Ausgabe 
10.1.1931
 
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Wirlschast.

Holzversteigerungs - Termine.

Montag, 12. Januar:

Versteigerer: Marktvorstand Grüningen°Dorf- ®üIL Dcrsteigerungsort: Turnhalle zu Gruningen. 9,30 Ahr.

Versteigerer: Graf zu Solms-Laubachsches Forstamt Laubach. Dcrsteigerungsort: Turnhalte zu Freienseen. 10,30 Ahr.

Versteigerer: Fürstliche Oberförsterci Lich. Ver­steigerungsort: Kreisstraße Rieder-Bcssingen, Langsdorf, Waldcingang. 10 Ahr.

Sprunghasteei Steigen -er Arbeits- losigkeit in Hessen und Hessen-Nassau.

OSÖQl. Frankfurt a. M., 9. Jan. Während der letzten Dezemberhälfte stieg die Arbeits­losigkeit sprunghaft um 20 751, oder 8 2 Prozent, auf 27 4 255 Arbeitsuchen­den an. An Angelernten (Lohnarbeit wechselnder Art) sind jetzt 50 000 Arbeitslose gemeldet, dar­unter über 16 000 Vauhilfsarbeitcr. Don den Saisonberufen belasten den Arbeitsmarkt ferner besonders stark das Baugewerbe (mit 37 363 Ar­beitsuchenden), die Steinindustrie (18 346) und das Derkehrsgewerbe (13 016). Aus der Land­wirtschaft sind 7448 Arbeitsuchende gemeldet. In anderen Derufsgruppcn sind vorhanden: aus dem Metallgewcrbe 48 432, Holzgewerbe 15 686, Bekleidungsgewerbe 14 194. und aus den An- gestelltcnberufen insgesamt 22 412 Arbeitsuchende. In der Gruppe Rahrungs- und Eenußmittcl- gewcrbe schnellte die Zahl um 2504 auf 8493 hinaus: vornehmlich durch die Entlassungen in­folge der Erhöhung des Tabakzolles. In der Arbeitslosenversicherung standen am 31. Dezem- der 126 850, in der Kriscnfürsorge 38 924 Haupt- Unterstützungsempfänger. Das sind 13 560 bzw. 3281 mehr als am 15. Dezember und 15 724 bzw. 25 174 mehr als vor einem Jahre.

Kundenwerbung amerikanischerBanken

Kundenwerbung amerikanischer Danken (Finan­cial Advertising) ist der Titel eines vor kurzem von der Verlagsbuchhandlung Leopold Weiß, Berlin-Wannscc, herausgebrachtcn Werkes von Carl Hundhau'en, Dipl.-Kaufmann, Dr. rer. pol., (Mark 42., 360 Seiten), das in der deutschen Bankwelt größte Beachtung verdient. Wenn­gleich die enschlägigen Verhältnisse in Deutsch­land wesentlich anders liegen als in Amerika, so zeigt doch der Verfasser Wege, die bei ent­sprechender Einschränkung auch in Deutschland be­schritten werden tonnten. Abgesehen von Anzei­gen in den großen Handelsblättern deuten nur vereinzelte Anzeigen in deutschen Tageszeitungen darauf hin, daß deutsche Banken und Finanz­institute die Bedeutung der Reklame ebenso er­kannt haben wie die amerikanischen.

Das Buch verrät eine gründliche Kenntnis der Mentalität und der Werbemethoden in Deutsch­land unö Amerika. So sagt der Verfasser u. o.:

.. 3n einem Falle sieht man nur auf das Aus­geben und im anderen nur auf denreturn, auf das, was die Ausgabe hereinbringt und auf­baut", und an anderer Stelle heißt cs: »Das Erziehungsmotiv, das in der deutschen Bankwerbung weniger beachtet wird, steht bei allen Veröffentlichungen amerikanischer Banken besonders stark im Vordergrund." Das mit Ab­bildungen amerikanischer Wcröedrucke reich aus­gestattete Werk hat durchaus praktische Bedeu­tung sowohl für den Bank- wie auch für den Zeitungsfachmann. Es ist erstaunlich, wie weit die Amerikaner auf Grund von langjährigen Er­fahrungen in der Kundenwerbung gekommen sind. Immer wieder kann man feststellen, daß trotz ge­druckter, geschriebener und gesprochener Werbung bezeichnenderweise der Hauptteil doch auf das Inserat entfällt, und zwar wegen seiner größe­ren Reichweite. Rach Hundhau'en haben sich bei der damit erreichten Publizität Embleme und Schlagworte herausgebildet, deren Werbewert sich erwiesen hat. Diese Embleme haben für viele Banken Amerikas eine solche Bedeutung, daß sie sie als allein'gen Inhalt für ein Inserat wählen. Der Fachmann wird das Buch nur ungern aus der Hcmd legen, denn interessant und lehrreich sind die eingehenden Schilderungen der ameri­kanischen Werbemethoden und des Dienstes am Kunden". Es ist leider nicht möglich, im Rah­men einer Zeitungsbesprechung d'e einzelnen 2lb- handlungen d?s viel'eit'gen Inhaltsverzeichnis es so ausführlich zu würdigen, wie sie es verdienen.

Das Buch von Hundhausen wird jedenfalls be- fruchtend auf die deutsche Bankwerbung wirken.

Wochenbericht

vom Frankfurter Effektenmarkt.

Die Börse eröffnete das neue Jahr im allge­meinen nur wenig verändert, unterschied sich icdoch darin vom Schluß des Vorjahres, daß die ge­fürchteten Auslandabgaben fast zum Still st and gekommen find. Eine Belebung des Geschäftes ist allerdings auch nicht cingetreien. da das Interesse des Publikums nach wie vor ganz gering ist. ,

Der Verlauf dieser Börsenwoche zeigte starke Schwankungen, wobei sich die etwas festeren und anderseits wieder schwachen Börsentage ziemlich die Waage hielten. Anregend wirkten einerseits die etwas festeren Auslandbörsen und der leichte Geldmarkt, da der Monat Januar meist die Üb­lichen Rückflüsse bringt. Auf der anderen Seite lagen stark verstimmende Momente vor. So wurde die Börse gleich zu Beginn des neuen Jahres von den wilden Streiks im Ruhrgebiet überrascht. Lohnkämpfc setzen bei den gegenwärtigen labilen innerpolitischcn Verhältnissen die Wirtschaft wie die Börse einer schweren Belastungsprobe aus. Man rechnet jedoch damit, daß beide Parteien unter dem sausten Druck der Regierung wohl auf einen Schiedsspruch auf mittlerer Basis hinarbei­ten werden.

In bezug auf die bevorstehenden außenpolitr- schen Verhandlungen in Genf hegt man starke Be­denken, und daher war auch die Zurückhaltung der Spekulation, wie überhaupt der an der Börse interessierten Kreise zienlich groß.

Der Schluß der Woche brachte überwiegend un­günstige Rachrichten. Ein Artikel derTimes", j)er Deutschland Zurückhaltung in der Aufschub» frage empfiehlt, verstimmte ebenso wie der starke Kursrückgang der Svenskaaktien und der dividen­denlose Abschluß bei Bemberg. Die Abgaben ka­men namentlich von der ausländischen Arbitrage. Auch die Streiks in Oberschlesien wirkten retardie­rend, nachdem man über die etwas günstigeren. Ruhrverhandlungen befriedigt war. Eine Aus­nahme machte der festverzinsliche Ma.kt, der in­folge der leichten Geldmarktlage eine ausge­sprochen feste Haltung zeigte. Desonde.s Goldpfandbriefe undLiq.i ationsp andbriefe stan­den im Vordergründe des Interesses.

An den Aktienmärkten war das Geschäft nicht groß. Kleine Deckungen hoben zwar den Kursstand in den meisten Werten, do-ß liegt das Eesamtniveau immer noch matt. Stark rückgängig lagen vor allem Svenska, die mit 232 Mark pro Stück einen neuen Tiefstand er eicht haben. Der Verlust gegenüber der Vorwoche beträgt fest nahe­zu 50 Mark. Farbenaktien unterlagen mehrsachen Schwankungen, blieben aber gut behauptet. In Montanpapieren nahm das Geschäft keinen größe­ren ülmfang an, da die Streiks im Ruhrgebiet und in Oberschlesien ein Hemmnis für eine Auf­wärtsbewegung bildeten. Elektropapiere konnten sich überwiegend etwas erho'ei. Kaliaktien kaum verändert. Schifsahrtswerte standen weiter unter dem Druck von Positionslösungen für ausländische Rechnung. Kunstseideaktien lagen gegen das stark ermäßigte Dorwochenniveau nur noch mäßig nied­riger. Ilnter den Bankaktien hatten Reichsbank auf ausländische Käufe, Hypothekenbanken und die D.-Banken meist erhöhte Kurse zu verzeichnen. Der Geldmarkt liegt sehr leicht. Am De­visenmarkt zeigte die Mark eine rückläufige Bewegung während der Franken auf die Diskont­senkung der Bank von Frankreich ebenfalls recht schwach lag.

Wochenbericht

vom Frankfurter produktenmarkt.

Der Frankfurter Getrridemarkt eröffnete das neue Jahr im allgemeinen in wenig verän­derter Haltung, wenn auch ein etwas freund­licherer Grundton nicht zu verkennen war. Die Stimmung war etwas fester, doch beschränkten sich die ülmfätze weiter nur auf das notwen­digste.

Der einzige Artikel, der in dieser Woche etwas lebhafteres Geschäft verzeichnete, war Weizen, für den auf weitere Käufe der Müh­len ein Preisgewinn von 6,50 Mark eintrat. Roggen war weiter nur mäßig angeboten. Das Geschäft konnte sich aber nicht beleben: der Preis b'ieb gegen die Dorwoche unverändert.

Gerste wurde bei zunächst unveränderten Preisen weiter von Drauereiseite aus dem Markt genommen. Gegen Wochenende drückte jedoch

etwas stärkeres Angebot auf den Markt, so daß ein Rückgang des Preises um 2,50 Mark pro Tonne erfolgte. Hafer bei kleinen Umsätzen stetig.

Am Mehlmarkte konnte sich gegen Ende der Woche noch etwas lebhafteres Geschäft ent­wickeln. Äe Preise wurden in der Derichtswoche von der Mühlenkonvention im Einklang mit der festen Haltung des Weizenmarktes dreimal um je 0,25 Mark erhöht. Roggenmehl war in den Forderungen unverändert. Das Geschäft war sehr gering.

Futtermittel hatten bei stetigen Preisen unvermindert kleines Geschäft. Am Kartoffel­markt hat die Rachfrage weiter etwas zuge- nommen, so daß gegen die Dorwoche ein wesent­licher Preisgewinn zu verzeichnen ist. In Saat­kartoffeln bekundete dos Ausland noch etwas Rachfrage, während vom Inland keine Abrufe mehr erfolgten.

Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen in Mark (für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilogramm): Weizen 275 bis 276,50, Roggen 177,50, Sommergerste 215, Weizen­kleie 8,75 bis 8,90, Weizenmehl, südd. 41,50 bis 42,50, do. niederrhein. 41,25 bis 42,25, Roggen- mehl 26,50 bis 27,50, Roggenkleie 8,60 Kartoffeln per Zentner: Industrie hiesiger Gegend 2,20 bis 2,50.

Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt stand in dieser Woche im Zeichen stark erhöhter Auftriebe. Der Handel war infolgedessen aus allen Märkten langsam, bei Schweinen sogar schleppend, so daß größere üleberstände verblieben.

Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb mit 1508 gegen 1299 in der Dorwoche erheb­lich stärker. Das angetriebene Dich war von mitt­lerer Qualität. Rach sehr ruhigem Handel ver­blieb äleberstand. Die Preisrückgänge betrugen bei Ochsen, Dullen und Färsen 2 bis 3 Mark, während Kühe unverändert blieben. Die Ex­portbeteiligung war in dieser Woche mit 40 Proz. recht schwach.

Auch auf dem Schweine markt war die Beschickung wieder unnormal. Die Folge war, daß bei sehr schleppendem Geschäft großer äleber- ftand verblieb und die Preise Abschwächungen bis zu 6 Mark erfuhren. Am Rebenmarkt lag der Handel vollkommen darnieder

Kälber hatten ebenfalls bei ruhigem Han­del Preisrückgänge von 2 bis 5 Mark, wobei die Konkurrenz von Wild und Geflügel weiter ein- wirkte.

Schafe wurden bei nur leicht nachgebenden Preisen etwas lebhafter gehandelt. Der Auf­trieb war auch hier mit 454 gegen 193 in der Dorwoche recht stark.

Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 50 bis 54, a2) 45 bis 49, b) 40 bis 44. Bullen a) 49 bis 53, b) 44 bis 48. Kühe a) 42 bis 45. b) 35 bis 41, c) 30 bis 34. d) nicht notiert. Färsen a) 50 bis 54, b) 45 bis 49, c) 40 bis 44. Kälber b) 68 bis 74, c) 62 bis 64, d) 56 bis 61. Schafe al) 45 bis 48, b) 38 bis 44. Schweine a) 60 bis 62, b) 61 bis 63, c) 61 bis 64, d) 61 bis 63. e) 60 bis 62, f) nicht notiert, Sauen 48 bis 55.

Frankfurter Börse.

Frankfurt o. M., 10. Jan. Tendenz: geschäfts. los. Auch die Wochenschlußbörse eröffnete ohne Erholung. Unter dem Eindruck überwiegend schwäche­rer Auslandbörsen und der vollkommenen Order- lofigfeit ergaben sich in der Mehrzahl kleinere Abschwächungen. Das Geschäft zu den ersten Kursen war außerdem gering. Retardierend wirkte die weitere Unsicherheit hinsichtlich der bevorstehen­den Genfer Verhandlungen. Die Tagesspekulation schritt daher zu kleinen Abgaben, so daß sich gegen die gestrige Abandbörse Kursrückgängebiszu 1 v. H. ergaben. Am Schiffahrtsaktienmarkt setzten sich die Abschwächungen wegen der Dividenden­befürchtungen weiter fort. Sowobl Hapag als auch Norddeutscher Lloyd eröffneten 1 o. H. niedriger. Man war verstimmt, daß die Verwaltung bisher noch keine Erklärung hinsichtlich der Gerüchte heraus­gegeben hat. Bis zu 1,5 v. H. schwächer eröffneten außerdem I.-G.-Farben, Deutsche Linoleum und Montanaktien. Am Markt der Kunstseideaktien konn­ten sich Bemberg erneut um 1,5 v. H. erholen, da­gegen verloren Aku 1 v. $). Von Bauunternehmungen lagen Holzmann um den Bruchteil eines Prozents höher, während Zement Heidelberg und Wayß & Freytag bis 1 v. H. nachgaben. Bankaktien lagen meist etwas niedriger. Nur Barmer Bank setzten etwas höher ein. An den übrigen Märkten bröckelten Deutsche Anleihe weiter ab. Von Auslandrenten

blieben Anatolier uni) Rumänen behauptet. Der Pfandbriefmarkt lag weiter kaum verändert, Kurse ruhig. Im Verlauf bewirkten kleine G l a t t st e l - lungen der Spekulation ein weiteres Nachgeben der Kurse um etwa 1 v.H. Die starke Geschäftslosigkeit hielt weiter an. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 v. H. unver­ändert. Erste Adressen 6 v. H., zweite Stellen 7 v. H. Der Devisenmarkt war weiter sehr ruhig. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2046, gegen Londpn 20,41, London gegen Kabel 4,8546, gegen Paris 123,75, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 45,75, gegen Schweiz 25,0550, gegen Holland 12,0613.

Berliner Börse.

Berlin, 10. Jan. Die Geschäftslosigkeit zu Beginn der heutigen Wochenschlußbörse war kaum zu überbieten. Schon in der Vorbörse hatte sich die ft a r t c Unsicherheit gezeigt, die auch im Vei> laufe anhielt. Verstimmend wirkte vor allem das Ein­legen von Feierschichten im Ruhrbergbau infolge der dauernden Absatzschwierigkeiten, man sprach von Dividendenreduktionen bei verschiedenen Gesellschaft ten usw. Svenska konnte sich um 2 RM. befestigen, während Aku 2,5 v. H. auf die Dividendenreduktion bei Courterlds verloren. Schiffayrtswerte, besonders Hamburg-Süd und Hansa Lloyd, waren bei stärke­rem Angebot weiter schwächer. Vogel Draht, bei denen mit dem Ausfall der Dividende zu rechnen fein dürfte, schwächten sich um 3 v. H. ab. Die erneute Ermäßigung des Kupferpreises von 10,55 Cents auf 10,30 Cents wirkte sich kaum aus. DtiTorfingen um den Bruchteil eines Prozents zurück. Von deutschen Anleihen war Neubesitz wieder 0,13 v. H. schwächer und erreichte mit 4,90 v. H. einen neuen Rekord­tiefstand. Von ausländischen Renten schwächten fick Mexikaner stark ab. Der Pfandbriefmarkt war noch unübersichtlich. Geld war bet unveränderten Sätzen eher eine Kleinigkeit leichter. Tagesgeld nannte man mit 3 bis 5 v. H., Monatsgeld 6,25 bis 7,50 o. H., Warenwechsel 5,40 v. H. Im Verlaufe wurde das Geschäft v ö l l i g ft U L Nur in einigen Werten kamen Umsätze zustande. Die Kurse gingen daraufhin erneut etwas zurück. Chadeaktien wurden vorzeitig 1,5 v. H. schwächer notiert. Westeregeln 2 v. H. nied­riger. Am Farbenmarkt herrschte in Erwartung des Berichts für das letzte Vierteljahr ziemlich starke Zurückhaltung. Die Kurse gingen 0,5 v. H. zprück. Norddeutsche Wolle, die schon anfangs schwächer lag, verloren im Verlauf erneut 1 v. H.

Strafkammer Gießen.

* © i e e n , 9. Jan. Am 16. Februar 1926 hatte ein aus dem benachbarten Preußen stammender Pferdehändler auf dem Friedberger Pferdemarkt einen Fuchs angeblich für den elterlichen Betrieb gekauft und nach wenigen Tagen wieder verkauft, da er inzwischen angeblich krank geworden war. 200 Mark hatte er anbezahlt, 500 Mark b ieb er schuldig, obwohl er bei dem Weiterverkauf bares Geld erhalten hatte. Am 17. Februar 1926 kaufte er bei einem Landwirt in de: Rähe ein zweites Pferd, ebenfalls angeb ich für die cl'erlidje Landwirtschaft, verbrachte es aber zum Weiter­verkauf nach Frankfurt, weil es sich als so störrisch erwiesen habe, daß er es für sich nicht brauchen könnte. Dort holte es am nächsten Tage der Ver­käufer wieder ab. Wegen Betrugs angellagt, war er von dem Amtsgericht Bad-Rauheim man­gels ausreichenden Beweises frei gesprochen worden. Rach umfangreicher Beweis a snahire er- urteilte ihn, der eben vier Jahre Gefängnis we­gen ähnlicherPferdehändel" verbüßt, bie Straf­kammer in dem ersten Fall wegen Betrugs zu zwei Monaten Gefängnis. Sie hielt für festgestellt, daß er von Anfang an in die e.n Fall betrügerische Absichten hatte. In dem zw'i.en hielt sie dies nicht für völlig einwandfrei nachgewie en und verwarf insoweit die Berufung der Staats­anwaltschaft.

Ein Kaufmann hatte einen Strafbefehl wegen einer jlebertretung bekommen und dagegen Ein­spruch erhoben. In der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht in der Provinz war er ersch e- nenl der Termin mußte aber vertagt werden. In der zweiten Verhandlung erschien er nicht: das Amtsgericht verwarf deshalb seinen Einspruch, weil er trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht er­schienen sei. Hiergegen verfolgte er Berufung. Verteidigung und Staatsanwaltschaft waren sich darüber einig, daß das Urteil au'zuheben und d e Sache an das Amtsgericht zurückzuverweisen fei. Die Strafkammer war derselben Auffassung und erkannte demgemäß. Auch nach der Meinung des Berufungsgerichts trifft d'e dem älrfeil ie3 Amts­gerichts zugrunde liegende Bestimmung des Para­graphen 412 Abs. 1 StPO, nur den Fall, daß der Angeklagte in der ersten Hauptverhandlung ausbleibt.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 d. Sy, Lombardzinsfuß 6 d. 3).

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9.1.

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Datum

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10.1.

9.1. |

10.1.

6% Steuhdie Rtichsanlrihe

vamvurg-ÄmerUa Pater . . . '<

60

59

59.5

59,5

»on 1927 .........

85

-

85

Hamburn-Südam. Dampfschiff. S

136,75 1

134

7% Deutsche Reichsanleche

Hama Dampfschiff.....10

111.75

109

von 1929..........

100,5

_

100,75

_

tRorbbeuheber Llobd.....S

60,25

59,5

60.4

60

r-uHÄe AnI>Ablöi.-SchuId mtl

Allgemeine DeuticheTrrditanst. 10

99

98,25

98.25

Ausloi.-Rechten.......

52,5

52,3

52,6

52,5

Barmer Bankverein .... 10

101

101

101

101

Desai. ohne Auclos.-Rechte . .

4,95

4,85

5

4,9

Berliner HandelSgelellfchast . 12

120

120,25

120,25

8% Hell. Bolk-swat von 1929

(Sommer^ und Prival-Aank. 11

111

110.5

111

110,25

Hohlb. 102%)......

89,5

89,5

Darmstädter und Nationalbank 12

144

143,5

143,5

Clnbilicn Vrovtw,. Anleihe mit

Deutsche Bank unb

Aurloi^R-wien ......

50

-

Ttsconw-Gesellschaft, ... 10

110

110,13

110

Deutsche ftomm. Sammelabl.

Dresdner Bank......10

111

110,5

111

110,5

Anleihe Serie 1......

50,25

- - -

50,13

Neichsbant..... 12

235,25

235,75

235

8% Kranfl. Hnp.-Ban» Goldpfe

90,75

XIII unfünbbar btt 1934 . . . 7% Rrantf. Hvv^Bcml Soldpsr

99,75

..

A.S.G............b

91

91,13

91

Bergmann.........9

104,5

92,5

__

chleltr. Lieserungögeielllchaft. 10

Licht uno Kratt......10

90,5

101,5

89

88,25

Rbcmilche Hnp.-Bank

-

101

98.5

88,75

__

- - -

gelten & Guilleaume . . . 7J4 GeteUjchatt für Elektrische

_

75,25

78

8% Pr. LcmveSpinndbriesanltalt,

Psnnkdri^sr R 1 O .....

100

97

100

97

Unternehmungen .... 10

Hamburger (Siehrbltät&SBetie 10

ilib.'inlidte Elektrizität .... 9

91,4

90,5

8%"jjr Landesp> anobriefauklaü, Lomm^Lbi. R.S9......

_

113

104.4

113,25

7% "ür. Landesv'anbbriefanstaU,

Schlcitiche Elektrizität. ... 10

99,25

98,25

97

97

Gdnidcrt & (So. ...... 11

Siemens & HalSke ..... 16

108

145,5

108,75

146,25

107,5

145

8.8.®. obg. B orrnegi-Obligatio.

14?

1

Iranerabio.........8

123

vabm-ner &Co.......10

113

113

-

4°X> Oesterretchtsche Goldrente . .

4,20% Oesterreichische Silberrente

26,4

2,25

_

Buderus .......... t

Deutlche Erdöl ....... ^

46

57,5

45,25

58

58

4% Oeiterreichiichs Einheitliche

Essener Steinkohle ......

-

Geilenkirchener.......

80.5

73,5

79,9

75

79

54,65

4% Ungarische Soldrente . . - -

21,75

22

_

4% Unoariidie Staatstente v. 1910

17,1

-

17,5

tioeith eilen........6V,

61.75

4%% beißt oon 1919.....

18.13

Qifc Bergbau ....... 1'

162

164.5

4% Unpariiche ttronenrente . .

1,35

1,35

1.45

Klöcknerwerke ......

54,5

54,5

55

54,5

4% Tbriische Aoll-mleche von 1911

3,1

3,1

3,1

ßäln^cucllcn........

67,25

4% Türkische Bagdadbahrt-Anl

3,05

Mannermunn-Röbren . . .

59,75

1

61

60,13

1..........

3,1

3,1

_

Nirmslelder Bergbau ..... ObcridileL Ghenbebarf . ... t Oberlchlol. Kolswerks.....

33.5 33

65,5

4% heigl. Serie I).......

3,05

3,iS

5% Rumänische vereinh. Rente

1

65

von 1903 . ...... .

3,05

___

s

_

Bbönir Bergbau...... cy

Rbeinstche Braunkohlen . . 1(

56

148

56,4 147.75

55,5

147,5

Siumäutschs veredch. RenU

1 -

von 1913.........

4% Rumänische veredch. Rente

13,13

13, V-

13,3

13,3

Rheinstahl..... . . . i

66.5

66,25

66

6,85

6,3

6,85

1 -

t

Ifrranliurt a.1

Berlin

Bantno

len.

Schluß. turs

l.Übr. 1

Kurs |

Schluß-1 Llnsang«

iin, h . junuar

4,185

4,205

58,33

58,57

Datum

9.1.

10.1.

9.1.

10.1.

111 .91

112,35

Eng'ische Roten.....

flranzöiische Noten . .

...

20,367

16.443

20,447 16,503 163.47

22,04 112,34

59,13 2,50

58

_

58

58

LtaviÄitnen......16/.

Kaliwerke Aschersleben ... 10

Kaliwerke Westeregeln ... 10

Kaliwerke Talzdetsurth ... 15

31.5

128

134,5

196

31,75

128,5

136

196,75

31 J5

195,25

Holländische Noten.......

Malienilche Noten........

Norwegilche Noten.......

Teutich-Oesterreich, 6 100 Schilling Rumänische Noten.......

1b8,79 21,96 111,90 58,89

2,48

Schwedische Noten . . . .

12,13

112,57

I. G. Narben-Industtte . . . 12

124,75

124,4

125

124,5

Schweizer Noten.....

81,39

81,71

Dhnamit Nobel..... 6

Spanische Noten.....

44,61

44,79

130,5

35

_

_

_

Sririii'rhnjInmtinL'fif Roten.

12,40

12.46

Goldschmidt ........ 5

35,4

36,5

Ungarische Noten

73,19

73,49

ROtgerSwerke ........ 6

Metallgeieslschast. ...... 8

43,75

67,5

43,5

67,5

43,25

68

Devisenmarkt Berlin Jtanffur

t

.m.

Dhtlivp Hol,mann......'<

Zementwerk Heidelberg . . 10

70

70,5

69,75

69,75

9 ganuar

10. Januar

71

70

Amtliche Noilerung

Amtliche Notierung

Cementwerk Karlstadt. ... 10

40

39,5

Brief

Geld

zmef

Maqb & Freytag......8

41

Amst.» Rott.

169,02 |

169,36

169,06

169,40

Eckulchett Patzenhoser ... 15

147,75

146

Vuen.-Aire»

Bril.-AntM-

1,303

58,575 |

1,307

58,685

1,289

58,555

1,293

58,575

Cflroerfe.........12

125,5

112,24

112.46

112,25

112,47

Aku..... 18

52,6

54

51.5

112,22

112.44

112,24

112.46

Bemberg..... 14

Zellstosf Waldhof .... 13'/,

45

43.75

45,75

Ciockholm . HelüngforS. Italien. . .

112.39

112.61

112,40

112,62

90,75

90,5

90

10,567

10,587

10,57

10,59

Zellstoff Aschasseuburg ... 12

-

71

21.98

22,02

21,98

22-02

Charlottenburger Wasser ... 8

79

London. . - Neuyork .. Paris....

20,391

20.431

20,391

20.431

Dessauer .............9

102,25

4,2005

4,2085

4.2005

4,2085

Daimler Motoren ...... O

22

21,75

21,65

16,47

16.51

16,473

16,513

Deutsche Linoleum ......

100

99

100,75

99

Schweiz ..

81,33

81,55

81.38

81,54

Maschinenbau A.-G. ..... O

30

Sva den . .

44,89

44,97

44,26

44.34

Rat. Auwmobil ....... O

-

Japan . . . Wo de Jan.

2,080

2,084

2.081

2,085

CtcnflJn & Koppel.....6

41,25

0,366

0,388

0,388

0,390

Leonharv Tietz ...... 10

101

102

101,5

240

Uten in D--

59,05

59,17

Svenrka...........

238

238

Ceft. abgcit.

59,17

59.05

'Prag . . . .

12,45

12,47

12.441

12,461

Nrankfurter Molchtuen . . .

Gritzner....... .

Heyltaenstaedt ....... i

14^5

14

29,75

Beiirad . . Baoupttl - - Bulgarien. Lissabon . -

7,427

73.37

7,441

71,51

7,427

79,31

7,441

73,51

31.5

32

3,039

19,82

3,045

18,86

3,039

18,82

3,045

18,86

74

73,5

Danäa- . .

81,46

81,62

81,46

81,62

MainkrasLwecke Höchst a-M.. .

Miog...........IC

65

63

62

_

Konst.ntm.

9tben. .

1,784

5.437

1,789

5,447

1,784

5,437

1,789

5,447

Gebr. Roeder ....... IC

__

Tanaoa . .

4,186

4,194

4.189

4,197

Boigt & Haeffner ...... k

-

148

1

Uru uat).

2,927

2.933

2,887

2,893

Süddeutsche Zucker .... IC

130,75

131,75

Cairo ..

20,91

20,95

20,91

20,95