Ausgabe 
9.4.1931
 
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Sie Ws der Semeindefinanzen in Hessen.

Minister Leuschner über die Anwendung der Notverordnung. - Oie Semeinde­finanzen unter der Last der Wohlfahrtsausgaben.

Schwere Kirchenschändungen in Sachsen.

Folgen der kommunistischen Gottlosen­propaganda.

Berlin, 6. April. (CAB.) Die Gott - lvsenpropaganda hat verheerende Wir­kungen. In der Kirche von Bienenmuhle bei Freiberg haben mehrere Einbrecher währerck) der Osterfeiertage vandalisch gehaust. Alle Altargegenstände wurden durcheinander geworfen. In der Sakristei wurden die Gesangbücher zer­rissen und die Abendmahlskelche beschädigt. Erne Flasche m t Abendmahlsae n ist aus trunken wor- den: zum Trinken hatten die Einbrecher dre Abendmahlskelche benutzt. Die Kirche wurde, namentlich in der Aähe des Altars, in der gemeinsten Weise besudelt. Daß es den Einbrechern nur um die Schändung der Kirche zu tun war, beweist die Tatsache, daß keine der gefüllten Opferbüchsen erbrochen worden ist. Auch in Aassau im Erzgebirge wurde die Kirche am zweiten Osterfeiertag von Einbrechern heimgesucht. Sie erbrachen dort sieben Opferstöcke und raubten den Inhalt. In beiden Fällen konnten die Täter noch nicht ermittelt werden.

Oie Regierungsbildung in Thüringen.

Weimar, 8. April. (CAD.) Bei den am Alittwochmittag eingeleiteten Verhandlun­gen zwischen den Koalitivnsparteien handelt es sich lediglich um eine er^e Füh.ung- nahme. Als Vermittler wurde der Landtags­präsident v. Lhümmel vom Landtagspräsidium beauftragt. Bemerkenswert ist, dah sich hierbei zwei Gruppen als Verhandlungspartner ge­genüberstehen, und zwar auf der einen Seite Wirtsch aftsparter und Landvolk­partei, die bekanntlich gegen den sozialdemo­kratischen Mihtrauensantrag und den Sturz des Ministers Frick stimmten, und die Volks- Partei auf der anderen Seite. Es verlautet, daß zunächst der Versuch gemacht werden soll, die Deutschnativnalen, für deren Aus-, tritt aus der Aegierung kein sachlicher Grund Vorgelegen habe, wieder an den Verhand­lungstisch zu bringen, um so wenigstens eine gewisse Verbreiterung der Koalitionsbasis zu erreichen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Präsident hat den Zusammentritt des Plenums des Hessischen Land­tages endgültig aus Dienstag, 14. April, an­der aumt. Aus der Tagesordnung steht lediglich die Beratung des Staatsvoranschlages 1931 mit den dazu eingegangenen beinahe 200 Anträgen und Eingaben.

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Wie schon jetzt zu dem Bericht der Reichs­anstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen­versicherung zuverlässig verlautet, ist ein be­trächtlicher Rückgang der Zahl der Arbeitslosen zu verzeichnen. Wie es h-iöt, hat sich die Zahl der Arbeitslosen seit dem letzten Bericht um gut 200 000 vermindert.

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2lm ersten Tage der Eintragungsfrist für das Volksbegehren des Stahlhelms ha- ben sich in Groh-Berlin 19 052 Personen in die Listen eingetragen. Seinerzeit hatten sich am ersten Tage für das Volksbegehren gegen den . Boungplan im Oktober 1929 in Berlin 20110 Personen eingetragen.

Das Präsidialmitglied des Obersten Dolkswirt- schaftsrats der Sowjetunion, Pjatakoff.ist in Berlin eingetrvffen, um die in Moskau mit den deutschen Industriellen geführten Be­sprechungen in dem von den zuständigen Reichs­ressorts gebilligten Rahmen zum Abschluh zu bringen. Die übrigen Mitglieder der Sowjet­delegation werden im Laufe dieser Woche er­wartet.

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Der ehemalige Präsident des Senats der Freien Stadt Danzig, Dr.S ah-m, trifft in Berlin zu Verhandlungen ein, die seiner W ah l zum Oberbürgermeister von Berlin gelten. Dr. Sahm hat sich um den Oberbürgermeister- Posten der Reichshauptstadt nicht beworben: die Vorbesprechungen haben jedoch ergeben, dah er eine eventuelle Wahl annehmen würde. Die im Verein Deutscher Ingenieure und im Bunde Deutscher Architekten zusammengeschlossenen Tech­niker stellen die Forderung auf, dah der zu wählende Zweite Bürgermeister von Berlin ein Techniker sein solle. Sie begründen die Forderung damit, dah die kommunalen Aufgaben der Reichshauptstadt in der Hauvtsache technische Aufgaben seien: Städtebau, Hoch- und Tiefbau, Bahnbau und Krafterzeugung.

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Der Rat der StadtLei pzig hat die Un­terstützungssätze in der Wohlfahrts- und Krisenfürsorge um 10 v. H. gesenkt. Für Leipzig ergibt sich daraus eine monatliche Er­sparnis von 400 000 Mark. Leipzig ist die erste Großstadt im Reich, die, gestützt auf einen nach jeder Richtung gedrosselten Voranschlag, Abbau» mahnahmen dieser Art trifft. Für den Entschluh war die Tatsache entscheidend, dah der Reichstag sich vertagte, ohne über die Anträge des Deut­schen Städtetages, die Gemeinden von den Wohlfahrtslasten zu befreien, Beschluß zu fassen.

Kunst und Wissenschaft.

Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie.

Am Mittwochvormittag wurde in Berlin die 55. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie von Professor Schmieden-Frankfurt a.M. als Vorsitzenden eröffnet. Er gedachte zunächst der 38 im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder. Sodann teilte er mit, daß die Internationale Ge­sellschaft für Chirurgie den im Jahre 1920 gefaßten Beschluß, sämtliche Mitglieder der Internationalen Gesellschaft für Chirurgie, soweit sie der deutschen, österreichischen oder ungarischen Nation angehörten, auszuschließen, in aller Form mit dem Ausdruck des Bedauerns, sowie es von den Ausgeschlossenen gefordert worden sei, z u rückgenommen hätte. Nunmehr sei der An­schluß an die Internationale Gesellschaft für Chirur­gie in aller Form wieder hergestellt. In besonders erfreulicher Form habe diese zu erkennen gegeben, daß sie von dem Wunsche beseelt sei, die Vertreter der Chirurgie aller Nationen von neuem zu frucht-

Darmstadt, 8. April. (2D 53t) 3m hessischen Znnenminislerium fand mit den Provinzial- und Kreisdirektoren eine Besprechung über die Hand­habung der Notverordnung des Reichs­präsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschrei­tungen und über die Lage der Gemeinde­finanzen statt. Um angesichts der in das öffentliche Leben tief einschneidenden Bestimmungen der Notverordnung ein möglichst einheitliches Vorgehen in Hessen herbeizuführen, waren auch die Polizeidirektoren und Polizeiamtsvorstände sowie die Polizeireserenten der Kreisämter zugegen. Minister Leuschner wies darauf hin, dah es Aufgabe der ausführenden Behörden sein werde, bei aller Strenge und Entschiedenheit in der An­wendung mit gröhter Gerechtigkeit vor­zugehen. Der Sinn der Notverordnung sei nicht, das politische Leben, sofern es sich in anständi­gen Formen abspielt, zu beschränken, sondern der Polizei alle erforderlichen handhaben zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ord­nung zu geben, die im Interesse der Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse erforderlich seien. Er unterstrich dabei nochmals den Standpunkt, daß die außerordentliche Machtvollkommenheit, die dre Behörden auf Grund der Notverordnung bekommen hätten, großzügige Anwendung unter Vermeidung aller Schikanen verlange.

Die Belastung mit wohlfahrtsaus- gaben hat die Lage der Gemeinden in Hessen weiterhin verschärft. Nach dem Stande vom Anfang des Jahres ist in Hessen schätzungs­weise mit 24 000 wohlfahrtserwerbslosen im Durch-

Berlin, S.April. (VDZ.) 3m Ältestenrat des Reichstags wurden die Anträge der Kommunisten, der Nationalsozialisten und der Deutschnationalen auf sofortige Einberufung des Reichs­tags zur Beratung der Notverordnung des Reichs­präsidenten abgelehnt. Für den sofortigen Zusammentritt des Reichstags traten nur die Ver­treter der drei antragstellenden Fraktionen ein. hinter diesen stehen jedoch nur 228 Mitglieder des Reichstags, wobei die drei dissentierenden Mitglie­der des Landvolks bereits zur Opposition gerechnet sind. 3hnen stehen 349 Mitglieder der übrigen Par­teien gegenüber. Der Antrag wurde also nicht von einer Mehrheit des Reichstags unterstützt. Von den Antragstellern wurde auch auf Artikel 24 der Reichsverfassung hingewiesen, der bestimmt, dah der Reichstag aus verlangen eines Drittels seiner Mitglieder einberufen werden muh. Die Mehrheit des Aeltestenrats war jedoch der Auffassung, dah diese Bestimmung nur für die Zeit zwischen zwei Sessionen, also nur für den Fall gilt, dah der Reichstag sich vertagt hat, ohne einen Termin für seinen Wieder- zusammentritt festzusehen. Der Ältestenrat lehnte daher die Anträge auf sofortige (Ein­berufung des Reichstags ab.

Von nationalsozialistischer und deutschnationaler Seite wurden im Ältestenrat durch de Abgeord­neten Stöhr und Beredt an die Mittelparteien und insbesondere an die Deutsche Volkspartei mehr­fach appelliert, einer sofortigen Einberufung des Reichstages zuzustimmen. 3nsbesondere mit R ü ck -

dringender Arbeit in einer Atmosphäre gegenseiti­gen Vertrauens, gegenseitiger Achtung und Herz- lichen Einvernehmens zu vereinen. Den ersten hauptoortrag hielt Professor K ü t t n e r - Breslau über »das große Gebiet des peripheren Nerven­systems. Die Heilung unserer Nervendefekte werde auf den verschiedensten Wegen erstrebt. Nervenüber­pflanzungen und Nerveneinpflanzungen sowie das Einschalten anderer Gewebsteile führe in manchen Fällen noch zu einem vollen Erfolge, wenn die Nachbehandlung über Jahre ausgedehnt werde.

IV. Deutscher Naturschuhtag in Berlin.

Mit einem Begrüßungsabend im ehemaligen Herrenhause wurde der IV. Deutsche Naturschutztag, der vom 8. bis 12.April vom Deutschen Aus­schuß für Naturschutz veranstaltet wird er­öffnet. Neben zahlreichen Naturschutzkommissaren waren namhafte Freunde der Naturschutzbewegung aus dem ganzen Reiche anwesend. Der erste Vor­sitzende, Staatsrat von Reuter (München) be­tonte, daß die Tagung der Erweckung und Förde­rung des Natürschutzgedankens in Deutschland dienen solle. Landgerichtsdirektor Dr. W i l ck e n s (Bre­men), der im Namen des Vereins Naturschutzpark Stuttgart sprach, wies auf die Notwendigkeit hin, Naturschutzreservate in Deutschland an­zulegen.

Hauptversammlung des Deutschen Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissen­schaftlichen Unterrichts.

In ber Zeiit vom 7. bis 11. April hält in Dortmund der Verein zur Fördetung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unter« richts seine 33. Hauptversammlung ab. Das Hauptthema lautet:Eisen und Kohle in Wirtschaft, Technik und Schule". In der ersten allgemeinen Sitzung sprach zunächst Professor Dr.-Ing. E. H. Schulz überModerne Stahl- forschung". Als zweiter Redner sprach Privat­dozent Dr. Hans Spethmann, Essen-Köln, über Ruhrkohle und Wirtschaft, im Rahmen der gesamten Kohlenwirtschaft. In den Fachsitzungen folgten zahlreiche weitere Vorträge.

Die höhe der diesjährigen Nobelpreise.

Der Zinsertrag der Nobelpreisstiftung, der im laufenden Jahre zur Verfügung steht, beträgt 1154000 Kronen. Der Fonds beträgt 43,5 Millionen Kronen. Nach Abzug der Unkosten (ein Viertel des Ertrages) bleiben für d i e fünf Preise 886 000 Kronen übrig. Jeder der Preise wird also in diesem Jahre 177 000 Kronen betragen. Damit erreicht der Nobelpreis die höchste Summe, die bisher ver­teilt worden ist.

schnitt für das laufende 3ahr zu rechnen. Zusammen mit den Ausgaben für die Krisenfürsorge bedeutet das eine Belastung der hessischen Ge­meinden mit einem Betrage von mehr als 20 Millionen Reichsmark für 1931, eine Summe, die den gesamten Betrag an Ikbcr- weisungssteuern an die Gemeinden noch um mehrere BUUionen überftelgt. Angesichts dieser Notlage ist dringend ein Ausgleich erforderlich, um den am schwersten belasteten Gemeinden zu helfen. Der Plan geht dahin, nicht nur einen Ausgleich im Bereich des Landes herbeizuführen, sondern ihn auch schon von unten herauf In den Kreisen sclbst einzuleiten. Zu diesem Zweck sollen die günstigst gestellten Gemeinden zur teil­weisen Entlastung der durch die Arbeitslosigkeit besonders bedrängten Gemeinden herangezo- g e n werden. Es steht aber außer allem Zweifel, daß auch bei größter Anstrengung die Finanzen der notleidenden Gemeinden aus eigener Kraft nicht saniert werden können, so daß in jedem Falle d i e h i l f e de s R e i ch e s dringend notwendig ist.

Es wurde bei der Besprechung auch die Not­wendigkeit der vermehrten llebernahme von Versorgungsanwärtern durch die Gemeinden (die Ausgaben des Staates für Derforgungsanroärtet belaufen sich gegenwärtig auf 750 000 Mark) und von Maßnahmen gegen die Nebenbeschäftigung der Beamten im Sinne der . im Landtage von allen Parteien wiederholt mit Nachdruck geforderten Einschrän­kung betont.

ficht auf die Behinderung des Stahl­helm-Volksbegehrens, die durch die Not­verordnung bedingt sei. Ebenso wurde auch der Vertreter der Bayerischen Volkspartei besonders gebeten, den Einberufungsanträgen seine Zustim­mung zu geben, zumal die Notverordnung die Souveränität der Länder beeinträch­tige. von deutschnationaler Seife wurde ferner auch auf die durch das deutsch-österreichi- sche Zollabkommen geschaffene außenpolitische Lage verwiesen. Sämtliche versuche, die Vertreter der Mittelparteien umzustimmen, blieben jedoch er­gebnislos.

Damit ist jedoch nicht ein für allemal entschieden, daß der Reichstag erst am 13. Oktober wieder Zu­sammentritt. Da die Regierung noch den Erlaß weiterer Notverordnungen beabsichtigt, so ist mit neuen Anträgen auf (Einberufung des Reichstags während des Sommers zu rechnen, über die dann der Aeltestenrat von neuem be­raten müßte. Wenn auch das Reichstagsplenum zunächst nicht einberufen wird, so ist doch in ab­sehbarer Zeit mit dem Zusammentritt ver schiedener Ausschüsse des Reichstags zu rechnen. Ls besteht die Absicht, den Auswärti­gen Ausschuß zur Beratung der durch die deutsch-österreichische Zollunion und die Abrüstungs­konferenz aufgeworfenen außenpolitischen Fragen einzuberüfen. Auch mehrere andere Ausschüsse haben noch kleinere Aufgaben zu erledigen. Der Reichs- r a t wird seine Arbeiten gleichfalls in der über­nächsten Woche aufnehmen.

Aus aller Wett.

Aegyptenflug desGraf Zeppelin."

Friedrichshafen, 9. April. (WTD. Funk­spruch.) Unter Führung von Dr. Eckener, der am Dienstag von seiner Amerikareise zurück- tehrte, ist derGraf Zeppelin"-" heute früh, 6.08 Llhr, zu einer Aegyptenfahrt aufgestiegen. An Bord befinden sich 25 Passagiere, u.a. Graf von Brandenstein-Zeppelin, Kapitän R. Both, der Führer des englischen Luftschiffes R100, der bekannte Journalist von Wiegand und Oberst Gossage, Militärattache der englischen Botschaft in Berlin. Die Fahrtroute führt bei entsprechender Wetterlage voraussichtlich die Rhone abwärts über Marseille, Korsika, Rom, Neapel, Kreta und Alexandria. Am Samstag früh, gegen 8 Uhr, wird das Luftschiff in Kairo eintreffen. Rach Ausführung der Probefahrt wirdGraf Zeppelin" sofort zu einer Rund­fahrt über Aegypten und Palästina wieder aufsteigen, an der auch einige ägyptische Prinzen teilnehmen werden. Am Samstag erfolgt von Kairo aus der Start zur Rückfahrt nach Friedrichshafen, wo das Luftschiff im Laufe des Montag wieder erwartet wird.

Versuchten Versicherungsbetrug mit dem eigenen Leben bezahlt.

Vor einigen Wochen war im Personenzug Budapest Keczkemet (etwa 100 Kilometer südöstlich von Budapest) der Kaufmann Karl Stein­herz mit tödlichen Verletzungen, die von Harnmer- schlägen herrührten, aufgefunden worden. Als fest­gestellt wurde, daß er kurz vorher Versicherun­gen auf hohe Summen abgeschlossen hatte, entstand der Verdacht eines Versicherungsbetruges. Die Bu­dapester Polizei verständigte auch die Wiener Poli- behörde, die auf einen Häftling aufmerksam wurde, der sich drei Tage lang unterkunftslos in Wien auf- gehalten hatte und Flfchel heißt. Dieser g e st a n d die Tat ein und gab an, von Steinherz dafür gedungen woiden zu fein. Der Plan scheiterte jedoch daran, daß Fischet sehr hart drein- schlug und den Steinherz tödlich verwundete. Fischet gab an, für die Ausführung der Tat von Steinherz 5000 Dollar versprochen erhalten zu haben, die er bei einer ihm genannten Adresse habe abholen sollen. Später stellte sich jedoch heraus, daß die Adresse fingiert war. Fischet hatte bereits vor der Tat eine goldene Uhr, 35 Pengö und den jammer, mit dem er die Schläge gegen Steinherz führte, erhalten. Steinherz hat noch kurz vor seinem Tode eine falsche Personen»

beschreibung von dem Mörder gegeben, um damit die Versicherungssumme wenigstens seiner Familie zu sichern. Indes dürfte die Versicherungs­gesellschaft der Zahlungspflicht entgehen, da Stein- Herz erwiesenermaßen seinen Tod selbst verur­sacht hat.

Grohfeuer im Rheinland.

In Waldorf bei Adenau brach in einer Scheune ein Brand aus, der schnell um sich griff, so daß in kurzer Zeit mehrere Gebäude in Hel­len Flammen standen. Da eine Feuerwehr zunächst nicht zur Stelle war, beteiligte sich die ganze Einwohnerschaft an den Rettungsarbeiten. Schließlich griffen die Wehren aus Sinzig, Burg­brohl und Riederbreisig ein, denen es gelang, das die ganze Ortschaft bedrohende Schadenfeuer einzudämmen. Alle Getreide- und Futtervorräte und eine Anzahl Maschinen wurden zerstört. Die Geschädigten sind nur zum Teil versichert.

24 Stunden auf der Eifenbahnachfe.

Auf dem Schlesischen Bahnhof in Berlin bemerkte ein Eisenbahnbeamrer bei Kontrolle des V-Zuges BukarestBerlin unter einem O-Zugs- wagen einen Mann, der als ein rumäni- s ch e r Soldat namens Michael Stanger fest­gestellt wurde. Er ist geborener Deutsch-Oester- reicher und ist nach dem Kriegerumänischer Staatsbürger getoorixm. Es wurde der politischen Polizei zugesührt.

Explosion beim Bau einer Wasserleitung in Nenyork.

Bei Ausschachtungsarbeiten für eine in einer Tiefe von über 184 m unter der Erde cmzu- legende Wasserleitung ereignete sich eine schreck­liche Explosion, bei der zwei Arbeiter ge­tötet und mehrere schwer verletzt wurden. An derselben Stelle haben sich bereits mehrfach iln« glücksfälle ereignet, bei denen Menschen ums Leben kamen.

Grauenhafte Bluttat.

Ein fünffacher Mord wurde in der Rächt zum Ostersonntag in der Ortschaft Kamnica bei Marburg in Slowenien verübt. Der Bauer Alois Dobah, seine 70jährige Schwester, feine zwei erwachsenen Töchter und sein öjähriger Sohn wurden von einem Un&efannten mit einem Beil erschlagen und die Leichen in be­stialischer Weise zerstückelt. In der Dunkelheit gelang es dem Täter, unerkannt zu entkommen. Man vermutet, dah er sich in den Besitz einer größeren Geldsumme sehen wollte, die der Bauer durch Verkauf seiner Apfelernte erlöst hatte.

Schweres Unglück

an einem ungeschützten Bahnübergang.

Am zweiten Osterfeiertag ereignete sich an einem ungeschützten Bahnübergang der Eisenbahnlinie Lauchhammer Friedrichsthal (Schle­sien) ein schweres Unglück. Dort wurde der Kraft­wagen des Bäckermeisters Probst von einem Personenzug erfaßt, zur Seite ge­schleudert und völlig zertrümmert. Die sechs Insassen blieben auf dem Bahnkörper mit zum Teil sehr schweren Verletzungen liegen. Sanitäter brachten die Verunglückten ins Krankenhaus. Der Zustand der Frau Probst wird als hoffnungslos angesehen. Ebenfalls schwer ver­letzt wurde Probst selbst, und zwei Fleischergesellen aus Senftenberg. Die beiden übrigen Personen tarnen mit leichteren Verletzungen davon.

Zwei Todesopfer eines Bombenanschlags in Neuyork.

Eine Verbrecherbande, die einen italienischen Kolonialwarenhändler schon seit längerer Zeit bedrohte, legte Feuer an dessen Laden und zer­störte ihn durch Bomben. Hierbei sanden zwei junge Mädchen den Tod, sechs Personen wurden verwundet.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Allgemeiner weiterer Barometeranstieg hat das Hochdruckgebiet, unter dessen Einfluß unsere Wetterlage steht, noch gekräftigt. Eine wesentliche Aenderung hinsichtlich der Lage des hohen Druckes hat seit gestern nicht stattgefunden. Die Inlandstörung flacht sich bereits wieder ab, aber warme Luft von ihr hat auf dem Festlande Fuß gefaßt und sie dürfte uns hohe Bewölkung und nächtliche Milderung bringen. Zu Riederschlägen wird es dabei morgen noch nicht kommen, jedoch dürften später die zur Zeit über England auf­tretenden Riederschläge bis in unseren Bezirk Vordringen und vereinzelt etwas Regen bringen.

Aussichten für Freitag: Stellenweise dunstig, sonst bewölkt mit Aufheiterung, trocken, nachts weitere Milderung.

Aussichten für Samstag: Weitere langsame nächtliche Temperaturzunahme, dunstig und be- wöllt, vereinzelt geringe Riederschlage.

Lufttemperaturen am 8. April mittags: 13,3 Grad Celsius, abends: 2,2 Grad: am 9. April morgens: 1,6 Grad. Maximum 13,4 Grad, Mini­mum minus 3,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. April abends: 13,1 Grad, am 9. April morgens 4,1 Grad Celsius. Sonnenscheindauer U1/* Stunden.

Vorläufig feine Einberufung desMWagö

Oie Anträge der Opposition im Aeltestenrat abgelehnt.