Ausgabe 
8.6.1931
 
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Stimson und die ireparationsfrage.

Washington, 6. Sunt. (WTD.) Staatssekre­tär Stimson wurde in der heutigen Presse­konferenz gefragt, ob die Voraussage, daß er die Reparationsfrage in Europa bespre­chen werde, zuträfe. Der Außenminister lehnte es ab, diese Voraussage zu dementieren. Gleichfalls lehnte er es ab, die bekannte amerika­nische These, Kriegsschulden und Repa­rationen hüben nichts miteinander zu tun, erneut aufzustellen. Es handele sich fei, diesen Dingen um ein so wichtiges Problem, dah er unmöglich zur Zeit eine amtliche Aeuherung ab- geben könne.

Oie Reuyorker presse.

R e u h o r k. 6. Juni. (WTD.) Die Abendblätter bringen den Aufruf der deutschen Re­gierung zur Rotverordnung durchweg in gro­ßer Aufmachung und an hervorragender Stelle mit über mehrere Spalten gehenden äleberschrif-

Der ReichSfinanzmiMer spricht.

B e r l i n, 6. Sunt. (ERB.) Reichsfinanzminister Dr. Dietrich sprach heute abend im Rundfunk über die neue Rotverordnung der Reichsregierung. Rach einem Hinweis auf die Schädlichkeit der Miehmacher und der Schwarzseher, die dauernd von Zusam­menbruch redeten, fuhr der Minister u. a. fort:

Wenn wir in Deutschland nicht ewig mit Ver­trauenskrisen kämpfen mühten,

so würde das Reich sein jetzt vorhandenes Defizit abdecken können, indem es die vorgesehene Schul­dentilgung streicht. Aber wir können so etwas nicht machen, weil wir genötigt sind, alles zu vermeiden, was irgendwie unsere Solidität und Kreditwürdigkeit gefährdet.

Wenn es sich nur um das Reich handeln würde, so würde es vollkommen genügen, die vor­gesehenen Kürzungen durchzuführen, die Zucker­steuer zu verdoppeln und die Mineralzolle zu erhöhen, sowie die monatliche Zahlung fe$ Um­satzsteuer einzuführen. Es wäre auch möglich, auszukommen, ohne den Beamten ernstlich zu kürzen. Aber neben seinen eigenen Geschäften hat das Reich auch Gebiete zu betreuen, die ihm an sich wesensfremd sind. Hierher gehört

die Sanierung der Knappschaft, die Aufbringung der Gelder für die Krisenunterstühung und die Bildung eines Jonbs für die Arbeitsbeschaffung.

Für diesen Zweck wird die Krisensteuer erhoben, und daher hat sie auch ihren Rainen.

Der Minister erläuterte dann die Gründe der scheinbaren Desserstellung der selbständigen Un­ternehmer in der Krisen st euer und die Be­stimmungen der Rotverordnung bezüglich des Arbeitslosenproblems. Sm vorigen Sahre, erklärte er hierbei u. a., habe ein Prozent Beitrag zur Arbeitslosenversicherung noch volle 290 Millionen Mark in die Kasse der Versiche­rungsanstalt gebracht. Sn diesem Sahre werde ein Prozent nur noch 210 bis 250 Millionen Mark erbringen. Das heiße, die Arbeits­losenversicherung werde 500 Millionen weniger einnehmen, als man annahm. Sie könne nicht einmal ihre eigenen Ansprüche decken. Aus all' den Berechnungen, die auf Grund der Einnahmen der Arbeitslosenversiche­rung gemacht worden seien, lasse sich erkennen, daß

das Lohnniveau in Deutschland int Laufe eines Jahres um etwa sieben Milliarden Mark gefallen sein muh.

Zum Schluß seiner Ausführungen kam der Mi­nister rroch auf den in der Rotverordnung ge­schaffenen Rahmen für die freiwillige Dienstpflicht und auf die beabsichtigten Maß­nahmen zur Senkung des Preisniveaus zu sprechen. Sm Sinne des Aufrufes der Reichs­regierung vom 5. Suni beendete Dr. Dietrich seine Rede mit der Erklärung, dah die Lage des Reiches gebieterisch zur Entlastung von un­tragbaren Reparationsverpflich­tungen zwinge.

Appell deSÄeichsarbeitSministerS

Cleve, 7. Sunt. (WTB.) Heute sprach hier in einer großen Kundgebung der christlichen Gewerk­schaften des Niederrheins Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald über das Sanierungspro­gramm der Reichsregierung. Er führte u. a. aus:

Wir befinden uns inmitten einer großen Wirt­schafts- und Finanzmisere. Deutschland soll, nachdem es durch Krieg und Inflation rund die Hälfte seines früher erarbeiteten Nationalvermögens verloren hat, in der größten Wirtschaftskrisis eines Jahrhunderts jährlich noch zwei Milliarden Repa­rationen an die Siegerftaaten abführen. Die Reichsregierung stand vor der Frage: Können und sollen wir mit einem Schlage die Finanzen von Reich, Ländern, Gemeinden, Arbeitslosenversiche­rung, Krisenfürsorge und aemeindliche Wohlfahrts­pflege in Ordnung bringen? Das ging nicht. In der Beschränkung zeigt sich auch hier der Meister. Und so werden durch die Reichsregierung saniert das Reich, die Arbeitslosenversicherung, die Krisenfür­sorge und die gemeindliche Wohlfahrtspflege.

An dem Sanierungsprogramm der Reichsregie­rung wird von allen Seiten die Kritik einsetzen; sie kann sie vertragen und ist überzeugt, daß keine Re­gierung ein wesentlich anderes Programm vorlegen könnte.

Hebet weitere Schritte zur Wirlschaslsgesundung und über die Art, wie das Reparationsproblem erneut anzupacken ist, enthält das Sanierungs­programm der Reichsregierung nur Andeutun­gen. Darüber hat sich aber bereits im Schohe der Reichsregierung ein fester Plan heraus­kristallisiert.

Die Einzelheiten dieser Aufgaben werden nach Rückkehr des Reichskanzlers und des Außen- ministers aus England in Angriff genommen werden. Heute möchte ist bloß folgendes sagen: Don der Lohnseite her allein ist die deutsche Wirtschaft nicht in Ordnung zu bringen. Zu- gegeben ist, dah auf dem Gebiete der Lohnpolitik noch allerlei ^lnausgealichenheiten bestehen, denen ins Auge gesehen ^werden muh. Voran aber steht folgende kardinale Tatsache: Das deutsche Volk besteht zu etwa 65 Prozeick aus Lohn- und Ge­haltsempfängern. Rach der neuen Gehaltskürzung der Deamten werden in der öffentlichen und der Privatwirtschaft im Sahre 1931 rund 8,5 bis

ten. Die Associated Preß hat den Aufruf sogar im vollständigen Wortlaut an ihre Ab­nehmer gesandt. Vorläufig begnügt sich die Reu- Yorker Presse mit der Wiedergabe des Aufrufs in ihrem Rachrichtenteil, ohne bisher in Leit­artikeln dazu Stellung zu nehmen.

Wallstreet über ein Moratorium für Deutschland.

R e u y o r k, 7. Suni. (TLl.) Sn der Wall­street gehen die Ansichten über die Folgen eines etwaigen Moratoriums für Deutsch­land weit auseinander. Allgemein wird jedoch befürchtet, dah die ersten Folgen eines solchen Moratoriums die schärfste Zurückziehung der kurz­fristigen Anleihen, Sinken des Markkurses, und weitere Kursrückgänge der deutschen Dollarobli­gationen sein würben. Größtenteils wird jedoch zugegeben, dah ein Moratorium Deutschland Hilfe bringen würde.

9 Milliarden Mark Gehälter und Löhne weniger bezahlt, als 1929. Davon entfällt etwa die Hälfte auf vermehrte Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit. Die Preise sind nicht in dem gleichen Ausmaß gesunken, als der Gesamtlohn in der deutschen Volkswirtschaft sich vermindert hat.

Die Gehalts- und Lohnpolitik muß künftig, von Unausgeglichenheiten abgesehen, im ganzen vor­sichtig behandelt werden, wenn nicht ein weiterer größerer, innerlich nicht ausbalancierter Schrumpfungsprozeß eintreten soll, wodurch schließlich wieder die Lohnsteuer, die älmsahsteuer. die Beiträge zur Sozialversicherung usw. so katastrophal zurückgeworfen werden, daß schließlich die öffentliche Wirtschaft erneut von innen heraus vor den größten Schwierigkeiten stehen würde.

Reben der Lohttfrage muß auch der deut­schen Rohstoffwirtschaft (Landwirtschaft,

München, 6. Juni. (TU.) Lin besonders tragi­scher Umstand bei dem furchtbaren Vernichtungswerk im Münchener Glaspalast ist vor allem die Zerstörung der herrlichen SonderausstellungD e u t- s ch e Romantiker-, für die Leihgaben zum Teil mit großer Mühe aus allen Teilen Deutschlands, sei es aus Museen- oder Privatbesih, zusammengetragen worden waren. Lines der schönsten Bilder von Mo­ritz von Schwind,Ritter Kurts Brautfahrt", ist unter den vernichteten Werken, außerdem von dem­selben MalerDes Knaben Wunderhorn",Die Dame zu Pferd mit Page",Auf der Wanderschaft" undNächtliche Fahrt", von Peter von Corne­lius wurden die GemäldeDie Grablegung Chri­sti",Die Flucht nach Aegypten" undFamilien- bildnis" vernichtet. Peter von Heß war mit dem BildDer Räuber Barbone" vertreten, Julius Schnorr von Larolsfeld mit den Gemälden Christus die Kinder segnend",Johannes predigt in der Düste", während von Ludwig Schnorr von LarolsseldJägers Liebeslauschen" aus­gestellt war. Adrian Ludwig Richter war ver- treten mit den BildernDurch die Furth",Lrnle- ;ug in der Champagne" undHirtenszene". Von Philipp Otto Runge waren ausgestelltLehrstunde der Nachtigall",Mutter und Kind an der Quelle", Wir Drei. Weiter waren vertreten Friedrich Wil­helm von S ch a d o w , Karl Friedrich Schinkel, Johann Wilhelm Schirmer, Joseph Anton Koch, von dem eine ganje Reihe Bilder ausgestellt war, dann Christian Ernst Morgen st ern, Karl Ble­chen, von dem namentlich seine im Besitz der Ber­liner Rationalgalerie gewesenen BildernFelsen­tor" undLinschlagender Blitz" sowieMädchen am Meeresslrand" gezeigt wurden. Von Caspar David Friedrich waren u. a.Winterlandschaft mit Kirchenruine",Riesengebirgslandschaft",Dame am Meeresstrand",Abendstunde" undHerbstlandschaft" vertreten. Weiter gehörten der romantischen Aus­stellung an Arbeiten von Philipp Veit, Friedrich Johann Overbeck, Ferdinand Johann von Oli­ver, Heinrich Olivier und Woldemar Friedrich von Olivier.

Außerhalb der romantischen Ausstellung ist bei­spielsweise der größte Teil des Lebenswerkes von Kuno A m i e t, des bekannten Schweizer Malers, der allein mit vierzig Werken auf der Ausstellung vertreten war, den Flammen zum Opfer gefallen. Von berühmten Gästen hatte Rodln einen eigenen Saal, daneben waren werke von M a i 11 o t, Despiau, Derain, Blanche, dann mehrere Säle mit modernen Mailändern und dem Italiener Rovecento, dann zwei Bilder Kokoschkas aus­gestellt. Fast alle bekannten Künstler der Sezestion waren mit mehreren Bildern vertreten, so Benno Becker, Geibel, Geigenberger, R. Kai­ser, Splero, Wackerle und Zügel. Ls ist natürlich unmöglich, auch nur annähernd durch die Auszählung der vernichteten Bilder und ihrer

Kohle, Eisen usw.) die größtmögliche pflegliche Sorgfalt durch Regierung und Selbsthilfe zuge­wendet werfen. Dann muh mit allem Rachdruck der rohe, würdelose und Deutschland schädigende politische Kampf zurückgedrängt und eine größere gegenseitige Dertrauensbasis im Sturem geschas- fen werfen.

Endlich muß das Reich- und Länder- Problem baldigst nachdrücklichst in Angriff genommen werfen. Dieses bildet sich immer mehr zu einer deutschen Lebensfrage heraus. Rach fern preußischen Volksentscheid und nach fen preußi­schen Landtagswahlen ist

die Aufrollung der Reichsreform nicht mehr aufzuhatten.

. Das deutsche Volk steht vor einer ernsten Stunde. Von 32 Millionen Erwerbstätigen stehen in Deutschland immer noch 27 bis 28 Millionen, wenn auch teilweise nicht voll beschäftigt, in Arbeit. Wir müssen unsere Lebensgewohn- heitenumstellen. Wir müssen von der Vor­stellung herunter, dah ein Volk, das den größten aller Kriege der Geschichte verloren hat, etwa nach diesem Kriege weniger zu arbeiten brauchte und besser leben könnte als vorher. Wohl aber kann Deutschland, nachdem es mit großen^ An­strengungen sein eigenes Haus so gut als möglich bestellt hat, sagen:

Jehl ist die Stunde Europas und Amerikas gekommen!

Cs geht nicht bloß um die Rettung Deutschlands; es geht um die seit Jahrhunderten erarbeitete! europäische Kultur und Zivilisation.

Staatssekretär Dr. pünder erläutert.

B e r l i,n, 6. Juni. (TU.) Der Staatssekretär in der Reichskanzlei, Dr. P ü n d e r, veröffentlicht in derG e r m a n i a" einen längeren Artikel über die Gedanken, von denen die Schöpfer fer neuen Notverordnung beseelt waren. Er weist darauf hin, daß die Notverordnung ein Opferprogramm darstelle, mit dem sich Reichspräsident und Reichs- regierung an alle Teile des deutschen Volkes und

Schöpfer einen Begriff von der Größe der fiala- fftophe zu geben.

Snsgefarnt sind fern furchtbaren Brand nicht weniger als 2 8 7 5 Kun st werke aller Gattun­gen zum Opfer gefallen. '

Sn der vernichteten romantischen Ausstellung befanden sich 110 Gemälde, die in ihrer über­wiegenden Anzahl von den verschiedenen Museen Deutschlands ausgeliehen waren. Den stärksten Verlust hat die Kunsthalle Hamburg mit 17 Wer­ken zu beklagen. Schwer betroffen ist auch die Kunstsammlung des Landesmuseums in Darmstadt, die von ihrem kleinen Museums- festand die sieben wertvollsten Bilder beisteuerte. Unter fen geschädigten öffentlichen Kunstanstalten befindet sich weiter Pie Rationalgalerie zu Ber­lin, das Kurpfälzische Museum der Stadt Heidel­berg, die Städtische Galerie Rümberg, das Mu­seum in Gotha, das Museum fer bildenden Künste in Leipzig und das Tiroler Landesmuseum in Snnsbruck, die Galerien von Breslau, Dessau, Chemnitz und Mainz. Die bayerische staatliche Gemäldesammlung und die Schackgalerie haben eine verhältnismäßig geringe Cinbuhe erlitten. Aber auch in der modernen Schau gingen ganze Lebenswerke einzelner Künstler zugrunde. Von fern verstorbenen Maler Otto ©trudel waren die 67 bedeutendsten Werke ausgestellt, von fern Engländer Wenb an 80 Bilder. Die koUektive Ausstellung von Erich Kubierschkh umfaßte 45 seiner wichtigsten Arbeiten.

der Wirtschaft wenden. Dieses Opferprogramm wär« überhaupt nicht zu tragen, wenn nicht vollste Gewähr dafür geboten wäre, daß nach den Grund­sätzen sozialer Gerechtigkeit der notwendige Aus­gleich zwischen allen Ständen, Berufen und Klas­sen gesucht und gefunden wäre. Sozialpolitik könne nur dann der allgemeinen Wohlfahrt dienen, wenn sie auf soliden wirtschaftlichen Verhältnissen fuße. Eine blutleere deutsche Wirtschaft und ein zusam­mengebrochener Staatshaushalt wären nicht in der Lage, die Durchführung noch so guter sozialpoli­tischer Gesetze auf die Dauer zu gewährleisten. Zu­gleich müsse betont werden, daß die Eingriffe finan­zieller, wirtschaftlicher und sozialer Art, wie sie die neue Notverordnung bringe, eine Wiedern fjolung nicht ertrügen.

Aller wett dürfte klar geworden fein, dah die gegenwärtigen auf Deutschland ruhenden Repa- rationslaften untragbar geworden feien.

Wenn die Regierung fern deutschen Volke immer schwerere Opfer zumuten mußte und gleichzeitig die Voraussetzungen des Sachverständigenplanes auf die heutige Lage Deutschlands nicht mehr zu- treffen, so müsse die Rachprüfung der Frage vor- genommen werden, wie nun auch repa - rativnspolitisch solchen innerdeutschen Vor­gängen entsprochen werden solle. Dah^je Reichs­regierung in diesen Fragen keinen unüberlegten! Schritt tun, sondern in Ruhe und Zielstrebigkeit handeln werde, sei selbstverständlich. Die Rot- Verordnung befasse sich, erklärt Dr. Pünder, nicht mit dem Problem der Reichsreform, die im Wege von Artikel 48 nicht gelöst werden könne. Er verrate aber kein Geheimnis, wenn er er­wähne, dah die Reichsregierung bei der Vorbe­reitung der Rotverordnung auch Fragen der Reichsreform erörtert habe. Gerade wer ein ehr­licher «Freund eines wirklichen Föderalismus sei, müsse der Auffassung fein, dah

die bisherige staatsrechtliche Gestaltung des Reiches nicht von ewiger Dauer fein könne.

Zum Schluß erklärt Dr. Pünder, daß mit der Rotverordnung die Sanierungsarbeit der Reichsregierung noch in keiner Weise be­endet sei. Die notwendige Voraussetzung für

2875 Bilder vernichtet.

Noch ungeklärte Entstehungsursache.

München, 8. Suni. (WTB. Funkspruch.) BiS jetzt ist es noch nicht gelungen, die älrsachen zu entdecken, die der Anlaß der entsetzlichen Brandkatastrophe im Glaspalast waren. Der Verdacht einer vorsätzlichen Brandstiftung hat sich, wie dieMünchener Telegrgmm-Zeitung" zu berichten weiß, nicht bestätigt, vielmehr wird den Spuren nachgegangen, die auf Feststellung der Materialien schließen lassen, welche bei Reno­vierungsarbeiten in den Romantikersälen Ver­wendung gefunden haben. Die Polizei wird heute Versuche anstellen, ob ihre Annahme einer Selbstentzündung des bei den Arbeiten verwendeten Materials sich aufrecht erhalten läßt'

Aufruf für ein Hilfswerk.

München, 7. Sunt. (TU. Funkspruch.) Staatsregierung, Volksvertretung und Stadtrat München sind mit der Künstlerschaft darin einig, daß angesichts dieses Llnglücks sofort Hilfs­maßnahmen eingeleitet werden müssen. Ge­holfen werden muh deneit, die in fen heutigen Zeiten drückender Rot nun auch noch die Werke ihres künstlerischen Schaffens verloren haben. Ge­holfen werden muß der Kunststadt München, de­ren Kunstgeltung mit der Möglichkeit steht und fällt, ihr Kunstschaffen in einem Ausstellungsbau umfassend zu zeigen. Staatsregierung, Landtag und Stadtrat München sind daher entschlossen, alles zu tun, was in ihrer Macht steht, um die augenblickliche Rot der Rächstbetroffenen zu mil­dern und um baldmöglichst wieder neue Aus­stellungsräume zu schaffen. Staat­licherseits ist für diesen Sommer sofort die neue Pinakothek zur Durchführung einer Erwerbsaus­stellung angeboten worden. Vordringlichste Auf­gabe ist es, den durch die Brandkatastrophe in ihrer Existenz gefährdeten Künstlern durch rasche materielle Hilfe das Fvrtarbeiten zu er­möglichen. Es wird daher an die Einwohner­schaft Münchens, an die Bevölkerung Bayerns und darüber hinaus an alle, denen deutsche Kunst am Herzen liegt, der dringende Ruf gerichtet, ihre Mithilfe an der Lösung dieser schweren Aufgabe nicht zu versagen. Spenden werden er­beten auf das KontoGlaspalast-Hilfswerk" bei der Bayerischen Staatsbank München. Der Auf­ruf ist unterzeichnet vom Gesamtministerium, vom Landtagspräsifenten, vom Stadtrat Mün­chen und von der Gesamtkünstlerschaft Münchens.

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Funkbild: Die Brandruinen des zerstörten AusftellungsgebäudeH,

Mnisterreden über die Notverordnung.

Oie Katastrophe im Münchener Glaspalast.

Zerstörung der SonderschauDeutsche Romantiker".

Gesamtansicht des Münchner Glaspalastes.

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