Ausgabe 
8.12.1931
 
Einzelbild herunterladen

schristen

Der

iat

*

8114 D

ml

ihre

marschiert

mit der seit einem halben Jahrhundert berühmten

Sorgt für die Hofhunde!

Gießener Tierschutz Verein uns:

. Iifl' ul Gießen

WWffWk«'-

(^-Größte Ausstellung

' Reparaturen,hamplet-te Anjägen

für alle Liebhaber einer Goldmundstöck-Zigarette neu geschaffene Zwillingsschwester

schreibt _____

Bei Frostwetter überzeuge sich jeder Besitzer eines Hofhundes noch einmal, ob die Hundehütte genügend Schuh gegen Kälte, Wind und Nässe bietet Es ist eine geringe Mühe, die Hütte so instandzusehen, und durch eine Decke vor dem Ein- gang so gegen Zug zu schützen, daß sie dem Hund eine ausreichende Zuflucht gegen die Witterung gewährt. Scharfem Wind sollte die Hütte nie ausgesetzt fein, weil der Wind doch durchpfeifen kann. Bei starkem Frost gehört der Hund in das

über Menschen und im besonderen über Dienstvor­denken? S. v. M

*9*

ne^rer?c^5Deri QUsoeiSQd,ts' itg Ä't Wer.

ölt tätigte

> 'm'1"*

'"«"Mtort

°°N $ulbr«.l ifc'lniieu, ö'e drei Dpi«, künden wurden, 'lieni b a [ h» Stales (pur, oerÄ9cn >un. J. ausgegraben. ie wohnte, war

"e Waldungen 9 Koninchen- er nicht mehr Gerüchte auf

Mi. Sian Bluttat zusammen« latf.

xr Sanemarf ein 1 starte zunimmt.

uielbungen übet yiubtantenne bet °>urde zerstört, so untt Werben muß. M und Jütland 'hlcl 6am|ö nicht dborg würbe glatt len würbe die Mi entwurzelte lagen Würbe bet i in einer Minute ulen betwan» et Desihet Wenige Hen. An einem an- e bet Hauptschorn« des Hauses muß« Ten. 3n Helsingör urben Mreiche len bei Klampen- et Däume. Me bchissen, die tot erfüllt

«geraubt.

trabe bei 6aWa« falb führt, von be- ) AauernsuhrWerke all verlbl. linier je Panik aus, daß licßen und öa- Daaen lchen ö.ie- en Banditen aus. >wanden die Tätet

d-r hohe er dehnt Mach unb^S haben .sS fffan 'Knal und bet den * unser Ä

».ihle ; rjÜ-.jiSt Ve ®-c

'L

3 ÄlN 7-?,r

Haus oder in den Stall. Man scheue auch nicht die Mühe, abends die gefrorenen Futterreste und das gefrorene Wasser noch einmal aufzuwärmen.

Wer in diesem Winter die Mittel für Steuer und Futter seines Hundes nicht mehr aufbringen und keinen Abnehmer finden kann, entschließe sich lieber dazu, das Tier schmerzlos zu töten, als es hungern und frieren zu lassen, oder gar es fortzu­jagen. Es nimmt heutzutage weniger als je jemand einen fremden Hund aus. Der Hund verkommt, oder muß meist doch getötet werden, wenn es ihm gelingt, sich einem Menschen anzuschliehen.

Bornotizen.

TageskalenderfürDienstag. Stadl, theater Gießen:Wilhelm Test", 20 bis 22.15 Uhr. Oberhessischer Kunstverein. Oberhessische Künstler- Hilfe, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Er und sein Diener".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Mittwoch, 19.30 Llhr, als zehnte Vorstellung im Mi'.tnoch-Abonne­ment erste Wiederholung des SchauspielsWil­helm Teil" in der Besetzung der Erstaufführung unter der Spielleitung von Peter Fasfott. Ende 22 Uhr.

** Eine Sitzung des 6 fla b t r a t s findet am kommenden Freitag, 17 Uhr beginnend, im Sitzungssaale des Stadthauses, Bergstraße, statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die Rechnungsablage der Stadtkasse für das Rechnungsjahr 1928, in Ver­bindung mit der Lahnkanalisation der Wegsall des Schleusenkanals in Wetzlar, sowie eine Anzahl Bau­gesuche und kleinere Bauarbeitsvergebungen.

* Probevorlesung. Don der Pressestelle der Lankas-Universität wird mitgeteilt. Dr. phil. Otto Appel, der sich für das Fach des Pflan­zenbaues, insbesondere der Pilzkrankheiten und des Pflanzenschutzes, zu habilitieren wünscht, wird am Mittwoch, 9. Dezember. 18 Uhr, in der Kleinen Aula, Ludwigstraße 23. über das Thema:Der Pflanzenschutz in Beziehung zu Wissenschaft und Praxis" eine Probevorlesung halten.

Finanzamtspersonalien. Der Vor­steher des Finanzamts Schotten, Steueramtmann Schalk, wurde zum Regierungsrat ernannt. Fer­ner erhielt der Gerichtsassessor Joseph K a r st bei dem Finanzamt Friedberg seine Ernennung zum Regierungsassessor.

Forstpersonalie. Versetzt wurde der Förster Johannes Decher zu Arnshain in glei cher Diensteigenschaft in die Försterei Harbach des Forst am ts Grünberg.

** _ ® i n e Wärme st ube für die notleidende Bevölkerung unserer Stadt hat die Führerschaft der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in dem Kolonnendepot Sonnenstraße 2 für die Dauer der kalten Wintermonate eingerichtet.

Verlorene Sachen. Das Verzeichnis über die im Monat Rovember gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlag­tafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf-Philipp- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberech­tigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbureau wäh­rend der Dienststunden geltend zu machen.

** Rowdytum In der Nacht zum Samstag wurden an den äußeren Einfriedigungen zweier Gebäude in der Nähe des Stadttheaters dadurch mutwillige Beschädigungen herbeigeführt, daß an dem einen Gebäude die eiserne Vorgartentür und an dem anderen Hause die eiserne Sicherungstür vor einer Eingangstreppe herausgerissen wurden. Die Vorgartentür warfen die Rowdys in die benach­barte Wieseck, wo sie erst am anderen Tage nach langem Suchen wiedergefunden und herausgeholt werden kannte, die andere Gittertür schleuderten die Täter in einen nebenan gelegenen Vorgarten, wo man sie am anderen Morgen auffand. Hoffentlich gelingt es, die Rowdys zu ermitteln und einer exemplarischen Bestrafung zuzuführen.

** Konzert in den Kliniken. Die Evan­gelische Jugendvereinigung Klein-Linden erfreute am Sonntagnachmittag die Patienten der Chirurgischen und der Medizinischen Klinik, sowie die Insassen der Heilstätte Seltersberg mit dem Vortrag mehrstim­miger Chorlieder. Die Patienten und das Personal der Kliniken waren des Lobes voll über die schönen Darbietungen.

** Elternabemd in der Oberreal- schule. Der diesjährige Elternabend in der Ober­realschule am Sonntagnachmittag brachte wie­derum eine angenehme Unterhaltung für groß und klein. Aach der Begrüßung. In der Musik­lehrer Blaß die Anwesenden, die trotz der Rot der Zeit auch den Kunstsinn der Jugend unter­stützten, willkommen hieß, erklangen unter seiner Leitung vier wohl einstudierte Chöre, die bei deutlicher Sprache, feiner Dynamik sehr stim­mungsvoll wirkten. Das Schülerorchester unter Leitung des Studienrats Dr. Hillenbrand ließ inGavotte",Deutschem Tanz",Menuett", Ukrainischem Volkslied und Dschumka" anspre­chende Tanzweisen erklingen. Die jungen Spieler erweckten durch ihr sauberes und schneidiges Spiel stürmischen Beifall, so daß eine Zugabe erfolgte. Den Abschluß bildete eine von Freunden der Schule aufgeführte Posse, die durch komische Ver­wicklungen die Lachmuskeln in Bewegung setzte. Nächsten Sonntag findet eine Wiederholung statt.

** DerHubertus", Verein weid­gerechter Jäger, S i tz Gießen, hielt, wie man uns mitteilt, dieser Tage seine monat­liche Mitgliederversammlung ab. Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen die statistischen An­gaben des Reichsjagdbundes über die Entwick­lung der Jagdpachten im Jahre 1931 und die Ge­staltung der Wildpreise. Daraus ergibt sich, daß in ganz Deutschland die Pachtpreise während des Jahres um durchschnittlich 61,5 Prozent gefallen sind, während vom Vorpächter ausgeschossene Jagden 80 Prozent und mehr einbühten. Aeußert sich darin die wirtschaftliche Rot, so kommt sie auch in den fortwährend abgleitenden Wild- preisen zum Ausdruck. Die letzteren treffen des­wegen viele Jäger sehr hart, weil die Jagden unter ganz anderen wirtschaftlichen Voraus­setzungen auf lange Fristen gepachtet worden sind. Es muß Aufgabe der Pachteinigungsämter sein, dieses Mißverhältnis wenigstens bis zu einem gewissen Grad durch Herabsetzung der zu hohen Pachten auszugleichen. Die Zusammenstellung der Ergebnisse zahlreicher Pachteinigungsverhand­lungen ergab, daß sich diese Aemter der Rot­wendigkeit nicht verschlossen haben und je nach besonderer Lage des Einzelsalles Senkungen bis über 50 Prozent für richtig erkannten. Unter verschiedenen Mitteilungen erregte die Zuschrift eines hiesigen Vereins Befremden, weil darin Schußprämien auf den Abschuß von Sperbern ausgesetzt sind. Die Versammlung glaubt, daß der normale Abschuß durch Jäger und Schutz­personal ausreicht, um einem Tleberhandnehrnen des Sperbers vorzubeugen. Sie hält jedes Aus­loben von Geldprämien für die Vernichtung einer Tierart für höchst bedenklich und sieht in einer solchen Auslobung die große Gefahr, daß durch geldgierige Schützen auf jede, auch geschützte Raubvogelart Dampf gemacht wird. Sie hält ihrerseits es für wichtiger für wirklich praktischen Vogelschutz, die Aufmerksamkeit der Vogelfreunde neben der Ristsrage der ständig zunehmenden Katzenplage zuzuwenden, die vielfach alle Be­mühungen um die Singvogelwelt von vornherein zur Erfolglosigkeit verurteilt. Schließlich sprach Herr Pascoe, Dutenhofen, noch über das Thema Wie kann beim Raubwild*ang der Fang

Ac*er die Gefährdung von Ruhwild vermieden werden?"

D i e Hauswirtschaftliche Weih- nachts-Ausstellung der Hausfrauen­beratung wurde, wie man uns mitteilt, von rund 8500 Personen besucht. Am Samstagabend fand in der Kasfeestube der Ausstellung jchlußsitzung der Aussteller mit der Ausstellungs- Leitung der Hausfrauenberatung statt. Trotz der großen Anstrengungen, die die Ausftellungswoche allen Beteiligten bis zur letzten Stunde gebracht hatte, sah man in der Abschlußsitzung allenthalben nur befriedigte Gesichter. Herr Kaufmann Blümig sprach im Anschluß an Begrüßungsworte von Frau Dr. K o e p p e namens der ausstellenden Firmen dem Vorstand der Hausfrauenberatung Dank und An­erkennung aus. Daß die Damen den Gedanken der Ausstellung gefaßt, mit sicherer Einfühlung in bii* wirtschaftlichen und ideellen Möglichkeiten der beson­deren Verhältnisse Gießens die richtige Grundlage, den rechten Rahmen für dieses Unternehmen aefun- den und ihn bis zum vollkommenen Gelingen durch­geführt haben, wurde besonders anerkannt und zu­gleich die nun hergestellte Verbundenheit zwischen Erzeuger bzw. Einzelhändler und Verbraucher, der Hausfrauenschaft, mit Befriedigung festgestellt. Herr Blümig hob noch besonders die stets entgegen­kommende Art, mit der die Ausstellungsleitung auf alle persönlichen Wünsche der Aussteller Rücksicht zu nehmen bestrebt roar hervor und sprach den Damen zu ihren weiteren Veranstaltungen herzliche Glück­wünsche aus. In angeregter Stimmung blieb man dann noch einige Stunden beisammen.

(Sin neues Weihnachtsspiel aus alter Zeit. Die Frauenortsgruppe des Ver­eins für das Deutschtum im Ausland hat ein Krippenspiel inszeniert, das am Sonntag im Ka­tholischen Vereinshaus zur Aufführung gelangte. Viele Kinder und Erwachsene hatten sich dazu eingefunden: der Saal war bis auf den letzten Platz beseht. Rach alter und bet solchen Spielen viel geübter schöner Sitte zogen die großen und kleinen Mitwirkenden in den Saal zur Bühne. Die Engel hatten brennende Kerzen in der Hand. Rach einem kleinen Musikstück, von Schülerinnen aufgeführt, begann das Spiel, das alle Zuschauer in seinen Bann zog und für eine Stunde voll in Anspruch nahm. Die ganze Weihnachts­geschichte wurde lebendig. Mariä Verkündigung, die Botschaft an die Hirten, die Einkehr Marias und Josefs in Bethlehem, das Bitten um Nacht­lager bei der hartherzigen Wirtin, die Unter­kunft im Stall, die Anbetung der Hirten und der Köyige, das alles wurde in Rede und Gegenrede, In Gedichtform, im Lied, in schlichter und unthea­tralischer Bewegung ohne großen Aufwand so aufgeführt, daß allen Zuhörern ein tiefer Ein­druck bleiben mußte. Die Kinder waren mit großem Eifer und mit aller kindlichen Natürlich­keit, mit der ganzen Hingabe ihres Wesens be­teiligt und schufen so eine Stimmung, die weih­nachtlicher nicht sein konnte. Wit einem finnigen Vorspruch und mit einem Schlußwort wurde das Spiel eröffnet und beschlossen. Die Zuhörer folgten aufmerksam den Vorgängen auf der ein­fachen Stilbühne und dankten zum Schluß mit überaus herzlichem Beifall. Bei der Aufführung wirkten Kinder der Mitglieder der Frauenorts­gruppe, der Volksschule, der Mittelschulen und des Lyzeums mit. Das schöne Krippenspiel wird am morgigen Mittwochnachmittag (auf die heutige Anzeige sei verwiesen) noch einmal aufgeführt

** An deutschen Kriegergräbern in Frankreich. Die Arbeitsgemeinschaft der Mi­litär- und Regimentsvereine veranstaltete gestern nachmittag und gestern abend in den Astoria- Lichtspielen Gefallenen-Gedächtnisfeiern, in deren Mittelpunkt die Vorführung eines Filmes stand. Der Bildstreifen führte im Bild an die Kampf­plätze Verdun, Douaumont, Vaux ufw. und lieh in den Besuchern eine Vorstellung der Auswir­kungen des Krieges lebendig werden. In weiteren Bildern wurden dann deutsche Kriegergräber ge­zeigt, auch die französischen, englischen und ameri­kanischen Friedhöfe mit ihren oft monumentalen Ehrenmälern lernte der Zuschauer kennen. Schließlich war noch die Einweihungsfeier des deutschen Kriegerfriedhofes bei Roye-St. Gilles im Sommegebiet in vielen Bildern sestgehalten. Die Bilder interessierten besonders durch die Tatsache, daß gerade auf dem Friedhof Roye- St. Gilles zahlreiche Angehörige der hessischen und hessen-nassauischen Regimenter begraben lie­gen und zum Teil in Einzel-, zum Teil in Massengräbern beigesetzt sind. Man konnte an Hand dieser Bilder feststellen, daß unsere Ge­fallenen eine würdige Ruhestätte gefunden haben. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang be­sonders, daß sich der Dolksbund Deutsche Kriegs­gräberfürsorge für den Schmuck, für die Herrich­tung und Erhaltung der Kriegergräber nach Kräften einfeht und auch für diese Einweihungs­feier im Auftrage von Angehörigen der Ge­fallenen die Gräber mit Kränzen und Blumen schmückte. Der Film hinterließ einen tiefen Ein­druck. Major a.D. Bierbrauer sprach einige einleitende Worte, in denen er besonders der Taten der hessischen Regimenter gedachte. Der

eine Ad-

Ertrag der Veranstaltungen wird der Gießener Winternothilfe zur Verfügung gestellt.

** ,3) i m a t f cf) a l, der Thron der G 51 t e r Am Samstagnachmittag und am Sonntagvor- mittag lief im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, unter dem vorgenanntenTitel ein Kulturfilm, der Zeugnis deutschen Geistes, deutscher Tatkraft und deutsch Exaktheit war, Eigenschaften, die in den Dorberei tungen und in der Durchführung der strapaziösen Expedition in das Gebirgsmassiv des Himalaja zum Ausdruck kamen. Deutsche, Engländer, zwei Schwei­zer und ein Tiroler nahmen daran teil. Die Zu­schauer erlebten diese Expedition, die sich unter der Führung des Breslauer Gelehrten Prof. Dr Dyh- renfurth einen Angriff auf den Kangchönchzönga oornahm, in ihren bedeutsamsten Phasen im Film­bild mit. Der Ausbruch in Venedig, die Schiffsreise, bin Landung in Bombay, die Reise durch Indien, die Anwerbung der Träger (400 an der Zahl), der anstrengende Anmarsch zum Fuße des Kangchönch­zönga, die Ueberwindung hoher Pässe, der gefahr­volle Angriff auf den Kanach und das Mißlingen der Besteigung des über 8000 Meter hohen Berges, all das war in eindrucksvollen Bildern festaehalten. Nicht weniger interessant waren die Aufnahmen von der Besteigung des Iongsong Peak (7500 m), der den meisten Mitgliedern der Expedition gelang, trotzdem an die Bergsteiger höchste Anforderungen gcstellt waren. Der Film war außerordentlich ge­schickt gedreht: er brachte in den einleitenden Bil­dern den Besuchern nicht nur die Eigenart Indiens in einigen charakteristischen Bildern nahe, auch die gigantische Bergwelt des Himalaja war in präch­tigen Aufnahmen festgehalten. Empfang im Kloster des Dalai-Lama, Kulttanz und Gastmahl, Lager­leben und Märsche, einige luftige Intermezzi mit den Trägern, wissenschaftliche Arbeit, der Kampf mit den Bergen und den Naturgewalten, Lawinenstürze, Schneetreiben in großer Höhe und noch vieles an­dere wurde in Bild und Ton wiedergegeben. Der Film ist das Hohelied der Kämpfer der Wissenschaft, die für ihr Ziel Leib und Leben einsetzen und alle Strapazen auf sich nehmen. Nicht unwesentliches Verdienst an dem Erfolg dieses Filmes hat der Kameramann, der in hervorragend schönen Bildern nicht nur eine wissenschaftliche Arbeit leistete, son­dern auch ein Kunstwerk schuf, das den Film weit über das Niveau jeglicher Filmproduktion hinaus- hebt.

** Gesellschaftsreisenzum Winter­sport kündigt das Hapag-Reiseburcau in Gießen im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes an. Die Reisen sind für die Weihnachtszeit und für den Januar vorgesehen. Gleichzeitig wird in der An­zeige darauf aufmerksam gemacht, daß man in dem Reisebureau auch alle übrigen Fahrkarten, usw. erhalten kann. (Siehe Anzeige.)

Meine Strafkammer Gießen.

* Gießen, 4. Dez. Ein älterer oberhessischer Landwirt wurde wegen eines schweren und eines einfachen Diebstahls in erster Instanz zu einer Gesamtstrafe von drei Monaten und einer Woche Gefängnis verurteilt. Er verfolgte Berufung mit dem Ziel der Herabsetzung der Strafe: in der Sache selbst war er auch in der Berufungsinstanz geständig. Die Strafkammer ver­kannte nicht, daß der Fall in milderem Lichte erschien: es war aber aus gesetzlichen Gründen nicht möglich, die Strafe herabzusehen. Dagegen wurde ihm bedingter Strafaufschub bewilligt und die Bewährungsfrist auf fünf Jahre festgesetzt.

Längere Zeit nahm die Verhandlung einer Diebstahlssache in Anspruch. Ein ober hessisches Amtsgericht hatte eine Frau wegen Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe von drei Mo­naten verurteilt. Sie soll aus dem oberen Zim­mer eines Metzgers und Wirtes, in dessen Hause sie wohnte, bares Geld gegen 1000 Mark sowie eine silberne Herren- und Damenuhr ge­stohlen haben. Besonders belastend und für die Verurteilung in erster Instanz maßgebend war der Umstand, daß sie kurz nach dem Abhanden­kommen des Geldes mehrere Schuldposten be­glichen, und zwar gerade mit Jubiläumsmünzen, wie sie sich unter der entwendeten Geldsumme befunden haben. Die Angeklagte erstrebte mit ihrer Berufung Freisprechung. Nach eingehender Beweisaufnahme hielt der Staatsanwalt die An­klage aufrecht, da der geführte Indizienbeweis schlüssig und völlig ausreichend sei. Das Be­rufungsgericht erkannte trotz des hohen Maßes der Verdachtsmomente auf Freisprechung: die Möglichkeit, daß eine dritte Person den Dieb­stahl ausgeführt habe, sei nicht mit voller Sicher­heit auszuschließen.

Zwei Arbeiter waren in erster Instanz wegen qualifizierter Körperverletzung zu Geldstrafen verurteilt worden. Ihre Berufung wurde, da die erneute Beweisaufnahme die früheren Feststel­lungen bestätigte, kostenfällig zurückgewiesen.

?r

Aus 6er vrovinualbaupMadt

Gießen, den 8.Dezember 1931.

Er und ©ie an einer nächtlichen

Straßenecke.

Es muh für ihn sehr einsam und ehr langweilig sein, des Nachts in schwach erhellten Straßen zu stehen. Nichts kommt, nichts geht, regenfeucht spiegelt matt der Asphalt: Häuser, kleine Schaufenster liegen dunkel, eine einsame Laterne gibt trübes Licht. Langsam nur verrinnen die Stunden in den Morgen. Ader wer fragt viel nach Erlebnissen oder nicht er tut feinen Dienst bis zur Ablösung. Tröstlich blickt sein Tschako in der Einsamkeit nächt­licher Straßen.

Gestern aber erlebte er ein kleines Abenteuer. Er fand eine Freundin. Die wie er sehr allein und scheinbar melancholisch in den regenfeuchten Straßen wandelte und wohl ein wenig Anschluß suchte. Sie mar sehr hübsch, zierlich und trug einen wunder­baren weißen Pelz.

Sie beobachtete ihn schon von weitem mit Inter­esse, blieb aber noch schüchtern im Hintergrund Er beachtete sie gar nicht wahrscheinlich Dienstvor­schrift. Langsam ging er bis zur Ecke, die Laterne roarf matten Schimmer auf fein junges Gesicht und malte zitternde Reflexe auf das Schwarz des Tschakos.

Sie aber schlich langsam näher, umkreiste ihn zwei-, dreimal und plötzlich, von einem Impuls getrieben, 'chmiegt sie sich zärtlich an ihn. Und er? Sieht auf sie herab, zögert, sieht sie noch einmal an und geht weiter. Ein kleines Ladenfenster ist er­leuchtet, ich stand neben ihm und sah, während sein Blick auf Zahnpasta und Lavendelseife fiel, daß er lächelte. Ein Lächeln, das unbedingt ein wenig gerührt war.

Seine kleine Freundin stand stumm unter der Laterne, sah uns nach und ging dann mit leichten weichen Schritten durch den Regen ins Dunkel. Arme verlassene kleine Katze: was mochtest du

W<n

^5

vcE

!/ 0«

©4

WM

en' u7 C-b 76»

0nr