Drvrf vnd Verlag: vrühl'sche UniverfilStr-vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und GeschäftrNelle: ZchulNrahe 7.
Der wirffchastspoliüsche Kurs
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• gefallen waren, hatte ■t sich. Szengerhi trag jemand anderes unter derons neben ihm sah. i sich etwas zu betau- Unterhaltung teil. Aller, über seine Fotschunas- and wieder im Gedacht« der Calderons Fragen, er geben muhte, irgend«
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wirtschaft, die sich besonders auf Viehzucht einstellt, erzielt worden? Die Preise sind weiter her- untergegangen, und hier kommt doch der Punkt, den jeder Landwirt endlich einmal erkennen muß: Wenn man sich überhaupt zollpolitisch oder durch Devisenbewirtschaftung völlig auf allen Gebieten von der Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte a b s ch l i e ß e n würde, dann würde nicht mehr die Höhe des Zolles, sondern die Kaufkraft der Bevölkerung allein den Preis bestim- m e n. Das möge in alle Kreise der Landwirtschaft hineingetragen werden. Wie soll man sonst die außerordentlichen Maßnahmen, die für die Landwirtschaft in den anderthalb Jahren getroffen worden sind, vertreten und durchhalten vor der überwiegenden Zahl der deutschen Bevölkerung, die nun einmal Konsumenten sind?
W.Z
m qert für die Notzeit — und nur für diese — d i e eie Zeitzur Arbeit läßt, weil es unmöglich , bei diesen täglich sich neu aufdrängenden Auf- f ben gleichzeitig diese schnell zu erledigen und das ar lament hier versammelt zu haben. Ein anderer •foet ist mit dieser Politik unter keinen Umstanden :»rbuntien.
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3 e r 11 r , 5. Nov. (BDZ.) Im Plenarsitzungssaal d'ks Reichstags trat am Donnerstag der aus allen Teilen Deutschlands stark besuchte Parteiausschuß d es Zentrums zusammen. Der Parteivorsitzende, Vrälat Dr. Saas, wies auf den Ernst der poli- täjchen Entscheidungen hin, die in diesen Tagen zu i Neffen seien. Es gelte jetzt, das Auseinander- 1 brechen des Volkes in zwei gleichstarke den gegenseitigen Vernichtungskampf proklamierende Eager unter allen Umständen zu verhindern. Wenn ! irgendwann, so ist jetzt Volkssammlung die Sortierung der Stunde und nicht Volksentzweiung. 131 der gegenwärtigen Lage hätten koalitionspoli- lilche Erörterungen keinen Platz. Die Stunde ge- 5 l)*re der ftaatspolitischen Tat und nicht dem un° irud)tbaren Partei- und koalitionspolitischen Palaver, v-ie Deutsche Zentrumspartei hat wahrhaftig wich- liseres zu tun, als sich mit dem koalitions - p olitischen Gerede auseinanderzufetzen, das iti Öen letzten Wochen gewisse Kreise außerhalb un= sc ter Reihen in der Oeffentlichkeit beschäftigt hat. ÜZni einem Augenblick, wo die politische Gesamt- . fiftiation und die parlamentarischen Entscheidungs- ' (impfe der jüngsten Zeit ein klares Wort nach dieser N ichtung verlangten, wenn nicht mit dem Sturz der R cgierung Brüning unabsehbares Unheil für Staat iieib Volk heraufbeschworen werden sollte, ist ein io Iches Wort von der Reichstagsfraktion der Deutschen Zentrumspartei in einem eindeutigen Beschluß ausgesprochen worden. Mir ist ni cht bekannt, daß inzwischen Tatsachen eingetreten njeren, die geeignet sind, die sachlichen Voraussetzungen des damaligen Beschlusses zu verändern oder herabzumindern. Vor dem zweiten Kabinett Brü- niug stehen außenpolitische Aufgaben von geradezu gigantischer Größe und von schicksalsentscheidender Auswirkung für Staat und Volk. In solcher Lage die Aktionsfähigkeit und die Verhandlungschancen des Kabinetts durch Erörterungen der bezeichneten Art zu behindern oder zu vermindern, ist nach unserer Kenntnis und Anschauung der Dinge nicht zu re rantworten.
Reichskanzler Dr. Brüning
geb darauf einen ausführlichen Tleberblick über bi< politischen und wirtschaftlichen Ereignisse der setzten Monate. Sn diesem Winter kommt es ent- >4»eidend darauf an, zu verhindern, daß die par- leipolitischen Gegensätze sich zur Explosion in Iacutschland steigern. Was soll denn eine Reichs- reNjierung machen, parteipolitisch, koalitionsgemäh in einem Augenblick, wo die Weltwirtschaftsent- DLielung politisch und wirtschaftlich Deutschland fr ent Monat zu Monat vor immer neue S i - imattonen stellt? Es gibt nur einen Weg. Enlich den Weg der Ergreifung sachlich not« v-endiger Maßnahmen, die so aufeinander abzuftellen sind, daß bei der Gratwanderung -irden Abgründen vorbei das deutsche Volk end- Itdf) wieder auf einen sicheren Weg gelangen kann. Mer zu glauben, daß ein Programm, das non sich ausgedacht hat, das am Ende einer Ian« M Entwickelung als Vollendung stehen muß, von )o mherein auf dem Weg einer Notverordnung ciafach in Kraft gesetzt werden kann, ist tim völliger Srrtum. Sn Deutschland müssen wir, ‘ obwohl wir den Weg zur Ämkehr, den Weg der Abstriche am Etat zuerst beschritten hatten, vor- । i<§tig in allen Maßnahmen Schritt für öah r i t t weitergehen. Denn das vielfach Künst-
in der gefamten deutschen Kreditwirtschaft, schwankende Fundament, auf dem ; )ie Wirtschaft sich in den letzten sechs Sahren .barhaupt aufgebaut hat, es hat uns dazu gegangen. sehr sorgfältig zu überlegen, welche Al chnahmen man in dem einen Augenblick und de-lche man später ergreifen muh.
Las Volk muß in seinem Verstehen langsam milwachsen. damit eine Regierung, die immer getragen sein muh von einer Stimmung im Lotte, die lange Kette dieser harten Maßnahmen [ rnif die Dauer überhaupt aushallen kann. Das Bedangen, dah man jeden Augenblick an die Oeffentlichkeit mit einem neuen Programm herantreten soll, die Kritik, die an der Nicht- | erfüUung dieses verlangens geübt wird, be- ineifen. dah viele den Ern ft der Situation, in der sich Deutschland befindet, überhaupt noch nicht ersaht haben. Es wäre «irklich sehr wünschenswer , wenn auch ein Teil ' ter deutschen presse sich mehr mit politischen und wirtschaftlichen Ereignissen in der übrigen Welt in Vergleich zu der deutschen Entwicklung beschäftigen möchte und so Sinn für die internationale Gebundenheit eines Teiles dieser Maßnahmen schaffen würde.
5t) möchte hier ganz klar aussprechen, daß ich nicht besichtige, das Parlament etwa dauernd oder «is längere Zeit auszuschalten. Das einzige, was wir tolm, ist, daß man uns dann nach solchen Ta-
insgesamt gesenkt werden, um unsere Konkurrenzfähigkeit ausrechtzuerhalten, dah aber dabei unter dem Problem der Selbstkosten nicht einseitig das Lohnproblem verstanden wird. Denn dann würde die Landwirtschaft ihre Produkte nur zu immer weiter sinkenden Preisen und in immer geringerem Umfange verkaufen können. Dasselbe gilt von Mittelstand, Einzelhandel und Handwerks vom Hausbesih. Sch glaube, daß es Wohl die Möglichkeit gäbe, wenn man frei von politischen Stimmungen und Leidenschaften sich zwischen den Derufsgruppen über die Tariffrage und die unbedingt notwendige Elastisch- machungder Tarifverträge unterhielte, zu einer Verständigung zu kommen. Verhindert wird diese Möglichkeit immer nur von denen, die entweder nicht den Mut haben zu voller Verantwortung gegenüber ihrer Derufsgruppe oder die glauben, ihr Weizen könne nur blühen, wenn das Chaos in Deutschland herbeigeführt wird. Wir haben, als wir nach der Snflation durch ausländische Anleihen plötzlich wieder Geld in öie Hände bekamen, nicht mehr gewuht, was wir vernünftigerweise damit tun sollten und was d ie Rückzahlung eines Tages bedeuten würde. Darüber ist es zweifellos in stärkstem Mähe zu einer Kapitalfehlleitung in Deutschland gekommen. Darunter hat niemand mehr gelitten als die kleine und mittlere Snöuftrie und der gesamte deutsche Mittelstand. Auf die Kreditbedürfnisse dieser Gruppen muh das reorganisierte deutsche Bankwesen unter allen Umständen in stärkstem Maße eingestellt werden. Zwei unserer hervorragenden Sndustriellen haben in den vergangenen Wochen immer und immer wieder erklärt: Es hat wirklich keinen Zweck, die kleine und mittlere Sndustrie zum Erliegen zu bringen, selbst vom Standpunkt der Großindustrie aus, im Gegenteil, wir sehen es als unbedingt notwendig an, daß diese kleine und mittlere Sndustrie auch in Zukunft als bester Käufer der Großindustrie erhalten und gestärkt wird.
Die verschiedenen Herabsetzungen der ■Pe amtengehälter sind eine auherordent- Ilche Härte gewesen, aber durch diese rechtzeitigen Herabsetzungen haben wir dem Beamtentum einen außerordentlichen Dienst erwiesen, denn nach meiner Meinung gibt es nichts Gefährlicheres und nichts, was den Glauben an eine kluge und sichere Disposition der öffentlichen Hand stärker erschüttert, als wenn die Beamtengehälter und ähnliche Ausgaben des Staates tropfenweise im Laufe eines Monats ausbezahlt werden müssen. Das schädigt den Gedanken des Derufsbeamtentumes ganz außerordentlich. Sicherer als andere verfassungsmäßige Bestimmungen ist noch immer der Glaube des Volkes an die unbedingte Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der Snftitution des Berussbeam- tentumes. Diesen Glauben stabilisiert man, wenn man seinen eigenen Berufskollegen sagt, daß die Opfer notwendig waren im Sntereffe des ganzen Volkes, in diesem Sinne aber auch im Sntereffe des Deamtentumes.
Das Aufhalten des Schrumpfungsprozesses bei der kleineren und mittleren Industrie und beim Handwerk muß auch durch eine anders eingekeilte Politik der Lanken in kürzester Zeit erfolgen. Es ist die Aufgabe, das Genossenschaftswesen zu konsoli- d i e r e n , unter allen Umständen in allen öffentlichen und privaten Kreditinstituten z u - rückzukehren zu den absolut so- liden Maximen der Vorkriegszeit. Das ist das Entscheidende und viel wichtiger als jeden Augenblick Staatshilfe einzelnen Instituten oder größeren Organisationen zu bieten.
And endlich wird es die Aufgabe sein, dafür zu sorgen, dah in den nun beginnenden Verhandlungen und Besprechungen eine Lösung des Reparationsproblems erfolgt, die dem deutschen Volk erträglich ist und die außerdem der ganzen Welt das Vertrauen wiedergeben kann, daß nicht mehr erneut von der Seite der Repa-
Die Reichsregierung denkt an alle Kreise und alle Berufsschichten der Bevölkerung bei allen ihren Maßnahmen nicht nur im Opfer, sondern auch in der Hilfe. Hier aber fehlt es an dem Verständnis für öie Zusammenhänge wirtschaftlicher 21 r t namentlich im öeuischen Volke ganz außerordentlich. Die Abstimmung der Landvolk- Partei im Reichstage zeigt doch ganz deutlich, daß ein Teil der Landwirtschaft die wirkliche Lage Deutschlands und die eigene Situation noch nicht erfaßt hat. Wir haben, um ein Bei- fptel zu nennen, praktisch doch jede Vieheinfuhr unmöglich gemacht. Wir sind also sozusagen zu dem lückenlosen Schutz in dieser Beziehung gekommen, der jahrzehntelang die Forderung der Landwirtschaft war. Ist denn dadurch nun etwa eine Rentabilität der Lanti-
rationen eines Tages das Kreditsystem der Welt gefährdet werden kann. Dazu gehört es, daß gleichzeitig mit den Reparationsfragen d i e S t i 11 h a 1 t e f r a g e so gelöst wird, daß wir auch nach innen und außen von der Seite der Privaten kurzfristigen Kredite eine absolute Beruhigung der Atmosphäre im Sn« und Auslande und damit auch eine Sicherstellung unserer ganzen wirtschaftlichen Unternehmungen, Pläne und Maßnahmen erreichen. Ohne Schaffung einer Atmosphäre des Vertrauens im Aus- und Znlande werden wir nicht zu dem erstrebten Ziele gelangen. Worunter die Welt am meisten leidet, sind nicht hier und da Dankschwierigkeiten, sondern die Tatsache, daß der Sparer und der Kapitalist in der ganzen Welt nervös geworden sind, obwohl an sich meines Erachtens ein Grund zu einem solchen Grade der Nervosität nicht vorhanden ist. Durch dauernde politische Agitation, durch Predigen von Experimenten schafft inan weder im Sn« noch im Auslande diese Der- trauensatmosphäre. Das muh das deutsche Volk einsehen. Denn ein Ergebnis, das für uns akzep- ta&el ist, ist in all den Verhandlungen außen« politischer Art nur dann zu erzielen, wenn man sicher ist, dah in Deutschland keine politischen Experimente gemacht werden.
Sicherlich ist es so, daß gerade dieser Dinier dem deutschen Volke die schwerste Nervenprobe auferlegen muh. Aber soll es sich wieder in der Geschichte wiederholen, wie so oft in den letzten anderthalb Jahrzehnten, dah im letzten Augen- blick, gerade wo man so weit ist, daß man die Aussicht in eine bessere Zukunft hat, das deutsche Volk die Nerven verliert? Dagegen müssen wir uns wenden. Es ist möglich, durchzukommen, wer einen religiösen Glauben hat, der ist auch in der Lage, hineinzusehen in eine dunkle Zukunft, wo man nicht alles mathematisch und rational vorher errechnen kann. Es muß das wieder in das Volk hineinkommen, daß man nicht verzagt, wenn alles dunkel ist, daß man nicht nur an das Cfjaos glaubt und in Resignation verfällt, sondern dah man einen religiösen Glauben hat und aus diesem Glauben die Kraft gewinnt, mutig den Dingen entgegenzutreten, jede Aufgabe anzugreifen, mag sie noch so hart sein. Dann wird öas deutsche Volk, das gepeinigt und gedrückt wird, sich trotz aller Schwierigkeiten in der ganzen weit auf Grund feines Glaubens, auf Grund feiner Kraft, auf Grund seines Fleißes endlich einmal sicher durchsetzen.
Gtegerwald über Deutschlands Verschuldung. Reichsarbeitsrninister Dr. Stegerwalö gab dann einen Bericht über die deutsche Verschuldung und Zinsenlaft. Außenpolitisch haben wir in den nächsten Wochen uns darüber zu entscheiden ob wir für einige Jahre noch die Zähne aufe'inan- d erb ei ß en oder ob wir uns für Jahrzehnte in öie Gefangenschaft anderer Völker begeben wollen Daneben ist die Außenpolitik der nächsten Monate eine große finanzpolitische Transaktion. Wir sind gegenwärtig mit etwa 11 bis 12 Milliarden kurzfristig, mit etwa einer gleichen Summe lang« f r i st i g verschuldet, und dazu kommen etwa 4 bis 5 Milliarden ausländische Beteiligungen an der deutschen Wirtschaft, so daß die gesamte deutsche Schuldenlast an öas Ausland etwa 27 bis 28 Milliarden beträgt. Dazu kommen noch die politischen Schulden. Wir haben allerdings auch Auslandguthaben, die zwischen 7 bis 9 Milliarden betragen dürften. Unsere 3 in f en la ft beträgt für öie langfristigen Schulden etwa 700 Millionen und für die kurzfristigen nicht viel weniger als eine Milliarde. Dazu kommen noch die Dividenden für die Auslandbeteiligung an deutschen Wirtschaftsunternehmungen und endlich die politischen Leistungen. Der außenpolitische Kampf wird darum entbrennen, ob und wie b i e politischen Schul - den gleichberechtigt neben den priva- t e n behandelt werden können. Deutschland hat nie bestritten, daß öie privaten SchulÖen verzinst und zurückerstattet weröen müssen. Wir sind aber nicht in der Lage, daneben noch politische S ch u l ö e n in größeren Beträgen zu bezahlen. Erst wenn wir Klarheit über den Stand der Reparations- und Stillehaltefragen haben, ist öie feste Basis gewonnen für eine starke deutsche Innenpolitik. Die Regierung ist der Meinung, daß öem Öeutschen Volke eine zweite Inflation innerhalb eines Jahrzehnts nicht zugemutet werden kann.
. jnHatori|d)e Maßnahmen, von denen man in Deutschland wohl Öen Anfang, aber nicht d as Ende sieht, würde bei uns der Spar« g e danke zerschlagen werden und ohne den Spargedanken ist es ausgeschlossen, dah wir wieder zu einem vernünftigen Kreditaufbau in Deutschland kommen können. Wenn aber 25 Lander der Welt sich auf dem Znflationsweg befinden, dann muß Deutschland, um seine Wäh« rung zu halten, sich dem Preisniveau der übrigen Welt anpasfen. Das deutsche
In diesem Augenblick Hal das deutsche Volk mehr denn je ein Interesse daran, seine eigene Währung stabil zu hallen, viele Leute meinten, als das Pfund vom Goldstandard herunlerging, nun müßten wir die Mark gleichfalls vom Golde abhängen. Ich werde mich bis zum letzten dagegen wehren, irgendeine inflatorische Maßnahme irgendeiner Art zu treffen, und zwar nicht nur aus Gerechtigkeit, nicht nur zum Schuhe der Schwachen, sondern weil ich der Ansicht bin, daß d i e ehrliche Bilanz in der deutschen Wirtschaft trotz aller Bitternisse unbedingt wiederher g e st e 111 werden muß. Und daß jeder versuch und jedes verlangen nach inflatorischen Maßnahmen letzten Eudes auch den Zweck haben kann, diesen Prozeß der Gesundung der gesamten deutschen Wirtschaft zuschanden zu machen und wiederum einen Schleier über die Fehler der Vergangenheit zu ziehen.
2ch sage das nicht in einer verallgemeinernden Tendenz. Es ist erstaunlich, wie in den schwersten Zeiten große, ausländischer Konkurrenz aufs heftigste unterworfene Wirtschaftsgebilde diesen schweren Kampf erfolgreich haben durchhalten können. Aber zwischen dieser gesunden Wirtschaft haben in den vergangenen Zähren Eiterherde gesessen, die unter allen Umständen herausgeschnitten werden müssen. Zch habe wiederholt ausgesprochen, dah es notwendig ist, in allem Klarheit und Wahrheit zu schaffen, in der öffentlichen Wirtschaft ebenso wie in der privaten Wirtschaft, und wir kommen darum nicht herum, denn alle Erfolge in der Auhenpolitik sind um so eher zu erreichen, wenn wir die Bilanz der deutschen Finanzen und der deutschen Wirtschaft klar und ehrlich jedermann in der Welt zur Einsicht vorlegen. Das ist die stärkste und durchschlagendste Waffe, die die Reichsregierung haben könnte, und diese Waffe zu schmieden, war die Aufgabe des ersten Zahres der Tätigkeit dieser Reichsregierung. Das hat mit dazu geführt, dah d i e Frage der Reparationen durch die Oeffentlichkeit in der ganzen Welt ohne Ausnahme völlig anders beurteilt wird als in früheren Zähren. So muh es auch nach innen sein. Diele soziale und berufliche Spannungen würden nicht die Schärfe angenommen haben, und der politische Radikalismus würde nicht so hoch gekommen fein, wenn man früher gewisse Heilungsprozesse betrieben hätte, in der Privatwirtschaft wie in der öffentlichen Wirtschaft das Messer des Chirurgen rechtzeitiger und radikaler angeseht hätte.
Das Iahr 1932 wird für Reich, Länder und Gemeinden, soweit die normalen Ausgaben in Betracht kommen, in finanzieller Hinsicht das allerschwer sie sein. Denn in diesem Jahde laufen die Steuern auf Grund des wirklichen Einkommens des Iahres 1931 mit feiner furcht- baren Wirtschaftskrisis und deshalb werden wir, auch ohne Reparationslasten, für 1932 nicht um weitere ganz schwere und harte MaßnahmenaufallenGebieten herumkommen. Ich sage das jetzt gleich offen und sage es auch in dieser Stunde, wo das Reparationsgespräch mit dem Auslande im vollen Umfange ingang gekommen ist. Der Zeitpunkt ist gekommen, wo jetzt gewisse Maßnahmen auf den verschiedensten Gebieten gleichmäßig getroffen werden müssen. Denn der Prozeß der Schrumpfung darf sich nicht in der bisherigen Form fortsehen. Es müssen Maßnahmen hinzutreten, die zwar weitere Ersparnisse möglich machen, aber nicht zu einer solchen Verschlechterung der Lebenslage und der Kaufkraft der breitesten Schichten der Bevölkerung in allen Berufen führen, dah auf der anderen Seite wie
der ein neues Loch aufgemacht wird.
Notwendig ist, dah erstens die Selbstkosten der deutschen Wirtschaft zwar
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s gut verstehe werden, cht es meinem Freunde ' unter den Folgen des harrte für eine Weile eia“, tDoIltj er sagen en Kramps in bet §etj< d Würgen in der Kehle, standen ihm im Gesicht im ab. „Tardh geht es
Ak. 260 Erstes 181. Zahraonq zreitag, 6. November 1931
Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen
Ikung
en, wie: hoher Blut- beschweren.Schlaf- ie durch
Wohin führt der Weg?
Reichskanzler Dr. Brüning vor dem Parteiausschuß des Zentrums. - Keine koatitionspotitifchen Experimente Gegen jede Inflation. \


