Ausgabe 
9.6.1931
 
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gestattet bekanntlich jegliche Behandlung, wie wir sie bei der Verwendung von Warmblüterfleisch von jeher geübt haben: das Kochen, das Schmoren, das Braten, das Verarbeiten mit Gemüse, die Gewin­nung von Suppen und ähnlichem.

Die Hausfrau hat noch einen besonderen Grund, in der wärmeren Zeit regelmäßig Seefischgerichte auf den Tisch zu bringen. Da nämlich die Herstel­lung von Fischgerichten, die viel schneller gar wer­den, im allgemeinen nur wenig Zeit erfordert, so braucht sich die Kochende auch nur halb so lange der Hitze des Küchenseuers auszusetzen. Alle Erwä­gungen, insbesondere auch diejenigen gesundheitlicher und wirtschaftlicher Natur, sprechen also dafür, daß allgemein von der Gelegenheit, billige und nahr­hafte Fischkost zu genießen, mehr als bisher Ge­brauch gemacht werde.

Schlägereien

mit politischem Hintergrund.

Sn der vergangenen Nacht kam es, wie der Polizeibericht meldet, zu verschiedenen Zwischen­fällen. zu Schlägereien, deren Ursachen in politi­schen Meinungsverschiedenheiten zu suchen sein dürften. So wurde gegen 12 Uhr auf der Straße zwischen Heuchelheim und Gießen der Stahlhelmer Theo Schneider, der allein seines Weges ging, anscheinend von einigen Kommunisten angerem­pelt und geschlagen. Der Lleberfallene erlitt einige Kopfverletzungen. Die Freiwillige Sanitäts­kolonne vom Noten Kreuz brachte den Verwun­deten nach der Chirurgischen Klinik: er konnte je­doch nach der ärztlichen Behandlung seiner Wun­den seinen Heimweg antreten. Einige Kameraden, die ihn abholten, brachten ihn gegen 1 Uhr nachts nach Hause.

Gegen 22.30 Ahr wurde der Wagensattler Karl Schlemm von Butzbach, der sich vom Bootshaus des Marinevereins nach dem Bahnhof begeben wollte, in der Westanlage von einigen anschei­nend linksgerichteten Burschen angehalten und ge­fragt. ob er Hitlerianer sei. Da der Angehaltene sagte, er sei politisch rechts gesinnt, schlugen die Gegner auf ihn ein. Der Aeberfallene verlor da­bei zwei Zähne, setzte jedoch seinen Weg zur Bahn fort. Die Rohlinge konnten in beiden Fäl­len leider nicht dingfest gemacht werden, da sie es jeweils nach ihrenHeldentaten" vorzogen, zu flüchten.

Taten für Montag, 8. Juni.

Sonnenaufgang 4.11 Uhr, Sonnenuntergang 20.37 Uhr. Mondaufgang 1.15 Uhr, Monduntergang 12.05 Uhr.

1768: der Altertumsforscher Johann Joachim Winckelmann in Triest ermordet: 1794: der Dichter Gottfried August Bürger in Göttingen ge­storben: 1810: der Komponist Robert Schumann in Zwickau geboren.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Freiwil­lige Gailsche Feuerwehr: 20.30 Uhr Antritt zur Uebung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der falsche Ehemann".

** Die Einkommensteuerpflicht von Baukostenzuschüssen. In den von Steuer- shndikus Hermann Will zu Gießen herausge- gebenenAktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 11) lesen wir: Lange Jahre hat der Reichs­finanzhof daran festgehalten, daß Daukostenzu^ schüsse beim Vermieter in dem Jahre einkommen­steuerpflichtig seien, in dem sie gezahlt würden. Sn einem ausführlichen Urteil vom 4. Februar 1931 Vf A 712/30 hat aber der Reichsfinanz­hof diese Rechtsprechung aufgegeben und folgen­des erklärt: Baukostenzuschüsse sind im Gegensatz zur bisherigen Rechtsprechung nicht als Miet- einnähmen des Vermieters, die ihm im Jahre der Zahlung zufließen, zu behandeln. Es ist viel­mehr je nach der Lage des Mnzelfalles dahin zu entscheiden, daß der Baukostenzuschuß überhaupt einkommensteuerfrei ist, oder daß die gezahlte Sunrme auf eine Reihe von Jahren (Dauer des Mietvertrages usw.) zu verteilen ist.

** Rudolf-Block-Stiftung. Dem Staatsrat Rudolf Block in Darmstadt, der am 1. Mai nach Erreichung der Altersgrenze aus dem Staatsdienst ausgeschieden ist, wurde vor einigen Tagen eine besondere Ehrung zuteil. Die Direk­tionen und Lehrkörper derjenigen höheren Schulen Hessens, die während langer Jahre seinem Refe­rat im Ministerium für Kultus und Bildungs­wesen unterstellt waren, haben eine freiwillige Spende aufgebracht, die sie ihm als äußeres Zeichen ihrer Dankbarkeit und Verehrung über­reicht haben. Die Spende jst für die deutsche Schule im Ausland bestimmt und wurde der seinen Ramen führendenRudolf-Dlock-Stiftung"

überwiesen. Die Gabe gilt dem Manne, der in seiner langjährigen Tätigkeit sich bleibende Ver­dienste um das hessische höhere Schulwesen er­worben hat, und dient dem großen gemeindeut­schen Werk, für das Staatsrat Block mit allen Kräften sich eingesetzt hat. Die Adresse wurde von Zeichenoberlehrer Schäfer von der hiesigen Studienanstalt und einer seiner Schülerinnen aus­geführt.

** Gendarmerie-Personalie. Der Gendarmeriehauptwachtmeister a. Pr. Ferdinand Weller aus Klein-Linden wurde mit Wirkung vom 1. Mai 1931 zum Gendarmeriehauptwacht­meister ernannt.

** Ermittelt. Die Nachforschungen noch der Person des Greises, der sich am Freitagabend in der Nähe der Bahnunterführung in der Frankfurter Straße erschossen hat, haben ergeben, daß es sich bei dem Toten um den am 9. Juni 1853 in Rauschenberg (Kreis Kirchhain) geborenen, zuletzt in Hungen wohn­haften K. M. handelt. Der 78jährige Mann dürfte nach seinen letzten Aussagen Bekannten gegenüber die Tat aus Lebensüberdruß begangen haben.

** Gefundene Sachen. Das Polizeiamt teilt mit: Das Verzeichnis über die im Monat Mai ge­fundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Land­graf-Philipp-Platz Nr. 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fund­bureau während der Dienststunden geltend zu machen.

**Bausparkassen-Werbevortrag. Bei dem großen Kapitalmangel, der seit dem Kriege in Deutschland herrscht, haben in wenigen Jahren die Neueinrichtungen der Bauspargesellschaften erheblich an Bedeutung gewonnen. Neben zahlreichen privaten Gesellschaften dieser Art gibt es seit einiger Zeit auch die öffentlichen Bausparkassen, die von den Ver­bänden der öffentlichen Sparkassen gegründet sind, und zwar für Hessen als eine Abteilung der Landes­kommunalbank-Girozentrale in Darmstadt, lieber ihre Ziele und Einrichtungen spricht auf Deran- I lassung der Bezirkssparkasse Gießen Herr Otto I

Hägertam Freitag, 12. Juni, 20.30 Uhr, imPost- keller", Wagengasse. (Näheres in der Anzeige vom Samstag.)

* * Deutscher Republikanischer Leh­re r b u n d. Der Zweigverein Gießen des Deut­schen Republikanischen Lehrerbundes veranstaltete am Mittwochnachmittag im Saale des Gymna­siums einen öffentlichen Vortrag. Lehrer P l o ch eröffnete die Versammlung und umrih kurz die EinsteUung des Republikanischen Lehrerbundes. Sodann sprach Rechtsanwalt Sean Zah vom Apellationsgericht zu Orleans über das Thema: Die französische Sugend und der Friede". Die französische Jugend, so führte er u. a. aus, habe sich nach dem Kriege unter wesentlich anderen Voraussetzungen entwickelt, habe nie so lebhaft im politischen Tageskampfe gestanden wie die deutsche Jugend, da sie ja die Republik gesichert wußte. Die Einstellung des größten Teiles der französischen Jugend sei antikriegerisch. Die fran­zösische Jugend sehe heute, soweit sie nicht der Minderheit der nationalistischen Sugend angehöre, ihr hauptsächliches Ziel in der Wahrung des Völkerfriedens und in der Reform demokratischer Erziehung. Leider habe man die Meinung des französischen Volkes systematisch vergiftet, indem man immer nur das Wesen der nationalistischen deutschen Kreise in den Mittelpunkt der Betrach­tungen stellte und der friedensfreundlichen repu­blikanischen deutschen Sugend kaum Erwähnung tat. Die Gedanken des größten Teiles der fran­zösischen Sugend seien die gleichen wie die der deutschen republikanischen Sugend. Deutschland müsse, so betonte der Redner zum Schluß, Ver­trauen haben zur Friedensliebe und »Bereitschaft der französischen Sugend, und wenn der beschrit­tene Weg auch steinig sei, er führe doch zum Ziel. Sm Anschluß an den Vortrag, der mit gro­ßer Aufmerksamkeit verfolgt wurde (Studien­assessor Dr. Fühler übersetzte die Ausführun­gen des französisch sprechenden Redners ins Deut­sche), beantwortete der Redner noch die an ihn gestellten Fragen.

Wirtschaft.

*5>ie Indexziffer der Großhandels­preise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 3. Sunt errechnete Indexziffer der Groß­handelspreise ist mit 111,6 gegenüber der Vor­woche um 1,2 Prozent gesunken. Die Sndexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstvffe 105,7 ( 2,8), Kolonialwaren 94,2 ( 0,8), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 102,6 ( 0,3) und indu­strielle Fertigwaren 136,7 ( 0,1). Für den Monatsdurchschnitt Mai lautete die Gesamtindex­ziffer 113,3 (gegenüber dem Vormonat 0,4 Pro­zent). Sndexziffern der Hauptgruppen: Agrar- stosse 109,2 (4- 0,8), Kolonialwaren 95,5 ( 1,4), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 103,4 ( 1,4), industrielle Fertigwaren 137,2 ( 0,4).

Mitteldeutsche Hartstein-Sndu- strie AG.. Frankfurt a. M. Sn der Gene­ralversammlung der Gesellschaft wurde der Ge­schäftsabschluß für das Sahr 1930 vorgelegt, der einen Betriebsüberschuß von 962 156 Mk. zeigt, aus dem nach Abzug der Verwaltungs­kosten von 570 000 (610 000) Mk., der sozialen Lasten von 120 000 (180 000) Mk., der Abschrei­bungen von 210 000 (390 000) Mk. und der Steuern von 60 000 (50 000) Mk. ein Reingewinn von 498 (10 818) Mk. verbleibt, der nach dem Be­schluß der Generalversammlung auf neue Rech­nung vorgetragen wird.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 8. Sunt. Tendenz: schwä­cher. Die Börse eröffnete zu Beginn der neuen Woche wieder schwächer. Man übte im Zusam­menhang mit der Weiterentwicklung der inner- politischen Lage allgemein Zurück Hal- Haltung, zumal auch die Wochenschlußbörse in Reuhork wieder schwächer veranlagt war. Das bisherige Ergebnis in Chequers fand geteilte Aufnahme. Die Börse erwartet die Rückkehr der Staatsmänner und ihre Ausführungen. Das Ge­schäft spielte sich in sehr engen Grenzen ab. Das herauskommende Material fand glatt Unterkunft. Dennoch ergaben sich gegen den Schluß kurs vom Samstag Kursrückgänge von 1 bis 2 Proz. Ein stärkerer Kursverlust vollzog sich am Kunst­seidemarkt, wo Aku 3 und Demberg 2,25 Prozent, Farben 1,5, Elektro-, Montan- und Bauunter­nehmungsaktien von 1 bis 1,5 Proz. nachgaben. Am Kalimarkt stellten sich die Notierungen auf 2 bis 2,5 Proz. niedriger. Schwächer lagen ferner

Dt. Linoleum, Südd. Zucker und Reichsbank je minus 1,5 Proz. Gut behauptet eröffneten Sie­mens, Zellstoff Waldhof, Reichsbahnvorzugsaktien und die Danken. An den übrigen Marktgebieten herrschte Geschäftslosigkeit. Am Rentenmarkt er­öffneten Altbesitz gut gehalten. Auslandanleihen zunächst ohne Umsatz. Der Pfandbriefmarkt lag überwiegend etwas schwächer. Reichsschuldbuch­forderungen 0,5 Prozent nachgebend. Sm Ver­laufe war die Haltung ziemlich schwach. Nachdem sich auch noch einige Abschwächungen einstellten, machte sich später etwas Deckungsbedürf- n i s geltend, zumal auch die Berliner Arbitrage einige Käufe vornahm. JG.-Farben lagen 0,75, einige Elektrowerte etwa 0,5 Proz. schwächer, aber Siemens kaum gehalten. Das Geschäft be­wegte sich auch weiterhin in engen Grenzen. Am Geldmarkt war Tagesgeld zum Sah von 3,5 Prvz. unverändert. Am Devisenmarkt zeigte die Mark eine geringfügige Besserung, besonders gegen London. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2135; gegen Pfunde 20,50; London gegen Neuyork 4,8652; gegen Paris 124,26; gegen Mailand 92,98; gegen Madrid 50,70; gegen Schweiz 25,0875; gegen Holland 12,0940.

Berliner Börse.

Berlin, 8. Sunt Nachdem noch im heutigen Dormittagsverkehr und an der Dorbörse ziemlich behauptete Kurstaxen zu hören waren, überraschte der offizielle Dörsenbeginn im Durchschnitt mit 1 bis 2 v. H. schwächeren Kursen. Cs kam auf fast allen Märkten etwas Ware heraus. Das Geschäft war ziemlich gering. Man war anschei­nend doch von dem Resultat von Chequers enttäuscht und besonders durch die Spärlich­keit der eintreffenden Nachrichten verstimmt. Auch hat die Veröffentlichung der Notverordnung die innerpolitische Lage nicht durchsichtiger gemacht, vor allem will man anscheinend die Haltung der einzelnen Parteien und die Entscheidung über die Einberufung des Reichstages abwarten. Von den Auslandbörsen ging ebenfalls keine Anregung aus. Der Neuhorker Wochenschluß war ziemlich schwach, und von den Auslandbörsen liefen heute nur ruhige Meldungen ein. Etwas stärker gedrückt waren Reichsbank mit minus 2 v. H., Äku mit minus 2,75 v. H., Schultheis mit minus 2s/8 v. H., Polyphon mit minus 3 v. H., Svenska mit minus 2,50 Mark und Kaliwerte, die bis 3,5 v. H. ver­

loren, Conti-Gummi mit minus 2,25, Schlesische Gas mit minus 2% und Chade mit minus 51 '8 Mark. Eine Ausnahme machten nur Sarotti, die gegen die letzte Notiz 3 v. H. anzogen, und einige Montanwerte auf gebesserte Kohlenabsähe. Auch Oesterreichische Siemens-Schuckert wurden ver­spätet 2,50 Mark über Samstag festgelegt. Am Farbenmarkt bestand einiges Angebot, so daß die Kurse um 2 v. H. nachgaven. Anleihen ruhig, von Ausländern Bosnier 0,75 v. H. schwächer. Tür­kische Los notierten ferner plus-plus. Pfandbriefe allgemein schwächer. Reichsschuldbuchforderungen bis etwa 0,8 v. H. niedriger. Die Lage am Geld­markt blieb unverändert ziemlich steif. Tagesgeld nannte man wieder mit 5 bis 7 v. H., Monats­geld mit 5,5 bis 6,75 v. H., Warenwechsel mit 5Vg bis 5,25 v. H. Sm Verlaufe neigte die Tendenz unter Schwankungen wei ter zur Schwäche, und die Kurse brodelten, von einigen Ausnahmen abgesehen, erneut bis 1 v. H. ab, obwohl am Devisenmarkt eine geringe Entspannung festzu- stellen war. Der Dollar ging im freien Verkehr auf 4,2130 bis 4,2135, und das Pfund auf 20,4950 bis 20,50 zurück. Nennenswert ist die schwache Haltung der Otavi Chaires, die.im Verlaufe die 20-Grenze überschritten.

Frankfurter Schlachtvrehmarkt.

Frankfurt a. M, 8. Suni. Auftrieb: Rin­der 1248 Stück; darunter Ochsen 298, Dullen 126, Kühe 452, Färsen 345, Kälber 554, Schafe 14, Schweine 4301. Es wurden notiert: Rinder. Och­sen, vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- werts: jüngere 4549, ältere 4044, sonstige voll- fleischige, jüngere, 3339; Dullen: jüngere, voll­fleischige, höchsten Schlachtwerts 4144, sonstige, vollfleischige oder ausgemästete 3640; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 35 bis 39, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 2934, fleischige 2228; Färsen (Kalbinnen, Sungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 4549, vollfleischige 4044, flei- . schgie 3539. Kälber: Deste Mast- und Saug­kälber 6065, mittlere Mast- und Saugkälber 54 bis 59, geringe Kälber 4553. Schweine: Doll- fleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 4548, desgl. von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 4750, desgl. von zirka 160200 Pfd. Lebendgewicht 4750, fleischige Schweine von zirka 120^-160 Pfd. Lebendgewicht 4548 Mk. Marktverkauf: Rinder mittelmäßig, ausverkauft; Kälber und Schafe lebhaft, ausver­kauft; Schweine rege, geräumt.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 8. Suni. Die Frankfur­ter Produktenbörse verkehrte in ziemlich fester Hal­tung. Anregend wirkten die Desprechungen dev Müller im Crnährungsministerium, wonach mit einer Wcizenzollermäßigung nicht zu rechnen fei. Dies bot Anlaß zu verstärkten Käufen der Müller, besonders für Rechnung des Rheinlandes. Das starke Angebot in Weizen und Roggen lieh leichte Preisbefserung durchkommen. Am Mehlmarkt wurden verschiedentlich Meinungskäufe getätigt und die Preise um 0,25 Mk. erhöht. Am Futter­mittelmarkt gaben die Preise weiter etwas nach. Die Maßnahmen, die in der Notverordnung für Futterartikel vorgesehen sind, veranlaßten zur Zurückhaltung. Am Kartoffelmarkt war die Ten­denz ebenfalls fest, da besonders aus dem Aus­lande stärkere Nachfrage hervortrat. Es notierten 50 Kilogramm Snbuftriefartoffel, gelbfleischig, hie­siger Gegend 4,75 Mk. Es wurden notiert: Wei­zen 295, Roggen 220, Hafer, inländischer, 210, Wei­zenmehl, süddeutsches Spezial 0, 40,2541,25, Roggenmehl 30,0031,75, Weizenkleie 11,75, Roggenkleie 12,25, Erbsen, je nach Qualität für Speifezwecke, 3036, Linsen, je nach Qualität für Speifezwecke, 2568, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht, 3.50, Weizen- und Roggenstroh, ge­bündelt, 3,25, Treber, getrocknet, 10,75. Tendenz: Befestigt.

Letzte Nachrichten.

Gustav Hartung zum Intendanten des Landestheaters gewählt.

Darmstadt, 8. 3uni. (TU. Drahtmeldung.) Die Derwaltungskommiffion des Hessischen Landestheaters, die sich aus Vertretung von Staat und Stadt zusammenseht, hat heute mit vier gegen drei Stimmen den Ber­liner Intendanten Gustav Hartung zum Nachfolger des bisherigen Sntendanten Ebert gewählt. Hartung, der früher schon einmal die Leitung des Hessischen Landestheaters innehatte, wurde damals nicht nur vom Theaterpublikum, sondern auch von der gesamten öffentlichen Mei­nung abgelehnt.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzinsfuß 6 o. H.

Jranffurt a. 2JI.

Berlin

Schluß.! lurS |

l.ilhr. Kurl

Schluß. kurS

Ansang. Kurs

Datum

6.6.

8.6.

6.6.

8.6.

6% Deutsche Reichs anteihe oon 1927 ..........

84,25

_

84,5

7% Dcutlche Reichsanleihe von 1929 ..........

97,6

_

97,25

_

Deuttche Anl.-Ablöl.»Schuld mV

Bu«los.<Rechten.......

52,13

52,2

52

52,13

DeSgl. ohne AuSlos.-Rcchte . .

4,5

4,5

4,5

4,5

6% Hell. Sollifiaat von 1929 krückzahlb. 102%)......

90

91,5

Oberhcsscn Provinz»Anleihe mV Auilos.-Rechten.......

51

-_____

_

veutlche komm. Sarnmelabl.

Anleihe Serie 1.......

_

50

__

B% firanlf. Hyp.-Bank Goldpfe XIII unkündbar bis 1931 . . .

100

7% Franks. Hyp^Bank Goldpfe unkündbar bis 1932 .....

97

l%% Rdeiniiche Hyp.-Bank

Llqu. Goldpfe.........

89

B% Pr. LandeSpsandbriefanlkalt, Blandbriele R.i»......

100

100,5

B% Pr. LandeSpsanobriesanltall, Äomm^Cbl.gi. 80......

7% Pr. Landesplandbriestmstalt, Plondbriele R. U......

0.®.®. abg. BortriegS-Obligatio- neu, rückzahlbar 1932 .....

96,5

96,5

1% Oeklerreichiiche Goidrente . .

20

___,

20,1

1,20% Ocfterreichische SUberrentr

1% Oestcrreichilche Einheitliche

Rente...........

i% Ungarische Goldrente ....

_

16,9

16,7

14-75

i% Ungarische Staatsrente v. 1910

15

l%% desgl. von 1913.....

15,75

15,5

1% Ungarische Sronenreote . . .

1% Türkische Zollanleibe von 1911 «% Türkische Vagdadbahn-An!

2,6

2,5

Serie 1...........

4% desgl. Serie ll.......

b% Rumänische vereinh. Rente

2,6

2,5

von 1903 ..........

4)4% Rumänische vereinh. Rente

7

7,2

von 1913 ..........

13,4

13,5

4% Rumänische vereinh. Rente .

5,7

5,5

5,7

_________________________________________________________________1

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß. kurS

l'Uhr« Kurs

Schluß, kurs

Anfang- KurS

Datum

6.6.

8.6.

6.6.

8.6.

Hamburg-Amerika Baker . .

. 7

46

45,25

46

Homburg-Südam. Dampfschiff

. 8

91

90

Hansa Dampsschiss.....

10

71,5

70

Norddeutscher Lloyd ....

. 8

46,25

46,25

47,5

Allgemeine DeutscheCredttank. 10

_

Barmer Bankverein ....

10

- -

Berliner Handelsgesellschaft .

12

104.5

_

105,25

104,5

Commerz, und Privat-Bank.

11

100,5

100,5

100,5

100,5

Darmstädter und Nationalbanl

12

117,25

117,25

117

Deutsche Bank und

TiLconto-GescUschaft, . . .

10

100,25

100,25

100,5

100

Dresdner Bant ......

10

100,25

100,25

100,25

Reichsbank........

12

127

125,75

128,5

125,75

A.E.G...........

. 8

85,25

83,65

84,75

84

Bergmann........

. 9

66,5

Cieitr. LieferungSgelellschaft.

10

101

102

96,75

Licht und Kraft......

10

97

96,5

98,5

101

Fellen & Guilleaume . . . Gelellschasl für Elektrische

7K

67,5

61,25

67,5

60,5

Unternehmungen ....

10

90,4

90,5

.

Hamburger ElekirizitStS-Werke

10

. -

Rbeinljche Elektrizität . . .

. 9

92,5

-

93,5

_

Schlcitiche Elektrizität. . . .

10

Scvuckcri & Co. ......

11

106

107,25

105,75

Siemens öl Halste.....

16

136

136

136,5

135,5

TranSravio........

. 8

Lahmeyer LE».. .....

10

102,5

102,5

Buderus.........

. 6

37

37

36,25

Deutsche ErdSI ......

. 6

57,5

57,75

56,4

Essener Steinkohle .....

. 8

Gelsenkirchener......

. 8

62

62,25

62

Harpcner. .......

. 0

50

51,5

Hoesch Eilen........

44,75

43,5

I»e Bergbau.......

10

139

138

Klöcknerwerke .......

. 7

47

45

46,5

45,9

«üln-Ncuesfen.......

. 7

48

45,5

ManncSmann-Rbhrr» ...

. 7

56,5

55

55,25

54,5

ManSfelder Bergbau ....

. 7

30

30

30

Oberschles. Eigenbedarf ...

. 6

Oberschlcs. kokSwerke....

. 7

60,4

60

Pbönir Bergbau......

«S

45

44,9

Rheinische Braunkohlen . .

10

141

138,5

136,5

Rheinslahl...... .

. 6

64

63,5

63,75

63

I Riebe ci Montan......

7.2

Arankfurt a. M.

Berlin

Schluß« kurs

1-Uhr« Kurs

Schluß« kurs

Anfang- Kurs

Datunk

6.6.

8.6.

6.6.

8.6.

Bereinigte Stahlwerk .

44

43,-5

43,25

Otavi Minen . . . .

16'/,

20,5

20,4

20,13

Kaliwerte Aschersleben .

e

10

118,5

116

117,25

115

Kaliwerke Westeregeln .

10

121

120,5

117

Kaliwerke Salzdetfurth .

174

172,25

172,5

171,5

I. ®. Farben-Induitrie .

12

118,5

117

118,5

116,5

Dynamit Nobel ....

. 6

ScheideanliaU.....

. v

114,25

114

Goldschmidt .....

e

e

. 6

37,5

37,65

RütgerLwerke.....

. 6

43,5

44,75

43,75

Metallgelelllchaft. . . .

. 8

57

57

56,5

Philipp tzolzmann . . .

Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt. .

. 7

65.5

64,75

65

64

10

10

53

88

'

Waysj L Nreytao - . .

. 8

17

15,5

16

Schultheis Patzenhofer .

e

15

125

122,4

Ostwerke.......

12

Aku .........

18

62,5

59,5

62

59,25

Bemberg.......

14

72,13

70

72

70.5

Zellstoff Waldbof . . .

uv.

67.25

67,25

67,75

66,13

Zellstoff Aschaffenburg .

12

Charlottenburger Walser

. 8

Dessauer GaS.....

. 9

109,5

109,75

Daimler Motoren . . .

. O

20,5

20,5

20,4

Deutsche Linoleum . .

e

e «

57

55,5

56,5

55,75

Rat. Automobil ....

. 0

Orenstein & koppel . .

o

. 6

39

Leonhard Tietz ....

10

87

88,13

87,25

Svenska.....

197

198,5

196

Frankfurter Maschinen .

-

. 4

9,13

10

Gritzner.......

. 6

26,5

27,4

Heyliaenstaedt ... .

Iunghan».......

. 0

. 6

Lechwerke.......

»

. 8

Mainkrastwerkc Höchst a. M..

. 8

58,5

Mlag.........

10

Gebr. Roeder . . .

*

10

Boigt & Haessner . . .

. £

-

Süddeutsche Zucker . .

10

104,75

103

Bantnoten.

Berlins. Iuni

Geld

Brief

Amerikanische Roten......

4,235

4,255

Belgische Noten. .......

58,52

58,76

Dänische Noten .......

112.48

112,92

Englische Noten........

Französische Noten.......

20,505

20,585

16,48

16,54

Holländische Noten.......

169,17

169,85

Italienische Noten........

22,00

22,08

Norwegische Noten.......

Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling

112,53

112,97

59,07

59,31

Rumänische Noten.......

2,49

2,51

Schwedische Noten.......

112,70

113,14

Schweizer Noten........

81,79

82,11

Spanische Noten........

38,97

39,13

Tschechoslowakische Noten.....

12,445

12,505

Ungarische Noten ......

73,25

73,55

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2H.

6.3unl

8.3unl

Amtliche Notierung

Amtliche Noverung

Geld

Bries

Geld

Bries

Amst.-Rott-

169,31

169,65

169,31

169,65

Buen.-AireS

1,295

1,299

1.300

1,304

Brss.-Antw.

58,61

58,78

58,61

58,73

Gbriftiania.

112,70

112,92

112,69

112,91

Kopenhagen

112,72

112,94

112,71

112,93

Stockholm

112,79

113,01

112,80

113,02

HelsingiorS. Italien. . . London. . .

10,59

22,045

10,61

*2,085

10,59

22,03

10,69

22,07

20,475

20,515

20,475

20,585

Vlenttorf ..

4,209

4,217

4,209

4,217

Paris. . * .

16,475

16,515

16,475

16,515

Schweiz ..

81,65

81,81

81,63

81,79

Spanten. .

40,01

40,07

40,28

40,36

Japan . . .

2,082

2,086

2,082

2,086

Hio de Jan.

0,300

0,302

0,301

0,303

Wien in D-- Oeft. abgefL

59,15

59,27

59,15

59,27

Prag .... Belgrad ..

12,472

12,492

12,471

12,491

7,441

7,455

7,441

7,455

Budapest. .

73,445

73,485

73,43

73,57

Bulgarien.

3,048

3,054

3,047

3,053

Lissabon .

18,58

18,62

18,58

82,00

Danzig. . .

81,84

1,784

5,457

82,00

1,789

5,467

81,81

1,784

5,.447

18,62

1,789

5,467

Athen. . .

Lanada . .

4,203

4,213

4,205

4,213

Uraaua». .

2,478

2,484

2,498

2,502

Tatro . . .

21,00

21,04

20,98

21,02