Ausgabe 
8.12.1931
 
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find. Ob hinter den Äuliffen versucht wurde, Tuch­fühlung zu nehmen, da» ist ein« Frage. die auf anderen Blatt steht. Immerhin hat da» Dor- Heimer Dokument de» nationalsozialistischen Ab­geordneten Dest daS Anbahnen einer Verstärrdi- gung zwischen Zentrum und RaziS nicht gerade gefördert, Wenn auch die Bedeutung diese- Mani­feste- im Reich und sein Einfluß auf die hessische Wählerschaft wohl überschätzt wird. Die Rational. sozialisien wollen, wie man hört, kurz vor den Wahlen im Landtag ihre Bedingungen veröffentlichen die sie an eine gemeinsame Regierung mit dem Zentrum knüpfen. Sie wissen ganz genau, daß für sie ein Zusammengehen mit dem Zentrum gefährlich werden kann, wenn sie ihre Wahlversprechungen gehemmt durch den ZentrumSeinfluh - nicht einyalten können, und wenn sie von ihren programmatischen Forderun­gen in bezug auf die Länder, und Reich-Politik abgehen mühten.

Es bleibt, wenn sich keine Mehrbeit für die Wahl eine» neuen Staatspräsidenten findet (36 von 70 Stimmen sind dazu nach der Verfassung mindestens nötig), nur die Möglichkeit, daß die bisherige Regierung, die zweifellos ein Mihtrauensvotum erhalten wird, bis auf weiteres a l s gefchäftsführendes Ministerium weiter amtiert was nach der hessischen Verfassung möglich ist. Die Möglichkeit eines Beamten- k a b i n c t t s ist für die Nationalsozialisten im Augenblick noch die annehmbar st e Lösung. Als Kandidat für ein solches Beamtenkabinett wird der Provinzialdirektar Dr. Wehner (Mainz) ge­nannt. Ein Geschäftsministerium oder Bcamtenkabi- nett ist aber nur eine Verlegenheits- lösung, die keine stabile Verhältnisse auf die Dauer schaffen kann. Daher ist, wenn nicht wider Erwarten nicht doch noch die Regierung zwischen Nationalsozialisten und Zentrum Zustandekommen sollte, mit einer baldigen Auflösung des Landtags und mit Neuwahlen im Frühjahr zu rechnen.

Zentrum und NGNAP.

Bislang noch keine MoaltlionS« Verhandlungen.

D a r m ft a b I, S. De,. (ID 571.) Die Spannung auf den Ausgang der am Dienstag beginnenden tandtagsoerhandlungen, in deren Mittelpunkt die Bildung der Regierung steht, ist auf da» höchste ge­stiegen. Die Rationalfa,lall st en haben heute nach einmal beraten und wollen, wie oerlaufet, heule dem Zentrum In einem Brief ihre Forde­rungen, die zwölf Punkle umfassen, über­reichen. Der Brief soll so gehalten sein, Daß dem Zentrum nur öle Annahme ober Ableh­nung ber Forderungen übrig bleibe, wie wir weiter hören, werden die 7latlonalfo,lallftcn bat Innenministerium verlangen, bem das Jinan,mlnifferlum ungegliedert werden fall. Ob heute bereit» eine Entscheidung auf die Jorberungen der Rationalfo,lallffen fallen wird, Ist unwahrschcivlich.

3n Main, fand eine Lande»au»schuh- sIhung de» Zentrum» statt, die die durch die Wahlen geschassene Lage erörterte. Partei- und Jroktlansleifung stellten dabei ,ur Jrage der Re­gierungsbildung folgende» fest:Am Dienelag tritt der hessische Landtag zusammen. Doroerhand- tungen zwischen ben JraffIonen über ble Bllbung einer Regierung haben unsere» wissen» nicht ffatfgefunben. Dem Zentrum kommt c» auch nIch 1 zu, bIe 3 n111 a11 ve zu ergreifen, ba diese Wicht den stärksten Parteien obliegt Darau» folgt, bafj ble Bllbung einer Regie­rung beim Zusammentritt be» Landtage» un­möglich erscheint."

Ein Protest derGewerkschafien

Ein Brief LeipartS an den Ncici Skanzlcr.

Berlin, 7.Dez. (ERB.) Der Vorsitzende de» ADGB. Leipart hat an den Reichskanzler Dr. Brüning folgenden Brief gerichtet: Aus der Un­terredung, die auf Ihren Vorschlag meine Kol­legen am SamStag mit dem Herrn ReichSarbeitS- minister hatten, ist uns zur Kenntnis gekommen, dah die bevorstehende Rotverordnung eine wei­tere Lohn- und VehaltSfenkung brin­gen soll dergestalt, daß an einem bestimm­ten Zeitpunkt die Tariflöhne ohne Rücksicht auf die Geltungsdauer der Verträge und unter Ausschaltung deS ordentlichen Schlich- tuna-verfahren- durch gesetzlichenZwang aus den Stand vom 1 0. 3 a n u a r 192 7 herabgesetzt werden. Degen solche Absicht erheben wir in letzter Stunde nochmals entschie­densten Protest. Wir warnen die ReichSregie- rung, den Weg der Lohnsenkung noch weiterzu­gehen, und wir protestieren insbesondere gegen den geplanten Eingriff in da- La­ri f r e ch t. Die vorauSschvaren Folgen, die sich hieraus ergeben müßten, wird auch die Reichs- regierung nicht tragen können: wir erklären schon heute, dah wir jegliche Verantwortung ablehnen.

£)ie (Sfaatepartei an den Reichskanzler

Berlin, 7. Dez. (VDZ.) Die staat-parteiliche Fraktion-gemeinfchaft deS Reichstag- hat ihren Vorsitzenden Weber beauftragt, nachfolgenden Brief an den Herrn Reichskanzler zu leiten: Die staatsparteiliche Fraktion-gemeinschaft hat sich mit den innerpolitischen Vorgängen der letzten Zeit und den Kundgebungen deS Herrn Hitler und seine- Anhangs insbesondere gegenüber dem Au-land und der ausländischen Presse beschäftigt. Die Fraktion war geschlossen der Meinung, dah daS passive Verhalten der Reichs­regierung zu dem herausfordernden, die staat­liche Autorität und die nationalen Interessen der deutschen Politik auf- schwerste gefährdenden Auftreten deS Rationalsoziali-mu- nicht mehr verstanden wird und nicht länger tragbar ist. Die Fraktion hat mich beauftragt. Ihnen, hochgeehrter Herr Reichskanzler, von dieser Aus­fassung sofort Kenntnis zu geben.

Das Eingaberecht der Reichsbahnbeamten.

Berlin, 7. Dez. (TU) Der Beamfenausschuh de» Reichstags nahm einstimmig einen Antrag der Staatspartet an, durch den ble Reichsregierung er- lucht wird eine Aenderung des Reichs­bahngesetze» nach der Richtung hin in» Auge zu fasten, bah in Personalsachcn eine Auskunfts­pflicht ber Reichsbahngesellschaft gegenüber der Reichsregierung festgelegt wird, und dah bit Reichsregterung eine Cinstußrnöglichkeit

0er Völkerbmidsrat will den Mandschurei-Konflikt zu (Lude bringen. Oie Frage einer neutralen Zone wird ausgeschaltet. - Deutsche Kandidaten für die Llntersuchungskommission.

P a r i -, 7. Dez. (WTB.) Der japanische Dele­gierte Voshisawa hat heute nachmittag dem Rat-Präsidenten die japanische Antwort auf den vor drei Tagen überreichten Fragebogen übergeben. Mit dieser Antwort beschäftigte sich der 12er-Ausschuh in einer nichtöffentlichen Sitzung. Iapan hat al- Demarkations­linie der neutralen Zone da- Flüßchen Hfaolingao östlich von Tfchingtschau genannt und sich jedoch daS Recht Vorbehalten, bt» an diese Grenz« Banditen zu verfolgen: doch mühten die Thinesen hinterdie grohe Mauer zu­rückgehen. Diese japanisch« Mitteilung wurde vom Rat al- unbefriedigend erklärt, der einmütig der Auffassung war, dah man den Ehine sen die Annahme dieser De» dingung nicht jumuten könne. Da eine Aenderung der japanischen Haltung nicht zu er­warten ist, hat der Rat beschlossen, eine schriftliche Erklärung an die Iapaner aufzusetzen, in der ge­sagt werden soll, dah man die Frage der Schaf­fung einer neutralen Zone auf fich beruhen lassen möge. Man hat also den Punkt, der bisher als Haupthindernis für eine Einigung ge­wesen ist, kurzerhand auSgeschaltet und be­gibt sich jetzt eifrigst an die endgültige Redak- tton-fassung der Resolution und des dazu ge­hörenden Kommentars. Für die Zusammensetzung der mandschurischen Untersuchungskom­mission sind deutscherseits als Kandida­ten zur Wahl gestellt worden Dr. S o l f, Dr. Schnee und General v. 2 e e ck t. Der Rat hat grundsätzlich beschlossen, für Mittwochnachmittag die öffentliche Schlußsitzung anzuberaumen, obgleich man sich nicht verhehlt, dah bezüglich der Möglichkeit eine- japanischen Vorstohes aus Tschintschau Besorgnisse bestehen blei­ben. Möglicherweise werden diplomatische Vor­stellungen in Tokio erwogen.

Oie LlnabhängigkeitSbestrebungen in her Mandschurei.

Moskau, 7- Dez. (TU.) Rach Meldungen aus Tokio und Mukden sind neue Bestrebungen im Gange, bie Unabhängigkeit der Mandschurei von Ehina auSzurusen. Die Führer der japanfreundlich gesinnten mandschuri­schen Kreise sollen in Tokio den Boden vor­bereiten, um eine neue Regierung in Mukden zu bilden, die der Mandschurei eine eigene von Banking unabhängige

Derfassung zu geben hätte Die Tokioter Zeitungen heben hervor, dah bi- zur Bildung dieser unabhängigen Regierung die Militär­diktatur in Mukden herrschen werde Der Generalsekretär der japanischen Handel-kammer in Mukden erklärte, daß Iapan nach der Amts­übernahme durch die neue Regierung einen mili­tärischen und einen Handelsvertrag mit der Man­dschurei schließen werde.

"Die Studenten fordern Krieg gegen Japan. Große Kundgebungen in Nanking, Pcping und «t\anrHai.

London, 7. Dez. (TU.) 30 000 chinesische Stu­denten haben am Sonntag in Nanking eine Kund­gebung für einen Krieg gegen Japan veranstaltet. Die Lage war so bedrohlich, dah der Kriegs zu st and erklärt werden und Truppen bereitsgestellt werden mußten. Die Studenten waren im Laufe der vergangenen Woche aus allen Teilen des Landes mit der Eisenbahn nach Nanking gekommen, ohne Fahrkarten zu bezahlen. Die Studenten mußten nunmehr unter militärischem Zwang Nanking auf dem Eisenbahnwege wieder verlassen. 300 Studenten wurden festgenommen.

In P e p i n g hatten ble Studenten btt Bahnhöfe besetzt und sämtliche Reisende, gleichviel ob Ehlnesen oder Ausländer, am Betreten des Bahnhofes gehindert. Die Studenten hatten die Eisenbahnangestellten gezwungen, zwei Züge mit Studenten nach Nanking abzu- lassen, die dort an den Kundgebungen gegen die Regierung, die zugleich als japanfeindliche Kundgebungen gedacht seien, teilnehmen woll- ten. In Schanghai haben Tausende von Stu­denten in der letzten Nacht den Verkehr auf den Bahnhöfen lahmgelegt, um gegen die Weigerung zu protestieren, sie nach Nanking zu befördern. 30 000 Studenten streiken heute, doch ist der angekündigte Generalstreik nicht ausgerufen worden. In Nanking ist der Präsident der Zen- tralunioerfität Tschu Kai-Hua z u r ü ck g e t r e t e n, nachdem Mitglieder der Universität von Studenten angegriffen wurden, weil sie nicht auch der Ansicht waren, daß die einzige Losung des mandschurischen Konfliktes die sofortige Kriegserklärung an Japan fei. Bei der Wiederherstellung der Ordnung sollen viele Polizisten verletzt worden sein.

gegenüber der Reichsbahngesellschaft in der Behand­lung von Personalangelegenhelten erhält. Der An­trag bezweckt die Wiederher st ellung des Eingaberechts der Relchsbahnbea m - ten, das ihnen feit der Gründung der Deutschen Reichsbahngesellschaft nicht mehr zusteht, und will die Reichsbahnbeamten in dieser Beziehung wieder den Reichsbeamten gleich st eilen. In der vorangegangenen Aussprache hatte der Reichsver- kehrsministcr erklärt, daß die Stellungnahme der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesell­schaft rechtlich nicht anfechtbar sei, wonach eine Auskunftspflicht an den Reichstag nicht be­stehe.

Oer Heimwehrpuisch in Steiermark.

W ie n, 7. Dez. (WTB.) Der Leiter deS Heim- wehrputscheS vorn 13. September und frühere Bundesführcr der Heimwehr Dr. Pfriem er, ber nach bem mißglückten Putsch nach Iuao - flawicn geflüchtet war, unb fich von Dort nach Deutschland gewandt hatte, ist heute un­erwartet in Graz eingettoffen unb hat s i ch bem Gericht gestellt Dr. Pf riemer erschien in Begleitung feines Rechtsanwaltes im Grazer Landcsgericht und stellte fich dem Unter- fuchungsrichter. Er wurde in Haft genom­men. Dr. Pfriemer dürfte in der vergangenen Rächt im Auto unerkannt bie österreichische Grenze passiert haben. Der Prozeß gegen bie Putschisten finbet vor bem Grazer Lanbesgericht am 14. Dezember statt.

Hungerdemonstration in Washington.

Washington, 7. Dez. (WTB.) Die 1600 Teilnehmer desHungermarsches", die auf Lastautos aus allen Teilen der Vereinigten Staaten in der Bundeshauptstadt zusam­mengeströmt sind, wurden bei ihrer Ankunft von der Polizei In unerwarteter Weise empfangen. An Stelle von Kampfmaßnahmen hatte die Polizei Vor­sorge für die Unterbringung und Ver­pflegung der Demon st ranken getroffen. Sie wurden in freundschaftlicher Weise in ihre Quartiere geleitet und erhielten zunäch st eine warme Mahlzeit Die Demonstranten mar­schierten zum Kapitol und verlangten statt der Speisung Bargeldunter st ützung. Eine A b o r b n u n g von zehn Mitgliedern Durfte sich in das Kapitol begeben. Die Saalwächter entfern­ten jedoch die Abordnung, die ihre For­derung weder dem Repräsentantenhaus noch dem Senat Vorbringen konnte. Die Hungerpilger ver­suchten darauf, die polizeilichen Absperrungen zu durchbrechen, was ihnen aber nicht gelana. Später versuchten die Teilnehmer des Hungermarsches b i s zu m Weißen Hause vorzudnngen, um dem Präsidenten ihre Wünsche vorzutragen. Präsident Hoover lehnte e» jedoch ab, die Abordnung der Hungerpilger zu empfangen. Die Polizei unter- brach Darauf Die MunDgebung und räumte das ge­samte Regierungsviertel.

Kleine politische Nachrichten.

In ber Straffache gegen K a h e n e l l e n b o - gen unb Gen. ist die Voruntersuchung a b - geschloffen. Die Akten sind ber Staatsan­waltschaft zur Stellung ihrer Anträge zugegangen.

DaS preußische Staat-Ministerium Hai beschlos­sen, den ber Sozialdemokratie angehörigen frühe­ren Berliner Polizeipräsidenten Zörgiebel al» Rachsolger des verstorbenen Polizeipräsidenten Lübbring zum Ehef bet Dortmunber Polizei zu ernennen.

Der seit September 1930 im Ami befindliche 1 Generalsekretär der Faschistischen Partei ®iu-

riatl ist zurückgetreten. Mussolini hat da- Rücktritt-gesuch,wenn auch mit Bedauern, angenommen unb Giuriati seine Anerkennung für feine Leistungen auf allen Gebieten ber Parteitätigkeit ausgesprochen". Zu seinem Rach­folger würbe der Abgeorbnete Achille S t a r a c e, bisher stellvertretender Generalsekretär, ernannt.

Ganbhi ist in Montreup von Pari» kom­mend eingetroffen. Er wurde am Bahnbos von Romain Rolland empfangen. Ebenso hatte sich ein zahlreiche- Publikum bei der Ankunft deS indischen Rationalistenführers eingefunden. Gandhi wird während einiger Tage Gast von Romain Rolland in Dilleneuve sein.

Aus aller Wett.

Der Erzbischof von Jreiburg f.

Erzbischof Dr. Earl Fritz ist Montag kurz nach 16 Uhr infolge einer plötzlichen Herzschwäche verschieden. Erxbilchvf Dr. Fritz hatte bereits im Sommer 1929 sich einer mehrmonatigen Kur in­folge Herzbeschwerden unterziehen müssen, die von bestem Grsvlge begleitet war. Der Erzbischof, der ein Alter von 67 Iahren erreicht bat unb feit Oktober 1920 den erzbifchcfiichen Stuhl in Freiburg innehatte, hatte noch vor wenigen Lugen an der EinweihungSfeier der Freiburger Kliniken teil- genommen. Der Staatspräsident hat bem erzbischöflichen Metropolitankap.tel bie aufrichtige Anteilnahme der badischen Staatsregierung an dem Ableben de- ErzbifchosS ausgesprochen. In dem Telegramm heißt es u. a.: Erzbischof Dr. Fritz wird in der badischen LandeSgeschichte fort­leben al- ein für feine Kirche in gleichem Maße wie für den Staat und die Wohlfahrt deS Volkes unermüdlich tätiger Kirchensürst, dessen Wirksam­keit von reichem Segen Begleitet war.

Rückkehr Des Kreuzer»Emden" von ber Weltreise.

Der KreuzerEmden" ist nach über einjähriger Abwesenheit wieder in Deutschland eingetroffen und hat auf Schilligreede Anker geworfen. Der Kreuzer war am 1. Dezember 1930 unter dem Kommando des Kapitäns zur See W 111 h o f t zu feiner vierten Auslondreise ausgelaufen, die ihn über Spanien durch da» Mittelländische Meer nach Indien, China und Japan und auf der Rückreise an die Westküste Afrika» führte. Der zur Auslandreise ausgelaufene Kreuzer »Karlsruhe" hat seine erste Etappe Ponte Sebra (Spanien) erreicht.

DieSchwarze Jahne" in Rheinhessen.

In Uelfersheim fand eine Landoolkkund- gebung statt. An vielen Häusern r>ehten schwarze Fahnen. Die von etwa 300 Bauern besuchte Kund­gebung faßte eine Entschließung über die Leistung oder Nichtleistung öf f e n 11 i d) e r Abgaben. Die Ueberwachung Der Durchführung Der Beschlüsse rourDe einem zehngliedrigen Rat übertragen. Wer aegen Die bäuerliche Sckicksalsgemeinschaft verstoße, solle geächtet unD au» Der Dorfgemeinschaft aus- geschloßen werden.

Grauenvoller Doppelraubmord um 30 Mark.

Die Ortschaft Ober-Bubach bei Thannbach (Riederbayern) war am Sonntag der Schauplatz einer entsetzlichen Mordtat. Die 24jährige ledige KrämerStochter Babette Frey und deren drei­jährige Richte, die allein zu Haufe waren, sind ermordet worden, während die übrigen Haus­bewohner am Gottesdienst teUn'hmcn. AIS die Angehörigen auS der Kirch« zurLckkrhrten. fanden sie die beiden in ihrem Blute liegenb tot auf. Der Mörder hat seine Opfer fürchterlich zu» gerichter. Die Frey ist im Laden ermordet worden, während da- Kind in brr Küche, wo eS gerade mit den RikolauSsachen spielte, erstochen worben ist. Rach ber Bluttat raubte bet Mörber bie Labenkasse au» unb flüchtete mit etwa 30 Ml.

Schwerer Raub.

In Rothenburg o. d. T. hielt der Reichsver» ein ehemaliger Kriegsgefangener eine Versammlung ab, in Deren Verlauf auch Die für die Weihnacht»- taffe gesammelten Spargelber ausgezahlt wer­den sollten. Al» der Kassierer Georg Jakob auffal­lend lange auf sich warten ließ, forschte man nach seinem Verbleib und sand ihn schließlich auf einem Feldbahngleis in feinem Blute liegend bewußtlos auf. Die Täter e» handelt sich um mehrere Personen haben Jakob anscheinend aufgelauert unb ihn durch einen wuch­tigen Schlag auf ben Kopf sowie 13 Messerstich* in Brust, Arm, Kopf unb Bein schwer ver­letzt. Dann raubten sie bie Aktentasche mit 800 Mark Inhalt. Bisher hat man noch keine Spur von ben Tatern.

Lin vierter Toter im Grenzwalbe von Dutbroek gefunden.

Die breifache Morbtat im Walde von Putbroek, bie im deutsch-hollänbischen Grenzgebiet außer- orbentlich große» Aufsehen erregte, scheint eine neue Wendung zu nehmen. Die holländische Gendarmerie hat in der Nähe der Grube, in ber bie brei Opfer be» schrecklichen Meuchelmorbe» gefunben wurden, bie Leiche eine» vor e twa einem halben Jahre in ben Forstungen be» Annatale» spur» los verfchwunbenen 23jährigen jun­gen Manne» namens Riebrok ausgegraben. Riebrok, Der auf Deutschem Gebiete wohnte, war seinerzeit mit seinem Fahrrabe in Die Waldungen fefahren, um nach von ihm aufgelegten Kaninchen- allen zu sehen. Von bieier Fahrt war er nicht mehr zurückgekehrt. Bereits bamais tauchten Gerüchte auf, Daß Riebrok wahrscheinlich nieDergeschosfen unb Im Walbe verscharrt rooroen sei. Man nimmt nun an, baß auch dieser Morb mit Der vor kurzem begangenen Dreifachen Bluttat zusammen- hängt.

Orkan über Dänemark.

Am Samstagabend brach über Dänemark ein Orkan loS, der immer noch an Stärke zunimmt. AuS dem ganzen Lande liegen Meldungen über große Schäden vor. Die Hauptantenne der Radiostatton Ealundborg wurde zerstört, so daß über eine HilfSantenne gefunkt werden muß. Die Dampfer zwischen Ealundborg und Iütland können wegen d«S SturmcS die Insel Samsö nicht anlaufen. Sin Reubau in Ealundborg wurde glatt umgeworfen. In Horsen wurde die elektrische Hauptleitung durch zwei entwurzelte Bäume zerstört. In Kopenhagen wurde der fast fertige Reubau einer Villa in einer Minute in einen Trümmerhaufen verwan­delt. Glücklicherweise hatte der Besitzer wenige Minuten vorher den Bau verlassen. An einem an­deren großen Wohnhau» wurde der Hauptschom- stein umgeweht. Die Bewohner be» Hause» muß­ten fluchtartig da- Hau» verlassen. In Helfingör und Fredericksund wurden zahlreich« Dächer abgedeckt. Der Tiergarten bei Klampen­borg liegt voller umgebrochener Bäume. AUe Häsen an der Küste sind mit Schissen, die vor dem Sturm Zuflucht suchen, überfüllt.

40 Bauernfuhrwerke au»geraubt.

In Polen wurde auf der Straße bei ttatoa» d a, die durch einen dichten Wald führt, von be­waffneten Banditen auf 43 Bauernfuhrwerke ein verw g:ner Raubüberfall verübt. Unter den Dauern brach eine derarttge Panik au», daß die meisten alle» im Stich ließen und da­vonliefen. Gin ge. die auf ihren Wagen sitzench.le­ben, lieferten iyr ganze» Geld den Banditen au». Mit reicher Beute beladen verschwanden die Täter fpurlo» im Wald«.

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Wettervoraussage.

Unter steigendem Barometer dehnt sich der hohe Druck östlich über Frankreich und Deutschland nach Oesterreich-Ungam hin au». Gleichzeitig haben Randstörungen De» ISlandttef» ozeanisch« Warm­lust weiter südwärt» bi» üoer den Kanal und Rrrddeutschland vorgeschoben. Wohl dürfte unser Bezirk in der kommenden Rächt noch mit in den Kem de- Hoch» hineinragen, so daß Möglichkeit zu Aufklaren und fomit Temperaturrückgang bi» etwa» unter Rull besteht. Iedvch wird al-bald die maritime Warmluft sich mehr durchsetzen und unS wieder Milderung, Bewölkung und Rieder­schläge bringen.

Aussichten für Mittwoch: Kühl« Nacht mit leichtem Frost bei Aufklaren, Dann milDer^ Ein­trübung, zeitweise NieDerschläg«, südwestliche Winde.

Aussichten für Donnerstag: WcchlelnD bewölkt mit Aufheiterung, im ganzen etwa» kühler, vereinzelt mehr schauerartige Niederschläge.

Lufttemperaturen. Am 7. Dezember: mittag» 7,0, abend» 4,7 (BraD Celsius. Am 8. Dezember: morgens 2.7 Grab Celsius. Marimum 7,1, Minimum 2,2 Grab Celsius. Sonnenftqelnbauer 2% Stunben. Erbtempcraturen in 10 cm liefe. Am 7. Dezember! abends 4,4 Grad Celsius. Am 6. Dezember: mor» gen» 3,1 Grab Celsius,