Ausgabe 
7.8.1931
 
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daß die preußische Staatsregierung auf Grund der Notverordnung vom 17.3uli von der Presse die Veröffentlichung eines Aufrufes gegen den Volksentscheid verlangt, obwohl der Volksentscheid Leine politische Ausschreitung,sondern ein verfassungsmäßiges Recht der Staatsbürger sei. 3n dem Telegramm heißt eS weiter, der Kampf der preußischen Regierung gehe mit Hilfe der Verordnung des Reichspräsi­denten gegen die gesamte Presse, die für die Wahl Hindenburgs eintrat und sie durchführen half und für die Parteien, die Hindenburg be­kämpfen.

Auf -er Fahrt nach Rom.

Den Brenner überschritten.

Reichskanzler Dr. Brüning traf mit Außen­minister Dr. C u r t i u s mit dem fahrplanmäßigen O-Zug 9.02 Uhr im Münchener Haupt­bahn Hof ein. Obwohl auf ausdrücklichen Wunsch des Reichskanzlers ein offizieller Empfang nicht stattfand, hatte sich eine größere Menschenmenge im Bahnhof eingefunden. Der Reichskanzler reiste in dem kursmäßigen Schlafwagen, der in München in den Italienschnellzug eingestellt wurde. Der Reichs­kanzler arbeitete wahrend des ganzen 40 Minuten dauernden Aufenthaltes in München mit dem Außenminister im Wagen, ohne sich am Fenster seines Abteils au zeigen. Pünktlich um 9.40 Uhr verließ der v-Zug München. Am Brenner sind die Herren um 16 Uhr eingetroffen Im Grenz- bahnhof wurden sie vom deutschen Botschafter Dr. von Schubert, Legationsrat Grafen Bal- doni und vom Präfekten von Bozen be­grüßt. Um 17.30 Uhr wurde die Reite im Sonder­zuge des Ministerpräsidenten Mussolini fort­gesetzt.

OerBesuch -esReichskanzlers im Vatikan.

R o m, 6. Aug. (TU.) Der deutsche Botschafter beim Päpstlichen Stuhl, von Bergen, der seine Kur unterbrochen hat, ist am Donnerstag früh nach Rom zurückgekehrt. um bei dem deutschen Ministerbesuch zugegen zu sein. Inzwischen ist auch das Programm für den Besuch des Reichskanzlers und des Reichs- außenministers im Vatikan festgelegt worden. Am Samstag zwischen 18 und 19 Uhr werden sich die deutschen Minister in Begleitung der Herren von der deutschen Botschaft in den Vatikan begeben und nacheinander dem Kardinalstaatssekretär Pacelli einen Besuch abstatten, um dann ebenfalls einzeln vom Pap ft in Privataudienz empfan­ge n zu werden. Kardinalstaatssekretär Pacelli wird dann die Besuche der deutschen Minister in der deut- schen Botschaft e r w i d e r n. In der Botschaft findet am Abend im kleinen Kreise ein Essen statt, an dem außer den Ministern auch der Kardinalstaatssekretär Pacelli teilnehmen wird. Der Empfang im Vatikan wird sich nach dem Zeremoniell abspielen, das dem Range der deutschen Gäste entspricht.

Das Agrarprogramm des Reichskabmeits.

Berlin, 6. Aug. (CRD.) 3n der letzten Ka­binettsberatung vor Antritt der Ronrreise des Reichskanzlers wurden die für die nächste Zeit geplanten Agrarmahncrhmen grundsätzlich gebilligt. Die für die Durchführung der Pläne noch notwendigen Verhandlungen sind wei­testgehend gefördert worden, teilweise wurden auch schon Ergebnisse erzielt.

Einen sehr wesentlichen Bestandteil des Agrar- programms stellt die beschlossene Zwischen- .sung für das Getreidelagerschein­wesen dar. Mit der Ausstellung der Lager­scheine ist die Deutsche Getreidehandelsgesellschaft betraut worden: die Einlagerung wird bei allen Lagerhaltern erfolgen, die bereit sind, eine Ga­rantie für die Qualitätserhaltung zu übernehmen. Die neue Lagerscheinverordnung soll die Möglich­keit für eine Verbilligung des Lombardkredites für landwirtschaftliche Zwecke bieten. Darüber hin­aus schweben noch Verhandlungen über eine wei­tergehende Zins senkungsaktivn fürland- wirtschaftliche Kredite.

Um eine möglichst weitgehende Entlastung des deutschen Getreidemarktes zu erzielen, beabsichtigt Die Reichsregierung, mit größtmöglicher Be­schleunigung das Exportventil fürWei- zen und Roggen zu öffnen. Die Schwie­rigkeiten der Exportfinanzierung bzw. der Finan­zierung der Exporischeine hofft man durch Abschluß der deutsch-amerikanischen Kreditverhandlungen beheben zu können.

Die Ausfuhr von Brotgetreide soll vorerst auf ein« gewisse Zeit wahrscheinlich bis 31. Dezember begrenzt werden. 3nnerhalb Lieser Zeit darf nur ein Teil der exportierten Gelreidemeng« reimportiert werden, der Rest im zweiten Teil des Erntejahres. Die Höhe der beim Reimport zu zahlenden Abgaben steht noch nicht mit Sicherheit fest, genannt werden in diesem Zusammenhang 20 Mark je Tonne für Weizen und 10 Mark für Roggen. Der Ver­ma h l u n g s z w a n g für 3nlandweizen soll für das ganze Erntejahr im allgemeinen mit 97 Prozent festgesetzt werden, daneben dürfte jedoch noch eine zweit« Quote festzulegen sein zur Regelung der Vermahlung von Aus­landweizen, der auf dem Tauschwege hev- ernkommt. Genannt wird hierfür eine Quote von vielleicht 70 Prozent, d. h. diejenigen Mühlen, die Auslandweizen, der auf Grund der Export­scheine reimportiert wird, vermahlen, haben min­destens 70 Prozent 3nlandweiz«n zu verwenden.

3n Anbetracht der unsicheren Weltmarktlage von Roggen sollen die Voraussetzungen für die Magazinierung von mehreren hun­derttausend Tonnen Roggen geschaffen werden. Gedacht ist hierbei aber nicht an eine Preisstützung, wie sie im vorigen 3ahr vvrge- nommen wurde, sondern lediglich an die Auf­nahme übermäßig starker Angebote zu marktgemähen Preisen.

Deutschlands Baumwollbedarf.

Berlin, 7. Aug. (TU.) Wie die DAZ. zu­verlässig erfährt, hat die Reichsreaierung in Form eines Vorschlages die amerikmzische Re­gierung wissen lasten, daß die Höchstgrenze für den deutschen Bedarf an ameri­kanischer Baumwolle in diesem 3ahre 600 000 Ballen sein würde. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, daß sich der deutsch« Markt für weitere 200 000 Ballen als aufnahmefähig er­weisen könnte. Das deutsch« Preisangebot soll stch in der Richtung bewegen, daß man di« je­weilige Daumwollnotierung in Liverpool in den Lieferungsmonaten zugrunde legen wolle. Der

Freigabe der Sparkonten ab Samstag

Strenge Einhaltung der statutenmäßig vorgeschriebenen Kündigungsfristen.

Berlin, 6. Aug. (VTB.) Amtlich. Durch die Verordnung des Reichspräsidenten vom 5. August 1931 ist den Sparkassen die Möglichkeit eröffnet wor­den, geeignete Unterlagen zu schaffen, auf denen sie sich durch Vermittlung der Akzept- und Kreditbank bei der Rcichsbank öle nötigen Kassenmittel verschaffen können. Es be­sieht daher keine Notwendigkeit mehr, den Zah- lungsverkehr der Sparkassen noch weiter zu be­schränken, zumal das Verhalten der B e- völkerung am ersten Tage des freien Zahlung». Verkehrs bei den Banken den Erwartungen ent- sprachen hat, die der Reichskanzler in seiner Rund­funkrede ausgesprochen hat, und auch anzunehmen ist, daß die Inhaber von Sparguthaben d i e gleiche Besonnenheit und das gleiche vertrauen an den Tag legen werden. Schon vom nächsten Samstag ab soll sich daher der Zahlungsverkehr, soweit es sich um Guthaben aus Sparkonten und Sparbüchern han­delt, im selben Maße wie vor den Bankfeierlagen gestalten. Allerdings wird er sich in den Gren­zen halten müssen, welche schon die früher nicht überall streng innegehaltene Mustersahung des Spar, und Girooerbandes vorsieht. Diese Sat­zung schreibt bekanntlich vor, daß innerhalb eines Monats bis zu 300 Reichsmark ohne vorherige Kündigung abgehoben werden können. Die Zahlung eines höheren Be­trages als insgesamt 300 RM. innerhalb eines Zeit­raums von einem Monat kann nur gefordert wer­den, wenn eine rechtzeitige Kündigung er­folgt ist. Die Kündigungsfrist beträgt, soweit keine längere Kündigungsfrist ausdrücklich vereinbart wor­

den ist, für Beträge von mehr als 300 RM. bis 1000 RM. einen Monat, für Beträge über 1000 RM. drei Monate.

Weiter glatte Abwicklung des Zahlungsverkehrs.

Fortgang der Einzahlungen.

Berlin, 6. Aug. (TU.) Die Reichsbonk teilt mit: Dank der besonnenen Haltung des Publikums und der umsichtigen Vorbereitungen der Reichs- bcmk ist die Wiederingangsehung beS Zahlungsverkehrs als vollkommen gelungen zu bezeichnen. Auch am heutigen Tage (Donnerstag) ist alles ruhig verlaufen. Die Einzahlungen haben fast überall die Auszahlun­gen um ein Vielfaches überschritten. Abhebun­gen erfolgten fast nur für Lohngel- 5 er. Bei den Reichsbankkassen in Berlin über­stiegen die Einzahlungen die Auszahlungen um ein Vierfaches. Auch Rücküberweisungen sind wie­der stark aus der Provinz erfolgt. Die eingegan­genen telegraphischen Giroüberweisungen waren achtmal so groß wie an die Provinz auszufüh­rende telegraphische lleberweisungen. Bei Öen Sparkassen verlief ebenfalls alles ruhig. Don einigen Stellen wird gemeldet, daß bereits aus­gesprochene Kündigungen von Spargel­bern wiederzurückgezvgen wurden. Die Regierung hat deshalb beschlossen, den vollen Zahlungsverkehr für Sparkonten nicht erst am Montag, sondern schon am Samstag eintreten zu lassen. Besonders be­merkenswert ist die Tatsache, daß auslän­dische Roten an den Bankkassen in sehr star­kem Umfang wieder angeboten werden.

Das Handwerk zur Wirtschaftslage.

Hannover, 6.Aug. (TU.) Die Vorstände des Deutschen Handwerks- und Gewerbe­kammertages und des Reichsverbandes des deutschen Handwerks traten am 5. Au­gust in Hannover unter dem Vorsitz von Präsident Stadtrat Pflugmacher (Magdeburg) zusammen, um zur derzeitigen Wirtschaftslage Stellung zu nehmen. Die Beratungen wurden eingeleitet mit einem eingehenden Bericht von Generalsekretär Dr. M e u s ch (Hannover), an den sich eine lebhafte Aussprache anschloß. Die Stellungnahme der Vor­stände läßt sich wie folgt zusammenfassen: Die Wiederherstellung des Zahlungsoer- kehrs wurde lebhaft begrüßt, insbesondere auch, daß nach der Ankündigung des Reichskanzlers in seiner Rundfunkrede vom 4. August die letzten Bin- düngen für die Sparkassen in kürzester Frist fallen werden. In der Aussprache wurde betont, daß sich die für die Kreditversorgung der Wirtschaft in Frage kommenden Institute wieder in erster Linie den Ausgaben zuwenden sollen, die von ihnen in der Vorkriegszeit durchgeführt wurden, daß also die Sparkassen sich in erster Linie der Pflege des Realkredits wieder widmeten. Maßnahmen, die von einer inflatorischen Wirkung begleitet sein könnten, wurden grundsätzlich abge­lehnt. Zu der Frage der hohen Verzugszu­schläge für Steuerrückstände sind Ver­handlungen mit dem Reichsfinanzministerium in Aussicht genommen, um kleinere rückständige Steuer­beträge von den hohen Zuschlägen zu befreien. Für den notwendigen Umbau im Innern muß die drin­gend erforderliche Verwaltungsreform end­lich ihrer Verwirklichung entgegengeführt werden. Auf wirtschaftspolitischem Gebiet ist jeder über­flüssige Zwang für die Wirtschaft zu beseitigen und ihr für die Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit größtmöglichste Freiheit zu geben. Insbesondere wurde die baldige Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft für unerläßlich bezeichnet. Bestehende Bindungen für Preise und Löhne sind gleichfalls einer ernsten Überprüfung zu unterziehen. Die Sozial­

politik darf an der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft nicht achtlos vorübergehen. Die Steuerpolitik muß auf eine gerechte Lastenverteilung Rück­sicht nehmen und darf die Möglichkeit zur Kapitalbildung nicht unterbinden. Mit der Neuregelung des Finanzausgleichs darf keine Verschiebung der La st en zu ungun ft en des gewerblichen Mittel st andes ver­bunden werden, vielmehr muß seine Durchführung von einem wesentlichen Lastenabbau Begleitet sein. Es wurde beschlossen, zu dieser Frage eine aus­führliche Denkschrift auszuarbeiten, bei der die übri­gen mittelständiscben Gruppen zur Mitarbeit heran­gezogen werden sollen.

Die Vorstände des Kammertages und Reichsver- bandes wiesen auch daraus hin, daß die R e p a - rationale ft en angesichts der inzwischen einge- tretenen Entwicklung völlig untragbar sind. Auch hier läßt sich eine durchgreifende Revision der außenpoli­tischen Bindungen nicht länger mehr aufschieben. Die Vorstände bedauerten lebhaft, daß in dieser Zeit, die ein Zusammenstehen aller Wirtschafts­gruppen gebietet, der Reichslandbund beab­sichtigt, durch die Verpflichtung seiner Mitglieder zur Einhaltung von Minde st preisen zum Schaden des Handwerks und der übrigen Dolksteile den freien Wettbewerb auszuschalten. Diese mangelnde Rücksicht auf die Schicksalsverbundenheit aller Wirtschaftsstände wirft die Frage auf, ob die durch hohe Zölle bislang erfolgte Subventionierung der Landwirtschaft weiterhin aufrechterhalten werden kann. Der von den Spitzenvertretungen des Hand­werks dem Reichskanzler unterbreiteten Bitte, bei allen Maßnahmen, die in der Regierung für die Ueberroinbung der Wirtschaftskrise vorbereitet wer­den, einen sachverständigen Vertrauens­mann der mittel st ändischen Wirtschaft 3U beteiligen, wurde zugestimmt. Nach Rückkehr des Reichskanzlers von seiner Romreise wird diesem die Auffassung des Berufsstandes zur Lage in mündlicher Aussprache noch einmal ausführlich dargelegt werden.

deutsche Vorschlag sei Washington durch den amerikanischen Botschafter Sackett übermittelt worden. Eine Stellungnahme liege noch nicht vor.

öer Gierlingkurs.

Amerika kauft Franken.

Paris, 6. Aug. (WTB.) Der M a t i n vertritt den Standpunkt, daß die Kursschwankungen des englischen Pfundkurses, die sich im Laufe des gestri­gen Börsentages zeigten, auf Massenabgaben in englischen Pfunden gegen franzö­sische Franken zurückzuführen seien, die gestern und vorgestern oorgenommen wurden. Am Dienstag habe die Bank von Frankreich unaufhörlich Pfund Sterling hereingenommen. Gerüchtweise verlautete gestern, die Bank von England habe mit Hilfe des amerikanisch-französischen Kredits von 50 Millionen Pfund Sterling interveniert. Von welcher Seite würden nun aber die Pfund Sterling auf den Markt geworfen? Von Berlin? Man erkenne nicht, weshalb Berlin gegenwärtig etwa französische Franken so notwendig brauchen sollte. Börsenkreise glaubten daher eher, daß die Verkäufe in Pfund Sterling von Neuyork ausgingen, wo viel eng­lische Devisen lägen. Die dortigen Finanzkreise hät­ten es für angebracht gehalten, englische Devisen gegen französische auszutauschen, um so das R i - siko zu verteilen. Wie dem auch sei, die Kursschwankungen des Pfund Sterling seien ein neuer Beweis dafür, daß die durch die deutschen Finanzschwierigkeiten heroorgerufene Krise noch immer in gleicher Stärke andauere und daß wenigstens in finanzieller Hinsicht größte Wach­samkeit am Platze sei.

Aus aller Welt.

Die Unwetterkatastrophe am Mittelrhein.

Das Unwetter, das am Mittwoch über dem Mittelrheingebiet wütete, hat großen Schaden an­gerichtet, der sich auch jetzt noch nicht döUig über­sehen läßt. Besonders das sogenannte Drachen- selser Ländchen ist arg verwüstet worden. Das Amt Villip wird wohl 3ahre gebrau­chen, um den durch die Unwetterkatastrophe her­vorgerufenen Schaden wieder einigermaßen gut- zumachen, wobei es ohne Hilfe von Provinz und Reich kaum abgehen wird. Straßen und Drücken

wurden zerstört, Gärten vernichtet, Häuser unter­spült un5 schwer mitgenommen. Groß ist auch die Verwüstung in der Ortschaft Mehlen bei Go­desberg. Das Wasser drang in die Häuser ein und schwemmte eine Menge von Hausrat fort. Die Mühle von Hüllen stand bis zum zweiten Stockwerk unter Wasser. Rur mit Mühe formten sich die Bewohner in Sicherheit bringen. Sechs Kühe und drei Pferde kamen in den Flu­ten um. Die Straßen sind mit Schlamm be­deckt. Die Läden können kaum Waren anbie­ten, da die Wassermassen die Schaufenster einge­drückt und die Waren sortgeschwemmt haben. Ebenso schlimm hat das llnwetter auch im ber­gischen Lande gehaust. Die Eisenbahnunterführun­gen stehen fast sämtlich unter Wasser, und zwar stellenweise vier bis fünf Meter tief. Die Hoff­nung, daß die Wassermafsen sich bald verlaufen werden, hat sich nicht erfüllt, da am Donnerstag wieder ein schweres Gewitter nieder- ging, das von hefttgen Regenfällen begleitet war.

Unwetterschäden in Nordtlrol.

Am Mittwochspätabend ging überdas Ge­biet des Achensees ein Wolkenbruch nieder, der große Verheerungen anrichtete. Die Straße nach 3enbach ist an mehreren Stellen durch große Erdmassen verschüttet. Ganze Hange und Waldstreifen wurden durch die Wassermafsen zutal gerissen. Die Erd- und Schlammassen er­reichten auf der Straße teilweise eine Höh« von 45 Meter. Auch in 3enbach selbst richtete das Unwetter vielfach großen Schaden an. Die Wasser­massen sind in die Häuser eingebrochen. Roch im Laufe der Rächt wurde mit den Räumungsarbei- ten begonnen. Der Verkehr kann zunächst nur notdürftig erhalten werden.

Die Schießübungen der Jlotte.

Das diesjährige Flotten-Artillerieschießen in der Kieler Ducht wird unter Beobachtung beson­derer Absperrungsmaßnahmen durchgeführt. 3n der vergangenen Woche wurde zunächst zur Vor­übung aus Abkommenkanonen geschossen. Es handelt sich dabei um Rohre geringeren- Kali­bers, die aus Gründen der Kostenersparnis in die Geschütze eingesetzt werden Vom 3. bis 7. August wird erst das eigentliche Kaliber­schießen durchgeführt, wobei scharf ge­feuert wird. Als Ziel dienen das frühere Linienschiff .Zähringen-, das von dem

Schnellschlepper »Blitz" ferngelenkt wird, fotoU Schlitten und Schnellscheiben verschiedener ®* ßen, die an über 1000 Meter langen Seinen ge­schleppt werden. Die ersten Tage dieser Woche brachten eine Reihe Tages- und Rachtschieß- übungen. Die Aufgaben sahen u. a. die Abwehr von angreifenden Torpedobooten auf nahe und mittlere Entfernung vor. Den Höhepunkt bildeten die Schießübungen der Kreuzer und Linienschiffe, die unter möglichst gefechtsmäßigen Verhältnissen durchgeführt wurden. Ein Rachtschiehen der Kreu­zer ^zweckte die Torpedvabwehr auf mittlere Entfernung durch die mittlere Artillerie im Tref­fenverband (zwei Schiffe). Die Beleuchtung des Zieles erfolgte dabei durch Leuchtgranaten, die das schießende Schiff selbst feuerte. Während der verschiedenen Anläufe wurden taktische Bewegun­gen der Kreuzer durchgeführt. Rach Beendigung des Schießens und der Feststellung der Treffer durch einen unparteiischen Offizier erfolgte die Bewertung des Schießens in anschließender Be­sprechung. Bei alten Schiffen wurde ein hoher Grad von Treffsicherheit festgestellt.

Auf einer Schwarzfahrt ertrunken.

Zu dem bereits gemeldeten Bootsunglück bei Gatow (Potsdam), bei dem drei Personen er­tranken, wird noch mitaeteilt: Die ertrunkenen Personen sind Frau W. 3ähn ck e , der Opernsän- ger Paul 3ansen und ein Herbert Dartel. Die übrigen vier 3nsassen, darunter der Arzt Dr. 3ähncke, konnten gerettet werden. Öähncke fei­erte am Mittwochabend in seiner Villa seinen Ge­burtstag. Als die Gesellschaft den letzten Omni­bus nicht erreichen konnte, nahm sie das An­gebot von zwei Chauffeuren an, die sie in einem Rennboot befördern wollten, das, wie sich nachher herausstellte, die beiden Chauf­feure für eine Schwarzfahrt enttoen- d e t hatten. Rach 20 Meter schlug das Doot wahr­scheinlich infolge Ueberlastung um. Ein« Segeljacht konnte die vier Ueberlebenden aufneh- men, während ein Feuerlöschboot die beiden Lei­chen bergen konnte.

Die beiden fiagenoroer Bankräuber verhaftet.

Die beiden Hagenower Dankräuber konnten itt der Rähe der Ortschaft Dannenberg verhaf­tet werden. Es handelt sich um den 22jährigenj Kontoristen Äiibes und den 21 3ahre altem Kaufmann Hans Rohr. Die beiden Verbrecher stammen aus Lübeck. Cs wurden bei ihnen noch 1916 Mk. vvrgefunden. Sie haben also von dem geraubten Geld« kaum etwas verbraucht.

Schluß der Fuldaer Bifchofskonferenz.

Die diesjährige Dischvfskonferenz ist Mittwoch? abend zu Ende gegangen. Den feierlichen Schluß­akt der Konferenz bildete eine Andacht am Grabe des Hl. Donifattus, an der sämtliche in Fulda an­wesenden Kirchenfürsten sowie ein zahlreiches Pu­blikum teilnahmen. Während des Gesanges des Donisatiusiiedes wurde den Dischösen die Reliquie des hl. Donisitius zur Verehrung gereicht.

Eröffnung des Bildtelegrammdienstes RomBerlin.

Vom Reichspostministerium wird mitgeteilt, daß der Bildtelegraphenverkehr eröffnet wird. Ein.Qua­dratzentimeter Bildfläche kostet 17 Reichspfennig, der Mindestbetrag für ein Bildtelegramm beträgt 17 RM.

Die Wetterlage.

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«uf rteeresnnieau umgerechneten Luftdruck

Wettervoraussage.

An der Rückseite des heute morgen sich über Süd« Skandinavien bewegenden Tiefdruckgebietes haben die Winde nach Nordwesten umgedreht. Es gelangt somit von den Britischen Inseln her kühle ozeanische Luft nach Deutschland, was ein Zurückgehen dec Temperaturen zur Folge hat. Dabei dürften ver­einzelt auch noch Niederschläge in Form von Schau­ern auftreten. Mit dem Zustrom der Kaltluft ist allerdings Luftdruckanstieg verbunden, so daß das westliche Hoch mit der Zeit nach dem Festland ge­langt. Dabei wird die Wetterlage wieder in ruhigere Bahnen kommen und mehr Aufheiterung einsetzen, wenn auch infolge der maritimen Luft vorübergehend noch Gewitterstörungen auftreten.

Vorhersage für Samstag: 3m ganzen kühleres, wechselnd wolkiges Wetter mit Aufheite­rung, noch Regenschauer.

Vorhersage für Sonntag: Wieder mehr aufheiternd und tagsüber wärmer, nur noch ver­einzelt Reigung zu Gewitterstörungen.

Lufttemperaturen am 6. August: mittags 26,2 Grad Celsius, abends 18,8 Grad: am 7. August: morgens 16,9 Grad. Maximum 27,1 Grad, Minimum 14,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. August: abends 2^,2 Grad: am 7. August: morgens 12 Grad. Niederschläge 3,4 mm. Sonnenschein­dauer 7K Stunden.

Reifewetterdienst

der amlNchen Wetterdienststelle Gießen.

Westerland: 16 Grad, gestern warmer Tag, heute morgen Südwest-Wind, halb bis ganz be­deckt. Witterungsverlauf seit gestern: veränder­lich.

Swinemünde: 17 Grad, gestern der Jah­reszeit angemessene Temperatur, heute Südwest- Wind, halb bis ganz bedeckt, gestern meist trüb^