Ausgabe 
10.11.1931
 
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Hr. 265 Erstes Blatt

Dienstag, 10. November 1951

181. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühl'sche llniverfitäls Such- und Zteindruckerel R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchusstratze 7.

Macdonald spricht auf dem Guildhall-Bankett

Das Arbeiisprogramm der neuen nationalen Regierung

London, 9. Noo. (WTB.) Der neue Lord-

Die Wirtschastsverhandlungen beginnen

Leitsätze des AeichSkabinetis für den AZirtschastsbeirai.

Anstrengung zusammenschliehen, um der Welt den nötigen Mut und den entschlossenen Willen zu geben, sich durch diese Schwierigkeiten hindurchzuarbeiten und der ganzen Welt zu zei­gen, was nationale Einigkeit ist, und wie diese nationale Einigkeit zustande gebracht werden kann. Bei dieser Pionierarbeit, die nicht in einem Tage oder einem Monat geleistet werden kann, und die auf mancherlei Hindernisse stoßen wird, muh das ganze Bolk mithelfen. Jeder ein­zelne hat bei diesem LInternehmen eine große Rolle zu spielen. Die britische Regierung wünscht, in Reih und Glied mit den anderen Rationen im Osten und Westen zusammenzu­wirken, die in der Erkenntnis, daß kein Bolk für sich allein bestehen kann, ihren Einfluh und ihren Wohlstand benutzen wollen, um jeder einzelnen Ration Harmonie, Frieden und Sicher­heit zu geben.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

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Chefredakteure

Dr. Friebr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot,- für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Bietzen.

liiik die wesentliche Aufrechkerhalkung der inneren Kaufkraft des Pfund Ster­lings fein.

Wir stehen einer unglücklichen und ungeord­neten Welt gegenüber, die nur durch Kaltblütig­keit und Energie befriedet und in Ordnung ge­bracht werden kann. Ich glaube, dah England durch feine Wahlen zwei grohe Dinge zustande gebracht hat. Es hat in den Herzen aller Männer und Frauen den Glauben und das Bertrauen zur repräsentativen Demokratie wiederhergestellt. Es hat aber noch mehr getan. Es hat nämlich den Bürgern aller Rationen der Welt, die Selbstregierung besitzen, ein Beispiel dafür ge­geben, dah es bei einer nationalen Rot - lage keine Meinungsverschiedenhei­ten gibt, sondern dah alle Klassen und alle Parteien aller Richtungen beim Eintreten solcher Rotlage sichineinergemeinschaftlichen

mayor von London wurde heute mittag von einem großen, aus historischen und symbolischen Gruppen bestehenden Festzuge unter Beteiligung von Marine, Heer und Luftstreitmacht nach der

Ein Berliner Blatt weih von einer bevor­stehenden allgemeinen Preissenkung von 20 Prozent zu berichten. QIn zustän­diger Stelle wird hierzu erklärt, es sei kein Geheimnis mehr, dah die Reichsregierung auf eine fühlbare Senkung des Preis­standes hinarbeitet. Der Reichskanzler habe erst kürzlich in seiner Rede vor dem Reichs­ausschuh der Deutschen Zentrumspartei auf die Rotwendigkeit einer Senkung der Selbst­kosten im Interesse der deutschen Wettbewerbs-Fähigkeit auf dem Weltmarkt hingewiesen, wobei er betont habe, dah diese Senkung natürlich nicht nur von der Lohnseite aus herbeigeführt werden dürfe. Reichsarbeitsminister Stegerwald habe sich in ähnlichem Sinne geäußert. Im übrigen, so wird an zuständiger Stelle weiter erklärt, sei es Qlufgabe des Wirtschaftsbeirates, über die Mittel und Wege zur Erreichung dieses Zieles zu beraten. Welches Ausmaß eine Preissenkung auf den verschiedenen Wirtschafts­gebieten erreichen könne, lasse sich zur Zeit selbstverständlich noch nicht s»a g e n, eben­sowenig wie bereits heute Angaben über einen bestimmten Prozentsatz gemacht werden könnten. Tatsache sei jedenfalls, daß, gemessen am eng­lischen Pfunde, die Weltmarktpreise um rund 1 5 b i s 20 Prozent niedriger lägen, als die deutschen Preise.

quellen einer schematischen Abwicklung ausschalten können.

Reichskommissar Dr. S a a h e n gab dann seine Richtlinien nur inhaltlich bekannt. Im übrigen er­klärte der Kommissar, man dürfe die Erwartungen nicht zu hoch spannen. Er nannte eine Zahl von 20 000 Erwerbslosen, die zunächst einmal im Wege der vorstädtischen Kleinsiedlung untergebracht werden sollte. In der Aussprache beschwerten sich Redner verschiedenster Richtungen darüber, daß sie 3U einem Siedlungsprogramm Stellung nehmen sollten, das sie kaum in großen Zügen kennen. Von kommunistischer Seite wurde erklärt, dieser kleine Siedlungsplan bedeute nur einen Trop­fen auf einen heißen Stein und sei in keiner Weise geeignet, die Arbeitslosigkeit zu lindern. Im übrigen wurden die Maßnahmen der Regierung im allge­meinen begrüßt, ohne daß man sich einen nennens­werten über das Maß der Hilfe am eigenen Haus­halt hinausgehenden wirtschaftlichen Erfolg ver­sprach. Man sah die Hauptvorzüge in der see­lischen Verfassung der Erwerbslosen, in der wesentlichen Verringerung ihrer Haushaltskosten und in einer Entlastung der Gemeinden und. Gemeindeoerbände von ihren sozialen Leistungen. Die Aussprache über die Richtlinien für die Vorstädtebesiedlung wurde abge­schlossen, ohne daß der Ausschuß Beschlüsse faßte. In seiner nächsten Sitzung am 1. Dezember wird sich der Ausschuß mit der landwirtschaft­lichen Siedlung beschäftigen.

Erscheint täglich,außet Sonntags und Feiertags.

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(Königsberg), Kaufmann Dr. Grund (Breslau), Papierfabrikant Haindl (Augsburg), Kaufmann Körner (Berlin) und Bäckermeister Pflug- macher (Magdeburg).

Die Mitglieder des Ausschusses 2 sind: Für die Arbeitnehmer Otto Suhr (Afa), Wilh. Eggert (Freie Gewerkschaften) und Hegewald (Christ­liche Gewerkschaften); für die übrigen Berufsstände Geheimrat Cuno von der Hapag, Kaufmann Dr. Dr. Hackelsberg er (Oeflingen in Baden), Wa­genbaumeister Hecker (Düsseldorf), die Gutsbesitzer Dr. H o l t m e i e r (Lienen) und v. Oppen (Dan- nenwalde), Direktor Pferdmenges (Köln), Ge­neraldirektor Dr. Schmitt (Allianz), Geheimrat Schmitz (IG.-Farben) und Dr. Silverderg (Köln, Rhein. Braunkohlen).

Berlin, 9. Roo. (VDZ.) Der Reichstagsaus- schuß für das Siedlungswesen trat zur Beratung der. Richtlinien für die Siedlung zusammen. Dem Ausschuß lagen mehrere Eingaben aus interessierten Kreisen vor. Der Reichsoerband des Deut­schen Handwerks wendet sich in einer solchen Eingabe gegen die Absicht, die Ausführung der für die Siedlung notwendigen Bauten durch er­werbslose Bauarbeiter vornehmen zu las­sen. Eine Nichtberücksichtigung des selb­ständigen Baugewerbes würde nur dazu führen, daß öffentliche Regierungsarbeit Platz grei­fen würde, wodurch einerseits eine Konkurrenz für das selbständige Gewerbe geschaffen würde, und andererseits kaum die Gewähr für sparsamste Ver­wendung der öffentlichen Mittel geboten wäre. Es fei auch nicht der richtige Weg, wenn erhebliche Auf­träge von Holzhäusern an einige wenige Großfirmen vergeben würden. Zahlreiche Betriebe des Zimmerhandwerkes könnten solche Holzhäuser zu den gleichen Bedingungen und in gleicher Qualität Herstellen. Schließ­lich verlangt die Eingabe die Heranziehung von Vertretern des Bauhandwerkes zur gutachtlichen Beratung des Reichssiedlungskommissars. Eine Ein­gabe des Bundes Deutscher Architekten verlangt, daß die Aufstellung der Sieblungspro gramme von den örtlichen Siedlungen selb st ausgehen muß, und daß für ihre Aus­stellung und Durchführung an Ort und Stelle freie Kräfte beauftragt werden, die allein eine organische Lösung der Schwierigkeiten finden und die Fehler-

Reue Kämpfe am Ronniflutz. Die Chinejen erobern den Brückenkopf zu­rück. Japan verstärkt feine Truppen.

London, 9. Nov. (TU.) Einer Meldung der japanischen ZeitungNitschi-Nitschi Shimbun" hat der chinesische General Matschanschan den Ja­panern den Krieg erklärt. Japanische Pressemeldungen behaupten, daß bereits hef­tige Kämpfe im Gange seien. Nach einer noch nicht bestätigten Meldung derCentral News" sol­len die Truppen Matschänschans am Montag den Nonni-Brückenkopf, der am Samstag in die Hände der Japaner gefallen war, z u r ü ck er­obert haben. Während die japanischen Streitkräfte nur etwa 1000 Mann stark seien, würden die chine­sischen Truppen auf etwa 5600 Mann Jnfanterie- 2400 Mann Kavallerie mit Artillerie geschätzt. Die Japaner behaupten nach wie vor, daß die chinesi­schen Truppen durch russische Soldaten und Offiziere verstärkt worden feien. Sie begründeten diese Behauptung mit der verheeren­den Wirkung der chinesischen Artillerie und dem Abschießcn von vier japanischen Flug­zeugen, wobei darauf hingewiesen werde, daß die Chinesen überhaupt keine Flugzeugadwehrgeschütze hätten. Die Japaner zogen bereits neue Truppen heran, um die Nonnibrücke erneut zu nehmen. Die China Preß" berichtet, daß an der Eisenbahnstrecke bei Taonan 1 1 0 0 0 Mann japanischer Truppen zusammengezogen worden seien, um nach Norden weiterzumarschieren. Der japanische Oberbefehlshaber im besetzten Gebiet habe den Kriegsminister telegraphisch gebeten, alle freien Truppen aus Korea und drei Divisionen aus Japan nach der Mandschurei zu entsenden, um die militärifHe Aktion in der Mandschurei fortzufetzen.

Unruhen in Tientsin.

Japanisches Militär kämpft den Auf­stand nieder.

London, 9. Noo. (TU.) Am Sonntag fanden schwere Unruhen in Tientsin statt. Etwa 10 0 0 bewaffnete Chinesen gingen gegen die öffentlichen Gebäude vor und beschossen das Poli­zeipräsidium, den Bahnhof und die Regierungs- gebäube. Die Banden konnten zunächst durch chine­sisches Militär zurückgeschlagen werden. Als sie je­doch eine Verstärkung von etwa 2000 Mann erhiel­ten, begann das Gefecht von neuem. Ein Panzerzug Tschanghsueliangs ist von Peking nach Tientsin ab­gegangen. Einer der festgenommenen Aufständischen teilte mit, daß der Aufruhr von japanischer Seite entfacht worden sei,, damit sie einen Vorwand zur Besetzung Tientsins hät­ten. Die Japaner forderten, daß die Chinesen sofort alle Militär- und Polizeikräfte auf eine Entfernung von 2000 Meter von der japanischen Konzession in Tientsin zurückziehen sollen. Als die Chinesen dies verweigerten, begannen die Japaner von ihrem Konzessionsgebiet aus die Stadt zu bombardie­ren. Die Ordnung wurde wiederhergestellt, nachdem die chinesischen Aufftändifchen von japanischen Truppen mit Maschinengewehrfeuer

Der neue Staatssekretär des Aeußeren, S i r I o h n Simon, begrüßte die auswärtigen Bot­schafter und Gesandten. Er hob in seiner Rede u. a. hervor, daß die stille und treue Arbeit, die von den Botschaftern im gesamten in den letzten Jahren geleistet worden fei, für die internationale Freundschaft und den Weldfrieden mehr bedeute als je zuvor. Die Anwesenheit des Diplomatischen Korps sei ein Beweis für) den Grundsatz der britischen Außenpolitik, daß England auf der Grundlage glei­cher und sicherer Freundschaft mit allen Nationen der Welt zu stehen suche. Der französische Botschafter de Fleurien erwiderte, daß die zivilisierte Welt und daß Frankreich niemals so deutlich gefühlt hät­ten, wie notwendig die Erhaltung des Ansehens Englands und der großen Traditionen Großbritan­niens für die Wc^ahrt der Menschheit sei als ge­rade jetzt. Der Sinnspruch der Stadt London Barmherzigkeit und Gastlichkeit" sollte auch der Sinnspruch für die internationalen Be­ziehungen werden. Anschließend brachte der neue Lordmayor den Trinkspruch auf die anwesenden Mi­nister aus.

Macdonalds Banketirede.

Mit starkem Beifall begrüßt nahm dann Mac- d o n a l d das Wort. Die Regierung hätte e i n nationales Mandat erhalten. Das Kabinett und die Regierung bestehen aus Mitgliedern aller Parteien, die sich zusammengeschlossen haben, um der Nation bei der Ueberroinbung be- fonberer Schwierigkeiten in ihrem wirtschaftlichen Leben zu bienen. Die Wirtschaft Europas muß ge­regelt unb rationalisiert werben. Vorher kann keine Regierung in Europa eine Orunblage für stabile wirtschaftliche und industrielle Bedingungen finden.

Die augenblickliche Lage Deutschlands im Verhältnis zum übrigen Teil der Welt müsse der Gegenstand einer völligenUeberholung" wer­den, bei der Deutschland selbst ein williger Mit­arbeiter fein müsse, und endgültige Ver­einbarungen müßten erzielt werben, die erträglich und durchführbar feien; die ferner nicht in ihrer Auswirkung zu immer größeren finanziellen und handelsschwierigkeiten führen, und die nicht verhinderten, daß der inter­nationale Austausch bet Waren unb Dienste in normale Bahnen zurückkehre.

Wir haben den völligen Zusammenbruch der Doktrin nationaler wirtschaftlicher Selbstgenüg­samkeit erlebt, und wir haben den Historikern und den Wirtschaftlern aller Zeiten Material für viele Studien über die Unwirksamkeit und Tlnzulänglichkeit dieser Doktrin geboten. Das erste Problem sei, daß die Ration ihrBudget ba­lanciere. Außerdem müsse die Ration ihren Handel balancieren. Es bestehe heute in der Welt ein Währungsproblem, das nicht durch die innere Lage Großbritanniens geschaffen worden sei, diesem Problem könne nicht erfolg­reich gegenübergetreten werden, bevor sich die Bedingungen der Welt außerhalb gebessert hätten. Es sei nicht nur ein inneres Problem.

Die britische Regierung befaßt sich mit der Prü­fung der gesamten Lage. Aber es ist Sache der in Betracht kommenden Regierungen an e r ft e r Stelle Frankreichs unb Deuts chlanbs, zu einer Vereinbarung darüber zu gelangen, was jetzt geschehen muh unb später, wenn bas Hoover-Moratorium zu Lnbe gegangen ist. Dafür barf keine Zeit verloren gehen. Eine Reihe stückweiser unb vergänglicher Kompromisse rein zweiteiliger Art wirb nicht ben Umftänben begegnen können.

Erne umfassende und dauernde Regelung ist jetzt erforderlich. Alle Staaten müssen jetzt Zu­geständnisse machen aus dem einfachen Grunde, daß, wenn sie sie nicht machen, die Welt­lage immer schlimmer werden wird, bis ein Zu­sammenbruch und eine Revolution der einzige Ausweg sein mögen. Die britische Regierung habe mit großer Gew jtuung von Lavals De- s u ch in Washington gehört und hoffe, daß darauf ein Einvernehmen zwischen Frankreich und Deutschland folgen möge, baä als eine wesentliche Bedingung für die Wiederaufbauarbeit in Europa betrachtet wer­den müßte.

Wir beabsichtigen, sobald sie durchführbar sind, die Schritte zu tun, die am sichersten dazu bei­tragen, bas Pfunb zu stabilisieren. Wir werben es auf einer enbgültigen Basis unabhängig von spekulativen Bewegungen ober tagtäglichen Transaktionen machen. Aber bie zeit für bie Stabilisierung muh zum grohen Teil von Faktoren abhängen, bie außerhalb unserer befonberen Kontrolle sind. Inzwischen wirb jeboch, bis bas Pfunb Sterling roiebet enb- gültig stabilisiert ist, das Hauptziel unserer Po-

G u i l b h a l l geleitet. Das Jahresbankett anläßlich der Amtseinsetzung in der Guildhall ge­wann diesmal besondere Bedeutung durch die Tat­sache, daß die neugewählten Minister der englischen Krone zum erstenmal vor die Oeffentlichkeit traten.

Sie vorstädtische Kleinsiedlung von Erwerbslosen

Beratungen im Siedlungsausschuß des Reichstags.

Oie Richtlinien.

Ein Plan für 20 0ii0 Erwerbslose.

Berlin, 9. Nov. (VDZ.) Nach dem Entwurf der Richtlinien für die vorstädtische Kleinsiedlung, den der Reichskommissar Dr. Saaßen heute dem Sied­lungsausschuß des Reichstags vorlegte, soll die Durchführung des ganzen Projektes indieHände der Gemeinden und Gemeind everbände gelegt werden, die ihrerseits die schon bestehenden Wohnungsfürsorgegesellschaften und bie gemeinnützi­gen Wohnungsbau- unb Sieblungsunternehmungen mit biefer Aufgabe betrauen können. Aus Sparfam- feitsgrünben sollen in erster Linie schon im öffentlichen Besitz befinbliche Grunb- st ü ck e besiebelt werben, bie s o liegen, baß bie Siebter später mteber eine berufliche Tätigkeit aufnehmen können. Die einzelnen Stellen sollen etwa 600 bis 5000 Quabratmeter groß sein unb im Wege ber Erbpacht, bes Erbbaurechts ober als Eigentum, ähnlich wie Rentengüter, ver­geben werben.

Die oorbereitenben Arbeiten unb ber Aufbau ber Sieblungen sollen burchErwerbs l o s e vorgenommen werben, unb zwar hauptsächlich b u r d) Gruppen von Arbeitsbien st- freiwilligen. Die baran beteiligten Er­werbslosen kommen später als Siebter in Frage, soweit sie und ihre Familienangehörigen für eine Bewirtschaftung einer Stelle überhaupt geeignet find, wobei langfristige Erwerbslose und Kinderreiche bevorzugt werden. Die Wohn- und Stallgebäude sollen so einfach wie mög­lich und nur aus inländischen Baustof - f e n hergestellt werden, auf die Holzbauweise wird dabei besonders hingewiesen. Die G e s amt- ko st e n sollen abgesehen vom Grundstückswert nicht über 3000 RM. für jede Stelle hinausgehen. Die Darlehen des Reichs werden höch­stens je 2500 RM. betragen unb von bem Jahre nach ber ersten Ernte an mit höchstens 2. v. H. ver­zinslich und mit 1 o. H. rückzahlbar fein. In Aus- nahmefällen will das Reich für den Grundstücks­erwerb unb für bie Einrichtungskosten auch Bürg­schaften übernehmen.

Es stehen zunächst 50 Millionen RM. für die vorstäbtischen Kleinsieblungen an Reichsgelbern zur Verfügung. Damit hofft man einstweilen 20000 Erwerbslose a l s Kleinsiebler an setzen zu können. Die Absicht ist babei, bie Beschaffung bes Lebensunterhalts für bie Familien ber Erwerbslosen zu erleichtern, so baß später ein­mal bie Fürsorgelasten für sie geringer werben könnten.

Berlin, 9. Rov. (ERB.) In dieser Woche werden die politisch toten letzten Tage durch eine stärkere Lebhaftigkeit abgelöst werden, da die Arbeiten für die große Rotverord­nung, die die wirtschaftliche Seite des Herbst- und Winterprogramms regeln soll, heute vor­mittag mit der Kabinettssitzung in ihr aktutes Stadium getreten ist. Das Kabinett behandelte bis in die späten Abendstunden dieß e i t s ä h e", die von den zuständigen Ministerien ausgearbeitet worden sind und entsprechend der in der vorigen Woche ergangenen Ankündigung am Dienstag den beiden Ausschüssen des Wirtschaftsbeirates vorgelegt werden sollen. In dem Beginn der Beratungen dieser Ausschüsse ist eine etwaxehntägige Verzögerung eingetreten, weilinzwischen der Stillhalteausschuh eingeschal- t e t werden mußte. Diese Zeit ist aber nicht ver­loren, vielmehr werden die Ausschüsse um so schneller arbeiten können, als jetzt ja die von der Reichsregierung geschaffenen Unterlagen vorhanden sind.

Die Sitzungen ber beiben Ausschüsse sollen so ge­legt werben, baß es ihren Mitgliebern möglich ist, bei dem Ausschuß zu hospitieren, dem sie nicht angehören. Die Arbeitsgebiete beider Kommissionen greifen s o ineinander, daß eine solche Orientierungsmöglichkeit wünschenswert erscheint. Deshalb trat der Ausschuß 1 (für Produktions- kosten unb Preise), ber unter bem Vor­sitz bes Kanzlers ober bes Reichsarbeitsministers tagt, am Dienstägvormittag zusammen, währenb bie Eröffnungssitzung bes Ausschusses 2 (für Krebit unb Zins), bem Reichsfinanz- unb Reichswirt­schaftsminister vorstehen, erst um 16 Uhr beginnt. Jeber ber beiben Ausschüsse hat zwölf Mitglieber. Der Ausschuß 1 setzt sich folgenbermafjen zusammen: Von ber Jnbustrie: Geheimrat Ernst v. Borsig, Generalbirektor Dr. Bögler unb Fabrikbirektor Witte (Bresben); von Arbeitnehmerseite: Gewerk­schaftsführer Peter Großmann (Freie Gewerk­schaften), Bernharb Otte (Christliche Gewerkschaf­ten) unb Max Rößiger (Hirsch-Duncker), von ber Lanbwirtschaft: Präsibent Dr. Branbes, ferner für ben gewerblichen Mittelstanb unb anbere Be­rufe: Maurer- unb Zimmermeister Robert Groß

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ftshast befanden, unter enwand Steine mit Ge­ren. Einer der Zeiten- > ertlärte, er habe mit men Mtstühe versucht, u brechen, um aus diesem riangen, die Vergeblich- t aber bann eingesebm

cht Gießen.

Arn b.Aovernber tagltti zericht in Butzbach. A it im Landeszuchthaul ;

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[en Lanögcrichtsgefäng- Äusschlleßen ber Zellen, s in ber sich diese brevi"-

ben Abstand genommen. Falle nur wegen Sach- oorten gehabt- 6in ge*

als Meuterei «W j en anzunehmen W !! jene gemeinsame cw | gegen diese beiden > 1 hauptverhandlung legt F bisher seine 3cteili« §

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