grund-

Braunschweig, 10. April. (WTB.) Die kürzlich erfolgte Entlassung von 2 6 dissi - bentifchen Lehrern hat denWelt­lichen Clternbund" zu einem Protest, ver­anlaßt, der in einem Schulstreik an den weltlichen Schulen feinen Ausdruck finden soll. Der Streik hat heute in Braunschweig, Wolsen- büttel und Schöningen begonnen. 3n Wolfen- büttel sind von 282 Kindern nur 18 zum Unter­richt erschienen. 3n Schöningen muhte der Schul­unterricht völlig ausfallen, weil keine Kinder zum Unterricht gekommen waren. Von den etwa 3000 Kindern in Braunschweig, die die welt­lichen Schulen besuchen, sind über 75 Prozent mcht zum Unterricht erschienen. Die Abgeordneten des Weltlichen Elternbundes, die den Streik eingeleitet haben, erschienen mittags im Ministerium, um Verhandlungen zu führen. Sie wurden aber ab» gewiesen unb jede Verhandlung mit ihnen abgelehnt. _

An sämtliche Lehrer und Schulvorstände der Gemeindeschulen ist folgende Verfügung des Volksbildungsministeriums ergangen:

Oluf Grund des GemeindeschulgeseheS wird für die sämtlichen Schulen des Freistaates Braun­schweig ausdrücklich bestimmt, dah jede Teil­nahme der Schulpflichtigen an einem Schulstreikverboten ist. Zuwiderhandlun­gen sind nach Paragraph 16 des genannten Ge­setzes zu ahnden. Die Vorsitzenden der Schulver- bände werden hiermit angewiesen, in jedem Falle der Zuwiderhandlung Strafantrag zu stel­len, insbesondere auch gegen jeden, der ein schul­pflichtiges Kind zur Schulversäumnis verleitet.

Auherdem ist folgende Bekanntmachung des Ministers Franzen erschienen:Rach mir zu­gegangenen Meldungen haben Vertreter des Welt­lichen Elternbundes im Staat Braunschweig be­schlossen, zum Schul st reit aufzufordern. 3ch warne alle Beteiligten, dieser Aufforderung zu entsprechen und verweise auf die gesetz­liche Verpflichtung der Erziehungs­berechtigten, ihre schulpflichtigen Kinder i und pünktlich den Schu»

legende Erkenntnis, daß übet allem gewih not­wendigen und unentbehrlichen Rüstzeug der or­ganisatorischen und sichernden Maßnahmen dieser Dienst an der Allgemeinheit stehen müsse. Ra- turschutz könne sich nur dann segensreich entfalten, wenn er unter tätiger Mitwirkung derBevolkerung, nicht gegen sie ausgebaut werde. Darauf sprach der gegenwärtige Direktor der staatlichen Sell«, Dr. Schoenichen, der öie Entwicklung und den gegenwärtigen Stand der deutschen Raturdenkmalspflege aufzeigte. Der Raturschuh diene der Forschung, Volksbildung und Kunst, und durch Schaffung und Er­haltung eines reinen Landschafts.- Hildes auch dem Heimatschuh und der Heimat­kunde. Raturschutz sei Dienst an der Wissenschaft, Dienst am Volke und Dienst an der Menschheit.

Die Gestrengen von Ellis Island.

Der englischen Staatsangehörigen Frau Peggy Burton, die sich auf einer Erholungsreise be­fand, ist die Einreise in die Vereinig­ten Staaten untersagt worden. Die Be­hörden hatten sie fürmoralisch Derber- ben" erklärt, weil sich beim üblichen Verhör durch die Cinwanderungsbeamten herausgestellt hatte, daß sie 1920 a l s s ch u l d i g g e s ch reden wurde. Rach zweitägiger Internierung auf Ellis Island wurde sie auf derBremen" abge­schoben.

Neuer Lebensoerficherungsschwindel.

Der Bürgermeister der Gemeinde Hermsdorf (Sachsen) ist wegen Verdachts der Anstiftung zum Morde und wegen größerer Unter s ch l a- g u n g e n verhaftet und dem Amtsgericht Hohen­stein zugeführt worden. Bürgermeister Werner soll seinen früheren Knecht zum Mord an dem früheren Sandgrubenbesitzer Schmidt in Pleißa angestiftet haben, um in den Besitz der Schmidtschen L e b e n v e r s i ch e r u n g s p o - lice in Höhe von etwa 30 000 Mark zu gelangen, die Werner in Verwahrung hatte. Er soll dem Knecht zu diesem Zweck einen ©ummifnüp- pel und einen Revolver übergeben haben. Inzwischen hat eine Prüfung der Gemeinde- kaffe Unterschlagungen ergeben, bte tn Die Zehntausende gehen Dürften. Eine genaue Summe konnte noch nicht festgestellt werden, Da Die Ver­untreuungen etwa sechs Jahre zurückreichen. Bereits vor einem Jahre wurde gegen Werner auf Grund verschiedener Unregelmäßigkeiten in Der Gememde- vcrwaltung ein Disziplinarverfahren mit Dem Ziel Der Dienstentlassung eingeleitet. Das Ge- richt erkannte Damals in Diesem Sinne, Doch wurde Das Urteil später in eine OelDftrafe um? gemanDelt.

Schwerer Unglücksfall bei Abbruchsarbeilen.

Bei Abbruchsarbeiten am Rollig-Berg in Lorch am Rhein ereignete sich ein schwerer lln- glückssall. Von der steilen Berghöhe stürzte plötz­lich ein Stein im Gewicht von mehreren Zent­nern auf ein Wohnhaus. Er durchschlug die Wand und fiel in die Küche, wo eine Ehe­frau mit Sohn und Tochter gerade beim Mittags­tisch saßen. Große Mauerteile wurden mit in die Küche gerissen. Während die Frau schwer verletzt wurde, tarnen Tochter und Sohn nut leichteren Verletzungen davon. Die Küchenein^ch- tung wurde völlig zertrümmert. Das ©ebäube sollte schon vor einiger Zeit wegen Der Gefährlichkeit der Abbruchsarbeiten geräumt werden.

Wettervoraussage.

Im Laufe Des gestrigen Tages hat Die Kaltluft an Der Rückseite Der Störung auch unseren Bezirk erreicht und nach Der raschen Erwärmung mieDer Temperaturrückgang gebracht. Durch Den gleichzeitig ftattfinDenDen Barometeranstieg hat sich Der hohe Druck über ben britischen Inseln ostwärts nach DeutschlanD ausgebreitet. Vorerst verbleiben wir in seinem Bereich, so Daß trockenes Wetter herrscht, je- doch kommt es zu verbreiteter Dunst- und Wolken- bilDung, Die gelegentlich Durch Aufheiterung unter- i brachen wird.

. Aussichten für Sonntag : Dunstig unD be- . wölkt, auch aufheiternd, trocken, Temperaturen vor-

Berlin, 11.April. (CNB.) Die deutsch-rumäni­schen Verhandlungen sind nach einer Osterpause in Wien wieder ausgenommen worden. In unterrichteten Kreisen wird Damit gerechnet, Daß sie anfangs M a i zum Abschluß kommen. Das Abkommen werDe auf Der Gewährung

Berlin, 10.April. (TU.) Wie Das BunDes- amt Des Stahlhelm mitteilt, ist unter Dem 10. April Das folgende Schreiben an Den Polizei- präfiDenten von Berlin gerichtet worden:

Gegen Das von Ihnen unter Tgb. Nr. 765 I A 6.31 Ang. 1 vom 9. April 31 ausgesprochene Ver­bot ber ZeitungDer Stahlhelm" lege ich hierDurch gemäß §13 Absatz 2 ber Verordnung Des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März 1931 und gemäß