Ausgabe 
10.11.1931
 
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duseinanbergetrieben wurden. Dabei wurden vier Mann getötet und zehn verwundet. Der chinesische Stadttell wurde von japanischen Flugzeugen mit 40 Bomben belegt. Don japanischer Seite wird behauptet, daß der Aufruhr von chine^ fischen Soldaten, die aus der Mandschurei zurückgekehrt seien, entfesselt worden sei. Nach chinesischen Nachrichten handelt es sich jedoch um eine japanische Unternehmung, die den Vorwand für die Besetzung von Tientsin liefern sollte. Die aufständischen chinesischen Soldaten sollen von ja- pa n l f d)e r Seite bestochen worden sein. Man hat nämlich bei den Toten japanisch« Gelder und japanische Papiere gefunden.

Oie Harzburger Front.

Nationalsozialisti chc Antwort an Hugenberg.

München, 9.Rov. (TAD.) Zur Hugenberg- Rede in Darmstadt nimmt der »Völkische De- obachter" unter der Ueberschrift »Rotwendige Zurückweisungen" Stellung: Hugenberg hat sich mit der Harzburger Front befaßt und bemerkt, Aas; das Zentrum vergeblich versuchen würde, diese zu zersetzen. Wir wollen das unserseits unter st reichen: Die Rie- derringung des Systems Dittmann-Drüning bleibt Aufgabe der in Harzburg versammelt Gewesenen, Leider glaubte sich Dr. Hugenberg darüber hinaus gezwungen, gegen »jugend­liche- äleberschäumcn" unserseits vorzu­gehen, weil nationalsozialistische Stimmen neben genannter Einigkeit auch die Distanz her- ausgestellt hatten, die nun einmal zwischen dem RationalsozialiZmus und der DRVP. besteht. Wir halten diesen Vorstoß des Vorsitzenden der Deutschnationalen nicht sür glücklich, glauben auch nicht, daß er persönlicher Initiative, sondern der Arbeit einiger Herren entsprang, wie wir fest- stellen wollen, da unsere Zurückhaltung offenbar falsch ausgelegt worden ist. Die Leistung der NSDAP, bestehe heute zunächst einmal darin, viermal stärker zu sein als die Deutschnatio­nale Volkspartei. Sie bestehe in der Wiedergeburt deS deutschen Charakters, in der L o s l ö s u n g von Millionen aus ChaoS und Ver- z w e i s l u n g, in der Ersassur^ eines neuen Staatsgedankens und in der Vertretung einer positiven deutschen Außenpolitik. Es mache sich nicht gut, wenn angesichts dieser Tatsachen öffent­lich über ein ^Iugendüberschäumen" gesprochen werde. 3m übrigen sagt der Verfasser, daß durch seine Feststellungen selbstverständlich politische Rotwendigkeiten im Kampfe gegen die schwarz-rote Diktatur unberührt blieben.

Nationalsozialistische Totengedenkfeier.

Berlin, 9 Rov. (TU.) Anläßlich des Deichs- trauertages der REDAP. am 9. Rovernber haben Im ganzen Deich vielfach schon am Sonntag ©e- dächtniskundgebungen stattgefunden Die Ber­liner Nationalsozialisten versammelten sich zu einer würdigen Gedenkfeier für die Toten der Bewegung und die Gefallenen des Weltkrieges am Sonntagabend im Sportpalast. Rachdem die Angehörigen der n^allencn Berliner Rational­sozialisten in Begleitung von Dr. Goebbels den Saal betreten hatten, wurde die Feier nach dem Einzug der umflorten Hakenkreuz-Standarten und -Fahnen mit dem Totenmarsch aus dem Hän- delschcn OratoriumSaul" und dem Trauer­marsch aus Beethoven-Eroica" sowie mit Dar­bietungen des Sprechchors eingeleitet. Dann er­innerte der SA.-Führer Graf Helldorf an die 200 Opfer, die die nationalsozialistische Bewe­gung seit 1919 im Kampf um Deutschland habe hingeben müssen und gelobte namens der Ber­liner SA. im Sinne der Toten für Deutschland weiter zu kämpsen. Die Gedenkrede hielt der Deichstagsabgcordnete Dr. Goebbels, der den Werdegang der Bewegung schilderte. Zwei Mil- llonen Tote, so erklärte er, habe der Weltkrieg geopfert. Diese Opfer wären umsonst gewesen, hätten sich nicht damals auf den Trümmern eines zusammengebrochenen Deiches junge Männer auf­gestellt, die der Meinung gewesen seien, daß unter den Ruinen nicht die letzten Helden begraben seien. Zweihundert Tote habe die nationalsozialistische Bewegung gefordert und diese Toten marschierten zusammen mit der großen Armee der Toten des Weltkrieges einher.Ihnen bringen wir heute unsere Verehrung, unser Ge­dächtnis und unser Gelöbnis dar. Wir wollen ihren Taten den Abschluß geben, der ihrem Heldentod auch den letzten geschichtlichen Sinn verleihen kann. Man täuscht sich, wenn man glaubt, wir könnten die Opfer vergessen. Wir haben In uns da- Gedächtnis der Toten und wissen, daß sie keine Ruhe finden, bis das Werk vollendet und der Ehrenschild der Ration reingewaschcn ist."

Oer Fall Oehn in Halle.

Senat und Hochschulvcrband sichen hinter dem Rektor.

Halle, 9. Rov. ($11.) Der Senat der Bereinig­ten Friedrich-Universität Halle-Wittenberg trat zu einer Sitzung zusammen, in der der Rektor Pros. Dr. A u bi n wegen der gegen ihn von Seiten der Studentenschaft gerichteten Angriffe sein Amt zur Verfügung stellte. Senat beschloß einstimmig, ihn dringend zu bitten, sein Amt weiterzuführen. Prof. Aubin hat die­ser Ditte entsprochen. Der Senat nahm weiter Stellung zu dem Beschluß der Studentenschaft, in dem die deutsche Studentenschaft der Universität Halle von dem .fragwürdigen Eharak- ter" deS Pros.Dehn gesprochen hatte. Der Senat veröffentlicht demgegenüber den ersten Satz des Berichtes, den die theologische Fakultät unter dem 28. Rovernber 1930 dem Minister über Dehn erstattet hat: »Günther Dehn ist eine durchaus über den Durchschnitt hinauSragende Persönlich­keit von lauterem Wollen und tiefem S r n st der Verantwort un g. die Dehn, was er in Predigt und Vorträgen, wie in Schrift und Aussätzen zu sagen hat, immer Beachtung sichert.

Dom Deutschen Hochschulverband ist ein von Prof. Thilmann ('Sonn) gezeichnetes Telegramm beim Rektorat der Universität Halle eingegangen, daS folgenben Wortlaut hat: .Gw. Magnifizenz danke ich sür Ihr entschte - bene« Eintreten für daS hohe G u t der akademischen Lehrfreiheit, die heute mehr denn je deS Schulze- gegen Eingriffe bedarf, von welcher Seite sie auch kom­men mögen. Ich vertraue, daß der akademische Geist auch in der deutschen Studentenschaft leben­dig genug ist, um zu begreifen, bah eine Dehin-

Das pariser Deparationsgespräch.

Presse-Kommentare zur Helfe Zran^ois Poncets.

Paris, 9. Rov. (TU.) Die Pariser Presse betont übereinstimmend, daß der französische Bot­schafter auf Wunsch des französischen Ministerpräsidenten nach Paris gekom­men sei, um Bericht über seine letzten Besprechun­gen mit Reichskanzler Brüning uno Staatssekretär von Bülow zu erstatten. Der »Petit P a r i - s ie n" erklärt: Francois Poncet habe darauf hin- gewiesen, daß die Stimmung in Deutschland gegen die Wiederaufnahme der im VoungplanvorgesebenenZahiungen gerichtet sei. Es sei daher anzuneymen, daß auf da- Hoover-Moratorium zumindest e i n Doung - Moratorium folge. Der .5 i g a r'o behauptet, die Führer der deutschen Politik versuchten, aus den Drohungen mit einem Zusammenbruch Vorteile zu schla­gen. um eine weitmöglichste Herabsetzung der Privatschulden und ci.'.e volikommene Streichung der Reparationen zu er­zielen. Die Rachteile eines derartigen Manövers beständen darin, daß eine Katastrophe viel­leicht unvermeidlich werde, wenn man dauernd auf sie Hinweise. 3m »SchodePa- r i s" erklärt Marcel Hutin, daß Deutschland bei seiner Forderung auf Aufhebung der Reparatio­nen mit der Unterstützung England- re ch n e, dessen Lage sich durch den Pfundsturz wesentlich geändert habe.

Lucien Romier schreibt imP e t i t P a r i s i e n": Für die 7 Milliarden kurzfristiger Auslandkredite sei es offenkundig, daß Deutschland sie im Februar nicht restlos zurückzahlen könne. Die- fung durch eine internationale Anleihe sei gegen­wärtig kaum denkbar, auf alle Fälle nicht durch­führbar. Das erste, was die Deutschen selbst tun müßten, sei, im Einvernehmen mit ihren Gläubigern zu prüfen, welcher Teil der eingefrore­nen Kredite keine Aussicht habe, g e rettet zu werden, welcher andere Teil seitens der Gläubiger gerettet werden könne und welcher Teil vermittels privater Anleihen konsolidiert wer­den könne. Nach dieser Prüfung würden die Gläu- biger klar die Vorteile, Gefahren und Bedingungen ihrer evtl, einzunehmenden Haltung erkennen^Man könne sich aber denken, daß die Retter, bei Frank­reich angefangen, nur eingreifen, wenn sie Ver­trauen hätten und wenn die Rettung eine greifbare Gegenleistung finde. Entweder das internationale Vertrauen werde im kommenden

Winter wiederhergestellt werden und bann werde der Fälligkeitstermin relativ leicht zu überwin­den sein, oder man werde weiter in Mißtrauen gegeneinander manövrieren und dann werde der Frühling neue Zusammenbrüche herbeiführen.

Das wahrscheinilcheKompromiß.

Drohende ZnitiUivc Waihinfltone.

Landon. 10. Roo. (DIB. Fuukspruch.) Zu den deutsch-französijchen Verhandlungen schreibt Finan­cial Rews: höchstwahrscheinlich werden die Ver­handlungen über die Reparationen zwischen der französischen und der deutschen Regierung mit einem Kompromiß endigen. Vermutlich wird die deut­sche Regierung schließlich bertrnennangeine» Ausschusses entsprechend dem 9 o a n g - plan zustimmen, der die deutsche Zahlungs­fähigkeit prüft, ohne s i ch aber seid st da­durch zur Bezahlung der ungeschützten rinnuitäten zu verpflichten, über deren Schicksal nach Beendigung der Arbeit de» Aus­schusses verhandelt werden wird. Die französische Re­gierung wird einem solchen Kompromiß z o st i m - men müssen, da c» die einzige Möglichkeit zur Ver­meidung eines Fehlschlag» der Verhandlungen ist, durch den Präsident Hoover seine Hand­lungsfreiheit wledererlangen und fähig sein würde, von neuem die Initiative zu ergreifen. E» verlautet nämlich, daß bei dem Besuch Lavals in Washington Präsident Hoover die Initiative nicht endgültig aufgegeben habe. Er hat sich lediglich bereit gefunden, e i n st w e l l e n beiseite zu stehen, um Frankreich die Möglichkeit zu geben, durch direkte Verhandlungen sich mit Deutschland zu einigen. Soll- ten diese Verhandlungen fehlschlagen, dann dürfte der nächste Schrittvon Washington aus­gehen. Die amerikanische Regierung ist sich durchaus klar darüber, daß der Umfang der Anlagen ameri­kanischer Banken In Deutschland es höchst wichtig macht, einen finanziellen Zusammenbruch oder die politischen Unruhen zu verhindern, die wahrscheinlich sind, wenn Deutschland seinem Schicksal überlassen bleibt.

Oie deutschnationale Heichstagssraktion zur politischen Lage.

Richtlinien zur Sozial-

WSR. D a r m ft a b t, 9. Rov. Die deuischnatio- nale Reichstagsfraktion trat im Beisein bes Par- teivorsihenben Dr. Hugenberg in Darmstadt zu einer Tagung zusammen. Im Mittelpunkt ber Er­örterungen standen Fragen ber Sozial- unb Wäh­rungspolitik. Die Stellungnahme der Reichstags­fraktion zu ben brennenden sozialpolitischen und wirtschaftspolitischen Fragen wurde in folgenden Sähen von neuem festgelegt:

1. Die auf dem Diktat von Versailles und der Kriegsschu blüge beruhe de Er s ü l lung Spo­lt t i k wurde und wird auf Kostender Le­benshaltung der breiten Masse be­trieben. Die von uns immer wieder geforderte Abkehr von dieser Erfüllungspolitik ist daher eine soziale Rotwendigkeit. Wir verlangen, vor allem endlich mit dem deutschen Arbeiter Beseitigung der Tribute.

2. Wir verlangen Umstellung der Wirt­schaftspolitik, Ernährung des deutschen Volkes durch die Arbeit deutscher Hände, durch Früchte deutschen Bodens. Ohne eine starke Dinnenwirtschaft kann auch kein Außen­handel auf die Dauer bestehen. Wir fordern die Unterstützung des Sparsinns, die Bil­dung unb Sicherung von Kapitalreserven in allen Volksschichten. Wir verlangen bie Befreiung ber deutschen Wirtschaft aus der Versklavung durch unverantwortliches internationales Großkapital.

3. Wir bekämpfen die Politik der klas- senkämpferischen Derbände auf Arbeit­geber- wie auf Arbeitnehmerseite, die einen Ge­gensatz von Arbeiter unb Unternehmer schasst und fördert und jm Arbeiter Feindschaft gegen Wirt­schaft und Staat nährt. Wir bekämpfen das tat­sächlich bestehende Gewerkschaftsmono­pol, das zwei Drittel der deutschen Arbeiter um die in der Reichsverfassung zugesagte Vertretung

und Wirtschaftspolitik.

in allen arbeitsrechtlichen und sozialpolitischen Körperschaften bringt. Darum fordern wir Freiheit und Recht au chfür den nationalen Arbeiter.

4. Wir kämpfen für Freiheit der Wirtschaft gegen Zwangsbewirtschaftung der Löhne unb Preise. Die Löhne sind abhängig vom Ertrag der Wirtschaft. Wenn die Schornsteine nicht mehr rauchen, gibt es keine Löhne mehr. Die heutige Tarifwirtschaft führt dazu daß zugunsten einer immer kleiner werdenden Zahl von Arbeitern die Betriebsstätten veröden unb weitere Millionen erwerbslos werden. Wenn sich Unternehmer und die Mehrheit der Arbeiter über ihre gemeinsamen Interessen im Betrieb unb an seiner Fortführung verständigen, so dürfen sie hierin durch betrieb»- fremde Instanzen nicht behindert werden. Nur die Zusammenfassung aller an einem Produktionszweig beteiligten gleichberechtigten Kräfte zu einem orga­nisch gegliederten Selbstoerwaltungsauf- bau kann diese Aufgabe lösen. Darum kämpfen wir zusammen mit dem deutschen Arbeiter für den so­zialen Gedanken gegen den Gruppenegoismus.

5. Wir stehen fest in der Tradition der deutschen Sozialgesetzgebung, wie sie mit der rühm- reichen Kaiserbotschaft von 1881 vor jetzt 50 Jah­ren begonnen hat. Der Marxismus hat sich der Organe der Sozialversicherung bemächtigt und sie zu Bollwerken seiner Macht außgebaut. Er hat durch Jnslationspolitik und Bürokratie das Vermö­gen der Sozialversicherung und damit die Anwartschaft der Arbeiter und Angestellten auf das schwerste gefährdet. So ist eine Re­form unvermeidbar geworden. Darum fordern wir mit dem deutschen Arbeiter eine wahre Lebens­sicherung der deutschen Arbeiterschaft. Wir setzen entgegen dem Gedanken des Klassenkampses den Gedanken der nationalen Solidarität unb der Kame­radschaft.

berung ber Lehrfreiheit an benGrunbfesten ber beutschen Hochschulen rüttelt."

Kommunalwahlen in Sonneberg.

Sonneberg (Thüringen), 9. Noo. Die gestrige Neuwahl für den Sonneberger Stadt- rat (Stadtverordnetenversammluna), die zum brü­ten mal während der ordentlichen Wahlperiode ab- gehalten wurde, hatte folgende Ergebnisse: Sozial, demokraten 2926 Stimmen (bei der Reichstags­wahl von 1930 3826 und bei der Stadtratswahl von 1929 3353 Stimmen); Kommunisten 2210 (2074, 1581); Nationaler Bürgerblock 1362 (2540, 2960), Nationalsozialisten 5168 (2813, 2864). DieSttze verteilen sich wie folgt: Sozialdemokraten 5 (bisher 7), Kommunisten 4 (3), Nationaler Bürger­block 2 (6), Nationalsozialisten 10 (5).

Intensive Arbeit, aber lein Erfolg

Die lommunisMchc Zerjeyungdtätigkeit in der Wehrmacht.

Berlin, 9. Nov. (WTB) Dorn Reichswehr- m l n i ft e r l u m wird mitgeteilt: In den letzten Monaten hat die von kommunistischer Seite gegen die Wehrmacht gerichtete Zersetzungstätigkeit außerordentlich an Umfang und I n - tensität zu genommen. Seit Mitte Juli d I. sind nicht weniger als 40 verschiedene kommunistische Zcrsetzungsschristen sowie zahlreiche Plakate und Zettel der gleichen Art in mehr als 200 Fällen i n tausenden Exemplaren durch die Kommu- nisten in den Kasernen verbreitet ober einzelnen Soldaten zugestellt worden. In allen Fäl- len wurde da» Material den Vorgesetzten abgeliesert. Außerdem konnten 26 Zettelverteiler im gleichen Zeitraum von der Truppe auf frischer Tat ertappt und der Bestrafung zuqcsuhn wer- den. Ader ein Erfolg ist ber kommunistischen Zer­

setzungstätigkeit n a chw i e vornicht belie­ben gewesen. Die Zahl der Fälle, wo Soldaten einer Beeinslusiung unterlagen, ist verschwindend gering. Die Truppe wirb auch in Zukunft den wei­teren Zersetzungsoersuchen mit größter Aufmerksam­keit und Energie entgegentreten. Zur energischen Abwehr der gesteigerten Zersetzungtätigkeit der KPD. enthält bereits die Notverordnung vom 6. Dl- tober 1931 erheblich verschärfte Strafbestimmungen. Dvr dem Reichsgericht in Leipzig laufen zur Zeit zahlreiche Verfahren wegen Vorbereitung zum Hoch- verrat.

Tagung der Deutschen Betriebskrankenkassen.

Der Große Ausschuß deS Verbanbes zur Wah­rung ber Interessen ber beutschen Betriebs kranken- kassen hielt unter bem Vorsitz beS Geheimrats Dr. C u n ft (Essen) in Dortmunb eine Vollversamm­lung ab, bie au- allen Teilen bes Reiches stark besucht war. In einer allgemeinen Aussprache würbe zum Ausbruck gebracht, baß ein Eingriff in ben Destanb ber Detriebskrankenkassen zu einer erheblichen Verteuerung ber Krankenversiche­rungen führen müsse. Zu bem Entwurf des Ab­kommens vom 7. Oktober b. 3. über bie Reu- regelung ber Beziehungen zwischen Aerzten unb Krankenkassen würbe von ben Vertretern ber Versicherten sowohl als auch von ben Vertretern ber Arbeitgeber erklärt, daß man Experimente von solcherTragweite, vor allem in ber Zeit einer Weltwirtschaftskrise, alS völlig unangebracht bezeichnen müsse. Demgemäß würbe ber Entwurf bes Abkommens einstimmig a b g e l e h n t. gleichzeitig aber hin- Augcfügl, daß der Terbanb eine friedliche Verständigung mit denAerzten auf tragfähiger Grundlage wünsche.

Aus aller Wett.

Reichstagung

bes Friedensbundcs deutscher Katholiken.

Die 8- Reichstagung des FriedenSbundes deut­scher Katholiken begann mit einer feierlichen Zriedensme.se, die Bischof Dr. Schreiber in ber katholischen ZriedensgebächtniStirche hielt unb bei der ein deutscher unb ein französischer Priester bas Abendmahl spendeten. 3m Herrenhaus be­grüßte bann der Vorsitzende, Bürgermeister Dr. Gunst aus Hüsten in Westfalen, die Behörden. Zweck des Kongresses sei, die innere Befriedung ber Welt für bie im nächsten Februar ftatt- finbenbe Abrüstungskonferenz vorzuarbe.ten- Drei franzölische Vertreter erklärten, daß auch ihre Landsleute anerkennen, ber jetzige FriebenSver- trag sei auf bie Dauer unhaltbar. Rach ihnen kam ein polnischer unb ein hollänbischer Ver­treter zu Wort. Den Schluß bilbete eine Rebe des Bischofs Dr. Schreiber über baS Thema: Krieg unb Frieben". Ein gerechter Krieg, der Krieg der Rokwehr eine- Staates gegen un­befugte Eingriffe äußerer Feinde, bie feine Exi­stenz bebrobten, sei sittlich erlaubt, ja, sogar sozial- ethische Pflicht. 3n biesem Sinne würden die im Weltkriege gefallenen Soldaten verherrlicht. Allein jeder, selbst der gerechteste Krieg, habe soviel moralisches unb materielles Elend im Ge­folge, baß es Pflicht aller Menschen sei. sich für bie Herbeiführung bes Friebens unter den Rationen einzusetzen. Dr. Schreiber erklärte: Wir benken ba an gewisse Bestimmungen des Versailler Vertrages, die nach den Er­fahrungen ber letzten zehn Jahre keine Befrie- bung Europas aufkommen laffen. Wir weisen hin auf bie Kriegsrüstungen, bie in dem Maße als sie aufrechterhalten unb fortgesetzt werden, eine ständige Beunruhigung ber Völker unb Bebrohung bes Völkerfriebens sinb."

Sine amerikanische Aufmerksamkeit für den Reichspräsidenten.

Der amerikanische Botschafter in Berlin, 6 a d e 11, besuchte ben Reichspräsibenten unb überreichte ihm eine Sammlung von Dil- bern vom Vellowstone-Park unb anberen lanb- schaftlichen Sehenswürdigkeiten in Amerika. Der Botschafter hat biefe Bilber von seinem letzten Besuch in Amerika mitgebracht. Die Sammlung ist eine gemeinsame Stiftung de- Botschafters unb des amerikanischen ^Innenministerium-. Die ame­rikanische Aufmerksamkeit ist auf ein vor gerau­mer Zeit mit bem Reichspräsidenten ftattgerunbe- nes Gespräch zurückzuführen, in dessen Verlauf ber Botschafter ben Reichspräsibenten fragte, ob er nicht einmal Amerika besuchen wolle. Der Reichspräsibent erwiderte, baß er sehr gern einmal bie Vereinigten Staaten kennenlernen und besonders den Vellvwstone-Park besuchen möchte.

Raubüberfall auf einen Kassenboken.

Ein Bote der Segeberger Verein-- b a n k wurde gegen Abend vor dem Postgebäude von drei jungen Leuten überfallen und durch drei R e v o lv e r s chü s s e in den Rücken niederge st reckt. Der ileberfallene wurde schwerverletzt ins Krankenhaus übergeführt, wo er hoffnungslos darnieder liegt. Die Täter, die sämtlich Iockeymühen trugen, sind in der Richtung Bad Oldesloe geflüchtet. Der Bote der Dank wollte die Briefschaft auf das Postamt bringen und hatte überhaupt kein Bar­ge 1 d m i t s i ch- Die in den geraubten Einschreib­briefen befindlichen Scheck- sind sofort gesperrt worden.

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LLettervoraussage.

Don ber neuen Atlantikstörung hat sich die ge­stern über dem Kanal befindliche Warmluftstaffel ostwärts au-gebreitet und beim Au gleiten an der vorgelagerten Kontinental lüft bereit» Rieder» schlüge gebracht. Die Störung hat noch weiter an Energie gewonnen und ihren Kern an der West­küste 3rlands auf fast 720 Millimeter vertieft. Durch die Südseite wird jetzt eine maritime Luft­zufuhr geschaffen, welche Bewölkung mit sich bringt und noch zu Riederschlägen fuhrt. Der Wit­terungscharakter bleibt dabei vorerst unbeständig. Mit dem Umbrc&en der Winde nach Westen und später RorSwesten sinken die Temperaturen. Gleich­zeitig steigt der Luftdruck wieder an unb durch ihn erfolgt gegen Wochenende eine Besserung ber Wetterlage mit sich verschärfe den Temperatur- gegensätzen zwilchen Tag und Rächt.

Aussichten für Mittwoch: Wechselnd be- wälft mit mehr schauerartigen Niederschlägen, aber auch oufheiternd, kälter, auf West drehende Winde.

Aussichten für Donnerstag: Bestän­diger, teil» wolkig, teil» oufheiternd, ober noch ein­zelne Schauer, weiterer Temoeraturrückgang

Lufttemperaturen. Am 9. November: mittag» 5,7, abends 5,8 Grad Eelsius. Am 10. November: mor- gens 7,8 Grad Celsius. Maximum 7,8, Minimum 3,9 Grad Celsius Niederschlage 4,7 Millimeter. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 9. No- vember: abends 4,0 Grad Celsius. Am 10. Novem­ber: morgens 6,4 Grad Celsius.