Ausgabe 
6.1.1931
 
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Aus -er provinzialhauptstadt.

Drehen, den 6. Januar 1931.

Hygiene am Waschtisch.

Reinlichkeit ist eine der wichtigsten Grundregeln vorbeugender Gesundheitspflege. Diese Erkenntnis hat sich, dank der immer weitere Kreise erfassen­den hygienischen Bvlksbelehrung. schon allenthal­ben Dahn gebrochen. Allein was nützt uns alles hygienische Wissen, wenn wir es im ent­scheidenden Moment nicht richtig anzuwenden ver­stehen I So begehen wir täglich allerlei Sünden wider die Gesundheit, z. D. auf dem Gebiete der Reinlichkeit.

Diele Menschen pflegen sich am Waschtisch mit Wasser. Seife und Schwamm zu waschen. Das ist gewiß recht schon und gut. ater dieser Schwamm liegt meist ungeschützt gegen Staub und Schmutz auf dem Waschtisch, dieser Schwamm wird oft tagelang benutzt, ohne dah auch er einer gründ­lichen Reinigung unterzogen wird! Statt uns also zu säubern, bringen wir gedankenlos diesen un­reinen Schwamm mit unserem Gesicht oder unse­ren Händen in Berührung! Wer die Ilm' ständlichkeit solcher Reinigungsprvzedur scheut, dem sei statt dessen der Gebrauch eines leicht in. heißem Wasser auszuwaschenden Waschlappens empfrchlen.

Der täglichen Waschsünden gibt es aber noch mehr. Wir trocknen uns Hände und Gesicht nach dem Waschen an einem Handtuch ab. Abgesehen davon, dah dieses Handtuch, wenn es frei wid nicht im Schrank verschlossen dahängt, aus der Luft auch allerlei Staub- und Schmutzkeime auf» nimmt, mit dem wir die frischaewaschene Hand gleichsam »einreiben", so wird besonders in der Jamilie dieses Handtuch oft hintereinander vom Vater, von der Mutter und von den Kindern be­nutzt. Dah Hierbei der Liebertragung von allerlei Schmutz- und Krankheitskeimen trotz vermeintlicher Reinlichkeiten Vorschub geleistet wird, versteht sich ganz von selbst. Damit erhebt sich für das Hand­tuch die selbstverständliche Forderung: »Jedem das Seine." Jedes Familienmitglied benutze ein eige­nes Handtuch, das z. D. durch ein farbiges Bänd­chen, ein Monogramm oder ein Schildchen leicht gezeichnet werden kann. Mit noch größerem Rach­druck muß die ForderungJedem das Seine" erhoben werden für alle Waschgelegenheiten in öffentlichen Gasthäusern, in denen leider noch immer dasewige Handtuch", dasHandtuch auf der Rolle" anzutreffen ist. Hier ist die Gefahr der KrankheitsübeÄragung noch großer, da man na­türlich den Gesundheitszustand des Vorbenutzers niemals kennt. Schließlich sei vom Waschtisch noch der Zahnbürste gedacht. Wieviele Menschen bür­sten sich, getreu den Mahnungen der Hygiene, morgens und abends mit der Zahnbürste die Zähne, aber wer denkt daran, dah diese Zahn­bürste nach der Benutzung jedesmal sorgfältig, am besten in heißem Wasser, gereinigt werden muß! Geschieht dies nicht, so sucht man eben nurden Leusel mit Beelzebub" zu vertreiben.

Darum aufgepaßt! Richt das Wissen allein macht's, man muh es auch anzuwenden verstehen.

Dr. C. K.

Die Neuregelung des Waffergeldes in Hessen.

Durch Verordnung des hessischen Gesamtmini­steriums ist mit Wirkung vom 1. Januar 1931 der Vermieter berechtigt, das Wassergeld auf die Ruhungsberechtigten (Mieter, Pächter usw.) im Verhältnis der Friedensmiete gegen Rachweis umzulegen. Macht der Vermieter von dieser Befugnis Gebrauch, so ermäßigt sich die gesetzliche Miete um 3 v. H. der Frie- densmiete. Abänderungen der auf Grund Dieser Bestimmung erfolgten Regelung find ohne -Zustimmung des Mieters nur für den Beginn eines Kalenderjahres zulässig. Durch diese Der- wrdnung des Ministeriums kann also erstmalig Der Wasserverbrauch des Monats Januar auf Die vorbezeichnete Weise umgelegt werden.

Bornotizen.

T ages kniender für Dienstag. Stadttheater Gießen:Robert und Bertram, 19,30 bis 22.30 älhr. VortragDeines Herzens Wunsch erfüllt er dir", von Missionar Walther, 20 älhr in der Stadtkirche. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der falsche Feldmarschall" mit Roda Roda. Astoria-Lichtspiele:Die Liebe Des Cowboy" undDer Schrecken des Piccadilly".

Aus dem Stadttheaterbureau Rvird uns geschrieben: Heute, 19.30 älhr, erste Wiederholung der PosseRobert und Bertram". Besetzung und Aufmachung ist dieselbe wie in Der Silvesteraufführung. Mittwoch, 7. Januar, zum letztenmal,Der Mann, den sein Ge­wissen trieb", von Rostand. Als nächste Erst­aufführung ist Shaws KomödieDer Kaiser von AmeiÄa" unter der Spielleitung Walter Bäuerles in Vorbereitung. Die Erstaufführung dieses Wer- les erfolgt am Freitag, 9. Januar. .

Vom Konzertoerein wird uns ge­schrieben: Das 4. Abonnementskonzert, das Orgel- lonzert von Günther Ramin, mußte aus per- icinlichen Gründen bis in die Fastenzeit verschoben werben. Das nächste Konzert des Konzertvereins ist also der Klavierabend von Luise ©meiner cm 11. Januar. Luise ©meiner ist die Schwester der gefeierten Sängerin Lula Myß-Gmeiner, die vor wenigen Jahren hier große Triumphe feierte. Der , Pianistin Luise ©meiner geht ein ausgezeichneter Ruf voraus, so daß wir ihrem ersten Auftreten in Gießen mit hohen Erwartungen entgegensehen dürfen. Das Programm ist reizvoll: Nach Beethoven ($antajie in (--Moll op. 77 und Waldstein-Sonate) lolgt Schumann mit seiner großen Fantasie op. 17,

dann folgen Stücke von Chopin und endlich Liszts I Dante-Fantasie. Auf diesen Klavierabend folgt am 22. Januar das 2. Orchesterkonzert im Theater mit dem Landesorchester > Darmstadt. An dieses reihen sich wieder zwei besondere Solistenobende: am 1. Februar die der ganzen Kulturwelt bekannte Geigerin Edith Lorand und am 15.Februar die gefeierte Altistin Eva Liebenberg. Wegen des Abonnementsbezugs sei auf die Anzeigen verwiesen.

Karthago als Problem der römi­schen Geschichte." lieber dieses Thema spricht am Donnerstag, 8. Januar, auf Einladung der Histo­rischen Fachschaft an unserer Universität der Uni- versitätsprofessor Dr. Geizer, Frankfurt a.M., im Hörsaal 44 des Dorlesungsgebäudes. (Siehe heutige Anzeige.)

Gictzencr Wochenrnarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: Butter 130 Pfennig (Kvchbutter von 100 Pf. an), Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 10 bis 15 (pro Zentner 7 bis 8 Mk.), Weißkraut 8 bis 10 (pro Zentner 6 bis 7 Mk.), Rotkraut 10 bis 15 (pro Zentner 9 bis 10 Mk.), Kartoffeln 3,5 bis 4 (pro Zentner 2,50 Mk.), gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 25, ilnterkohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 15 bis 20. Rosenkohl 30 bis 35,

Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 70 bis 80,

Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60,

Schwarzwurzeln 30 bis 50, Aepfel 25 bis 45, Birnen 20 bis 40, Dörrobst 30 bis 35,

Rüsse 50 bis 60, Honig 40- bis 50. junge Hähne 90 bis 120, Suppenhühner 90 bis 120, Gänse 90 bis 110 pro Pfund; Tauben 70 bis 80, Eier 15 bis 16, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 25 bis 30, Endivien 20 bis 30, Lauch 5 bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 Pfennig pro Stück.

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** Die Arbeit im Stadttheater. Man teilt uns mit: Das Stadttheater Gießen, das gerade jetzt in der kritischen wirtschaftlichen Zeit eine be­sonders starke Arbeitsüberlastung zu ertragen hat, hat die Zahl seiner Vorstellungen erheblich gefteigerL Es spielt mit verhältnismäßig kleinem Personal nun so oft, daß im Durchschnitt pro Monat 20 bis 21 Vorstellungen zu verzeichnen sind. Die Hächstzahl an Vorstellungen brachte der Dezember, in dem 31mal gespielt wurde.

Die Zehnerblocks im Stadt­theater. Die Intendanz des Stadttheaters Gießen macht nochmals darauf aufmerksam, daß die Zehnerblocks nur bis zum 15. Januar ein­schließlich verkauft werden. Diese besonders praktische Einrichtung hat vor allem den Vorteil der unpersönlichen Benutzung der besonders er­mäßigten Karten. Der Besucher ist ferner an keinen Tag gebunden und kann in der letzten Minute mit irgendwelchen Angehörigen oder Be­kannten die Vorstellung besuchen. (15 Prozent Ermäßigung.)

Eine wichtige Handw erkerver- s a m m l u n g findet heute 20.15 Ahr im Sitzungssaale des Gewerbevereins, Goethestr. 71 statt. Die Versammlung ist vom Gewerbeverein Gießen einberufen worden. Wie man hört, wird es sich bei der Tagesordnung um die Stellung­nahme des Handwerks zu dem Steuerdiktat des Staatskommifsars handeln. (Siehe gestrige An­zeige.)

** Schulpersonalie. Oberstudienrat Augu st Gebhard an der Augustinerschule (Gymnasium und Oberrealschule) zu Friedberg wurde mit dem 1. Januar 1931 in den Ruhestand verseht.

** Freie Schulstelle. An der Volksschule in Okarben, Kreis Friedberg, ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer freigeworden. Eine Dienstwohnung ist vorhanden.

* Reuerungen bei der Reichsbahn. Die bisherige Kennzeichnung der auskunflgeben- den Beamten der Reichsbahn auf den Bahnhöfen durch gelbe Armbinden hat sich nicht voll bewährt. Die Reichsbahn wird deshalb die betreffenden Be­amten mit Mühen ausstatten, die auf einem gel- bende Bande die AufschriftAuskmift" tragen werden. Die bisher angestellten Versuche haben gezeigt, daß die Kenntlichmachung der Aus- hinftÄ&eamicn in dieser Form ausreichend ist. Die Aenderung soll auf allen deutschen Bahnhöfen bis zum 1. April 1931 durchgeführt fein.

** Kein Geld in gewöhnliche oder eingeschriebene Briefe! Immer wieder läßt sich das Publikum dazu verleiten, bares Geld oder Wertsachen in gewöhnlichen oder eingeschrie­benen Briesen zu versenden. Es bietet hierdurch un­getreuen Elementen innerhalb und außerhalb der Postbeamtenschast Anreiz und Gelegenheit, sich auf verhältnismäßig bequeme und leichte Weise Geld zu verschaffen. Den Schaden trägt in der Regel der Absender; denn wird der Geldinhalt der Briese entwendet, so erhält er bei gewöhnlichen Briesen überhaupt keinen und bei eingeschriebenen Briefen nur dann Ersatz, wenn der ganze Brief, also der Brief mitsamt dem Geldinhalt, in Verlust geraten ist. Wird der Einschreibbrief dagegen nur seines Wertinhalts beraubt, so zahlt die Deutsche Reichs- post nach den Bestimmungen des Postgesetzes keinen Ersatz. Darum versende kein Geld in gewöhnlichen oder eingeschriebenen Briefen! Die einzig richtige Art, Geld zu verschicken, ist die mit Postanweisung, Zahlkarte oder Geldbrief.

Abzugsfähigkeit der Aufbrin­gungsleistungen. In den von Bücherrevisor Hermann Will zu Gießen herausgegebcnen Aktuellen Steuerfragen" (Rr. 1 Jahrg. 19.1) lesen wir: Ein Urteil des Reichsfinanzhofes Reichs­steuerblatt 1930 S. 278 legen die Finanz­ämter vielfach dahin aus, dah die laufenden Auf­bringungsbeträge bei der Körperschaftssteuer nicht abziehbar seien. Das Reichsfinanzministerium er­klärt jedoch jeht diese Auslegung als falsch und

weift darauf hin, daß nach § 16 Abs. 5 Ziffer 2 EStG, und § 13 Körperschaftssteuergesetz die Ab­zugsfähigkeit der Aufbringungsleistungen auch bei Aktiengesellschaften mit beschränkter Haftung in allen Fällen gegeben sei.

** e U f $ e Vereinigung für Volks­kunde. Am Montagabend sprach in der Universi­tät Dr. Otto B ramm-Berlin überSüddeutsche Bauernmalerei in Votiv- und Heiligenbildern, ihre Bedeutung für die Bewertung der Volkskunst". Der Redner charakterisierte zunächst die bäuerliche Male­rei (auf die er sich beschränkte), als lediglich aus der Psyche des einfachen Menschen geboren, aus der naiven Einstellung des naturnahen Bauern ent­standen. Seine Kunst sei wenig individualistisch, da der künstlerisch gestaltende bäuerliche Mensch wohl der Exponent seines Kulturkreises sei, sich aber doch immer innerhalb desselben bewege. Infolgedessen müsse auch seine künsllerische Leistung mit einem anderen Maßstab gemessen werden, als die schöpfe­rische Tat des durch intenfive Vorbildung zur stil- künstlerischen Leistung hin entwickelten großen Künstlers. Die Heiligenbilder, die unter den Händen des bäuerlichen Malers entstehen, seien der Aus­druck eines starken religiösen Empfindens (das ge­wissermaßen zwangsläufig zur Abstraktion in der Darstellung führe); die Bilder entstünden unter einem seelischen Druck, der von der Abhängigkeit herrühre, in der sich der D^uer dem Göttlichen gegenüber befände. Durch die Darstellung von Heili­gen, der Jungfrau Maria, der schmerzensreichen Mutter Gottes, des Heilands usw. glaube der Bauer Segen und Schutz, Hilfe und Rettung auf Haus und Hof, auf Besitz und eigene Gesundheit herab- flehen zu können. In Dotivbildem, Erinnerungs­bildern an glücklich vorübergegangenes Unheil, ab- gewendet durch die Mutter Gottes oder einen Heili­gen, kommt der Dank zum Ausdruck, der den länd­lichen Menschen erfüllt, wenn ihm durch göttliche Kräfte geholfen wurde. Im Anschluß an die all­gemein verständlich gehaltenen Ausführungen zeigte der Redner eine Reihe von Lichtbildern, die einen tiefen Einblick gaben in das Schaffen des bäuer­lichen (des süddeutschen katholischen) Menschen. In einfachster Form, in einer kindlichen Primitivität, wurden Vorgänge dargestellt (oft in Anlehnung an große Vorbilder der hohen Kunst italienischer Renaissance, soweit es die Heiligenbilder betraf), die in ihrer Unmittelbarkeit auf den Beschauer einen starken Eindruck machen muhten. Der Red­ner ging schließlich noch auf die Technik der Ma­lerei, auf Komposition und ornamentale Ge­staltung dieser Bilder ein und weckte dadurch in hohem Maße das 'Verständnis für diese wahr­hafte Volkskunst, die er zugleich als eine Art Wegbereiter der modernen Kunst bezeichnete, da sie eben durch ihre einfache Gestaltung dem künst­lerischen Schaffen unserer Tage im Sinne der Sachlichkeit sehr nahe kommt. Die Zuhörer ver­folgten den Vortrag und die Lichtbilder mit gro­ßer Aufmerksamkeit und dankten dem Redner durch starken Beifall.

* Quartettverein Gießen. Der hie­sige Quartettverein veranstaltete am Samstag­abend im Saale des Cafe Leib ein Winterver-- gnügen, das einen sehr harmonischen Verlauf nahm. Musikalische Darbietungen von Mitglie­dern der hiesigen Militärkapelle eröffneten den Abend, in einer kurzen Ansprache be­grüßte der 1. Vorsitzende Mitglieder und Gäste. Der Chor des Verei.es sang unter der straffen Leitung von Musiklehrer Fritz Leib einige Lie­der, die starken Beifall fanden. Die gesanglichen Darbietungen liehen erkennen, daß der Verein mit großem Ernste dem deutschen Liede dient. Ein ernster und ein heiterer Gedichtvvrtrag von Herrn Richard Müller fesselte für einige Minuten die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Den Höhepunkt des Abends stellte die Aufführung eines Mlli- tärschwankes dar, der von i>cn Mitgliedern des Vereins mit viel Sorgfall und Geschick zur Auf­führung gelangte. Das Stück, das in die Vor­kriegszeit führte und mit einer Menge der humor­vollsten Szenen durchsetzt war, entfesselte verdien­ten Beifall. Eine Verlosung, die den Gewinnern achtbare und praktische Gegenstände brachte, stellte den Schluß des offiziellen Teiles des Abends dar, der schließlich im Tanze ausklang.

Samilienbroma in Ober-Srlenbach.

In der Nacht zum Montag spielte sich in Ober- Erlenbach (Kreis Friedberg) ein Familien- brama ab. Dort wohnte der 43 Jahre alte Maurer Wilhelm Erdmann, der seit 1911 verheiratet ist, mit seiner Frau und fünf Kindern im Alter von 7 bis 18 Jahren. Die Ehe war bis vor etwa drei Jahren glücklich, von da ab wurde fie durch die Schuld des Mannes zerrüttet, während die Frau allgemein im Dorfe den besten Ruf genießt. Erd­mann, der sich dem Trünke ergeben hatte, war am Sonntag gegen 13 Uhr in das Gasthaus gegangen und kehrte gegen 24 Uhr total be­trunken erst wieder heim. Hier erwarteten ihn seine Frau, die aus Angst vor dem allgemein als bru­talen Menschen bekannten Manne das Abendessen warmgehalten hatte, und das älteste Kind, ein 18 Jahre alter Sohn. Der schwerbetrunkene Vater fing mit dem Sohne Streit an und bedrohte den Jungen mit T o t st e ch e n. Die Frau wirkte be­ruhigend auf den Mann ein, der aber immer ra­biater wurde, die ganze Familie mit Tot- stechen bedrohte und ausrief, er werde noch in dieser Nacht mit allen abrechnen. Im weiteren Verlause seines Tobens warf er seiner Frau einen Schuh an den Kopf und drang dann auf die geängstigte Frau ein, die in größter Bedrängnis mit einer Kohlenschaufel nach dem Wüterich schlug, wobei aber nicht feststeht, ob sie ihn getroffen hat. Hierauf nahm der wüste Mensch ein großes Tranchier me sser und ging damit geaen die Frau los, die aus der Stube in die Küche flüchtete

und auch dorthin von dem übten Gesellen berfotflt wurde. Im Augenblick der größten Gefahr ergriff die Frau zur Abwehr des Wütenden eine Wein­flasche, mit der sie ihn vor den Kopf schlug. Infolge des Schlages taumelte der Mann zurück und stürzte in den Hausflur, während die Frau und die Kinder, letztere zum Teil im Hemd, Hilfe* rufend auf die Straße flüchteten. Ein im Neben- Haufe wohnender Gendarm kam daraufhin jirt Hilfe herbei, und mit seiner Unterstützung gelang es der Frau und dem Sohne, den Betrunkenen auszukleiden und ins Bett zu schaffen. Die Fra« und die Kinder blieben in einem verriegelten Zim­mer gemeinsam zurück und hörten von hier aus den Hausvater noch bis gegen 3 Uhr rumoren. Um diese Zeit wurden sie durch einen lauten Schlag auf­geschreckt, worauf es im Zimmer des Mannes, ganz still wurde. Aus Angst vor dem Wüterich trauten sie sich aber nicht in die Stube, die sie erft gestern morgen in Begleitung des Gendarmen wie­der betraten. Hier fanden sie den Mann, der aus dem Bette gefallen war, t o t neben dem Bette liegend vor. Die Sektion der Leiche ergab einen Bluterguß im Gehirn als Todes4 Ursache. Sollte der Sturz des Mannes aus dem Bette infolge des Blutergusses durch den vorher­gehenden Schlag mit der Weinflasche erfolgt sein, so steht nach den behördlichen Ermittlungen ein­wandfrei fest, daß die schwerbedrohte Frau diesen Schlag nur in äußer st er Notwehr getan hat« Die Frau befindet sich bei ihrer Familie.

Fehlbetrag bei den Marburger Testspielen.

WSR. Marburg, 5. Jan. Die vorjährigen: Marburger Fe st spiele schließen, wie der Magistrat mittellt, mit einem Fehlbetrag von 18495 Mark ab. Er bewilligte die Dek- tung dieses Betrages aus der Erkenntnis heraus, daß die Marburger Festspiele von Jahr zu Jahr gesteigerte künstlerische und kulturelle, sowie ver- kehrswerbende Beoeutung erlangt haben. 3n einer am Dienstag stattfindenden Sitzung werden! sich die Stadtverordneten mit der Deckungsfrage beschäftigen.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Mit der Abflachung und dem weiteren Abzug de» Ostseestörung in nordöstlicher Richtung kommt der hohe Druck langsam mehr zur Geltung. Sowohl über Hrankreich als auch den britischen Inseln hat sich der uftdruck stärker aufgebaut, so daß Barometerständo von 770 mm herrschen. Auch über Deutschland wird sich der hohe Druck noch verstärken und vorläufig be­stimmend für die Wetterlage sein. Dabei dürfte int Bereich absinkender Luftmassen vielfach 2luftlareii einsetzen, so daß die Temperaturen unter den Ge« frierpunft zu liegen kommen.

Aussichten für Mittwoch: Frostwetter^ teils neblig, wolkig, teils aufklarend und aufheiternd, trocken.

Aussichten für Donnerstag: Wenig Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 5. Januar: mittags 4,6 Grad Celsius, abends 3,3 Grad; am 6. Januar: morgens 1,3 Grad. Maximum 4,7 Grad, Minimum0,3 Grad Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Ja­nuar: abends 1,8 Grad; am 6. Januar: morgens 1 Grad. Sonnenscheindauer VA Stunden.

Sprechstunden der Redaktion.

1130 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen

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Geschäftsstelle zu richten.

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Die Historische Fachschaft an der laodesuoimtäl lädt ein zu dem am Donnerstag, dem 8. Januar d.J., stattfindenden Vortrag von Herrn Universitäts- Professor Dr. M. Oelzer, Frank­furt am Main, über:

Mago als Wta der römischen GmHIe Der Vortrag beginnt 20 h et im Vorlesungsgebäude, Hörsaal 44.

Eintritt 30 Pfennig

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