SJl.-'SpOTt
Spielvereinigung 1900 Gießen.
Das Spiel der Ltgamannschaft gegen ..Germania" Marburg in Marburg fiel den schlechten Witterungsverhältnissen zum Opfer. Die Marburger hatten das Spiel noch am Samstagabend abgcblasen, da die Platzverhältnisse den Anforderungen nicht genügt hätten.
Aus dem Sportplatz an der Liehigshöhe standen sich (der Platz war in leidlicher Perfassung) zwei Gegner gegenüber, die durch ihre Gleichwertigkeit einen spannenden Kampf garanti r en. Die vielen Zuschauer, die sich eingefunden ha.ten, erlebten denn auch keine Enttäuschung. Die Ligareserve und die erste Mannschaft von Wahen- born-Steinbcrg lieferten sich einen ebenso rass gen wie dramatischen Kampf. Obwoh' man von einer geringen Feldüberlegenheit des Platz esitzers sprechen durfte, wurden sie doch von den Gästen zur Hergabe ihres ganzen Könnens g zwrmgcn. Lediglich einer gewissen Un n s hlofsmhrit im Gästesturm verdankten die 193O:r den Sieg Ein Unentschieden lag gegen das Ende der zweiten Halbzeit dauernd in der Luft. Bereits in der 15. Minute gingen die Gießener durch einen prächtigen Weitschuß in Führung und vermochten kurz vor Halbzeit einen zweiten Treffer zu buchen. Die Kampfkraft der Steinberger erlahmte indessen nicht, vielmehr ging die Mannschaft mächtig ins Zeug und brachte verschiedentlich durch einige flotte Durchbrüche des Gegners Tor in ernsthafte Gefahr Aber erst in der 38. Minute der zweiten Halbznt vermochten die Gäste den gegnerischen Tormann zu überraschen. Die restlichen Minuten reichten jedoch nicht mehr aus. den Ausgleich zu erzielen. Der Sieg der 1900er ist nicht unverdient. Der Schiedsrichter hätte den Kampf fördern können, wenn er etwas großzügiger g wesen wäre. Die beiden Mannschaften befleißigten sich aller Fairneß. Das Publikum (die Steinberger erschienen mit vielen Anhängern) verhielt sich sehr diszipliniert.
Die dritte Mannschaft kehrte aus Garbenteich 5:3 geschlagen zurück Die durchweg schweren Gießener Spieler fanden sich auf dem schlechten Platz nicht zurecht, um so besser verstanden es die Einheimischen, sich mit diesen Verhältnissen abzufinden Der zerfahren spielende Gießener Angriff verschenkte den Sieg.
1900s vierte Mannschaft stellte sich in Daubrin- gen besser an. Sie schlug die Daubringer auf grundlosem Platz mit 9:1 Treffern (Halbzeit 5:1). Zur Ehre des Platzvereins sei aber gesagt, daß dieser nur mit 8 Spielern zur Stelle war, die sich redlich Mühe gaben, die hohe Niederlage zu verhindern.
Iugendspiele.
Die 1. Jugend stand in Lollar der dortigen 1. Jugend im Pflichtspiel gegenüber. Beide Mannschaften traten mit Ersah an und führten ein faires Spiel vor. 1900 stellte die bessere Elf, die dem Gegner technisch überlegen war und das Spiel leicht mit 4:0 gewann (Halbzeit 3:0).
VfB.-Gießen.
Die Ligareserve stand im Verbandsspiel der ersten Mannschaft Lollars auf dortigem Platz gegenüber. Do der angesetzte Schiedsrichter nicht erschienen war, wurde das Spiel von einem Schiedsrichleranw rtcr gcl it t Lol'ar wollte die im Vorspiel erlittene 2: 5-Niedcrlage wieder wettmachen. Es entwickelte sich daher ein Kampf, der von beiden Seiten mit dem Einsatz der Körperkräfte durchgeführt wurde und der des öfteren weit über die Grenzen des Erlaubten ging. Nachdem , ein Spieler der Einheimischen wegen grober Unfairneß den Platz verlassen mußte, lieh sich der Schiedsrichter die Leitung des Spiels aus der Hand nehmen. Er mußte
Ichiiehlich oas Spiel beim Stand von 4:2 für Lollar abbrechen Die Angelegenheit dürfte die zuständige Fuhball-Derbandsbe^örde noch beschäftigen.
Die dritte Mannschaft des VfB. weilte in Bieber, um gegen den dortigen Sp.-V. das fällige Verbandsspiel auszutragen. Auch hier war der angesetzte Schiedsrichter nicht erschienen. Das Spiel wurde als Privatspiel ausgetragen. VfB. gewann sicher 3:2
Um das grün-weiße Band.
Der Stand der Spiele im WSD.
Der Westdeutsche Spielverband ist mit seinen Meisterschaftsspielen noch stark im Nüctstand. Auch in diesem Jahre wird man in Westdeutschland nicht zur rechten Zeit fertig werden und wie gewohnt, örst in der letzten Minute die drei westdeutschen Teilnehmer zur DFB.-Endrunde melden können. Nicht allein daß die Sonderklassen auf eine viel zu breite Basis gestellt worden sind, nimmt auch die komplizierte Art der Austragung der Endspiele viel Zeit in Anspruch. Die Bezirksmeister werden in zwei Gruppen zusommengestellt. Die Gruppe Nord bringt die Meister von Ruhr, Westfalen, Südwesisalen und Niederrhein zusammen! die Gruppe Süd bereinigt die Meister von Rhein. Berg Mark, Hessen- Hann.over und Mittelrhein. Jede Gruppe trägt eine Doppelrundc aus und die b.üden Tabellenersten ermitteln im'Hin- und Rückspiel den westdeutschen Meister. Beide Vereine nehmen an der DFD.-Mcisterschaft teil, während der dritte Vertreter, nach einer Pokal runde der Bezirkszweiten, deren Sieger mit dem Dritten aus der letzten Meisterrunde ein Entscheidungsspiel auszutrogen hat. festgestellt wird
Sp.-Bg. 1900 Lahnkreismeister m Handball.
VfL. Wetzlar 1 — 1900 II 3:4.
Die diesjährigen Derbandsspiele um die Lahnkreismeisterschaft haben ein sensationelles Ende gefunden. Die Ueberraschung besteht darin, daß die erste Mannschaft des VfL. Wetzlar ihr letztes Derbandsfpiel, zu dem sie auf eigenem Gelände die zweite Garnitur der Sp.-Vg. 1900 zu empfangen hatte, nicht siegreich gestalten konnte. Rach dem bisherigen Verlauf der Dinge mußte eigentlich mit einem Punktgewinn der Wetzlarer gerechnet werden, wodurch an einem der nächsten Sonntage zur Ermittlung des Meisters ein Entscheidungsspiel auf neutralem Platz notwendig geworden wäre. Durch die Leistung dec Reserven ist nun 1900s erste Mannschaft in den Besitz des Meistertitels gelangt. — Der gestrige Sieg in Wetzlar ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß die Mannschaft bis auf den rechten Verteidiger, für den der Ersatzmann allerdings aus- blieb, in der altbewährten Aufstellung und mit einem unvergleichlichen Elan kämpfte.
Die Punkteverteilung ergibt nun folgendes Bild:
Gew.
Verl.
Punkte
1900 1
5
1
10
VfL. Wetzlar 1
4
2
8
1900 11
3
3
6
VfL Wetzlar II
0
6
0
Jährlich zwei Handballspiele gegen Oesterreich.
Zwischen der DSD. und dem Oe. HV. schweben zur Zeit Verhandlungen, das traditionelle Handball-Länderspiel nunmehr alle Jahre zweimal auszutragen. Die DSD steht dem Projekt nicht unsympathisch gegenüber. •
Sie kleine Motette.
Roman von Paul Sain
H. Fortsetzung Nachdruck verboten
In der Potsdamer Straße rauschte bereits der erste Wellenschlag des neuen Arbeitstages Do rasselten die elektrischen Bahnen, die Autohupen gellten, donnernd sauste die Hochbahn über die Straße hinweg, und die enge, wirbelnde, sich drängende Masse all derer, die ihren Arbeitsstätten zueilten, hastete vorüber. Schon öffneten die Cafes ihre Pforten für die Vormittagsgäste. Dicht lange, so würden sich dort schon elegante Nichtstuer einfinden und gepuderte Frauengesichter würden hier und da auftaüchen.
Schwarze Rauchfahnen schwebten über den Dächern Staub wirbelte auf.
Wördehofs eilte dem Bahnhof zu.
Ferien I Ferien I dachte er innig.
Vor der Bahnhofshalle ohrenbetäubendes Geschrei der Zeitungsverkäufer. Jeder schrie eine andere Sensation aus. Morgenmusik!
Wördehofs rannte fort, zum Bahnsteig hinauf. Da stand schon der Zug. Hastig stieg er ein Warf den Rucksack ins Netz, drückte sich in die Ecke der Dank
Gott sei Dank — er fuhr hinaus in die Freiheit! In die Ruhe! In die grüne Welt!
7.
Die letzte Saisonvorstellung im Theater war vorbei. Direktor Hollmann hatte seine Bühne für den Sommer über wieder an ein Operettenunternehmen verpachtet und war im Begriff, nach Partenkirchen abzureifen, um sich „Don all dem Aerger" zu erholen.
„Wissen Sie eigentlich, wo Ihr Mann steckt?" fragte er Norma. „Man muh ihn doch im Auge behalten, vielleicht kann man ihm wo begegnen. So in den Ferienmonaten ist Immer die glücklichste Zeit für Unterhandlungen. Da sind die Menschen alle friedfertig."
„Vorläufig hätten Sie bei Hubert toenig Glück damit", antwortete Norma leichthin. „Zwei Wochen wandert er bereits in der Weltgeschichte herum und hat mir inzwischen zwei Kartengruhe geschickt. Weiß der Hunmel, aus welchen gott- verlassenen Gegenden! Er bleibt doch nicht fest an einer Stelle sitzen. Mal hier, mal dort. Und — da fällt mir ein — er verbittet sich ausdrücklichst, daß ihm jemand nachfährt. Seine Ruhe will er haben, schreibt er."
„Aha. Na - vorläufig —"
„Ja, vorläufig ist es also wirklich das beste, man läßt ihn unbehelligt."
„Schön. Der Sommer hat ja erst angefangen. Aber halten Sie mich bitte immer auf dem Laufenden, wenn Sie was von ihm hören."
„Wird gemacht. Uebrigens — wir treffen uns wohl in Partentirchen. Direktor. Oder so in der Gegend."
_ „Ah - Sie wollen auch hin? Solo? Dann könnten wir ja gleich zusammen —“
Norma tippte ihn etwas respektlos auf die Nasenspitze.
„Sie sind ja ein netter Mensch, Direktorchen — aber das richtige Pendant wären Sie nun gerade auch nicht für mich. Meinen Sie nicht auch?"
Sie lachte amüsiert.
„Ueberhaupt - Sie find doch mein Vorgesetzter, und da schickt sich das schon lange nicht." —
Hollman tat beleidigt.
„Was Sie schon denken. Norma. Ist ja Unsinn." „Weiß ja, weiß ja. Direktor — fressen Sie mich nur nicht. Aber erstens will ich mich hier noch ein paar Tage amüsieren - denken Sie, was alles in Grünau und aus dem Sportplatz und aus dem Turf los ist — und dann habe ich schon dem jungen Herrn Barnowsky versprochen, daß er mich begleiten darf. Der würde Sie glatt an seiner Staffelei aufhängen, wenn ich ihm nun einen Korb gäbe."
„Ach so - das ist was anderes. Dann allerdings! Uebrigens — ein nettes Kerlchen! Schneidig, elegant — und ein kommender Mann am Himmel der modernen Malkunst. Sie sollten sich auch von ihm malen lassen."
Es klang ein wenig malitiös.
Norma lat, als spüre sie das nicht.
„Wird bereits gemacht, Direktorchen. Eine Sitzung habe ich schon hinter mir. Und vor meiner Abreise soll wenigstens die Skizze hier fertig fein 3m nächsten Herbst können Sie das Bild in der Kunstausstellung bewundern."
„Sieh da — hab ich eine feine Nase?"
Aorma klopfte ihm leicht auf die rundliche Wange.
„Jedenfalls eine dicke und recht gemütliche. Also - auf Wiedersehen — da draußen."
Ja — es stimmte. Norma hatte den dringenden Bitten Barnowslys nicht widerstehen können, sich von ihm malen zu lassen. Erstens kostete es ja nichts - zweitens war es immerhin eine sehr geschmackvolle Reklame, von dem so schnell hochgekommenen Maler Barnowsky porträtiert zu werden, und drittens - war es hübsch, das Sptel mit dem Feuer fortzusehen. Sie hatte keine Lust, als eiste Art Strohwitwe sich zu langweilen. Eine Vorstellung, über die sie laut lachen konnte.
Einige Tage später begab sie sich zur zweiter, Sitzung in Barnowskys Atelier. Kurz daraus wollte sie dann, von ihm und ihrer Zofe begleitet, abfahren.
Barnowsky wußte, was er seinem jungen Duhm schuldig war. Gr hatte im Westen in einer Grunewaldvilla ein luxuriöses Appartement mit einem ausgezeichneten, hellen Atelier — hie Aussicht nach dem Wald — gemietet
Gpvttgrößen von 1930.
Carracciola Europa-Bergmeisterschaft für Sportwagen. Arbeiter-Turn- und Sportbund.
Wieseck I - Lollar I 5:4.
In Wieseck standen sich am vergangenen Sonntag obige Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. Wieseck konnte bald in Führung gehen Dollar gelang jedoch bald darauf Ausgleichs- und seinerseits Führungstreffer. Bei Halbzeit führten die Gäste mit 3:2 Toren. Nach dem Seitenwechsel arbeitete der Platzbesitzer einige Überlegenheit her- aus, und Lollar mußte viel Abwehrarbeit leisten. Schließlich trennte man sich mit dem obigen Ergebnis
Großen-Linden 1 — Annerod I 6:0.
Beide Mannschaften lieferten sich trotz Ersatz, unter schlechten Bodenverhältnissen in Großen-Lin- den ein schönes Spiel. Annerod erwies sich zu. Anfang des Spieles als etwas im Vorteil, allmählich jedoch kam Großen-Linden auf und ging in FÜh- rung Ein ausgeglichener Kampf füllte die erste Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel gelang es dem Platzbesitzer, die Torzahl auf 2:0 zu stellen. Die Gäste ließen daraufhin sichtlich nach und Großen- Linden konnte bis Schluß noch viermal erfolgreich fein.
Grünberg 1 — Darmstadt Ib 1:3.
Der größere Eifer brachte die Einheimischen bald in Front, jedoch stellten die Darmstädter kurz vor Halbzeit den Ausgleich her. Durch einen Elfmeterball ging dann Darmstadt in Führung, der übergroße Eifer der Grünberger stellte aber schließlich in Form eines Selbsttores den Sieg der Gäste sicher
100 km in der Krank urier Festhalte.
Vor etwa 4000 Zuschauern wurde am Sonntag in der Frankfurter Festhatte ein 100-Kilv- rneter-Mannschaftsrennen, umrahmt von Ama- teurwettbetoerben, ausgetragen, das einen überaus kampfreichen Verlauf nahm. Der mit dem Holländer Pijnenburg gepaarte Lokalmatador Schön legte eine große Fahrweise an den Tag und. nachdem beide bereits mit Rundenvorsprung führten, gelang es ihnen in den Schlußspurts, das gesamte Feld nochmals zu überrunden. Ergebnisse: 100 Kilometer: 1. Schön—Pijnenburg 2:16:24.6, 62 P.: zwei Runden zur.: 2. P reich— Resigcr 37 P.; 3. Krüger—Funda, 15 P.: drei Runden z r: 4. Koch—Schäfer. 39 P.: 5. Christmann—Dinale, 27 P. . Ghmer—Tietz, 21 P.
Piet van Kempen startet in Frankfurt.
Ueber dem Start Piet van Kempens im Frankfurter Sechstagerennen, das in der Zeit vom 30. Januar bis 5 Februar stattfindet, lag bisher ein undurchsichtbarer Schleier. Der Start van Kempens wurde mehrfach widerrufen. Erst jetzt ist es der Leitung der Festhalle endlich gelungen, Aufträge genug hatte er nach seinem vorjährigen Ausstellungserfolg.
Mit Ungeduld erwartete er die Ankunft Normas, die um die Mittagszeit, also zur Zeit der besten Tagesbeleuchtung, im Auto vorfuhr. Sie wußte wohl, mit welcher Sehnsucht Barnowsky ihrer harrte, daß er bereits hinter irgendeiner Gardine stand und sie mit brennenden Augen beobachtete. Und darum hatte sie es nicht eilig, ins Haus zu kommen. Cs dauerte eine hübsche Zeit, bevor sie den Chauffeur entlohnte. Dann blieb sie noch eine Weile stehen und tat, als wäre sie in den Anblick des Kiefernwaldes, der sjch auf der anderen Seite der Straße erstreckte, versunken, bevor sie sich umwandte und durch den Vorgarten schritt.
Barnowsky empfing sie in dem kleinen Salon neben dem Atelier und hatte bereits den Tisch zu einer kurzen Frühstücksunterhaltung mit allerlei Delikatessen erlesenster Art decken lassen.
„Aber Herr Barnowsky — ich habe Ihnen das doch das letztemal verboten. Ich komme her, um mich malen zu lassen, und nicht — zur Unterhaltung. Dafür haben wir doch anderswo Gelegenheit genug."
Er ließ nur zögernd ihre Hand von den Lippen.
„Frau Norma — vor die Arbeit haben die Götter immer eine kleine Plauderei gesetzt. Ditte — enttäuschen Sie nicht — die Götter!"
„Sie Philosoph. Nun — da Sie sich einmal die Mühe gemacht haben, will ich nicht so grausam sein."
Sie nahm Platz.
Barnowsky schenkte die kleinen, geschliffenen Süßweingläser ein.
Norma drohte ihm mit dem Finger.
„Sie sind sehr verschwenderisch, glaube ich."
Sie legte ihm selbst einige Delikatessen auf den Teller.
„Ich halte das für keine schlechte Eigenschaften", sagte er mit glänzenden Augen. „Ein Künstler muß immer aus dem vollen schöpfen. Ueberall."
„Wenn er's dazu hat, mein Freund —" „Sonst ist er eben keiner", lachte Barnowsky. Norma dachte flüchtig an Wördehofs und lächelte.
„Nun ja — ich jedenfalls neige wohl auch mehr Ihrer Meinung zu. Also — deshalb: Auf daß Sie mich nicht schlechter malen als ich bin —"
Sie hob das Glas und trank es mit einem Zuge aus Barnowsky folgte ihrem Beispiel.
„Ich habe nie mit solcher Inbrunst gemalt tote an Ihrem Bilde, Frau Norma", sagte er und sah sie mit heißen Augen an. „Ich male nicht nur mit den Händen — ich male mit ganzer Seele."
Norma lehnte sich zurück und schloß die Augen halb.
„Ihre Seele ist heiß, Barnowsky."
Sie sagte es wie zu sich felbft
leichtes ileberbügeln der Lauffläche gut verteilt. Hierauf reibt man mit dem Handballen oder, einem Korken tüchtig nach bis man eine schö e gleichmäßig glatte Fläche erhält. Hat sich s Wachs durch das Laufen nun wieder abgerieben, so trägt man die zu den jeweiligen Schneeverhätt- 7 nissen passende Wachssorte strichweise nach.
Gut gewachst, bringt doppeltes Vergnügen.
Kurze Sportnotizen.
Zwei Eishockeyspiele um den Goldpokal von Arosa wurden am Montag ausgetragen Die Berliner Mannschaft „Brandenburg" besiegte den EHE. Arosa 8:0 (2:0, 2:0, 4:0), und der EHE Davos blieb über das englische Team der Grafschaft Sussex 5:1 (3:1, 1:0, 1:0) siegreich.
Vom Ski-Wachsen.
Jeder Sportler nimmt es mit der Pflege feiner Geräte sehr ernst. Und das ist auch ganz richtig so, denn zweifellos liegt die Hälfte seines Erfolges an der Qualität seiner Sportutensilien. Doch ist es nicht damit getan, daß er für teueres Geld das Beste kauft; es muß erhalten werden, fach- und erfahrungsgemäß behandelt und gepflegt fein.
In diesen Wochen sind die Stil^ufer damit beschäftigt, sich für den Wintersport^zu rüftea. Hierbei ist es für sie eine sehr ernste Angelegenheit, ihre Skier richtig zu wachsen; denn ein schlecht gewachster Ski — verwachst, wie man es nennt — kann die Freude am Skilauf vollkommen verderben.
Durch das dauernde Reiben der Bretter auf dem Schnee wird die Lauffläche natürlich abgeschliffen — wechselnd naß und trocken —, mo* durch ein „Kleben", besonders bei Neuschnee, ein „Klumpen" und „Backen" verursacht wird, das den Läufer kaum mehr vorwärts kommen läßt. Dem entgegen zu wirken, kam man darauf, die langen Hölzer vor dem Gebrauch küchttg einzuölen und einzuwachsen, wozu man eine ganze Reihe von Präparaten verwendet: Teer, Leinöl, Paraffin und die verschiedensten Sorten Wachs, von welchen der passionierte Skiläufer über ein Dutzend Mischungen kennt, die er jeweils bei den entsprechenden Schneearten verwendet.
Holt man seine Bretter aus dem Sommer« versteck hervor, so entfernt man zunächst die alten Wachsreste, die man mit einem Messer abkratzt. Und erst, wenn dies gewissenhaft gemacht, kommt das „Schmieren", und d» schwört nun der eine auf Leinölfirnis und Petroleum, der andere auf teerhaltiges Skiöl, und wieder andere verwenden nur skandinavischen Fichtenholzteer, je nach Beschaffenheit der Ski. Hat man sie tüchtig eingeölt, bann läßt man die Skier einen Tag stehen, bis das Oel auch richtig ins Holz eingedrungen ist. Und nun geht's ans Wachsen, möglichst mit einem neutralen Gleit- und Steigwachs, das am besten so aufgetragen wird, daß man es vom heißen Bügeleisen heruntertropfen läßt und danach durch
Er sprang plötzlich auf. Die Teller flirrten. Funkeln in den Augen.
„Norma —"
Sie reichte ihm das Glas hinüber. Nun wieder ganz beherrscht. Lächelnd.
„3a — bitte, schenken Sie mir noch einmal ein. Es schmeckt mir. ‘
Er war ganz verblüfft über diese Wendung. Mechanisch ergriff er die Flasche, goß ein, und fiel dann wieder, schwer atmend, in den Stuhl zurück.
Norma gab dem Gespräch eine andere Richtung. Sprach von den Reisevorbereitungen, spielte Theatermüdigkeit. streifte zwischendurch bei einer Handreichung wie unaosichtlich Barnowskys Hände und — fühlte sich ungemein wohl.
Barnowsky fühlte sich heiß erregt.
den besten Sechstagefahrer der Welt zu verpflichten.
Dor zwei Jahren bekam man dieses Phänomen im Radrennsport in Frankfurt leider nicht zu sehen. Der Holländer ist der geborene Winter- oahnspezialist. Nie hat es einen Fahrer gegeben, der so überwältigend seine Spurts gewann wie van Kempen. Kam es doch vor, daß er noch auf der Seite gegenüber dem Ziel in achter Position tag und im Ziel Sieger der Wertung war. Dee Holländer hat 18 Sechstagerennen gewonnen, eine Leistung, die bisher von niemand erreicht wurde. Als die schweren Rennen meistens noch mit Punktwertung entschieden wurden, war van Kempen naturgemäß überlegen. Als die Rennen dann die Entscheidungen durch Jagden brachten, war es wiederum der Holländer, welcher sich schnell auf diese Rennart umstellen konnte. 3m vergangenen Winter gewann er alle Sechstagerennen, die er bestritt. Der Start Piet van Kempens im diesjährigen FrankfurterSechsiagerennen wird manchen Radsportfreund in die Festhalle locken.
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ie -Lei toeit.'o wurden um ^"chen Kanalx
Diese Frau wie verwirrend, berauschend sie war! Er hätte vor ihr hinsinken können, aber immer wieder blieb sie die Herrin der Situation.
Und sie war es auch, die schließlich wie selbstverständlich aufstand und ausrief:
„Nun aber an die Arbeit, Barnowsky. Cs wird Zeit. Eine halbe Stunde haben wir schon vertrödelt."
„Es hätte eine ganze sein können."
„Ah - sieh an! Und das Bild? Barnowsky, Sie sind gar nicht so höslich, wie es immer scheint."
„Oh, Sie wissen schon, Frau Norma, woran das liegt.“
„Kindskopf! Kommen Sie!"
Willig folgte er ihr nun ins Atelier.
Er richtete die Staffelei her, während Norma in dem Sei lei auf dem etwas erhöhten Podium Platz nahm, wirkungsvoll in die rotseidene Polsterung zurückgelehnt.
Barnowsky rückte an den Gardinen hinter ihr, um die besonderen Lichteffekte spielen zu lassen.
Heute wollte er die ersten Farben anLgen.
Ihre Blicke begegneten sich. Es war ein Zittern um feine Lippen. Krampfhaft umspannte feine Faust den Griff des Pinsels.
Norma sah es.
Dunkel klang es in tfjrem Blut. Spielte sie nicht - zu kühn? War Gefahr im Verzüge? Aber er gefiel ihr doch! Und wenn erst der volle Ruhm ihn fronte zu dem ihm vielleicht dieses Bild verhelfen konnte ah. diese tolle Leidenschaft In ihm konnte schön, hinreißend schön sein!
Doch jetzt? -
„Barnowsky - wollen Sie nicht endlich an* fangen? Man kriegt ja Angst vor Ihnen."
„Frau Norma — ich —"
„3a, wenn Sie noch lange so starren, werde ich es mir doch überlegen, ob ich Ihre Reisebegleitung annehmen darf."
Er biß die Lippen zusammen.
(Fortsetzung folgt.)
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