Nr. 8 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Samstag, st). Januar 1951
Die Lösungen derWeihnachts-preisrätsel
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Die Preise können von den Gießener Preisträgern vom nächsten Montag ab zwischen 16 u nd 1 7 Uhr auf der Redaktion in Empfang genommen werden: auswärtigen Gewinnern werden die Preise zugestellt.
„Am Stillen Ozean".
Helmut Bauer, Leihgestern, Wilhelmstraße 20: „Das goldene Knabenbuch".
Liselotte Kimmel, Gießen: Marburger Straße 15: Ilse Manz, „Buntes Buch für kleine Leute".
geringerer Zeitraum würde wohl nicht ratsam sein, da dann die Unterlagen für eine sachlich einwandfreie Prüfung kaum ausreichend sein dürften.
Es wäre zu begrüßen, wenn die maßgebenden! Stellen sich gründlichst mit dieser Anregung beschäftigen würden. Don Interesse wäre es aber auch, aus beit Kreisen der Bürgerschaft zu hören, wie man dort unter Berücksichtigung aller wirtschaftlichen Bedingungen und Möglichkeiten einer solchen Umstellung über die künftige Gestaltung der Straßenbahnwirtschaft denkt.
Rösselsprung.
Säerspruch.
Bemeßt den Schritt! Bemeßt den Schwung! Die Erde bleibt noch lange jung!
Dort fällt ein Korn, das stirbt und ruht. Die Ruh' ist süß. Es hat es gut.
Hier eins, das durch die Scholle bricht.
Es hat es gut. Süß ist das Licht.
Und keines fällt aus dieser Welt Und jedes fällt, wie's Gott gefällt.
C. F. Meyer.
Um das Gießener pädagogische Institut.
Auf Anfrage bei der Gießener Stadtverwaltung erfahren wir folgendes:
Die Stadtverwallung hat, im Hinblick auf die Auseinandersetzung wegen der Pädagogischen Institute in Darmstadt und Mainz, beim Ministerium für Kultus und Bildungswesen angefragt, wie es mit der im Frühjahr 1930 beschlossenen Errichtung eines Pädagogischen Instituts an der Landesuniversität Gießen stehe, zu der bekanntlich der Gießener Stadtrat eine Beihilfe von 100 000 Mark und Forderung durch Bereitstellung von Baugelände, Erlaß von Straßenbaukosten usw., zugesagt hat. Auf die Anfrage der Gießener Stadtverwaltung ist vom Ministerium für Kultus und Bildungswesen die Antwort eingegangen, daß vom Ministerium an der Errichtung des Gießener Instituts fcstgehalten werde, dar Vorhaben jedoch erst ausgeführt werden könne, wenn die Finanzlage des Staates es gestatte. Das Ministerium hat darum gebeten, die finanzielle Zusage 'der Stadt auch für einen späteren Zeitpunkt aufrecht. I zuerhalten.
Haltsplanes dieses Betriebs — auch eine 21 en« derung beim Ansatz der Betriebskosten vornimmt. Man verrät kein Geheimnis, wenn man hier erwähnt, daß der gegenwärtige Preis von 17 Pf. je Kilowattstunde Strom, den
Silbenrätsel.
1 Veilchen, 2 Indien, 3 Estragon, 4 Libelle, 5 Gamasche, 6 Linoleum, 7 UHIand, 8 Etagere, 9 Chinchilla, 10 Kaiser, 11 Import, 12 Marmor, 13 Neujahr, 14 Eidechse, 15 Unruh, 16 Etikett, 17 Nebel, 18 Januar, 19 Amethyst, 20 Hirschfänger, 21 Rubens, 22 Edison.
Der Wunsch lautet: Viel Glück im Neuen Jahre.
Krcuzwort-Rätscl.
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Lotte Köhlinger, Gießen, Wetzsteinstrahe 34: Terborch, „Das Konzert" (Kunstdruck).
Gerhard Eberle, Lollar, • Staufenberger Ebermann, „Sagen der Technik".
Frieda Ze iß, Holzheim, Kellereigasse 5: Schumacher, „Nellys Kinder".
Erich Pfeil, Gießen, Wolfstraße 6: Karl
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das Elektrizitätswerk seinem eigenen Teilbetrieb der Straßenbahn in Rechnung stellt, selbst unter Einschluß der Straßenbahnrerwaltungslosten, erheblich über der Selbstkostenbafis des 'Werkes liegt. Die Senkung des Preises für Stromabgabe an die Straßenbahn würde natürlich für den Betrieb des Elektrizitätswerks als solches eine gewisse Mindereinnahme bedeuten, die aber doch ihren Ausgleich finden dürfte in der zu erwartenden Mehreinnahme durch steigende Benutzung der Straßenbahn: im übrigen würde es sich hier nur um eine rein buchmäßige Verschiebung handeln, da ja beide Unternehmungen im Besitze der Stadt sind. Als greifbares und vorteilhaftes Ergebnis dürste von einer Neuorientierung der Preise im Sinne unseres Vorschlages zu erwarten sein, daß die Zuschußleistung zum Straßen- bahnbetrieb aus allgemeinen Finanzmitteln der Stadt künftig erheblich geringer fein wird als bisher, und daß auch^die Frequenz — im Jahre 1927 rund 1950 000 Personen, 1928 2 000 000 Personen, 1929 2 017 000 Personen, also hier im Vergleich zu dem kleineren Marburg mit 2 300 000 Fahrgästen eine relativ geringe Inanspruchnahme, die wohl in der Hauptsache auf den Fahrpreis zurückzuführen fein dürfte — für die Folgezeit steigen wird, womit die beste Gewähr für den Fortbestand des Betriebes und die Aufrechterhaltung sämtlicher <5 t re den gegeben wäre. Auf diese Weise könnte aus dem kommunalen Schmerzenskind Straßenbahn wieder eine annehmbare Erscheinung in unserer Kommunalwirtschaft werden. Wenn sich die berufenen Stellen vielleicht auch — was verständlich ist — nicht sogleich zu einer Umstellung dieser Art für alle Zeit entschließen können, so wäre aber doch wohl ratsam, die praktische Auswirkung einer solchen Maßnahme etwa für ein Vierteljahr Probezeit feftzustellen: ein
Irmtraud und Gertrud Geiger, Nidda, Wilhelm- straße 2: Klipstein, „Eichhörnchen" (Driginalrabie- rung).
Erich Planz, Watzenborn-Steinberg, Gießener Straße 33: Karl-May-Jahrbuch.
Anneliese Sa hm , Gießen, Nordanlage 7: Clara Schelpcr, „Sporthansi am Start".
Reinhard Volk, Gießen, Senckenbergstraße 451: Grey, „Der letzte der Präriejäger".
Paul Görg, Stangenrod bei Grünberg: „Sahara. Durch Wüstensand und Sonnenglut".
Auguste H e l w i g Gießen, Goethestraße 59 I: Spemanns Alpen-Kalender 1931.
Erwin Schmidt, Gießen, Glaubrechtstrahe 14: „Mein Volk, die Sioux".
Hans Ludwig Jung, Gießen, Licher Straße 74: Kalender „Sport und Körperkultur".
Erich Pflüger, Mainzlar, Am Bahnhof: Scheid, „Schimmel" (Aquarell).
August S ch ü z , Gießen, Wilhelmstraße 56 1: Beebe, „Im Dschungel der Fasanen".
Helmut Baum, Watzenborn-Steinberg: O. v. Honstein, ,Mond Rak 1".
Walter Melching, Forsthaus Haina, Post Rodheim a. d. Bieber: „Aus der Wildnis in den Zoo".
Margot Kaufmann, Gießen, Schillerstraße 51: „Puppe Liescls Abenteuer".
Otto Jung, Leihgestern, Bahnhofstraße 36: Starb May-Jahrbuch.
Hans Becker, Gießen, Frankfurter Straße 4311: Salgari. „Hauptmann Tempesta".
Lilli Keßler, Lang-Göns, Breitgasse 9: „Hirn pelchen und Pimpelchen". •
Ernst Simon, Gießen, Crednerstraße 19: Karl May, ,Zn Mekka".
Elfriede Geller, Bieber, Rimbergstraße 28: Schumacher, „Wie ich zu mcinef Puppensammlung kam".
Erwin Bach, Butzbach, Taunusstroße 9: Mendel, „Im Zauberreich des Films".
Gertrude Immel, Gießen, Beethovenstraße 8: Spemanns Natur-Kalender 1931.
Hans Rinn, Heuchelheim, Gießener Straße 39: Freih. Grote, „Was sollen wir mit dem Jungen?' Helene Pfaff: Launsbach Nr. 4: „Das goldene Geschichtenbuch".
Ludwig Schöck, Gießen, Goethestraße 351: Grey, „Männer der Grenze".
Marie Jung, Leihgestern, Wilhelmstraße 7: Margret Kranz: Aquarell.
Kurt Häuser, Gießen, Liebigstraße 15: H. von Müller, „Herrscher im Reiche der Technik".
Irmgard Kissel, Garbenteich, Dorf-Giller-Straße 10: „Der Kinderfreund 1931".
Gertrud und Elfriede V o l ck , Gießen, Gnauthstraße Nr. 18: Spemanns Foto-Kalender 1931.
Erwin Keßler, Grohen-Linden, Fglltorstraße 11t „Das technische Jahr", Kalender für 1931.
als mit der Elektrischen zu fahren! Weit vorteilhafter für . die Straßenbahn, aber auch nützlicher für die Bürgerschaft erscheint uns eine Tarif- gestaltung, die auf größte Popularität dieses Verkehrsmittels abzielt. W,r moch- ten deshalb Vorschlägen, nach dem Vorbild unserer Nachbarstadt Marburg auch hier einen Einheitspreis von 10 Pf. je Fahrt, gleich welcher Länge, einzuführen. Mit diesem Groschen-Fahrpreis hat man in Marburg bisher durchaus befriedigende Erfahrungen gemacht. Wie wir durch Erkundigung an maßgebender Stelle in Marburg hörten, ist die dortige Elektrische bisher mit ihrem 10-Pfenmg- Fahrpreis gut ausgekommen: man gibt dort sogar Duhendfahrkarten aus, bei denen 12 Fahrten 1 M k. kosten, gleich welcher Länge! Der Betrieb ist nicht zu einem Ballast für den städtischen Haushalt geworden, sondern er hat im finanziellen Ergebnis die Zufriedenheit der Bürgerschaft erlangt. Die Iahressrequenz der Marburger Elektrischen belief sich in den letzten Jahren durchschnittlich auf 2 300 000 Personen. Wir wollen nicht kurz und bündig sagen, daß das, was in Marburg möglich ist, ohne weiteres auch in Gießen durchführbar sei. Aber wir möchten doch empfehlen, an Hand des Marburger Beispiels sehr ernstlich und baldmöglichst zu prüfen, ob man in Gießen nicht auch den gleichen Weg der Tarifgestaltung bei der Straßenbahn beschreiten kann. Allerdings wird die Umstellung des Fahrpreises von der heutigen Höhe auf einen 10-Pf.-Einheitssatz zur Voraussetzung haben, daß man — zur richtigeren Gestaltung des Haus« Haltsplanes dieses Betriebs — auch eine Aen-
Gießener Straßenbahtisorgen <
Die wachsende Ungunst der allgemeinen Wirtschaftsverhältnisse hat auch den Gießener Straßenbahnbetrieb in finanzieller Hinsicht stark beeinflußt. Wie die Stadtverwaltung in unserer Nummer 305 vom 31. Dezember 1930 mitteilte, hat sich bei dem Strahenbahnbetrieb bis zum 1. Nov. 1930 ein monatlicher Durch- s ch n i t tS zu s chu ß von rund 6600 Mark ergeben, der — falls keine Gegenmaßnahmen er» griffen worden wären — bis zum Ende des Nech- ; nungsjahres die Höhe von etwa 80 000 Mark er- । reicht haben würde. Nach dem Voranschlag ist aber für das ganze Rechnungsjahr dem Strahen- bahnbetrieb ein städtischer Zuschuß von rund 44 000 Mark bewilligt worden. Um dieser außerordentlich ungünstigen Gestaltung der Finanzlage , dcs Strahenbahnbettiebs entgegenzuwirken, er- , hielt die städtische Betriebsdeputation in der Stadtratssitzung vom 27. Dezember Vollmacht zur Anordnung von Maßnahmen, die auf eine Senkung der Ausgaben abzielen sollten. Ee- • stützt auf diese Vollmacht hat die Betriebsdepu- tation vom 1. Januar ab den Verkehr der Früh- und Spätwagen auf beiden Straßenbahnlinien eingestellt und ferner die Teillinie vom Marktplatz durch die Bahnhofstraße zum Bahnhof stillgelegt. Die Ersparnis aus dieser Maßnahme wird, auf täglich 80 Mark, für den Rest des Rechnungsjahres auf rund 7200 Mark berechnet. Diese Einschränkungen sollen vorläufig nur für den Rest des Winterhalbjahres 1930 31 gelten, für das nächste Etatjahr-sollen die Stadtverwaltung und die städtischen Körperschaften den Sachverhalt erneut prüfen und dann wieder beschließen.
Bei einer kritischen Betrachtung der Beschlüsse der Betriebsdeputation kann man nicht umhin, festzustellen, daß sie vielleicht auf der einen Seite eine gewisse finanzielle Entlastung des Straßen- bahnbetriebs zur Folge haben werden, auf der anderen Seite aber für das Publikum und für ten weiteren Bestand des Cesamtun'ernehmens wenig Erfreuliches bedeuten. Durch den Fortfall der Frühfahrten ist namentlich einem großen Teil der in den Außenbezirken und in Nachbarorten wohnenden Arbeiter und Angestellten die erwünschte Fahrmöglichkeit mit der Elektrischen genommen worden, das Betriebsunternehmen selbst büßt aber diese Fahrgelder ein. Hinsichtlich des Spätabendverkehrs ist es, vom Standpunkte der Bevölkerung aus gesehen, ebenfalls bedauerlich, daß die Fahrgelegenheit im Anschluß an die Spätabendzüge nunmehr fortgefallen ist, obwohl man anderseits bei der Betrachtung des pekuniären Ergebnisses dieser Fahrten Verständnis für den Entschluß der Betriebsdeputation aufbringen kann. Am einschneidendsten für berechtigte Anlieger- und Geschäftsinteressen und für die künftige Betriebsgestaltung des Unternehmens ist aber die Stillegung derStraßenbahn- linie vom Marktplatz durch die Bahnhof st rahezum Bahnhof. Hierdurch werden Entfaltungsmöglichkeiten für die interessierte Geschäftswelt. aber auch für das Verkehrsunterr.eh- men unterbunden, die gerade im Hinblick auf die Zukunft besonderer Pflege bedürftig erscheinen. Man wird nicht bestreiten können, daß durch die Stillegung dieser Teilstrecke eine gewisse Abwanderung des Publikums vom Bahnhofstraßenviertel im Bereiche der Möglichkeit liegt, zum Nachteil der gegenwärtigen und künftigen Tätigkeit der dortigen Geschäfte: man wird wohl auch nicht fehl- gehen mit der Vermutung, daß durch das Nicht- befa^ren dieser Strecke im regelmäßigen Verkehr das frühere Ausmaß der Streckenunlerhaltung nicht mehr eingehälten werden kann und infolgedessen Einbuße am Material zu befürchten ist. Als selbstverständlich gilt, daß derartige Wirkungen von den entscheidenden Stellen nicht gewollt sind, tatsächlich aber dürfte mit diesen Folgen in weitgehendem Maße zu rechnen sein. Darüber hinaus erhebt sich aber nicht nur für die Verwaltung. sondern auch für alle Bürger unseres Gemeinwesens die ernste Sorge um den künftigen Bestand unserer Straßenbahn überhaupt. Bei der voraussichtlichen Gestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse in den nächsten Monaten und der dadurch stark beeinflußten Lage der städtischen Finanzwirtschaft ist die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen, daß vom Beginn des nächsten Etatsjahres ab eine Zu» schuhleistung in dem bisherigen Umfange an die Straßenbahn nicht mehr in Betracht kommen kann, ja es vielleicht sogar fraglich ist, ob aus den allgemeinen Mitteln überhaupt noch eine Zubuße zu der Straßenbahn möglich sein wird. Wenn diese Frage, trotz allem Verständnis der Verwaltung und' der städtischen Körperschaften für die Förderung der öffentlichen Verlehrsinteressen unserer Stadt, verneint werden müßte, so würde damit die Stillegung des Gesamt st rahen- bahnbetriebs und infblgebeffen das Drach- liegen bedeutender Werte in dem Straßenbahn- material, außerdem aber eine weitere Verstärkung der Arbeitslosigkeit zur bedauerlichen Tatsache werden. Wie einer solchen Entwicklung vorzu- beugen fein wird, ist eine Ueberlegung, die anzustellen alle Mitarbeiter an den kommunalen Aufgaben sjch zur besonderen Pflicht machen sollten. Dabei wird man unter Umständen auch vor grundlegenden Aenderungen in der bisherigen Wirtschaftsweise nicht zurückschrecken dürfen, im übrigen aber wird man möglichst bald zu Entschlüssen kommen müssen, damit nicht erst in allerletzter Stunde die Entscheidung übers Knie gebrochen werden muß.
Nach eingehender Ueberlegung des Für und . Wider in dieser bedeutsamen Angelegenheit möchten wir vor allem empfehlen, mit der bisherigen Tarifpolitik Schluß zu machen. Schon seit langer Zeit hat sich immer deutlicher gezeigt, daß die Steigerung des Fahrpreises zu einer zunehmenden Abwanderung des Publikums von der Straßenbahn führte. Diese Entwicklung der Frequenz wurde für einige Zeit unterbrochen, als man dazu überging. Fahrscheinheftchen zu 80 Pf. für 6 Fahrten auszugeben, wobei die Einzelfahrt auf rund 13 Pf. kam. Solange dieser Modus galt, konnte man stärkere Inanspruchnahme der Elektrischen beobachten. Nach der vor zwei Wochen durchgeführten Beseitigung der Halbdutzendfahrten für 80 Pf. und ihrer Ersetzung durch 5 Fahrten zum gleichen Preise, was gleichbedeutend ist mit einer Fahrpreis- erh ohung. trat die rückläufige Tendenz in der Benutzung der Elektrischen wieder mehr zutage. Selbst bei dem sehr schlechten Wetter um die Zeit der Jahreswende zogen es die Bürger vor, auf Schusters Rappen durch die Straßen zu ziehen,
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Unseren Gruß zuvor an alle Rätsellösex.und Rätsellöserinnen!
Nachdem nun endlich die Prüfung sämtlicher Gin» endungen erledigt und die Preisverteilung abge» chlossen ist. dürfen wir sagen, daß das Ergebnis unserer diesjährigen Weihnachts-Preisrätsel für Kinder sehr zufriedenstellend ausgefallen ist: die überaus lebhafte Anteilnahme, welche die vorhergegangene sjreisaufgade für die großen Leute gefunden hatte, cheint sich auch auf die Kinderrätsel ausgedehnt zu haben: jedenfalls wurde in diesem Jahre rein zahlenmäßig das weitaus günstigsteErgebnis aller bisherigen Ausschreibungen erzielt: mit insgesamt 125 Einsendungen hält das Preisausschreiben 1930 einstweilen den Rekord: wir hoffen aber, daß er in diesem Jahre, zu Weihnachten, abermals überboten wird.
Auch qualitativ ist das Ergebnis durchaus erfreulich: aus der Gesamtzahl der Einsendungen brauchte nur ein geringer Prozentsatz wegen fehlerhafter oder unvollständiger Ergebnisse ausgeschieden zu werden. Der größte Teil war völlig fehlerlos. Die meisten Schwierigkeiten hat den jungen Lösern nicht etwa, wie wir eigentlich angenommen hatten, das Pusselspiel bereitet; das ist ohne Ausnahme glatt bewältigt worden. Vielmehr der Rösselsprung, den manche eingestandenermaßen nur nach langem Kopfzerbrechen und vielem Hin- und Herhüpfen ausgeknobelt haben; andere sind an sich richtig „gesprungen", haben aber die einzelnen Vers-Teile des ganzen Gedichtes nicht richtig zusammengesetzt; und wieder andere haben es gar nicht geschafft. Aber das sind die wenigsten. Auch Kreuzwort-, Silhen- und Kreuzwort-Silben- rätfel sind fast durchweg richtig geraten worden. Beim Rösselsprung ist uns leider der elende Druckfehlerteufel ins Gehege gekommen und hat eine Silbe verpfuscht; aber die meisten Rätselrater haben es noch vor unserer Richtigstellung von sich aus gemerkt und stillschweigend in Ordnung gebracht. Mehrere junge Löser und Löserinnen haben uns auch mit luftigen Reimen und gemütvollen Ansprachen an den Rätselonkel besonders erfreut.
Eine Uebersicht über die nahezu h u n d e rt richtigen Lösungen — von denen über ein Drittel mit Preisen ausgezeichnet werden konnte —, ergibt, ähnlich wie in früheren Jahren, daß im ganzen die Beteiligung der Knaben zahlreicher war als die der Mädchen; von den Knaben wiederum erwies sich die Beteiligung in den Landbezirken stärker als in Gießen, während bei den Mädchen Stadt und Land sich zahlenmäßig genau die Waage hielten. Diese Verhältniszahlen sind bei der Preisoerteilung zugrunde gelegt worden unter gleichzeitiger Berücksichtigung des Alters der Einsender und Einsenderinnen, das überwiegend zwischen 12 und 16 Jahren liegt.
Es war, wie Ihr Euch denken könnt, keine Kleinigkeit, die in den letzten Tagen immer mehr anwachsenden Briefstapel zu sichten, Stück für Stück und Wort für Wort durchzuprüfen, zu sortieren nach Stadt und Land, Buben und Mädels — und endlich bei der Preisverteilung mit Geschick und Talent zu Werke zu gehen. Es gibt, wie alle Jahre, Bilder, Bücher und Kalender für die glücklichen Gewinner; wir hoffen sehr, daß wir allenthalben das Rechte getroffen ha- ben und unseren jungen Freunden mit den Preisen eine Freude bereiten.
Sämtlichen Einsendern danken wir herzlich für ihre Mühe — alle, die diesmal leer ausgehen muhten, laden wir heute schon ein zur Beteiligung am Preisrätsel 1931 und wünschen ihnen im voraus viel Glück dazu!
Oie Preisträger:
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