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Männer wie Brüning und Groener ständen, die sich ihrer Straft bewußt jeien und nicht vor der extre> niistische-i Propaganda fapitulieren würden. In wirt' hajtlicher Hinsicht betont das Blatt, daß man der ijrage, c-5 Brünings Rezept dem kranken Deutschland helfen werde, skeptisch gegenüberstehen könne, da ein gewaltsames Eingreifen in den nor« malen Wirtschaftsprozeß sehr unangenehme folgen haben könne. Man dürfe ledoch nicht übersehen, daß die deutsche Regierung vor der Not­wendigkeit gestanden habe, etwas Durchgreifendes zu tun, ja geradezu zu Maßnahmen sensationellen oder revolutionären Charakters zu greifen. Man

könne gespannt sein, wie dieses Crperiment sich aus- wirken werde. In der schnellen Anpassung des deut­schen Lebensstandards an veränderte Verhältnisse gebe Deutschland unzweifelhaft Holland ein gutes Vorbild.T e l e g r a a f hebt hervor, daß der energische Ton, der jetzt in Berlin angeschlagen werde, den festen Willen erkennen lass«, daß man von fetzt ab allen politischen Freibeutereien ein Ende bereiten wolle. ..Nieuwe Rotter- damsche Courant" sagt seine Betrachtungen dahin zusammen, es sei zu hoffen, daß die jetzt in Deutschland entfaltete Straft nicht zu spät komme.

SarzdiMl Opposition und Aoioerordnvng.

Oienattonalsozialistischepreffe zur Notverordnung.

München 9 Dez. (ERD) Der Völkische Beobachter" überschreibt seinen heutigen Leit, artikel mit .Wieder unerträgliche Lasten für daS Volk statt Tributverweigerung" und spricht davon, daß man überflüssige Mahnungen an die Rationalsozialisten richte, aber keine Maß­nahmen gegen den Volksverrat der SVD. ergreife. Vielleicht fühle niemand mehr, wie sehr feine Tage gezählt seien, alS der Kanzler selbst. Die kom­mende nationale Regierung deS deut­schen Volkes werde durch Anschwärzungsversuche aller Art weder innenpolitisch noch außenpolitisch ernstlich gehemmt werden können. Wenn der Kanz­ler glaube, Verunglimpfungen im öffent.ichen Le­ben stehender Personen bedürfen besonders rascher und durchgreifender Sühne so müßten die Ratio- nalsozialisten erwarten, daß derartige Verum» alimpfungen auch dann ihren strengen Richter fin­den, wenn sie etwa in die unzweideutig erklärte Legalität der nationalsozialistischen Führung Zweifel sehen sollte.

Der .Angriff" spricht von einem .Programm der Verzweislun g". Solange man ohne Tri­butregelung im weitesten Sinne mit einer so zu- sammengeschrumpften Decke rechnen müsse, daß diese den Romen .Decke' überhaupt nicht mehr verdiene sei eine Arbeit an Sparmaßnahmen eigentlich e i n 3onglicren Im luftleeren Raum. Wit mechanischen Maßnahmen k.nne man das organische Werden in der Wirtschaft nach­haltig nicht bcelnfluffeiL Die Rotverordnung und alle Rotverordnungen vorher seien bureau- kratische Maßnahmen, die am Leben vorbeigingen und schlimmer noch. Lebens­wichtiges abschnitten. Aber nichts ge­schehe, um die Lebenskraft zu steigern.

Die Deulschnalwnalen fordern Aufhebung der Äolv rordnung.

Berlin, 9. Dez. (XII.) Die Reichstagsfrak- tion der Deutschnationalen Volkspartei hat auf Grund des Artikels 24 der Reichsverfassung die sofortige Einberufung des Reichs­tages beantragt Die Deutschnationalen haben ferner folgenden Antrag eingebracht: .Der Reichs- tag wolle beschließen, die 4. Dc^ordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung der Wirtschaft und Finanzen und zum Schuhe be5 inneren Frie­dens vom 8. Dezember 1931 ist außer Kraft zu fetzen."

3n Braunschweig sprach Dr. Oberfohren über die Rotverordnung. Die neue Rotvcrordnung fei weiter nichts als nackte Sozialisie­rung. Reichskanzler Brüning sei in seiner Rundfunkrede scharf von der RSDAP. abgerückt DaS sei ein Zeichen dafür, daß er ganz unter dem Einfluß des Zentrums und der Sozialdemokratie stehe. Die Herauf­setzung der Umsatz steuer müsse zu einer Erschütterung der gesamten 3ndustrie und des Gewerbes führen. 3nfolge der Senkung der Kauf­kraft durch die Einkommensenkung und der damit verbundenen Schrumpfung des gesamten Erzeugungsprozesses werde automatisch das Heer der Arbeitslosen vermehrt werden. Die Regierungskreise seien über die Stim­mung im Volke nicht unterrichtet. Das Schicksal der Regierung Brüning sei längst ent­schieden, weil die Regierung den Kampf um die Seele des deutschen Volkes 100prozentig ver­loren habe. Früher habe Brüning selbst gesagt, wenn man die letzte Reserve, die Umsatzsteuer, noch anfaffe, wolle er seinen 21bschied nehmen, weil die Erhöhung dieser Steuer ein volkswirtschaft­liches Verbrechen fei.

Cinzelfragen -er Notverordnung.

Die Preissenkung.

DerPreiSsenkungSkommissar, dessen Aufgabengebiet naturgemäß besonder- umfang­reich ist, wird seine Aufmerksamkeit in erster Lime den Verhältnissen auf dem Lebensmittel­markt zuwenden, wovon freilich die Crzeu- gerpreife der Landwirtschaft aus­genommen sind, die ohnehin weit unter dem Riveau der Vorkriegszeit liegen. Bei diesen Artikeln wird der Kommissar seine Bemühungen aus die Preisspannen rich­ten. VS liegt auf der Hand, daß er sich in erster Linie auch den Brot Preis ansehen wird. Die Dauer der Tätigkeit des Preiskommissars ist nicht irgendwie begrenzt worden. Sie hängt natürlich von den Ergebnissen ab. Eine Senkung der Rechtsanwaltsgebühren ist übrigens in der Rotverordnung nicht vorgesehen, weil die Einbeziehung in die Gewerbe­steuer, die kürzlich erfolgt ist, bereits eine Einkommenfenkung um 1 0 Prozent be­deutet. Außerdem vermindert sich mit der Preis­senkung ja auch die Höhe der Objekte und damit fallen auch die Gebühren automatisch.

Nie Senkung -er Mieten.

Die Mietsenkung wird sich nach Auffas­sung der zuständigen Stellen bei Altwoh - nun gen reibungslos bereits zum 1. Januar durchführen lassen. Die Ermäßigung erstreckt sich aber nur auf den Mietzeitraum, der am 1. 3anuar beginnt, kommt also bei Postnumerando- zahlungen erst am 1. Februar in Frage. Bei Reubauwohnungcn wird sich das Verfahren etwas länger hinziehen als bei den alten Wohnungen: cs sott aber dafür gesorgt werden, daß auch in diesen Fällen Mieter und Vermieter die Entlastung sobald wie möglich erfahren. Wo die Einbeziehung der Reubauwoh- nungen in daS außerordentliche Kündigungs­recht terminmäßig bis zum 5. 3anuar nicht mehr möglich ist, weil die genauen Feststellungen bis dahin noch nicht getroffen find, besteht ja die Möglichkeit, von diesem Kündigungsrecht vor­sorglich Gebrauch zu machen. Uebrigens wird durch die Kündigung derVertrag vollkom­men a u s g e l ö st, so daß auch andere Fra­gen alS die der Miethöhe der neuen freien Vereinbarung Vorbehalten bleiben. Die zuständigen Stellen erwarten von diesem Äün- digungsrecht nicht, daß nun ein großer Woh­nungswechsel eintritt, vielmehr liegt eS im 3nter- esse von Vermietern und Mietern, den Kündi- gungSparagraphen als Erleichterung für neue freie Vereinbarungen zu betrach­ten. Die Einzelheiten hierzu werden durch die Durchführungsbestimmungen geregelt, die bereits am Donnerstag mit den Vertretern der deutschen Länder beraten werden.

Der Abbau -er Wohnungs- zwangswirtschast.

3m Berliner Rundfunk erklärte ReichSsinanz- ministcr Dr. Dietrich, die Rotverordnung übt nicht nur einen gewissen Zwang aus in vielen Punkten, sondern sie gibt auch gewisse Frei­heiten wieder, die wir verloren haben a u s dem großen Gebiet des Bauwesens und der Dewirtschastung der Häuser. Richt nur. daß die HauSzinSsteuer ge­senkt und auch in einer Reche von Jahren be­seitigt wird, wird auch die Möglichkeit ge­geben, sie mit dem Dreifachen eines 3ahres- vetragS abzulösen und damit daS HauS frei zu machen von dieser Last. Wenn die Ablösung der tzauSzinSsteuer erst nach dem 1. April des näch­sten Jahres erfolgt, muß aber daS Dreieinhalb» sache bezahlt werden. Ss steckt darin ein starker

Anreiz, von dieser Möglichkeit völliger Ablösung so schnell wie nur irgend möglich Ge­brauch zu machen. Aber es werden auch weitere Freiheiten auf dem Gebiete der Wohnungswirt­schaft gegeben. Das Angebot von g^öße- rdnWohnungen ist heute so, daß die Reichs­regierung vom 1. April 1932 ab für diese größe­ren Wohnungen und für die gewerblichen Räume freie Wirtschaft einführen konnte. Darüber hinaus aber wird die Beschlagnahme von Woh­nungen und auch die Verfügung über frei wer­dende Wohnungen durch die Obrigkeit beseitigt für alle einigermaßen größeren Behausungen. Man darf also wohl sagen, daß im wesentlichen daS Kapitel der Häuserzwangswirtschaft mit dieser Rotverordnung abgeschlossen ist.

Oie Maßnahmen auf dem Geldmarkt.

Die Lparlassen zur Zinssenkung.

Berlin, 9. Dez. Die Sparkassen stehen den in der Rotverordnung vorgesehenen Maßnahmen auf Senkung der Au sle i Hzinsen und der Habenzinfen sympathisch gegenüber, zu­mal sich diese Maßnahmen mit Vorschlägen decken, die der Deutsche Sparkassen- und Giroverband vor mehreren Wochen den bezüglichen Stellen zugeleitet hat. Allerdings sei seitens der Spar- kassenorganisation das Schwergewicht auf die Senkung der Auslcihzinsen gelegt wor­den. weil dies im vordringlichen 3 n t e r» esse be r Wirtschaft liege und weil damit zwangsläufig die Auswirkung auf die Einlage­zinsen gegeben sei. Mit der Regelung der Zins­sätze allein sei es aber nicht getan, sondern auch die Provisionen müßten mit einbezogen werden, weil davon ganz wesentlich die effektive Belastung des Kreditnehmers abhänge. Rach An­sicht der Sparkasien kommt es vor allem darauf an. eine Ermäßigung des überhöhten Z i n s n i v e a u s auf die Dauer zu erreichen.

Gegenüber der ZinSsenkung auf dem Kapitalmarkt der festverzinslichen Papiere nehmen die Sparkassen dagegen die gleiche Einstellung nicht ein. da man hierbei schematisch und unter Ausschaltung der beteilig­ten Institute eine Zinskonversion verfügt habe. ES werde auf bie zweifellos sehr ver­schieben gelagerten Verhältnisse keine Rücksicht genommen. Besonders sei barauf hinzuweisen, baß die Regeluna der ZinS- politik die Rentabilität Der Geldinstitute einschneidend berühre. Wichtig sei die Frage, ob durch die gesetzlichen Eingriffe nicht bie Kavi­tal b i l d u n g außerordentlich stark betroffen werde.

Oie Koalitionsverhan-lungen in Hessen.

Am Mlttwochnachmtttag trat dl« Zentrums- f r a M I o a des Landtag! zu einer Sitzung zu­sammen, die sich bie in die späten Abendstunden

hinzog. Ls handelte sich um die Beratung des üoalitionsangcbots der Rational- fo]la(lflen. Vie Fraktion kam noch zu kei­nem Ergebnis. Der Parfeioorstand wird sich am Donnerstag ebenfalls mit dem Angebot befassen. Die wir hören, dürfte es ju,reffen, daß die Natio­nalsozialisten in ihrem Brief an Sa» Zentrum zu erkennen gegeben haben, daß sie den jetzigen Fi­nanzminister Kienberger (Ztr.) als Staats­präsidenten akzeplleren würden, wenn sie da» Innenministerium, dem da»

Finanzministerium antzegiiedert wer-

Hoovers Botschaft an -en Kongreß.

Washington, 8. Dez. (WTB.) 3n seiner 3ahreSbotschaft an den Bundeskongreß erklärte Präsident Hoover, die Weltdepression habe auch Amerika schwer getroffen, und jede Be­mühung um die eioene Erholung gebiete auch eine Zusammenarbeit mit den anderen Rationen zur Wiederherstellung deS Ver­trauens und der wirtschaftlichen Stabilität. Die Wirtschaftskrise in Deutschland und in Mitteleuropa habe im 3uni das Ausmaß einer allgemeinen Panik angenommen, und cS sei Har geworden, daß diese Rationen ohne aus­wärtige Hilfe zusammenbrechen wür­den. Die Furcht vor einem derartigen Zusammen­bruch hatte sowohl unseren Wertpapiermarkt al- auch das Geschäft in landwirtschaftlichen Erzeug­nissen erschüttert. Dor allem aber war eS von größter Wichtigkeit, dabei mitxufrelfen, daß daS deutsche Volk von der unmittelbar bevorstehenden Katastrophe bewahrt und DeutschlandSSt a- bilität erhalten bliebe. Wenn die Welt zu einer angemessenen Lebenshaltung zurückgelangcn will, so muß sie sowohl die Flotten als auch die anderen Rüstungen weiter­hin verringern. Eine allgemeine Revision des Zolltarifs lehnte Hoover ab, da dadurch bie Depression nur verlängert werden würde. DaS gegenwärtige System scharfer Einschrän­kung der Einwanderung durch Verwal­

tungsvorschriften wünschte er auf eine gesetzlich« Basis gestellt zu sehen. 3m übrigen kündigte er höhere Steuern als Rotmahnahme für bie nächsten zwei 3ahre an. Weitere Maßnahmen sink) vorgesehen zur Erleichterung deS Baues von Eigenheimen und zur Einschränkung der Spekula­tion in Wertpapieren, die Gründung einer großen Kreditanstalt nach dem Muster der KriegSjahce zur Finanzierung der Ausfuhr und Unterstützung der landw.rt'chaftlichen Kreditgenossenschaften so­wie der Eisenbahnen. Unter erneuter Betonung der notwendigen Erhaltung des traditionellen Prinzips individueller Betätigung lehnte Hoover die 2 r b e i t SI o s e n u n t e r- stützung in direkter oder indirekter Form ab und verwies dabei auf den Fehl- schlagderartigerEsperimenteinSu- r op a. Der Steuerrückgang und die vermehrten Ausgaben für Rotstandsarbeiten hätten xu einem D e fix i t geführt, da- sich Ende 3uni o 3 auf 903 Millionen Dollar belaufen hätte und Ende 3uni nächsten 3ahres etwa 2123 Millionen Dollar betragen dürfte. Die öffentlich« Schuld werde sich am Ende deS laufenden EtatSjahreS auf 1711 Millionen Dollar erhöhen DieS fei eine untragbare Situation, die teils durch die.Auf­nahme von Anleihen, teils durch erhöhte Steuern korrigiert werden müsse.

Der Winterhilfe-Antrag der Aationalsvzialitlen

im Landtag angenommen.

Rund 1619 Millionen Mark erforderlich. Oie Auswirkungen des bean­tragten AotopferS. Oie übrigen Parteien enthalten sich der Stimme.

Darmstadt, 9. Dez. (WHP.) Unter dem Vor­sitz seines Präsidenten Dr. Müller (RS.) trat heute der Finanzausschuß des Hesiischen Landtages zu seiner ersten Arbeitstagung zu­sammen, um sich mit den Anträgen für Winter­beihilfe zu befassen. Vor Eintritt in die Tages­ordnung gab

Finanzminister Kirnberger

einen kurzen Hebetblid über die finanzielle Si­tuation deS Landes. Danach ist ein Defizit von 7 b i s 8 Millionen Mark vorhanden, daS aus folgenden Ausfällen resultiert: bei den Reichssteuern etwa 9 Mill., Landessteuern 5 Mill., Stempel- und Auslagen 2 Mill., auS den Betrieben usw. mindestens 1 Mill.: durch Kürzungen und Drosselung der Ausgaben wurden bisher rund 9 Mill, eingespart. Für n e u e A u S- gaben fei kein Pfennig vorhanden und daS Ministerium prüfe jede Ausgabe der Staatskasse genauesten-, ob sie unvermeidlich und Mlltel dafür vorhanden seien. Zu dem bereits mitgeteilten nationalsozialistischen An­trag auf Winterhilfe wurde erklärt, daß dieser Antrag etwa 16 bi 8 19 QUilLQKL Ausgaben erfordern würde unbeschadet der Tatsache, daß der Deckungsantrag (Er­hebung eines einmaligen Rotopfers) auf Grund des FinanzausgleichsgeseheS unzulässig fein dürste.

Der vorgeschlagene Notopferbetrag würde bei allen liquiden vermögen 3 bl» 4 o. h. de» vermögen» ober 60 bl» 75 v. f). de» Ver­mögensertrages erfordern, so daß zusammen mit den anderen bestehenden Dermdgene- ffeuern über 100 v. h. be» Vermögens- ertrage» weggesteuert werben könnten. Da» Rotopfer von allen Gehalt»empfängern über 8000 RM. würbe eine Besteuerung be» Zwei- bl» Dreifachen ber beseitigen Einkom­menssteuer notroenbig machen unb eine Be­teuerung be» Einkommens von 22 bi» 27 o. h. bebeukn. Rehme man bie jetzige Einkommen, unb firifenfleuer hinzu, fo könnte bei einzelnen hohen Gehältern ber jlrioatinbu- ftrle bas Gesamteinkommen ro eg­ge ft e u e r t werben.

Der kommunistische Antrag würde zu seiner Durchführung insgesamt 20 bis 24 Mill. M k. erfordern, die Winterhilfe der Kom­munisten allein 14 bis 17 Mill. Mk. Der D e k - kungsvorschlag des kommunistischen An­trages (Abbau der Gehälter über 6300 Mk. und der Pensionen über 4000 Mk., Streichung aller MinisteiHenfionen. aller Ausgaben für Universi­tät, höhere Schulen und Landestheater. Einstel­lung der Zahlungen an den früheren Großherzog, Einführung einer Wohnungsluxussteuer und einer Sondersteuer über 8CKX) Mk. Mieten im 3ahre und aller Vermögen über 20 030 Mk.) würde gegen das Beamtenrecht oder abge­schlossene Verträge verstoßen.

Der Antrag der kommunistischen Oppo­sition. der 30 Mark pro Haushalt. 5 Mk. für jeden Familienangehörigen und 15 Mk. für jeden Ledigen vorsieht, würde 5 Millionen Mk. erfordern. Die Deckung-anträge (einmalige- Rotopfer von allen Vermögen über 20 000 Mk. und allen Gintommensempfängern über 8000 Mk.) würde 7Prozent der Einkommen bzw. 7 0Pro- zent der Einkommensteuer barftellen.

Der sozialdemokratische Antrag for­dert eine Winterhilfe von 40 Wk. pro Haushalt, für jeden Familienangehörigen unter 14 3ahren 5 Mk. darüber 10 Wk., für alleinstehende Ledige 25 Mk. Vom Finanzministerium wurde betont, daß dieser Antrag etwa 6 Millionen Mk. erfordern würde, und der Deckungsvorfchlag «Erhebung eine- Grundsteuerzuschlags bei Grund­vermögen von über 50 000 Mk.) würde da - sechsfache der vorjährigen Grund­steuer erfordern und stehe daher mit der Bestim­mung der Rotverordnung vom 3uni 1930 in Widerspruch, wonach Realsteuern nicht mehr er­höht werden dürfen.

van Regierung»feite würbe erklärt, baß bisher kein einzige» bentsche» Land eine eigene DinterhNse gewährt habe, well bei den Bemühungen, ba» Reich stark zu ben Jürforgelaflen heranzuziehen, lediglich der 210-7Nilllouen-Foub» für notleibenbe Gemeinben gebildet werden konnte, und oom Reich neue Mittel nicht zu erwarten feien. Da» Reich hab« e» auch in der Hand, die Ueberroeifungen au» diesem Fond» zn sperren, wenn die Länder von sich au» außer­ordentliche Dinlerhikfen gewähren. Der eigentliche Träger der Fürsorge feien die Gemeinden, und

viele Gemeinden seien von sich au» zur Winterhilfe bereit

3n der Aussprache wurde von allen Par­teien auf die besonder- grobe Ro11ag » im Rhein-Main-Gebiet hingewiesen. Das Zen­trum wies auf die groß« Rot auch inMittel - standSkreisen hin. Die schwierige Finanzlage des Landes erschwere jedoch eine StaatShllf« ganz besonder-, und dem Zentrum erscheine keiner der gemachten Deckung-Vorschläge brauchbar. Es werde nur Anträgen zustim­men. die sich an die gegebenen Möglich­keiten hielten. Di« nationalsozialistischen Ausschußmitglieder setzten sich sämtlich für den Antrag ein. Wenn Deckungsmöglichkeiten in Hes­sen nicht bestünden, dann sei da- Reich zur Hilse verpflichtet Auf den Hinweis, daß durch den nationalsozialistischen Deckung-Vorschlag auch die Grundvermögen, d. h. auch die Land­wirtschaft. betroffen werden, erfolgte von nationalsozialistischer Seite kein Wider- spruch.

Staatspräsident Adelung

betonte, daß die Erörterung der Srwerb-losen- fragc seit 3ahren ein politische- Problem sei. man müsse sich jedoch trotz allem an bie zwin­genden gesetzlichen Bestimmungen halten. Der nationalsozialistische Hinweis, da - Reich müsse Hellen helfen, weil auch einige Großbetriebe vom Reich gestützt worden seien, sei insofern falsch, als diese Betrieb-stützungen durch da- Reich zur Verhinderung wei­terer Arbeitslosigkeit gedient hätten. DaS Land sei bereit, den Erwerbslosen zusätzlich zu helfen, wenn sich ein Weg finde. Wenn Hessen eine besondere Erwerbs wsen-Winterhilfe vom Reich beanspruche, würden selbstverständlich auch die übrigen Länder mit dem gleichen An­spruch kommen. Der nationalsozialistische An­trag würde, auf da- ganze Reich be­rechnet, eine Summe von 1,3 Milliar­den ausmachen.

3n der Abstimmung wurde der national- fozialistlsche Antrag mit den fünf Stimmen der nationalsozialistischen Vertreter angenom­men, da sich bie sieben übrigen v er Ire- ter der Stimme enthielten. Die weiteren Anträge waren dadurch erledigt: sie bleiben jedoch al» Mlnderheiten-Anträge für die plenarverhand- iung aufrechter hatten.

Oie Ausschüsse des Landtags.

Die Ausschüsse des Hessischen Landtag- sinh wie folgt beseht:

Finanzausschuß: Vorsitzender: Dr. Mül­le r (RS ), Mitglieder: «RS.) Elaß. Kern, «Sockel. Äloftcrmann; (SDD ) Anthes, ßui. Widmann; (3 ) Heinstadt. Blanko: (KPD.) Kett und Stumps.

Gesetzgebung-au-schuß: Versitzende» 3 u n g (RS ). Mitglieder. (RS.) Dr. Best. Rit­ter, Geiß, Wahl: (SPD.) Lorenz. Zinnkann, Kaul: (Z.) Schül, Wesp, (KPD.) Hammann, Rost.

Petition-au-schuh: Vorsitzender Win­ter (Z.). Mitglieder: (RS.) 3ung. Seipel. Butt­ler. d'Angelo. Hauser: (SPD) Frau Pring-heim, Rink. Harth: (Z ) Frau Hattemer: (KPD.) Zeiß, Lenz.

Theaterau-schuß: Gras Solms (RS). Frau Pring-heim (SPD.). Frau Hattemer (Z.) und Hammann (KPD ).

Staat-gericht-hos: Lenz, Dr. Best. Klostermann 1216.), Kaul, Delp «SPD). Schül (Z), Zeih (KPD ), Dr. Glaser (Landbund) für die übrigen Landtag-mitglieder.

Aus oder West.

Schlaganfall

des nationalfoziaUstischen Abgeordnete Stöhr.

Die der .Völkische Beobachter" aus Tlaum- burg a. d. S. meldet, hat ReichStagsabgeordneier Stöhr. der auch Vizepräsident des Reich-tag- ift. während einer Versammlung einen leichten Schlaganfall erlitten. Es trat vorübergehende Sprachstörung und rechtsseitige Armlähmung ein. Lebensgesahr besteht nicht.

Ministerpräsident Salanbra f.

Der srühere italienische Ministerpräsident Sa- landa ist gestorben. Salandra war 1906 und 1909 bi- 1910 unter Sonnino Finanzminister. Am 10. März 1914 übernahm Salandra die Bildung de- neuen Kabinett-. 2ll- der Krieg au-brach, erklärte er 3talienS Reutralität und bereitete den Eintritt seine- Lande- in den Krieg vor. Am 24. Mai 1915 ersolgte di»