Ausgabe 
11.4.1931
 
Einzelbild herunterladen

Bett.

? .fi

°uht juT01 unb

16 A *®taf rn?0*btt th*rt' vöito J5bro- a#3S 'S «ThS ft® a«-L '^ !°ndern öi-^ ihfilÄfi Stt

?WWt h Uteak- »Är u.c ^oiutbenf, ^äT statt A drm Ltich 7J Damen der

»an! der preußische ÄÄbie beifenb Ä^?^lleg« ju Wiiarbeitern in der reuen Pionieren de- nMrn der Aatuv v'nzen. Delirien und W >°i!!e. wrich man- lvigen der Äideii der » Tätigkeit der Äom-

^e auSnahmslv» Men unter schweren et werde. Er sei aus denKnaWeg« grunä- lber allein gewih not- chen Lüstzeug der ot« den Maßnahmen dieser leit stehen müsse. Ha« n segensreich entfalten, ger Mitwirkung cht gegen sie auä^aut gegenwärtige Direktor . Schoentchcn. der die mtvär'igen Stand Ser siege aufzeigte. Der rrschung, DdÜsdiidung chaffung und St« nen Landschaft-«.

tschuh und der Heimat« nst an der Diffenfchaft, inst an der Menschheit.

in Silis 3elanb.

ngehorigen Frau Peggy iner Erholungsreise be« ? in die bereinig' ^gt worden. Die De« loralifd) oerdor« beim üblichen 'Lr-Sc ibeamkn.

chuidiggrschirden Internierung aus Ems fer .Bremen" abge-

ichemngrfchnnndel. gemeinde -ermsdort mchts der Ansttftung , größerer Unter | d> la' dem Amtsgericht WJ lürflertneifler Werner soll 'e!t SM M °n dem her Schmidt m W i" M »'M >nverficherunsrpo-

Sen ®ummitnuP« -Arfts teilt werden, L ts *e*;5 ÄiHn der Temeinde- »»flt«e 1J ft! S' d°ch°"^

16d '«

n am *!p[x_.r-r lln* lcn BcrgM n ° o^«

6C,au

I-«MquÄ""S, SZE-! 5; i'

4 . wiiset, I"*

sllkont^' 5@ral G-V'Z mitiaS» ^rge"' i ioJp ii Aprü .^Srüd irah: ib. 8

1 Grad, am 1 q Kral

.01

gpu-

Aus der provinzialbauptstadt

Sichen, den 11. April 1931.

Oie blauen Wölkchen.

Wir können die Menschen sehr leicht in zwei Gruppen imtctbringcn: einmal in solche, di« ein Auto besitzen und in solche, die feinet haben, ober in solche, die gern Kirschwasser trinken und in solche, die diese- nicht mögen. Unsere Reichs­bahn teilt ander- ein: Raucher, oder Richt- rauchcr. Und wer einen Zug aufmerksam mustert, wird finden, dah für die Raucher meisten- einige Abteile mehr vorhanden sind, al- für dieRicht­rauch cr".

Scheinbar gibt e- also besonder- bei den männlichen örDcnbürgetn mehr Raucher alS Richtraucher. Vielleicht kann ja bei einer der nächsten Volkszählungen auch eine Rubrik gc- scha.fen werden, in der das festgestellt wird. Warum auch nicht? Die Statistik will doch sonst so vielerlei von un- wissen.

Mit andern Zahlen kann man schon aufwarten. Es ist festgestellt worden, wieviel Milliarden Zigaretten und Zigarren und wieviel Zentner Rauchtabak jährlich in Deutschland geraucht wer­den. Auch übet die Summe, die dafür auögegebcn wird, sind wir im klaren. Die Gegner de- Ta­bak- halten sie un- ja vielfach vor. Sie können eS einfach nicht verstehen, dah man Geld für eine solche Leidenschaft, wie sie eS nennen, verschwen­det Wir Raucher lächeln ba- aber nur nach­sichtig. Wir wissen, was wir an dem braunen Kraute haben. Auch unsere Frauen wissen e-. Die Ehemänner, bie sich nach bem Essen ihre Zigarre ober ihr Pfeifchen anzünden, sind die gemütlichsten. Sie denken schon nicht mehr an da- Essen, da- vielleicht nicht so gut geraten war, sondern schenken nun ihre Liebe den blauen Wöllchcn. Dc-Halb sollen sich die Gattinnen freuen, wenn ihre Männer rauchen.

3m allgemeinen haben die Tabaksgegner keine Ahnung, welche Wohltat da- Rauchen für viele Menschen bedeutet. Wer im Kriege war, weih, dah oft mehr nach Tabak gefragt wurde, als nach dem Essen. Unb wenn man einmal einen Raucher beobachtet, mit welcher liebevollen Vor­sicht er seine Zigarrentasche öffnet, ben braunen Stengel, von bösen Menschen Giftnudel genannt, herausnimmt, ihn von allen Seiten betrachtet, dann da- Messer zückt, um die Spitze abzuschnci- den, hierauf von der verkehrten Seite fest hin­durchbläst, damit der Staub herauSfliegt und um zu sehen, ob sie Luft hat, der must doch zugeben, daß es sich hier um etwa- sehr Ernstes handelt. Dieser Eindruck wird noch gesteigert, wenn der Raucher da- Streichholz aufflammen lästt unb mit genießerischer Freuoe die ersten Züge, bie besten, tut. Mit welcher Andacht wird an der Zigarre gezogen, wie langsam wird der Rauch mit gespitztem Mund« in die Lust be­fördert, und da erscheinen auf einmal blaue Ringel Träumerisch blickt ihnen der Raucher nach. Wie sie schweben, höher und tiefer steigen, sich langsam in der Form verändern, dann breit auseinandergezogen in der Lust verschwinden!

Was wäre ein Mittagessen ohne die daraus folgend« Zigarre? Richts! Ernste Männer haben das wenigsten- behauptet, und ich geb« ihnen recht. 3m Zigarrenrauch erstehen noch einmal alle Freuden de- Mahls vor unserem geistigen Auge. Sie nehmen nur eine fantasievolle, beweg­liche Form an, und auf- und abziehend segeln sie durch die Lüfte.

Und sitzest du mit deinem Freund« gemeinsam an einem Tisch, oder leitest du Verhandlungen mit einem Feind« ein, rn beiden Fällen hilft un- die Zigarre. Sie lenkt ab, versöhnt und ist so ost der eigentliche Qkrmütlet. Ganz« Vände konnte man schreiben von der Zauberwirkung, die von einem bißchen Tabak zu gegebener Zeit ausgehen kann.

Das Kraut, das die blauen Wölkchen erstehen läßt, verbreitet Freude und Genuß, hilft über schwere Stunden hinweg und färbt nur manchmal, -um Aerger der Gattin, die Vorhänge unseres Wohnzimmers braun. Qlbcr in einem Hause, in dem es nach Vlumen und Tabaksrauch riecht, ist gut sein.

Wo man raucht, da kannst du ruhig harren, Dose Menschen haben nie Zigarren!

Auch im 3ahre 1931, wenn da- Rauchen auch etwas teurer geworden ist. Wr.

Gegen Lleberbelaftung der Kraftwagen Schärfste Ueberroadjung de» Oastkraswagenoerkehr» in Sicht.

Vom Krei - amt Dießen wird un- ge­schrieben:

.Durch die Ueberlastung von Last- kraftsahrxeugen werden die mit hohen Kosten hergestellten Landstraßen unverhältnis- mähig stark beansprucht und beschädigt. Die zu­lässigen Höchstgewichte für zweiachsige Lastkraft­wagen betragen 10.8 Tonnen, für zweiachsige Kippwagen mit Kippvorrichtung, die nicht durch Menschenkrast betrieben werden, 11,8 Tonnen, für dreiachsige Kraftwagen 16 Tonnen. Zwei- achfige Anhänger dürfen höchstens 10 Tonnen, unb wenn sie nicht luftbereift sind, nur 7,5 ^onnen Gesamtgewicht haben. Reben der Schädigung der Straßen ist auch die Schädigung der Häuser und die erheb- llch« Storung der Bewohner von Häusern an DurchgangSstraßen eine Folge der Uebcrschrci- tung der Gewichts- und Deschwindigfeitsvorschris- ten für den Lastkraftwagenverkehr. Die Halter und Führer von Lastkraftwagen haben daher bei Richtbeachtung der gesetzlichen Vorschriften fol­gende Maßnahmen zu gewärtigen: Rach § 35a der Kraftfahr§eugvcrordnuny kann der kontrol- lierenbe Polizeibeamte bei Feststellung der Ucberlabung eine dem Uebergewicht entspre­chende Entladung fordern, für die der Halter die Kosten trägt Ferner kann die Bestrafung des HalterS und des Führer- erfolgen, und end­lich werden Ausnahmebewilligungen hinsichtlich der Bereifung von Lastkraftwagen s o - fort widerrufen, wenn eine Ueberschreitung des zulässigen Höchstgewichts festgestellt wird. Di« Besitzer von Lastkraftwagen werden in ihrem eigenen 3ntcreffe darauf aufmerksam gemacht daß mit einer verschärften Ueberw ach ung deS Lastkraftwagenverkehrs zu rechnen ift

Zurück aus der Fremdenlegion....

Wilhelm Henß. der Sohn eine- Landwirt- au- Großen-Duseck, ist in die Heimat zurückge^ kehrt. Seit etwa 8 Tagen weilt er in seinem Hei­matdorfs. dessen Bewohner ihm einen freundlichen Empfang bereiteten. Für Großen-Duseck war bie Rückkehr des Derlorengegiaubten ein Ereignis. 8r ift schnell wieder heimisch geworden. Roch ist er etwas verschlossen, er erzählt nicht allzuviel und nicht jedermann, denn auch die Erinnerung ist für ihn hart. Obwohl er sieben lange 3ahre in der Fremdenlegion fcstgehallen war. hat er seine deutsche Sprache und auch seinen hessischen Dialekt nicht verlernt. Zwar ist ihm seine Hei­matsprache noch nicht wieder ganz geläufig, man­che- deutsche Wor^ist ihm entfallen, er ersetzt es durch ein sranzMsches, wenn auch mehr aus Gewohnheit, als aus Mangel.

Wie er zur Fremdenlegion kam?

Er hat in Gießen eine höhere Schule besucht, hat al- Kaufmann gelernt und bekleidet« in Frank­furt eine entsprechend« Stellung. Er war ein frischer, lebenslustiger Bursche. 3n Frankfurt sand er einen .Freund", der mit ihm in di« Frem­denlegion gehen wollte. 3n einer tollen Rächt un ter schrieb Wilhelm Henß, der bis dahin die Fremdenlegion nur vom Hörensagen kannte und kaum eine Vorstellung von ihrem wahren Wesen hatte, jenen berüchtigten Schein. Der andere Tag sah ihn bereits in GrieSheim (im 3ahre 1924 noch besetztes Gebiet) in einem Barackenlager zu­sammen mit 20 anderen zukünftigen Fremdenle­gionären. Der .Freund" aber war verschwunden. Metz, Marseilles. Oran (Rordasrika), das waren d>« nächsten Stationen; das Ziel:

Siddi del Abbes, das das Ende jeder Freiheit und den Anfang einer beispiellosen Fron, den Anfang einer Reihe von unsagbaren Demüti­gungen, be» Leide», der Schmach und der

Schmerjen bedeutete.

DaS Handgeld, das ihm ausbezahlt wurde, be­trug 500 Frank, die schnell im Winde verflogen, der Sold 4 Pfennige pro Tag.

Es ist schwer, aus der Fülle der erschüt­ternden Erlebnisse deS ehemaligen Fremden­legionärs, der sich nach und nach dem Besucher ausgeschlossener zeigt, das wesentlichste herauS- zugrcifen. Es sind Ungeheuerlichkeiten, denen man mit Unglaube gdgenüberstehen würde, wollte man sie lediglich aus Büchern kennenlernen und nicht aus dem Munde eines Mannes, der sie am eigenen Leibe erlebte, entgcgennehmen.

Di« Ausbildungszeit in Sidi-bel-Abbes dauert 6 Monate, so erzählt cr; ist sie zu Ende, bann ist mancher Legionär auch am Ende seiner Kräfte. Das Leben des einzelnen gilt nichts. Rach der Ausbildung fetzt der Arbeitsdienst em. Dom Mor­gen bis zum Abend heißt es unter der Aufsicht unerbittlicher, grausamer Offiziere arbeiten, ar­beiten unter allen Umftänben. Bei infernalischer Hitze, bei mangelhafter Ernährung, bei rohester Behandlung gehen viele schon im ersten 3ahre ihrer Dienstzeit zugrunde.

Dem Abenteurer schwindet angesichts dessen der letzte Rest einer Illusion.

DaS 3ahr des Zremdenlcgionärs hat 365 Ar­beitstage, cs gibt keinen Sonntag, keinen Feier­tag Gottesdienst? Riemais! Der Tag gehört der Arbeit, solange die Sonne scheint, des Rachts steht der Soldat noch 4 Stunden Wache. Lieber- flüssig au sagen, daß bie wenigen Stunden, bie bem Schlaf gehören sollten, vom Ungeziefer zur Holle gemacht werden. Diele Legionäre halten den Lauf der Flinte unter das Kinn und machen dem Leid ein Ende. Die Fliehenden fallen ben Arabern unb ihren Messern zum Opfer und wer­den furchtbar verstümmelt. Die Araberfraucn tun sich dabei besonders hervor, quälen ihre Op­fer, treiben sie zum Wahnsinn, bereiten ihnen ein schreckliches Ende. Der Araber, der einen Ent­flohenen lebendig zur Gamifon zurückschleift, er­hält 50 Frank Belohnung, der Deserteur gelangt vor das Kriegsgericht, bas ihn zu 10 unb mehr 3ahren Zwangsarbeit verurteilt. Die Zwangs­arbeit bedeutet den Tod.

Wenn in irgendeinem Winkel deS französi­schen Kolonialgebietes einer der ewig aufstän­dischen Derberstämme revoltiert, dann gilt das für ben Legionär enblofe Märsche. 400 unb mehr

Kilometer in täglichen Strecken von über 50 Kilo­metern müssen zurückgelegt werben. Sie Hitze tötet viele, wer zuruckolcibt. ist unrettbar ver­loren. 3m Gefecht vor dem Feind muß der Le­gionär siegen oder sterben. Ein Datalllvnsführer. der noch beute in der Fremdenlegion Dienst tut, ließ einmal, so erzählt Wi.helm Henß. «ine Kom­panie, die vor dem Feinde zurückwich, an treten, zählte ab unb schoß jeden zehnten Mann nieder.

Wilhelm henß nahm in den Jahren 1925 1926 am Kriege gegen die Rifkadylen teil

Diele Legionäre liehen im Kamps gegen Abd-el- Krim ihr Leben. Riemand dankte es ihnen. Der Fremdenlegionär ist der mißachtetste Mensch in Rordasrika. Menschenwürde und Gerechtigkeit sind, bem Fremdenlegionär gegen­über, völlig unbekannte "Begriffe.

Der Erzähler wei.te lange Zeit in Marokko unb erlebte dort bie grausamsten Strapazen. End­lose Märsche, finniofc Quälerei unb "Beanspru­chung der Mannschaften, harter Dienst auf den vorgeschobenen Forts, auf den äußersten Posten in der trostlosen Sahara unter der ständigen Gefahr der Ermordung durch b.2 ste.s feindseligen Qlraocr füllte die Tage. Das aJ.cS drängte viel« Soldaten der ruhmvv.iengrandc nation" an den Abgrund Rachbem Wilhelm Henß lange Zeit in Marokko (Fez, Maratcsch und Maroiko) Dienst getan hatte, versuchte cr dieser Holle zu entgehen unb meldete sich zum Dienst in Ehina. Sein Gesuch würbe seinerzeit befürwortet, da er sich als Legionär ausgezeichnet geführt hatte. DasHimmelreich des Legionärs' nennen die Legionäre die französischen Kolonien 3ndo- China, Kotschinchina und Tonking. Die Erleich­terungen. ,bie dort der Dienst bringt, muh der Legionär aber teuer erlaufen. Er muh ein 3ahr länger, also 6 3ahre. seine Kraft der Le­gion widmen. Durch eine bureaukratische Maß­nahme eines Feldwebels, eines Deutschen, war Wllhelm Henß dazu berurtei.t, ein 7. 3ahr zu dienen. Rur widerwillig lieh man ihn frei. Zu­letzt tat er Dienst in einem Lazarett und wurde dort durch bie Güt« eines Stabsarztes insofern bevorzugt, als jener ihn zu seinem Helfer aus- bilbetc unb et dadurch vom Kasernendienst dis­pensiert werden konnte.

Der Dank, den di« ..große Ration" den Män­nern weih, die ein gütiges Geschick die Heimat Wiedersehen läht, besteht in der Heberlaffuyg eines Zivilanzuges zweifelhaftester Düte unb im Transport an die Grenze seines Daterlandes. Dort ist er seinem Schicksal überlassen.

Der Fremdenlegion gehören insgesamt 30 000 Mann an.

Der Zurückgekehrle vermutet, dah sich unter diesen 30 000 etwa 15 000 Deutsche befinden.

Dies« Zahl sei insbesondere deshalb so angewach­sen, weil französische Willlür während der Be­setzung des deutschen Gebietes jung« Deutsch«, di« sich durch Geringfügigkeiten mißliebig mach­ten, slrupellos in die Legion zwangen. Leider sind es aber auch noch viele, die freiwillig gehen.

Der zurückgekehrte Fremdenlegionär mußt« dem Besucher etwas besonders zu erzählen: Di« Fremdenlegion feiert in diesem 3ahre das 3u* biläum ihres 100jährigen Bestehens. Aus diesem Anlah wird im Hof der Kaserne von Sidi-bel- Abbes ein Denkmal geschaffen, dessen Dau aus indirekt erzwungenen ..Spenden" der Legionäre finanziert wird. Di« Daukosten sind auf etwa 45 000 Franken veranschlagt. Aber bereit- seit dem 3ahre 1927 wird für dies Denkmal ge­sammelt, und wer nicht freiwillig gibt, gelangt a uf die schwarze Liste. Was das bedeutet, weih der Legionär nur zu gut. Fürwahr, ein 3ubiläum unter würdigen Voraussetzungen.

Wilhelm Henß hat all dies überstanden. Sein« kräftig« Konstitution lieh ihn sogar gesund zu­rücklehren. 3n der Heimat erwartete ihn eine grohe Freude, ein Märchen fast: ein Mädchen hatte seiner 7 3ahre lang gewartet. Run wird er Landwirt werden, er, der vordem Kaufmann gelernt hatte, cr wird nun hinter dem deutschen Pfluge schreiten auf eigenem Grund und Doden. Er wird versuchen, 7 lange 3ahre seines Le­bens zu vergessen, die er einem Lande geweiht hat, das des Opfers nicht wert war.

Oie Verwaltung der Llniversitätskliniken.

Die Grsparnismahnahmen der hesfischen Re­gierung Haven bei den Llniversitätskliniken zu Organisationsänberungen geführt. Für di« hu­man-medizinischen Kliniken ist mit Wirkung vom 1. April 1931 ab eine Gcsamtverwaltung unter der BezeichnungVerwaltung der Uni» versitätskliniken" eingerichtet, die im Ver­waltungsgebäude, Klinikstrahe 32, untergebracht ist. Di« Gcsamlverwaltung nimmt die bisherigen Verwaltungen der Medizinischen Klinik, Frauen- llinik, Hautklinik unb Medizinischen Poliklinik, der Chirurgischen- und Ohrenklinik, der Augen- und Kinderklinik, der Rervenklinik sowie des Physiologischen (Instituts nebst den in dem 3n- stitutsgebäud« weiter untergeboachten 3nstf1uten auf. Alle Anschriften sind nunmehr an dieVer­waltung der älnivcrsitätslliniken Giehen" zu rich­ten. Telephonanruf einstweilen unter Rr. 3173.

Taten für Lonntag, 12. April.

1831: der Bildhauer und Maler Constantin Meu« nier in Brussel geboren.

Gießener 'L-ochenmarktpreife.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 1,10 Mark an; Butter 130; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 35; Weißkraut 15 bis 20; Rot­kraut 20 bis 25; gelbe Rüben 15 bis 15: rote Rüben 12 bis 15; Spinat 35 bis 40; Unter« Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 35 bis 40; Feldsalat 120 bis 150; Tomaten 70 bi- 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Kartoffeln 4 bis 5; Aepfet 40 bis 50; Birnen 30 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Horrig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 110; Hüffe 60 bi- 70; ba& Stück: Lauben 70 bis 80; Gier 8 bis 9; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 30

bis 45; Salatgurken 60 bis 110; Endivien 15 brs 35; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; da- Bund: Radieschen 20 bis 25 Pfennig; der Zentner: Kar­toffeln 3 bis 4; Weißkraut 10 bis 12; Wirsing 20 biS 25; Rotkraut 12 bis 15 Mark.

Bornotizen.

Tageskalender für Samstag. DfD. 08: 3ahreshauptversammlung. Cafe Evrl. DürgervereinigungSachscnhauf^n": 3ahreS- hauptvcrsammlung, 20 Uf)r, im Fischerhof. 1870 1920: Hauptversammlung, 21 Ahr, Hotel Vik­toria. G. D. A.: Monatsversammlung, 20.30 Ahr, Hotel Hopfeld. Reichsbund der Zivil- dienstbercchtigtcn: Monatsversammlung, 20.30 Ubr, im »Aquarium". 1. Reichskurzschrift-Ge- sellschatt e. D.: Dereinsabend, 20.30 Ubr,Stadt Lich". Kavallerieverein: Monatsversammlung, 20.30 Uhr, Hessischer Hof. Lichtfpielhaus Bahn­hofstraße:Ariane". Astoria-Lichtspiel«:Das Gesetz der schwarzen Berge" undMadame im Strandbad".

Tageskalender für Sonntag: Stadttheater:Robert und Bertram". 18.30 bis 21.30 Uhr. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Die Wunder des AmazonenstromS", 11.15 Uhr Rach- mittags und abends:Ariane". Aftoria-Licht- spielc:Das Gesetz der schwarzen Berge" und Madame im Strandbad".

Aus dem'Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen Sonntag, 12. April, gelangt ünter der Spielleitung von Heinrich Hub die erfolg­reiche Poste von RaederRobert und Bertram" auf vielfache Wünsche auswärtiger Theaterbesucher noch­mals als Fremdenoorstellung letztmalig zur Auf­führung. Montag, 13. April, einmaliges Gastspiel von Curt Goetz mit seinem Berliner Ensemble. Es dürfte ein genußreicher Abend beoorstehen. Die drei EinakterMörder",Märchen"Die tote Tante" gelangen unter dem zusammenfastenden NamenDie

tote Tante und andere Begebenheiten" zur Ausfüh­rung. Das Gastspiel findet bei Dpcrettcnpreifen außer Abonnement statt; Abonnenten ermäßigte Operettenpreise. Beginn 20 Uhr. Am Dienstag, 14. April, 19.30 Uhr, ,Lm Spiel der Sommerlüfte" von Arthur Schnitzler; Mittwoch, 15. April,Die Welt, in der man sich langweilt" von Pailleron, Gastspiel der Frau Auguste Prasch-Grevenberg. Freitag, 17. April, 20 Uhr (ermäßigte Preise, zum letzten Male) J?abn Windermeres Fächer" von Oskar Wilde, Gastspiel der Frau Auguste Prasch- Greoenberg.

Konzert derHeilsarmee. Man schreibt uns: 3n der Aula der Universität veranstaltet, wie im Anzeigenteil vom Dienstag schon bekanntgegeben wurde, am kommenden Freitag, 17. April, 20 Uhr, die Stabsmusik der Heilsarmee aus Berlin ein Konzert. Diese Kapelle steht feit ihrer Gründung nor 20 Jahren unter der Leitung ihres Kapellmei­sters T reite, des Heilsarmee-Finanstekretär» in Berlin. Außer dem Konzert in der Universitätsaula am Freitagabend gibt die Kapelle um 19 Uhr auf dem Brandplatz ein Freikonzert. E» empfiehlt sich, dos Auftreten dieses einzigattigen Orchesters mit feinen Darbietungen aus Werken Händels, Beetho­vens, Mendelssohn-Bartholdys usw. und den hervor« ragenbften Heilsarmee-Kompositionen, wie auch die tufempfunbenen Bokaldarbietungen in der Universi« tätsaula anzuhören.

"Bor träge für Frauen mit Vorführun­gen d«s Thalyfia-Systcms am Icbenbcn Modell finden amTkmstag. 14. 2lpril, im Cafö Leib statt. Di« interessierten Domen seien auf blefc Veran­staltung aufmerksam gemacht. Rähcrcs Im heu­tigen Anzeigenteil.

Oeffen11iche Sitzung de» Kreis­ausschusses. Am Dienstag, 21. April, 8H Uhr, findet im Regierungsgebäude zu Gießen eine öffent­liche Sitzung des Kreisausschuffes des Kreises Gießen statt. Tagesordnung: Beanstandung der Bürger­meisterwahl in Holzheim.

* E i n Fünfundsiebzigjähriger. Der Kreisfeuerwehrinspektor August Dido re, Echan- zenstraße 8 wohnhaft, feiert heute in geistiger und körperlicher Rüstigkeit feinen 75. Geburtstag. Der Jubilar, der der hiesigen Feuerwehr bereits 50 Jahre angehört, hat sich große Verdienste um das Feuer­löschwesen irn Kreise Gießen erworben. August Dickors entstammt einer alten Gießener Familie, sein Großvater war Universitätszeichenlehrer, sein Vater ein anerkannt tüchtiger Büchsenmacher. Der Jubilar hat das gleiche Handwerk erlernt.

Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei ge­wöhnlichen Dreisen geöffnet.

" Don der K ras tpostlinie Gießen Launsbach Wißmar. Wegen Erneuerung der im Zuge der Straße Gießen-LaunSbäch in der Rähe des Umspannwerkes liegenden Drücke kann vom 13. April ab die Straße, die von der Krvfdorfcr Straße nach Launsbach abzweigt, durch die Kraftpost für voraussichtlich einige Wochen nicht befahren werden. Der Verkehr mit den Or­ten Launsbach und Wißmar wird unter Benutzung der Straße Gießen-Wißmar über die Witzmarer Lahnbrücke fast zu denselben Zeiten wie bisher aufrecht erhalten. Die Fahr­zeiten sind wie folgt festgesetzt: Ab Gießen Bahnhof: 6.20 Uhr (Werktag-); 8.25; 11.15 (Sonntags); 12.30 (Werktags); 17.35 Uhr; die Verbindung ab Gießen 8.25 Uhr geht über Wiß­mar nach Krofdorf, alle übrigen Wagen verkeh­ren nur bis Launsbach. Ab Krofdorf 9.05; ab Laun sbach 6.50 Uhr (Werktags); 11.50 (Sonntags); 13-05 (Werktags); 18.10 Uhr. Der Weg über bi« Wißmarer Drücke muh von den Fahrgästen zu Fuß zurückgclegt werden, weil die Drücke nach einer Polizeiverordnung nur mit dem Gewicht des zur Verwendung kommenden leeren Wagens belastet werden darf.

Rindvieh, und Schweinemarkt Der nächste Rindviehmarkt findet am Dienstag, 14. April, der nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 15. April, statt.

** Rundflüge. Am heutigen Samstagnach« mittag und am morgigen Sonntag werden vom hie- sigen Flughafen aus Rundflüge zu verbilligten Preisen durchgeführt. Näheres in der heutigen An­zeige.

** Schwerer Sturz vom Fahrrad. Ge- stern gegen 19 Uhr stürzte der Förster Braun aus Daubringen, als er auf der Landstraße Gießen Marburg hinter Lollar die steile Tiefenbach auf seinem Fahrrad herabfuhr, beim Ausweichen vor einem Auto so unglücklich vorn Rade, daß er mit inneren Verletzungen nach seiner Wohnung in Daubringen und von dort noch am späten Abend nach der Chirurgischen Klinik in Gießen übergeführt werden mußte, lieber die Art der Verletzungen des Bedauernswerten konnten heute morgen noch keine sicheren Angaben gemacht werden.

Lernt Einheitskurzschrift! Man schreibt uns: Ein geistiges Rüstzeug, das sich jeder aneignen sollte, ist die Beherrschung der deutschen Einheitskurzschrift. Der Kurzschriftoerein von 1861 eröffnet am Donnerstag, 23. April, 19 Uhr in der Goetheschule, Westanlage, einen Anfängerlehrgana für Damen und Herren unter Leitung eines staatlich geprüften Kurzschriftlehrers. Zur Weiterbildung und Vervollkommnung geben die gleichfalls beginnenden Fortbildungs«, Redeschrift-, Diktat- und Praktiker­lehrgänge des Vereins Gelegenheit. Man beachte die heutige Anzeige.

Bullenversteigerung in Lauter­bach. Am Mittwoch, 22. April 11 Uhr, findet in Lauterbach die zweite große Bullenversteigerung des Landwirtschaftskammer.Ausschußes für Oberhesien statt. Zur Versteigerung kommen 50 Bullen des hessischen Fleckviehs, darunter 15 Leistungsbullen. Die Zuchtoiehversteigerung ist eigene Veranstaltung des Landwirtschaftskammer-Ausschusies für Ober» Hessen, auf der nur die in das Zuchtregister ein­getragenen Faseltiere zugelassen werden. Gemeinden und Zuchtbullengenossenschaften ist bei dieser Der- fteigerung Gelegenheit geboten, ihren Bedarf an Zuchttieren zu decken.

Was nennen Sie sparen?

Sie können nicht sparen wollen und dabei Waschmittel mit scharfen Zusätzen verwenden, die Ohre gute Wäsche zerstören. Sparen beißt Mit reiner Seife gründ!, aber schonend waschen.

Naumann's weiße Kernseife ist besonders rein und mlld, schäum- und waschkräftigr eint Haushaltsetfe ganz nach dem Herzen der Hausfrau t

0 4-,rtP -W 'Zxx^vrvfxcujXcL 90x8 .und 54*8