Ausgabe 
9.10.1931
 
Einzelbild herunterladen

rfJSfii -5

>*ü?'

9 f,ehn fi* **

as i fcÄ 4 (inet Sreid) u"i nXe?^

1 'n anbetraH9.'11 Di, ercn a««bbÄU wenn ein ,;.Unb ®«i " ®,rhf« Ion mS

®!»8 £ *> M' Sieger Ä ä,.*l ,8rrt,<S l0!: 4«« hr,t'.6*ai,Vün^

»«Stafette «Meiler.

"band har r- . WZ

" Fdwege zu benutze, werden sieben Sie.

S?to*' och Gießen, Vorbei

-Jlj und Gedern. Die Ich ^hfn m Loubach Urr erüenfmal ein. Nach &* ettenrollenund Botschaften1" 7l ew Vlatzlonzerl ftatt nfpradKn, Musik und Rei- beichließen.

y- und

'brungen in Diesel.

:a reranftaltct der Schutz, Sided 1926 auf den Bit- ?ibunhf23orfühningen. 8z...

unb Vettkömpse durch "" ^rrrührungen werden sich . -ererne von Gieße», Lollar A >ren Hunden beteiligen. - s!f gegen OsthollM dnerbanb wird den Luri- 2tif, der am 25. Oktober md folgender Mannschusi ?ucr ßrle); §chrö> A affch; Janes (Süffel

iLachenl', Frank V hvchgesang (beib: tLchM 04); Köhler, ildborf).

iortnoti$en.

r der internationale Ion Aolweiß die Absicht hege, nCrten von Notwciß Franl.

lentiert

SfHrrforb im M-Meln- Minuten wurde aus der imziell bestätigt.

ta wird am 11. Oktober hLrburger Sports dem dann am 8,> ,n Berlin gegen Hertha»

W l«

»

BSSSfflSff

l bhS#1

>qenen | 0ebfljy gogouW Chicago

Nr. 256 Erstes Blaff

181. Jahrgang

Freitag, y. Moder Ml

Erschein! täglich,auhei Sonntags und Feiertags.

Beilagen:

Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle.

Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger­lohn, auch bei Nichter­scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 8ernsvrechanschliiffe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Liehen.

Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vnkck und Verlag: vrühl'sche Universiläls-Vuch- und Lteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulllrahe 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot,' für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

Brünings Verhandlungen noch ohne Ergebnis.

Bracht und Gchmitz haben abgefehnt. Verhandlungen mit Vogler und Gilverberg. Hat Brüning Vollmacht zur Auflösung des Reichstags?

Geßler bittet um Bedenkzeit

Berlin, S.Okf. (LNB.) Auch die Derhand- langen des Donnerstag über die Regierungsneubil­dung haben nach der personellen Seile hin noch nicht zu einem positiven und abschlie- hcnden Ergebnis geführt. Abgesehen von -en Ministern, die ohnehin wiederkommen, herrscht am Donnerstagabend nur über die Besetzung von drei Ministerien Klarheit: Das ist die des Reichs­wirtschaftsministeriums mit Professor Marmbold, des Reichjustizministe- r i u m s mit Staatssekretär Joel und die Heber- nähme des Auswärtigen Amtes durch Dr. Brüning. Diese letzte Tatsache mutz deshalb seslgestellt werden, weil in den letzten zwölf Stun­den immer wieder behauptet wurde, datz der deutsche Botschafter in London, Frhr. v. 71 e u r a l h, Autzen- minister werden solle. Das ist falsch. Entgegen an- derslautenden Nachrichten ist Dr. v. Neurath nicht in Berlin, sondern zur Erholung in Bayern. Lr wird erst morgen nach Berlin fahren, um den Kanz­ler für Samstag zu Besprechungen zur Verfügung zu stehen. Sie dürfen sich darauf beziehen, datz Dr. v. Neurath vielleicht später einmal bas Aus­wärtige Amt übernimmt. Für die bevorstehende Reichstagskampagne ist jedoch mit ihm als Autzen- minister unter keinen Umständen zu rechnen. Der Hauptgrund dafür ist darin zu suchen, datz durch die Uebernahme des Auswärtigen Amtes durch Dr. Brüning auch der leiseste Anschein vermieden werden soll, datz in der deutschen Außenpolitik eine Aende- rung eintreten könnte.

Die Verhandlungen mil Dr. Getzler wegen des Reichsinnenminisleriums sind auch am Donnerstagabend noch nicht abgeschlossen. Dr. Gehler, der sich Bedenkzeit ausgebeten hatte, hat sich inzwischen mit seinen Berliner Freunden beraten. Ls scheint aber im Augenblick nicht, datz sich die Aussichten, ihn zu gewinnen, wesentlich ver­bessert haben. Ganz abgesehen von der ablehnen­den Stellung der Sozialdemokraten gegen Dr. Gehler scheint das auch daraus Hervor­zugehe«, dah heute in Berlin bereits mit dem Essener Oberbürgermeister Dr. Bracht verhandelt wurde. Dr. Bracht hat endgültig abgetehnt und kommt nun für einen Eintritt in das Kabinett nicht mehr in Frage. 3n unterrichteten Kreisen nennt man auher Dr. Gehler jetzt auch den früheren Füh­rer der Deutschen Volkspartei, Dr. Scholz, für das Amt des Reichsinnenministers.

Ebenso wenig sind heute die verhändlungen wegen der B e s e h u n g des v e r k e h r s Ministe­riums vorwärtsgekommen. Wahrscheinlich hängt hiermit auch zusammen, dah der Kanzler nun mit Dr. vögler von den Vereinigten Stahlwerken, und Dr. Sitoerberg vom Rhein-Main-Kohlen- syndikat Fühlung genommen Hal, ohne dah freilich ein positives Ergebnis dabei herausgekommen wäre.

Neben den personellen Fragen scheint jetzt auch das Problem der Vollmachten aktuell zu wer­den, die der Reichspräsident dem Reichskanzler Dr. Brüning zu geben bereit ist. Dr. Brüning hat n o ch nicht die Vollmacht, im Falle einer parla­mentarischen Niederlage des neu zu bildenden Ka­binetts den Reichstag aufzulösen. Die Entscheidung dieser Frage dürfte wesentlich von dem weiteren Gange der Kanzleroerhandlungen abhän- gen. Immerhin läht sich mit einiger Sicherheit sagen, dah, wenn der Reichspräsident sich grundsätzlich zu der Auflösung entschliehen wollte, er die Vollmacht dazu in erster Linie Dr. Brüning geben würde. Wenn übrigens in einigen Berliner Abendblättern angedeutet wird, dah es auch die Möglichkeit einer Auflösung unter Verschiebung der Neu­wahlen geben könnte, so können wir demgegen­über mit Bestimmtheit feststellen, datz der Reichspräsi­dent eine solche Lösung aus verfassungsrecht­lichen Gründen und seiner ganzen Mentalität ent­sprechend untergartelnen Umständen zu­lassen würbe.

Kombinationen.

Bor Freitagabend keine Entscheidung.

Berlin, 9. Oft. (TU.) Wie dieD A Z." meldet, wird der Reichskanzler am Freitagvor­mittag it a. Dr. Bögler, Dr. Silverberg und Dr. Schmitz er -sangen. Rach dem Blatt hat der Reichskanzler nach dem Empfang beim Reichspräsidenten am Donnerstagabend den frü­heren Reichswirtschaftsminister und langjährigen Führer der Deutschen Bolkspartei, Dr. Scholz, die Uebernahme des Reichsjustizministeriums an­geboten. Dr. Scholz habe noch keine end­gültige Antwort geben können. Er sehe wohl, sagt dieDAZ." weiter, auch als Ehren­vorsitzender der DBP. keine Möglichkeit, in dieser Frage ohne Stellungnahme seiner Freunde zu handeln. Die Entscheidung werde infolgedessen in der Freitagsihung des engeren Borstandes der DBP. fallen. Rach demVorwärts" hat man am Donnerstag neben Gehler und Bracht

auch von Treviranus und K a r d o r f f als künftigen Innenminister gesprochen. Der Rame Getzler erregte bei der Sozialdemokratie beson­ders unangenehmes Aufsehen, womit natürlich nicht gesagt sein soll, dah einer von den anderen erwünscht sei. Im Bordergrund sei Treviranus für das Innere geblieben. Ob das zweite Ka­binett Brüning überhaupt auf die Beine komme, sei noch die Frage. Bon den 30 Bolksparteilern sollen höchstens drei bis acht noch für die Regierung Brü­ning stimmen wollen, die anderen zählen sich schon zur Opposition. Falls Brüning nicht zu Rande komme, erwarte man entweder eine Re­gierung Hugenberg oder ein Kabinett der vier Retter: Luther, Getzler, Cuno (Prä­sident der Hapag und ehemaliger Reichskanzler), Frhr. v o n G ay l (Bevollmächtigter Ostpreutzens zum Reichsrat, Führer der Arbeitsgemeinschaft im preuhischen Staatsrat). DerBorwärts" spricht im übrigen von einem halben Rückzüge Brü­nings vor der ganzen sozialen Reaktion. Der T a g berichtet ebenfalls, dah der Reichs­kanzler auch charan gedacht hat, Treviranus zum Innenmini st er zu ernennen. Eine Füh­lungnahme mit der SPD. habe ergeben, dah die Sozialdemokraten gegen einen Reichsinnenminister Treviranus keinen Einspruch erheben werden. Wenn der Kanzler mit dem Versuch der Ka­binettsbildung vor dem Reichstag oder im Reichstag scheitere, müsse er zurücktreten und es müsse die Bildung einer Regierung ber nationalen Opposition in die Wege geleitet werden.

Gegenüber all diesen Kombinationen über den Stand der Verhandlungen erklärt dieGerma­nia", sich allein auf die Wiedergabe der Tatsachen beschränke/! zu wollen, die als feststehend anzusehen seien. Danach hat Brüning zunächst mit Dr. Schmitz von den IG.-Farben wegen Uebernahme eines Ministeriums verhandelt. Schmitz hat aber eine Beteiligung an der Regie­rung abgelehnt. Dagegen seien die Bemühun­gen Brünings, Professor Warmboldt zum Eintritt in das Kabinett zu bewegen, von Er­folg gewesen. Warmboldt, seinerzeit Landwirt­schaftsminister im Preuhischen Ministerium Ste- gerwald, werde das Reichswirtschaftsministerium übernehmen. Auherdem hätten Besprechungen mit Dr. Getzler stattgefunden, der anscheinend für das Reichsinnenministerium vorgesehen sei. Diese Frage sei jedoch noch nicht entschieden. DieGermania" verzeichnet weiter die Anwesen­heit von Dr. Bracht und Freiherrn von Reurath in Berlin. Der Reichskanzler hoffe, seine Kabi­nettsliste bis Freitagabend abgeschlossen haben.

Bezüglich der parlamentarischen Aus­sichten sagt das Blatt, man höre aus poli­tischen Kreisen, dah sich die Gruppen rechts vom Zentrum nicht in das Schlepptau der nationalen Opposition nehmen lassen wollten; bezüglich der SPD. weist das Blatt darauf hin, dah der Vorwärts" trotz seiner grundsätzlich kritischen Einstellung eine abwartendeHaltung ein- nehme. Zu dem Vorwurf derGermania", die die Haltung der DVP. als eine Pres­sion bezeichnet hatte, bemerkt dieRLE.": Die DVP. hatsichniemandem aufgedrängt, auch nicht dem Kanzler Dr. Brüning. Er mag sein neues Kabinett zu bilden versuchen, wie er es für richtig hält. Rur darf er. nach unserem Dafürhalten nicht annehmen, datz er die Unter­stützung der DVP. für ein solches Kabinett findet, das an denselben Halbheiten leiden muh, wie das frühere. Das sollte klar ausgesprochen werden.

Oie Sozialdemokraten gegen Geßler.

Berlin, 9. Oft. (VDZ.) Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion nahm am Donnerstagabend einen Bericht seines ge­schäftsführenden Vorsitzenden Dr. Breitscheid über die politische Lage entgegen. Dr. Dreitscheid machte Mitteilung von den Schritten, die Dr. Brü­ning bisher zur Umbildung seines Kabinetts un­ternommen habe, und die zum Teil gescheitert seien. Besondere Bedenken erregte im Fraktionsvorstand die Absicht Dr. Brünings, den früheren Reichswehrminister Dr. Gehler mit einem Posten in der Reichsregierung zu betrauen. Bei dieser ungeklärten Situation vermied der Fraktionsvorstand eine Stellungnahme in diesem Augenblick und beschlotz, die Fraktion selbst für Montag 15 ilfjr einzuberufen. Wie das VDZ.-Bureau aus parlamentarischen Kreisen hört, betrachten die Sozialdemokraten ein Kabi­nett unter Beteiligung von Dr. Getzler oder viel­leicht sogar unter seiner Führung als u n t r a g - 6 a r für die sozialdemokratische Fraktion.

Nie Aussichten im Reichstag.

Die Entscheidung liegt bei den Sozialdemokraten.

Berlin, 8. Oft. (Sil.) In politischen Kreisen ist man eifrig dabei, d i e Aussichten eines neuen KabinettsDrüning imReichs- t a g abzuschähen. Hinter der Regierung stehen eigentlich nur noch vier Parteien mit insgesamt 105 Stimmen, nämlich das Zentrum

mit 68, die Bayerische Volkspartei mit 19, die S t a a t s p a r t e i mit 14 und dieV olks­konservativen mit 4 Stimmen. Die Regie­rungsparteien rechnen aber noch auf die Unter­stützung der kleineren und kleinsten Gruppen, nämlich der Christlich-Sozialen mit 14, der Volksnationalen mit 6, der Deut­schen Bauernpartei mit 6 und der H a n - noverane r mit 3 Stimmen. Das wären ins­gesamt 134 Stimmen. Freie Hand haben sich Vorbehalten die Deutsche B o l k s p a r t e i mit 30, die Wirtschaftspartei mit 23 und die Landvolkpartei mit 19 Mandaten. In scharfer Opposition zur Regierung stehen 234 Abgeordnete, nämlich 107 Rationalso- zialisten, 41 Deutschnationale, 77 Kommunisten, 6 Mitglieder der S o z i a l i -

Berlin, 8. Oft. (TU.) In der Hauptaus- schuhsihung des Deutschen Industrie- und Han­delstages sprach Reichsbankpräsident Dr. Lu­ther zu dem Thema Reichsreform und Wirtschaft. An die Spitze seiner Ausführun­gen stellte Dr. Luther ein erneutes und nach­drückliches Defenntnis zur stabilen Wäh­rung und unterstrich ihre Bedeutung für das gesamte Schicksal des Reiches, da Währungs­fragen und politische Fragen eng miteinander verbunden seien. Der Hauptton der Darlegun­gen zur Reichsreform lag auf der Rotwendigfeit einer einheitlichen und fraftüollen Führung des Reiches durch Herstellung einer Realunion zwischen Reich und Preußen,' oder richtiger: durch Wiederher­stellung in neuer Form und zwar in Reichs- hand jener Reichs- und preuhischen Gew al- t e n e i n h e i t, die der tragende Pfeiler des Dismarckreiches gewesen sei. Dies sei nicht etwa dasselbe wie schematisierende Zentralisierung, vielmehr sei umgefehrt eine starte Reichsgewalt geradezu die Voraussetzung für eine gesunde Dezentralisation, die dem Heimatgefühl Lebensraum und möglichst viel

Washington, 8. Oft. (WTB.) Staatssekretär S t i m s o n teilte in der heutigen Pressekonferenz mit, dah die französische Regierung dies­mal von den Schritten, die Hoover i n d e r Reparationsfrage vorhabe, vor der Be­kanntgabe informiert worden fei. Er habe am Dienstag, sobald er in der Kabinettssitzung von Hoovers Plänen erfuhr, den Washingtoner franzö­sischen Geschäftsträger davon in Kenntnis gefetzt und auch den amerikanischen Botschafter in Paris, Edge, telephonisch angewiesen, Lavül zu benachrich­tigen, dah Hoover mit dem französischen Minister­präsidenten bei dessen Besuch in Amerika ö i e in fer­ne t i o n a l e Schuldenfrage besprechen möchte. Edge habe gemeldet, dah Laval sich sowohl mit der Form der Benachrichtigung, wie mit der Tat­sache einer Diskussion über die Schuldenfrage voll­kommen einverstanden erklärt habe,washing. ton herald" behauptet, dah die Bankiers, mit denen Präsident Hoover in der letzten Woche kon­feriert hatte, sich mit der Schaffung eines Konsor­tiums mit einem Kapital von 500 Millionen Dollar unter der Bedingung einverstanden erklärt hätten, dah Hoover durch einen neuen Schritt in der Reparationsfrage jur Entspannung der internationalen Kreditlage beitrage. Dagegen habe sich in der Konferenz im Weihen Haufe bei einigen Parla­mentariern Widerstand erhoben. Hoover hoffe jedoch, nach der Konferenz mit Laval auchbieZustim- mung der Kongrehführer zu seinem neuen Plan erhallen zu können.

Senator B i n g h a m , der an der Konferenz im weihen Hause teilnahm, teilte mit, dah nur zwei oder drei der Anwesenden entschieden gegen eine Verlängerung des Moratoriums gewesen feien. Die übrigen Teilnehmer hätten sich ihr Urteil vorbehalten, bis sie übersehen könnten, welche Mahnahmen und welche Zeitdauer der Ver­längerung erforderlich wären. Präsident Hoover habe keinen bestimmten Plan mitgeteilt und auch keine bestimmte Zeitdauer für die Verlängerung genannt. Der Senator vertrat die Ansicht, dah der Kongreh für eine Verlängerung des Moratoriums zu ge­winnen fei, wenn Europa einige Zuge- ft ä n b n i f f e mache. Das Mitglied des Repräfeu-

stifchen Arbeiterpartei und 3 Land­volk- Abgeordnete, die sich der nationalen Oppo­sition angeschlossen haben. Demgegenüber können die Regierungsparteien im günstig st en Falle, wenn sich auch die Mittelparteien, d. h. Deutsche Volkspartei, Landvolk und Wirtschafts­partei, ihnen anschlietzen, im ganzen nur 206 Stimmen aufbringen. Die Entscheidung über das neue Kabinett Brüning liegt also b e i den Sozialdemokraten, die nach der Ab­splitterung noch über 137 Mandate von den 577 des Reichstages verfügen. Cs genügt nicht, wenn die Sozialdemokraten sich der Stimme enthalten, sondern sie mühten gegen di eMitztrauens- a n t r ä g e stimmen, um das neue Kabinett Brü­ning zu retten.

Wirkungsgebiet geben kann und soll. Dabei sei es in keiner Weise notwendig oder auch nur empfehlenswert, den organisatorischen Ausdruck solcher Ausnutzung regionaler Kräfte gleichmähig über ganz Deutschland hin zu behandeln, son­dern es sei richtig, diejenigen Länder, deren Eigenleben noch von innerer Kraft getragen sei, in ihrer bisherigen staatsrechtlichen Stellung zum Reich zu e r h a l - t e n. Der Einwand, die jetzige Rotzeit wäre zur Reichsreform ungeeignet, sei durchaus un­richtig. Höchste Aktionsfähigkeit der Reichsregierung, die nur durchReichs- reform erreicht werden könne, sei von ent­scheidender Bedeutung für die Möglichkeit zweck­mäßiger und fester Durchführung und Durch­haltung der jetzt so brennend wichtigen Maß­nahmen auf wirtschaftspolitischem Gebiet. Rur eine das deutsche staatliche Gesamtproblem lösende Reichsreform würde das deutsche Volk vor der Gefahr eines Rückfalls in den schweren fi­nanzpolitischen Fehler einer unüberlegten Aus­nützung besserer Wirtschaftsverhältnisse in der Zukunft behüten.

tantenhauses, Garner, erklärt jedoch, von den 32 Vertretern des Kongresses, die an der Konferenz teilnahmen, fei nur der obengenannte Senator Bingham für eine Verlängerung des Morato­riums gewesen.

Frankreich widerstrebt.

Der ungeschützte Teil der Reparationen.

Paris, 8. Ott. (TU.) Die Absicht Hoovers, mit dem französischen Ministerpräsidenten insbe­sondere das Problem der Reparationen und der interalliierten Schulden zu besprechen, hat in der französischen Oeffentlichkeit schon jetzt zur Bil­dung einer Einheitsfront geführt, die dagegen Stellung nimmt, dah auch der unge­schützte Teil der Reparationen in eine etwaige Verlängerung des Moratoriums mitein­bezogen werde. Pertinax erklärt imEcho de Pa­ris", datz es Hoover freistehe, zwei Drittel der deutschen Reparationen aufzugeben, weil sie den Gegenwert der interalliierten Schulden an Amerika darstellen. Er habe jedoch nicht das Recht, über den unge­schützten Teil der Reparationen zu verfügen. Man könne hier auch nicht begreifen, datz die Lei­stung diesesminimalen Betrages die Wirt­schaftslage in Deutschland und in der Welt ver­schlechtere. Was die Abrüstung angehe, so werde zugegeben werden müssen, daß die franzö­sische Armee der Pfeiler für jede eu­ropäische Ordnung sei.

Enttäuschung über dieZndienkonferenz.

London, 8. Okt. (WTB.) Die Versuche der Konferenz am Runden Tisch, die Ansprüche der Hindus und Mohammedaner unter einen Hut zu bringen, sind gescheitert; das mit dieser Aufgabe betraute Komitee hat sich auf unbestimmte Zeit vertagt. Gandhi muhte zu­geben, dah seine Bemühungen in den vergangenen Wochen erfolglos geblieben sind. Macdo- n a l d hat an die Delegierten die Aufforderung gerichtet, sie möchten nichts unversucht lassen, die Wege zur Einigung zu ebnen und hat hinzuge- fügt, dah die Regierung gezwungen wäre, aus Eigenem zu handeln, wenn die Konserenz mit einem Fehlschlag endete.

Reichsreform und Wirtschaft.

Luther fordert dringend die sofortige Inangriffnahme.

Msknssivn her Schnldensrage in Washington.

Oie Bankiers fordern einen neuen Schritt Amerikas zur Entspannung der internationalen Kreditlage. - Hoover will mit Laval darüber verhandeln.