Oie Lag- im Oktober
weiter inS Land hinein umgräbt. Ein Bilö- streifen, der Wahrheit bringt, ein Stück echten Lebens, mit Seltsamkeiten und Humor, mit Malaria und mystischen Gesundbetertänzen, mit Opium und Gold, Überschwemmungen und Kulileben
(auch Weihe sind dort zu Kulis herabgesunken, meist Russen), mit Götterglauben und trostlosen Goldgräber-Einsamkeiten des Landes, dos die Begriffe Zeit und Weite nicht kennt. F. L.
lassen, die in Wirklichkeit, d. h. bei ausreichenden Rücklagen und genügender Berücksichtigung der Wiederoeschaffungskosten nicht bestand.
Die Aufnahmefähigkeit für die mit den neuen Maschinen hergestellten Waren wuchs nicht annähernd in dem gleichenMahe wie die technische Leistungsfähigkeit. Auch das Ausland zeigte sich angesichts seiner schutzzöllnerischen Einstellung keineswegs bereit, die erhöhte Produktionskapazität des deutschen Wirtschaftsbereichs durch Aufnahme von Waren zu rechtfertigen. Die Werke waren also nur mit einem Teil ihrer Kapazität ausgenuht, muhten aber das gesamte angelegte Kapital verzinsen und amortisieren. Bei Industriezweigen mit starker Kapitalintensität führte dies zu einer erheblichen Steigerung der Selbstkosten. Unr.ünst ge Rückwirkungen für die Allgemeinheit konnten daher nicht ausbleiben. Eine Produ^tionsdrosselung muhte sich dort um so schärfer auswirken, wo es sich um eine junge, in ständiger technischer Umstellung begriffene Industrie handelte, wo also mit besonders hohen Abschreibungssätzen zu rechnen war. Der Rationalisierungsprozeh wirkte vielfach auch in hohem Mähe einebnend, indem die Gebundenheit gewisser Industrien an Gebiete mit hochqualifizierter Arbeiterschaft und jahrzehntelangen ^Überlieferungen teilweise aufgehoben wurde. Leider gab es auf dem Gebiete der Verteilung keine rationelle Organisation, so dah die Vorteile der Produktionsrationalisierung auf dem Wege zum Verbraucher gröhtenteils wieder versickerten.
Zweifellos muh man nun einen Teil der Ar-
War die Nationalisierung volkswirtschaftlich notwendig?
Von Or. O. Leibrock.
rung tatsächlich erreicht wird. Es ist für den Jäger, der sein Revier nur einigermaßen kennt, kein Kunst» stück, den Abschluß vor allem in den Sonnenstunden auf Blößen, im Hochwald oder auch am Feldrand durchzuführen.
Zahlreiche Reviere oder Jagdvereinigungen sind ohne staatlichen Zwang schon dazu übergegangen, nur noch den Kugelschuß auf Rehwild anzuwenden. Die auf der Liebigshöhe in Gießen veranstaltete Jagdausstellung hat u. a. auch gezeigt, welche furcht» baren Wirkungen der schlecht sitzende Schrotschuß auf Rehwild haben kann. Alljährlich verludern große Werte, und eine ganze Anzahl von Stücken schleppt si chkrank dahin, um nie mehr völlig zu gesunden oder schließlich dem Winter zum Opfer zu fallen. Wer wirklich Weidmann sein will, verwerfe den rauhen Schuß auf unser liebstes Wild und suche seinen Weidmannsstolz darin, im sicheren, rasch tötenden Schuß das abschußreife Stück zu strecken. Andere Methoden überlasse er ruhig dem Nachbar, der ihm sonst auch kein Vorbild ist. Dringend zu wünschen wäre es auch, wenn alle, die in ihren eigenen Revieren den Schrotschuß auf Rehwild ver» werfen, dies auch in voller Offenheit auf Treibjagden als Gäste tun. Dann wird bald eine Scheidung der Geister zum Wohle unserer Wildbahnen kommen. Vielleicht schließt man sich aber auch in Hessen einmal, anderen Staaten gleich, den Forderungen der weidgerechten Jägerei an. Das' läge auch durchaus im Interesse der Verpächter, deren Jagden dann nicht so ausgeschossen und im Wert herabgemindert werden können, wie man dies im Vorjahr erlebt hat.
Die Jagd auf den Hasen hat in Preußen mit
bcitslosigkeit auf Konto dieser arbeitstechnischen Strukturveränderungen buchen. Sta- tistische Unterlagen hierüber fehlen allerdings. Fest steht aber, daß die Rationalisierung in früheren Zeiten zunächst ebenfalls zahllose Kräfte frei- gesetzt hat. Indessen führte die Verbilligung des Arbeitsprodukts zu neuem Bedarf in solchem Umfange, daß massenhaft neue Kräfte eingestellt werden konnten und die Lebenshaltung allgemein gehoben wurde. Jetzt aber machte die wirtschaftsseindliche Politik des Staates auch die wertvollen Ergebnisse der Rationalisierung von vornherein illusorisch.
Was wäre nun geschehen, wenn man den Arbeitsvorgang überhaupt nicht mechanisiert hätte? In diesem Falle würde die deutsche Produktion auf dem Tdeltmarkt noch weit weniger konkurrenzfähig gewesen sein als beispielsweise die Industrie Westeuropas, die nicht nur mit geringeren Steuern, Frachten, Löhnen und Eoziallasten, sondern auch mit billigerem Kredit auf Anlagekonto und im Betrieb arbeiten tarnt Belgien und Frankreich z. B. gehören bemerkenswcrterweise neben den Vereinigten Staaten zu den Ländern, in denen sich die produktiven Kräfte am stärksten gesteigert haben: die materiellen Schäden des Krieges waren dort bald beseitigt. Ihre Industrien verfügen über eine Produktionsausrüstung, die an Kapazität und technischer Einrichtung weit über Vorkriegsstand hinausragt. Beide Länder nutzen ihre große Produktionskapazität in verstärktem Maße auf dem Weltmarkt aus- Das Verhältnis von Einfuhr zur Ausfuhr verschob sich gegenüber der Vorkriegszeit beträchtlich zugunsten der Ausfuhr. Auch Groß-Britannien hatte die veränderte weltmarktmäßige Konkurrenzfähigkeit alter Standardindustrien reichlich ausgleichen können durch Errichtung neuer Industriezweige, insbesondere im südlichen England und durch Mitwirkung an der Errichtung bedeutender industrieller Anlagen außerhalb Groß-Britanniens, vor allem in den Dominions und Kolonien. Der deutschen Produktion fehlte eine solche bevorzugte Stellung. Mit Reparationen. Steuern und sonstigen Auslagen überlastet, galt es für sie, ohne Kapitalexport den Konkurrenzkampf aufzunehmen. Die Rationalisierung war also — von den oben skizzierten Auswüchsen abgesehen — eine volkswirtschaftliche Rotwendigkeit.
Herbstzeit, Erntezeit des Weidmannes! Fast alle Felder des Jagdpasses zeigen Schußzeit und ver- heißen dem, der sein Wild hegte und pflegte, nunmehr immer neue Jägerfreuden.
Noch steht das R o t w i l d in der Brunft, die erst gegen Monatsmitte hin allmählich zu Ende geht. Mächtig hallt der Schrei des Platzhirjches durch den herbstlich kalten, nächtlichen Wald, wenn er unablässig besorgt sein muß, sein Rudel zusammenzu» halten und die Beihirsche abzukämpfen. Die Jagd auf den edlen Hirsch hat ihren Höhepunkt erreicht.
Um die Monatsmitte tritt auch das Damwild in die Brunft. Bot die Pürsch auf den braven Schaufler in freier Wildbahn dem Weidmann oft größere Schwierigkeiten als die auf den Rothirsch, so erleichtert die Brunft auch hier die Jagd.
Die Sauen sind feist geworden, denn eifrig brachen sie zum Aerger des Landwirts wie auch des ersatzpflichtigen Jägers auf den Feldern. Nun sind die Felder frei, und Mondscheinnächte können mit gutem Erfolg zum Ansitz an abgeernteten Kartoffel» schlügen benutzt werden, auf denen die Sauen gern Nachlese halten. Auch wo im Wald Eiche oder Buche Mast trugen, versprechen Ansitz oder Pürsch Erfolg.
Das Rehwild verfärbt und trägt bald seine graue Winterdecke. In Hessen hat am 1. Oktober die Schußzeit der Ricken begonnen, die bis zum 30. November dauert. Diese Vorverlegung der Schußzeit gegen früher sollte den Abschuß mit der Kugel erleichtern, da wir leider den obligatorischen Kugelschuß auf Schalenwild im Gegensatz zu einer großen Zahl deutscher Länder noch nicht haben. Die Erfahrung im Vorjahr hat gezeigt, daß diese Erleichte-
3n der seit dem Kriege durch Kostensteigerungen gekennzeichneten Wirtschaftsepoche sah sich der Unternehmer, der vor dem Kriege fremdes Kapital gewinnbringend in Anspruch nehmen konnte — der Gewinn erreichte regelmäßig die doppelte Höhe des Zinses für Leihkapital — genötigt, die gesunkene Rentabilität halbwegS wieder herzustellen: er ging zum kapitalintensiven Betrieb über, also zu einer Reuorganisation der technischen Arbeitsleistung nach kostensparenden. dabei gleichzeitig den Pro- duktivnserivlg erhöhenden Gesichtspunkten. Es änderten sich der Produktionsapparat und die Produktionsbereitschaft, damit der Anteil der fixen Kosten. Während diese in der arbeitsintensiven Produktion klein sind, steigen sie bei zunehmender Kapitalintensität. Jetzt lasten durch die Produktionsbereitschaft Kosten auf den Betrieben, die dauernden Charakter haben und daher je Leistungseinheit mit sinkender Produktion steigen, mit steigender Produktion sinken. Die fixen Kosten (Generalien, Kopitakzinsen, Steuern ufw.) erheischen somit nicht allein eine größtmögliche Kontinuität, sondern darüber hinaus eine größtmögliche Ausdehnung von Warenerzeugung und Warenabsatz. Unter ihrem Druck mußte sich der Aktionsradius der Betriebe, die Sphäre ihrer ökonomischen Beziehungen immer mehr erweitern.
Run ist es leider verschiedentlich vorgekommen, daß man bei dem ilebergang von der individuellen zur generellen Präzision häufig ganz schematisch amerikanischeMethoden kopierte, ohne zu bedenken, daß in Amerika das Ideal der großen Zahl vorherrschend ist: daß wirtschaftliche Formen, die jenseits des Ozeans noch im Werden und dauerndem Wechsel begriffen, nicht mustergültig für solche sein können, die wie in Deutschland, ja auf dem europäischen Kontinent, durch die Geschichte gebunden sind. In diesen Fällen hatte stets der Techniker über den Wirtschaftler den Sieg davongetragen und sich zu sehr leiten lassen von unmittelbaren Augenblicksberechnungen. So blieb es nicht aus, daß zuweilen nicht schrittweise, d. h. in vorsichtiger Abwägung aller Folgen, gehandelt wurde, sondern überstürzt. Manchen Stellen fehlte die Erkenntnis, dah die Rationalisierung eine Gleichung mit mehreren Unbekannten darstellte, daß imaginäre Faktoren in Rechnung gestellt werden mußten, die man zuerst übersehen zu können glaubte. ES sei hier erinnert an den lebendigen Menschen mit seinem Streben, seinen Zielsetzungen, seinen Willensregungen, seinen Gedanken und Leidenschaften. Es fei weiter erinnert an die unterirdisch wirksamen pshchologischenMv- mentc im Triebwerk der Wirtschaftsordnung, die alle Spielarten des Geistes und seiner Haltung, von der Intuition über den Instinkt und das Fingerspitzengefühl bis zum Ausdruck vitalen Lebensgefühls und Existenzwillens umfaßten. So wurde denn mitunter die Rationalisierung zu weit getrieben und damit wiederum die Ratio der Betriebsmodernisierung vernichtet. Gerade an die Verkennung der Grenzen, der nichtbeachteten Tatsache, daß die Maschine neben der erwarteten Ersparnis an Löhnen, die erforderlichen Zinsen und Amortisationsquote aufbringen müsse, scheiterten viele Unternehmungen. Sie hatten sich zu oft zur Ueberfteigcrung der fixen Kosten verleiten lassen. So kam es schließlich, daß viele von ihnen durch die notwendigen Rücksichtnahmen auf ihren Kredit und auf künftigen Kapitalbedarf gezwungen waren, eine Rentabilität in Erscheinung treten zu
Gießener Gta-ttheaier.
Bruno Frank: „Lturm im Wasserglas".
Die vierbeinige Kreatur, die dem Weimarer Theaterdirektor Goethe vor langer Zeit soviel Verdruß bereitet hat, ist inzwischen zu hohen Ehren gelangt; der selige Herr Geheimrat würde sich baß verwundert haben, wenn er es hätte erleben können. (Abgesehen davon, daß er heute wahrscheinlich überhaupt nicht aus dem Staunen herauskame.)
Der schwäbische Dichter Bruno Frank hingegen. der in Gießen schon mehrfach zu Wort gekommen ist. und dem wir den erregenden Lebensroman des unglücklichen Barons Trenck verdanken. — schreibt über sich in einer autobiographischen Rotiz unter anderem: „Sein vertrautester Umgang waren ... seine drei kleinen, schwarzen Pudel, auf deren Verstand und Charakter er große Stücke hält." Einer von diesen dreien, namens Hexi. spielte in der Münchener Ausführung die Hauptrolle.
Weil die Blumenfrau Vogl für ihre Promenadenmischung von Köter, welcher Toni heißt, die Hundesteuer nicht bezahlen kann, erhebt sich der Sturm im Wasserglas. Aus einer Lappalie entwickelt sich im Handumdrehen eine gesellschast- lich-kommunale Staatsaktion, die immer weitere Kreise zieht, um schließlich in lustspielhaftem Geplätscher sanft zu verebben.
Ein Stück aus Humanität, aus Liebe zur Kreatur, aus Empörung gegen bürokratische Enge und und menschliche Fragwürdigkeit; eine Fabel, welche die alltägliche Kleinigkeit zur Prin- zipienfrage erhebt; mit einem dialektischen Schwung, der zwei Akte lang echte Spannung und Anteilnahme erzwingt. .. . während der dritte heftig an Riveau verliert, und im Gesamteindruck zuletzt die Theaterwirkung das Komö- dienproblem überwuchert und unwichtig gemacht hat.
Daß die Hundesteuer nicht bezahlt und der Hund von der Kommunalverwaltung eingezogen wird, bedeutet für die dicke Frau Vogl mehr als einen materiellen Verlust. Den Stabtrat Thoß kostet es die Karriere, weil ein junger Journalist, den es eigentlich nichts angebt. den Fall aufgreift und durch einen öffentlichen Ein
griff die Wahl des Stadtrats zum Bürgermeister vereitelt.
Sturm im Wasserglas: wenn die Rede des Stadt» rate niedergebellt wird, ... wenn feine Frau immer mehr von feiner Seite auf die des jugendlichen Angreifers getrieben wird, ... wenn die Privatsache der Frau Vogl am Ende zu zwei Ehescheidungen und einer Einbruchsklage führt, die der kaltgestellte Beamte gegen seinen Angreifer entfesselt, weil der den vom Tierarzt auf acht Mark Verkaufswert geschätzten Köter aus dem städtischen Gewahrsam „gestoh» len" hat, um ihn seiner Eigentümerin wiederzubringen.
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Das alles wirkt ganz natürlich, stellenweise äußerst zeitgemäß, oft unwiderstehlich komisch, an den besten Stellen aber gar nicht mehr komisch, weil man merkt, daß es sich hier eigentlich um Wichtigeres handelt als um einen ruppigen Hund und einen fehlenden Steuerbetrug. Das geht schließlich jeden von uns an ... selbst wenn wir das Gefühl haben, daß sich Frank sowohl einen Zeitungsbetrieb als auch eine Gerichtsverhandlung etwas naiv vorge- stellt hat. Aber cs verstimmt, wenn man sieht, wie unwahrscheinlich im dritten Akt der natürlich nicht verurteilte Beklagte in jeder Hinsicht die Treppe hinauffällt, und wie die Hauptbeteiliaten den Gerichtssaal lustspielhaft-paarweise verlassen. —
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Die von Hub inszenierte Vorstellung entsprach in ihrem Ablauf genau der Linienführung des Stuckes, sie war in den beiden ersten Akten span» nend und witzig, ohne den ernsten Unterton ver- missen zu lassen, von dialektischer Schärfe, zur Teilnahme zwingend; im letzten viel lockerer, noch volkstümlich in der Komik, aber ohne retten zu können, was im Stück schon verdorben ist
Eine überaus sympathische Erscheinung, der von Albert Ianscheck ruhig und überlegen gespielte Burdach; Fräulein Berger (Viktoria) wirkte dies» mal viel freier und konzentrierter als beim ersten Auftreten; sie gab die Partie mit liebenswürdiger Sicherheit und natürlicher Wärme.
In der Valetti-Rolle der Blumenfrau Vogl vereinigte Luise Schubert-Jüngling drastischen Mutterwitz, kleinbürgerliche Beredsamkeit und Rühr» seligkeit zu einer volkstümlichen Mischung, obwohl ihr die gut gesehene Figur (auch im Dialekt) kaum aus der selbstverständlichen Bodenständigkeit zuge
wachsen ist wie seinerzeit den Münchener Schauspielern.
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Den unangenehmen Typ des bürokratisch engstirnigen nervös-gereizten, hochmütigen und strebe» rischen Stadtrats gab Karl Heyser in knappen und scharfen Umrissen. — Hub brachte als Magi» ftratsbiener Pfaffenzeller eine drollige Charge heraus. — Fräulein Doering erschien uns für die reichlich übertrieben gespielte Partie der Lisa zu jung. — Dom Ensemble seien noch Kühne (Amts- richter), Hauer (QuiUing) und Volck (Tierarzt) genannt. —
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Es gab den gleichen Publikumserfola, den das Stück (außer in Berlin) bisher allenthalben gefunden hat. hth.
„3m Reich her Hausfrau."
Eine Ausstellung in Frankfurt.
Wer noch immer dazu neigt, die Tätigkeit der Hausfrau gering zu schätzen, den wird ein Gang durch die Frankfurter Ausstellung zu einer Revi- dierung feiner Meinung veranlassen. Hier wird er erkennen müssen, von welch großer Bedeutung die Arbeit der Hausfrau ist, wie eng mit ihr daS ganze Wirtschaftsleben sich verbindet.
Wie könnte dies deutlicher vor Augen geführt werden, als es in den Ausstellungen geschieht, die in verschiedenen Städten Deutschlands Frauen für die Frau geschaffen haben, um ein Gesamtbild zu geben von allem, was in das Arbeitsgebiet der Hausfrau fällt. Kaum reicht die Fest- halle in ihrem weiten Partcrrcraum aus, um all die Stände zu fassen, in welchen die Waren zu Schau und Kauf geboten werden.
Da ist nicht nur alles, was für Küche und Hausarbeit nötig ist. vertreten, sondern vor allem auch die Ausstattung des Heims, desien Gestaltung ganz Sache der Frau ist. mit einbezogen. Möbel. Teppiche. Fensterbekleidung. Möbelstoffe, alles neuzeitlich in einem gesunden Geschmack angeordnet, um den Hausfrauen ein gutes Vorbild und manche Anregung zu geben.
Rächst der Gestaltung des Heims ist es natürlich dessen Erhaltung, d. h. die dazu erforderlichen Geräte sowie alles Rötige für die Küche, was von Haushaltungsgeschäften in anschaulichster Weise vorgeführt wird. Lind es gibt wieder viel Reue- und immer wieder andere Gedanken, wie Haushalt- und Küchenarbeit durch maschinelle Hilfsmittel zu erleichtern sei. Da fällt eine Schälmaschine für Obst, Kartoffeln und Gemüse
dem 1. Oktober begonnen, in Hessen beginnt sie mit dem 16. Oktober. Den Küchenhasen wird man sich auf dem Ansitz am Waldrand qfcer auf der Suche holen. Wer letztere übertreibt, jagt seine Hasen bald über die Grenze! Erst gegen Monatsende, wenn cs kälter wird, beginnen die Waldtreiben auf den Mümmelmann.
Die Rebhühner halten meist schlecht und streichen weit. Immerhin kann zur Mauserzeit und in schönen Sonnenstunden die Jagd noch einmal floppen. Lohnend ist sie jedenfalls, denn die Jung. Hühner sind nun schön stark.
Die Fasanenjagd hat in Preußen schon begonnen, während sie in Hessen erst am 16. Oktober aufgeht. UeberaU wo Hecken, Unkraut und Schilf Deckung bieten, kann das Stöbern des Hundes den bunten Hahn vor die Flinte bringen. Einen Hennenabschuß dürfte das Interesse der Jagdkasse bei den geringen Wildpreisen und unseren noch schwachen Beständen verbieten.
Die Waldschnepfe zieht durch und kann mit kurz suchenden Hund gejagt werden, auch verspricht der Strich Weidmannsheil!
Enten und Gänse ziehen, und auch die Tau- benjagb verspricht vor allem dort, wo Mast im Walde fällt, Erfolg.
Der F u ch s b a l g wird allmählich reif, doch schadet zu früher Abschuß des roten Schelmes nur, da der Balg dann meist noch „grün" und unterfertig ist.
Der Dachs ist feist. In Revieren, wo man Fasanen hochbringen will, soll man ihn nicht überhand nehmen lassen, während er anderseits in der Bekämpfung der Rachenbremsenplage durch Fresien der Larven und Puppen eine wichtige Rolle spielt.
Neben diesen vielerlei Jagdfreuden muß der Weid- mann aber weiter denken an das, was der Winter bringen kann. Dor allem müßen S a l z l e ck e n neu beschickt oder angelegt werden. Wir wissen aus berufenem Munde, daß der Salzhunger gerade das Wild häufig ungeeignete Nahrung, rote Kunstdünger, lecken und damit Krankheitserreger aus dem Boden in Form von Bakterien aufnehmen läßt. Drum müßte von der billigen, vorbeugenden Methode der Salzlecke viel mehr Gebrauch gemacht werden, wollen wir nicht ähnliche Verluste erleben wie im Frühjahr 1931. Hinzu kommt die Anlage von Fütterun- gen, vor allem zunächst für Fasanen, die alsbald auch zu beschicken sind, damit bas Wilb, wenn ber Winter einsetzt, weiß, wo es etwas finbet. Abschuß unb Wilbpflege sinb für ben echten Weibmann unzertrennlich miteinanber oerbunben unb bereiten ihm gleichviel Freude! Hubertus.
Oberbeffen.
Vürgenneistenvechsel in Buhbach.
Butzbach, 6. Ott, sWSN.) Der seit einigen Jahren hier amtierende Bürgermeister Dr. Jansen ist unter 123 Bewerbern einstimmig zum Bürger- m e i ft e r ber Stabt Gronau in Westfalen ge- wählt worben. Die Annahme ber Wahl hängt noch von gewissen Bebingungen ab.
Landkreis Gießen.
FAlten»Buseck,6. Oft. Durch bie gute Witterung ber letzten Wochen würbe bie Kartoffelernte so begünstigt, baß man sie jetzt als beenbet ansehen kann. Der Ertrag ist reichlich. Einige emp- finblichere Sorten, wie Inbustrie unb Ebeltraut, haben aUerbings sehr unter ber anhaltenden Nässe des Nachsommers zu leiden gehabt.
' Großen-Bufeck, 6. Okt. Altbürgermeister Heinrich Meyer I. feierte am vorigen Sonntag.in voller geistiger Rüstigkeit und Frische seinen achtzigsten Geburtstag. Herr Meyer stand von 1880 bis 1930 im öffentlichen Leben. Don 1880 bis 1891 war er Mitglied des Gemeinderats, von 1891 bis 1900 war er Bürgermeister von Großen-Buseck. Während seiner Amtszeit wurden die Wa ferleitung unb neue Ortsstraßen erbaut, bas Feldwegenetz ver- bessert u. bgl. m. Von 1900 bis 1923 versah er bie Untererhebestelle ber Gemeinbe Grohen-Buseck. Don 1892 bis 1898 war er Postagent ber Postagentur Großen-Buseck, von 1882 bis Enbe 1930 Direktor bes Landwirtschaftlichen Konsumvereins e. G. m. u H. Großen-Buseck. Seine hohen kaufmännischen Fähigkeiten haben bem Verein eine sehr gute finanzielle Lage gesichert. Herr Meyer erfreut sich weit über
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auf, die man noch nicht gesehen hat, welche blitzschnell die Früchte haardünn schält. Da sind wieder neue Schnellkochtöpfe, eine elektrische Bohnermaschine, da hat man wieder neue Anordnung für die Kücheneinrichtung herausgefunden, um so rationell wie nur irgend möglich die Hausarbeit zu verrichten. Man zeigt den schön gedeckten Tisch, zeigt schöne Wäsche und Bestecke. Die Standard- Firmen der LebenSmittelbranche bringen ihre Erzeugnisse mit Kostproben, und wem es Freud« macht, der kann sich von einem Stand zum andern durchessen. Da gibt eS Kuchen auS besonderem Weizenmehl, dort gibt eS Pflanzenbutter, hier besonderes Brot, dann wieder salzloses, hier Suppe, dort ein Täßchen Kaffee, Pudding, Kleln- und Feingebäck wird freundlich zum Kosten verabreicht.
Hauptanziehungspunkt sind natürlich die Kochvorführungen, welche vom Frankfurter HauS- frauenvercin mit täglich wechselndem Programm geboten werden. Hier wird den Frauen m einem ständigen Dienst die Zubereitung der verschiedensten Gerichte gezeigt und erklärt, in einem Lehrhaushalt eine genaue Berechnung deS Rährwer- teS und der Kosten jeder Speise den Frauen vor ! Augen geführt. Dom Bund für Volksernährung V werden gleichfalls praktisch Mahlzeiten für vier Personen gekocht, deren DesamtpreiS sich um 50 Pf. bewegt.
Und über die Hausarbeit hinaus ist auch der V SrholungSstunden gedacht und all der Dinge, mit welchen der Schönheitssinn der Frau liebäugelt. >- Vorn Bund der Künstlerinnen, von den Berufsschulen, wie von den Frauenschulklassen der Fort- t bildungsschulen sind besondere Stände mit fünft» k lerischer Arbeit gestellt, und selbstverständlich ist ’ das Kunsthandwerk mit den vielen Dingen, die eine Frau gebraucht und gerne haben möchte, I vertreten. Endlich ist auch des Sports, wie der ■ Unterhaltung gedacht, damit eS an nichts fehlt, | waS im Leben einer Frau vorkommt und für ihr i Heben wichtig ist. M. H. ;
dod)fd)ulnad)nd)feiL
Die Ernennung deS außerordentlichen Professors Dr Adhemar Gelb in Frankfurt zum ordentlichen Professor der Psychologie an der Universität Halle als Rachfolger von Professor Th. Ziehen ist erfolgt.
Der Bonner Privatdozent Dr. H. Drost hat den an ihn ergangenen Ruf als ordentlicher Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Münster vom 1. Oktober dieses IahreS angenommen.
Vornan von i l VrhcderrechtrlchuhDe I Fortsetzung.
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