Nr. 208 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Montag, 7. September (931
©.jf.-fport
Um den StSdte-Achter.
Gießener RG. gewinnt den Wanderpreis.
Gestern wurde bei wenig günstigem regnerischem und windigen Weller der Städte-Achter um den Wanderpreis der Städte Gießen und Wetzlar aus- gefahren Das Rennen halte eine stattliche Menge von Zuschauern angelockt, die den interessanten Kampf mit aller Aufmerksamkeit verfolgten Ein belonders spannendes Rennen brachte naturgemäß der Vorkampf am Vormittag -wischen den Mann- schäften der drei hiesigen Ruderoereine, die ihre Mannschaften in der am Samstag genannten Ausstellung in den Kampf sandten. Erwartungsgemäß blieben die Ruderer der Gießener Rudergesellschaft siegreich. Mil einem Vorsprung von nahezu zwei Längen gingen sie vor Ruderclub .Hossia" und Verein Rudersport durch das Ziel. Besonders interessant gestaltete sich der Kampf um den zweiten Platz. Der Achter des Vereins Rudersport hatte einen schlechten Start und fiel dadurch stark zurück. Die Mannschaft vermochte >edoch auf der Strecke aufzuholen und lag im Ziel nur noch 1% Meter hinter dem Achter der Hckssia. Der zweite Platz war der Mannschaft allerdings nicht mehr beschieden, denn die Ruderer der Maffia boten alles auf, um den Platz zu halten. Die erzielten Zeiten müssen als sehr gut bezeichnet werden. Der Achter der Gießener Rudergesellschaft legte die Strecke in 5:20,4 Minuten zurück: in 5:23,0 folgte der Achter der Hassia und in */ie Sekunden Abstand ging der Achter des Vereins Rudersport durch das Ziel.
Das f)auptrennen, das am Rachmittag statt- fand, sah die Mannschaft der Gießener Rudergesellschaft und des Wetzlarer Ruderklubs im Kampf. Die Gießener gewannen das Rennen ohne allzu große Anstrengung, denn die Wetzlarer zeigten lange nicht die Leistung, die die Gegner der Rudergesellschaft am Vormittag zeigten. Der Achter der Gießener RG. siegte jederzeit sicher und ging mit nahezu vier Längen Vorsprung durch das Ziel. Die gefahrenen Zeiten sind wesentlich schlechter (1. Gießener RG. 5:41,0; 2. Wetzlarer Ruderklub 5:51,8 Minuten.)
Dem erfolgreichen Achter der Gießener Ruder- aesellschast siet demnach der Wanderpreis für das Vahr 1931 zu.
Fußball der Gießener Mannschaften.
Die Ligamannschaft der Spielvereini- gung 19 0 0 trug am Sonntag gegen den 35. Wallau ihr erstes Pflichtspiel aus. hatte dabei jedoch einen reichlich schlechten Start Die Dlau- lveißen verloren gegen den eifrig und sehr gut spielenden Gegner mit 1:3. Die 1900er lieferten eine sehr mittelmäßige Partie. Die Ligareserve gewann gegen die 1. Mannschaft von Hermannstein mit 1:0. Die 3. (Lehrmannschaft) vermochte gegen die 1. Mannschaft von Wicseck nur ein Unentschieden von 1:1 zu erzielen, nachdem sie das letzte Spiel mit 9:0 für sich entschieden. Die 4. Mannschaft verlor gegen eine aus der 1. und 2. Mannschaft kombinierte Elf von Steinbach mit 3:4 (2:2). Die 1. Jugend siegle gegen Lollars 1. Jugend mit 2:0. Gin gleiches Ergebnis schuf die 2. Jugend gegen die Jugend von Wetzlar, die 1. Schülermannschaft gewann gegen die 1. Schülermannschaft WieseckS knapp mit 1:0. unb die 2. Schülermannschaft gewann gegen die 2. Schülermannschaft Wiesecks ebenfalls und zwar mit 2:0.
Die Ligamannschast des VfB. unb bie Ligareserve waren spielfrei. Die 1. Schülermannschaft verlor aus eigenem Platze gegen bie Schüler von Wetzlar hoch mit 0: 7. Ein Pflichtspiel bet 2. 3u- genb gegen 1900 3.3ugenb gelangte nicht zum Austrag.
Fußball in Heften Hannover.
Lin lag der Sensationen.
Der Sonntag brachte im Bezirk Hessen-Hannover gewaltige Fuhball-Ueberrafchungen. So mußte der Bezirksmeister 03 Kassel in Marburg eine knappe 2:1 Niederlage durch die dortigen Germanen hin- nehmen. Den Vogel schoß aber doch die überrajd)enb hohe Niederlage der Kurhessen Kassel gegen Hessen 09 Kassel ab, denn die 09er gaben dem 'Altmeister mit nicht weniger als 5:0 das Nachsehen. Keinesfalls erwartet kommt auch die hohe Niederlage der Groß- । Almeroder, die in Kassel von Sport mit 7:3 abge- fertigt wurden. Spog. Göttingen mußte zu Hause eine knappe 2.3-Niederlage hinnehmen durch die Her- | mannia Kassel, während der Kasseler Spielverein
LeichtalhielilländerkampsSeulschland-zrankreich.
Oer sechste deutsche Sieg. — 89:62 Punkte!
Unten rechts: König Viktor Emanuel (Mitte) und Luftfahrtminister Bal bo (links). — 3n Nord- Italien sanden die Manöver der italienischen Luftflotte statt, an der 800 Militärflugzeuge aller Großen- klassen sich zu einer eindrucksvollen Parade auf dem Flugplatz von Ferrara emsanden.
Iura Kassel erwartungsgemäß mit 5:1 niederrang. Auch die Marburger Kurhessen kamen über den FV. Horas zu dem programmgemäßen Siege von 2:0 Toren.
Westdeutsche Schühenmeisterschasten.
Gestern wurde auf den Ständen des Schützenvereins Gießen e. V. die Meisterschaft d e S Deutschen Schützenbundes für Westdeutschland ausgetragen. Als Anwärter stellten sich: die Sebastianschühengescllschaft Dann, der Frankfurter Schützenvcrein e. D., der Schießklub Herford und die Schühengesellschaft Sulzbach a. d. Saar, Vereine also, die aus den Gau- und Dezirkskämpsen bisher als Sieger hervorgegangen waren. Die Resultate sind in Anbetracht des ungünstigen Wetters mit seinen böigen und wechselnden Winden als gut zu bezeichnen. Der Frankfurter Schüyenverein e. V. ging nach harstem
Punktkämpse in der Gruppe Main.
DaS wichtigste Tressen der Gruppe Main war diesmal die Begegnung zwischen Rot-Weiß unb Fuhballsportverein. Aus dem Rot-Weiß - Platze führte der FSB. bis zur Halbzeit vor 12000 Zuschauern mit 1:0, die letzten 20 Minuten entschied aber Rot-Wciß das Spiel mit 3:1 für sich Die Eintracht hatte auf eigenem Platz wenig Mühe, um die in dieser Saison schwache Germania Bieber mit 6:1 (5:1) abzufertigen. GrieSheirn schlug Germania 94 2:0 (1:0). Die beiden anderen Spiele des Tages endeten mit einem Unentschieden. Heusenstamm und Hanau 93 trennten sich 0:0, Union Rieberrad und BfL. Reu-3senburg spielten 2:2 (1:0).
Handball-Lokattreffen.
Spog. 1900 I — To. o. 1846 1 1:5 (0:4).
Vm Stadion zu Colombe standen sich am Sonntag bie Leichtaihletik-Ländermannschaften von Frankreich und Deutschland in ihrem sechsten Kampfe gegenüber, der auch den sechsten Sieg für die deutschen Farben brachte. 25 000 Zuschauer säumten die Kampfbahn. Das Wetter war der Veranstaltung günstig. Das Publikum begrüßte die beiden Mannschaften bei ihrem Einmarsch gleich freundlich. Die Franzosen wurden von dem Wurfrekordmann Noel, die Deutschen von dem in Paris populären Dr. Peltzer geführt. Die Musikkapelle intonierte die Nationalhymnen beider Länder. Die sportlichen Wettbewerbe brachten den deutschen Farben einen klaren Sieg von 89:62 Punkten. 3n 10 Wettbewerben stellten die Deutschen die Sieger, während in 5 Konkurrenzen bie Franzosen erfolgreich waren.
Oie Ergebnisse:
100 Meter: 1. Jonath (D), 10,8 Sek.; 2. Kör- nig (D.k Meter zurück; 3. Sureaud (F.) Heitere 1K Meter zurück.
400 Meter : 1. Metzner (D), 49,8 Sek. ; 2. Notier (D.), 50,4 Sek.; 3. Levier (F.), 50,8 Sekunden.
800 Meter: 1. Keller (F), 1:55,6 Min.; 2. Dr. Peltzer (D), 1:56 Min.; 3. Danz (D.), 1:57 Min.
110 Meter Hürden: 1. Beschetznik (D), 15 Set; 2. Max Robert (F), 15,4 Sek.; 3. 2Xbel- ^K^gÄstohen: 1. Sievert (D.), 14,83 Metern
Das Relais-Klavier.
DonGeheimratprosesiorOr.W.7rernst,Äerlin.
Seit mehreren Jahrzehnten hat das Klavier trotz immer wieder auftretender Derbesferungsvorschläge keine Aenderung mehr erfahren, cs ist — gebunden an bestimmte physikalische Prinzipien — vielleicht zu überhaupt erreichbarer Vervollkommnung gelangt. Neben vielen anderen Faktoren war dies wohl ein Grund dafür, weshalb ein großer Teil des Publikums unserer schnellebigen Zeit sich vom Klavier abgewandt und dem Radio verschrieben hat, das sein Musikbedürfnis bequenr abwechslungsreich und aktuell befriedigte. Das Radio ist noch nicht auf der Stufe letzter Vervollkommnung angelangt: stete Der- lWsserungen und Neuerungen halten das Interesse Ks Publikums wach. Der große in kultureller Hinsicht sehr ernst zu nehmende Nachteil des Radios liegt jedoch in der Passivität, zu der der Hörer unbedingt gezwungen ist.
Auch die Sprechmaschine hat diesen Nachteil. Sie bietet dem Hörer zweifellos auch weniger Vorteile, ist mehr auf musikartige Darbietungen beschrankt, versetzt ihn aber in die Lage, Zeitpunkt und Art des musikalischen Erlebens selbst festzusetzen. Es ist zweifellos, daß das Radio den enormen Aufschwung Der Sprechmaschine in den letzten Jahren unterstützt und dazu beigetragen hat, daß das Repertoir bereits nahezu unbegrenzt unb eine vollkommene Wiedergabe erreicht ist. e
Die unerhört vielseitige Verwendungsmöglichkeit der Elektrizität die in den letzten Jahren auch auf musikalischem Gebiete nutzbar gemacht wurde — en innert sei an Professor Theremins Aetherwellen, an das Irautonium, an Jörg Magers Wunderorgel und an die Versuche im Heinrich Hertz- Institut —, wies den Weg zu weiterem Fonschritt. Warum sollte nicht auch dem Klavier und damit auch der Hausmusik durch das Radio eine Förderung werden?
Die Entwicklung des Lautsprechers im verflossenen Jahrzehnt hat gelehrt, daß er, betrieben durch geeignete Wechselströme, durchaus zur Erzeugung guter Musik sich eignet. So wurden denn neuerdings auch Vorschläge gemacht, ihn, sei es mit, sei es ohne Resonanzboden bei Saiteninstrumenten zu benutzen, wobei natürlich die Schwingungen der Saiten in elektrische Wechselströme transformiert werden müssen. Dies geschieht am einfachsten nach der gleichen Methode, auf der bas Bellsche Telephon
2. Dubour (F), 14,71 Meter; 3. Schneider (D.), 14,45 Meter.
LOO Meter: 1. Körnig (D), 21,6 Sek.; 2. Geerling (D.), 21,8 Sek.; 3. Sureaud (F.), 22 Sek.
Hochsprung: 1. Philippon (F ), 1,85 Meter; 2 Köpke (D.), 1,85 Meter (durch Stechen entschie- den); 3. Bornhöfft (D.), 1,80 Meter.
5000 Meter: 1. Rochard (F.), 15:03,6 Min.; 2. Schaumburg (D.), 15:04,2 Min.; 3. Syring (D.), 15:04,6 Minuten.
Diskus: Sievert (D.), 45,98 Meter; 2. Winter (F.), 44,76 Meter, 3. Hoffmeister (D.), 44,57 Meter.
Weitfprung: 1. Köchermann (D.), 7,43 Mir.; 2. Paul (F.), 7,13 Meter; 3. Molle (D ), 7,04 Meter.
1500 Meter: 1. ßaboumegue (F), 4:00,6 Minuten; 2. Wichmann (D.), 4:02,6 Minuten; 3. Schil- gen (D ), 4:02,8 Minuten.
4X100 Meter: 1. Deutschland (Körnig, Geerling, Dorchmeyer, Jonath), 41,4 Sek.; 2. Frankreich (Jmbert, Final, Beigbeder, Sureaud), 42 Sekunden.
Speerwerfen: 1. Maeser (D.), 62,19 Meter; 2. 'Beimann (D.), 62,00 Meter; 3. Gähner (F.), 52,62 Meter.
4 X 400 Meter: 1. Deutschland (Bergmann, Noelle, Borchmeyer, Metzner), 3:21,8 Minuten; 2. Frankreich, 3:23,6 Minuten.
Stabhochsprung: 1. Ramadier (F), 3,85 Meter; 2. Reeg (D.), 3,85 Meter; 3. Dintousky (F ), 3,85 Meter (durch Stechen entschieden).
beruht; spricht man in ein solches hinein, so werden in den Spulen des Telephon-Magnets durch Schwingungen der Eisenmembran Wechselströme erzeugt, die durch Verstärkung mittels eines Systems von ßieben- Röhren in einem Lautsprecher beliebig laut hörbar gemacht werden können. So gelangte man unmittelbar zum Prinzip eines elektrischen Relais-Klaviers bei welchem also Telephon-Magnete in geeigneter'Weise in nächster Nachbarschaft schwingender Saiten anzubringen sind und die so durch Magnet- Induktion erzeugten, zunächst ziemlich schwachen Wechselströme durch einen Verstärker auf hm- reichende Stromstärke gebracht werden.
Auf Grund eingehender Vorarbeiten konnte ich mit meinem Mitarbeiter, Herrn Driescher, im Physikalischen Institut der Universität Berlin Anfang vorigen Jahres zum Bau eines wirklich spielfähigen elektrischen Klaviers schreiten, das nach weiterer Durcharbeitung nunmehr zu einem fabrikationsreifen Flügel entwickelt wurde.
Das neue Instrument, das kürzlich zum erstenmal öffentlich vorgeführt wurde, sieht aus wie ein kleiner Flügel (1,40 Meter Länge) mit Klaviatur, Lyra und drei Füßen. Im Zusammenhang mit dem Flügel steht ein Lautsprecher, der den elektrisch verstärkten Ion roiebergibt. Im Flügel selbst ist ein Radio- empfangsapparat eingebaut unb im Lautsprecher ein elektrisches Plattenlaufwerk mit elektromagnetischem Tonabnehmer. Durch entsprechende Schaltung können bie einzelnen Teile in Betrieb genommen werben. Der Ion wirb nicht mehr, wie bisher üblich, burch den Resonanzboden erzeugt, fonbern auf elektrischem Wege, wodurch weitere, über das bisherige Klavier hinausgehenbe Vorteile möglich geworben sinb.
Die Mechanik bes Instrumentes ähnelt ber bes bisherigen Klaviers. Befonbers konstruierte Mikro- Hämmer versetzen bie Saiten in Schwingungen. Je fünf Saiten laufen unter einem elektromagnetischen Mikrophon zusammen, bas bie Saitenschwingungen in elektrische umroanbcll unb dem Verstärker zuleitet. So sind 18 Mikrophone im Flügel hintereinander qeschaltet. Das linke Pedal regelt die Tonstarke vom zartesten spinettartigen Ion bis zum vollen lautstarken Konzertflügelton. Im Verstärker selbst sind Potentiometer eingebaut, die es gestatten, die Der- stärkung den jeweiligen Raumoerhaltniffen anzu- passen. So ist der jahrhundertelange Traum der Klavierbauer Pianisten unb Komponisten erfüllt worden einen einmal angeschlagenen Ion unb Akkorb in seiner Tonstärke zu beeinflussen. Man kann einen Ion im zartesten Pianissimo anschlagen unb bis zum Fortissimo durch einen leichten Pedaldruck anschwellen
Kampf als Sieger hervor.
Einzelrefultate: Frankfurt 942, 992 und 973 Ringe, zusammen 2907. Bonn 898, 973 und 975 Ringe, zusammen 2846. Sulzbach 800, 905 und 905 Ringe, zusammen 2610. Herford 803, 912 und 887 Ringe, zusammen 2602.
Frankfurt erhielt hiernach 4 Puntte, Bonn 4 Punkte, Sulzbach » Punkte und Herford 0 Punkte. Dem Schießen ging ein Begrühungs- abend voraus. Den Abschluß fand die Der- anftaltung mit der Verkündung des Resultates und der Ehrung der Sieger.
Oie Punktekämpfe in Hessen.
In der Gruppe Hessen erlitt der bisherige Tabellenführer Kastel durch sein 2: 2-Llnentschie- den in llrberach seinen ersten Punkwerlust. Mainz 05, bisher an zweiter Stelle, kam dadurch und durch seinen 5:2-Sieg über Darmstadt an die Tabellenspitze, allerdings nur relativ, da Mainz einen Derlustpunkt mehr besitzt. Auch in der übrigen Placierung gab es durch die überraschenden Ergebnisse des Sonntags einige Aen- derungen. Wormatia hielt den dritten Platz durch einen unerwarteten 4:0-Sieg in Walldorf. Dagegen fielen Alemannia Worms und Olympia Lorsch, die gegen SV. Wiesbaden 1:4 bzw. Langen 0:3 verloren, weiter zurück.
lassen ober umgekehrt den stark angeschlagenen Ion in beliebiger Schnelligkeit «um Abschwellen bringen, nicht stufenweise wie bei bfr Orgel, fonbern allmäh. lich wie bei Saiteninstrumenten ober ber menschlichen Stimme. Es ist ferner von großer Bedeutung, bah bie Schwingungsbauer bes Tones ungefähr breimal so lang ist wie beim bisher gebrauchten Instrument. Ein Hebelzug am Flügel gestattet, bie Dämpfung wegzunehmen, fo baß man langanhaltenbe reine Saitenschwingungen erhält, bie einen bem Cha- ratter bes kontinuierlichen Harmoniumtones ähn- lichen Ion erzeugen.
Die technischen unb praktischen Berroenbungsmög- lichkeiten bes Elektroflügels sinb sehr weitgehenb. Er kann zunächst als reines Klavier gespielt werben. Der Spinetton, ber voller Charme unb auch mobula- tionsfähig ist, ermöglicht ftunbenlanges Heben, ohne baß im Nebenzimmer ober im anberen Stockwerk bie Anwohner gestört werben. Sehr wichtig! Die Möglichkeit, bie Lautstärke bes Instrumentes zu bifferen- zieren, macht bas Instrument für bas kleinste Heim wie für ben größten Konzertsaal geeignet. Befonbers wertvoll wirb bas Instrument I aburch, bah es nur bes Pebalgebrauchs unb eines einfachen Hebelzugs bebarf, um in bemfelben Stück Klangfarben bes Kia- oiers, bes Spinetts unb bes Harmoniums zu oer- wenben unb bisher nicht mögliche lonan. unb -ab- schwellungen hervorzurufen. Das Instrument kann ferner auf Radioempfang umgestellt unb enblich auch als Sprechmaschine benutzt werben. Durch bie eigenartige Konstruktion des Lautsprechers wirb eine außergewöhnlich gute Wiedergabe erzielt. Durch bie Verwenbung als Klavier, Rabio, Sprechmaschine, einzeln unb zusammen, ergeben sich überraschende Kombinationen. Der Spieler kann z. B. Geigensoli auf bem Klavier begleiten, bei Tanzmusik ober Gesang aus bem Rabio mitspieken. Er kann auch z. B. reine Klavierplatten ober Orchesterwerke mit Klavier- soli auf bem Klavier begleiten, um Tempi, Ausbruck unb Phrasierungen zu lernen.
Das neue Unioerfalinftrument — geberft mit bem Namen Bechstein — wirb ben Anforberungen an Ivnschönheit, Qualität unb Dauerhaftigkeit, bie man an einen hochwertigen Flügel stellt, voll entsprechen. Es wirb zubem billiger fein, als bie bisher bekannten Bechsteinflügel unb somit in weiten Volkskreisen Ber. breitung finben können. Hoffentlich wirb es zur Mieberbelebung guter Hausmusik beitragen, weil es bem Besitzer bie Möglichkeit gibt, selbst zu spielen, wenn er bes passiven Musikanhörens mübe geworden ist.
Das Treffen hatte sehr unter der schlechten Witterung zu leiden. Der Beben war glatt, unb bie Ball- behanblung schwierig, so baß ein flüssige» Spiel kaum zu sehen war. 1846, bas bis auf ben Tormann in der vorgesehenen Ausstellung antrat, war seinem Gegner jederzeit leicht überlegen, was in dem Halb- zeitresultat von 4:0 klar zum Ausdruck kommt. Be- sonders Krämer brachte durch seine Schnelligkeit bas 1900-Ior öfters in Gefahr unb gab Zweimal bem Torhüter bas Nachsehen Neben ihm zeigten Geismar unb Schmibt gute Leistungen währenb bie befben Außenstürmer etwas abfielen. Der Angriff ber 1900er konnte sich gegen bie Hintermannschaft ber 1846er nicht burchsetzen. Das Ehrentor würbe kurz vor Schluß erzielt, ßangsborf (Bab Nauheim) leitete bas jeberzeit anftänbige Spiel gerecht unb sicher.
Taten für Montag, 7. September.
Sonnenaufgang: 5.46 Uhr, Sonnenuntergang« 18.59 Llhr. — Monbaufgang: 23.59 Uhr, Monduntergang: 16.57 Uhr.
1533: Königin Elisabeth von England geboren. — 1654: der schwedische Staatsmann Gras Axel Oxenstjena in Stockholm gestorben. — 1714: der Badener Friede beendet den Spanischen Erbsolge- krieg.
Gießener Etadttheaier.
Wilhelm Meyer-Förster: ,,«lt-Heidelberg".
Heber dieses alte Stück sind heute wohl keine Worte mehr zu verlieren. Es ist unzählige Male über alle Bühnen gegangen. Es ist verfilmt worden. Es ist bis in den fernen Osten gedrungen; die Japaner selbst haben es sich nicht nehmen lassen ... es war der Belterfolg der Sentimentalität. Daß es noch immer unverwüstlich ist, bewies der große Erfolg gestern vor ausoerkauftem Hause.
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Man sah unter Boids liebevoll eingehender Spielleitung eine lebendige und wohlpointierte Ausführung, gegen bie kaum etwas einzuwenben war, unb bie übrigens (obwohl sie noch zur Sommerspielzeit zählt) ein besonberes Interesse besroegen bean- wruchte, weil sie einer Anzahl von ncuengagierten Schauspielern Gelegenheit gab, sich in Gießen vorzustellen.
An erster Stelle darf Albert Jans check als Karl Heinz genannt werben; er erinnert ein wenig an eine unserer besten früheren Kräfte, an lannert, und er gab die Rolle in gepflegtem und sympathischem Stil, nicht ohne Temperament unb bennoch so zurückhaltend, wie man sichs wünschen kann.
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Von ben übrigen neu verpflichteten Herren läßt sich nach ber gestrigen Probe nicht sehr viel mehr sagen, als baß sie sich mit guter Haltung in ein geläufig zusammenspielendes Ensemble einfügten: Wolfgang Kühne (Hofmarschall); Gert Geiger (Metzing, Rüber); Walter Michel (Breitenberg, Bilz). Genauere Einbrücke von ihren darstellerischen Qualitäten wird man erst nach näherer Bekanntschaft formulieren können.
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Für Fräulein Wielander war bie Kathie eine große unb bankbare Rolle, bie ihren Fähigkeiten burchaus entgegenkam. Hub gab einen sehr gemütvollen Dr.Jüttner; Bruck brachte eine verstänbnis- voll abgerunbete Charge als Lutz.
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Born alten Stamm wären noch zu nennen: Fas- f o 11 (Staatsminister), Hauer (Asterberg) und Bold als Kellermann. —
Born großen Erfolg war schon die Rebe; bie Generalprobe bis nachts um drei hat sich gelohnt. Aus gefchäfttichen Gründen wäre am Ende eine Wiederholung der Aufführung zu erwägen. —y—


