Ausgabe 
9.9.1931
 
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In Frankfurt a. M. fand ein evangelischer Volkstag statt, dessen Höhepunkt eine öffentliche Kundgebung vor dem Römer bildete, bei der Superintendent Zentgraf (Mainz) die Ansprache hielt.

mächtig und groß und so gut organisiert und aus­gerüstet er auch sei, der nicht unter dem Eindruck steht, daß seine eigene Organisation jeden Tag durch das Anwachsen der Krise in seinen Grundlagen bedroht werde. 3n

Kriegsschulden und der Reparationen in Angriff zu nehmen und zu lösen. Frankreich wolle anscheinend diese Frage nur in einem deutsch-französischen Rahmen allein verhan­deln. Der Plan der Zollunion dürfe aber nicht durch einen europäischen Teilvertrag erseht wer­den, der eine Teilnahme der anderen Länder und ein gemeinsames Zusammengehen ausschliehen würde.

Unfreundliches Echo in Paris.

änderten.

Trotz aller Bedenken darf dennoch der Plan des Reichsfinanzministeriums als ein gesundes Projekt angesehen werden, da er tatsächlich daS Uebel der Arbeitslosigkeit an einer seiner Grundwurzeln anzufassen geeignet ist. In den nächsten Tagen werden hierüber zwischen den einzelnen Ressorts des Reiches sowie mit dem preußischen Ressorts Verhandlungen geführt wer­den. Wenn überhaupt, so mühte der Plan sehr bald verwirklicht werden und die Gestalt einer fertigen Kabinettsvorlage annehmen, damit die Arbeiten noch in diesem Herb st begon­nen werden können. Gin weiteres Erfordernis wäre allerdings auch die Vermeidung jeg­licher Derwaltungskosten und die Ein­heitlichkeit der Durchführung, Damit sich hier nicht das Schicksal der Osthilfe im Kleinen wiederholt. Einigung iliderWirtschastspariei

Wirtschaftspolitische Forderungen.

zu finanzieren. Dieser Plan hat vielfach große Zustimmung ausgelöst, da er, wenn auch vor­läufig nur in geringem Umfange in gewissem Sinne eine grundsätzliche und dauernde Lösung des statischen Arbeits­losenproblems zu geben verspricht. Allerdings stehen dem Plan mindestens ebenso viele Beden­ken gegenüber. 3n unterrichteten Kreisen macht man geltend, daß seine Durchführung auch nur für 100 000 Familien auf die Dauer mindestens eines Jahres keine Ersparnis, sondern zusätzliche Ausgaben verursachen würde. Frühestens im v «. t « v l v ....... .. -....... , ... .. , Herbst 1932 könnten die Siedlerstellen Erträgnisse

Momente des französischen Sicherheitssystems seien.1 abwerfen, die als ein Ausgleich zu der bisherigen

Berlin, 8. Sept. (TU.) Das Reichskabinett wird heute keine Beratungen abhalten, um den Ressorts die Möglichkeiten weiterer Vorarbeiten zu geben. 3m Vordergrund deS 3nteresses steht gegenwärtig der überraschend bekanntgewordene Plan des Reichsfinanzministeriums, zur Behebung der Arbeitslosigkeit kleine Siedler­stellen von zwei bis vier Morgen zu schaffen und auS Mitteln im wesentlichen der Hauszinssteuer,

Berlin, 8. Sept. (DDZ.) 3m Reichsaus- schuh der Wirtschaftspartei gelang nach län­geren Verhandlungen, eine Einigung mit den oppositionellen Gruppen herbei­zuführen, die eine besondere sächsische Wirt­schaftspartei gegründet hatten. Der Reichsaus­schuh beschloh die Herausgabe einer Kundgebung, in der die Wiedervereinigung der bisherigen sächsischen Wirtschaftspartei mit der Gesamt­partei begrüht und betont wird, dah die gi einigte Wirtschaftspartei für ihr Ziel eines b« rufsständisch orientierten deutschen VolksstaateS

ungenügend ablehnt und obwohl endlich ein deutscher Antrag wegen Festsetzung eines a n - deren Schemas, das die Mitteilung sämtli­cher, nach Ansicht der deutschen Regierung not­wendigen Angaben vorsah, vom Rate nicht an. genommen worden ist.

Die beiliegenden Tabellen lassen erkennen, wie gering die Rüstungen Deutschlands im Vergleich zu denjenigen anderer an Gebiet und Bevölkerungs- zahl ihm entsprechender Staaten sind. Teilweise bleiben sie sogar erheblichhtnterdemdurch den Versailler Vertrag festgelegten Stand zurück. So besitzt z.B. die deutsche Marine gegenwärtigen u r vier in Dienst stehende Linien­schiffe, während sie auf Grund des Versailler Ver­trags sechs Linienschiffe Im Dienst und zwei Linienschiffe in Reserve, also den doppelten Bestand, zu haben berechtigt ist.

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Bon den übrigen Mächten haben bisher Ame­rika, Belgien, Frankreich, England, Holland und neuerdings auch Italien auf die Anfrage des Gene- ralsekretärs geantwortet. Mit Ausnahme von Frankreich haben alle diese Staaten ebenso wie Deutschland ihrenRüstungsstandbekannt- gegeben. Frankreich dagegen hat bekanntlich noch keine sachlichen Mitteilungen ge­macht, sondern sich auf eine politische Polemik be- chränkt, die darauf hinausläuft, daß eigentlich nur Deutschland abzurüsten habe. Das ist natürlich ein Boden, auf den die Reichsregierung unter gar keinen Umständen treten kann. In diesem Zusam­menhang ist schließlich noch von Interesse, daß die Sowjetunion die Mitteilungen über ihre Rü­stungen bereits v o r der Umfrage des Generalsekre- tärs geliefert hat, aber unter der Bedingung, daß keine Veröffentlichung erfolge. Darauf hat Polen sich geweigert, seinen Militärstatus bekanntzu- geben.

Paris, 9. September. (WTB. Funkspruch.) Die Rede des italienischen Außenministers Granoi In Genf findet in der französischen Presse große Be­achtung. Einheitlich wird die Gemeinsamkeit der Italienischen These in der Abrü­stungsfrage mit der angelsächsischen festgestellt, wie auch derGegeniatzzumfran- zösischen Standpunkt.Journal" schreibt aus Genf, der Vorschlag Grandis, mit der Weiter- sührung der Rüstungsprogramme bis zur Abrü­stungskonferenz auszusetzen, passe nicht auf das französische System der Sicherheit. Der italienische Minister habe einen A n g r i f f g e ge n d i e S o n- derabkommen unternommen, die wesentliche

Arbeitslosenunterstützung bewertet werden könn­ten. Eine weitere große Schwierigkeit werde die Auswahl derArbeitslosen.dieln ihrer großen Menge ohnehin berufsfremd sein dürften, aber ausgerechnet auf die schwierigste landwirt­schaftliche Arbeit, Gartenarbeit, eingesetzt werden müßten, machen.

Hinzu kommt, daß gerade der Garten­bau zur Zelt wohl der unrentabelste Zweig der deutschen Landwirtschaft ist und die allgemeinen wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Herstellung seiner Rentabilität gegenwärtig fehlen. Zur Zeit wenigstens fehlen noch alle Voraussetzungen, die eine Abwehr derAuS- landskonkurrenz und damit deS Tleberan- gebotes ermöglichen. Zwar hat der gegenwärtige Reichsfinanzminister als damaliger Reichsernäh­rungsminister dem Gartenbau eine Reihe von Krediten zur Umstellung und Modernisierung zur Verfügung gestellt. Diese Kredite sind aber bis heute noch nicht amortisiert. Eine Rentabilität der Siedlerstellen über die Deckung des eigenen LebensmittelüedarfS hinaus würde also kaum erreichbar sein, es sei denn, daß sich die allgemeinen wirtschaftlichen Voraussetzungen

Aus Oer provinzialbauptstadt.

Gießen, den 9. September 1931.

©er Aogelzug im September.

Mit so großem Interesse jedesmal im Früh­ling das Kommen und im Herbst das Tornetzen der Vögel beobachtet wird, so sind wir doch noch nicht in die letzten Geheimnisse des Vogelzuges eingedrungen. Auch die Beringung von Zug­vögeln, die bereits vielfach vorgenommen wird, hat noch nicht die letzten Schleier über die Wan­derungen der Zugvögel hinweggenommen. Schon die Frage, was den unmittelbaren Anstoß zur Abwanderung im Herbst gibt, läßt sich nicht mit Sicherheit beantworten. Rahrungssorgen sind es bei den meisten Arten noch nicht, denn in den Zeiten, da im Spätsommer oder Herbst viele Vögel von uns gehen, gibts noch reichlich Rah- rung. Doch wie Dem auch sei, die Vögel machen sich jedenfalls zur Abreise nach dem Süden be­reit. Einige Arten, wie Mauersegler und Pirol, sind sogar schon abgewandert. Der Hauptmonat des Vogelzuges im Herbst ist bei uns stets der September. 3n diesem Monat verlassen uns Bachstelze, Rachtigall, Sprosser, Ziegenmelker, Turteltaube, Rohrdommel, Schwalbe,"^Grasmücke, Regenpseiser, Kiebitz, Drossel, Heidelerche, Stein­schwätzer und noch andere Arten. Einige Wochen später, gewöhnlich im Oktober, machen sich Rohr- ammer, Waldschnepfe, Rotkehlchen, Taucher, Ha­bicht, Mäusebussard usw. zur Abreise fertig. Als letzte, erst im Rovember, folgen Dohle, Saat­krähe, Girlitz und Wildgans. Vor der Abreise zeigt sich oft bei den Vögeln eine große Unruhe. Auch stimmen die Singvögel um diese Zeit oft noch, wie zum Abschied, ein Liedchen an.

Merkwürdig ist beim Vogelzug auch, daß bet manchen Arten die Alten nicht mit den Jungen, die Männchen nicht mit den Weibchen ziehen. Die alten Kuckucke sind manchmal längst abge­reist, wenn sich die jungen Kuckucke noch hier herumtummeln, bei den Buchfinken und bei den Rachtigallen ziehen die Weibchen später fort, als die Männchen. Unter den älteren Buch­finken gibt es sogar schon viele, die den Zug zum Süden überhaupt nicht mitmachen, sondern die im Winter als Strichvögel leben. Wegen dieser zeitweisen Lösung der Ehe ist Hern Buch­fink auch bereits die Bezeichnungeheloser Vo­gel" beigelegt worden. Die Wanderstraßen der Vögel sind meistens die Täler der größeren Ströme und Flüsse. 3m Zuge der Seine, der Rhone, des Rheins, der Glbe, der Oder und noch anderer Ströme ziehen die Vögel in der Regel dem Süden zu. Jedoch nicht alle Dogel- arten halten sich an diese Wanderstraßen, manche Arten fliegen auch über grohe Gebirgszüge. Die Strand- und Seevögel dagegen halten sich immer an die Meeresküsten und ziehen an der westlichen Küste Europas entlang nach dem Süden, bis in die Mittelmeerländer, oder auch weiter bis

nach Afrika.

Am besten sind wir bisher über die Wander- straßen der Störche unterrichtet. Das stammt wohl auch daher, daß dieser Vogel ziemlich groß ist und leichter beobachtet werden kann. Der Storch zieht auf zwei Wanderstrahen nach dem Süden, auf einer östlichen und auf einer west­lichen. Die westliche Straße geht den Rhein ent­lang, dann über Südfrankreich und Spanien, an der Küste Afrikas entlang bis nach Südafrika. Die östliche Wanderstrahe geht zunächst der Rich­tung zum Schwarzen Meere zu, bann über Klein­asien, Syrien, Aegypten und schließlich von Aegypten aus weiter südlich. Die Weser ist un­gefähr das Scheidegebiet dieser beiden Wan- berungsgebiete. Die Störche, bie sich westlich ber Weser niebergelaffen haben, ziehen auf der west­lichen Wanderstrahe fort, die östlich der Weser heimischen Störche benutzen die östliche Wander- straße.

Die Art des Vogelfluges bei den Wanderungen ist durchaus nicht gleichartig. So ziehen Wild­gänse und Kraniche in Keilformen, andere in mehr oder weniger breiten Geschwadern. 3m übrigen sind die Zugvögel in Tag- und Racht- wanberer einzuteilen. Finken, Wachteln, Schwal­ben, Wildgänse, Kraniche, Störche ziehen am Tage, Drosseln, Schnepfen. Kuckucke, Reiher in ber Rächt. Der Herbstzug geht burchweg lang­samer vor sich als der Frühjahrszug. So dauert der Frühlingszug bei den Störchen nur den brü­ten Teil ber Zeit, wie der Herbstzug. Wahrschein­lich ist im Frühling ber Paarungstrieb ein zu starker Antreiber. Die vorstehenden Ausführun­gen gelten hauptsächlich auf die Vogelwanderung in der nördlichen Erdhälfte. Aber auch in ber südlichen Erdhälfte geht jedesmal Im Frühling und Herbst die Vogelwanderung vor sich. Da zur Südhalfte geringere Landmassen gehören, macht sich dort allerdings die Vogelwanderung nicht so stark bemerkbar tote bei uns.

Weiter zeigt sich In Mitteleuropa im Herbst nicht allein eine Abwanderung von Vögeln, wir bekommen auch stets einen Vogelzuzug, und zwar von jenen Vögeln, deren Brutbezirke hoch im Rorden liegen, wo im Winter alles vereist ist. Zu diesen Wintergästen aus der nördlichen Vogeb« Welt gehört vor allem bie Schneeammer, auch noch Schneevogel unb Winterling genannt, ein gegen 16 Zentimeter großer Vogel. Der noch auf Spitz­bergen, in Rorbgrönland, auf Rowaia-Semlja unb auf Franz-Iosevhs-Lanb heimisch ist. Die Schneeammer zieht sich sogar für ben Wmter- aufentfjalt in unseren Breitegraben ein beson- bere* Kleid an. 3m Sommer unb hoch oben im Rorden ist dieser Vogel schneeweiß, wenn er zu uns kommt, hat das Gefieder eine zimtbraune Farbe angenommen.

Daten für Mijtwoch, S. September.

9 n. Ehr. (9. bis 11.) Schlacht im Teutoburger Walde. 1737: der Raturforscher Luigi Galvanl in Bologna geboren. 1828: der russische Schrift­steller Graf Leo Tolstoj in IaSnaja Poljana geboren. 1928: ber Industrielle Kurt Sorge in Berlin gestorben.

Bornotizen.

TageskalenderfürMlttwoch: Stabt« kirche, 20 Uhr, LichtbildervortragAmerika als Vor­bild und Warnung" von Misstonsdirektor Pfarrer Devaranne. Guttempler.LogeHassia", Na­turhellverein, Obst- unb Gartenbauverein, Kausm. Vereinshaus, 20 Uhr, Vortrag überSüßmost im Haushalt". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße,Nie wieder Liebe".

Aus dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: Als 11. Vorstellung im Sommer. Abonnement gelangt am Dienstag, 15. September, die Komödie:Der Garten Eden" von Oesterreicher und Bernauer als letzte Reu- einstudierung ber Sommer-Spielzeit unter bet Spielleitung von Peter F a s s o 11 einmalig zur Ausführung.

Slegewald über grundsätzliche Ausgaben des kommenden Winters.

©i« Versorgung der Arbeitslosen. - Umbau der Bevölkerungsstruktur. - ©ie Reform der Arbeitslosenversicherung.

lange, als die Möglichkeit für ein fortgesetztes Wettrüsten offengelassen wird.

Die Vorkriegsperiobe zeichnete sich durch zwei ty­pische Erscheinungen aus: Auf der einen Seite wurde an dem Gedanken der Schiedsgerichtsbar­keit, gearbeitet, auf der anderen Seite ging das Wettrüsten ununterbr o che n weiter unb

kämpfen werbe.

Es wurde dann noch folgender Entschluß bekannt: gegeben: Unter augenblicklicher Zurückstellung par­teipolitischer Forderungen läßt sich die Wirtschafts­partei von dem ernsthaften Willen leiten, geeignete Bestrebungen zu unterstützen, Ordnung in die wirtschaftlichen und finanziellen Ver­hält nise in Reich, Länder und Gemeinden zu bringen. Vor allen Dingen müssen Arbeits- Möglichkeiten geschaffen werden, um nicht das Heer ber Arbeitslosen zu vermehren, insbesondere aber zu versuchen, daß die Arbeitslosigkeit nicht in erschreckendem Umfange auch auf bic Kreise der selbstänbigen Gewerbetreibenden übergreift. Die durchzuführenden Maßnahmen haben sich auf Erfüllung nachstehender Forderungen zu erstrecken:

1. Unbedingte Sicherung des privaten Eigentums an Grund und Boden.

2. Be eltlgung der Hauszinssteuer.

3. Be eltlgung der Wohnungszwangswirtschaft.

4. Te lweise Umgestaltung der Erwerbslosen- und Krisenunterstützung In produktive Erwerbslosensür- sorge und Abdrosselung jeglicher Schwarzarbeit.

5. Reform des politischen Lohn- und Schlichtungs­wesens. ,

6. Ueberführung ber Betriebe der öffentlichen Hand in die Privatwirtschaft mit Ausnahme der Gas-, Wasser- unb Elektrizitätswirtschaft.

7. Progressive Staffelung der Umsatzsteuer, Ein­führung einer Filialsteuer.

8. Bei Durchführung von teilweiser Naturalien­lieferung an Erwerbslose Einschaltung von Handel und Gewerbe.

Echo be Paris" gibt der Meinung Ausdruck, daß Grandi mit einer Annahme seiner Vorschläge durch Frankreich gar nicht gerechnet habeMotin schreibt Grandis Vorgehen in der Abrüstungsfrage gehöre in das Gebiet der Propaganda. Eine Einstellung der Arbeiten für die nationale Verteidigung würde große budgetäre Verwirrungen und unvorhergesehene Arbeitslosigkeit schaffen.

Quotibien", der die Italiener ausgezeichnete Diplomaten nennt, erklärt, Italien wolle sich das Air einer Friedens, unb AbrüftungspoUtik geben, gleichzeitig aber gegen die französische Politik oppo­nieren.Peuple" behauptet, ber Friedensgedanke sei für Rom nur ber »orroanb, um Reibungs­punkte zu schaffen. Die faschistische Opposition sei gegen Frankreich gerichtet, unb es sei zum mlnbe- ften ärgerlich, dah eine gewisse französische Polltlk Dies überhaupt möglich gemacht habe.

Deutschland gibt seinen Rüstungsstand bekannt.

Eine deutsche Note an den Völkerbund.

Genf. 8. Sept. (WTB.) Reichsaußenminister Dr. C u r t l u « hat am 28. August an den Gene, ralsekretär bes Völkerbundes eine Rote gerichtet, In ber eS heißt: Die deutsche Regierung hat sich entschlossen, die erbetenen Rüstungsangaben nach dem von dem Völkerbund angenommenen Schema zu machen, obwohl ber Rüstungsstanb Deutschlanbs durch die im Versailler Vertrag ent­haltenen einseitigen Abrüstungsbe- stimmungen bereits bis in alle Einzel­heiten fe ft gelegt unb bekannt ist, ob. ; wohl ferner bie beuische Regierung ben von ber Vorbereitenden Abrüstungskommission sertigge- stellten Konventionsentwurf, der dem von dem Rate beschlossenen Schema zugrunde liegt, als

führte schließlich 3 u m Weltkrieg. An- I i /tu i h« pinem Berliner

S'£».ess »" ft

Seit 20 Jahren befindet sich Europa meinem mutma bliche Za h l d e r A r veil sm | en fortgesetzten Zustand der Unruhe Die genannt worden sind, als völlig willkürlich oa nationalen Wirtschaften ber Staaten sind in ihren sie meist nur auf einer gefuh l S kN a ß »g e i Grundlagen erschüttert und die Arbeitermassen Schwarzseherei beruhen zvi der am oller- sind beschäftigungslos. Es gibt keinen Staat, so wenigsten Anlaß sei. Soweit bie Entwicklung im teil zu der Auffassung kommen, baß sich die deutsche Wirtschaft überraschend Widerstands, fähig bewiesen habe. Aber selbst wenn die Zahl der Arbeitslosen Im kommenden Winter erheblich i«n tetteTiforäten k-kn'sich Sreigniffe m der I Setzer würde als im »origen Winter, gebe es noch Richtung einer Zusammenarbeit der Völker abge- eine Fülle von Möglichkeiten, um selbst erheblichen spielt, besonders zwischen Völkern, die vorher noch Beanspruchungen gewachsen zu sein.

durch blutige Konflikte getrennt waren. DieseBe- Der Minister steht dem Gedanken ber teilroei« toegung zur Zusammenarbeit und Solibarität muß sen Naturalverpflegung für bie Arbeits- jetzt weiter gestützt werben unb barf sich nicht jofen positiv gegenüber. Er rechnet damit, daß für auf einzelne Staaten beschränken. In engem Zu- bie Arbeitslosen vom 1. September 1931 bis sammenhang mit dem Problem ber Abrüstung 31. März 1932 etwa zwei Milliarden aufzubringen steht das außerordentlich heikle Repara- Hub, davon ungefähr 500 Millionen für Mieten, tionsproblem. Gin weiteres großes Problem bcr Rest von 1500 zu 80 v. H. für Lebensmittel und ist der fortgesetzte Zollkrieg. Die wirtschaft- Kohlen. Es könne allerdings nicht in Frage kom- 'lichen Abschließungen werben von selbst verschwin- men, den gesamten Betrag von rund 1200 Mil- ben, wenn erst bie militärischen Rüstungen ver- (ionen in Naturalien zur Auszahlung zu bringen, t schwunben sind. Der Minister empfiehlt aber in einzelnen Fällen

- Die italienische Regierung vertritt die Aufsas. unb unter besonderen Verhältnissen Abmachun-

jung, dah die Abrüstung der Ausgangspunkt g e n zwischen K 0 mm un e n auf der einen, K 0 n -

ft- nlek «jungen ifl. Das W » »'»» d-°- !nd«-n Ä't-,"wonach für Ne üftb-tts!

gendste Programm des volkerbun.'k g,gestände des täglichen Bedurft ßu

des. Der Augenblick ist jetzt gekommen, Mut, wesentlich verbilligten Preisen erhält- Ausdauer und gesunden Menschen- sind.

verstand zu zeigen. Jede Regierung ist jetzt Wir müssen versuchen, mit einem elastischen verpflichtet, unter Zurückstellung der eigenen System über den Winter zu kommen. Daxu ge-

Interessen die Rüstungen auf das allermindeste hören auch alle Möglichkeiten der Rand iev-

Maß zurückzuführen, das mit der nationalen Hing bot den Großstäbten. Sür bie

ST??*b Utf? IRädücn bevölkerung. ein Umbau ber Bevö 1 ke - tiket 8 des Völkerbundspaktes allen Machten t u n g ß ft r u f t u r erreicht werden. Aufgaben

auferlegten Verpflichtungen endlich durchzu- dieser Art lassen sich aus Steuermitteln nicht

führen. finanzieren. Es müssen vielmehr andere Wege

A l * w- v _ wx beschritten werden, deren Ziel, ganz allgemein

1932$ 3flbr btr HCDifWltCn. gesprochen, die Mobilisierung unserer

Volkswirtschaft sein müßte. Die Frage Die römische Presse Uber Brandts Borstotz steht in engem Zusammenhang mit ber ber Gestal.

in Gens. tung bes brutschen Krebitvolumens und des Zah-

r» A m q (a-t-t zcvm \ znf» rnmif*»n lungsmittelumlaufs überhaupt. Es hat sich Ueber-

bie Abrüstung habe vor allem ein unmittelbar niu'sen. Dte lie zur ^uun^ iprer -au^g oe finanzielles Gesicht. Die Abrüstung könne a a aubt ber -ilini ter n i ä t daß

PMnna Ö6Au1benfraaent unb ber durch Umbau ober Reformen Ersparnisse große-

«ÄrÄLnÄ 34? 1& kündig- L^-w-gi

,tch nicht mehr ate bat Ab-üstungsfth-°n ,°n- WWn, ?bgfben SaU würde ®t bern auch als bas der allgemeinen Revisio- notwendig sein, bie Krisenunterstützung mit grö- n e n ber finanziellen mit dem Kriege noch zu- I TKitteln außauftatten Auch von einer Zu - sammenhängenden Verpflichtungen Vaida toeift

bann auf bie beutschen Reparationszahlungen und \qUxv Wohlfahrtsfürsorge errechnet sich ber Mi- ^ren Zusammenhang mit ber zunehmenben Der- ni|ter x ? ine großen Ersparnisse, fonbern lebig» njnnumj Deutschlanbs hm und fofgert, mit ber eine organisatorische Vereinfachung. Abrüstungsfrage sei gleichzeitig die Frage ber u 1 '

Dietrichs Siedlungsplan.

Zustimmung und Bedenken.

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Kriminalpoltz Hund Farme erschien, durch aufgeklärt, i Feldscheune. ' Hund gesteh leigte der holtzeibaupttv im Vorgarten Stricken gesesst zwischen auf e zu stellen. 2ll Hund Marmel Äm üeberfa, geschickte Arb. ein in den Dc zum Stehen zv überfall durch und intelligen Festgenommer ebenfalls durc unmöglich ger mann hielt. er auf bie D hlminellet Hl zeige für bie ß fallen zu verh spur mit Srfol muffe immer die ben, bfl ein unfa< der Polizei nut'

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