Oer Sternhimmel im Juli
des Monats
STERNBILDER
Kleine Buch
staben
die zu der Stunde,
den Zustand um Mitternacht der Mo-
Bornotizen
Nationalsozialistische Deutsche
Arbeiterpartei.
Roman von Hermann Weick.
I. Fortsetzung.
Nachdruck verboten.
Leupold
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(Fortsetzung fc>Igt)
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bleibenden - die Regien"
) den heißen nender Aus-
Pfeil zeigt, i baren Sterne.
und 56 Minuten im Sinne des gebogenen
natsmitte. Will man zu einer andereti
gelangt man Zum Sternbilde des Adlers mit dem tair weiterhin zum Schwan, an
Aach ihrem vorherigen Zögern hatte diese rasche Zusage nicht erwartet.
„Sie wollen wirklich?"
„Wenn es Ihnen Spaß macht, ja!“
„Spaß ist gar kein Ausdruck dafür!" tete in freudiger Erregung. „Morgen
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Sie gingen weiter.
Hanna Moest hatte das Haupt gesenkt. Sie war im Zweifel darüber, was sie tun solle. Es erschien ihr gefährlich, so wie- es um Leupold zu stehen schien, fortan häufiger als bisher mit ihm zusammen zu sein.
Lind doch: sie würde den Verkehr mit ihm entbehren, das gestand sie sich unverhohlen ein. Gr war ein kluger Mensch, mit dem sich gut reden ließ. Manche schöne, angeregte Stunde hatte sie ihm schon zu verdanken.
Sie warf jäh ihre Bedenken von sich ab. Warum alles so schwer nehmen! Sie würde auf der Hut sein und, wenn es nötig würde, Leupold zu verstehen geben, daß er bei ihr nichts zu hoffen habe.
„Da Sie unbedingt ein Bild von mir malen wollen, so will ich Ihnen gerne sitzen."
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yPlaneten:
•'Q Venus
Mars (^Jupiter <Q>Saturn
sonders günstigen Monat Juli bei uns nicht hoch über den Horizont.
Aicht weit von- dieser Stelle sehen wir auch den einzigen in diesem Monat gut sichtbaren
zieh samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden
— Tageskalender für Dienstag: Stadttheater Gießen: Lustspiel-Aevue: „Der unsichtbare Mensch", „Der Biß", „Aachts um drei", 20 bis 22 Llhrj. —Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Zwei Menschen".
Hauptstern Äl , .
dem sich die Milchstraße gabelt, ferner zur Cassiopeia und dem schon sehr spät ausgehenden
„Der Maler, der seine Staffelei und Farben nicht überallhin nntschleppt, muß erst mxh geboren werden! Er blickte sie bittend an: „Sagen Sie ja, gnädige Frau!"
Hanna Moest gewahrte X Glanz in seinen Augen. Ein
tag fangen wir mit dem Malen an!"
Frau Elsbeth Jason, die auf dem Balkon ihres Hotelzimmers saß, nahm daS Lorgnon von den Augen.
„Diese Frau Moest scheint nicht halb so reserviert zu sein, wie sie sich immer aufspielt", sagte sie spitz. „Jetzt kommt sie schon wieder mit dem Maler Leupold daher!"
„Laß ihr die Freude!" antwortete Fritz Jason, ohne von seiner Zeitung aufzusehen.
„Man ist in diesem Hotel überhaupt mit Leuten von sehr zweifelhafter Moral zusammen! Wenn ich nur an das Fräulein Willer denke! Eine junge Dame von kaum zwanzig Jahren unh allein in einem Seebad! Hnd dieses schamlose Benehmen! Jeden Tag sieht man sie mit einem anderen Herrn I"
„Warum auch nicht, wenn es ihr so gefällt? Sie ist ja zum Vergnügen in Aorderney, nicht um sich einzukapseln I"
In Elsbeth Jasons hagerem, strengem Gesicht prägte sich Empörung aus.
„Das ist wieder eine deiner frivolen Ansichten, die ich zur Genüge kenne! Ein Glück, daß Lotte dich nicht gehört hat! Das Kind bekäme einen schönen Begriff von seinem Vater!"
Fritz Jason, dem derartige Dispute mit seiner Frau nichts Aeues waren, zuckte mit den Schultern, sagte aber nichts darauf.
„Ich möchte dich jedenfalls bitten, im Beisammensein mit Herrn Dr. Kröger dir etwas Reserve aufzuerlegen", fuhr Elsbeth Jason in befehlsgewohntem Tone fort. „Herr Dr. Kröger soll keinen unvorteilhaften Eindruck von uns gewinnen: du weiht, warum!"
„Hältst du noch immer an deiner Idee fest, Elsbeth?"
zeichnete sie als Parteien, deren geistige Direktiven sich in materieller Ideologie erschöpften, und stellte dem die geistige Haltung der Aattonal- sozialisten gegenüber, die in dem tiefen Glauben an das als heilig Erkannte zu Opfern bereit seien sür Volk und Vaterland. Aicht der Macht des Geldes dürfen wir erliegen, vielmehr müssen wir uns wieder zur Drgeisterungsfähigkeit durchringen, die vielen Menschen verloren gegangen sei. Aach einer kurzen Pause sprach der Redner das Schlußwort: er wies darauf hin, daß heute im politischen Leben niemand abseits stehen dürfe, jeder müsse sich dasür einsetzen, daß andere Verhältnisse im Lande geschaffen werden, und heute müsse jeder Deutsche dafür Sorge tragen, daß er sich später nicht zu schämen brauche vor sich selbst, noch vor seinen Kindern. Die Aattonal- fozialisten mühten heute sagen: wer nicht für uns ist, ist gegen uns! Dem Redner wurde starker Beifall zuteil. Die Qkranlftaltung verlief ruhig.
hinübergehen und mit ihr sprechen, damit sie weiß, wie sie sich Dr. Kröger gegenüber zu verhalten hat!"
Kopfschüttelnd sah Fritz Jason seiner Frau nach.
Am Sonntagabend veranstaltete die Aationalso- zialistische Deutsche Arbeiterpartei im Cafe Leib eine SA.-Kundgebung. Als Redner erschien Graf Bernhard zu Solms-Laubach (Arnsburg). Der Redner sprach zunächst vom Versailler Friedensvertrag, von der Schamlosigkeit, mit der die Feinde jenen ruchlosen Vertrag aufsetzten, im
Für jeden Monat muh es einen Teil des Sternhimmels geben, der günstiger sichtbar ist als zu jeder anderen Zeit des Jahres, den Teil nämlich,
Perseus.
Von den Wandelsternen ist nur der Saturn längere Seit sichtbar. Von den übrigen Wandlern ist die Venus Morgenstern. Aber da sie der Sonne recht nahe steht, so zählt die Dauer ihrer Sichtbarkeit mir nach Minuten, oder anders ausgedrückt, sie steht im wesentlichen nur aus dem Papier. Aicht viel günstiger steht es mit dem Mars, für den die Sternkundigen gegen Ende des Monats noch elf Minuten Sichtbarkeit errechnen. Als ziemlich unscheinbares Sternlein bewegt er sich zwischen dem Löwen und der Jungfrau. Kü st ermann.
„Sie hätten keine Mühe damit! Ich würde Sie in den Dünen malen, mittags, wenn Sie ohnehin draußen sind. In ein paar Tagen wäre die Sache vorüber, dann wären Sie mich wieder los!" schloß er lachend.
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Bewußtsein eines unwürdig errungenen Sieges einen sittlichen Verrat begingen, wir ihn die Weltgeschichte bisher noch nicht erlebt hatte. Er einnerte weiter an den großen Betrug, den das deutsche Volk durch Wilson über sich ergehen lassen muhte, er sprach von der Revolution als von einer Revolte und erörterte das Wesen der deutschen Revolution aus ihrer kurzen Entwicklungsgeschichte heraus. In seinen weiteren Ausführungen ging der Redner auf die geistige Konstitution im deutschen Volke ein und unterschied hierbei zwei grundsätzliche Typen. Er sprach von Vertretern des alten Geistes (den politischen Parteien der Mitte bis zur Sozialdemokratie, die sich absolut bürgerlich entwickelt habe) und von dem neuen und erneuernden Geist der Aational- sozialisten, die ein neues völkische Lebensgefühl schaffen wollten. Er ging bei der Definitton der beiden geistigen Richtungen auf die polittsche Handlungsweise der Regierungsparteien ein, be-
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druck kam in ihre Züge. Blitzschnell überlegte sie: Sah Leupold in ihr mehr als die harmlose Badebekanntschaft? Waren seine Worte von vorhin, als er von der Freude über ihr Zusammentteffen in Aorderney gesprochen hatte, einem tieferen Empfinden für sie entsprungen?
„Ich weih nicht...", antwortete sie zurückhaltend.
Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt
antwor- nachmit-
Der die 24 Stundenzahlen von Mitternacht bis Mitternacht eines Tages enthaltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht
fahren!" erwiderte Leupold. Er sah Hanna Moest offen an: „Jetzt bin ich Paul dankbar dafür: ohne sein Zutun hätte ich Sie, gnädige Frau, nicht kennengelernt!"
Ein langes Schweigen entstand.
Hanna Moest hatte sich zurückgelegt. Die Hände tmter Dem Haupt mit den blonden, leuchtenden
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns berichtet: Heute, 20 Uhr, als 6. Vorstellung im Sommerabonnement Ensemble-Gastspiel Berliner Bühnenkünstler (Ernst Franken, Lotttna D a a r t, Curt Unser) mit der Lustspiel- Revue, drei heitere Einakter. Ermäßigte Sommerpreise.
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GROSZE BUCH
STABEN /
Sonne Moni
D1 Viertel @ Vollmond d letztes Viertel
Sonnenaufgang von 3.45 bis 4.20 Uhr. Sonnenuntergang von 20.25 bis 19.50 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: Letztes Viertel am 8. um 1 Uhr, 1. Viertel am 22. um 6 Uhr, Vollmond am 29. um 14 Uhr.
Wandelstern, nämlich den durch einen Ring ausgezeichneten sonnenfernen Saturn. Wenn man dann dem Zug der Milchstraße, der allerdings erst zu später Abendstunde und besonders gegen Ende schon sichtbar wird, weiter folgt,
Haaren, die Augen geschlossen, verharrte sie regungslos, als schlummere sie.
Leupold versank in selbstvergessenes Betrachten der schönen Frau, deren weiche Züge immer, auch wenn sie lächelten, von leiser Trauer überschattet waren.
Woher rührte diese Trauer, diese Schwermut?
Auch jetzt grübelte Leupold wieder über diese Frage, die ihn in den letzten Tagen manchmal beschäftigt hatte. Aur wenig wußte er von Hanna Moests bisherigem Leben. Daß sie in Düsseldorf ihren Wohnsitz habe und seit einigen Jahren Witwe sei, hatte sie beiläufig im Gespräch erwähnt: sonst ließ sie alles Vergangene im Dunkeln.
Warum mied Hanna Moest in Aorderney ge- flissenttich jeden Verkehr? Warum lebte sie in dieser Zurückgezogenheit, die bei einer Frau wie sie sehr ungewöhnlich war? Litt sie immer noch unter dem Verlust ihres Gatten?
Dieser Gedanke verursachte Leupold Unbehagen. Eine eifersüchttge Regung, über die er sich selbst nicht klar war, nahm von ihm Besitz.
Sie wanderten nachher noch eine Weile durch die Dünen. Die Hitze hatte nachgelassen: vom Meer her, das bewegter geworden war, wehte erfrischende Kühle.
Die vorherige Versttmmung wich von Leupold, und ein Frohgefühl, wie er es bis dahin nicht gekannt hatte, erwachte in ihm, während er an der Seite der Frau dahinschritt, zu der es ihn mit täglich wachsender Gewalt zog. Aus einem jähen Impuls heraus sagte er:
„Ich möchte Sie malen, gnädige Frau!"
Hanna Moest hemmte den Schritt.
„Ich dachte, Sie hätten sich vorgenommen, während Ihrer Ferien überhaupt nicht zu arbeiten!"
„Es wäre keine Arbeit, sondern eine Freude für mich!"
„Haben Sie Ihr Malgerät hier?"
„Selbstverständlich!"
„Das ist ja Wahnsinn!"
Frau Jason sah ihren Gatten überlegen an.
„Weil Dr. Kröger fünfzig Jahre alt ist und Lotte neunzehn? Als ob es auf das Alter allein ankäme I Kröger ist ein distinguierter, liebenswürdiger Herr, er sieht gut aus, ist Ministerialrat und kann bei seinen Beziehungen jeden Sag Minister werden. Ist das nicht genug?"
„Für ein Mädel von neunzehn Jahren vielleicht nicht!"
„Soll Lotte einen der Dauern unserer Aachbar- schaft heiraten? Wäre das besser?"
Fritz Jasons rundes, frisches Gesicht rötete sich.
„Erlaube einmal, Elsbeth, ich bin selbst ein solcher Dauer!"
Elsbeth Jason überhörte seinen Einwurf. In der ihr eigenen, bestimmten Weise, die einen Widerspruch nicht aufkommen ließ, setzte sie ihrem Manne auseinander, welche Vorzüge eine Heirat ihrer Tochter mit Dr. Kröger habe, den sie im vorigen Jahre in Berlin kennengelernt und mit dem sie sich in Aorderney wieder getroffen hatten.
„Lotte kann froh sein, wenn sie einen so vvor- nehmen, angesehenen Mann bekommt. Er ist jedenfalls mehr wert als die jungen Herrchen, die man hier sieht und die meist nichts sind, sondern nur Flausen im Kopfe haben!"
„Wird Dr. Kröger überhaupt ernstlich wollen?" sagte Jason darauf. „Junggesellen seines Alters entschließen sich bekanntlich schwer zu einer Heirat!"
„Dr. Kröger interessiert sich für Lotte, daS dürfte auch dir nicht entgangen sein. Bei unserem Spaziergang heute morgen machte er Andeutungen ..."
«Du hast ihm wohl die Zunge gelöst!" unterbrach Jason sie in unmerklichem Hohn.
„Ich gab ihm zu verstehen, daß wir uns freuen würden. Lotte in der Obhut eines wertvollen, zuverlässigen Mannes zu wissen."
„Das war deutlich genug! Hoffentlich hat Kröger es auch begriffen!"
„Ich verstehe nicht, wie du mit diesen Dingen scherzen kannst! Es handelt sich doch um Lottes Glück!"
Jason warf die Zeitung, die er immer noch in den Händen gehalten hatte, zur Seite.
„Lottes Glück habe ich mir etwas anders vorgestellt, liebe Elsbeth! Ich kann mir auch beim besten Millen nicht lenken, daß Lotte von deinem Plane sehr begeistert sein wird!"
„Lotte wird tun, was i ch für gut finde; ich habe irrt Of 1s" AH
der in dem Beobachtungsmonat gerade während der Abendstunden seinen Höchststand am Himmel einmmmt. Für den Juli fällt dieser Himmelsteil nahezu mit den tiefsten Teilen des Tierkreises zusammen, mit den Teilen also, die die Sonne etwa im Januar durchläuft. Diese Himmelsgegend nun ist insofern bemerkenswert, als sich dort Tierkreis und Milchstraße treffen. Das geschieht im Sternbild des Schützen, das gleichzeitig ein ausgesprochenes Milchstrahensternbild ist. Die neuere Sternforschung hat gerade in diesem Sternbild eine der mächtigsten Milchstraßenwolken festgestellt, die vermutlich aus Hunderten von Millionen von Sonnen gebildet wird und vielleicht den Kern des ganzen gewalttgen Gebildes der Milchstraße ausmacht. Leider erhebt sich diese wichttge Himmelsgegend selbst in dem für sie be-
Ortsgruppe Gießen des Vereins für das Deutschtum im Auslande, Studienrat Dr. K ö n i g, eine Begrüßungsansprache. Der Abend habe seinen Hefen Sinn, so führte er u. a. aus, es solle der Ostmark gedacht werden, da viele unter den Teilnehmern weilten, die das Ostland ihre Heimat nennen. Im Osten sei durch den Versailler Der- trag eine Dresche geschlagen worden, und das deutsche Volk leide an dieser Wunde. Der Abend solle zugleich für die Ostmärker ein Tag der Erinnerung sein und für uns alle ein Tag der Hoffnung, daß dieses Land einst wieder deuffch sein werde, denn von der Lösung der Ostfrage hänge die Zukunft Deutschlands ab. Aachdem der Redner einen Rückblick auf die Entwicklungsgeschichte des Vereins für das Deutschtum im Auslande gegeben hatte, betonte er, daß aus dem VdA. der allgemeine deutsche Volksverein herauswachsen müsse. Die Deutschen müßten sich insgesamt durch diesen Verein eng verbunden fühlen. Das große Ziel müsse das im Geiste geeinte Deutschland fein; dann werde das deutsche Volk andere und bessere Tage erleben, als es heute der Fall sei.
Aach einem von der Jungschar des Deutschen Ostbundes Franffurt a. M. eindrucksvoll wieder- gegebenen Sprechchor „Die entrissenen Töchter" hielt Pfarrer Pelz (Kassel), der Vorsitzende der Ortsgruppe Kassel des VdA., die Festrede. Der Tag, so führte er u. a. aus, solle alles zurück- gestellt sehen, was uns sonst uneinig mache. In unserer Zeit gehe ein großes Werben um dir Jugend; denn wer die Jugend besitze, habe die Zukunft. Mancherlei werde heute an die Jugend herangetragen, Pvlittk rmd Sport, kulturelle Fragen treten fordernd an die Jugend heran. Der Sport sei eine Gefahr, weil er den Menschen nie gan$ erfasse, die Politik dränge den jungen Menschen zur Einseitigkeit, der VdA. aber habe sich ein großes Ziel gesetzt und brauche die Zersplitterung nicht zu fürchten. Das Zusammengehen im VdA. könne, toerm es das ganze Volk erfasse, zur restlosen Einigkeit und zu einer allumfassenden deutschen Idee führen. Alle anderen Völker pflegten die völkische Idee in irgendeiner Form, nur der Deutsche habe sich noch nicht dazu durch gerungen. Da stehe immer wieder die Frage auf, wie denn der Deutsche in der Welt Geltung erlangen wolle, wenn er in sich selbst uneins sei. Aicht allein mit dem bluttgen Kampf sei Weltgeltung zu erringen, vielmehr müffe unsere Sorge daraus gerichtet fein, einen einheitlichen Geist lebendig werden zu lassen. Die deutsche Jugend sei heute mehr als je eine Jugend dazu berufen, einen einigen Geist zu schaffen und ihm nachzuleben. Aie dürfe die Mahnung vergessen werden, die ein Dichter in den Worten ausdrückt „Ans Vaterland, ans teure schließ' dich an, das halte fest mit deinem ganzen Herzen!" Die Rede wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen.
Der Rest des Abends brachte neben einigen musikalischen Darbietungen noch die Aufführung eines vstmärkischen Dühnenspiels „Der Wall", das durch die Jungschar des Deutschen Ostbundes Frankfurt a.Main mit viel Eifer wiedergegeben wurde und den Zuhörern die mannigfalttge Rot des deutschen Ostens klar vor Augen führte. Einige schone, deutsche Volkslieder, vom Chor der Studienanstalt unter der Leitung von Musiklehrer A e b e l i n g gesungen, fanden verdienten starken Beifall. Sehr gut gefielen die rhythmischen Liebungen der Mädchengruppe der Schillerschule unter der Leitung von Fräulein Mann. Der Rest des Abends war neben der Aufführung einer humorvollen Szene dem geselligen Beisammensein gewidmet.
Sommerfest auf dem Gleiberg.
Der Gleibergverein bereinigte am Sonntagnachmittag im Hofe der Burg Gleiberg seine Mitglieder und Gäste zu seinem diesjährigen S 0 m m e r s e st. Der Hof war mit Fahnen und Wimpeln festlich geschmückt, eine Tanzfläche für die Jugend und ein Kasperletheater für die Kinder waren bereitgestellt worden. Im Omnibus und zu Fuß fanden sich die Gießener und die Bewohner der umliegenden Ortschaften ein, um in geselliger Gemeinsamkeit einige Stunden zu verbringen. Eine Musikkapelle sorgte im Hofe für die Llnterhaltung, im Rittersaale nahm die Jugend mit„Radiomusik vorlieb und tanzte in den historischen Räumen. Der Vereinsvorsitzende, Provinzialdirektor Graes, hielt eine kurze Ansprache, in der er auf die vielfachen Aöte unserer Zeit hinwies. Er betonte u. a., daß heute leider den meisten unserer Volksgenossen die politische Einsicht und der Lieberblick in weltwirtschaftlicher Hinsicht fehle, daß man sich aber demgegenüber den Luxus leiste, sich innerpolitisch die Köpfe zu zerschlagen, ohne daß dadurch auch nur der geringste Erfolg erziett werde. Im Gleibergverein, so fuhr der Redner fort, finde man sich unter anderen Voraussetzungen zusammen. Der Verein enthalte sich jeder polittschen-Meinungs- äußerung, er habe sich vielmehr die Aufgabe gestellt, den Heimatgedanken zu fördern, dazu beizutragen, daß der deutsche Mensch die Heimat lieben lernt und daraus immer neue Kraft erhält. Die Liebe zur Aatur zu wecken, die Freude am Volkstum ohne Rücksicht auf die innerdeutschen Landesgrenzen lebendig werden zu lassen, das sei das Ziel des Gleibergvereins, dem eS immer nachzustreben gelte. Mit einem dreifachen Hoch auf den Gleibergverein schloß der Redner seine beifällig aufgenommenen Ausführungen. Der Aachmittag brachte neben den Kinderbelustigun- gen einige rhythmisch-gymnastische Hebungen, die von den Turnerinnen des Turnvereins Krofdorf sehr exakt zur Aufführung gelangten; einige Volkstänze, ebenfalls von den Krofdorfer Turnerinnen vorgeführt, fanden herzlichen Beifall.
Sie ließen sich nachher am Rand der Dünen nieder, an einer Stelle, die steil zum Meer abfiel. Heiß schien die Sonne; in der Luft war ein Flimmern wie von Millionen winziger Sterne.
Hanna Moest wies auf das Meer hinaus, das in majestätischer Ruhe, eine unermeßlich große Fläche von tiefem Blau, sich ausbreitete.
„Ist dieser Anblick nicht gewaltig? Müssen Sie nicht zugeben, daß das Meer mindestens ebenso schön ist wie die Berge?"
Leupold lachte.
„Sie werden mich davon nie ganz überzeugen können, gnädige Frau, so gerne ich Ihnen diesen Gefallen tun würde! Ich bin nun einmal ein passionierter Freund der Berge! Das Meer bedeutet für mich eine schöne Abwechslung; aber für dauernd möchte ich nur in den Bergen leben!
„Haben Sie niemals Verlangen nach der Stadt, nach dem interessanten, vielgestaltigen Leben der Großstadt?"
Leupold schüttelte den Kopf.
„Ich habe in München und Paris studiert, dann ünd wann fuhrt mich mein Weg auch in diese oder jene Großstadt; ich bin aber jedesmal froh/ wenn ich wieder heimkomme; wenn Sie mein Haus in Mittenwald sehen würden, würden Sie das verstchen!"
Er kam ins Erzählen und schilderte die Schönheit seines Heimatortes, in den er sich vor einigen Jahren zurückgezogen hatte, um ungestört seinem künstlerischen Schaffen zu leben. Die Aähe Hanna Moests lieh ihn beredter werden, als er es sonst war.
Aufmerksam hörte Hanna ihm zu. Sie begriff, daß dieser große, stämmige Mann mit dem etwas bäuerischen Gesicht, aus dem zwei helle, klare Augen blickten, sich auf dem Land Wohler fühlen mußte als in der Enge der Stadt.
„Eines wundert mich bann, Herr Leupold: daß Sie, bei Ihrer Vorliebe für die Stille, gerade ein so lautes Bad wie Aorderney gewählt haben! Es gibt doch ruhigere Plätze am Meer, die nicht weniger schön sind!"
„Das ist Bertrams Werk! Er bearbeitete mich so lange, bis ich eintoiUlate, mit ihm hierher zu
Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo- natsmitte ist der gerade Pfeil V3 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte '/» Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Lichtgestalt zeigt.
um die Monatsmitte sichl-
•. Unsere Karte zeigt also
Gießener Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochen maickt: Butter Pfund 1,40 bis 1,50: Matte 30 bis 35; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 15 bis 20; Spinat 25 bis 30; Römischkohl 8 bis 10; Dohnen 25 bis 30; Spargel 30 bis 60; Erbsen 20 bis 25; Misch- gemüsse 8 bis 10; Tomaten 30 bis 50; Zwiebeln 12 bis 15; Rhabarber 8 bis 10; Pilze 25 bis 30; Kartoff^n (alte) 5 bis 6; Kartoffeln (neue) 10 bis 12; Aepsel (ausländische) 50 bis 60; Dörrobst 30 bis 35; Kirschen 20 bis 35; Sauerkirschen 35 bis 40; Heidelbeeren 30 bis 35; Stachelbeeren 20 bis 25; Johannisbeeren 20 bis 25; Erdbeeren 35 bis 50; Walderdbeeren (Schoppen) 30 bis 35; Himbeeren 45 bis 50; Aprikosen 40 bis 45; Pfirsiche 40 bis 50; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 1,10; Suppenhühner 90 bis 1,00; Käse (10 Stück) 60 bis 1,40; Tauben Stück 50 bis 70; Eier 9; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 5 bis 15; Salatgurken 20 bis 35; Ein- machgürken 5 bis 6; Oberkvhlrabi 8 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 15; gelbe Rüben Bund 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Radieschen 10 bis 15; Kartoffeln Zenter 4 bis 5 Mark.


