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Oie Folgen der Ltnwetter-Katastrophe im Erzgebirge.

Die Verwüstungen des Hochwassers im Antonstal bei Schwarzenberg, wo der Wasserstrom riesige Bäume entwurzelte und Häuser einriß.

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Zerstörte Eisenbahnstrecke beim Bahnhof Erla zwischen Schwarzenberg und Johanngeorgenstadt.

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Südwestdeutsche Hochschulmeisterschasten in Freiburg.

Hießen läuft Hochschulrekord in der Schweden- stafsel.

Die Universität Gießen hat in diesem Jahre eine zahlenmäßig und sportlich recht starke Ver­tretung nach Freiburg entsandt, die aus einer Faustballmannschaft und 12 Leichtathleten be­stand. Die Uebcrraschung des ersten Tages brachte die Faustballmannschaft, denn es gelang ihr, sämtliche Spiele der Dor- und Zwischen­runde hoch zu gewinnen mit dem fast gleich­mäßig in allen Spielen hohen Punktvorsprung von durchschnittlich 16 Punkten gegen die Uni­versitäten Freiburg, Heidelberg, Marburg und Stuttgart. Im Endspiel standen sich die beiden hessischen Hochschulen Darmstadt und Gießen ge­genüber. Die Gießener -Mannschaft war nicht in der guten Form des Dortages und verlor nach dramatischem Kampfe in der letzten Minute mit 2 Punkten. Die Ausstellung war: Loh I, Pfeffer, Reinhard, Trapp, Loh H (alle A.T.V. Rhein- franken).

Die Universität Ziehen konzentrierte sich hauptsächlich darauf, den Hochschulmehr­kampf zu gewinnen, der nach den Lei­stungen der 2 Fünfkämpfer und den Ergebnissen der 4X100-Meter- und Schwedenstaffel gewertet wurde. Deshalb verzichteten Eldracher und Mehner auf den Start in den Einzelläufen. Müller schied leider schon im Dorlauf gegen den Favoriten Riermann - Frankfurt, Brust- breite zurück, aus. In der 4xl00-Meter°Staffel kam Gießen mit einer Dorlaufzeit von 44.2 Sek. in die Entscheidung. Im Endlauf lief die Mann­schaft Eldracher II, Müller, Eldracherl, Mehner ein ausgezeichnetes Rennen. Beson­ders Eldracher I und Mehner entschieden durch ihren hervorragenden Lauf den knappen Sieg in 43 8 Sek. Leider wurde die Mannschaft um den Sieg gebracht, da angeblich Mehner und Eldracher I die Wechselmarke überlaufen haben sollten, was aber absolut den Tatsachen nicht entsprach. Durch diese Fehlentscheidung wurde Gießen auch um den sicheren Sieg im Hochschul­mehrkampf gebracht. Die Schwcdenstaffel 400, 300, 200, 100 gewann die Universität Gießen mit Meßner, Eschenrbder, Müller, Eldracher I in der Zeit von 2,02 Min. Die Zeit bedeutet einen neuen Hochschulrekord. Schon über 400 Meter holte Mehner gegen den bekannten D a n z- Marburg über 10 Meter Dorsprung heraus, der im Ziel 15 Meter vor der Universität Mar­burg betrug.

An Einzelkämpfen gewann Mehner mit 12,85 Meter das Kugelstoßen, ferner belegte Weil mit 1,70 Meter den 2. Platz im Hoch­sprung. Eine Derlehung schied chn leider aus der weiteren Konkurrenz aus. Im Fünfkampf belegten die Gießener Dertreter den 4 , 5. und 7 Platz. Die Universität Gießen kann mit diesem Erfolg 2. Platz im Hochschulmehrlampf als

kleinste Universität des Kreises VI vollauf zu­frieden sein.

Dom weißen Sport.

Gießener Tenmsklub 1922 Tennisklub Bad Homburg 18:9.

Der Wettkampf auf den neuhergerichteten Plätzen im Bad Homburger Kurpark war ein voller sportlicher Erfolg. Das Wetter erwies sich als günstig, es gab eine Reihe sehr span­nender Kämpfe, und Gießen konnte seine Ueber- legenheit beweisen.

Frl. Berg stieß in Frl. Lauenstein-Homburg auf eine begabte Schülerin mit wunderschönen harten Schlägen und muhte sich trotz ihres guten Spieles 6:1, 6:1 geschlagen bekennen. Alle an­deren Gießener Damen gewannen glatt. Bei den Herren machte sich das Fehlen des Gießener Spitzenspielers Dr. Fischer bemerkbar. Die drei Ersten von 10 Herren-Einzelspielern gingen ver­loren. Gute Kämpfe gab es im Herren» doppel. Dr. SchopperK. Fischer hatten gegen die schon vor dem Krieg bekannten Gebrüder v. Lersner zu spielen, die ein routiniertes Doppel zeigten und knapp 7:5, 6:4 gewannen. Das zweite Herren-Doppel gewannen die Homburger Dr. EckhardEayard gegen v. GrolmanAltkemper 6:2, 6:3. 3m dritten Herren-Doppel zeigte sich Müller in hervorragender Form, seine herr­lichen Dorhandschläge sahen mit unheimlicher Sicherheit. Trotzdem gewannen die Homburger LeonhardTheophile 0:6, 6:2, 6:2, durch grö» Here Sicherheit und etwas Glück.

Im gemischten Doppel konnten Frau DumurAltkemper einen schönen Sieg über Frl. LauensteinTheophile mit 6:2, 11:9 buchen. Die übrigen vier gemischten Doppel fielen gleich­mäßig an Homburg und Gießen.

Am kommenden Sonntag spielt der Klub in Bad-Rauheim gegen den dortigen Tennis­klub.

Schützen-Verein.

Bei dem In Alsfeld stattgefundcnen Der - bandsschiehen des Bezirksverb an- des Hessen--Rassau nahm das Gesell­schaftsschießen eine Hauptstellung ein. Bier- zehn Dereine stellten eine Mannschaft von je drei Mann, die mit je 15 Schuß auf Stand 175 Meter um die Meisterschaft des Dezirks- verbandes stritten. Dem Schühen-Derein Gießen gelang es, sich nach scharfem Kampf an die zweite Stelle zu setzen. Die sechs besten Dereine waren: 1. Marburger Schützenverein 574 Punkte, 2. Gie­ßener Schühenverein 550, 3. Betzdorf 526, 4. Sie­gen 510, 5. Biedenkopf 453, 6. Alsfeld 426.

Aus diesem Schießen ging mit 202 Punkten Georg Schilling als zweitbester hervor. Im Schnellfeuerschiehen konnte Heinrich Appel den 2. Preis und auf der 100-Meter-Festscheibe gleichfalls den 2. Preis erringen: auf der Fest­scheibe 175 Meter und 300 Meter wurde er 9. bzw. 7. Sieger. Einen schönen Erfolg, und zwar den 1. Preis auf die Pistolen-Meisterscheibe.

sicherte sich Willi Georg, neben zwei 11. Prei­sen auf die Festscheiben. Hermann Sauer er­schoß auf die 100-Meter-Meisterscheibe den 2. Preis, auf die 100-Meter-Festscheibe den 9. Preis und konnte auf der 175-Meter-Fest- scheibe noch den 7. Preis erringen.

Verkehrsdisziplin auch auf der Lahn!

Line Mahnung des Vereins Uferkritik.

Dom Verein Aferkrittk, der in diesem Jahre wieder seine Tätigkeit ausgenommen hat und durch die aus seinen Beobachtungen geschöpften Anregungen der Sache des Wassersportes in der verschiedensten Form dienen will, werden wir um die Veröffentlichung folgender Anregung ge­beten:

Der lebhafte Rudertrainingsbetrieb einerseits, der in diesem Jahre auf der Lahn herrscht und der gerade jetzt kurz vor der großen Regatta eine wesentliche Steigerung erfahren hat, ander­seits der stark angewachsene Paddelsportbetrieb, läßt es notwendig erscheinen, darauf hinzuweisrn, daß auch auf der Lahn eine gewisse ^Verkehrs­regelung" platzgreifen muh. Im Interesse aller Wassersporttreibender liegt es, daß besonders während des Rudertrainingsbetriebes von den Paddelbootfahrern möglichst die rechte Flußseite Ungehalten wird. Es ist dies besonders deshalb zu empfehlen, weil doch die größeren Ruderboote nicht über die Wendigkeit verfügen können, die notwendig ist, um einen Anfall auf dem Wasser ml verhüten, der eventuell durch ein Paddelboot in der Fahrlinie heraufbeschworen worden ist. Ganz abgesehen von der Gefahr für Menschen­leben uni) Gesundheit, die durch das Kentern eines Bootes, durch einen Zusammenstoß herauf­beschworen wird, ist auch der Materialschaden nicht unwesentlich, der an den Ruderbooten ent­stehen kann. Gleichermaßen sollten sich Schwim­mer, die in der offenen Lahn ihren Sport be­treiben wollen, so verhalten, daß nicht das Trai­ning dec Rudermannschaften gestört toirö; Bei gegenseitiger Bereitwilligkeit und dem notigen Verständnis wird es sich leicht ermöglichen lassen, daß sich auch auf der Lahn eine Verkehrsordnung herausbildet, die jeden Anfall verhüten hilft, sofern sich jedermann den vorläufig noch un­geschriebenen Gesetzen fügt.

Mannschastskampf der Turnvereine.

Kinzenbach, Rodheim, Launsbach.

Der im vorigen Jahr zum erstenmal in Kin­zenbach ausgetragene Mannschastskampf erfuhr am Sonntag seine 2. Auflage in Launsbach. Während 1930 der TV. Rodheim den Sieger stellte, konnte in diesem Kampf kein offizieller Sieger ermittelt werden, da die beiden Mann­schaften der Vereine Kinzenbach und Launsbach nach einem hartnäckigen Ringen, das mit der letzten Konkurrenz den Gleichstand brachte, gleiche Punktzahl erreichten, während Rodheim mit 12 Punkten Abstand folgte. Der Kampf wurde auf dem neueingeweihten Sportplatz Launsbachs abgewickelt und zeigte mitunter schöne Leistun­gen.

Rach stehend die

Ergebnisse:

100 Meter. 1. Schieferstein, L., 12,7. 2. Schlierbach, R. 3. Schmidt, R. 4. Leib, K.

4X100 Meter. 1. TV. Rodheim. 2. TV. Krnzeübach. 3. TV. Launsbach.

Weitsprung. 1. Schieferstein, L., 6,24 Me­ter. 2. Schlierbach, R., 6,02. 3. Winter, L., 5,77. 4s. R. Depler, K.

Hochsprung. 1. Schieferstein, L., 1,55Meter. 2. Schlierbach, R., 1,55. 3. Schmidt, R., 1,50. 4. H. Winter, L. Den ersten Platz erreichte erst durch Stechen Schieferstein.

Stabhochsprung. 1. W. Depler, K., 3,10 Meter. 2. E. Keller, R., 2,90. 3. L. Depler, K., 2,80. 4. Reeh, R. Der Sieg Deplers war nie gefährdet.

Kugelstoßen. 1. E. Winter, L., 10,63 Me­ter. 2. R. Depler, K.. 9,86. 3. W. Depler, K., 9,61. 4. Schlierbach, R. Winter lag mit sämtlichen Würfen stets vorn und siegte sicher.

S t e i n st o ß e n. 1. W. Depler, K. 2. W. Hörr, L. 3. E. Winter, L. 4. L. Depler, K.

Schleuderballwerfen, 1. W. Depler, K. 2. W. Hörr, L. 3. L. Depler, K. 4. R. Schmidt, R.

Diskuswerfen. 1. G. Winter, L., 31,09 Meter. 2. R. Depler, K., 29,65. 3. W. Depler, K. 4. W. Hörr, L. Der Sieger zeigte eine schone Technik.

Speerwerfen. 1. W. Leib, K., 40 Meter. 2. R. Schmidt. R., 38,93. 3. R. Schiefexstein, L.. 35,20. 4. E. Winter, L. Der Speerwurf brachte insofern eine große Aeberraschung, indem sich der alte Gaumeister Schmidt, R., von Leib schla- gen ließ.

Gesamtergebnis: Kinzenbach 69 Punkte, Launsbach 69, Rodheim 57.

Der Kampf war von Anfang an stets span­nend. Während in den ersten Konkurrenzen Launsbach durchweg im Vorteil war, kam Rod­heim später etwas auf, um aber bald Kinzen­bach den Vortritt zu lassen. Rach dem Austrag des Diskuswerfens stand der Kampf noch mit nachstehender Punktzahl klar zugunsten Launs­bachs, dessen Sieg allgemein angenommen wurde. L. 52 P., K. 39. R. 35. Dadurch, daß Kinzew- bach in den nachfolgenden Konkurrenzen (Speer­werfen, Schleuderballwerfen und dem Stabhoch­sprung) jeweils die ersten Plätze belegen konnte, war dieser Vorsprung bis auf einen Punkt wieder aufgeholt, und mit dem 2. Platz, den'die Mann­schaft in dem letzten Bewerb der 4xl00-Meter- Staffel errang, der Gleichstand erzwungen. (K. Kinzenbach, L. Launsbach, R. Rod- heim.)

Zubiläumsfest - des Lahn-Oünsberg-Gaues.

Am 11., 12. und 13. Juli begeht der Lahn- Dünsberg-Gau im ADT. fein 25jähriges Stiftungsfest verbunden mit der Banner­weihe des Tv. Londorf. Die Vorbereitun­gen sind in vollem Gange. Der Verein wird sich der Zeit entsprechend die größte Mühe geben, den Turnern und Gästen den Aufenthalt so an- gendhm wie möglich zu gestalten. An den Wett­kämpfen nehmen etwa 300 bis 400 Turner und Turnerinnen teil. Am Samstagabend findet in der Volkshalle in Londorf ein Iubiläumskommers statt, bei dem Aebungen der Gauriege, Reigen­fahren des Radfahrervereins Londorf usw. vor­geführt werden.

Handball im Gau Hessen (O.T.)

Tv. Lang-Göns TV. Hochelheim.

Am Sonntag hatte der Tv. Lang-Göns drek Mannschaften im Felde stehen. Gegner war der Tv. Hochelheim. Die Lang-Gönser mußten sich sehr anstrengen, um ein einigermaßen ehrenvolles Resultat herauszuholen. Infolge Absage von mehreren Spielern muhten die beiden aktiven Mannschaften ersatzgeschwächt die Spiele bestrei­ten. Die Ergebnisse: Tv. Lang-Göns I Tv. Hochelheim l 4:7 (3:5); Tv. Lang-Göns II Tv. Hochelheim II 1:1 (1:1); Tv. Lang-Göns Schüler gegen Tv. Hochelheim Schüler 0:3 (0:1).

Auch die Schüler waren von vornherein ge­handicapt, zumal in der Schülermannschaft von Hochelheim mehrere Jugendliche mitspielten, gegen die sich die kleinen Lang-Gönser, meist elf- bis dreizehnjährige Buben, nicht durchsetzen konnten.

TV. Klein-Linden Tb. Griedel 3:9 (1:6).

Am Sonntag standen sich in Klein-Linden die erste Handballmannschaft des Tv. Klein-Linden und die Erste des Tv. Griedel gegenüber. Trotz großen Spieleifers und einer körperlich starken Mannschaft muhte sich Griedel mit 3:9 (Halbzeit 1:6) der gewandten und spielsicheren Mannschaft Klein-Lindens beugen. Die beweglichere und sehr flinke Schülermannschaft Dutenhofens besiegle die Schülermannschaft von Klein-Linden mit 2:1.

TV. Allendorf (Lahn) TV. Wetzlar komb. 4: 7.

Zwei gleichwertige Gegner lieferten sich ein äußerst schnelles, bis zum letzten Moment span­nendes, aber auch hartes Spiel. Das Schluher- gebnis entspricht nicht ganz dem Spielverlauf. Gin Anentschieden wäre gerechter gewesen.

TV. Allendorf Igd. TV. Wetzlar 2. Igd. 0:5.

Wetzlar gewann verdient über die ersatzge­schwächten Allendörfer, da diese nicht mit den gewohnten Leistungen aufwarteten.

Kurze Sporinoiizen.

DieDeutscheHochschule fürLeibeS- Übungen weilte am Wochenende in Amster­dam und erntete für ihre Vorführungen in der Gymnastik anläßlich des Internationalen Turnfestes reichen Beifall. In der 4xl00-Meter- Staffel belegte die Mannschaft nur den zweiten Platz, da die Schlußläuserin gestürzt war.

Geschichten ans aller Welt.

Rosen in Holland.

(r) Amsterdam.

Eine der größten holländischen Blumenzüchter- Organisationen ist die Vereinigung ,.Nos jungunt rosae", d. h.Uns einen die Rosen . Diese Vereini­gung, der die größten und bekanntesten Züchter des Königreiches angehören, veranstaltet, in jedem Jahre einen Blumenkörso zwischen dem Haag und Sche- veningen, der im Lause der Jahre zu einem wahren Volksfest geworden ist. Leider aber scheint sich das innere Leben dieser Vereinigung nicht mehr ihres zarten und blumigen Namen bewußt zu sein, denn von der jüngst abgehaltenen Generalversammlung der Vereinigung werden schreckliche Dinge gemeldet.

Danach besteht schon seit geraumer Zeit ein schar­fer Gegensatz zwischen dem ersten und dem zweiten Vorsitzenden, die beide verstanden haben, einen großen Teil der Mitgliederschaft auf ihre Seite zu ziehen. Auf der letzten Generalversammlung explo­dierte das Pulverfaß: nach einer erregten Debatte, in der es nicht an den abscheulichsten Verbalinjurien fehlte, kam es zu einer wüsten Schlägerei, bei der das Mobiliar des Versammlungsraumes zertrüm­mert, fünfzehn Mitglieder mehr oder minder schwer beschädigt wurden und schließlich die Polizei ein- greifen mußte, um weiteres zu verhindern.--

Man sieht: die holde Blume der Eintracht scheint nicht gerade zu den hervorragendsten Zuchtergeb­nissen der Herren zu gehören. Und angesichts der letzten Ereignisse soll sich eine Anzahl von Mitglie­dern zu einem Antrag vereinigt haben, den Namen des Bundes zu ändern.Nos jungunt rosae das scheint ihnen nicht mehr ganz zeitgemäß.

Türkische Heiraten.

P. Stambul.

Seitdem man im Jahre 1927 zum ersten Male in der Türkei eine Volkszählung nach europäischen Begriffen unter der Leitung eines belgischen Sta­tistikers obgehalten hat, deren Ergebnis allerdings nach Ansicht der Kenner des Landes kaum den Tat­sachen entsprochen haben dürfte, wie sich jetzt bei

der Aufstellung der Wahllisten ergibt, ist die Statt» stik in der Türkei endlich, eine Dauereinrichtung bet den türkischen Behörden geworden. So erfährt man erstaunliche Dinge. Da ist z. B. dieser Tage die amt­liche Heiratsstatistik für das Jahr 1929 erschienen, die besagt, daß in jenem Jahre in der Türkei 18 279 Ehen in den Städten und 26 048 Ehen in den Dör­fern abgeschlossen worden sind. Man erfährt ferner, daß etwa die Hälfte der in die Ehe Steigenden in einem Alter zwischen 19 und 24 Jahren stehen. Das sind statistische Daten, die nicht viel besagen, höch­stens einen Rückschluß auf Bevölkerungszahl und -dichte sowie auf die Wirtschaftslage der Bevölke­rung zulassen. Worüber sich aber die Presse mit Recht ausregt, das sind diemariages dispropor- tionnös, die verrücktesten Heiraten von Leuten, die gar nicht zusammen paffen. Da ist z. B. ein Bauer genannt, der im Alter von 75 Jahren ein junges Mädchen von 19 Jahren heiratete. Eine Bäuerin von 79 Jahren hat sich einen jungen Mann von 19 Jahren zum Ehegespons ausgesucht. In den Städten gibt es noch tollere Verrücktheiten. Zwei Beispiele beweisen es. Ein Mann von 69 Lenzen hat sich eine Ehehälfte von 19 Jahren gewählt, und auf zwei Frauen von je 69 Jahren sind zwei Jüng­linge von 17 Lenzen hereingefallen, die kaum trocken hinter den Ohren sind. Solche unpassende Ehebünd­nisse wären in früheren Zeiten einfach unmöglich gewesen.

Daten für Donnerstag. 9. Juli.

Sonnenaufgang 4.19 Ahr, Sonnenuntergang 20.40 Ahr. Mondaufgang 0.14 Ahr, Mond­untergang 14.31 Ahr.

1440: der holländische Maler Ian van Eyck in Brügge gestorben; 1677: der Dichter Johann Schestler (Angelus Silesius) in Breslau gestor­ben; 1807: Friede zu Tilsit zwischen Frankreich und Preußen; 1826: Schillers Gattin Charlotte in Bonn gestorben; 1915: Kapitulation der deutschen Echntztruppe von Deutsch-Südlrestafrika.