Ausgabe 
7.10.1931
 
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Bungen für vollkommen gegenstanös- l o s und vermute, daß es nicht gerade meine Freunde sind, die derartige Dachrichten in die Oeffentlichkeit lancieren. Die Presse, die der­artiges bringt, ist sich offenbar nicht darüber klar, daß sie durch diesen Hinweis auf einen Provinzbürgermeister, der sich seit sieben Jahren bewußt und gewollt von jeder politischen Tätigkeit fernhält, der deutschen Politik ein Armutszeugnis ausstellt."

Wir geben diese Erklärung wieder, möchten aber auf Grund unserer Kenntnis der Dinge darauf Hinweisen, daß der Dame Dr. Brachts keineswegs von Kreisen in die Debatte geworfen wurde, die als seine Gegner gelten können. Jedenfalls geht aus der Erklärung des Essener Oberbürgermeisters eindeutig hervor, daß Dr. Bracht selbst nicht an die Uebernahme eines Ministeramtes denkt.

pariser Echo.

Curtius' Rücktritt wurde erwartet.

P a r i s, 6. Oft. (TU.) Der Rücktritt des Reichs- außenministers ist in Paris zu spät bekannt ge­worden, um allen Blättern schon jeht die Mög­lichkeit zu einer ausführlichen Stellungnahme zu oeben. DerT e m p s" meint, Dr. Eurtius habe daS Werk seines Vorgängers zu stark kompromit­tiert, als daß er noch länger auf seinem Posten hätte bleiben können. Sein Rücktritt sei vorauszu­sehen gewesen und habe in Frankreich keines­wegs überrascht. Der »Intransi- g e a n t" erklärt da h das Chaos, das zur Zeit in Deutschland herrsche, geradezu unglaublich sei. DieKrlse habe i h r e n H ö h e p u n k t er­reicht. Selbst die zu erwartenden neuen Regie­rungserlasse hätten heute nur vermindertes In­teresse, da die ganze Aufmerksamkeit auf die Deubildung derRegierung gerichtet sei. Gustav Herv6 tritt tn seinem Organ, der .Bictoire" für eine Unterstützung der deutschen Rechtsparteien ein. Dur diese hätten die wahre nationale Kraft, geordnete Ver­hältnisse wiederherzustellen und die Maßnahmen zu ergreifen, die zum Wohle des Landes notwen­dig feien. Frankreich habe die Pflicht, die deutsche Rechte dadurch zu unterstützen, daß sie ihr zum mindesten keine Knüppel mehr zwischen die Beine werfe und die unannehmbare Forderung aufgebe, Deutschland möge auf die Revisionspolitik verzich­ten. Wenn Frankreich nicht endlich seine Hand dem patriotischen und nationalen Deutschland hin­strecke, so werde man erleben, wie das Reich dem Bolschewismus und Anarchismus verfalle.

Oie Harzburger Tagung der Opposition.

Berlin, 6. Oft. (TU.) Die Deutschnationale Pressestelle teilt einiges über das Programm der Harzburger Tagung der Rechtsopoofition mit. Da. noch handelt es sich um eine geschlossene Kundgebung im großen Saale des Kurhauses in Harzburg am 11. Oktober, wobei Dr. H u g e n b e r g, Adolf Hit- l c r, die Stahlhelmbundesführer S e l d t e und D ü « st e r b e r g, der Präsident des Reichslandbundes G r a f K a l ck r e u t h , der Reichsbankpräsident a. D. Dr. S ch a ch t, Justizrat C l a ß , der Führer des All­deutschen Verbandes, sowie Gras v. d. G o l tz, der Vorsitzende der Vereinigten Vaterländischen Ver­bände, das Wort nehmen werden. Am Vormittag des 11. Oktober findet eine gemeinsame Sitzung der deutschnatwnalen und nationalsozialistisct)en Fraktionen des Reichstags und des Preußischen Landtag, der Reichs- und des Staatsrats statt. Die deutschnationalen und nationalsozialistischen M i n i - st e r der Länder sowie Vertreter der Landtags­fraktionen der übrigen Länder sind ebenfalls geladen. An der Fryktiopssitzung nehmen ferner die drei aus der Landoolkpartei zur nationalen Opposition über­getretenen Reichstagsabgeordneten teil. Zu gleicher Zeit findet eine große Bundesvorstands- fitzung des Stahlhelms unter Leitung der Bundesführer statt.

Schon jetzt ist zu übersehen, so heißt es weiter in der Mitteilung, daß der Besuch außerordentlich stark sein wird, besonders auch aus Kreisen der Industrie und der Landwirtschaft. Füh­rende Persönlichkeiten der westlichen Industrie, des Reichslandbundes und der Arbeitnehmerschaft haben ihr Erscheinen zugesagt. Die Tagung ist durch die drei großen politischen Organisationen der Rechts­opposition vvrbereitet worden. Die Arbeit liegt in den Händen eines Arbeitsausschusses der nationalen Opposition. Ihm gehören an: der Reichs- tagsabgeordnete Schmidt (Hannover) für die Deutschnationalen, Minister a. D. Dr. Frick für die NSDAP., Bundeskanzler Wagner für den Stahl­helm. Den Vorsitz in der Tagung der Fraktionen führt Minister a. D. Dr. F r i ck , in der großen Nach­mittagstagung der nationalen Opposition führt den Vorsitz Dr. H u g e n b e r g.

Der Einzelhandel in der Wirtschastskrisis.

Mitgliederversammlung der Hauptgemein- schäft deS Deutschen Einzelhandels.

Berlin, 6. Oft. (WTB.) Die diesjährige Mitgliederversammlung der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels wurde von dem Vor­sitzenden, Heinrich G r ü n f e l d, eröffnet. Die Deugestaltung unseres Kreditwe­sens, so führte er weiter auS, werde unter stär­kerer Beachtung des alten Prinzips erfolgen müs­sen, nach dem es sicherer sei, kleinere Personal- fredite auf eine größere Zahl von Schuldnern zu verteilen, als daS Risiko durch Gewährung von Riesenkrediten an wenige zu erhöhen. Gerade die jetzige Krise erweise immer stärker, dah berfcri- vatwirt schöstliche Einzelhandel die zweckmäßigste Form der Warenver­teilung darstelle, weil sie das Risiko dem Sin- zelunternehmer in vollem Umfange zuweise; er lehne Versuche, durch Mitbeteiligung der Konsu­menten auch das Risiko teilweise auf diese abzu- wälzen, ab.

Im Damen der Reichsregierung begrüßte Staatssekretär Dr. Trendelenburg, der Leiter des Deichswirtschaftsministeriums. die Versammlung. Den Geschäftsbericht erstattete sodann daS ge- schästsführende Vorstandsmitglied der Hauptge- meinschast, Dr. T i d u r t i u S. Er führte u. a. auS:

Der Einzelhandel fordere zur Senkung der Kostenlast in erster Linie eine nachdrückliche In­angriffnahme der R e i ch S r e f o r m , in der Steuerpolitik eine Beseitigung derHaus- zinssteuer zur Stärkung der Reparaturtätig­feit und eine Phasenpauschalierung bei der Um­satzsteuer: eine Erhöhung der Umfahheucr sei abzulehnen. Dotwendig sei ferner eine Klä -

Die Konferenz im Weißen Hause.

Vertreter beider Parteien beim Präsidenten. Hilfsmaßnahmen für die amen» kanischen Banken. Keine Entscheidung über das Hoovermoratorium vor dem Besuch LavalS.

Washington,?. Oft. (WTB. Funkspruch.) Der Bureauflügel de» Weißen Hauses wird heule nacht hell erleuchtet, und Parlamentarier beider Parteien eilten in die Reichskanzlei, wo Präsi­dent Hoover ihnen einen plan vorlegte, der die nationale Einheit zur Vorbereitung auf die harten Wintermonate sicherstellen soll. Die Demokraten hielten rasch noch eine Ausschuhsihung ab, um sich über die Taktik gegenüber den Vorschlägen de» republikanischen Präsidenten einig zu werden. Hoo­ver hat alle Beteiligten um strikteste Geheim­haltung gebeten, und wenn auch die Kurse auf der Deuyorker Börse in Erwartung konstruktiver Schritte zur Behebung der Depression erfreulich anzogen, fo bestehl doch allge­meine Unsicherheit über Inhalt und Resultat der heutigen Konferenz. Das pressezimmer der Reichs­kanzlei war voll von wartenden Reportern und alle Ausgänge des Weißen Hauses find mit Zei­tungsleuten beseht, die ungeduldig bis nach Mitternacht warteten in der Hoffnung, daß einer der vielen Geladenen eine Indiskretion begehen und die Pläne ausplaudern wird, bevor der Präsident sie selbst bekanntgibt, wa» aber immer der Vorschlag Hoover» sein möge, das sympathische Ver­halten der Demokraten ist ihnen sicher, da sie nie­mals in diesen schweren Zeilen nationaler und inter­nationaler Jlof aus engherzigem Parteiegoismus feine Mitarbeit verweigern wollen, sofern es sich nicht um fundamentale Differenzen in der Auf­fassung handelt.

Die Konferenz endete erst nach Mitternacht. Dicht eingeladen waren die Vertreter der sog. progressiven Republikaner, dagegen nahm unter anderen Demo­kraten der deutsch-amerikanische Senator Wagner teil, der nach dem verlassen des weihen Hauses erklärte, es fei weder eine Steuererhöhung, noch ein verbot von Leerverkäufen an Fondsbörsen, noch die Frage der deutschen Kurzkredite erörtert worden. Man habe lediglich diskutiert und sich prinzi­piell geeinigt über d l e Gründung eine» privaten Bankkorsortiums mit einemKapltalvon500MlllionenDol- tar, womit den Banken geholfen werden soll, deren Anleihen an ihre Schuldner sich nach dem Bankgeseh nicht zur Diskontierung durch Bun­desbanken eignen, lieber Verlängerung des hoovermoratoriums wurde nichts be­

schlossen. Man war sich darüber einig, daß Prä­sident Hoover diese Frage mit Laval aufnehmen wolle und feststellen, wann und unter welchen Be­dingungen ein weitere» Moratorium erforderlich sei.

3um Tode Morrows.

Amerika und die europäischen Pläne.

Washington, 6. Oft. (WTB.) Der ver­storbene Senator Dwight Morrow stand, wie Etaatssefretär Stimson heute in einem Dachruf auf den Loten ausführte, mehr denn irgendein anderer Bundes^enator im Rampenlicht Der öf­fentlichen Diskussion: als Schwiegervater Lind- berghs, als Kandidat der Republikaner für das Weiße Haus, als früherer Teilhaber der Welt- fitma Morgan & Co., als erfolgreicher Mittler zwilchen Mexiko und den Bereinigten Staaten, deren Beziehungen zueinander sich sofort bes­serten. nachdem Coolidge Morrow als Bot­schafter dorthin entsandt hatte, und schließlich als ge'chickter Unterhändler während der Lon­doner Flottenfonferenz. Gerade in den nächsten Wochen und Monaten sollte Morrow als Berater und Mitarbeiter bei der Lösung der schwebenden internationalen Pro­bleme wichtige Aufgaben erfüllen. Staatssekre­tär Stimson hatte ihn am Donnerstag der letzten Woche eigens aus Dew Jersey nach Washington gerufen und den ganzen Freitag über in intim­ster Beratung mit ihm alle Punkte durch- gesprochen, die bei dem Besuche La­vals erörtert werden sollen, so die Abrüstungs­frage, das Korridorproblem, die Repara­tionen und die Sanierung der internationalen Kreditlage. Morrow vertrat den Standpunkt, daß man weder in der Abrüstungsfrage noch in an­deren Problemen vorwärtskomme. wenn nicht Frankreich in irgendeiner Form gegen­über deutschen und italienischen Be­strebungen gesichert werde. Anderer­seits stand fest, daß die Regierung diese Sicher­heit nicht in der Form eines Paktes geben könne, der Amerika zum aktiven Einschreiten bei euro­päischen Konflikten verpflichten würde, da der Bundessenat eine derartige Bindung traditionell ablehnt. Stimson bezeichnet den Tod feines Freun­des und Beraters als schweren Schlag, da Ame­rika gerade jetzt der Dienste Morrows beraubt wurde, wo er bestimmt war, unschätzbare Arbeit zu leisten. Durch den Tod Morrows stehen sich im Bundessenat 47 Republikaner. 47 Demokraten und der Vertreter der Farmerlabourpartei. Se­nator Shipstad, gegenüber.

Die neue Notverordnung.

Eine ergänzende Inhaltsübersicht.

Berlin, 7. Oft. (WTB. Funkspruch.) Die neue Notverordnung, die in weitem Umfang Voraus- fetzung für ein Wirtschaftsprograrnin ist, das in den nächsten Wochen mit maßgebenden Führern der Wirtschaft beraten werden soll, enthält im wesentlichen alle die Maßnahmen, die bereits am Dienstag veröffentlicht wurden. So u. a. Hilfs­maßnahmen, die durch die gesteigerten La st en der Wohlfahrtsfürsorge erforder­lich geworden sind. Für den kommenden Winter wird, wie bereits bekannt geworden, den Ge­meinden 230 Millionen Reichsmark zur Ver­fügung gestellt, von denen 150 Millionen schlüssel­mäßig verteilt und 80 Millionen an besonders not- leidende Gemeinden im Einzelfall gegeben werden. Bürger st euer und Getränke st euer sollen weiterhin erhoben werden, und die auf den WohnungsbauanteilentfallendenBe. träge der Hauszins st euer für den all­gemeinen Finanzbedarf verwendet werden können. Der Sonderbeitrag von 375 Mil­lionen Reichsmark aus dem Gefamtaufkommen der drei großen Ueberweisungssteuern soll wie bisher verteilt werden.

Bei der Arbeitslosenversicherung wer- den gewisse Härten beseitigt. Lohnsenkun- gen der letzten Zeit z. B. werden sich nicht sofort in vollem Umfang auf die Höhe der Unterstützungen auswirken, die bis zu einem Drittel in Sachleistun­gen bestimmter Art gewährt werden können. Bei einem regelmäßigen Wechsel von Belegschaften kann den zeitweise aussetzenden Arbeitnehmern Arbeits- losenunterstützuna gewährt werden, wenn auch nicht in voller Höhe. Aenderungen in den Sätzen und in der Gesamtdauer der Unterstützung sind nicht vor- geseben. Für die notwendig werdenden Mehrauf­wendungen in der Krisenfürsorge wird die Reichs- regierung Mittel bereitstellen.

Die Ausgaben der öffentlichen Hand werden insofern eingeschränkt, als für die nächsten drei Jahre Neubauten für Verwaltungsgebäude unterbleiben, diePensionenbeiErreichung der Altersgrenze von 80 aus 75 v. H. herabgesetzt und ferner die Höchstpensionen und die der Doppelverdiener gekürzt werden. Die bereits angekündigte SenkungderHauszins- steuer beträgt 20 v. H. Die Vorschriften über die Kapitalherabsetzung in erleichterter Form sollen der deutschen Privatwirtschaft die An­

passung ihres Stammkapitals und ihrer Finanzen an die veränderte Wirtschaftslage erleichtern.

Ein weiterer Teil der Dotverordnung befaßt sich mit der Bereitstellung von Garan­tien zur Förderung der deutschen Wirtschaft bis zum Betrage von 30 Mil­lionen Mark. Darüber hinaus wird der Finanz­minister ermächtigt, zur Stützung der M a n s f e l d - A. - G. bis zu 3 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen und bis zu 300 Mil­lionen durch Kredite zu beschaffen. Aus den neuen Bestimmungen über den ileberlanb- verkehr mit Kraftfahrzeugen ist her­vorzuheben, daß zur Beförderung von Gütern für Dritte aus Entfernungen über 50 Kilometer der staa11iche Genehmigungszwang eingeführt wird mit der Maßgabe, daß kein Unternehmer die einheitlich für das ganze Reich festgesetzten Beförderungspreise unter­bieten darf. Ferner bestimmt die Dotverord­nung, daß alle Wirtschaftsbetriede der öffentlichen Hand, soweit es sich nicht um Aktiengesellschaften handelt, einer regel­mäßigen Prüfung durch sachverstän­dige Finanzprüfer unterzogen werden.

Zur Bekämpfung politischer Aus­schreitungen sieht die Dotverordnung eine Reihe scharfer Bestimmungen vor, die insbeson­dere sich gegen die politische Propaganda mit illegalen Schriften hochverräterischer oder zer­setzender Ziele richten. Der Polizei wird ferner die Möglichkeit gegeben, Heime und Verkehrs­lokale radikaler Verbände erforderlichenfalls zu schließen. Am Schluß heißt es:Es muß ge­lingen, das gesamte Preisniveau rasch auf die verringerte Kaufkraft der Abnehmer ein­zustellen. die Produktion ausreichend herab­zusetzen und zu dem natürlichen Verhältnis der Preise der einzelnen Warengruppen zurückzu­führen. uiö sich aus den volkswirtschaftlichen Zusammenhängen und aus dem Gebrauchswert der Waren in großem Rahmen des gesamten Wirtschaftsverkehrs ergibt. Auch im Außen­handel und in der Devisenbewirtschaf­tung muß der außerordentlichen Lage Rechnung getragen und den Mahnungen des Laytonberich- tes gefolgt werden, der vor vermeidbaren Einfuhren warn t."

rung der Erwerbslvsenlastcn. In der Tarifpolitik herrsche im Einzelhandel überwiegend keine Gegnerschast gegen den Tarifvertrag, wohl aber der Wunsch nach Beseitigung gewisser Fehler im Aufbau. Die Verbindlichkeitserk - rung von Schiedssprüchen müsse in ihrer jetzigen Form verschwinden, übrig bleiben werde ein auf seltene Dotstände zu beschränkendes In­strument einer Art von Wirtschaftspolizei Die Selbsthilfe der Wirtschaft müsse sich auch auf eine Deform der jetzigen Zollpolitik er­strecken. die den Bedürfnissen der bäuerlichen Wirtschaft und der Herstellung absatzfähiger deutscher Veredelungsprodukte angemes­sen sei. An Spezialforderungen des Einzelhandels nannte der Redner Verbesse­rung der Kreditversorgung und Schutz des reellen Wettbewerbs. Der Einzelhandel sei sich bewußt, daß die bestehende Vertrauenskrise gegenüber der Privatwirtschaft nur durch den wirtschaftlichen und staatspolitischen Effekt ihrer Arbeitsleistung von innen heraus beseitigt werden könne. Der sozialpolitische Ausschuß bezeichnet eS als drin­

gend notwendig, daß auf dem Gebiete des Tarif­wesens Maßnahmen getroffen werden, die eine beschleunigte Anpassung der Löhne und Gehälter an die Absahmöglich- leiten fördern. Diese Umstellung darf sich aber nicht nur auf die Höhe der Löhne und Gehälter beschränken, sondern es muß eine schleunige, unter Umständen der normalen Lausdauer der Tarife vorgreifende Abkehr von allen schema­tischen Ueberspannungen des Tarif­gedankens der letzten Jahre, besonders auch bei Angestellten, erfolgen.

Entschließungen des Afa-Kongresses.

Leipzig, 6. Okt. (WTB.) In der Nachmittags- sitzung des Asa-Kongresses gelangten mehrere (Ent- schließungen zur Annahme, von denen eine als erste Aufgabe für die nächste Zukunft die Sicherung des Lebensspielraumes der breiten Mas­sen sowie die planmäßige Arbeitsvertei- u n & bezeichnet. In dieser Resolution wird auch die 40-«tunden-Woche gefordert und ein von der Gesellschaft getragener Wirtschaftsplan

an Stelle der kapitalistischen Anarchie". In einet Resolution zum Tarifrecht, die davon ausgeht, datz bereits jetzt eine durchschnittliche Einkommens­oerminderung von 25 Prozent festzustellen sei, roirty der Tarifvertrag neben der Arbeitslosenunterstützung als der einzige Wall vor dem völligen Zusammen, bruch der Lebenshaltung von Arbeitern und Ange» stellten bezeichnet. Alle Pläne, ihn zu beseitigen, werden mit aller Schärfe abgelehnt. Eine andere Resolution beauftragt den Afa-Bundesvorstand, für die Einführung der 40-Stunden.Woche bei den Be- Hörden hinzuwirken.

Aus aller Welt.

Da» postflugzeug derBremen" verunglückt.

Das Postflugzeug des Dampfer» Bremen, das in Sydney auf Neuschottland neuen De- triebsstoff aufgefüllt und bann seinen 5 Lug nach Neuyork fortaesetzt hatte, wurde in der Lobe- quidbucht zum Niedergehen gezwungen. Die Hoffnung, das Schleuderflugzeug unversehrt aufzu- finden, ist aufgegeben worden, nachdem in der Nähe von Noel an der Küste von Neuschottland eine Tragfläche aufgefunden worden ist, die als zurNeuyork" gehörend erkannt wurde. Die Leitung des Norddeutschen Lloyd nimmt an, daß die beiden Flugzeuginsassen, der Pilot Simon und der Mechaniker Wagenknecht, ertrunken sind. Die fünf P o st s ä ck e, die sich an Bord des Flug­zeuges befanden, gelten als verloren.

Bombenexplosionen

an der serbisch-griechischen Grenze.

Die griechische Presse bringt eine Meldung aufl Saloniki über einen geplanten Bombenan­schlag auf den Simpionexpreß in Kevgheli an der serbisch-griechischen Grenze. Die Höllenma­schine konnte eine Viertelstunde vor Durchfahrt de- Sirnplenexpreh unschädlich gemacht wer­den. 500 Meter von der griechischen Grenze ent­fernt explodierten auf serbischem Gebiet 25B o m - b c n. Dabei wurden zwei Serben getötet und drei verletzt. Eine weitere Bombe, die in der Dähe einer Kaserne in Kevgheli explodierte, riß die Vorderwand ein. Ein Soldat wurde getötet und zahlreiche verwundet. In der Dähe des Bahn­hofs S k o p l j e richteten zwei Bomben schweren Schaden an. Die Verbindung Disch Kevgheli wurde unterbrochen. Die geängstigten Einwohner Kevghelis fliehen nach der griechischen Grenz­station Idomenc. Es werden neue Anschläge der Komitatschi befürchtet.

Großer Fabrikbrand in kowno.

3n dem Kownoer Vorort Schanzy steht e i n Block von vier Fabriken (eine Strumpf­fabrik, eine Spinnerei, eine Dagelfabrik und eine Faserstoff-Fabrik) in Flammen. Die Fabriken gehören zu den größten Unternehmungen Li­tauens. Der Brand begann bereits um 6 Uhr früh in der Daumwollfaser-Fabrik zu Beginn der ersten Schicht. Man vermutet, daß der Brand durch unachtsames Rauchen entstanden ist. Gleich­zeitig verbrannte in dem Zabrikblock ein aroheS sowjetrussisches Transitlager mit Manufaktur- Waren, Zucker, Gummi usw.

Im Streit den Bater erschlagen.

Eine schwere Bluttat ereignete sich in Elgen- roth (KreiS Altenkirchen) im Westerwald. Ein Arbeiter kam in betrunkenem Zustand nach Hause und geriet mit seinem 22jährigen Sohn in Streit. Als der Vater dem Sohn drohte, er werde ihm die Kehle durchschneiden und auf ihn eindrang, ergriff der Sohn eine Axt und schlug auf den Vater ein. Er traf die Halsschlag­ader. so daß der Tod durch Verbluten c i n t r a t. Der Sohn stellte sich nach der Tat der Polizei.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Ausläufer der nördlichen Störung gewinnen auf dem Festlande an Raum. Insolgedesien hat sich über Frankreich und Holland ein Rcgengebiet ousgebreitet, und die Temperaturen sind weiter angestiegcn. Auch bei uns wird sich der Störungseinfluß bemerkbar machen, so daß noch im Lause des heutigen Tages oder in der kommenden Nacht Niederschläge auf- treten. Mit dem alsbaldigen Zufließen kühler Ozcan- lüft wird am morgigen Tag Abkühlung einsetzen. Da» Wetter nimmt einen unbeständigen Charakter an.

Vorhersage für Donnerstag: Anfang» mild, bedeckt mit Niederschlägen, später wechselnd wolkig und kühler.

DorhersagefürFreitag: Kühl, wechselnd wolkiges Wetter mit Aufheiterung, keine oder nur vereinzelt geringe Niederschläge.

Lufttemperaturen am 6. Oktober: mittags 18,7 ®rab CelfiuS, abends 9.2 Grad; am 7. Oktober: morgen- 11.1 Grad. Maximum 18,7 Grad. Mini­mum 7.1 Grad. Erdtcmperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Oktober: abends 12,8 Grad, am 7. Oktober: morgen- 10,4 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 7 Stunden.