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Oie Beurteilung in der presse

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London, 9. Oft. (111.) 7tach Meldungen ans Tokio ist am Jretlag eine in schärfster Ion* art gehaltene Note an die chinesische Regie­rung abgegangen, in der ihr oorgeworsen wird, die japanische Forderung nach Einstellung der anti- japanischen Bewegung in China nicht erfüllt zu haben. Die Rote schließt mit der Drohung, daß China die Verantwortung für alle Folgen tragen müsse, wenn die chinesische Zentralregierung die antijapa­nische Bewegung weiter dulde und für einen ange­messenen Schutz von Leben und Eigentum der japa­nischen Staatsbürger in China nicht Sorge trage. Die japanische Flottenleitung Hal 19 Kriegs­schiffen Befehl erteilt, nach chinesischen Häfen in See z u gehen, und zwar Kriegs­schiffe nach Schanghai, zwei Kriegsschiffe nach hankau und je eins nach Nanking, Port Arthur und ver­schiedenen anderen Küstenstädten.

Die japanische Demarche findet in Schanghai den lebhaftesten Widerhall. Maßgebende aus­ländische Persönlichkeiten sollen erklärt haben, daß ihrer Meinung nach die chinesische Regierung eine geradezuerstaunlicheGeduldanden Tag lege. Sie rechne offensichtlich stark mit dem Schuh desvölkerbundes, dessen versagen im mand- schurischen Konflikt ihren Stur; nach sich ziehen mühte. Die mit China sympathisierenden Kreise meinen, die japanischen Militärs seien trotz dieser Haltung Chinas fest entschlossen, es zum Bruch zu bringen und dabei zugleich die Verantwort­lichkeit einer eventuellen Kriegserklärung China auf-

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Hauptquartier der liberalen Par­tei f ch l i e h e n und die Schlüssel zu« G e l d ! ch r a n k, der die Parteigelder enthält, ansich nehmen. Heute erfährt man. daß Lloyd George, der Inhaber deS Hauses ist, in dem dos Hauptquartier der Partei seinen Sitz hat, die Parteiorganisation angewiesen hat, sein Haus

riet (dem.) begrüßt es besonders, daß Kanzler auch mit der Wahrnehmung der

gramms, was nun endlich kommen müsse, weit­gehend miteinander übereinftimmten. De» Angriff im Reichstag werde die Regierung ab. wehren können. Die Probe auf ihre Lebens­fähigkeit werde sie erst nach der Vertagung des Reichstage- bis zum Frühjahr zu bestehen ha« ben. DerVorwärts" (foz.) findet di, Ernennung Groeners zum Innen- und Wehrmlnister als den weitaus interessan­testen Punkt der neuen Liste. Eine Gefällig, feit für die Rechte bedeute Groeners Ernennung zum Innenminister gewiß nicht. Das Vlatt fragt, ob .man nicht im Ausland von Militär- d i k t a t u r reden werde. Werde Droener Staats­mann genug sein, dann werde er sich von heut« ab in erster Linie als Verfassung-Mini­ster fühlen und erst in zweiter Linie als Wehr« Minister. Welche Figur diesen oder jenen Mi­nistersessel ziere, sei heute nicht das wichtigste, sondern das wichtigste sei, ob es gelinge, den Ge­neralangriff des älnternehmerturns aus die po­litischen und sozialen Rechte der Arbeiterklasse abzuschlagen.

nehmenden Politiker nicht ohne tiefen Eindruj bleiben könne. Alles in allem: Vrüning hab, jetzt wieder über den Winter hin einen starke, Rückhalt. DieD o s s i s ch e Zeitung" (Uli. stein), stellt fest, dah es nicht nur kein, Rechtsschwenkung gegeben habe, sonder, nicht einmal s ' ** - - - 1

Oie Rechtsopposition.

Es bleibt beim a'ten Kurs."

Der ,Lokalanzeiger" (hugenberg) spricht

Verschärfung der Lage im Kernen Osten

Eine japanische Demarche in China. Japanische Kriegsschiffe unterstühen die Zorderungen 'Japans.

zur Bildung eines Kabinett- ohne partei­mäßige Bindungen.

Doch nun sollte es sich mit erschreckender Deut- lichkeit zeigen, daß es hierzu zu spät war. Ueberall, wo der Kanzler anklopfte, hat er sich Körbe geholt und nur mit Mühe ist es ihm ge­lungen, wenigstens einen neuen Wirtschaftsmini­ster zu finden. Geheimrat Schmitz von den IG.-Farben, wirtschaftspolitischer Berater des Kanzlers während der Iulikrisis, in Paris und London, versagte sich. Auch Silverberg vom Rheinischen Draunkohlensyndikat, ein Mann mit eigenen Ideen, dem die Verflechtung von In­dustrie und Landwirtschaft und die Förderung des Binnenmarktes besonders am Herzen liegt, konnte ebensowenig wie D ö g l e r von den Ver­einigten Stahlwerken, der neben Schacht einst Sachverständiger auf der Pariser Poungplan- Konferenz gewesen war, zur Uebernahme eine- Portefeuilles bewogen werden. Der Essener Ober­bürgermeister Bracht lehnte ab, und die Ver­handlungen mit dem ehemaligen Reichswehr­minister Dr. Gehler, dem der Kanzler das Innenministerium angeboten hatte und der als Rachfolger Luthers im Präsidium des Bundes für eine Erneuerung des Reiches gewiß hierfür der geeignete Mann gewesen wäre, zerschlugen sich ebenfalls. Auch andere Kombinationen schlu­gen fehl, so dah es bei der Berufung Professor Warmbolds an die Spitze des Reichswirt­schaftsministeriums und der Ernennung des Staatssekretärs Joel zum Reichsjustizminister verbleiben mußte. In den anderen freigewor­denen Ressorts hat man sich so geholfen, daß der

Oer Aufmarsch der parieren in England

Sieben Parteigruppen werben um die Gunst des Wählers.

von einer Notlösung. Die Rechtstarnung, die der Sinn der Aktion Brünings war, ist mißglückt. In der langen Reihe von Absagen, die Brüning er­halten hat, liegt eine starke Minderung n e s politischen Ansehens. Das neue

fein. Die personelle Basis ist gewiß schmäler geworden, als sie vom Kanzler angestrebt wurde. Die Üebernahme deS Außenministeriums durch den Kanz- l e r verbindet die politische Gesamtleitung mit der Führung der außenpolitischen Geschäfte, die künf­tig eine für Deutschland lebenswichtige Bedeu­tung erlangen. Auch die Verbindung des Wehr- ministeriums und des Innenministeriums in der Hand Groeners wird man als die Vereini­gung zweier wichtiger Funktionen der staatlichenMacht ebenso bewerten dür­fen. Die Männer des Kabinetts haben nur d i e Bindung an eine große Sache, an die Aufgabe nämlich, aus Deutschlands größter Rot­zeit einen Weg zu bahnen, auf dem Land und Volk gesichert werden können. Sie wissen, daß das Vertrauen deS Reichspräsiden­ten unerschüttert hinter ihnen steht.

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fc'ali weitere Org feer1" teilten und dem ( ff-ct elmittman Ld!<x«nMie«»rt 6L .*XruM des a

Kanzler selber Mc Leitung der auswärtigen Polittk übernimmt, der ReichswehrministerG r o e- ner die Geschäfte des Innenministeriums ver­walten wird, und der als Reichskommissar für die Osthilfe bisher schon dem Kabinett ange­hörende Minister TreviranusReichsoerkehrs- minifter wird. Das ist eine ausgesprochene Ver­legenheitslösung. Die Absagen, die Brüning er­halten hat, zeigen deutlich, in welche Sackgasse ihn seine Polittk des ZögernS geführt hat. Was er vermutlich im Sommer noch hätte haben können, wenn er sich hätte entschließen können, sein Boot rechtzeitig zu entlasten und Kurs nach rechts zu nehmen, muß ihm jetzt versagt bleiben, wo die Männer, die er zur Mitarbeit auffor­derte, keine Aussicht mehr sahen, sich durchzusetzen. So wird er mit einem Rumpskabinett den Kampf mit dem Parlament aufnehmen müssen. Die Prognose ist nicht günstig, denn eS ist kaum wahrscheinlich, daß die gemäßigte Rechte einschließlich Dolkspartei und Wirtschaft-Partei in dieser Umbildung deS Kabinett- ein aus­reichendes Unterpfand für einen neuen Kurs sehen wird, und es ist anderseits sehr zweifelhaft, ob die Sozialdemokratie angesichts der radikalen Strömung in ihren Reihen von der bisher geübten Politik der Tolerierung zu offener Unterstützung des Kanzlers schreiten kann mit dem einzigen Zweck, Reuwahlen oder den Sturz Brünings mit einem folgenden Kabinett der Rech­ten zu vermeiden. Schon die nächsten Tage wer­den über das Schicksal des zweiten Kabinett- Brüning Klarheit bringen.

toi c!tU ' Beamte Slnlt Liierung ..

London, 9. Oft. (TU.) Die wahltaktische Lage hat sich nunmehr dahin geklärt, daß sich insge­samt sieben verschiedene Parteien und Gruppen herausgebildet haben, die ihre eigenen Wahlkandidaten aufstellen wer­den. Es sind dies zunächst die Konservativen, die 500 Kandidaten ins Feld schicken, dann die li­beralen Nationalisten unter der Führung von Sir John Simon, der die nationale Regie­rung bedingungslos unterstützen will und etwa 25 bis 30 Kandidaten an der Hand hat. Die Konservativen werden mit diesen in den meisten Fällen zu Wahlabkommen gelangen. Das gleiche gilt für die Partei derNationalen Arbeiter", das heißt die neue von Macdo - n a l b gegründete Gruppe, zu der etwa 30 bis 40 Kandidaten der Arbeiterpartei übergegangen find. Es folgen dieNationalen Liberalen" un­ter der Führung von Sir Herbert Samuel. Sie unterstützen die nationale Regierung, behalten sich aber freie Hand in der Zolltarifsrage vor. Ihnen steht zwar die Parteimaschine der Libe­ralen Partei, aber nicht deren Kasse zur Der- füaung, so daß sie sich in einer schwierigen Lage befinden. Wahlabkommen zwischen ihnen und sonsti­gen Anhängern der nationalen Regierung werden im allgemeinen nicht zustande kommen. Sie wollen gegen alle Anhänger der Schutzzollpolitik Gegen­kandidaten aufstellen, von diesem Verfahren aber in allen den Fällen Abstand nehmen, in denen cs zum Siege eines Sozialisten führen würde. Zur Zeit verfügen sie etwa über 30 Kandidaten. Die vor­genannten Parteien und Gruppen würden die na­tionale Regierung unterstützen.

Zur Opposition gehören die Arbeiter­partei unter Führung Hendersons, die in

zubürden.Daily Telegraph" meldet, die Jtanfing* regierung habe die Großmächte aus Grund de, kellaggpaktes ersucht, zu intervenieren. Zwi­schen den Unterzeichnermächlen des Paktes solle» gegenwärtig Besprechungen mit dem Ziel eine, freundschaftlichen und gemeinschaftlichen Schritte, in Tokio und Nanking slaltfinden.

Einberufung des Völkerbundsrals für Dienstag.

Genf 9. Oft. (WTB.) Der Präsident des Völ- kerbundSrats, der spanische Außenminister, Ler- r o u f hat den Völkerbundsrat für Dienstag einberufen, um erneut zu dem chinesisch- japanischen Konflikt Stellung zu nehmen. Inzwi­schen hat der Ratspräsident die japanische und b;e chinesische Regierung darauf hingewiesen, daß nach den dem Ratspräsidenten zugegangenen In­formationen die Lage sich weiter ver­schärft habe und Ereignisse vorgekommen seien, die eine friedliche Regelung zu erschweren drohen.

Amerika und die mandschurische Krage.

Washington, 9. Oft. (WTB.) Präsident Hoover hat die Lage in der Mandschurei mit dem Kabinett erörtert. Wie verlautet, wird di» Regierung versuchen, die Weltmeinung gegen neue kriegerischeHandlungen zwischen China und Japan aufzubringen. Rach der Kabi- nettSsihung erklärte Stimson. es sei unwahr­scheinlich daß die Regierung einen Schritt gegen Japan unternehme.

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nett Brüning ist das alte Kabinett, vermindert um drei, vermehrt um einen Minister: denn die Er­nennung Joels ändert sachlich nichts. Es ist eine Notlösung, ausreichend möglicherweise für die paar Tage Reichstag, für die gerechnet wird, daß Brüning keine ganz schlechte Chance habe, sich mit seinem neu-alten Kabinett durchzubringen. Auch eine Stimme Mehrheit ist schließlich die Mehrheit. Was vor der und für die Reichstagstagung noch verhin- dert ist, muß nach ihr kommen: Der Konflikt Brü­ning mit der Sozialdemokratie. Was dann? D i e Heranziehung der Rechten zur Regie­rung wird es schaffen. DerT a g' (Hugen- berg) sagt, es bleibt selbstverständlich beim alten Kurs, vor allem bei unbedingter Rücksichtnahme auf die sozialdemokratische Kontrolle. Schon daraus ergibt sich, daß die Haltung der na­tionalen Opposition gegenüber dieser Neuauflage des alten Kabinetts durch die Forderung bestimmt ist, die wir immer wieder gegenüber dem ersten Kabi­nett Brüning erheben, als sein Versagen in vollem Umfang erkenntlich war: Rücktritt einer Regierung, die kein Vertrauen im Lande genießt! Ceterum censeo ... DieD e u t s ch e Z e i t u n g" (deutsch- national) glaubt, daß das Ende des Systems Brüning auch durch die jetzige Umbildung der Regierung nicht vermieden werde. Dahinter stehe die nationale Opposition bereit, die Verantwor­tung zu übernehmen. Die Pressestelle der Reichs- leitung der N S D A P. erklärt: Das zweite Kabinett Brüning sei nichts anderes als das erste offene Ein­geständnis der inneren Schwäche dieses Systems. Nicht bei Brüning, sondern alleinbeimReichs- Präsidenten liegederSchlüssel für d i e kommenden Entscheidungen. Die Ratio- nalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei als der weit­aus stärkste und entscheidende Machtfaktor im Rin­gen um ein neues Deutschland gehe nach Harzburg, um ihren nationalsozialistischen Willen im Rahmen der dort vereinten Opposition gegen das System Brüning zielweisenden Ausdruck zu geben und zur stärksten politischen Auswir­kung zu bringen.

Oie gemäßigte Rechte.

Auf des Messers Lchueide."

DieD ör s en z e i t u n g" (Konserv.) unter­streicht, daß Brüning nicht den Mut gefunden habe, nach rechts zu optieren, obwohl er dunkel empfunden habe, daß eine solche Op­tion sich nicht mehr länger aufhalten lasse, wenn man nicht die Spannungen in der Öffentlichkeit noch erhöhen wolle. Die Rechts­orientierung, der einzige Sinn der Regierungs­krise, sei unterblieben. Man müsse hoffen, daß sie nur um kurze Zeit hinausaeschoben sei. Diese Kabinettsbildung stelle sich als Stückwerk, als Produkt der^Entschlußlosigkeit dar. Die »Deutsche T a g e s z t g." (Landvolk) verweist auf die Stellungnahme der Grünen Front zum neuen Kabinett Brüning. Dem Blatt scheint bei der Gesamtlösung der Personenfrage und bei der innerlich unveränderten alten Tendenz des Ge- samttabinetts irgendwelche Gewähr für eine aktive Agrarpolitik nicht gegeben. DieD A Z." kVolksp.) betont, die jetzige Regierung sei kaum stärker als die frühere. Das zweite Ka­binett Brüning stelle eine schwere Ent­täuschung dar. Persönlichkeiten, die sich wei­gerten, in da- Kabinett einzutreten, hätten an­scheinend die ihnen angebotenen Garantien nicht für ausreichend gehalten. Dieser Geburts­fehler des neuen Kabinetts sei zugleich seine schwerste Belastung. Die Dettauung Groe- ncrs mit zwei Ministerien nennt das Blatt eine bezeichnende Tatsache. Eine Wahrscheinlich­keitsrechnung beweise, wie sehr die Dinge bei einer Abstimmung im Reichstag aufdes Mes­se r S Schneide ständen.

Oas Zentrum.

Das Vertrauen des Reichspräsidenten unerichüttert."

Die Berliner Morgenblätter beschäftigen sich mit der Ernennung des neuen Kabinetts Brü­ning. Die .Germania", das Blatt des Reichskanzlers und führendes Zentrumsorgan, sagt u. a.: In wenigen Tagen wird das Kabinett vor dem Reichstag Gefolgschaft for­dern für eine Politik, die sich an nichts ande­rem orientieren will, als an den sachlichen LcbenSnotwendigkeiten unseres Vol­kes. Diese große Stunde deS Reichstages wird eine Schicksals st unde Deutschlands

Oie Linke.

TicBctrauung (Groeners die entscheidende Ueberraschurig."

Rach dem2 e r l i n e r T a g e b l a t f (dem.1 ist der rechte Flügel im neuen Kabinett verstärkt. Meles spreche dafür, daß die erzwungene De­mission und die ostentative Zurückhaltung vo» Persönlichkeiten mit Rang und Hamen der neue» Regierung geschadet habe. Die parlamen, tarttchen Aussichten für das Kabinett feie» äußerst unsicher. Der ..B ö r s e n - E o u-

t lieber Promi

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Ernte!

Der vor wenigen Tij tinncr des lWschcn 5 lomowiS-Moe, tinem ßanbfiti ffix-n Provinz Posen lüin veriorengegangen Mtvd. die der Äeisen V'-bd aussacht, aber i 'tlntn Leoenserinnen ar aui tzeimatMhl Jtnö feine Aeize Hain Jahrzehnten Nujal mrete, terra di lavoro v < dieses, und schön tf über die Aatur, der Kräfte, welch «-"er barg, zu vürd D^rt, dessen Wahrheit > »«n die durch Wander ? Aatur verbun Men, noch nicht recht t der Strom b ffÄ?« Daturfreu i(cn , .Nitsch m iF*" »I ,,in e nrm ßauch her

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mißbilligt, wird der Rücktritt seine- H organisator- angesehen. Man erinnert sich, Lloyd George kürzlich erklärt hat, er werde das

möglichst vielen Wahlkreisen kämpfen und vorau sichtlich 500 Kandidaten aufstellcn wird. Hierin die Unabhängige Arbeiterpartei eing schlossen, die sich bisher noch nicht offiziell zur sei ständigen Partei erklärt hat, obwohl ihre zukünftig« Abgeordneten den Anweisungen der offiziellen Part nicht mehr folgen werden. Henderson wirb vorau sichtlich burch 'bieUnabhängigen Libe­ralen" der Lloyd-George-Gruppe" unter­stützt werden, bie ben Freihanbel auf ihr Ban­ner geschrieben haben. Lloyb George har bie De fügung über bie liberale Parteikasse unb wirb ml etwa 40 Ranbibaten im Wahlkampfe erscheinen. D letzte Gruppe ist bieNeue Partei" Sir Oswa Mosleys, bie jede Reaierung mit einem foi ftruktioen Programm unterstützen unb 18 Ranbibak aufstellen will. Sie hat jetzt ihr eigenes Parteiorgan herausgebracht das schon am ersten Tage gut ver­kauft wurde. Man kann annehmen, daß diese Grupst zunächst in Opposition gehen wirb.

Lloyd George hält den Oaumen auf die parteikaffe.

London, 9. Olt. (WTB.) AlS neuer Beweis dafür, dah Lloyd George dic Reuwahlen

h u n g. Die Regierung habe die Verfassung zu verteidigen und eine soziale Revolution zu ver- hüten, die im Ausland alS das deut'che G«. fpenst erscheine. Es sei darum von Bedeutung, daß Warmbold und Stegerwald übet' den wesentlichen Inhalt des Wirtschaftspro-

'-'lüwr Lösung, > L : J iie Lusi'lattunc mit eigknrr 1

Ed) werden die Heineri mür die dingliebenir -i am Ende dieser En ^ne Hegemonie ei |rti»dit kann nur ges frDnde und geföt^rle fSJorporolioer 0run kt ilonlumentenschaft. $ ifi ng bietet alle ®run ioldjen organischen Ml i, parttätischen und Iren ffiirlhftaftsfommei it ,r organisch in den < Kriechende fRefolutione tr er und SdjmiHtr

frische, mutig zupackende Initiative zu erwarten war. So blieb Herr Dietrich Leiter der Reichsfinanzen, obwohl sein Optimismus immer wieder von der katastrophalen Entwicklung Lügen gestraft wurde. So blieb Dr. E u r 11 u s im Auswärtigen Amt, ob­wohl seine unglückliche Hand längst offenkundig war und er, der sich als Verwalter des Stresemannschen Erbes fühlte, nicht die Qnftiition besaß, bie zur Füh­rung der Außenpolitik eines geschlagenen, um seine nackte Existenz ringenden Volkes nun einmal un- entbehrlich ist. Starr unb unbelehrbar hielt inbessen Brüning seine Mannschaft im Boot. Balb war er Kapitän, Steuermann und Erster Offizier in einer Person. Ein zäher Wille unb eine erstaunliche Ar- beitskraft halfen ihm trotz Versagens seiner Mann­schaft auch bann noch weiter, als schon schwere Sturz- wellen über Deck schlugen. Eine Gelegenheit nach der andern wurde verpaßt, durch Anheuern frischer, un- verbrauchter Kräfte sich selber Entlastung zu ver­schaffen unb ben großen Fundus an Vertrauen zu erneuern, den er einst bei Uebernahme der Führung im Volke besessen hatte. Fand er früher im In e i ch s- rat bei den Regierungen der Länder noch die Un­terstützung, die ihm bfr Reichstag versagt hatte, so hat bie letzte Reichsratssitzung erkennen lassen, daß nun auch hier ein anderer Wind weht.

Die Methode der Notverordnungen hat sich totgelaufen Dabei soll nicht verkannt werden, daß trotz zunehmender Schwierigkeiten und wachsen- der Widerstände Bedeutendes geleistet worden ist, solang- der Kanter unbeirrt seinen Weg ging. Die Osthilfe unb bie Maßnahmen zur Rettung ber beut- schen Landwirtschaft waren, wenn sie auch nur ein Anfang sein konnten, doch ein Beweis, daß man den richtigen Kurs erkannt hatte. Das Hoooermora- torium, der Layton-Bericht und das Halten der deutschen Währung haben im Augenblick das Schlimmste verhindern können. Die Ausgabenwirt­schaft des Reichs, der Länder unb Gemeinben wurde gestoppt. Aber trotz wiederholter Beteuerungen ist es dem Reichsfinanzminister Dietrich nicht einmal gelungen, das Defizit im Reichshaushalt auszu- gleichen, obwohl das Reich sich durch eine rücksichts­lose Abwälzungspolitik erheblich entlasten konnte. Der wachsenden Arbeitslosigkeit konnte man nicht bei- kommen. In manchem zeigen sich zwar Ansätze zu einer Reform, aber bas große Reformprogramm, bas ber Wirtschaft nun enblich bie so oft verspro­chenen Erleichterungen bringen soll, bie sie in ben Stand setzt, wieder Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, ist ausgeblieben. Die Reichs, unb Verwaltungs­reform ist keinen Schritt breit vorangekommen. Eine Fülle von Notgesetzen haben manch erfreuliche An­sätze gebracht und manch neue Gedanken, wie bie Siedlung, bie Arbeitsdienstpflicht zu fördern ge­sucht, aber trotz rigoroser Eingriffe in die persön­liche Freiheit des Einzelnen, in die materiellen Exi­stenzgrundlagen weiter Bevölkerungskreise wie z. Ä. ber Beamten, in die Freiheit der Länderhoheit, der Selbstverwaltung und der Wirtschaft läßt auch die dritte Notverordnung, mit der uns das Kabinett Brüning nun noch kurz vor Torschluß beglückt hat, doch den entschlossenen großen Zug vermissen, der zum Kern der Dinge vordringt und die Not an der Wurzel anpackt. Was nach monatelangem Zögern und Schwanken fchließlich herausgekommen ist, sind wieder nur Ansätze. Vor schnellen, durchgreifenden Entschlüssen schreckte bas Kabinett immer wieder im letzten Augenblick zurück, weil es Widerstände fürch­tete, die zu überwinden es nicht mehr die Kraft in sich fühlte. So drohen die uns nach den sich immer schneller folgenden Umdrehungen der Steuerschraube die nach dem Bekenntnis des Ministers Dietrich ohnehin kaum noch etwas herauszupressen vermag , unb nach ben letzten harten Eingriffen in bie Beamtenbesoldung noch gebliebenen Reserven auch noch Tropfen für Tropfen in das Danaidenfaß der öffentlichen Finanzen abzufließen, ohne daß nun mit diesen bitteren Opfern, die nur wegen des großen Ziels des Wiederaufbaus von Staat unb Wirtschaft auf gefünberen Fundamenten erträglich waren, auch nur diese neuen Grundlagen hatten erlauft werden können.

Das ist bie schwere Enttäuschung dieser Monate, daß unentschlossenes Zögern unb Zuwarten unb immer wieder Zurückweichen vor Schwierigkeiten, die man in der üarlamentarischen Lage sah, ben Kanzler nicht zum Zug kommen liefe. Do ist ein grofees Mafe von Vertrauen, wie es feit Strese- mann unb Luther kein Kanzler genossen hat, im Schwinden begriffen. Die vielfachen Gelegenheiten, die sich dem Kanzler boten, durch eine Erneue­rung seines Kabinetts, durch ein Abstreifen der parteipolitischen Fesseln freie Hand zu be­kommen, wurden verpaßt. Auch ein Heranziehen der Rechtsopposition zur Mitarbeit, wie es zwei- sellos dem Wahlergebnis des 14. September ent­sprochen hätte, wurde durch Einflüsse in der eigenen Partei des Kanzlers von Preußen her stets hintertrieben. Seitdem ist die Kluft zwischen der Rechten und dem Kanzler, dem, als er zur Regierung berufen wurde, der Ruf eines jung­konservativen Mannes voranging, immer größer geworden unb ber Einfluß ber Sozialbernokratie auf bie Gntscheibungen bes Kabinetts ist in glei­chem Verhältnis gewachsen. So konnte es nicht ausbleiben, daß auf bem rechten Flügel der Parteiengruppierung, bie bas Kabinett Brüning stützte, Unruhe und Mißtrauen entstanden und man den Kanzler zu drängen suchte, sich mit neuen Männern zu umgeben, die die Gewähr dafür boten, den großen Reformaufgaben nicht länger aus dem Wege zu gehen und aus Ansätzen zu Lösungen zu führen. Der Kanzler hat dem oebarrlich widerstrebt solange er die Möglichkeit sah, mit dem Kabinett in seiner alten Besetzung die parlamentarischen Klippen zu umschiffen. So wurde im Frühjahr und Sommer der psycho­logische Moment zu einem Kurswechsel erneut verpaßt. Erst das Rücktrittsgesuch des Reichs- außemninistarS als Folge der Zollunion-schlappe in Genf brachte den Stein ins Rollen. Aber selbst vor ber brohenben Wetterwanb bes 13. Ok­tober, an bem ber toieber zusammentretenbe Reichstag die vorliegenden Mihtrauensanträge der Opposition zu beraten haben wird, hätte Brüning am liebsten noch einmal die Augen ge­schlossen, obwohl ihm klar sein muhte, daß die Aussichten für ihn, mit seinen alten Leuten den Kampf im Parlament zu bestehen, angesichts des drohenden Abmarsches der DolkSpartei, derWirt- schastspartei unb ber Lanbvolkpartei unb der radikalen Welle innerhalb der Sozialdemokratie sehr gering geworden waren. Man schreibt eS der persönlichen Inittattve deS Herrn Reichs­präsidenten zu, daß der Kanzler sich doch nun endlich bewegen liefe, wenigstens einige seiner bisherigen Mitarbeiter auSzubooten, um sie durch neue Männer zu.ersehen, die parteipolitisch nicht gebunden waren unb burch ihre Persönlichkeit die Gewähr boten, baß ein entschiebener Kurs ber Reformen angesteuert wurde. Do mußten nach C u r t i u S auch die beiden Zentrumsleute Wirth und Gu-rard über die Klinge sprin­gen. Das Kabinett demissionierte unb ber Reichs­kanzler Dr. Brüning erhielt erneut den Auftrag

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