Scharfe Zuspitzung der Nnanzlage in Preußen.
Minister Höpker-Aschoff über den Widersinn der Reparationen.
tvahrlich ein trauriges Fazit ^incs mehr als zehnjährigen demokratisch-parlamentarischen Regimes, wenn man heute noch nicht das Volk für reif genug halten wollte, die volle Wahrheit zu vertragen.
Die Regierung muh sich darüber klar sein, daß wir Gefahr laufen, uns im Kreise zu drehen. Ihr Ziel ist ein doppeltes: Sanierung der öffentlichen Finanzen und Ankurbelung der Wirtschaft. Will sie letzteres nicht gefährden, müssen für das Buerstgenannte Ziel der Finanzsanierung alle Gedanken an Steuererhöhungen von vornherein ausschalten. Die Regierung hat sich ja auch mit einiger Standhaftigkeit bisher gegen dahingehende sozialdemokratische Pläne gewehrt. Es bleibt also, will oder must man auf sofortige Ergebnisse sehen, die drakonische Drosselung der Ausgaben. Aber auch hier scheint uns sowohl auf der Seite der personellen wie der sachlichen Ausgaben der Punkt, wenn nicht schon erreicht, so doch zum Greifen nahe, wo weitere Senkungen auf Ko st en der Wirtschaft gehen würden, die man zwar anzukurbeln wünscht, der jedoch mit weiteren Einsparungen wichtige Konsumentenschichten in ihrer Kaufkraft geschwächt und öffentliche Aufträge entzogen würden, die bei der gänzlich darniederliegenden privaten Initiative für die Wirtschaft immer wesentlicher geworden sind. Ein ähnliches Mistgeschick droht den Reichsfinanzen von der Zollpolitik her. Der erhöhte Schutzzoll, der mit dazu dienen soll, unserer deutschen Landwirtschaft auf die Deine zu helfen, drosselt die Einfuhr ausländischer Agrarprodukte, vermindert aber zugleich natürlich auch die Zolleinnahmen des Reiches um ein Beträchtliches. Er dient der Stärkung unseres inneren Markts, aber die Kehrseite der Medaille ist eine gewisse Beeinträchtigung unserer Exportindustrie, die natürlich Gefahr läuft, in ggra- rischen, durch unsere Zollpolitik verärgerten Ländern ihre Absatzmärkte zu verlieren. Schließlich die Arbeitslosenversicherung: bei wachsender Arbeitslosigkeit vermindern sich ihre aus Beiträgen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern herrührenden Einnahmen, denen jedoch wachsende Ausgaben für Leistungen an die Versicherten wenigstens solange gegenüberstehen, bis diese als Ausgesteuerte i i dicWohlfahctserwerbs- losensürsorge der Gemeinden übergehen, die ihrerseits bald nicht mehr wissen, womit sie bei sinkenden Steucrerträgen die wachsenden Bedürfnisse ihrer Sozialetats bestreiten sollen. Gin circulus vitiosus, dem man mit kleinen Behelfsmitteln ebensowenig beizukommen vermag, wie den anderen tragischen Verknotungen in unserer Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik.
Das kann nur durch eine organische Reform geschehen, die alle Zweige des staatlichen Lebens einbezieht. Reichskanzler Dr. Brüning hat sich zu ihr bekannt und das erste Jahr seiner Regierung war voll heißen Bemühens, diese Reform in Gang zu bringen. Aber wenn auch auf Cinzelgebieten Großes geleistet worden ist — wir denken vor allem an die Agrar- und Osthilfe —, so waren die Sünden der Vergangenheit und die politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gegenwart doch zu groß, als daß es hätte gelingen können, in einem Anlauf des ganzen Problems Herr zu werden. Der Reichskanzler will keine Halbheiten, er will sich Schritt für Schritt den Boden erkämpfen, auf dem er weitrr- bauen kann. Das ist ein Grundsatz, der von dem systemlosen Psuschertum früherer Jahre erfreulich absticht, Aber die Rot detz Augenblicks schiebt dem Kanzler wieder und wieder Probleme zu, die nur im Rahmen der Gesamtreform zufriedenstellend gelöst werden könnten, die nun aber uns so auf den Räaeln brennen, daß behelfsmäßige Lösungen gefunden werden müssen, um' ' akute Gefahren zu bannen. So ist es dem Kanzler . mit der Steuerreform ergangen, die an sich 1 nur als ein Glied der noch ausstehenden Der- - fassungs- und Derwaltungsreftzrm behandelt werden kann, die aber vorweg in Angriff ge- nommen werden muhte, um überhaupt Luft zu> schaffen. Besser gelungen ist dem Kanzler mit Hilfe der Minister Schiele und Treviranus die Agrar- und O st h i l f e, die ein organisches Ganzes werden konnte und alles leisten wird, was man von ihr unter Berücksichtigung von Deutschlands finanziellen Möglichkeiten billigerweise verlangen kann.
Als nächste Aufgabe hat sich der Reichskanzler das Problem der Arbeitslosigkeit vorgenommen. Die Herausnahme der Arbeitslosenversicherung aus dem Reichshaushalt war eine Zwischenlösung, die zwar dem Reich Entlastung gebracht hat, ober das Problem selbst unberührt ließ. Die Regierung hat sich nun ein Gu.achten erstatten lassen, daß in seinen beiden ersten bisher vorliegenden Teilen sehr gründlich ausgefallen ist und auch eine Reihe von beachtenswerten Anregungen enthält. Die Kernfrage der Arbeitsbeschaffung ist zwar eine Frage der Kapitalbeschaffung, die bei der trostlosen Lage des deutschen Geldmarkts . nicht von unserem guten Willen abhängt, sondern von der Reigung des Auslandes, uns langfristige Kredite zu gewähren. Das stellt auch das Gutachten fest, aber allzu viel ist damit natürlich nicht anzufangen. Es wird nun abzuwarten sein, was die Gutachterkommission zur Reform der Arbeitslosenversicherung zu sagen haben wird. Wir hoffen, daß sie mit diesem letzten Teil der ihr gestellten Aufgabe etwas schneller zu Rande kommen wird, als mit den beiden ersten. Es macht ohnehin schon den Eindruck, als ob die Regierung es nicht ungern sähe, wenn sie mit diesem Problem noch einige Zeit verschont bliebe. Aber es geht nicht an, unter dem Vorwand außenpolitischer Inanspruchnahme eine Frage auf die lange Bank zu schieben, die unsere ganzen inneren Reformen vom Grunde aus aufrührt, nur weil man in Wahrheit politische Schwierigkeiten fürchtet/ Wir trauen dem Kanzler die nüchterne, klare und sachliche Einstellung zu, seine politische Taktik in dem Augenblick zu ändern, wo dies nottut, um sein Reformprogramm ohne Verfälschung in seinen Grundlinien durchzusehen. Daß dies mit dem bisherigen Kurs in Anlehnung an die Sozialdemokrafte nicht zu machen ist, darüber wird den Kanzler der programmatische Aufsatz des Abg. Hertz, des Steuersachverständigen der Partei, belehrt haben, wenn er sich noch nicht darüber klar war, daß die Opferbereitschaft der Sozialdemokratie im Reich mit den herannahen» den Preußenwahlen, die dem einträglichen Kondominium zwischen den Herren Braun und Heß ein Ende sehen werden, ihre Grenze gefunden haben dürfte. Der Augenblick zum Herumlegen des Steuers scheint nun für das Zentrum gekommen. An der Starrköpfigkeit eines Froktionssührers — und wenn dieser auch Heß heißt und heute noch mächtiger ist als der Preußenzar selber — darf das Zentrum nicht
Berlin, 9. Mai. (VdZ.) Der Peußische Landtag begann die zweite Lesung des Etats der allgemeinen Finanzverwaltung. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff leitete die Verhandlungen mit einer finanzpolitischen Re« ein, in der er u. a. feststellt, daß das Rechnungsjahr 1930 mit einem erheblichen Fehlbeträge für den preußischen Staat abschlichen werde. Der Steuer- a u s f a l l umfasse gegenüber den Etatsansähen rund 100 Millionen. Er rührt zum größten Teil daher, daß die Steuerüberweisung des Reiches stark hinter den Ansätzen zurückblieb. Die Heberschüsse der Betriebsverwaltungen, besonders der Forstverwaltung, würden hinter den Ansätzen um 39,8 Millionen Mark zurückbleiben. Insgesamt werde für 1930 mit einem Fehlbetrag von 150 Millionen Mark zu rechnen sein. Für 1931 muß mit einer weiteren erheblichen Verschärfung gerechnet werden. Alle unsere Befürchtungen sind im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung weit übertroffen worden. Bei einem so ungewöhnlichen Absinken der Einnahmen ist es schlechterdings unmöglich, die hohen Ausgaben alsbald den sinkenden Einnahmen anzupassen. Die gleiche Erfahrung werde nicht nur in Deutschland, sondern auch in kapitalkräftigeren Staaten gemacht, z. B. in Amerika, wo der Fehlbetrag auf 983 Millionen Dollar angewachsen ist. Die schwebenden Schulden der Vereinigten Staaten betragen vier Milliarden Dollar. Der Fehlbetrag im englischen Haushalt beträgt für 1929/30 190 Millio-
Berlin, 8. Mai. (ERB.) DaS Schwurgericht III in Moabit hatte heute einen großen Tag. Aus der an und für sich nicht bedeutungsvollen Verhandlung gegen den nationalsozialistischen Hausdiener Sties, den Kaufmann D e r l i ch, den Maurer Liebscher und den Mechaniker Wese mann, die angeklagt sind, den Hebe rf all auf die k o m m u n i st i s chen Sportleute im Tanzpalast Eden verübt zu haben, wobei drei Angehörige der KPD. durch Schüsse verletzt wurden, hat sich ein großer politischer Prozeß entwickelt, weil der Verteidiger den Antrag gestellt hatte, Adolf Hitler als Zeugen darüber zu hören, ob das Waffenverbot der RSDAP. ernst gemeint gewesen sei. Der Vertreter der als Rebenkläger zugelassenen Kommunisten verlangte darüber hinaus die Ladung des Polizeihauptmanns a. D. Sfennes und seines Parteigängers Wetzel zum Beweise dafür, daß in der SA. besondere „Rollkommandos' bestanden hätten, deren Aufgabe es gewesen sei, politische Gegner zu beseitigen. Das Gericht hatte beiden Anträgen stattgegeben.
Adolf H i t l e r, der sich zu den Behauptungen, daß der Sturm 33, dem die Angeklagten angehörten, ein sogenanntes ..Rollkommando" gewesen sei, daß die Tat, die hier zur Verhandlung steht, vorher geplant war, mit dem Ziel, Menschen vorsätzlich zu toten, und daß Moser Plan ihm vorher zu Ohren gekommen und von ihm gebilligt worden sei, erklärte dazu u. a.: Die S. A. in der Rationalsozialistischen Partei f^nnt überhaupt keine Rollkommandos. Die Partei hat die S. A. nicht geschaffen, um gegen politische Gegner mit Gift oder Dolch vorzugehen. Die S. A. hat vielmehr die große Aufgabe, die Partei zu stützen und sie gegen Angriffe von links zu schützen sowie propagandistisch zu wirken durch das Auftreten großer disziplinierter Massen. Die Bildung eines Rollkommandos bei einer Sturmabteilung oder in der Berliner S. A. halte ich für unmöglich: eine solche Einrichtung wäre bestimmt den Vertretern der Behörden nicht verborgen geblieben; außerdem hätten die Führer dieser Sturmabteilungen absolut gegen die von der Parteileitung ausgehenden Richtlinien verstoßen.
Ich halte die Weimarer Verfassung für falsch und auch für schlecht, aber ich weiß, daß ein Versuch, diese Verfassung gewaltsam zu stürzen, Blut kosten würde und wahrscheinlich vergeblich wäre. Ich schicke meine Anhänger deshalb nicht vor die Maschinengewehre. Ich gehe den von mir eingeschlagenen legalen Weg aus tiefster und innerster Heberzeugung. Freilich gibt es Kreise in der Partei, die diesen legalen Weg als verspießt oder verbvnzt hingestellt haben.
eine Entwicklung scheitern lassen, die es selber mit seinem fähigsten Kopf, dem Reichskanzler Brüning, eingefädelt hat und die noch Möglichkeiten bietet, auf reformatorischem Wege zum Ziel zu kommen, das uns alle eint: Bereit- s e i n zum Kampf um die Revision der Verträge, die unsere Grenzen zerrissen und unsere Wirtschaft gefesselt haben. Dereitsein ist alles!
Ein Anfang.
Wie wir dem „I u n g d e u t s ch e n" entnehmen, ist es dem Iungdeutschen Orden in S a ch - s e n gelungen, die Hnterstühung der sächsischen Regierung für den Versuch eines freiwilligen Arbeitsdienstes mit zunächst 22 000 Tagewerken zu gewinnen. 120 Mann werden jetzt für dieses erste Freikorps der Arbeit zusammengestellt. Damit ist ein Anfang gemacht auf dem Wege, den auch der zweite Teil des Gutachtens der Brauns-Kommission empsohlen hat.
panze, schiff A wird „Deutschland" heißen.
Berlin, 9. Mai. (ERB.) Das Panzerschiff A, das am 19. Mai vom Stapel laufen soll, wird, wie mehrere Morgenblätter berichten, von dem Reichspräsidenten auf den Hamen „Deutschland" getauft werden. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" bemerkt dazu, daß der Rame des Schiffes, der, wie üblich, erst bei der Taufe selbst bekanntgegeben werden sollte, durch eine Indiskretion befanntgetoorben ist. Das Blatt begrüßt es, daß das neue Panzerschiff den Ramen „Deutschland" erhält, da es nach seiner Indienststellung an Stelle der „Schleswig- Holstein" Flottenflaggschiff werden soll und da dies im Hinblick aus das alte Flottenflaggschiff „Deutschland" die Wiederaufnahme einer würdigen Tradition ist.
neu, für das Rj. 1931 560 Millionen, die Mehrausgaben für das Rj. 1931/32 760 Millionen. Die Deckung der Fehlbeträge im englischen Haushalt geschieht meistens durch Aufzehrung noch vorhandener Reserven. Hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen unserer Finanz, läge und der Finanzlage Englands. Wir haben die letzten Reserven ve r b r a u ch t.
Das ernste Bild unserer Lage wäre aber nicht abgerundet ohne einen Blick auf die Gemeindefinanzen. Die Entwicklung der Gemeindefinanzen ist bestimmt durch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit. Soeben hat die Brauns-Kommission den zweiten Teil ihres Gutachtens vorgelegt. Sein Wunsch ist, der Wirtschaft durch ein Arbeitsbeschaf- fungsprogramm über b'en toten Punkt hinwegzuhelfen.
Die Kommission hat die Beschaffung von Aus- landkapital in den Mittelpunkt ihrer Vorschläge gestellt. Aber hier entsteht die Frage: welchen Sinn hat es, zunächst 1700 Millionen an Reparationen an das Ausland abzuführen, und dann das der deutschen Wirtschaft so entzogene Kapital mit Auslandanleihen wieder hereinzuholen? Der Youngplan hat die wirtschaftliche Kraft Deutschlands überschätzt. Das Reparationsproblem wird zur entscheidenden Frage. Die Politik der Völker wird sich hierauf einzustellen haben; denn es ist keine Zeit mehr zu verlieren.
Diese Leute, die sich von uns getrennt haben, haben selbst Organisationen geschaffen. Ich habe diese kleinen Gruppen und Grüppchen der Ab- gesplitterten als das bezeichnet, was man im Jargon „Rollkommandos" nennt. Aber niemals habe ich die SA. selbst als Rollkommandos bezeichnet. Die Vorwürfe von Stennes gegen mich sind nur dann berechtigt, wenn man die Haltung der Partei aus ihrer legalen Tätigkeit her- auszunehmen versucht. Aber solange ich Führer der nationalsozialistischen Cßfctoegung bin, wird sich an der gesamten Richtung der Partei 'nichts ändern. Sie wird auf dem Wege der Legalität beharren, und darin wird sie sich von niemandem irremachen lassen. Wir machen nicht Geschichte mit Bomben und Dolchen, sondern durch große, in Bewegung gesetzte Massen. Alles andere ist lächerliches Bramabarsieren.
Soweit es im Vermögen eines Parteiführers steht, habe ich alles angeorbnet, um unsere Legali - töt zu verankern und praktisch tätig werden zu lassen. Ich habe überall, wo Bewaffnung der SA.- Leute festgestellt wurde, durchgegriffen und nötigenfalls Führer und SA.-Leute entlassen. Deutschland steht heute unter einem System, einer Geistesverfassung, die umgewandelt werden muß, nicht mit Handgranaten und Pistolen, sondern durch die geistige Eroberung der Massen. Das ist die Aufgabe der NSDAP., Aufgabe der SA. ist die propagandistische Erfassung der Äugend, ihre Zusammenhaltung.
Rach weiterer Debatte zwischen Hitler und dem Vertreter der Rebenkläger wird Polizeihauptmann a. D. Stennes aufgerufen.
Vorsitzender: „Es ist behauptet worden, daß der Sturm 33. ein sogenanntes Rollkommando sei und daß der Heberfdti auf den Tanzpalast Eden vorher geplant worden sei und daß Sie denselben gebilligt hätten."
Stennes' „Don einem solchen Plan ist mir nichts bekannt, auch nichts davon, daß Heberfälle planmäßig ausgeführt worden seien."
Auf weitere Fragen erklärte der Zeuge, daß er nuy, planmäßige ^Formationen in der Partei aufgestellt habe. Stennes erklärte, er habe immer wieder den einzelnen Stürmen den Befehl in Erinnerung gebracht, daß sie lediglich in Notwehr Zuschlägen dürften.
Rechtsanwalt Becker: „Sie sollen auch nach der Behauptung des Herrn Hitler als Polizeispitzel tätig gewesen fein.“
Stennes: „Hnter meinem Eid erkläre ich, daß das nie der Fall war."
Auch der frühere Führer der Berliner Sturmabteilungen Wetzel bestritt, daß die Zusammenstöße der SA.-Leute mit politischen Gegnern organisiert gewesen seien.
Das Kn'egsschuldenproblem aus der Tagung der Internationalen Handelskammer.
Washington, 9. Mai. (WTB.) Da die Tagung der Internationalen Handelskammer ihrem Ende zugeht, konzentriert sich das allgemeine Interesse nur noch auf dieendgültigeFor- muHerung der Ergebnisse. Angenommen wurde bereits eine Resolution, die die Einberufung einer internationalen Konferenz zur Besprechung des Silber-Problems fordert, ferner eine von deutscher Seite ausgegangenie Resolution, die völkerrechtliche Abmachungen über den Schuh des Privateigentums in Krieg und Frieden verlangt. Roch steht jedoch die Fertigstellung der großen General- resolution aus, die erstens eine energische Fo rde^ung nach Abrüstung behandeln soll und zweitens die Feststellung machen wird, daß die auf vertraglichen Abmachungen beruhenden internationalen Schulden feste Verpflichtungen barftellen, die man einh alten müsse wie jeden anderen Vertrag, wenn nicht das Vertrauen in internationale Verträge überhaupt zerstört werden soll. Wie dazu von gut unterrichteten amerikanischen Kreisen verlautet, sollen diese beiden Punkte auf ausdrücklichen Wunsch derRegierung eingefügt worden sein. Es heißt jedoch, daß der dritte Punkt der Generalresolution seststellen wird, daß durch das Bestehen dieser Verträge eineerneuteHeber» Prüfung der Zahlungsbeträge nicht gehindert werde, sofern durch eine in» hwischbn eingetretene Ae nde rung der Derhäl tnisseein Verlangennacy Revision gerechtfertigt sei. Hierin erblicken die britische und die'deutsche Delegation einen großen Erfolg der Tagung, der
Hitler als Zeuge vor Gericht.
Oer Charakter der SA. — Keine Rollkommandos.
nur dadurch möglich war, daß die nicht homogene amerikanische Delegation sich davon überzeugen ließ, daß diese wichtige Frage unmöglich verschwiegen werden dürfe. Der vierte Punkt beschäftigte sich mit dem Verlangen nach möglichster Beseitigung der Handelsschranken, weil nur durch einen möglichst freien Warenverkehr die Weltkrise behoben und die Zahlung der internationalen Schulden erleichtert werden könne.
Der Versuch der Engländer, Italiener und Deutschen, diesen Puntt mit möglichst starker Betonung in die zusammenfassende Schlußerklärung hineinzubringen, begegnete.dem schärfsten Widerstand der Franzosen und Amerikaner. Die unverblümte Erklärung des Weihen Hauses, daß die Regierung der Vereinigten Staaten nicht gewillt sei, eine Herabsetzung der interalliierten Schulden zu erörtern, hat die Amerikaner, die der Regierung keine innerpolitischen Schwierigkeiten machen wollen, in eine heikle Lage gebracht. Die Entschließung des Amerikaners Houston, die eine Rachprüfung der Kriegsschiildensrage verlangte, ist bereits in der Versenkung verschwunden. Es ist deshalb noch ungewiß, ob und wieweit die Amerikaner, die durch ihren .Führer Strawn in dauernder Verbindung mit P«sj^xnt Hoover stehen, den Wünschen der revisionssreundlichen Abordnungen entgegenkommen werden. Da die Internationale Handelskammer keine Minderheitsbeschlüsse kennt, wird die Schlußerklärung notgedrungen ein Kompromiß darstellen, von dem die öffentliche Meinung Deutschlands nicht allzuviel erwarten kann.
Aus öfter Welt.
(Eine Forschungsexpedition im Kongo ertrunken.
Es wird befürchtet, daß der Amerikaner Dr. Arthur Torrance, der Führer der nach ihm benannten medizinischen Forschungsexpedition, i m belgischen Kongo ertrunken ist. Rach einer Kabeldepesche aus Buta, die bei einertt Freunde des Arztes eintraf, ist die ganze Expedition in den Fluten des Kongo zugrundegegangen.
Bei einem Bootsunglück ertrunken.
Bei Düsseldorf kenterte auf dem Rhein oberhalb der Schnellenburg ein mit zwei Personen besetztes Kanu plötzlich und die Insassen ertranken, obwohl sie des Schwimmens kundig waren. Die beiden Verunglückten, die aus Düsseldorf stammen, sollen das Boot aus einem Bootshaus entwendet haben und eine Schwarzfahrt unternommen haben. Die Leichen sind noch nicht geborgen.
Mit dem Freiballon gegen die Hochspannung.
Der Freiballon „Braunschweig III" war unter Führung Kommerzienrats Pilz und mit drei weiteren Insassen aufgestiegen. Da eine Landung auf den E 1 bwiesen bet Wittenberge wegen der Ueberschwemmungen nicht . m u g ==■ k i ch war, mußten die Balloninsassen über dec Elbe Ba11ast abgeben. um dem Ballon neuen Auftrieb zu geben. In der Nähe der Lüneburger Bahn verfing sich der Anker in einer Eicke und der niedergehende Ballon trieb auf eine 15 000» Volt -Hochspannungsleitung zu. Der Ballonkorb blieb in den Drähten hängen und infolge des Kurzschlusses gab es eine große Stichflamme. Zum Ölü* für die Insassen rissen e Drähte, so daß ein größeres Unglück ve. - n wurde.
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Wettervoraussage.
Die kühlere Luft von den britischen Inseln ist nach dem Festlande vorgeschritten und hat das Nordseeküstengebiet in Frankreich erreicht. Mit ihrem Einbruch ist auch der hohe Druck nach dem Festlande gelangt und hat eine Hochdruckbrücke von Spanien nach dem Nordmeer geschaffen. Obwohl dadurch etwas besseres Wetter zu erwarten ist, so dürste die Nordwestluft bei uns Anlaß zu einzelnen Gewitterstörungen geben. Die Aussichten auf beständigeres Wetter sind zut Zeit wieder bedroht, denn über Irland stellt sich neuer Luftdruckfall ein, so daß für Anfang der kommenden Woche fick erneuter Störungseinfluß bemerkbar machen wird.
Aussichten für Sonnt a g : Bewölkt mit Aufheiterung, Neigung zu Gewitterstörungen, tagsüber ansteigende Temperaturen.
Aussichten für Montag: Weiterer Temperaturanstieg und stärkere Bewölkung mit vereinzelten Niederschlägen, teils gewitterhafter Art, wahrscheinlich.
Lufttemperaturen am 8. Mai: mittags 15,8 Gra- Celsius abends 8,3 Grad: am 9. Mai: morgens 9,2 Grad. Maximum 17 Grad, Minimum 6,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Mai: abends 13,8 Grad: am 9. Mai: morgens 10 Grad Celsius, i Niederschläge 0,1 mm.


