find. Ob hinter den Äuliffen versucht wurde, Tuchfühlung zu nehmen, da» ist ein« Frage. die auf anderen Blatt steht. Immerhin hat da» Dor- Heimer Dokument de» nationalsozialistischen Abgeordneten Dest daS Anbahnen einer Verstärrdi- gung zwischen Zentrum und RaziS nicht gerade gefördert, Wenn auch die Bedeutung diese- Manifeste- im Reich und sein Einfluß auf die hessische Wählerschaft wohl überschätzt wird. Die Rational. sozialisien wollen, wie man hört, kurz vor den Wahlen im Landtag ihre Bedingungen veröffentlichen die sie an eine gemeinsame Regierung mit dem Zentrum knüpfen. Sie wissen ganz genau, daß für sie ein Zusammengehen mit dem Zentrum gefährlich werden kann, wenn sie ihre Wahlversprechungen — gehemmt durch den ZentrumSeinfluh - nicht einyalten können, und wenn sie von ihren programmatischen Forderungen in bezug auf die Länder, und Reich-Politik abgehen mühten.
Es bleibt, wenn sich keine Mehrbeit für die Wahl eine» neuen Staatspräsidenten findet (36 von 70 Stimmen sind dazu nach der Verfassung mindestens nötig), nur die Möglichkeit, daß die bisherige Regierung, die zweifellos ein Mihtrauensvotum erhalten wird, bis auf weiteres a l s gefchäftsführendes Ministerium weiter amtiert was nach der hessischen Verfassung möglich ist. Die Möglichkeit eines Beamten- k a b i n c t t s ist für die Nationalsozialisten im Augenblick noch die annehmbar st e Lösung. Als Kandidat für ein solches Beamtenkabinett wird der Provinzialdirektar Dr. Wehner (Mainz) genannt. Ein Geschäftsministerium oder Bcamtenkabi- nett ist aber nur eine Verlegenheits- lösung, die keine stabile Verhältnisse auf die Dauer schaffen kann. Daher ist, wenn nicht wider Erwarten nicht doch noch die Regierung zwischen Nationalsozialisten und Zentrum Zustandekommen sollte, mit einer baldigen Auflösung des Landtags und mit Neuwahlen im Frühjahr zu rechnen.
Zentrum und NGNAP.
Bislang noch keine MoaltlionS« Verhandlungen.
D a r m ft a b I, S. De,. (ID 571.) Die Spannung auf den Ausgang der am Dienstag beginnenden tandtagsoerhandlungen, in deren Mittelpunkt die Bildung der Regierung steht, ist auf da» höchste gestiegen. Die Rationalfa,lall st en haben heute nach einmal beraten und wollen, wie oerlaufet, heule dem Zentrum In einem Brief ihre Forderungen, die zwölf Punkle umfassen, überreichen. Der Brief soll so gehalten sein, Daß dem Zentrum nur öle Annahme ober Ablehnung ber Forderungen übrig bleibe, wie wir weiter hören, werden die 7latlonalfo,lallftcn bat Innenministerium verlangen, bem das Jinan,mlnifferlum ungegliedert werden fall. Ob heute bereit» eine Entscheidung auf die Jorberungen der Rationalfo,lallffen fallen wird, Ist unwahrschcivlich.
3n Main, fand eine Lande»au»schuh- sIhung de» Zentrum» statt, die die durch die Wahlen geschassene Lage erörterte. Partei- und Jroktlansleifung stellten dabei ,ur Jrage der Regierungsbildung folgende» fest: „Am Dienelag tritt der hessische Landtag zusammen. Doroerhand- tungen zwischen ben JraffIonen über ble Bllbung einer Regierung haben unsere» wissen» nicht ffatfgefunben. Dem Zentrum kommt c» auch nIch 1 zu, bIe 3 n111 a11 ve zu ergreifen, ba diese Wicht den stärksten Parteien obliegt Darau» folgt, bafj ble Bllbung einer Regierung beim Zusammentritt be» Landtage» unmöglich erscheint."
Ein Protest derGewerkschafien
Ein Brief LeipartS an den Ncici Skanzlcr.
Berlin, 7.Dez. (ERB.) Der Vorsitzende de» ADGB. Leipart hat an den Reichskanzler Dr. Brüning folgenden Brief gerichtet: Aus der Unterredung, die auf Ihren Vorschlag meine Kollegen am SamStag mit dem Herrn ReichSarbeitS- minister hatten, ist uns zur Kenntnis gekommen, dah die bevorstehende Rotverordnung eine weitere Lohn- und VehaltSfenkung bringen soll dergestalt, daß an einem bestimmten Zeitpunkt die Tariflöhne ohne Rücksicht auf die Geltungsdauer der Verträge und unter Ausschaltung deS ordentlichen Schlich- tuna-verfahren- durch gesetzlichenZwang aus den Stand vom 1 0. 3 a n u a r 192 7 herabgesetzt werden. Degen solche Absicht erheben wir in letzter Stunde nochmals entschiedensten Protest. Wir warnen die ReichSregie- rung, den Weg der Lohnsenkung noch weiterzugehen, und wir protestieren insbesondere gegen den geplanten Eingriff in da- Lari f r e ch t. Die vorauSschvaren Folgen, die sich hieraus ergeben müßten, wird auch die Reichs- regierung nicht tragen können: wir erklären schon heute, dah wir jegliche Verantwortung ablehnen.
£)ie (Sfaatepartei an den Reichskanzler
Berlin, 7. Dez. (VDZ.) Die staat-parteiliche Fraktion-gemeinfchaft deS Reichstag- hat ihren Vorsitzenden Weber beauftragt, nachfolgenden Brief an den Herrn Reichskanzler zu leiten: Die staatsparteiliche Fraktion-gemeinschaft hat sich mit den innerpolitischen Vorgängen der letzten Zeit und den Kundgebungen deS Herrn Hitler und seine- Anhangs insbesondere gegenüber dem Au-land und der ausländischen Presse beschäftigt. Die Fraktion war geschlossen der Meinung, dah daS passive Verhalten der Reichsregierung zu dem herausfordernden, die staatliche Autorität und die nationalen Interessen der deutschen Politik auf- schwerste gefährdenden Auftreten deS Rationalsoziali-mu- nicht mehr verstanden wird und nicht länger tragbar ist. Die Fraktion hat mich beauftragt. Ihnen, hochgeehrter Herr Reichskanzler, von dieser Ausfassung sofort Kenntnis zu geben.
Das Eingaberecht der Reichsbahnbeamten.
Berlin, 7. Dez. (TU) Der Beamfenausschuh de» Reichstags nahm einstimmig einen Antrag der Staatspartet an, durch den ble Reichsregierung er- lucht wird eine Aenderung des Reichsbahngesetze» nach der Richtung hin in» Auge zu fasten, bah in Personalsachcn eine Auskunftspflicht ber Reichsbahngesellschaft gegenüber der Reichsregierung festgelegt wird, und dah bit Reichsregterung eine Cinstußrnöglichkeit
0er Völkerbmidsrat will den Mandschurei-Konflikt zu (Lude bringen. Oie Frage einer neutralen Zone wird ausgeschaltet. - Deutsche Kandidaten für die Llntersuchungskommission.
P a r i -, 7. Dez. (WTB.) Der japanische Delegierte Voshisawa hat heute nachmittag dem Rat-Präsidenten die japanische Antwort auf den vor drei Tagen überreichten Fragebogen übergeben. Mit dieser Antwort beschäftigte sich der 12er-Ausschuh in einer nichtöffentlichen Sitzung. Iapan hat al- Demarkationslinie der neutralen Zone da- Flüßchen Hfaolingao östlich von Tfchingtschau genannt und sich jedoch daS Recht Vorbehalten, bt» an diese Grenz« Banditen zu verfolgen: doch mühten die Thinesen hinterdie grohe Mauer zurückgehen. Diese japanisch« Mitteilung wurde vom Rat al- unbefriedigend erklärt, der einmütig der Auffassung war, dah man den Ehine sen die Annahme dieser De» dingung nicht jumuten könne. Da eine Aenderung der japanischen Haltung nicht zu erwarten ist, hat der Rat beschlossen, eine schriftliche Erklärung an die Iapaner aufzusetzen, in der gesagt werden soll, dah man die Frage der Schaffung einer neutralen Zone auf fich beruhen lassen möge. Man hat also den Punkt, der bisher als Haupthindernis für eine Einigung gewesen ist, kurzerhand auSgeschaltet und begibt sich jetzt eifrigst an die endgültige Redak- tton-fassung der Resolution und des dazu gehörenden Kommentars. Für die Zusammensetzung der mandschurischen Untersuchungskommission sind deutscherseits als Kandidaten zur Wahl gestellt worden Dr. S o l f, Dr. Schnee und General v. 2 e e ck t. Der Rat hat grundsätzlich beschlossen, für Mittwochnachmittag die öffentliche Schlußsitzung anzuberaumen, obgleich man sich nicht verhehlt, dah bezüglich der Möglichkeit eine- japanischen Vorstohes aus Tschintschau Besorgnisse bestehen bleiben. Möglicherweise werden diplomatische Vorstellungen in Tokio erwogen.
Oie LlnabhängigkeitSbestrebungen in her Mandschurei.
Moskau, 7- Dez. (TU.) Rach Meldungen aus Tokio und Mukden sind neue Bestrebungen im Gange, bie Unabhängigkeit der Mandschurei von Ehina auSzurusen. Die Führer der japanfreundlich gesinnten mandschurischen Kreise sollen in Tokio den Boden vorbereiten, um eine neue Regierung in Mukden zu bilden, die der Mandschurei eine eigene von Banking unabhängige
Derfassung zu geben hätte Die Tokioter Zeitungen heben hervor, dah bi- zur Bildung dieser unabhängigen Regierung die Militärdiktatur in Mukden herrschen werde Der Generalsekretär der japanischen Handel-kammer in Mukden erklärte, daß Iapan nach der Amtsübernahme durch die neue Regierung einen militärischen und einen Handelsvertrag mit der Mandschurei schließen werde.
"Die Studenten fordern Krieg gegen Japan. Große Kundgebungen in Nanking, Pcping und «t\anrHai.
London, 7. Dez. (TU.) 30 000 chinesische Studenten haben am Sonntag in Nanking eine Kundgebung für einen Krieg gegen Japan veranstaltet. Die Lage war so bedrohlich, dah der Kriegs zu st and erklärt werden und Truppen bereitsgestellt werden mußten. Die Studenten waren im Laufe der vergangenen Woche aus allen Teilen des Landes mit der Eisenbahn nach Nanking gekommen, ohne Fahrkarten zu bezahlen. Die Studenten mußten nunmehr unter militärischem Zwang Nanking auf dem Eisenbahnwege wieder verlassen. 300 Studenten wurden festgenommen.
In P e p i n g hatten ble Studenten btt Bahnhöfe besetzt und sämtliche Reisende, gleichviel ob Ehlnesen oder Ausländer, am Betreten des Bahnhofes gehindert. Die Studenten hatten die Eisenbahnangestellten gezwungen, zwei Züge mit Studenten nach Nanking abzu- lassen, die dort an den Kundgebungen gegen die Regierung, die zugleich als japanfeindliche Kundgebungen gedacht seien, teilnehmen woll- ten. In Schanghai haben Tausende von Studenten in der letzten Nacht den Verkehr auf den Bahnhöfen lahmgelegt, um gegen die Weigerung zu protestieren, sie nach Nanking zu befördern. 30 000 Studenten streiken heute, doch ist der angekündigte Generalstreik nicht ausgerufen worden. In Nanking ist der Präsident der Zen- tralunioerfität Tschu Kai-Hua z u r ü ck g e t r e t e n, nachdem Mitglieder der Universität von Studenten angegriffen wurden, weil sie nicht auch der Ansicht waren, daß die einzige Losung des mandschurischen Konfliktes die sofortige Kriegserklärung an Japan fei. Bei der Wiederherstellung der Ordnung sollen viele Polizisten verletzt worden sein.
gegenüber der Reichsbahngesellschaft in der Behandlung von Personalangelegenhelten erhält. Der Antrag bezweckt die Wiederher st ellung des Eingaberechts der Relchsbahnbea m - ten, das ihnen feit der Gründung der Deutschen Reichsbahngesellschaft nicht mehr zusteht, und will die Reichsbahnbeamten in dieser Beziehung wieder den Reichsbeamten gleich st eilen. In der vorangegangenen Aussprache hatte der Reichsver- kehrsministcr erklärt, daß die Stellungnahme der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft rechtlich nicht anfechtbar sei, wonach eine Auskunftspflicht an den Reichstag nicht bestehe.
Oer Heimwehrpuisch in Steiermark.
W ie n, 7. Dez. (WTB.) Der Leiter deS Heim- wehrputscheS vorn 13. September und frühere Bundesführcr der Heimwehr Dr. Pfriem er, ber nach bem mißglückten Putsch nach Iuao - flawicn geflüchtet war, unb fich von Dort nach Deutschland gewandt hatte, ist heute unerwartet in Graz eingettoffen unb hat s i ch bem Gericht gestellt Dr. Pf riemer erschien in Begleitung feines Rechtsanwaltes im Grazer Landcsgericht und stellte fich dem Unter- fuchungsrichter. Er wurde in Haft genommen. Dr. Pfriemer dürfte in der vergangenen Rächt im Auto unerkannt bie österreichische Grenze passiert haben. Der Prozeß gegen bie Putschisten finbet vor bem Grazer Lanbesgericht am 14. Dezember statt.
Hungerdemonstration in Washington.
Washington, 7. Dez. (WTB.) Die 1600 Teilnehmer des „Hungermarsches", die auf Lastautos aus allen Teilen der Vereinigten Staaten in der Bundeshauptstadt zusammengeströmt sind, wurden bei ihrer Ankunft von der Polizei In unerwarteter Weise empfangen. An Stelle von Kampfmaßnahmen hatte die Polizei Vorsorge für die Unterbringung und Verpflegung der Demon st ranken getroffen. Sie wurden in freundschaftlicher Weise in ihre Quartiere geleitet und erhielten zunäch st eine warme Mahlzeit Die Demonstranten marschierten zum Kapitol und verlangten statt der Speisung Bargeldunter st ützung. Eine A b • o r b n u n g von zehn Mitgliedern Durfte sich in das Kapitol begeben. Die Saalwächter entfernten jedoch die Abordnung, die ihre Forderung weder dem Repräsentantenhaus noch dem Senat Vorbringen konnte. Die Hungerpilger versuchten darauf, die polizeilichen Absperrungen zu durchbrechen, was ihnen aber nicht gelana. Später versuchten die Teilnehmer des Hungermarsches b i s zu m Weißen Hause vorzudnngen, um dem Präsidenten ihre Wünsche vorzutragen. Präsident Hoover lehnte e» jedoch ab, die Abordnung der Hungerpilger zu empfangen. Die Polizei unter- brach Darauf Die MunDgebung und räumte das gesamte Regierungsviertel.
Kleine politische Nachrichten.
In ber Straffache gegen K a h e n e l l e n b o - gen unb Gen. ist die Voruntersuchung a b - geschloffen. Die Akten sind ber Staatsanwaltschaft zur Stellung ihrer Anträge zugegangen.
DaS preußische Staat-Ministerium Hai beschlossen, den ber Sozialdemokratie angehörigen früheren Berliner Polizeipräsidenten Zörgiebel al» Rachsolger des verstorbenen Polizeipräsidenten Lübbring zum Ehef bet Dortmunber Polizei zu ernennen.
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Der seit September 1930 im Ami befindliche 1 Generalsekretär der Faschistischen Partei ®iu-
riatl ist zurückgetreten. Mussolini hat da- Rücktritt-gesuch, „wenn auch mit Bedauern, angenommen unb Giuriati seine Anerkennung für feine Leistungen auf allen Gebieten ber Parteitätigkeit ausgesprochen". Zu seinem Rachfolger würbe der Abgeorbnete Achille S t a r a c e, bisher stellvertretender Generalsekretär, ernannt.
Ganbhi ist in Montreup von Pari» kommend eingetroffen. Er wurde am Bahnbos von Romain Rolland empfangen. Ebenso hatte sich ein zahlreiche- Publikum bei der Ankunft deS indischen Rationalistenführers eingefunden. Gandhi wird während einiger Tage Gast von Romain Rolland in Dilleneuve sein.
Aus aller Wett.
Der Erzbischof von Jreiburg f.
Erzbischof Dr. Earl Fritz ist Montag kurz nach 16 Uhr infolge einer plötzlichen Herzschwäche verschieden. Erxbilchvf Dr. Fritz hatte bereits im Sommer 1929 sich einer mehrmonatigen Kur infolge Herzbeschwerden unterziehen müssen, die von bestem Grsvlge begleitet war. Der Erzbischof, der ein Alter von 67 Iahren erreicht bat unb feit Oktober 1920 den erzbifchcfiichen Stuhl in Freiburg innehatte, hatte noch vor wenigen Lugen an der EinweihungSfeier der Freiburger Kliniken teil- genommen. Der Staatspräsident hat bem erzbischöflichen Metropolitankap.tel bie aufrichtige Anteilnahme der badischen Staatsregierung an dem Ableben de- ErzbifchosS ausgesprochen. In dem Telegramm heißt es u. a.: Erzbischof Dr. Fritz wird in der badischen LandeSgeschichte fortleben al- ein für feine Kirche in gleichem Maße wie für den Staat und die Wohlfahrt deS Volkes unermüdlich tätiger Kirchensürst, dessen Wirksamkeit von reichem Segen Begleitet war.
Rückkehr Des Kreuzer» „Emden" von ber Weltreise.
Der Kreuzer „Emden" ist nach über einjähriger Abwesenheit wieder in Deutschland eingetroffen und hat auf Schilligreede Anker geworfen. Der Kreuzer war am 1. Dezember 1930 unter dem Kommando des Kapitäns zur See W 111 h o f t zu feiner vierten Auslondreise ausgelaufen, die ihn über Spanien durch da» Mittelländische Meer nach Indien, China und Japan und auf der Rückreise an die Westküste Afrika» führte. Der zur Auslandreise ausgelaufene Kreuzer »Karlsruhe" hat seine erste Etappe Ponte Sebra (Spanien) erreicht.
Die „Schwarze Jahne" in Rheinhessen.
In Uelfersheim fand eine Landoolkkund- gebung statt. An vielen Häusern r>ehten schwarze Fahnen. Die von etwa 300 Bauern besuchte Kundgebung faßte eine Entschließung über die Leistung oder Nichtleistung öf f e n 11 i d) e r Abgaben. Die Ueberwachung Der Durchführung Der Beschlüsse rourDe einem zehngliedrigen Rat übertragen. Wer aegen Die bäuerliche Sckicksalsgemeinschaft verstoße, solle geächtet unD au» Der Dorfgemeinschaft aus- geschloßen werden.
Grauenvoller Doppelraubmord um 30 Mark.
Die Ortschaft Ober-Bubach bei Thannbach (Riederbayern) war am Sonntag der Schauplatz einer entsetzlichen Mordtat. Die 24jährige ledige KrämerStochter Babette Frey und deren dreijährige Richte, die allein zu Haufe waren, sind ermordet worden, während die übrigen Hausbewohner am Gottesdienst teUn'hmcn. AIS die Angehörigen auS der Kirch« zurLckkrhrten. fanden sie die beiden in ihrem Blute liegenb tot auf. Der Mörder hat seine Opfer fürchterlich zu» gerichter. Die Frey ist im Laden ermordet worden, während da- Kind in brr Küche, wo eS gerade mit den RikolauSsachen spielte, erstochen worben ist. Rach ber Bluttat raubte bet Mörber bie Labenkasse au» unb flüchtete mit etwa 30 Ml.
Schwerer Raub.
In Rothenburg o. d. T. hielt der Reichsver» ein ehemaliger Kriegsgefangener eine Versammlung ab, in Deren Verlauf auch Die für die Weihnacht»- taffe gesammelten Spargelber ausgezahlt werden sollten. Al» der Kassierer Georg Jakob auffallend lange auf sich warten ließ, forschte man nach seinem Verbleib und sand ihn schließlich auf einem Feldbahngleis in feinem Blute liegend bewußtlos auf. Die Täter — e» handelt sich um mehrere Personen — haben Jakob anscheinend aufgelauert unb ihn durch einen wuchtigen Schlag auf ben Kopf sowie 13 Messerstich* in Brust, Arm, Kopf unb Bein schwer verletzt. Dann raubten sie bie Aktentasche mit 800 Mark Inhalt. Bisher hat man noch keine Spur von ben Tatern.
Lin vierter Toter im Grenzwalbe von Dutbroek gefunden.
Die breifache Morbtat im Walde von Putbroek, bie im deutsch-hollänbischen Grenzgebiet außer- orbentlich große» Aufsehen erregte, scheint eine neue Wendung zu nehmen. Die holländische Gendarmerie hat in der Nähe der Grube, in ber bie brei Opfer be» schrecklichen Meuchelmorbe» gefunben wurden, bie Leiche eine» vor e twa einem halben Jahre in ben Forstungen be» Annatale» spur» los verfchwunbenen 23jährigen jungen Manne» namens Riebrok ausgegraben. Riebrok, Der auf Deutschem Gebiete wohnte, war seinerzeit mit seinem Fahrrabe in Die Waldungen fefahren, um nach von ihm aufgelegten Kaninchen- allen zu sehen. Von bieier Fahrt war er nicht mehr zurückgekehrt. Bereits bamais tauchten Gerüchte auf, Daß Riebrok wahrscheinlich nieDergeschosfen unb Im Walbe verscharrt rooroen sei. Man nimmt nun an, baß auch dieser Morb mit Der vor kurzem begangenen Dreifachen Bluttat zusammen- hängt.
Orkan über Dänemark.
Am Samstagabend brach über Dänemark ein Orkan loS, der immer noch an Stärke zunimmt. AuS dem ganzen Lande liegen Meldungen über große Schäden vor. Die Hauptantenne der Radiostatton Ealundborg wurde zerstört, so daß über eine HilfSantenne gefunkt werden muß. Die Dampfer zwischen Ealundborg und Iütland können wegen d«S SturmcS die Insel Samsö nicht anlaufen. Sin Reubau in Ealundborg wurde glatt umgeworfen. In Horsen wurde die elektrische Hauptleitung durch zwei entwurzelte Bäume zerstört. In Kopenhagen wurde der fast fertige Reubau einer Villa in einer Minute in einen Trümmerhaufen verwandelt. Glücklicherweise hatte der Besitzer wenige Minuten vorher den Bau verlassen. An einem anderen großen Wohnhau» wurde der Hauptschom- stein umgeweht. Die Bewohner be» Hause» mußten fluchtartig da- Hau» verlassen. In Helfingör und Fredericksund wurden zahlreich« Dächer abgedeckt. Der Tiergarten bei Klampenborg liegt voller umgebrochener Bäume. AUe Häsen an der Küste sind mit Schissen, die vor dem Sturm Zuflucht suchen, überfüllt.
40 Bauernfuhrwerke au»geraubt.
In Polen wurde auf der Straße bei ttatoa» d a, die durch einen dichten Wald führt, von bewaffneten Banditen auf 43 Bauernfuhrwerke ein verw g:ner Raubüberfall verübt. Unter den Dauern brach eine derarttge Panik au», daß die meisten alle» im Stich ließen und davonliefen. Gin ge. die auf ihren Wagen sitzench.leben, lieferten iyr ganze» Geld den Banditen au». Mit reicher Beute beladen verschwanden die Täter fpurlo» im Wald«.
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Wettervoraussage.
Unter steigendem Barometer dehnt sich der hohe Druck östlich über Frankreich und Deutschland nach Oesterreich-Ungam hin au». Gleichzeitig haben Randstörungen De» ISlandttef» ozeanisch« Warmlust weiter südwärt» bi» üoer den Kanal und Rrrddeutschland vorgeschoben. Wohl dürfte unser Bezirk in der kommenden Rächt noch mit in den Kem de- Hoch» hineinragen, so daß Möglichkeit zu Aufklaren und fomit Temperaturrückgang bi» etwa» unter Rull besteht. Iedvch wird al-bald die maritime Warmluft sich mehr durchsetzen und unS wieder Milderung, Bewölkung und Riederschläge bringen.
Aussichten für Mittwoch: Kühl« Nacht mit leichtem Frost bei Aufklaren, Dann milDer^ Eintrübung, zeitweise NieDerschläg«, südwestliche Winde.
Aussichten für Donnerstag: WcchlelnD bewölkt mit Aufheiterung, im ganzen etwa» kühler, vereinzelt mehr schauerartige Niederschläge.
Lufttemperaturen. Am 7. Dezember: mittag» 7,0, abend» 4,7 (BraD Celsius. Am 8. Dezember: morgens 2.7 Grab Celsius. Marimum 7,1, Minimum 2,2 Grab Celsius. Sonnenftqelnbauer 2% Stunben. — Erbtempcraturen in 10 cm liefe. Am 7. Dezember! abends 4,4 Grad Celsius. Am 6. Dezember: mor» gen» 3,1 Grab Celsius,


