SJ.'fpori
Spielvereinigung 1900 Gießen.
Spieloereinigung 1900 (Liga) gegen vfR. Wiesbaden-Dotzheim (Kreisliga).
Für den ersten Sonntag der Saison 1931/32 hat sich auch die Spielvereinigung 1900 einen beachtlichen Gegner verpflichtet, der die Blau- Weihen auf eine Leistungsprobe stellen wird. Die Gastmannschaft, die in ihren letzten Gesellschaftsspielen außerordentlich gut abschnitt, vermochte sich für die kommende Berbandsspiel- serie in die Kreisliga emporzuarbeiten. Die Mannschaft stellt für die 1900er einen zum mindesten gleichwertigen Gegner dar, der den Hiesigen selbst auf eignem Platze einen Sieg nicht leicht werden lassen wird. Wiesbaden-Dotzheim hat seine Spielstarke zuletzt dadurch unter Beweis gestellt, dah die Mannschaft gegen den Sportverein Wiesbaden, der über eine auherordentlich fähige Mannschaft verfügt, nur knapp mit 2:1 geschlagen wurde. Der Gast des Sonntags hat in seiner Mannschaft einige Spieler, die weit über die Grenzen Wiesbadens hinaus bekannt sind. 3n der Hauptsache sind es die beiden Brüder Rischer, die als Mittelläufer und Tormann in der Mannschaft eine mahgebliche Rolle spielen. Der Tormann Rischer II war bereits als Ersatzmann für internationale Repräsentationsspiele aufgestellt. Der Mittelstürmer Tomszhk ist als umsichtiger Sturmführer bekannt.
Die Spieltxreinigung 1900 geht nicht mit den besten Aussichten in den Kamps. Zur Zeit sind WUHelmi und Zeiler noch gesperrt, auherdem ist es fraglich, ob Heilmann und Adelberger anlreten können.
Unter diesen Umständen wird es notwendig sein, dah sich die Mannschaft zu einer geschlossenen Leistung aufschwingt, von Anfang an auf Erfolg spielt und dem flachen Kombinationsspiel, das die Gäste pflegen, ein gleiches entgegensetzt.
Die zweite Mannschaft hat sich in der ersten Mannschaft von Weilburg ebenfalls einen Gegner verpflichtet, der bisher auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 stets den besten Eindruck hinterlassen hat. Tie Gäste sind auherordentlich flink und wendig und werden den Gießenern schwer zu schaffen machen. Wie das Treffen ausgehen wird, ist kaum vorherzusagen, denn die 1900er treten mit einer völlig neu zusammengestellten Mannschaft an, die sich erst einspielen muh. Unter dieser Voraussetzung sind die Aussichten auf Sieg sehr gering, obwohl eine Ueberraschung durchaus im Bereich des Möglichen liegt.
Tie dritte und die vierte Mannschaft fahren nach Garbenteich und treten gegen die erste bzw. zweite Mannschaft des Gastgebers an.
Tie Plahbesiher haben sich in der vergangenen Saison sehr gut geschlagen und konnten es zu Meisterehren bringen. Man erwartet trotz alledem die Gießener als sichere Sieger. Eine weitere Mannschaft, die sog. Lehrmannschaft, die sich durchweg aus Jugendlichen rekrutiert, tritt gegen die erste Mannschaft des Turnv. Wieseck an. Die Turner haben sich bisher überraschend gut behauptet, dürften allerdings durch die Ueberfieb- lung ihres besten Spielers Wlodarek etwas gehandicapt sein. Der Ausgang des Kampfes ist jedoch offen.
$. <5 Teutonia Steinberg.
Zur Eröffnung der neuen Spielsaison hat sich die 1. Mannschaft des FC. Teutonia Watzenborn-Steinberg die 1. Mannschaft des Turnvereins Lollar zum Gesellschaftsspiel verpflichtet. Die Gäste spielen einen guten Fußball und gelten als eine faire Mannschaft. Das Vorspiel endete 7:7. Das eifrige Training, das die Teutonen während der Spielsperre gepflegt haben, sollte es ermöglichen, einen knappen Sieg zu erzielen.
Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900.
Kommenden Sonntag tragen die 1900er ihren ersten diesjährigen Klubkampf aus. Sie fahren zum Sportverern „Hessen" 1911 Frankenberg (Eder), der aus Anlaß der Einweihung seiner neu erschaffenen Aschenbahn die Einladung an die 1900er hat ergehen lassen. Die Spielvereinigungs- leute folgen ihr um so freudiger, als schon eine jahrelange sportliche Verbundenheit mit den Frankenbergern besteht und es zum anderen angezeigt erscheint, die von einem hohen Grad von Opfersinn zeugende Tat des Aschenbahnbaues entsprechend zu würdigen. Als Wettbewerbe sind ausgeschrieben (bei Beteiligung von je zwei Vertretern der beiden Vereine): 200 Meter, 400 Meter, 1000 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Stabhochsprung, Kugelstoßen, Speerwerfen, Diskuswerfen, 4x100 Meter- und Schweden-Staffel. Die 1900er formen zwar nicht überall ihre stärksten Vertreter entsenden, es steht jedoch zu erwarten, dah ein kleiner Punktvorsprung erkämpft werden kann.
Leichtathletische Wettkämpfe des ISD. 1926 Steinbach.
Am Sonntag hielt der F. Sp. V. 1926 Steinbach anläßlich seines 5. Stiftungsfestes zum ersten Male leichtathletische Vereins- meisterschaften ab. Die Teilnehmer, die sonst alle als Fußballspieler aktiv tätig sind, warteten zum Teil mit recht guten Leistungen auf. Nachfolgend seien immer die drei ersten Sieger auf- gezählt:
Aktive.
100 Meter: 1. Hch. Gerhard II. 12 ©.; 2. K. Pfeiffer 12,1; 3. L. Horn 12,1 (Drustweite zurück).
4 0 0 Meter: 1. O. Hahn 58; 2. E. Heckroth 60,5; 3. 3. Kehler 61; 4. G. Baldauf 61,5 Sek.
3000 Meter: 1. O. Hahn 11,05; 2. 3. Kehler 11,12 Min.
Kugelstoßen beidarmig: 1. K. Becker 16,45; 2. E. Heckroth 16,15; 3. K. Reuschling 15,95 Meter.
Weitsprung: 1. C. Heckroth 5,30; 2. K. Größer 5,20; 3. L. Horn, K. Pfeiffer je 4,70 Meter.
Hochsprung: 1. E.Heckroth; 2. G.Baldauf; 3. K. Becker; 4. K. Größer; durch Stechen entschieden.
Drei kämpf: 1. E.Heckroth 46; 2. K.Decker 41; 3. H. Gerhard 38; 4. G. Baldauf 35 P.
Jugend.
100 Meter: 1. A. Roth 12,5; 2. H. Deuker 13; 3. Hch. Hom 13,5 Sek.
400 Meter: 1. A. Roth 60; 2. H. Deuker 62; 3. H. Hom 63 Sek.
3 0 0 0 M e t e r: 1. H. Hom 12,17 Min.
Weitsprung: 1. A. Roth 5; 2. H. Deuker 4,70; 3. O. Horn 4 Meter.
Hochsprung: 1. A. Roth 1,35; 2. H. Deuker 1,30; 3. H. Leinweber 1,25 Meter.
Kugelstoßen (beidarmig, 6 Kilo): 1. H. Deuker 17,75; 2. A. Roth 16,70; 3. H. Hom 14 Meter.
Dreikampf: 1. A. Roth 64; 2. H. Deuker 63; 3. H. Leinweber 40 P.
FaustballspieledesT.V.v.^846Gießen
Am Mittwochabend weilte die erste Mannschaft zu einem Gesellschaftsspiel in Butzbach bei der dortigen Schupo. 3n zwei sehr spannenden Spielen konnte sie beide Male die Polizisten mit den Ergebnissen 25: 43 und 22:42 schlagen. 3n der Mannschaft der Schutzpolizei entsteht die erste Mannschaft aus den DSB. in unserer Gegend, die bald für alle Vereine des Gaues Hessen einen scharfen Gegner abgeben wird — vivant sequentes.
Am kommenden Samstag und Sonntag nimmt die erste Mannschaft an dem Kreisspielfest teil. Wie schon auf den Gaugruppenspielen ist auch hier der Wunsch, hinter dem deutschen Meister zweiter zu werden. Die Mannschaft trifft in der Gruppe der zweiten Gaugruppenfieger auf die Vereine Rauheim (bei Groß-Gerau), Brom- berg, Schaffhausen (Saar) und Gülz. Bei einigermaßen gutem Spiel können die Gießener hier den ersten Platz erringen und damit in die Endrunde der Kreismeisterschaft kommen. Hier spielt sie mit dem zweiten Sieger der ersten Gruppe um den zweiten Platz. 3n der ersten Gruppe spielen Lichtluft Frankfurt, Aschaffenburg, Worms. Saarbrücken und Herborn, von denen wohl Aschaffenburg hinter Lichtlust an die zweite Stelle kommen wird.
Arbeiier-Turn- und Spörtbund.
Am Sonntag beginnen die Serienspiele in der neu errichteten Kreisklasse. 3n 4 Gruppen zu je 9 Vereinen werden die besten Mannschaften des 9. Kreises den Titel des Kreismeisters ausspielen. Vier Vereine des 3. und 5 Vereine des 6. Bezirkes bilden hierbei die erste Gruppe. Zum Beginn der Spiele am Sonntag empfängt Gießen I. die erste Mannschaft von Heuchelheim. Die Gäste, die in ihren letzten Spielen wenig von ihrer früheren Spielstärke bewiesen haben, werden in diesem Spiele wohl alles hergeben müssen, wenn sie die Punkte nicht den Plahbesihern überlassen wollen.
Gegen den neuen Vermahlungszwang.
Mannheim, 6. Aug. Stadt und Handelskammer Mannheim haben die nachstehende Eingabe an das Reichswirtschaftsministerium, das Reichsfinanzministerium und das Reichsernährungsministerium gerichtet:
„Die rheinischen Mühlen, die durch die Maßnahmen auf dem Agrargebiet schon seit geraumer Zeit schwer um ihre Existenz ringen, fürchten infolge der jetzt erfolgten Festsetzung des Dermah- lungszwanges von 97 Prozent ab 15. August völlig zum Erliegen zu kommen. Don welch katastrophalen Folgen ein solcher Zusammenbruch für die. süddeutsche Mühlenindustrie, allgemein volkswirtschaftlich gesehen, begleitet sein würde, bedarf wohl keiner besonderen Hervorhebung. Die unterzeichneten Stellen (Stadt und Handelskammer Mannheim) hallen es für ihre Pflicht, mit allem Nachdruck auf diese Gefahr aufmerksam zu machen. Die durch die Presse bekannt gewordene Absicht, das Exportventil zur Erleichterung des Saisondruckes zur offnen und zur teilweisen Wiederherstellung der lebenswichtigen Interessen der Wasserstraßenmühlen das Tausch- verfahren Inland- gegen Aus land weizen zuzulassen, muß nun sofort verwirklicht werden. Es erscheint dringend notwendig, daß diese Maßregel baldmöglichst verfügt wird, damit ab 15. August kein Vacuum entsteht. — Die unterzeichneten Stellen erwarten von der Reichsregierung, daß sie kein Mittel unversucht lassen wird, um einen endgültigen Beschluß unter Fühlungnahme mit den interessierten Kreisen bis spätestens 15. August herbeizuführen."
Wochenbericht e vom Zranlfurter Produttenmarkt.
Während man zu Beginn der neuen Woche sich von der Aufhebung des beschränkten Zahlungsverkehrs eine Belebung der Ilmsatztätigkeit erhoffte, brachte der weitere Verlauf in dieser Hinsicht eine Enttäuschung. Der Umfang des Geschäftes blieb gegenüber den Vorwochen immer noch recht klein, da immerhin noch eine nicht zu verkennende Unsicherheit bestehen blieb. Die Haltung des Marktes war durchweg schwach. Reben der Kalamität der Zahlungsverhältnisse bildete naturgemäß die Wetterlage, die nach dem neuesten Saatenstandsbericht für das Reich den Früchten allgemein zuträglich gewesen sein soll, das Hauptverstimmungsmoment. Von Einfluß auf die Haltung waren ferner die hohen, die Lagerhaltung verteuernden Zinsen, die Unklarheiten wegen der Auswirkung der hohen Dermahlungsquote für die neue Kampagne und das erhebliche Angebot der Landwirtschaft in Brotgetreide neuer Ernte, die zu Geldbeschaffungszwecken für die Erntefinanzierung schließlich dazu gezwungen wurde. Da aber die Rachfrage so gut wie ganz fehlte, ergaben sich daher zum Teil sehr starke Preisabschläge.
Tie Anlieferung von Brotgetreide neuer Ernte ist merklich größer geworden, so daß ziemlich starkes Angebot in sofort greifbarer Ware vorhanden war, die bei der Enge des Geschäftes preisdrückend wirken mußte. So stellten sich die Rotierungen für Weizen und Roggen neuer Ernte um 33 bzw. 25 Mark pro Tonne gegen die Vorwoche niedriger.
Auch der Futtermittelmarkt hatte bei größter Geschäftsstille schwache Stimmung. H a - f er lag lustlos; die Preise für alte Ernte werden durch das zunehmende Angebot von Reuhafer gedrückt, so daß auch hier ein Nachlaß von 7,50 Mk. pro Tonne eintrat. Am Gerstenmarkt ist das Angebot von Sommergerste ziemlich stark, der Absatz gestaltete sich schwierig. Reue Wintergerste wurde überwiegend offeriert, doch war der Preisverlust mit 5 Mark per Tonne relativ klein.
Das M eh lge schäft verharrt ohne Bele- lebung, da der Konsum nur die allernotwendigsten Bedarfskäufe vornimmt. 3ndessen traten auch hier merkliche Abschwächungen ein, wobei besonders Roggenmehl mit minus 2 Mark pro 100 Kilo in Den Vordergrund rückt, während Weizenmehl um rund 1 Mark nachgab. Die allgemein schwache
Wieseck I empfängt die erste Mannschaft von Rieder-Florstadt. Die Gäste, die im letzten Jahre .mit im Endspiel um die Kreismeisterschaft standen, verfügen über eine durchschlagskräftige Elf. Wieseck wird wohl alles einsetzen müssen, wenn eine höhere Niederlage verhindert werden soll.
Raunheim I hat zum ersten Spiel die erste Elf von Schwalheim zu Gast. Die Gäste werden sich wohl kaum gegen die Spielweise der Einheimischen durchsetzen können.
3n den Dezirksklassen stehen sich zu Freundschaftsspielen am Sonntag Kinzenbach I. und Gießen 1L als gleichwertige Gegner in Kinzenbach gegenüber. — Großen-Linden empfängt die 1. und die 3ugendmannschaft von Großen-Buseck. Der Ausgang der Spiele ist kaum vorherzusagen. — Leun ist mit seiner 1. und mit der 3ugenömann- schaft in Wißmar zu Gast. Die Einheimischen bürfteil die besseren sein. Annerod 1. hat sich die «.Mannschaft von Watzenborn verpflichtet. Die Gäste werden den Einheimischen eine gleichwertige Partie liefern. — Watzenborn II. hat die zweite Mannschaft von Wetzlar zum Gegner. — Waldgirmes «. hat Treis I. zu Gast. Der Plahbesiher hat die besseren Aussichten. Vorher stehen sich die 3ugendmannschaften beider Vereine gegenüber. — Hausen I. hat Lich i. zum Gegner und wird sich auf eigenem Platze nicht leicht schlagen lassen.
Wiesecks zweite Mannschaft fährt zu einem Rückspiele nach Hungen. Den Gästen darf man auf Grund ihrer seitherigen Leistungen ein Plus zusprechen. Wiesecks erste 3ugenb wird vor dem Spiel der Kreisttassenmannschaft die 3ugenö von Gießen im Freundschaftsspiel zum Gegner haben. — Wißmar 1. und Launsbach 1. werden sich am Samstagabend in Wißmar ein Freundschaftsspiel liefern.
Handball.
Am Sonntagnachmittag spielen auf dem Wie- secker Platze Wieseck I. und Wißmar 1. 3m letzten Spiele konnte Wißmar knapp Sieger bleiben. Der Spielausgang ist offen.
Kurze Sporinotizen.
Handball im To. Großen-Linden. Das Spiel der 1. Jugend von Hochelheim gegen die 2. Mannschaft des Turnvereins Großen-Linden endigte trotz körperlicher Ueberlegenheit der Platzmannschaft mit dem Ergebnis von 8:4 für Hochel- heim.
Tendenz übertrug sich auch auf die Abfallprodukte der Müllereien. Rachmehle, Futtermehle und Kleie zeigten gleichfalls Preisrückgänge von 1 bis 1,25 Mark per 100 Kilo.
Rauhfuttermittel bei unbedeutendem Geschäft gut behauptet. Am K a r t o f f e l m a r k t ergaben sich ebenfalls infolge der schwachen Rachfrage und des verstärkten Angebots Preisreduzierungen um 0,25 bis 0,50 Mark für den Zentner.
Die Berichtswoche schloß zu folgenden Rvti.e» rungen: Weizen, Hektolitergewicht von 74Kilo neuer Ernte 220 Mark, Roggen, 70 Kilo neuer Ernte 180, neue Wintergerste 170, Hafer, alter Ernte 185 bis 190, Weizenmehl, südd., Spez. 0 39,75 bis 40, Weizenmehl, niederrheinisches, Spezial 0 39,75 bis 40,25, Roggenmehl 26,75 bis 28,50, Weizenkleie 9,60 bis 9 75, Roggenkleie 9,85 bis 10, Heu, südd., 3,50 bis 4, Weizen-
Wochenbencht
vom Sranffurfcr Schlachtviehmartt.
Unter dem Zeichen eines geringeren Auftriebs als in der Vorwoche war die Preisgestaltung am Frankfurter Viehmarkt in der laufenden Berichtswoche weiter etwas gebessert, die auch Dis zum Ende der Woche anhielt. Wiederum erhielt der Markt seine Anregung von der fortschreitenden Preisbesserung am Umsahgebiet der Schweine, bet denen der anfangs der Woche verminderte Auftrieb günstig auf die Preisgestaltung einwirkte. Das Geschäft nahm allgemein etwas lebhaftere Formen an, doch blieb die Geschäftstätigkeit noch weit hinter der in der gleichen Zeit des Vorjahres zurück. Von dem erleichterten Zahlungsverkehr in dieser Woche ging keine bedeutsame Belebung aus, wenn auch diese Tatsache nicht außer Acht gelassen wurde. 3n- dessen ist eine größere Aenderung in der allgemeinen Marktlage für die nächste Zeit wohl kaum zu erwarten.
Der Auftrieb am Großviehmarkt (1293 Stück) war um 83 Stück weniger als in der Vorwoche. Die Rachfrage erstreckte sich insbesondere auf gute Qualitäten, die auch um 1 Mk. anzogen, während die geringeren Gattungen vernachlässigt, aber im Preise doch unverändert blieben. Rach mäßig regem Handel wurde der Markt geräumt. Auf dem Schweinemarkt setzte sich das Anziehen der Preise für Schlachtschweine fort, und zwar stand der Zentner Lebendgewicht in der zumeist gekauften Gewichtsklasse (160 bis 300 Pfd.) zwischen 55 und 58 Mk., und hatte sich mithin nach der letzten Donnerstagsnotiz um weitere etwa 5 Mk. erhöht. Diese Erscheinung ergibt sich aus schwächerem Angebot, dann aber auch aus dem Umstand, daß die den Markt beliefernden Händler aus den vor Marktbeginn ermittelten Vorbestellungen nur noch die Zahl von Schweinen zum Verkauf stellen, die gerade noch ausreicht, um den Bedarf zu decken. Ein weiterer Faktor war, daß - besonders aus der näheren Umgegend Frankfurts, besonders aber aus der Rhön, Wetterau und Oberhessen, die Beschickung nicht so stark war, und aus der weiteren Zone wegen der hohen Fracht kein großes Angebot vorlag. Der Gesamtauftrieb (5812 Stück) betrug indessen doch etwa 500 Stück mehr als in der Vorwoche, da am Rebenmarkt, anscheinend angeregt durch die höheren Preise, etwas stärkeres Angebot vorlag. Das Geschäft, das anfangs ziemlich lebhaft einsehte, flaute aber später merklich ab, doch konnte ausverkauft werden. Am Kälbermarkt war die Deschickuna (1257 gegen 1329 Stück) ebenfalls etwas' geringe? Bei mittelmäßigem Geschäft wurde der Markt geräumt. Die Preisbesserung betrug 2 bis 5 Mk. für den Zentner, wobei die Besserung am Schweinemarkt auch den Kälbern zugute kam. Schafe wurden nach einem Auftrieb von 130 Stück (minus 60) bei leicht anziehenden Preisen (etwa 1 Mk.) und mittelmäßigem Geschäft ausverkauft.
3m einzelnen notierten pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 43 bis 47, a2) 38 bis 42, bl )32 bis 37; Bullen a) 36 bis 39, b) 31 bis 35; Kühe a) 34 bis 33, b) 30 bis 33,
Wirtschaft.
c) 22 bis 24; Färsen a) 43 bis 47, b) 38 bis 42, c) 33 bis 37. — Kälber b) 50 bis 56, c) 44 bis 49, d) 38 bis 43. — Schafe al) 40 bis 45, b) 33 bis 39. — Schweine a) 56 bis 58, b) 56 bis 58, c) 55 bis 58, d) 54 bis 58, e) 52 bis 55.
und Roggenstroh, drahtgepreßt 3, dasselbe, gebündelt 2,75, Treber, getrocknet 10,25 bis 11; Kartoffeln: Erstlinge 2,90 bis 3, Böhms allerfrüheste Gelbe 2,25 bis 2,30 Mark.
* Anhaltende R.ü dflüffe zur Reichs- bank. Nach den hier vorliegenden Meldungen ist der Zahlungsverkehr auch heute in allen Teilen des Reiches normal und ruhig verlaufen, und man rechnet damit, daß die Wiederöffnung der Sparkassen ebenfalls reibungslos vor sich gehen wird. Der Zahlungsverkehr zeitigte auch weiterhin Ueberfchüffe; die Rückflüsse von Zahlungsmitteln an die Reichsbank an den beiden ersten Tagen der Wiederingangsetzung des normalen Zahlungsverkehrs betragen rund 166 Millionen Reichsmark.
* Stillegung in der Hunsrücker Eisenerzindustrie? Das Schicksal der Hunsrücker Cisenerzindustrie scheint mit der Stilllegung der Gruben Reusund und Märkerei besiegelt zu sein. Die Belegschaft ist entlassen worden. Die gesamte Betriebseinrichtung wurde zum Verkauf angeboten. Die im Hunsrück geschürften Eisenerze konnten toegeir ihres geringen Eisengehaltes gegen die ausländische Konkurrenz nichts ausrichten. Einige hundert Arbeiter sind durch die Betriebsstillegung brotlos geworden. Es besteht keine Hoffnung, die Gruben wieder in Gang zu bringen.
* Keine Stützungsaktion für den Frankfurter Viehmarkt. Eine aus dem Schlachthofdirektor und Vertretern des Großvieh- Handels sowie der Landwirtschaft bestehende Kommission war bei der Regierung wegen einer Stützungsaktion für den Frankfurter Großvieh- markt vorstellig geworden, da die Verhältnisse im Frankfurter Viehmarkt eine katastrophale Entwicklung genommen haben. Während nun die süddeutschen Märkte in München, Rürnberg und Augsburg eine Stützung dergestalt erfahren, daß für jedes ausgeführte Stück Großvieh eine Prämie von 30 bis 60 Mk. gezahlt wird, hat man das Frankfurter Ersuchen nur in Erwägung gezogen und die Kommission auf bessere Seiten vertröstet. Mit einer Stützung des Frankfurter Marktes ist also nicht zu rechnen.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M.
Banknoten.
6. August
7. August
Amtliche Notierung
Amtliche Geld
Notierung ZJrlef
Geld
Bries
Helsingsorg .
10,588
10,608
10,585
10,605
Wien....
59,15
59,27
59,15
59,27
Prag . . .
12,462
12,482
12,464.
12.484
Budapest . .
73,43
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73,43
73,57
Sofia . . .
3,052
3,058
3,052
3,058
Holland . .
169,73
112,44
170,07
169,73
170,07
Oslo.... Kopenhagen.
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112,39
112,61
112,42
112,64
112,39
112,61
Stockholm .
112,47
112,69
112,43
112,66
London. . . Buenos Aires
20,435
20,475
20,425
20,465
1.168
1,172
1,168
1,172
Neuyork . .
4.209
4,217
4,209
4,217
Brüste! . . .
58,67
58,79
58,67
58,79 '
Italien. . .
Paris . . .
21.98
22,02
21,99
22,03
16,50
16,54
16,50
16,54
Schwei- . .
82,04
82,20
82,04
82,20
Spanien . .
36,16
36,24
36.11
36,19
Danzig. . .
81,62
• 81,78
. 81,62
81,79
Japan . . .
2,080
2,084
2,080
2,084
Rio de Ian..
0,289
0,291
0,279
0,281
Jugoslawien.
Lissabon . .
7,453
7,467
7,453
7.467
18,53
18,57
18,53
18,57
Berlin, 7 . Auaust |
Geld
Bries
Amerilanstche Noten.......
4,20
4,22
Belgische Noten.........
58,48
58,72
Dänische Noten.........
112,13
112,57
Englische Noten.........
20,375
20,455
Französische Noten........
16,45
16,51
Holländische Noten........
169 26
169,97
Italienische Noten........
21,92
22,00
Norwegische Noten........
112,13
112,57
Deutsch.Oesterreich, 1 100 Schilling
59,08
59,32
Rumänische Noten........
2,477
2,497
Schwedische Noten........
112,18
112,62
Schweizer Noten.........
81.84
82,16
Spanische Noten.........
34.77
34,93
Ungarische Noten........
73,05
73,35
Aus aller Welt.
Hungersnot droht in China.
Die Ueberfchwemmung in Hankau verursacht große Unruhe. 3n der Stadt selbst befinden sich 1 6 0 000 Flüch tlinge, und es ist nahezu un- ^möglich, sie zu ernähren. Jeden Tag gehen Dutzende von ihnen infolge Hungers zugrunde. Es wird befürchtet, dah es Monate dauern wird, bis die Wasserfluten zurückgegan- gen sind. Das Gebiet, in dem die drei Städte Hankau, Rahyang und Wutsch-ang liegen, bildet eine große Wasserfläche. 3n den niedriger gelegenen Stadtteilen steht das Wasser bis zu 5 Meter hoch. Die Polizei führt denPa- troulllendienst in Booten aus. Tausende von Tierkadavern schwimmen• auf dem Wasser umher und verpesten mit ihrem Gestank die Luft. Der Ausbruch von Epidemien wird befürchtet. Von der Provinz Hankau sind zwei Drittel durch die Fluten überschwemmt. 10 Millionen Einwohner sind geschädigt. Viele Bezirke der Provinz haben seit Anfang des Sommers unter der Dürre gelitten, und die Ernte in den günstiger gelegenen Bezirken ist jetzt durch die Flut'en vernichtet worden.Die Provinz ist' von einer schweren Hungersnot bedroht.
Ueberfatf in einem Pfarrhause.
In Aachen wurde die Schwester des Oberpfarrers von St. Nikolaus, Fräulein Fischer, die allein im Pfarrhause in der Kleinen Kölner Straße war, voneinemjungenDurschen überfallen. Sie erhielt mit dem Knauf eines Revolvers mehrere wuchtige Schläge über den Kopf. Dabei löste sich ein Schuh, der jedoch glücklicherweise nur in eine Tür drang. Der Täter flüchtete mit seinem Fahrrad und entkam. Fräulein Fischer erlitt Verletzungen, die jedoch nicht lebensgefährlich sind. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei führten auf eine Spur. Gegen 23 Uhr wollte die Kriminalpolizei den inzwischen festgestellten Täter, einen gewissen Görz, feft- nehmen. Als die Beamten klopften und riefen, fielen zwei Schüsse, die die Beamten veranlaßten, mit Gewalt in das Zimmer einzudringen. Hier bot sich ihnen ein schreckliches Bild. Görz lag mit einem schweren Kopfschuh in den letzten Zügen, während seine Frau, die ebenfalls einen Kopfschuß hatte, noch lebte. Sie wurde nach dem Marienhospital gebracht, wo sie am andern Morgen ver'starb. Ueber die Motive des Ueberfalls wie des Mordes und Selbstmordes fehlt noch jeder Anhaltspunkt.


