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Nordeck (komb.) — Mainzlar 0:2 (0:1).
Am Sonntag trafen sich die Gegner in Mainzlar zu einem Freundschaftsspiel. In der ersten Halbzeit ging Mainzlar in Führung. Sn der zweiten Spielhälfte entspann sich ein spannender Kamps. Trotz aller Anstrengungen gelang es Mainzlar, durch eine gute Vorlage das Resultat auf 2:0 zu erhöhen. Durch leichte äleberlegenheit der Mainzlarer war es dem Gast nicht möglich, das Ehrentor zu erzielen. Dank dem Tormann der Gäste, der fabelhafte Schüsse zu meistern verstand, wurde eine höhere Niederlage verhindert.
Hausen II — Grüningen I 9:4 (4:4).
Beide Mannschaften lieferten sich ein flottes Spiel. Hausen war schon von Spielbeginn an überlegen und konnte verdient hoch gewinnen. Das Vorspiel in Grüningen gewann Grüningen mit 4:1.
24. Gauiurniag
im Lahn-Oünsberg-Gau.
Die am Sonntag in. Lollar abgehaltene Jahreshauptversammlung nahm einen befriedigenden Verlaus. Der erste Vorsitzende, Herr D a u p e r t (Wie- seck) eröffnete die Tagung, der zweite Gauturnwart Wagner (Lollar) begrüßte die Teilnehmer im Namen des gastgebenden Vereins. Die im Anschluß daran erstatteten Berichte der Gaufunktionäre ließen erkennen, daß der Gau in der Zeit seines 25jährigen Bestehens ersprießlich» Arbeit geleistet hat. Einen guten Eindruck hatte das in Londorf abgehaltene Jubiläumsfest hinterlassen, bei dem verschiedene langjährige ehrenamtlich tätige Herren mit besonderen Auszeichnungen bedacht wurden. Das in Launsbach abgehaltene Bergfest erwies sich hinsichtlich der Teilnehmerzahl und der erzielten Leistungen als das größte nach dem Kriege. Einen starken Aufschwung hatte das Handballspiel im Gau zu verzeichnen. 31 Mannschaften trugen im verflossenen Jahre insgesamt 204 Verbandsspiele aus. Vorher standen nur 15 Mannschaften im Feld. Zur Zeit bestehen auch 6 Faustballmannschaften. Nach dem Bericht des Kassenwartes, dem Entlastung erteilt werden konnte, ist die finanzielle Lage des Gaues durchaus befriedigend. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden die Orte der Veranstaltungen des nächsten Jahres festgelegt: das Gaugerätewett- turnen findet in Atzbach, der Gauwaldlauf in Erda, das Gaufest in Wieseck, das Schülerinnen- und Schülerturnen in Waldgirmes, das Bergfest am Fuße des Dünsberges, der Gausporttag in Odenhausen und das Gauwettschwimmen in Atzbach statt. — Der Gauvorstand wurde bis auf ein Mitglied wiedergewählt.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
Jugendspiele.
1. Iugend — VsR. Butzbach 1. Jugend 3:1 (2:0). Die körperlich bedeutend stärkeren Gäste versuchten die ihnen fehlende Technik durch Wucht und Härte zu ersetzen, die aber gar zu oft die Grenze des Erlaubten überschritten, so daß die Mannschaft einen recht unangenehmen Eindruck hinterließ. Daß es soweit kam, ist nur Schuld des Schiedsrichters, der stch scheute, von vornherein streng durchzugreisen. Gerade bei Jugendspielen darf im Interesse der Erziehung zu anständigen und fairen Sportsleuten hier keine Nachsicht walten. Sehr unsportlich mutete es an als nach Schluß des Spieles einige der Gäste den Gießenern recht verheißungsvolle Worte für das Rückspiel zu- rtefen, so daß man die Mannschaft nur mit größter Besorgnis nach Butzbach senden kann. Die Mannschaft von 1900 hat aber auf Grund ihrer besseren Spielweise verdient gewonnen.
Die 2.1 u g e n b spielte gegen VfB. Marburg 2. Jugend in Marburg und konnte in einem schönen Spiel ein verdientes Unentschieden von 2:2 erringen.
Die 3.1ugend verlor gegen SV. Wetzlar 2. Jugend hoch mit 1:9 (1:4). Wie schon vorausgesagt, hatte sie gegen den Gast nicht viel zu bestellen, aber trotzdem brauchte die Niederlage nicht so hoch auszufallen.
Die 2. S ch ü ( e r spielten gegen SV. Wetzlar 2. Schüler 1:1. Man hatte sie als Sieger zurückerwartet. Der Sturm konnte sich aber gegen die bessere Verteidigung des Platzbesitzers nicht durchsetzen.
IC. 1929 Klein-Linden.
Die 1. Jugend des FC. Klein-Linden spielte am Sonntag gegen die 1. Jugend des DfR. Lich. Beide Mannsmaften waren mit großem Eifer bei der Sache. Die Licher waren den Gegnern körperlich weit überlegen, errangen aber doch nur durch zwei grobe Schnitzer der Klein-Lindener Verteidigung und des Tormanns einen knappen Sieg von 2:0. Die Schüler Klein-Lindens spielten mit 10 Mann gegen die Schüler von VsR. Butzbach und mußten eine Niederlage von 0:3 hinnehmen.
Lemberger nicht bei Schalke.
Der frühere internationale Mittelläufer der Sp.-Vg. Fürth, Ludwig Leinberger, wird nun doch nicht bei Schalke 04 spielen. Aus Westdeutschland wird gemeldet, daß er die Trainingsleitung beim VfB. Bottropp telegraphisch abgelehnt habe. Der Exfürther soll weiterhin zum Ausdruck gebracht haben, daß er zum deutschen Meister Hertha/DSC. Berlin gehen wolle. Die Leitung von Hertha will allerdings davon nicht unterrichtet sein.
Wirtschaft.
Noch keine Wiedereröffnung der Börse.
WTB. Berlin, 4. Nov. Der Börsenvor- st a n d, Abteilung Wertpapierbörse, beschäftigte sch heute erneut mit der Frage der Wiedererösinung der Börse. Der Borstand berichtete über die Schritte, die zur Herbeiführung der Wiedereröffnung getan worden sind, und teilte mit, daß ein Erfolg in dieser Hinsicht trotz größter Bemühungen nicht erzielt werden konnte.- Der Börsenvorstand bekundete einmütig, daß der weitere Ausfall der Dörsenversammlun- gen zu unerträglichen Schwierigkeiten in der gesamten deutschen Wirtschaft führt. Wenn die Wiederherstellung des amtlichen Verkehrs nicht möglich sei, so müsse wenigstens die Oeffnung der Börsenräume erfolgen.
Vach der heutigen Börsenvorstandesihung wurde eine Bekanntmachung veröffentlicht, in der die weitere Prolongation der Verpflichtungen vom 16. November auf den 10. Dezember mit dem Zwang für Abtragung eines weiteren Betrages der Differenzen angeordnet wird. Auch die Fälligkeit der Börsendarlehen ist auf den 10. Dezember hinausgeschoben worden.
*
Berg l e i ch s v e r f a h re n über die Darmstädter Volksbank eröffnet. Nachdem die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt
sind, wurde gestern vom Amtsgericht I in Darmstadt das gerichtliche Vergleichsverfahren über die Darmstädter Volksbank, G. m. b. H., eröffnet. Als Vertraucnsperson wurde Rechtsanwalt Dr. Schiff bestellt.
* Der Eisenerzbergbau im Oktober. 3m Eisenerzbergbau des Lahn-Dillgebietes ist im Oktober gegenüber dem Vormonat ein weiterer erheblicher Rückgang in der Förderung eingetreten. Auch der Absatz hat sich weiter verringert. Die Aussichten für die nächsten Monate werden als äußerst trübe bezeichnet.
* Stützungsaktion für Braugerste in S ü d d e u t s ch l a n d. Nach langwierigen Verhandlungen im Reichsernährungsministerium ist es den gemeinsamen Bemühungen der Bayerischen Landes- bauerntammer und des Staatsministeriums für Landwirtschaft, der Genossenschaften und des Handels gelungen, eine Stützungsaktion für Braugerste in die Wege zu leiten. In Süddeutschland, also in Bayern, Baden, Württemberg und Hessen, sollen in der Zeit vom 4. November bis 10. Dezember 48 000 Tonnen Braugerste zur Hälfte durch Genossenschaften und Handel eingelagert werden. Die Gerste ist bis zum 10. Februar 1932 vom Markte fernzuhalten. Der Aufkauf ist ohne Preisbindung für Handel und Genossenschaften am freien Markte zu tätigen.
Oie deutschen Börsen.
Festigkeit in Berlin.
Berlin, 5. Nov. (WTB. Funkspruch.) Die unter dem Eindruck höherer Auslandmeldungen schon in den gestrigen. Abendstunden einsetzende Festigkeit übertrug sich auch auf den heutigen Verkehr. Die Aufwärtsbewegung der Kurse machte allerdings zunächst keine Fortschritte da die Spekulation infolge der unklaren politischen Lage und der Unsicherheit bezüglich der Auswirkungen der Börsenvorstandsbesprechungen Zurückhaltung übte. Man erwartete heule Verkäufe zu Geldbeschaffungszwecken, da man bei dem schlecht sanierten Geldmarkt keine Lombardierungsmöglichkeiten für Effekten und somit keine andere Gelegenheit, sich Geld zu verschaffen, hatte. Später argumentierte man jedoch, daß diese Beträge überhaupt erst in etwa 10 Tagen fällig würden und gar nicht so groß sein könnten, wie man im ersten Augenblick angenommen hatte. Man ließ sich daher mehr von wirtschaftlichen Ueberlegungen leiten. So fand die Hausse an den internationalen Warenmärkten, speziell an der gestrigen Chikagoer Getreidebörse, stärkere Beachtung, da sie vielfach schon als Zeichen eines Umschwunges von einer Gelddeflation in eine Weltinflation zu werten sei. Man verwies aber auch auf die f e st e Haltung der deutschen Werte im Auslande, die ebenso wie die Bewegung der Mark ein Spiegelbild für das Vertrauen märe, das das Ausland in die deutsche Situation setze. Wesentlich sei auch der Umschwung in der französischen Meinung bez glich der turgfriftigen Kredite Deutschlands; denn man scheint nunmehr auch in Paris eingesehen zu haben, daß die Regelung dieser Kurzkredite in den allgemeinen Rahmen der Verhandlungen hineingehört. All diese
Momente regten an und hatten ein im Vergleich zu den Vortagen etwas lebhafteres Geschäft zur Folge. Die Kurse der Hauptwerte zogen bis zu 2 Prozent an. Eine Ausnahme mochten eigentlich nur die Montanpapiere. Pfandbriefe lagen weiter im Angebot und gaben erneut bis zu 1 Prozent im Kurse nach.
Lustlose Stimmung in Frankfurt.
Frankfurt a. M., 4. Ncv. 3m heutigen Freiverkehr von Bureau zu Bureau herrschte recht lustlose Stimmung, da Anregungen so gut wie nicht 'Vorlagen. Die Meldungen von den Auslandplätzen lauteten nicht einheitlich, so daß in dieser Richtung keinerlei Anhaltspunkte für die Tendenzgestaltung gegeben waren; zu der geringen Unternehmungslust trug ferner bei, daß aus Neuyork infolge des gestrigen Feiertages keine Kursmeldungen Vorlagen. Das Ergebnis der Aussprache in Paris zwischen Laval und H o e s ch wurde mit ziemlicher Enttäuschung ausgenommen, da die Hoffnungen auf eine baldige Lösung der schwierigen Probleme noch immer als recht vage bezeichnet werden müssen. Verstimmend wirkten noch Gerüchte über Sanierungspläne bei den Vereinigten Stahlwerken. Gegen gestern waren bei mäßigem Geschäft durchschnittlich Kursrückgänge von 1—2 Prozent festzustellen. 3m großen und ganzen zeigte die Kursgestaltung keine Einheitlichkeit. Relativ gut behauptet lagen der Montan- und Dankenmarkt.
Bei Renten drückt immer noch Angebot auf den Markt, so daß sich bei ebenfalls mäßiger Ilmsahtätigkeit Kursverminderungen um etwa 0,5 Prozent ergaben. Liquidationspfandbriefe lagen nicht ganz einheitlich.
frankfurter SchlachtvichmarU.
Frankfurt a. M., 5. Nov. Auftrieb: Rinder 104 Stück; Kälber 803, Schafe 467, Schweine 894 Stück. Es wurden notiert: Kälber, beste Mast- und Saugkälber 39—44, mittlere Mast- und Saugkälber 35—38, geringe Kälber 28—34; Schafe, Mastlämmcr, jüngere Masthämmel 27—30, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 22 26, fleischiges Schafvieh 17 bis 21; Schweine, vollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 46—48, desgl. von zirka 200—240 Pfd. Lebendgewicht 44—48, desgleichen von zirka 160—200 Pfd. Lebendgewicht 43—47, fleischige Schweine von zirka 120—160 Pfd. Lebendgewicht 38—44. Marktverkauf: Kälber schlecht geräumt, Schafe ausverkauft, Schweine ruhig, ausverkauft.
Lchwtinemarkt in Nidda.
△ Nidda, 4. Nov. Der heute abgehaltene Martinimarkt hatte unter dem Einfluß des in diesen Tagen stattgefundenen Ortenberger Marktes einen viel geringeren Auftrieb an Ferkeln und Einlegern, als sonst. Trotz des mäßigen Angebots von 320 Stück und der großen Zahl von Marktbesuchern mar der Handel schleppend und die Preise blieben niedrig. Es wurden bezahlt je Ferkel im Alter bis 6 Wochen 6 Mark, bis 8 Wochen 8 bis 10 Mark, bis 10 Wochen 11 bis 12 Mark. Für etwa 13 Wochen alte Springer zahlte man pro Stück 18 Mk.
Lchwcincmarki in Witzlar.
# Wetzlar, 5. Novemb. Der gestrige Schweine markt war mit 182 Ferkeln und 21 Läufern beschickt. Die Nachfrage war recht lebhaft, der Handel flott. Es wurden bezahlt: Für 5 Wochen alte Ferkel 8—11 Mk., für 6—8 Wochen alte 12—14 Mk., für 9—10 Wochen alte 14 bis
15 Mk. je Stück. Sehr gesucht waren Läufer und Springer; sie kosteten je nach der Qualität 25 bis 45 Mk. je Stück. Der Markt wurde geräumt.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZH.
-.November
5. November
Amtliche Jlolitrung
Amtliche Notierung
Geld | Brie-
Meld
»rief
Heijsngsor« .
8,19
8,21
8,19
8,21
Wien....
58,94
59,06
58,94
59,06
Prag . . .
Budapest . .
12,47
12,49
12,47
12,49
73,28
73,42
73,28
73,42
Sosia . . .
3,072
3,078
3,072
3,078
Holland . .
170,03
170,37
170,03
170,37
C61o . . . .
88,91
89.09
88,91
89,09
Kopenhagen.
90,91
91.09
90,91
91,09
Stockholm .
91.91
92,09
91,41
91,59
London. . . Buenos Aires
15,78
15,82
15,78
15.82
1,018
1,022
1,028
1,032
Ncuvorl . .
4,209
4,217
4.209
4,217
Brüssel. . .
58,74
58,86
58,74
58,86
Italien. . .
21,68
21,72
21,78
21,82
Pari? . . .
16,58
16,62
16,58
16,62
Schweiz . .
82,12
82,28
82,12
82,28
Spanien . .
36,91
36,99
36,91
36,99
Danzig. . .
82,37
82,53
82,37
82,53
Japan . . .
2,058
2,062
2,048
2,652
Rio de Ian..
0,259
0,261
0,259
0,261
Jugoslawien. Lissabon . .
7,473
14.34
7,487
14,36
7,473
14,29
7,487
14,31
Banknoten.
Berlin, 4. November
Geld
Bries
Amerikanische Noten.......
4,20
4,22
Belgische Noten.........
58,58
58,82
Dänische Noten.........
90,72
91,03
Englische Noten.........
15,74
15,80
Iranzösische Noten........
16,57
16,63
Holländische Noten ........
169,66
170,34
Italienische Noten........
21,66
21,74
Norwegische Noten........
88,72
89,08
Deulsck> Oesterreich, 4 100 Schilling
58,68
58,92
Rumänische Noten........
2,52
2,54
Schwedische Noten........
91,72
92,08
Schweizer Noten.........
81,94
82,26
Spanische Noten....... .
36,78
36,92
Ungarische Noten...... .
Reichsbankdiskont 8 v. h., Lombardzins uh 10 v. H.
Besserung des Pfundkurses.
Weiter guter Stand der Reichsmark.
An den internationalen Devisenmärkten hat sich das Pfund, nachdem es sich schon vorgestern nachmittag erholen konnte, gestern weiter gebessert und stellt sich jetzt wieder gegen den Dollar auf 3,7431, nachdem es gestern morgen mit 3,7275 eingesetzt hatte. Im Amsterdam eröffnete es mit 9,25 fester, schwächte sich aber später wieder leicht ab auf 9,22. In Zürich befestigte es sich auf 19,1750, in Paris auf 95,25. Der Dollar lag gestern international leichter, in Amsterdam ging er auf 247,90, in Zürich auf 512,75 und in Paris auf 25,4225 zurück. Die Reichsmark hat sich gut behauptet, gegen das Pfund eröffnete sie gestern mit 15,6750 und schwächte sich später auf 158150 ab. In Amsterdam lag sie mit 58,85, in Zürich mit 121,70 fester. In Paris nannte man die Reichsmark nach mehrtägiger Unterbrechung mit 601 (letzter Kurs 598).
Am Nachmittag konnte sich das Pfund zunächst weiter befestigen und zog bis auf 3.761/* gegen den Dollar an, doch wurde es später wie
der etwas schwächer und ging auf 3,743/4 zurück. Gegen den Gulden stellte sich das Pfund auf 9,2950, gegen Zürich 19,1950 und gegen Paris 95,31. Der Dollar war am Nachmittag gut behauptet, der französische Frank war unverändert, dagegen neigte Madrid eher zur Schwäche. Die Reichsmark hielt sich unter Schwankungen gut, gegen das Pfund schloß sie 15,84V», in Amsterdam stellte sie sich auf 5.812V2, in Zürich auf 121Vr, in Oslo und Stockholm war sie besonders fest. Die Nord-Devisen waren weiter leichter, besonders Stockholm.
Lrhebllchertlgung -eutscherpsundschulden
Seit der Suspendierung des Goldstandards in England sind erhebliche Schuldentilgungen von deutscher Seite erfolgt. Die deutschen Banken und Geschäftshäuser ziehen es vor, ihre Akzeptkredite nicht zu erneuern, um den niedrigen Kursstand auszunützen und um Devisenrisikos auszuschalten.
Neues für den Bücheriisch.
— Edmund K i h: Die letzte Königin von Atlantis. Ein Roman aus der Zeit um 12 000 vor Christi Geburt. Leipzig 1931. Koehler & Amelang, Verlag. Geh. 3,30 Mk., Ganzleinen 4,80 Mk- (384.) — 3nmitten der Trümmer mächtiger Burgen und einer riesigen Sonnenwarte auf dem Hochland Boliviens in mehr als 4000 Meter Höhe fand Edmund Kiß, der Forscher, bei Ausgrabungen den Kopf eines jungen Gelehrten mit ausgesprochen nordischen Zügen. Dieser Fund weckte im Schriftsteller Kitz die Phantasie, und er schrieb die Geschichte vom Schicksal des jungen Astronomen Godda Apacheta, seinem kurzen Liebesglück mit der makellosen Tochter des Statthalters, die um seinetwillen die Krone von Atlantis ausschlägt und doch den letzten Atlantern, die sich als äeberlebende einer Weltkatastrophe auf den Azoren zusammenfinden, den Erben der Krone schenkt, ehe sie in ihre nordische Urheimat zurückkehren. Edmund Kitz tritt mit diesem Roman in die Fuhstapfen eines Georg Ebers, der vor mehr als 50 3ahren seine altägyptischen Studien in ähnlicher Form einer großen Gemeinde zugänglich machte. Auch wenn man von der wissenschaftlichen Grundlage der Fabel absieht, bleibt für den unvoreingenommenen Leser oder die Leserin ein spannender Roman, eine tragische Liebesgeschichte vor 14 000 3ahren ... auf dem düsteren Hintergrund einer Weltkatastrophe.
— Billige Reclam-Bücher. Die wirtschaftliche Notlage macht leider vielen Tausenden den Erwerb von teuren Büchern unmöglich, ilnb doch braucht man gerade heute gute Lektüre so nötig wie das tägliche Brot, lieber die Krise hilft in erster Linie Selbstbesinnung, vertiefte Bildung, Kenntnis aller lebenswichtigen Gebiete hinweg. Sie sucht Reclarns llniversal- Bibliothek auch heute mit ihren billigen Büchern zu ermöglichen. Für 40 Pf. erhält man hier z. B. über folgende Gebiete erschöpfende Belehrung von den berufensten Fachmännern: „Deutsche Bodenreform", aus der Feder des Begründers der Bewegung A. v. Damaschke. „Frauenbewegung" von 3lse R e i ck e. „Naturgemäße Lebensweise" und „Psychoanalyse und 3ndividualpsychologie" von Dr. med. A. Brauchte. „Rassenkunde und Kulturkunde" von Prof. Walter Scheidt. ..Recht und Gesetz im täglichen Leben" von R. Beyer. „Der Völkerbund" von Dr. 3. S t r u n h. An aktuellen Büchern praktischer Belehrung sind u. a. neu erschienen: „Photographierbuch" von H. Kammerer. „K r a f t f a h r e r b u ch" von Dr. W. Weltstädt und Dr. R. Hey. „Reclams Garte n b u ch" von Karl Weinhausen. „Radiotechnik" von H. Lillge. lieber die Bedürfnisse des Tages hinaus werden durch die llniversal- Bibliothek die ewigen Gebiete der Dichtung und Philosophie erschlossen. 3n neuen Ausgaben liegen hier vor die wichtigsten Werke Nietzsches
in Einzelausgaben und in einer vierbändigen Sammlung, neue Nachlaßbände von Schopenhauer, Werke über Nietzsche von A. B a e u m - l e r und K. Heckel, ferner neue Werke zeitgenössischer Erzähler wie Thomas Mann. 3akob Schaffner, 3osef Ponten, Arnold ll l i tz , Frank Thieß, Stefan Zweig u. v. a.
(370)
— A m Mikrophon ber Zeit. Lyrik-Anthologie 14 junger Autoren. 44 Seiten. Preis 2,50 Mk. 7. Veröffentlichung des Selbstverlags junger Autoren im Joachim Goldstein - Verlag, Berlin 1931. (367.) — Auch diese Anthologie übersteigt nirgends das mehr als bescheidene Niveau der früher hier angezeigten Veröffentlichungen des Verlages. Ein einziges Liebesgedicht von Richard D r e iv s mag herausgehoben werden; es hat Melodie und Gefühl. Alles übrige ist unbedeutend, großenteils nicht einmal druckreif. Selbstverständlich wird man von derartigen Veröffentlichungen keine dichterischen Offenbarungen ober Vollkommenheiten erwarten: aber irgendein Ansatz muß zu spüren sein, eine Hoffnung, ein neuer Ton, ber aufhorchen läßt —: wie sollten sonst berartige Sammlungen gerechtfertigt werben. Es ist bas alte Lieb: Jugenb allein bebeutet — in ber Kunst — noch gar nichts. (Verbreiteter Irrtum unserer Zeit.) Gesinnung ohne Gefühl unb Begabung ist — in ber Lyrik — wertlos. Frechheit ist nicht Genie, Banalität nicht Sachlichkeit. Auch Anthologien ber Jungen unb Jüngsten sind heute nur noch mit strenger Auslese unb unbestechlicher Kritik zu machen. —v—
— Gottfrieb Holz: Der Tob bes Ado - nis. Novelle im Reisemosaik Siziliens. 151 Seiten 8°. Joachim Golbstein-Verlag, Berlin 1931. (366.) —
— „Tribut-Justiz". Von Rüdiger Gras von der Goltz, Rechtsanwalt am Oberlandesgericht in Stettin. Brunnen-Verlag, Willi Bischofs, Berlin SW 68. Preis: Kart. 3 Mk., geb. 4,80 Mk. (368.)
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit ber Schriftleitung.)
Tierfreund in ber Plockskrahe. Wir empfehlen Ihnen, sich in biefer Angelegenheit an bie Polizei zu wenden.
(Schluß bes redaktionellen Teils.)
Aus der internationalen Zahnärzte-Tagung in Paris wurde eine altägyptische Schrift gezeigt, deren Inhalt bestätigt, daß man sich im alten Aegypten schon vor 6000 Jahren die Zähne putzte und den Mund gespült hat. Schon damals also hatten die Aerzte erkannt, wie wichtig Zahn- und Mundpflege ist. Die moderne Wijsenfcha t hat bestätigt, daß der Mund das Einfallstor gefährlicher Krankheitskeime ist und daß er deshalb täglich zweimal gereinigt werden muß. Als zuverlässiges Mittel hierfür ist Odol auch heute noch unübertroffen. 7447V
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