daß die preußische Staatsregierung auf Grund der Notverordnung vom 17.3uli von der Presse die Veröffentlichung eines Aufrufes gegen den Volksentscheid verlangt, obwohl der Volksentscheid Leine politische Ausschreitung,sondern ein verfassungsmäßiges Recht der Staatsbürger sei. 3n dem Telegramm heißt eS weiter, der Kampf der preußischen Regierung gehe mit Hilfe der Verordnung des Reichspräsidenten gegen die gesamte Presse, die für die Wahl Hindenburgs eintrat und sie durchführen half und für die Parteien, die Hindenburg bekämpfen.
Auf -er Fahrt nach Rom.
Den Brenner überschritten.
Reichskanzler Dr. Brüning traf mit Außenminister Dr. C u r t i u s mit dem fahrplanmäßigen O-Zug 9.02 Uhr im Münchener Hauptbahn Hof ein. Obwohl auf ausdrücklichen Wunsch des Reichskanzlers ein offizieller Empfang nicht stattfand, hatte sich eine größere Menschenmenge im Bahnhof eingefunden. Der Reichskanzler reiste in dem kursmäßigen Schlafwagen, der in München in den Italienschnellzug eingestellt wurde. Der Reichskanzler arbeitete wahrend des ganzen 40 Minuten dauernden Aufenthaltes in München mit dem Außenminister im Wagen, ohne sich am Fenster seines Abteils au zeigen. Pünktlich um 9.40 Uhr verließ der v-Zug München. Am Brenner sind die Herren um 16 Uhr eingetroffen Im Grenz- bahnhof wurden sie vom deutschen Botschafter Dr. von Schubert, Legationsrat Grafen Bal- doni und vom Präfekten von Bozen begrüßt. Um 17.30 Uhr wurde die Reite im Sonderzuge des Ministerpräsidenten Mussolini fortgesetzt.
OerBesuch -esReichskanzlers im Vatikan.
R o m, 6. Aug. (TU.) Der deutsche Botschafter beim Päpstlichen Stuhl, von Bergen, der seine Kur unterbrochen hat, ist am Donnerstag früh nach Rom zurückgekehrt. um bei dem deutschen Ministerbesuch zugegen zu sein. Inzwischen ist auch das Programm für den Besuch des Reichskanzlers und des Reichs- außenministers im Vatikan festgelegt worden. Am Samstag zwischen 18 und 19 Uhr werden sich die deutschen Minister in Begleitung der Herren von der deutschen Botschaft in den Vatikan begeben und nacheinander dem Kardinalstaatssekretär Pacelli einen Besuch abstatten, um dann ebenfalls einzeln vom Pap ft in Privataudienz empfange n zu werden. Kardinalstaatssekretär Pacelli wird dann die Besuche der deutschen Minister in der deut- schen Botschaft e r w i d e r n. In der Botschaft findet am Abend im kleinen Kreise ein Essen statt, an dem außer den Ministern auch der Kardinalstaatssekretär Pacelli teilnehmen wird. Der Empfang im Vatikan wird sich nach dem Zeremoniell abspielen, das dem Range der deutschen Gäste entspricht.
Das Agrarprogramm des Reichskabmeits.
Berlin, 6. Aug. (CRD.) 3n der letzten Kabinettsberatung vor Antritt der Ronrreise des Reichskanzlers wurden die für die nächste Zeit geplanten Agrarmahncrhmen grundsätzlich gebilligt. Die für die Durchführung der Pläne noch notwendigen Verhandlungen sind weitestgehend gefördert worden, teilweise wurden auch schon Ergebnisse erzielt.
Einen sehr wesentlichen Bestandteil des Agrar- programms stellt die beschlossene Zwischen- lö.sung für das Getreidelagerscheinwesen dar. Mit der Ausstellung der Lagerscheine ist die Deutsche Getreidehandelsgesellschaft betraut worden: die Einlagerung wird bei allen Lagerhaltern erfolgen, die bereit sind, eine Garantie für die Qualitätserhaltung zu übernehmen. Die neue Lagerscheinverordnung soll die Möglichkeit für eine Verbilligung des Lombardkredites für landwirtschaftliche Zwecke bieten. Darüber hinaus schweben noch Verhandlungen über eine weitergehende Zins senkungsaktivn fürland- wirtschaftliche Kredite.
Um eine möglichst weitgehende Entlastung des deutschen Getreidemarktes zu erzielen, beabsichtigt Die Reichsregierung, mit größtmöglicher Beschleunigung das Exportventil fürWei- zen und Roggen zu öffnen. Die Schwierigkeiten der Exportfinanzierung bzw. der Finanzierung der Exporischeine hofft man durch Abschluß der deutsch-amerikanischen Kreditverhandlungen beheben zu können.
Die Ausfuhr von Brotgetreide soll vorerst auf ein« gewisse Zeit — wahrscheinlich bis 31. Dezember — begrenzt werden. 3nnerhalb Lieser Zeit darf nur ein Teil der exportierten Gelreidemeng« reimportiert werden, der Rest im zweiten Teil des Erntejahres. Die Höhe der beim Reimport zu zahlenden Abgaben steht noch nicht mit Sicherheit fest, genannt werden in diesem Zusammenhang 20 Mark je Tonne für Weizen und 10 Mark für Roggen. Der Verma h l u n g s z w a n g für 3nlandweizen soll für das ganze Erntejahr im allgemeinen mit 97 Prozent festgesetzt werden, daneben dürfte jedoch noch eine zweit« Quote festzulegen sein zur Regelung der Vermahlung von Auslandweizen, der auf dem Tauschwege hev- ernkommt. Genannt wird hierfür eine Quote von vielleicht 70 Prozent, d. h. diejenigen Mühlen, die Auslandweizen, der auf Grund der Exportscheine reimportiert wird, vermahlen, haben mindestens 70 Prozent 3nlandweiz«n zu verwenden.
3n Anbetracht der unsicheren Weltmarktlage von Roggen sollen die Voraussetzungen für die Magazinierung von mehreren hunderttausend Tonnen Roggen geschaffen werden. Gedacht ist hierbei aber nicht an eine Preisstützung, wie sie im vorigen 3ahr vvrge- nommen wurde, sondern lediglich an die Aufnahme übermäßig starker Angebote zu marktgemähen Preisen.
Deutschlands Baumwollbedarf.
Berlin, 7. Aug. (TU.) Wie die DAZ. zuverlässig erfährt, hat die Reichsreaierung in Form eines Vorschlages die amerikmzische Regierung wissen lasten, daß die Höchstgrenze für den deutschen Bedarf an amerikanischer Baumwolle in diesem 3ahre 600 000 Ballen sein würde. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, daß sich der deutsch« Markt für weitere 200 000 Ballen als aufnahmefähig erweisen könnte. Das deutsch« Preisangebot soll stch in der Richtung bewegen, daß man di« jeweilige Daumwollnotierung in Liverpool in den Lieferungsmonaten zugrunde legen wolle. Der
Freigabe der Sparkonten ab Samstag
Strenge Einhaltung der statutenmäßig vorgeschriebenen Kündigungsfristen.
Berlin, 6. Aug. (VTB.) Amtlich. Durch die Verordnung des Reichspräsidenten vom 5. August 1931 ist den Sparkassen die Möglichkeit eröffnet worden, geeignete Unterlagen zu schaffen, auf denen sie sich durch Vermittlung der Akzept- und Kreditbank bei der Rcichsbank öle nötigen Kassenmittel verschaffen können. Es besieht daher keine Notwendigkeit mehr, den Zah- lungsverkehr der Sparkassen noch weiter zu beschränken, zumal das Verhalten der B e- völkerung am ersten Tage des freien Zahlung». Verkehrs bei den Banken den Erwartungen ent- sprachen hat, die der Reichskanzler in seiner Rundfunkrede ausgesprochen hat, und auch anzunehmen ist, daß die Inhaber von Sparguthaben d i e gleiche Besonnenheit und das gleiche vertrauen an den Tag legen werden. Schon vom nächsten Samstag ab soll sich daher der Zahlungsverkehr, soweit es sich um Guthaben aus Sparkonten und Sparbüchern handelt, im selben Maße wie vor den Bankfeierlagen gestalten. Allerdings wird er sich in den Grenzen halten müssen, welche schon die — früher nicht überall streng innegehaltene — Mustersahung des Spar, und Girooerbandes vorsieht. Diese Satzung schreibt bekanntlich vor, daß innerhalb eines Monats bis zu 300 Reichsmark ohne vorherige Kündigung abgehoben werden können. Die Zahlung eines höheren Betrages als insgesamt 300 RM. innerhalb eines Zeitraums von einem Monat kann nur gefordert werden, wenn eine rechtzeitige Kündigung erfolgt ist. Die Kündigungsfrist beträgt, soweit keine längere Kündigungsfrist ausdrücklich vereinbart wor
den ist, für Beträge von mehr als 300 RM. bis 1000 RM. einen Monat, für Beträge über 1000 RM. drei Monate.
Weiter glatte Abwicklung des Zahlungsverkehrs.
Fortgang der Einzahlungen.
Berlin, 6. Aug. (TU.) Die Reichsbonk teilt mit: Dank der besonnenen Haltung des Publikums und der umsichtigen Vorbereitungen der Reichs- bcmk ist die Wiederingangsehung beS Zahlungsverkehrs als vollkommen gelungen zu bezeichnen. Auch am heutigen Tage (Donnerstag) ist alles ruhig verlaufen. Die Einzahlungen haben fast überall die Auszahlungen um ein Vielfaches überschritten. Abhebungen erfolgten fast nur für Lohngel- 5 er. Bei den Reichsbankkassen in Berlin überstiegen die Einzahlungen die Auszahlungen um ein Vierfaches. Auch Rücküberweisungen sind wieder stark aus der Provinz erfolgt. Die eingegangenen telegraphischen Giroüberweisungen waren achtmal so groß wie an die Provinz auszuführende telegraphische lleberweisungen. Bei Öen Sparkassen verlief ebenfalls alles ruhig. Don einigen Stellen wird gemeldet, daß bereits ausgesprochene Kündigungen von Spargelbern wiederzurückgezvgen wurden. Die Regierung hat deshalb beschlossen, den vollen Zahlungsverkehr für Sparkonten nicht erst am Montag, sondern schon am Samstag eintreten zu lassen. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, daß ausländische Roten an den Bankkassen in sehr starkem Umfang wieder angeboten werden.
Das Handwerk zur Wirtschaftslage.
Hannover, 6.Aug. (TU.) Die Vorstände des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages und des Reichsverbandes des deutschen Handwerks traten am 5. August in Hannover unter dem Vorsitz von Präsident Stadtrat Pflugmacher (Magdeburg) zusammen, um zur derzeitigen Wirtschaftslage Stellung zu nehmen. Die Beratungen wurden eingeleitet mit einem eingehenden Bericht von Generalsekretär Dr. M e u s ch (Hannover), an den sich eine lebhafte Aussprache anschloß. Die Stellungnahme der Vorstände läßt sich wie folgt zusammenfassen: Die Wiederherstellung des Zahlungsoer- kehrs wurde lebhaft begrüßt, insbesondere auch, daß nach der Ankündigung des Reichskanzlers in seiner Rundfunkrede vom 4. August die letzten Bin- düngen für die Sparkassen in kürzester Frist fallen werden. In der Aussprache wurde betont, daß sich die für die Kreditversorgung der Wirtschaft in Frage kommenden Institute wieder in erster Linie den Ausgaben zuwenden sollen, die von ihnen in der Vorkriegszeit durchgeführt wurden, daß also die Sparkassen sich in erster Linie der Pflege des Realkredits wieder widmeten. Maßnahmen, die von einer inflatorischen Wirkung begleitet sein könnten, wurden grundsätzlich abgelehnt. Zu der Frage der hohen Verzugszuschläge für Steuerrückstände sind Verhandlungen mit dem Reichsfinanzministerium in Aussicht genommen, um kleinere rückständige Steuerbeträge von den hohen Zuschlägen zu befreien. Für den notwendigen Umbau im Innern muß die dringend erforderliche Verwaltungsreform endlich ihrer Verwirklichung entgegengeführt werden. Auf wirtschaftspolitischem Gebiet ist jeder überflüssige Zwang für die Wirtschaft zu beseitigen und ihr für die Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit größtmöglichste Freiheit zu geben. Insbesondere wurde die baldige Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft für unerläßlich bezeichnet. Bestehende Bindungen für Preise und Löhne sind gleichfalls einer ernsten Überprüfung zu unterziehen. Die Sozial
politik darf an der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft nicht achtlos vorübergehen. Die Steuerpolitik muß auf eine gerechte Lastenverteilung Rücksicht nehmen und darf die Möglichkeit zur Kapitalbildung nicht unterbinden. Mit der Neuregelung des Finanzausgleichs darf keine Verschiebung der La st en zu ungun ft en des gewerblichen Mittel st andes verbunden werden, vielmehr muß seine Durchführung von einem wesentlichen Lastenabbau Begleitet sein. Es wurde beschlossen, zu dieser Frage eine ausführliche Denkschrift auszuarbeiten, bei der die übrigen mittelständiscben Gruppen zur Mitarbeit herangezogen werden sollen.
Die Vorstände des Kammertages und Reichsver- bandes wiesen auch daraus hin, daß die R e p a - rationale ft en angesichts der inzwischen einge- tretenen Entwicklung völlig untragbar sind. Auch hier läßt sich eine durchgreifende Revision der außenpolitischen Bindungen nicht länger mehr aufschieben. Die Vorstände bedauerten lebhaft, daß in dieser Zeit, die ein Zusammenstehen aller Wirtschaftsgruppen gebietet, der Reichslandbund beabsichtigt, durch die Verpflichtung seiner Mitglieder zur Einhaltung von Minde st preisen zum Schaden des Handwerks und der übrigen Dolksteile den freien Wettbewerb auszuschalten. Diese mangelnde Rücksicht auf die Schicksalsverbundenheit aller Wirtschaftsstände wirft die Frage auf, ob die durch hohe Zölle bislang erfolgte Subventionierung der Landwirtschaft weiterhin aufrechterhalten werden kann. Der von den Spitzenvertretungen des Handwerks dem Reichskanzler unterbreiteten Bitte, bei allen Maßnahmen, die in der Regierung für die Ueberroinbung der Wirtschaftskrise vorbereitet werden, einen sachverständigen Vertrauensmann der mittel st ändischen Wirtschaft 3U beteiligen, wurde zugestimmt. Nach Rückkehr des Reichskanzlers von seiner Romreise wird diesem die Auffassung des Berufsstandes zur Lage in mündlicher Aussprache noch einmal ausführlich dargelegt werden.
deutsche Vorschlag sei Washington durch den amerikanischen Botschafter Sackett übermittelt worden. Eine Stellungnahme liege noch nicht vor.
öer Gierlingkurs.
Amerika kauft Franken.
Paris, 6. Aug. (WTB.) Der M a t i n vertritt den Standpunkt, daß die Kursschwankungen des englischen Pfundkurses, die sich im Laufe des gestrigen Börsentages zeigten, auf Massenabgaben in englischen Pfunden gegen französische Franken zurückzuführen seien, die gestern und vorgestern oorgenommen wurden. Am Dienstag habe die Bank von Frankreich unaufhörlich Pfund Sterling hereingenommen. Gerüchtweise verlautete gestern, die Bank von England habe mit Hilfe des amerikanisch-französischen Kredits von 50 Millionen Pfund Sterling interveniert. Von welcher Seite würden nun aber die Pfund Sterling auf den Markt geworfen? Von Berlin? Man erkenne nicht, weshalb Berlin gegenwärtig etwa französische Franken so notwendig brauchen sollte. Börsenkreise glaubten daher eher, daß die Verkäufe in Pfund Sterling von Neuyork ausgingen, wo viel englische Devisen lägen. Die dortigen Finanzkreise hätten es für angebracht gehalten, englische Devisen gegen französische auszutauschen, um so das R i - siko zu verteilen. Wie dem auch sei, die Kursschwankungen des Pfund Sterling seien ein neuer Beweis dafür, daß die durch die deutschen Finanzschwierigkeiten heroorgerufene Krise noch immer in gleicher Stärke andauere und daß wenigstens in finanzieller Hinsicht größte Wachsamkeit am Platze sei.
Aus aller Welt.
Die Unwetterkatastrophe am Mittelrhein.
Das Unwetter, das am Mittwoch über dem Mittelrheingebiet wütete, hat großen Schaden angerichtet, der sich auch jetzt noch nicht döUig übersehen läßt. Besonders das sogenannte Drachen- selser Ländchen ist arg verwüstet worden. Das Amt Villip wird wohl 3ahre gebrauchen, um den durch die Unwetterkatastrophe hervorgerufenen Schaden wieder einigermaßen gut- zumachen, wobei es ohne Hilfe von Provinz und Reich kaum abgehen wird. Straßen und Drücken
wurden zerstört, Gärten vernichtet, Häuser unterspült un5 schwer mitgenommen. Groß ist auch die Verwüstung in der Ortschaft Mehlen bei Godesberg. Das Wasser drang in die Häuser ein und schwemmte eine Menge von Hausrat fort. Die Mühle von Hüllen stand bis zum zweiten Stockwerk unter Wasser. Rur mit Mühe formten sich die Bewohner in Sicherheit bringen. Sechs Kühe und drei Pferde kamen in den Fluten um. Die Straßen sind mit Schlamm bedeckt. Die Läden können kaum Waren anbieten, da die Wassermassen die Schaufenster eingedrückt und die Waren sortgeschwemmt haben. Ebenso schlimm hat das llnwetter auch im bergischen Lande gehaust. Die Eisenbahnunterführungen stehen fast sämtlich unter Wasser, und zwar stellenweise vier bis fünf Meter tief. Die Hoffnung, daß die Wassermafsen sich bald verlaufen werden, hat sich nicht erfüllt, da am Donnerstag wieder ein schweres Gewitter nieder- ging, das von hefttgen Regenfällen begleitet war.
Unwetterschäden in Nordtlrol.
Am Mittwochspätabend ging überdas Gebiet des Achensees ein Wolkenbruch nieder, der große Verheerungen anrichtete. Die Straße nach 3enbach ist an mehreren Stellen durch große Erdmassen verschüttet. Ganze Hange und Waldstreifen wurden durch die Wassermafsen zutal gerissen. Die Erd- und Schlammassen erreichten auf der Straße teilweise eine Höh« von 4—5 Meter. Auch in 3enbach selbst richtete das Unwetter vielfach großen Schaden an. Die Wassermassen sind in die Häuser eingebrochen. Roch im Laufe der Rächt wurde mit den Räumungsarbei- ten begonnen. Der Verkehr kann zunächst nur notdürftig erhalten werden.
Die Schießübungen der Jlotte.
Das diesjährige Flotten-Artillerieschießen in der Kieler Ducht wird unter Beobachtung besonderer Absperrungsmaßnahmen durchgeführt. 3n der vergangenen Woche wurde zunächst zur Vorübung aus Abkommenkanonen geschossen. Es handelt sich dabei um Rohre geringeren- Kalibers, die aus Gründen der Kostenersparnis in die Geschütze eingesetzt werden Vom 3. bis 7. August wird erst das eigentliche Kaliberschießen durchgeführt, wobei scharf gefeuert wird. Als Ziel dienen das frühere Linienschiff .Zähringen-, das von dem
Schnellschlepper »Blitz" ferngelenkt wird, fotoU Schlitten und Schnellscheiben verschiedener ®rö* ßen, die an über 1000 Meter langen Seinen geschleppt werden. Die ersten Tage dieser Woche brachten eine Reihe Tages- und Rachtschieß- übungen. Die Aufgaben sahen u. a. die Abwehr von angreifenden Torpedobooten auf nahe und mittlere Entfernung vor. Den Höhepunkt bildeten die Schießübungen der Kreuzer und Linienschiffe, die unter möglichst gefechtsmäßigen Verhältnissen durchgeführt wurden. Ein Rachtschiehen der Kreuzer ^zweckte die Torpedvabwehr auf mittlere Entfernung durch die mittlere Artillerie im Treffenverband (zwei Schiffe). Die Beleuchtung des Zieles erfolgte dabei durch Leuchtgranaten, die das schießende Schiff selbst feuerte. Während der verschiedenen Anläufe wurden taktische Bewegungen der Kreuzer durchgeführt. Rach Beendigung des Schießens und der Feststellung der Treffer durch einen unparteiischen Offizier erfolgte die Bewertung des Schießens in anschließender Besprechung. Bei alten Schiffen wurde ein hoher Grad von Treffsicherheit festgestellt.
Auf einer Schwarzfahrt ertrunken.
Zu dem bereits gemeldeten Bootsunglück bei Gatow (Potsdam), bei dem drei Personen ertranken, wird noch mitaeteilt: Die ertrunkenen Personen sind Frau W. 3ähn ck e , der Opernsän- ger Paul 3ansen und ein Herbert Dartel. Die übrigen vier 3nsassen, darunter der Arzt Dr. 3ähncke, konnten gerettet werden. Öähncke feierte am Mittwochabend in seiner Villa seinen Geburtstag. Als die Gesellschaft den letzten Omnibus nicht erreichen konnte, nahm sie das Angebot von zwei Chauffeuren an, die sie in einem Rennboot befördern wollten, das, wie sich nachher herausstellte, die beiden Chauffeure für eine Schwarzfahrt enttoen- d e t hatten. Rach 20 Meter schlug das Doot wahrscheinlich infolge Ueberlastung um. Ein« Segeljacht konnte die vier Ueberlebenden aufneh- men, während ein Feuerlöschboot die beiden Leichen bergen konnte.
Die beiden fiagenoroer Bankräuber verhaftet.
Die beiden Hagenower Dankräuber konnten itt der Rähe der Ortschaft Dannenberg verhaftet werden. Es handelt sich um den 22jährigenj Kontoristen Äiibes und den 21 3ahre altem Kaufmann Hans Rohr. Die beiden Verbrecher stammen aus Lübeck. Cs wurden bei ihnen noch 1916 Mk. vvrgefunden. Sie haben also von dem geraubten Geld« kaum etwas verbraucht.
Schluß der Fuldaer Bifchofskonferenz.
Die diesjährige Dischvfskonferenz ist Mittwoch? abend zu Ende gegangen. Den feierlichen Schlußakt der Konferenz bildete eine Andacht am Grabe des Hl. Donifattus, an der sämtliche in Fulda anwesenden Kirchenfürsten sowie ein zahlreiches Publikum teilnahmen. Während des Gesanges des Donisatiusiiedes wurde den Dischösen die Reliquie des hl. Donisitius zur Verehrung gereicht.
Eröffnung des Bildtelegrammdienstes Rom—Berlin.
Vom Reichspostministerium wird mitgeteilt, daß der Bildtelegraphenverkehr eröffnet wird. Ein.Quadratzentimeter Bildfläche kostet 17 Reichspfennig, der Mindestbetrag für ein Bildtelegramm beträgt 17 RM.
Die Wetterlage.
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Wettervoraussage.
An der Rückseite des heute morgen sich über Süd« Skandinavien bewegenden Tiefdruckgebietes haben die Winde nach Nordwesten umgedreht. Es gelangt somit von den Britischen Inseln her kühle ozeanische Luft nach Deutschland, was ein Zurückgehen dec Temperaturen zur Folge hat. Dabei dürften vereinzelt auch noch Niederschläge in Form von Schauern auftreten. Mit dem Zustrom der Kaltluft ist allerdings Luftdruckanstieg verbunden, so daß das westliche Hoch mit der Zeit nach dem Festland gelangt. Dabei wird die Wetterlage wieder in ruhigere Bahnen kommen und mehr Aufheiterung einsetzen, wenn auch infolge der maritimen Luft vorübergehend noch Gewitterstörungen auftreten.
Vorhersage für Samstag: 3m ganzen kühleres, wechselnd wolkiges Wetter mit Aufheiterung, noch Regenschauer.
Vorhersage für Sonntag: Wieder mehr aufheiternd und tagsüber wärmer, nur noch vereinzelt Reigung zu Gewitterstörungen.
Lufttemperaturen am 6. August: mittags 26,2 Grad Celsius, abends 18,8 Grad: am 7. August: morgens 16,9 Grad. Maximum 27,1 Grad, Minimum 14,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. August: abends 2^,2 Grad: am 7. August: morgens 12 Grad. — Niederschläge 3,4 mm. — Sonnenscheindauer 7K Stunden.
Reifewetterdienst
der amlNchen Wetterdienststelle Gießen.
Westerland: 16 Grad, gestern warmer Tag, heute morgen Südwest-Wind, halb bis ganz bedeckt. Witterungsverlauf seit gestern: veränderlich.
Swinemünde: 17 Grad, gestern der Jahreszeit angemessene Temperatur, heute Südwest- Wind, halb bis ganz bedeckt, gestern meist trüb^


