Ausgabe 
6.1.1931
 
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Die Ostmarkenreise des Reichskanzlers

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in gewisser Hinsicht praktische Bei

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zum Tode verurteilt und hingerichtet.

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gegangen, das ganze Problem von der ande­ren Seite her zu lösen, und zwar in der Weise, daß die bisher der Fürsorge zufliehenden Gelder der Schaffung neuer Arbeits­möglichkeiten dienen sollen. 3n diesem Zu­

am im

dah das' Prämiensystem nur unter größten Schwierigkeiten zu begrenzen wäre. Es sind zwar

zahlreiche andere zu langen Gefängnisstrafen urteilt.

Frage der Verringerung der Beiträge in Verbindung mit einer gleichzeitigen Ver­kürzung der Anter st ützungsdauer ist zwar aufgeworfen tooröen, doch glaubt man, auf

fchastigt.

Die Finanzkatastrophe Lhrenbreitsteinr.

Berlin, 5. Ian. Das Problem der Reform der Arbeitslosenversicherung steht im Mittelpunkt der Beratungen im Reichsarbeitsministerium. Die

bei den Harburger Feldmühlen vorhanden, doch dürften diese Beispiele noch nicht genügen, um die Einführung eines solchen Prämiensysterns zu rechtfertigen. Die Vorschläge werden jedoch ge­prüft, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, was um so notwendiger ist, als die Arbeitslosen­ziffer vor allem im Interesse der Kommunen zu einer raschen Reorganisation des Anter st ühungswesens zwingt.

Nach dieser Richtung hin verdient auch der von den Sozialdemokraten im Reichstage eingebrachte Antrag zur Schaffung einer Arbeitslosen- f ürf o rge, die die Krisenfürsorge und die Er­werbslosenfürsorge umfassen soll, eine besondere Beachtung. Nach den Vorschlägen der SPD. soll die Durchführung dieser Vorschläge nach wie vor i n den Händen der Arbeitsämter verblei­ben, während die Gemeinden die Frage der Bedürftigkeit zu klären hätten. Die Finan­zierung soll zur Hälfte vom Reich, zu einem Viertel von den Ländern und zu einem Viertel von den Gemeinden übernommen werden, wodurch aller­dings eine weitere Abänderung des Fi­nanzausgleichs notwendig würde. Auch dieser Vorschlag wird zur Zeit einer eingehenden Prüfung im Reichsarbeitsministerium unterzogen.

pariser Giftmischer.

DasJournal" berichtet weiter übergeheime Rüstungen Deutschlands im Lsten.

chefs dazu entschlossen, seine Aufzeichnungen herauszugeben. Wie wir vernehmen, ist der in Hannover wohnhafte Oberst Dr. Schwert- f e g e r gegenwärtig mit der Bearbeitung des schriftlichen Rachlasses für die Herausgabe be-

mit aller Of.enheit und Deutlich.eit auszusprechen: Die Grenzziehung des Versailler Vertrages ist eine Anmöglichkeit. Sie ist unerträglich für ein Volk, das einen Zukunftswillen hat. Es ist keine deutsche Re­gierung denkbar, die sich jemals mit dieser Grenze abfinden wird. Cs ist kein Augenblick vorzu­stellen, da im ganz überwiegend großen Teil des deutschen Volkes der Schmerz über das entrissene Ostland verlöschen wird. Es gibt keine Gemeinschaft des Abendlandes, solange uns dies Zeichen der Demütigung eingebrannt ist. liniere Pflicht sei, allen, die Ohren haben, zu hören, einzuhämmern, was die bitterem st eWahr- heit ist: Wir find durch Ostpreußens Abtren­nung vom geschloffenen Reichsgebiet um Jahr» Hunderte z u r ü ck g e w o r f e n in eine Zeit, da man über Territorien nach Willkür und Laune verfügte. Ostpreußen verkümmert in der Isoliertheit. Unsere Grenzen liegen schutzlos offen. Darum ist die Revisionsfrage die Schick­salsfrage nach der Zukunft des deut­schen Volkstums und der deutschen Freiheit.

diesem Wege kaum der Wirtschaft helfen zu können. Aus diesem Grunde ist man einmal daran

stein hat eine Wohlfahrtsbelastung von etwa 19 Mark auf Den Kopf der B e - oölkerung zu tragen, 26,2 Prozent der Bevölke­rung, also mehr als jeder eierte Einwoh­ner, werden aus öffentlichen Mitteln unterstützt. Auf der andern Seite ist die Steuerkraft der Bevölkerung unter der mangelnden Erwerbs­möglichkeit derart gesunken, daß die Steuer­zahlungen in so geringem Maße eingehen, daß sich die Stadt nach Erfüllung ihrer Wohlfcchrtsaus-

S ch n e i d e m ü h l, 5. Ian. (WTD.) Der Reichs­kanzler Dr. Brüning besuchte zu Beginn seiner Ostreise mit seiner Begleitung die vier pommer- schen Grenzkreise Lauenburg, Rüstow, Rummels- burg und Stolp. Gegen Abend traf er dann in Schneidemühl, dem Sih des Oberpräsidenten der Grenzmark Posen- Westpreuhen, ein, wo er auf einen Empfang aller Kreise der Provinz eine Ansprache hielt, die auf die Versammlung den nachhaltigsten Eindruck machte. Der Kanzler be­tonte, daß ihn und die anderen Teilnehmer an J)er Reise die Segenswünsche des «Reichspräsidenten für die ganzen östlichen Gebiete begleiten, und sie seien nicht gekommen, um irgendwelche Versprechungen zu machen, die sie nicht halten können. Die Zeiten, wo man auf Grund von Reichstagsanträgen gleich Hun­derte von Millionen, später 50 und seit 1929 viel­leicht noch 10 Millionen für einen Zweck mir nichts dir nichts bewilligen konnte, sind für die nächsten Jahre endgültig vorbei: und wenn Agi­tationsanträge eingebracht werden, so werden sie nicht mehr ernst genommen. Die Zeiten sind sehr nüchtern, aber um so verantwortungs­voller geworden, und es kommt darauf an, daß mit dem Wenigen, das die Wirtschaft der ver­gangenen Jahre uns gelassen hat, der jetzt höchst erreichbare Endeffekt für die deutsche Wirtschaft, besonders aber im Osten, ge­schaffen wird. Eines ist entscheidend auch für den Osten: das ist der Mut zur Selbsthilfe, j Ich sehe diese Selbsthilfe nicht nur in einer Ver­bindung genossenschaftlicher Arbeit, in einer Ver­einfachung vieler damit zusammenhängender Dinge, in einer Vermeidung von Fehlern, sondern in etwas anderem: die eminenteste Selbsthilfe ist die politische Selb st Hilfe.

Was svll es heißen, wenn im Osten sehr starke agitatorische Worte bei jeder Gelegenheit gebraucht werden und der Osten nicht die Kraft hat, im Reichstage es durch­zusetzen. daß seine Abgeordneten die Mittel, die nötig sind zur Rettung des deutschen Volkes, aufbringen. Sie müssen im Osten erkennen und lernen, um was es in den nächsten Monaten im deutschen Vaterlands gehen wird. Sie müssen wissen, dah die Zeit der Phrasen und Illusionen vorbei ist, wenn wir Über­

tritte viel Unglück mit feinem Vieh und es wurde ihm von Zigeunern gesagt, dah das Vieh verhext sei. In seiner Rachbarschaft wohne eine Here, die das Unglück bewirke. Die beiden Brandstifter kamen zu dem Schluß, daß nur die Frau des Hofbesitzers Höft die Hexe sein könne und beschlossen, sich zu rächen. Sie be­streiten, die Absicht gehabt zu haben, die Frau zu verbrennen. Sie hätten lediglich den Eindruck erwecken wollen, dah ein Gottesgericht die Frau bestraft habe. Daß zwei Menschen bei dem Brande ums Leben kamen, hätten sie nicht ge­wollt. Beamte der Landeskriminalpolizei hatten bereits Ermittlungen über die Drandurfache an­gestellt. Der Fall schien jedoch nicht aufklärbar. Dorfbewohner machten dann die zuständige Land­jägerei auf ein vor längerer Zeit geführtes Ge­spräch aufmerksam, das die Brandstifter geführt hatten. Hierdurch kam man den Verbrechern auf die Spur.

Die Denkwürdigkeiten valentinis.

Angesichts der Angriffe, die im ersten und zweiten Band der Denkwürdigkeiten des Für st en Bülow gegen den ehemaligen Chef des Zivilkabinetts Wirkt. Geh. Rat Ru­dolf v. Valentini gerichtet worden sind, hat sich die Familie des 1925 verstorbenen Kabinetts-

mene Fundament der Osthilfe fest zu mauern.

Oer Reichskanzler in Königsberg.

Haupt unser Vaterland retten können. Ilm diese Erkenntnis bitte ich Sie heute inständig und um volle Erkenntnis der Gefahren­lage, in der sich heute unser gesamtes Vater­land befindet. Ich halte es für meine Pflicht, diesen ganzen Ernst der Situation Ihnen zu zeigen. Ich habe die Pflicht, Ihnen zu sagen, daß, wenn der Osten politisch seine Pflicht getan hätte, heute bereits gewaltige Summen für den Osten zur Verfügung gestanden hätten. Ich schließe damit, dah ich Ihnen den Dank der Reichsregierung, den Dank des Herrn Reichs­präsidenten, dessen Herz ununterbrochen für den Osten schlägt, ausspreche für die Treue, die Opferwilligkeit und die Hingabe, die Sie als Grenzwächter an der gefährlichsten Stelle des deutschen Vaterlandes in den vergangenen zwölf Jahren bewiesen haben, und ich baue darauf, wenn ruhigere politische Erwägungen auch in Zukunft in diesem Teile unseres Vaterlandes herrschen werden, daß es der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung gemeinsam mit Ihnen gelingen wird, das noch unvovlkom-

Aus aller Welt.

Todesopfer des hexenglaubens.

Es dürfte noch erinnerlich fein, daß im Jahre 1929 im hannöverschen Kreise Stade has Arbeiterehepaar Steffens Hexen austrei­ben wollte und in religiösem.Wahnsinn seine beiden kleinen Kinder, in denen es die Hexengeister vermutete, mit einem Knüppel er­schlug. Frau Steffens starb bald darauf in der Irrenanstalt Lüneburg. Jetzt hat sich wiederum im Kreise Stade ein ähnlicher Vorfall zugetragen. Bei einem Brandunglück in Fredenbeck fan­den der Hofbesitzer Höft und sein erwachsener Sohn den Tod. Dieser Fall hat nunmehr eine sensationelle Aufklärung gefunden. Der Halbhöf- ner Meyer und der Kaufmann Tiedemann aus Fredenbeck haben eingestanden, das Feuer angelegt zu haben. Bei der richterlichen Ver­nehmung ergab sich folgender Tatbestand: Meyer

Arbeitsbeschaffung statt LlnterWung

Prämien für die zusätzliche Einstellung von Arbeitslosen.

gaben außerstande sah, die Gehälter für Beamte und Angestellte voll zu zahlen.

Ueberfall auf einen Reichswehrsoldaten in Potsdam.

Dor dem Haus des Reichstagsabgeordneten Graf Reventlow wurde auf den Reichs- wehrsoldaten Munkwih von der Rachrichten­abteilung III Potsdam ein schwerer Angriff ver­übt. Der Soldat hatte zwei Männer bemerkt, die sich am Reventlowschen Hause zu schaffen machten. Als sie sich beobachtet fühlten, liefen sie davon. Munkwitz holte sie ein, die Männer setzten sich jedoch gegen ihre Festnahme zur Wehr. Der Soldat erhielt Fußtritte in den Unterleib, durch die er schwer ver­letzt wurde. Er mußte ins Versvrgungskranken- haus gebracht werden.

Die deutsche Oslseeflotte wird überflügelt.

In den letzten fünf Jahren hat sich die deutsche Oftfeeflotte ständig verringert und um­faßt heute nur noch rund 400 000 Tonnen, wäh­rend die Schiffsbestände von Finnland, Est - land, Lettland und P o l e n sich in derselben Zeit mit Hilfe von staatlichen Maßnahmen auf 670 000 Tonnen verdoppelt haben. Das geht auch aus dem Anteil der deutschen Flagge im Kaiser-Wilhelm-Kanal hervor, der von 50 Pro­zent auf 43 Prozent zurückging. Es hat sich also allmählich eine Ueberflügelung Deutschlands in der Ostsee herausgebildet, die auf die schlechte Lage und ben Kapitalmangel der deut­schen Reedereien zurückzuführen ist.

Llly Beinhorn in Basel gelangt,

Die Fliegerin Ellh Beinhorn, die Montag früh um 10.20 Uhr in St.ut t gar t zu ihrem Afrika­flug nach Lyon weitergestartet ist, mußte we­gen des schlechten Wetters beiBessingenim Schwarzwald landen. Sie geriet bald nach ihrem Start in dichtes Schneetreiben und Rebel, so daß sie sich zu einer Landung auf einem Felde entschließen mußte. Rach zweistündigem Auf­enthalt erhob sie sich mit ihrem Klemm-Flugzeug vom völlig verschneiten Felde, und nach kurzem Weiterfluge landete die Fliegerin in Basel. Die Fliegerin wird Dienstag früh, falls das Wetter günstig ist, ihren Weiterflug nach Lyon antreten.

Blutige Fußballschlacht in Südamerika.

In Lima kam es nach einem Fußball-Län- derkampf zwischen Uruguay und Peru zu blutigen Zusammenstößen. Als der Silberpokal der siegreichen uru guayanischen Mannschaft überreicht werden sollte, stürmten zahlreiche pe­ruanische Soldaten plötzlich das Spielfeld und versuchten die He be r gäbe des P rei- ses zu verhindern. Die Polizei griff sofort ein und machte von ihrer Schußwaffe Gebrauch, wodurch einige Zuschauer getötet und viele verwundet wurden. Die empörte Volksmenge ver­anstaltete daraufhin außerhalb des Stadions eine große Demonstration und schlug mehrere Polizeibeamte nieder. Die Unruhen dauerten bis in die späten Abendstunden an und forderten weitere fünf Todesopfer.

Vombenexplofion auf den Lhamps ElysSes.

Unweit eines bekannten Sommerrestaurants an den Champs Clhsees in Paris explodierte eine Bombe, die jedoch nur Sachschaden in Höhe von einigen tausend Frank anrichtete. Die Polizei ver- mutet jedoch hinter diesem Bombenanschlag ein verfehltes politisches Attentat. 'Be­kanntlich wurden vor einigen Tagen in Paris zwei italienische Antifaschisten zu Ge­fängnisstrafen verurteilt, die vor längerer Zeit festgenommen worden waren, als sie auf dem Champ de Mars mit einer Granate in ihrem Besitz betroffen wurden. Man vermurt, daß die Bombenexplosion in den Champs Elys^es mit einem Protest gegen die Verurteilung dieser beiden Antifaschisten Zusammenhänge. Es scheine, daß die Bombe nicht bei dem Restau­rant habe explodieren sollen, und die Rähe des Palais des Präsidenten der Re­publik werde bei den Rachforschungen nicht unberücksichtigt gelassen. QKan_ glaube, daß der Täter aus irgendwelchen Gründen die Bombe nicht habe dorthin transportieren können, wo­hin er sie bringen wollte, sondern sie unweit des Restaurants einfach weggeworfen habe.

Ein Taifun auf den Philippinen^

Im Herzen der Phllippinen wütete ein s ch w e * rer Taifun, dem mindestens 82 Per - sonen zum Opfer gefallen fein sollen. Etwa 50 Menschen werden vermißt. Die auf der Philippinen-Insel Leyte angerichteten Schaden werden aus eine halbe Million Dollar geschätzt, die Schäden auf der Insel Lebu auf eine Diertelmillion Dollar. Viele Fischerboote sind gesunken. Die Meldungen über das Unglück erleiden große Verzögerungen, da durch den Taifun sowohl die telegraphischen wie die Eisen­bahnverbindungen unterbrochen worden sind.

Wirbelsturmkalastrophe in Amerika.

Bei einem Wirbelsturm, der den Bezirk R ocki n g-- h a m (Nord-Carolina) heimsuchte, fanden fünf Neger den Tod: viele Häuser wurden zerstört.

Zwei Düsseldorfer Millionenschwindler festgenommen.

In Düsseldorf wurden zwei Kaufleute wegen betrügerischen Bankrotts, Urkundenfälschung und Betruges im großen Umfange festgenommen. Es handelt sich um den Kaufmann Bergmann und sei­nen Geschäftsführer Rottsiepen. Beide haben durch ihre Machenschaften gasreiche Firmen im erheb­lichen Maße geschädigt. Bergmann war alleiniger Inhaber der Exportfirma Bergmann & Co., Rott­siepen war Geschäftsführer der Firma. Bergmann» der eine zeitlang Subdirektor eines Versicherungs- konzerns war, hat seine vielfältigen Geschäftsver­bindungen bei der Führung seines Exportgeschäftes ausgenutzt. Er beschäftigte sich mit dem Vertrieb von Solinger Stahlwaren und richtete u. a. auch in Buenos Aires eine Filiale ein. Die Rentabilität der Firma war seinerzeit über jeden Zweifel erhaben. Vor einiger Zeit st e l l t e j e d o ch die Firma ihre Zahlungen ein. Der Kon­kursverwalter stellte fest, daß die Firma seit 1928 keine ordnungsmäßigen Bücher mehr geführt und vollkommen falsche Bilan­zen ausgegebcn hat. Bergmann hat seinen unbe­grenzten Kredit bei Banken und Firmen dazu be­nutzt, die Firmen und Banken um große Be­träge zu schädigen. Er täuschte Sicherheiten vor, die in Wirklichkeit nicht vorhanden waren. Als die Banken auf Angabe des Status drängten, legte er willkürliche Bilanzen vor. Für das Jahr 1929 bestanden drei verschiedene Bilanzen, die für verschiedene Banken bestimmt waren. Im Ganzen hat Bergmann die Firmen um ungeu ähr eine Million Mark geschädigt. Rott- Sen hat im Einvernehmen mit Bergmann die chen Bilanzen ausgestellt. Gegen beide hat das tsgericht Haftbefehl erlassen.

nur die Aufrechterhaltung der Ver­träge zur Grundlage haben. Die Srllärungen Groeners, die der Marschall Hindenburg ge­billigt habe, dienten somit nicht der Sache des Friäens.

youngplan und Goldwert. ReichsbankpräsidcntDr Luther fordert auch von den andern Erfüllung des

Vertrages.

Stockholm, 5.Ian. (TU.) Unter der lieber- schriftDeutschland läßt seine Gläubiger nicht im Stich verliert den Mut nicht", bringtSvenska Dagbladet" eine Unterredung mit dem Reichsba n k p r ä f i d e n t e n Dr. Luther. Dr. Luther erklärte u. a.: Wenn man noch irgendwo an der Stabilität der deutschen Reichsmark gezwei­felt habe, jo muß die Krisis, die Deutschland jetzt überwunden hat, die Zweifler eines Besseren be­lehrt haben." Nachdem der Reichsbankpräsident tue Schwierigkeiten in der Begleichung der kurzfristigen Anleiheschulden skizziert und bezüglich der radikalen Wirtichaftsprogramine eine beruhigende Erklärung abgegeben hatte, tarn er auf den Poungplan zu sprechen:Mit großem Nachdruck muß von deut­scher Seite betont werden, daß zum Uoungplan auch die Voraussetzungen gehören, die von den anderen erfüllt werden müssen. Deutschland kann seine Tributzahlungen nicht leisten, wenn es nicht ausreichend ausführen kann. Der Boungplan ist nicht durchzuführen, wenn Deutsch- land nicht langfristigen Auslandkredit billig erhält. Erst wenn Deutschland von dem Druck der kurzfristigen Anleihen befreit ist, können sich seine eigenen Kräfte entwickeln. Es ist weiter unvorstellbar, daß die internationale Zunahme der Kaufkraft des Goldes nicht auch auf die Quote der 9tepara- tionszahlungen rückwirken sollte. Der laufende Gedanke des Dawesplanes war, Deutsch­land n i d) t ü b e r f e i n ß e i ft u n g 9 o e r m ö g e n zu belasten. Dies muß natürlich auch für ben Äoungplan gelten. Man muß darauf Rücksicht nehmen, daß der Lebensstandard des deutschen Volkes beibehalten werden kann. Die veränderten Verhältnisse, die sich aus der Zunahme des Goldwertes ergeben, müssen dem Dorwärtsstrebenden neue Möglichkeiten öffnen. Je deutlicher Deutschland feine Unterschrift unter den Voungvlan als bindend anerkennt, mit um so grö­ßerer Kraft kann das Land von den übrigen Kontrahenten fordern, daß sie ihre Schuldigkeit tun. Man muß damit rechnen, daß ein zunehmendes Verständnis über die wirt­schaftlichen Gefahren der jetzigen Reparationsrege- lung die Aenderung solcher Punkte herbeifuhrt, die unmöglich beibehalten werden können.

Bekanntlich konnte die Stadt Ehrenbreitstein 1. Januar angesichts der empfindlichen Leere Stadtsäckel nur Teilzahlungen auf d i e Be­amtengehälter leisten, die sich zwischen 5 0 und 100 Mark bewegten. Die besonderen finan­ziellen Schwierigkeiten Eyrenbreitsteins haben in der Hauptsache ihre Ursache in der Unmöglichkeit, die früher ausgesprochene G a r n i s o n st a d t auf an- dere Lebensmöglichkeiten umzustellen Ehrenbreit-

sarnnienhange ist der Vorschlag aufgetaucht, den­jenigen Unternehmungen, die zusätzlich Ar­beitslose ein stellen, eine Prämie zu

Königsberg L Pr.. 6. Jan. (WTD. Funk- spruch.) Der Reichskanzler und di« ihn be­gleitenden Herren, die in dem abends von Schnei­demühl abgefahrenen Zuge noch längere Zeit Be­sprechungen abgehalten haben, trafen um 9 Ahr vormittags hier em. Sie Wurden auf dem Bahn­hof vom Oberpräsidenten Dr. Siehr und anderen Persönlichkeiten begrüßt und begaben sich sogleich zu der vorgesehenen Besprechung mit den Vertretern der Behörden und der Wirtschaft zum Oberpräsidenten. Hervorgehoben Wird in der Be­richterstattung die Schneidemühler Be­geisterung und die Segenswünsche des Herrn Reichspräsidenten von Hin­denburg für die ganze östliche Provinz. Zahl­reiche Gebäude tragen Flaggenschmuck. Die ostpreuhische Landschaft zeigt ein winterliches Gesicht.

Berlin, 6. Ian. (TA.) Der Preußische ten, und den Malrosen. Auf funkentelegraphischem Finanzminister Dr. Hopker-Aschoff beschäf- Wege wurden ein Kreuzer, ein Torpedobootszer- tigt sich im Zusammenhang mit der Ostreise des ftärer, zwei Unterseeboote und neun Torpedoboote Kanzlers mit dem Verhältnis Deutschlands zu aufgeboten, um die meuternden Matrosen zu Polen. Er stellt fest, daß es unser ehrlicher überwältigen. Bevor sich diese ergaben, mach- Äill° fein muffe f° fchwer na* allem Se- , |ie ble ma|4inen de- Schiffe- un- schehenen uns dies Bekenntnis fallen möge, mit , ' , , _ ' , ., ' ' , .

dem polnischen Staat zu einem Ausgleich zu brauchbar. Die gesamte Besatzung wurde fest­kommen. Aber dieselbe Ehrlichkeit gebiete uns, | genommen. 22 Matrosen wurden vom Kriegsgericht

Paris, 5.Jan. (DA.) Der Sonderbericht- erstatter des »Journal setzt seine sogenannten .EnthMungen" über dieg e h e i m e n D or b e - Leitungen" Deutschlands fort. Er berich­tet jetzt von rätselhaften Arbeiten an der deutsch-polnischen Grenze. 3m ®ebiet der Masurischen Seen habe man dort ansässigen Bauern unerhört hohe Summen für ihre Gmind- stücke bezahlt, auf denen man sodann ganze Scha- ren von sogenannten Landarbeitern an- gesiedelt habe. Besonders in der Gegend von Fricdrichshof, Reidenburg und Flammberg würden seit Monaten rätselhafte Arbeiten ausgeführt, zahlen, wobei natürlich nur solche Anternehmun- Stoet Meter breite Stacheldrahtverhaue gen Prämien erhalten können, die an sich lebens­umgäben die Grundstücke im Amkreise von mehre- fähig sind. Die Höhe der Prämie durfte dabei ren Kilometern und überall versteckte Wächter etwa 60 bis 70 Prozent der Arbeits- achteten darauf', daß kern Anberufener sich der losenunter st ützung ausmachen, die man im Gegend nähere. AusdenGrenzbahnhofen Durchschnitt mit 1000 Mark pro Arbeitslosen pro am Korridor habe man seit Monaten eine Jahr ansetzt.

merkliche Zunahme des Verkehrs be- Demgegenüber sind naturgemäß sofort Deden- merken können. Ganze Güterzüge mit Zement- ken geltend gemacht worden, einmal nach der jaden und sonstigem Baumaterial würden nach Richtung hin, daß dadurch in einer nicht zu Ostpreußen geschafft, und es bestehe daher kaum kontrollierenden Weise in das freie Spiel der 'ein Zweifel, daß man dort umfangreiche Wirtschaft eingegriffen würde, und andererseits, Defestigüngsarbeiten vornchme.^

Dem gegebnen Beobachter, dessen Rolle der Be­richterstatter desJournal" spielen mochte, ist es AtlJVrtrh Äpd

natürlich nicht möglich gewesen, sich mit eigenen JAtUVfrVICl OU VW»

Augen diese »rätselhaften Befestigungsarbeiten' 4fr*

anzuschauen, weil man angeblich niemand heran« VVUlvJtlirCUjCl v U .

l?Ue. Seine außergewöhnliche.^Nn^ingsgabe parl5f 5.3aiL (OB. Eigene Meldung.) Nach

SledTäugalten, in benJ 2Raf d> i- -'»er Depejcf« b« äfgentut Sud-Est -m» Stth-N de- nengewehre und Kanonen verborgen richten Reifende über eine Meuterei, die kürzlich sein sollen. Daß man die Getreidespeicher sorgfäl- unter der Schwarzen - Meer - Flotte tig bewacht, zumal sie unweit der polnischen der Sowjetunion ausbrach, daß der Aufstand Grenze liegen, ist jedem Menschen verständlich, an Lord des KreuzersProfintern" scheint aber dem Berichterstatter desJournal I entstanden fei, der am 16. Dezember aus Sebastopol umjo weniger einleuchtm zu wollen, als er za ausIief Als bei seiner Rückkehr zwei Beamte pflichtgemäß über .Deutschlands geheime Dustun» I & , t I|4cfa cincnnlirenotulionärer ptopa- gen ericy en muy. ganba beschuldigten Deckoffizier verhaften rooll-

'Die Ttebifion im ©fiten« ,en- widersetzte sich die gesamte Be- . * 11,1 sahung des Schisses diesem Vorhaben. Es

Tie Schicksalsfrage nach der Zukunft kam zu einem Konflikt zwischen den anderen des deutschen Volkstums. Offizieren, die den Tschekabeamten beistehen woll-