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dem weite Kreise des deutschen Volke- sich gegen­wärtig zerfleischen. Ferner beschäftigten die Spit- z en Vertreter sich mit dem bevorsteherrben Zu­sammentritt des Sonderausschusses zur Begut- achtung der wirtschaftilchen Lage Deutschlands in Basel. Wan beschloß, sich mit einer gemein­samen Verlautbarung an die Ocffent» lichkeit zu wenderr.

Keine Einberufung des Reichstags.

Ein kommunistischer Antrag wird abgelehnt

Berlin, 5. Dez. (232)3-) Der Aeltestenrat des Reichstages tagte am Freitagnachmittag unter dem Vorsitz des Präsidenten ß l b e, um zu htm neuen kommunistischen Antrag auf Reichstogsein- berufung Stillung zu nehmen. In der Sitzung waren olle Parteien vertreten. Die Kom munisten begründeten ihren Antrag mit längeren Ausführungen. Im übrigen nahm nur Staatssekre­tär Pünder das Wort, der um Ablehnung des Antrages bat. Die Reichstagseinberufung wurde oom Aeltestenrat abgelehnt. Für die Reichstagseinberufung stimmten die Nationalsozia­listen, die Deutschnationalen, die Kommunisten und die Deutsche Volkspartei. Die Vertreter der Wirt­schaftspartei und des Landvolkes vertraten den Standpunkt, daß die Frage einer Rcichslagseinbe- rufung praktisch erst akut werde, wenn die Not­verordnung bekannt ist. Zum mindesten werden die Kommunisten dann einen neuen An­trag aus Reichstagseinberufung stellen.

Oie Aeichsposl will die Einsparungen zur Gebührensenkung verwenden.

Berlin, 4 Dez. (TNB) Wie wir erfahren, rechnet man in Streifen der Reichspost damit, daß die kommende Kürzung der Beamten­gehälter bei der Reichspost eine (Er- sparnis von 120 Millionen RM. bringen wird. Im Reichspostministerium ist nun ^ln Plan ausgearbeitet worden, nach dem diese Summe zur Gebührensenkung verwendet wer­den soll, wenn der Rcichsfinanzminister bereit sein sollte, den Betrag nicht für die Haushaltsdeckung zu beanspruchen. Der Plan sieht die Verminde­rung der Tarife für Porto, Telegra- oh en - und Teleoonwefen und für den Rundfunk vor. Db diese Absicht durchgesührt werden kann, unterliegt aber der Entscheidung des Reichskobinelts. In unterrichteten Streifen sieht man die Aussichten ziemlich skeptisch an, da der Reichs­finanzminister alle verfügbaren Mittel zur Sicherung des Etats heranziehen muß.

Eine Reichelaktion zur Senkung der Kteischpreise.

Berlin, 4. Dez. (LAD.) 3m Reichs« rnäh- rungsm'misteriurn finden zur Zeit Verhandlungen mit den beteiligten Fachkreisen statt, die auf eine Senkung der Fleischpreise abzielen. Vor allem ist die verbilligte Abgabe von Fleisch an Erwerbslose und Unter» stützungsempfänger in AuS.icht genom­men. Für diesen Zweck ist von Reichs wegen eine Summe von 15 Will. Wk. bereit- ge st e l lt. Vei der Aktion sollen jedoch auch gewisse Opfer von dem Fleischgroß- und -Hein» handel getragen werden, lieber diese Eonder- aktion hinaus wird eine allgemeine Sen­kung der Fleischpreise erstrebt durch Abbau aller Unkosten und Lasten, die für die Preisspanne zwischen Stall und Laden verantwortlich sind. Die Despre- chungen sind bereits so weit gediehen, das) mit der Inkraftsetzung der niedrigeren Preise am 15. Dezember gerechnet werden kann.

Oie Oebatte

in der Harzburger Front.

Der Völkische Beobachter an Hngenberfl.

München, 4.Dez. (211.) Der .Völkische Beobachte?' nimmt zu der Rede Dr. Hugen- bergs vor der deutschnationalen Parteivertretung Stellung. DaS Blatt Hitlers führt u. a. aus: Wir greifen wohl nicht fehl, wenn wir annehmen, daß die Aus.ührungcn Huzenbergs, der sich u. a. auch mit dem Begriff .Sozialismus" aus- einandersehte, weniger den Rationalsozialisten gelten als vielmehr beschwörend an seine eigene Gefolgschaft gerichtet waren. Unsere QDelt- anschauunq bedarf keiner Rechtfertigung, da sie kein Ergeonis spekulativer lleberzeugung ist, son» hem elementaren Charakter trägt Der Appell an den .bürgerlichen Mui" dürfte ungefähr auf der gleichen Linie liegen, wie die Forderung nach einer »Verbürgerlichung derASDA P", die allen EmsteS von der ewig bürgerlichen Seite her schon erhoben worden ist. Solche ische sind noch harmlos. Wenn aber immer wieder in mehr oder minder versteckter Form unser deutscher Sozialismus als neueingekleideter Marxismus verunglimpft wird, so muh da böser Wille nicht unterstellt werden soll Unkenntnis angenommen werden. Im kom­menden Staat wird der schrankenlosen Willkür der BerusSstände im Kampfe untereinander die eiserne Faust entgegengesetzt werden Wenn daS Wohl des Ganzen auf dem Spiele steht dann müssen sich beide Teile bescheiden, die Arbeitgeber genau wie die Arbeitnehmer. DaS ist unser Sozialismus. Für Skperimente der einen Interessensphäre zu­ungunsten der anderen sind wir nicht zu haben Mag daS WarriSmuS nennen wer will. Auch dieser Kinderschreck wird bald vergessen sein

Kleine politische Nachrichten.

In einer öffentlichen Versammlung der RSDAP. im Berliner Sportpalast, in der der Reichstagsabgeordnete Dr. G o e b b e l S sprechen sollte, wurde zu Beginn vom Versammlungs­leiter mitaetcilt. daß Dr.Goebbels das Re­den polizeilich verboten worden sei.

Der Mecklenburg -Strelitzer Landtag nahm das von den Deutschnationalen gegen den sozialdemokratischen Staatsminister Dr. o. Reib- n I tz eingebrachte Mißtrauensvotum mit 22 gegen 13 Stimmen der Sozialdemokraten an. Mi- nister von Reibnitz erklärte seinen Rücktritt. Der Landtagspräsident ernannte den deutschnationalen Abgeordneten von Michael zum Staatsminister, der seinerseits die Abgeordneten Schreckhas (DVP >, Äundlach (Dem.) und Fröhmke (Handwerkerbund) au Staatsräten und damit zu Mitgliedern der neuen Regierung ernannte. Diese drei Staatsräte gehörten auch der bisherigen Regierung von Reibnitz an.

Hiller vor Verlrelem der englischen presse.

Das deutsch-französische Verhältnis. Oie Einfuhrbeschränkung. Oie Reparationsfrage

Loudon, 5. Dez. (IDIB. Funkspruch.) Da* Hauptereignis für die heutigen Morgenblätter bildet ein Interview, da» Adolf Hitler in Berlin dortigen Vertretern englischer Blätter gegeben hat. Der Führer der Tlatlonalfoiialiften fehle den englischen Journalisten feine Auffassung über die Lage und seine Vorstellungen von der Zu­kunft auseinander. Er betonte dabei n. a. wieder, daß er nnr auf legalem Dege oorgehen werde. Denn die Dacht liege für ihn praktiich schon in Reichweite, und da wäre es eine vntlugheit, wenn seine Partei sich auf da» Risiko unlegaler Handlungen einlassen würde. Zn dem Boxhelmer Dokument erklärte Hitler, nie­mand könne ihn für die privaten laten seiner 700 000 Parteimitglieder verantwortlich machen. Im übrigen entscheide in der Partei sein Dille allein.

Zur Frage der Außenpolitik hebt Hitler hervor, dah da» Verhältnis zwischen Frank- reichund Deutschland von ersterem abhänge. Auf eine Politik der Erpressung gegenüber Deutsch­land, die zum Ruin führen müsse, könne sich Deutsch­land nicht einlassen. Deutschland sei nicht Karthago und Frankreich sei nicht Rom. Die Forderung nach einer Verminde­rung der deutschen Einfuhr tauchte In den Aeußerungen Hitler» immer wilder auf. Er brachte die Theorie vor, dah durch Vermeidung de» An­käufe» unnötiger ausländischer Lebensmittel eine Milliarde Mark im Lande blieben, was den heimischen Markt in einem Ausmaße von sechs bl» sieben Milliarden anregen würde. Die Zeit­spanne, die verstreichen würde, bis die Rational­sozialisten die Macht erlangten, entweder allein oder wahrscheinlicher noch zuerst auf Koalitionsbasis, schätzte Hitler auf höchsten» zehn Monate. Der Be­richt des Korrespondenten derMorningpost" hebt

hervor, daß eine nationalsozialistische Regierung nur das unterzeichnen würde, wovon sie wähte, daß sie es ansführen könnte. Ao» Hitler* Bemerkungen sei klar geworden, daß ihm nur eine Beparalion*- regelung annehmbar erschien, die in wenigen Jahren abgetragen werden könnte.

Rosenbergs Aufenthalt inlondon

London, 5 Dez. (ERB. Funkfpruch.) An­läßlich der Anwesenheit des Chefredakteurs des Völkischen Beobachters", Rosenberg, der hier vor einigen Tagen eingetroffen ist, veröffentlicht Daily Wall" ein kurzes Interview. Darin be­tont Rosenberg u. a., daß Deutschland nach An­sicht der Rationalsozialistischen Partei feine Handelsschulden bezahlen wolle, daß aber seine politische und wirtschaftliche Kata­strophe nicht vermieden werden könne, wenn nicht alle Reparationen und Kriegsschul­den gestrichen würden. Eine neue Friedens­konferenz werde bald tagen. Sie werde daS Re­parationsproblem der Entwicklung der Weltkrise anpassen müssen.

Rcws Chronicle" meint, wenn die Hoffnungen der Rationalsozialisten in Erfüllung gingen, dann werde Hitlers Adjutant der jüngste Außen­minister sein, den Deutschland je hervorgebracht habe. Wie Rosenberg einem Vertreter des BlatteS gegenüber betonte, sei der Zweck seines Besuches le.n Geheimnis. Die Rationalsozialisten wollten sich mit derEinstellung der eng­lischen öffentlichen Meinung be­kannt machen. Rosenberg sei gekommen, um seine Freunde hierüber zu befragen. Gr habe ausdrücklich bemerkt, dah es sich bei diesen Freunden um private Personen handele, nicht aber um Mitglieder der Regierung, auch habe er in Abrede gestellt, den Gouverneur der Dank von England gesehen zu haben.

Dasiliilerhaus hiüifli das britische Emsichroerbot.

Wie soll Deutschland ohne Export seine Schulden bezahlen? England in der Zwickmühle.

London, 4. Dez. (WTB.) Im Unterhaus wurde ein Antrag der Oppositiokt auf Auf­hebung der beiden Verordnungen über Die Z o l l e r h ö h u n g e n für gewisse Warengattungen mit 230 gegen 38 Stimmen a b gelehnt und mit dem gleichen Stimmenverhäll- nis eine Entschließung angenommen, in der das Voraehen der Regierung gebilligt und die Wirksamkeit der Verordnungen das fast völ­lige Unterbinden der in Frage kom­menden Einfuhr festgestellt wird. Vor den Abstimmungen erklärte der Präsident des Handels­amtes, die englische Regierung wünsche, Verständ­nis dafür zu finden, daß sie nicht tatenlos ,zusehen könne, wenn England durch Maßnahmen wie das jüngst ergangene französische Dekret betroffen werde. Es lei zu hoffen, daß die aufgetauchten Gegensätze in freundschaftlichster Weise ausgeglichen werden können. Jede Diskriminierung gegen England werde aber ernsteste Aufmerksamkeit finden, und ein Um­sichgreifen derartiger Tendenzen würde die eng­lischen Interessen so schwer schädigen, dah die eng- lische Regierung nicht daran vorübergehen könnte. Die englischen Einfuhroerordnungen wurden ohne Ansehen des Ursprungslandes und erst nach dem französischen Dekret über die Be­lastung der englischen Waren erlassen. Natürlich müssen die Verfügungen notwendigerweise einigen deutschen Exporteuren lästig fallen. Aber schließlich müssen wir zu allererst die finan­zielle Stabilität und die industrielle Wohlfahrt un­teres eigenen Landes berücksichtigen. Wir müssen uns natürlich zu gleicher Zeit die Tatsache vor Augen halten, daß Deutschland uns große Summe Geldes schuldet, die es nur in der Lieferung von Waren und Dien- st en zahlen kann aber wir wollen die Liefe­rung von Waren und Diensten in einer Weise zu- standegebracht sehen, die nicht die Stabilität unseres Pfundes oder unseres Han- dels gefährdet. Welche Beschwerden könnte Deutschland gegen diese besonderen Verfügungen

haben? Die betreffenden Waren spielen nur eine geringe Rolle im handel zwischen Deutschland und uns. Es gibt zahlreiche deutsche Interessenten, die zu wissen wünschen, was unsere Politik sein wird. Ich kann diesen Deutschen nicht mehr sagen, al» ich dem Hause sagen kann. Ich roiü klarstellen, daß d.e Verfügungen auf Grund dieses Gesetzes allein den Zweck haben, zu verhindern, daß die Industrien des Vereinigten Königreiches durch die anormale Ein- fuhr beeinträchtigt werden.

Gegen den französischen Kohlenimporiausschlag.

Tie britische Kohlcnindnstrie wehrt sich.

London, 4. Dez. (WTB ) Der Zentralrat. dem Vertreter der Zcchenbesitzer aller Kohlen­bergwerke Großbritanniens angehören, hat die Lage erwogen, di« durch die von der französi­schen Regierung eingeführte ISprozentige Zusatzabgabe auf britische Kohlen­importe entstanden ist. Di« Zechenbesitzer be­tonen, dah auf Kohle, die von anderen Ländern mit Hllfe von Staatssubsidien zu Dumping­preisen weit unter den Preisen der britischen Kohle in Frankreich eingesührt werden, kein derartiger Zoll erhoben wird. Angesichts der Tatsache, dah der Wert der französi­schen Exporte nach Großbritannien, Frankreichs bestem Abnehmer, nahezu d a s D o p- pelte der britischen Ausfuhr nach Frankreich betrage, und der Tatsache, daß keine Diskriminierung zwischen französischen 3m- p ort en und den anderen Ländern in England er­folgt, wird der Regierung die Wichtigkeit einer raschen Ausübung der kürzlich dem Präsidenten des HandelSamtS übertragenen Vollmachten vor Augen gehalten für den Fall, daß die Ent­fernung des Zusatzzolles auf englische 3mporte ausbleiben sollte.

3n Araen tinien läßt die fortschreitende Stimmenzählung für die Präsidentschaftswahl nunmehr zweifelsfrei erkennen, daß General 3 u st o bei weitem die meisten Stimmen erhalten hat. Die Präsidentschaft des Generals Justo ist indes nur wahrscheinlich, wenn der Kongreß nicht die Wahlen in den Provinzen Buenos Aires und Mendoza, die heftig angefochten werden, annul­liert

Die französische Kammer hat den zweiten Teil des Notstandsarbeitsprogramms ver­abschiedet. durch das man wenigstens teilweise b i e Arbeitslosigkeit zu bekämpfen hofft. Ins- gesamt sind 3476 Millionen Frank für die Finan­zierung dieser Arbeiten bewilligt worden.

Kunst und Wissenschaft.

Die Herstellung de* Vitamin* C gelungen.

Vor einer großen Versammlung derAkademie der Wissenschaften in Oslo hielt der junge norwegische Wissenschaftler Ottar R y g h einen Vor- trag über die Resultate, die er und seine Mitarbei- ter seine Frau, Frau Aagot Rygh, und der Chemiker Per Laland während ihrer Unter- suchung über die Vitamine C erhallen hätten. Rygh stellte fest, daß ihnen die Herstellung des 'Bor- stadiums des Vitamins C, seines sogenannten Pro­vitamins, gelungen sei. Es sei erwiesen, daß diese» identisch mit Narkotin sei, einer den Wissenschaftlern wohlbekannten Substanz. Wie Rygh weiter aus­führte, kommen die Vitamine C hauptsächlich in Pflanzen vor. Systematische Versuche haben bewiesen, daß verhättnismäßia große Quantitäten von Narkotin in jungen Pflanzen und un­reifen Früchten Vorkommen. Da» Narkotin verschwinde wahrend des Reifungsprozestes und ver­wandle sich in Vitamine C. Ihm und feinen Mit­arbeitern fei es gelungen, die gleiche Verwandlung de* Narkotin» im Laboratorium herzustellen, wie

sie erfolgt, wenn bas Narkotin sich in der Natur in das Vitamin C verwandelt. Diese Verwandlung be­stehe in der Zersetzung dieser Substanz durch Methylgruppen. Aus dem Narkotin sei cs möglich, aktive C-Vitamlne herzustellen sowohl auf rein chemischem Wege als auch durch Zusetzung gewisser Enzyme. Auch durch ultraviolette Strahlen scheine Narkotin aktiviert werden zu können, aber in sehr geringem Grade.

Sodom und Gomorrha.

Ein Bericht über die Ausgrabungen von Sodom und Gomorrha besagt, daß die jetzt ge­machten Funde die biblischen Angaben über die Vernichtung dieser Städte durch Feuer und Schwefel vollauf bestätigen, lieber vier­zig Morgen der Ruinen, die nördlich des Toten Meeres und etwa fünf Kilometer östlich de- 3or- dan liegen, seien freigelegt und cS sei festgestellt worden, daß die Grundmauern der Häuser sämt­lich mit Asche bedeckt seien. Alle Funde bewiesen, daß die Stadt nicht etwa durch eine ilebcrkßwemmung, sondern durch F^uerzer- st ö r t wurde. 3n einer Vafe fand man das Skelett eines sechsjährigen Kinde-, da- offen­sichtlich einer Gottheit geopfert worden war.

Aus aller Well.

Ehewifche Fabrik In Flammen.

3n der Chemischen Fabrik von A.Herz (Her- stellung von Feuerzündfteinen) bet Erfurt ent­stand vermutlich durch Unvorsichtigkeit ein Droß- feuer. Cs fand in den äußerst feuergefährlichen Rohmaterialien, wie Torf, Sägefpäne, Teer und Raphtha reiche Rahruna. In kurzer Zeit stan­den auch an die 10?3 Feuersteine, wie sie zum Heizen von Lokomottven verwandt werden, in bellen Flammen. Der Wind trieb gewaltige Rauchschwaden über den in der Rähe lie­genden Bahnkörper, der durch den Funkenflug

aufS äußerste gefährdet wurde. Die ®rfurtel Feuerwehr mußte sich, da kein Wasser Dtfr» Händen war, daraus beschränken, den gefähr­deten Bahndamm durch Srdaufwerfen zu schützen. DaS Gebäude selbst konnte nicht gerettet werden und brannte vollständig aus. Sämtliche Lager- beständ«, Rohmaterialien und Fertigfabrikate, so­wie die Bureaueinrichtungen fielen den Flammen zum Opfer. Der Schaden ist beträchtlich.

Brandkatastrophe In einer kalifornischen Stabt

Bei einem in Berkeley (Kalifornien) ausge» brochenen Feuer ereignete sich eine Gasexplo- (ion. Zwei Personen wurden getötet, eine schwer und 60 leicht verletzt. Drei Personen werden vermißt. Die große Zahl der verletzten erklärt sich daraus, daß brennende Haus- und M ö b e 11 e i I e durch die Explosion auf die Menge geschleudert wurden, die sich in den Straßen um das brennende Hau* gesammelt hatte.

Eisregen und Schnee über Berlin.

Degen Mitternacht setzte in Berlin starker Eis­regen ein, der Fahrdämme und Bürgersteige mit lebensgefährlicher Glätte überzog und sich auch im Straßenbahnverichr sehr unangenehm bemerk­bar machte, da wiederholt Weichen Dercißen. Später verwandelte sich der Eisregen in einen starken Schneefall, der gegen 4 llhr noch anhielt.

Eigenartige Wetterverhältnifse In Somjetrußland.

3n der Sowjetunion werden augenblicklich selt­same Wetterverhältnisse beobachtet. Aus Mur­mansk am nördlichen Eismeer werden zwei Grad Wärme gemeldet, dagegen herrscht In der wegen ihres sonst milden Klimas bekannten Krim eine Kälte von 20 Grad. Die Straße von Ke.tsch friert bcrcU zu. A^ch in Moskau herrscht zur Zeit sehr frostiges, trockenes Wetter.

Fünf Kinder beim Spielen tödlich verunglückt.

Bei KUlaloe in der irischen Grafschaft Slart stürzten sechs Knaben beim Spielen in einen drei Meter tiefen Kanal. Fünf Knaben er­tranken, während einer gerettet werden konnte.

Lohngeldraub an der Tagesordnung.

3m Margarinewerk Eidelstedt bei Altona wurde ein dreister Lohngeldraub verübt. Einige Männer drangen in daS Pförtnerhaus ein, bedrohten die Anwesenden und flüchteten mit 2600 Mark, die zu Lohnauszahlungen be­stimmt waren. In bcrielbcn Stunde sind auch in Berlin-Reukölln Lchngcldräuber mit Erfolg tätig gewesen. Drei junge Burschen über­fielen den 70jährigen Boten einer Bau­st r m a , alS er mit 2100 Mark Lohngeld auf dem Wege nach einem Reuköllner Reubau war. Die drei Räuber, di« auf einem Motor- r a d mit Beiwagen faßen, hielten plötzl.ch in einer menschenleeren Straße neben dem Boten an, ver­setzten ihm einen Schlag auf den Kops und entrissen ihm die Aktentasche mit dem G e l d e. Ein Begleiter, der dem alten Boten zur Sicherheit mitgegeben war. konnte den Raub nicht verhindern. Die drei Burschen sind auf dem Motorrade unerkannt entkommen.

Gasexplosion in einer Wohnung.

In Stockholm ereignete sich eine eigenartige Gasexplosion. Als in einer Wohnung eine 11 n - gexieferDertilgung vorgenommen wurde, explodierte plö^lich da- dabei verwendete GaS. Die Wände stürzten ein und es entstand ein Feuer, das sich auch über die Rachbarwvhnungerr auSbreitete. Die beiden Beamten, die die Ent­seuchung vornahmen, wurden sehr schwer verletzt.

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Wettervoraussage.

Unter stürmischer Nordwestluft gelangte die kühlere maritime Luft an der Rücklette der über Skandi­navien abziehenden Störung nach Deutschland. Da­bei hat gleichzeitig der Hochdruck über Spanien und Frankreich sich weiter norörnärts ausgebreitet und kräftigen Barometeranstieg bewirkt. Der hohe Druck wird kurze Zeit einwirken und dabei teiuodfe auf- heiterndes Wetter mit Temperaturrückgang bringen. Bereit» im Laufe des morgigen läge» durften sich jedoch die Anzeichen der neuen Attantlkstorung durch Milderung und Wolkenaufzug wieder bemerkbar machen.

Aussichten für Sonntag: Abflauen de» stürmischen Nordwestwindes und Zurückdrehen auf Westen zu, anfänglich kühl, wechselnd wolkig mit Aufheiterung, bann milder, Bewölkungszunahme, meist trocken.

Aussichten für Montag: Meist bedeckt, mild, zeitweise Niederschläge.

Lufttemperaturen am 4. Dezember: mittags 7,0 Grad Celsius abend» 9,7 Grad: am 5. Dezember, moraens 8,8 Grad. Maximum 12,7 Grad, Minimum 1,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 4 Dezember, abends 0,8 Grad, am 5. Dezember: morgens 3,9 Grad Celsius. Niederschläge Ifi mm.

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