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Illusionen zu wecken. Die bet Nichtverwirklichung sich bitter rächen.
Die Kandidatenaufstellung bringt auf den ersten Plätzen folgende Namen: 1. Oberomts- richter Abg. Schreiber (Vilbel). 2. Maurermeister Gemünden (Oberingelheim), 3. Hausfrau Klara Grein (Offenbach), 4. Rechnungsdirektor Koch (Darmstadt), 5. Schulrat Fischer (Gießen), 6. Kaufmännnischer Angestellter F r e n e r (Mainz). In den geschäftsführenden Vorstand der Landespartei wurden gewählt: 1. Vorsitzender Oberstudiendirektor Dr. Weiner (Offenbach), 2. Vorsitzender Amtmann Gosenheimer (Darmstadt), 3. Vorsitzende Frl. Dr. Sonnenberger (Sprendlingen).
Landesparieitag
her hessischen Radikaldemokraten.
Offenbachs. QIL, 4. Ott. Der Landesverband Hessen der Radikaldemokratischen Partei hielt in Offenbach seinen ersten Landesparteitag ab. Reumann (Berlin) vom Reichsoraamsations- ausschuß der RDP. gab einen Bericht über den 'Stand der radikoldemokratischen Bewegung in Deutschland. — Der Landesparteivorsihende Rektor Reiber-Darmstadt (M. d. L.) berichtete über die Vorschläge des Ausschusses zur Kandidatenaufstellung. Rach längeren Beratungen nahm die Versammlung die vorgeschlagene Kandidatenliste an, die 22 Ramen trägt. An der Spitze der Liste steht Reiber. 2hm folgen Studienrat Balzer- Ober-Ingelheim, Landlagsabgeordneter Eberle, ferner Dr. Hammer- Darmstadt, Frau Ries- Sichenhausen, Schäfer- Darmstadt und Strauß- Bad-Rauheim.
Oer Ladenschluß am Weihnachtsabend.
D e r l i n, 5. Ott. (DDZ.) Das Reichsarbeitsministerium hat einen eigenen Gesetzentwurf über den Ladenschluß am Weihnachtsabend ausgearbeitet. Danach sollen am Weihnachtsabend die Geschäfte aller Branchen um 5 Ahr schließen. Ausgenommen sind die Tankstellen und der Handel mit Weihnachtsbäumen. Für das Friseur- g e w e r b e soll der Ladenschluß erst um 6 Ahr fein. Den Schluß für Apotheken sollen die obersten Landesbehörden bestimmen. Für G a st- st ä 11 e n soll die Polizeistunde auf 7 Ahr festgesetzt werden. Hier ist eine Ausnahmemöglichkeit für Orte mit starkem Reiseverkehr und für den Verkauf über die Straße vorgesehen.
Oie deutsche Krisis.
Die Rückwirkungen ded Pfundfturzes. Die Bedeutung der aktiven Handelsbilanz.
Paris, 3. Okt. (TU^) Im „Journal" erklärt Saint B r i c e, daß das Weiterbe st chen des Kabinetts Brüning die erste Vorbedingung für die Fortsetzung der deutsch-französischen Annäherungspolitik sei. Diese Tatsache liege auf der Hand, da es außerhalb des Kabinetts Brüning nur „anarchische Möglichkeiten" gebe und da die in Paris und Berlin angebahnte Verständigung in hohem Maße auf dem Vertrauensverhältnis zwischen dem französischen Ministerpräsidenten Laval und dem Reichskanzler Brüning beruhe. Man müsse jedoch feststellen, daß die Regierung Brüning schwere Stunden durchmache, da der Sturz des Pfundkurses die deutsche Finanzkrise noch schwieriger gestalte. Die Bilanz der Reichsbank lege für die Rückwirkungen der englischen Vorgänge auf Deutschland beredtes Zeugnis ab. Die Kredite feien eingefroren und alle Versuche, eine Rückführung der Kapitalien aus dem Auslande zu veranlassen, hätten sich als nutzlos erwiesen. Deutschland halte sich nur noch durch seine Handelsbilanz. Dos einzige Mittel, die Aktivität der Handelsbilanz aufrechtzuerhalten, bestehe in einer Herabsetzung der Produktiv nsko st en, was wiederum eine Herabsetzung der Gehälter und Löhne zur Bedingung habe. Es frage sich nur, ob die Arbeiterschaft und die politischen Parteien zu den nötigen Opfern bereit seien.
Die Auswirkung der Pfundentwertung aus die englische Industrie
London, 4. Okt. (TU.) „Daily Telegraph" bringt eine Zusammenfassung über die Belebung der englischen Industrien nach dem Fallenlassen des Goldstandards in England. Besonders günstig macht sich bisher die Entwertung des Pfundes im Schiffohrtsgeschäft, Kohlenbergbau sowie in der Maschinen-, Woll-, Kunstseide- und Holzindustrie bemerkbar. Die Erwerbslosigkeit ist dadurch z. B. im nordwestlichen Industriebezirk von etwa 21 000 auf 13 900 in den letzten 14 Tagen zurückge- gangen. Im Gebiet von Lancashire hat das Geschäft in der Baumwollindustrie den besten Stand seit drei Jahren erreicht. Sogar chine- fische Bestellungen sind zum erstenmal seit Jahren wieder eingelaufen und besonders zahlreiche Anfragen für Kunstseide und Baumwollwaren liegen aus Deutschland vor. Ein Großhändler erklärte, daß sein Werk sogar in Schweden, wo auch der Goldstandard vorübergehend außer Kraft gefetzt ist, langsam aber sicher die gefürchtete deutsche Konkurrenz verdränge. Die Anzahl der aufgelegten F r a ch t d a m p f e r hat sich in den letzten Wochen von 153 auf 140 verringert. Es liegen Anzeichen dafür vor, daß das Kohlengeschäft nach den Goldstandardländern einen weiteren Aufschwung erfahren wird. Die Frachtsätze nach der Ostsee hatten bereits cineSteigerung von drei Schillingen je Tonne erfahren, sind jedoch in den letzten Tagen wieder etwas zurückgegangen. Die Weißblechfabriken von Südwales haben ihren Betrieb wieder aufgenom- men, womit wiederum ein erhöhter Kohlenbedarf verbunden ist. Beträchtliche Kauforders, besonders aus Südamerika, liegen für Wales- Kohle vor.
Reue schwere Unruhen in Glasgow.
Demonstranten plündern Läden.
London, 4. Okt. (TA.) Die Anruhen, die sich in der Rächt zum Freitag in Glasgow ereigneten, wiederholten sich in der Rächt zum Samstag i n noch ernsterem Ausmaße. Die Anruhen begannen gegen 20.30 Ahr, als verschiedene Tausend Erwerbslose vor dem Gerichtsgebäude einen Demonstrationszug zu bilden versuchten. Immer wieder sammelten sich in allen Teilen der Innenstadt einzelne Gruppen an, tue die Fensterscheiben von Geschäften und Läden einwarsen und die Auslagen plünder-
Oie Gestaltung des Tarifrechts
Lavals Amerikareise
Prinz Jaime von Bourbon, der carli- stische Prätendent auf den spanischen Thron, der noch jünst durch seine Aussöhnung mit dem ehemaligen König AlfonS von sich reden machte, ist in Paris gestorben. Prinz Jaime war ein Sohn des von der svanischen Erbfolge ausgeschlossenen Prinzen Don Carlos.
Der Gesetzgebungsausschuß des Hessischen Landtags verabschiedete das Naturschutzgesetz bis auf die Artikel 21 und 22, die sich mit der R e - klameimLandschaftsbild und der Anbrin- guna und Beibehaltung von Hecken und Gebüsch befassen.
Kleine politische Nachrichten.
Der Herr Reichspräsident gibt folgendes bekannt: Allen denen, die meines Geburtstages durch Glückwünsche und Gaben sowie in der Presse freundlichst gedacht haben und denen ich u n m ö g - lich allen einzeln zu danken vermag, spreche ich auf diesem Wege meinen herzlichen und aufrichtigen Dank aus. Die so zahlreichen Bekundungen treuen Gedenkens haben meinem alten Herzen in dieser ernsten Zeit ganz besonders wohl- getan.
Noch in dieser Woche gemeinsame Konferenz der wirtschaftlichen und gewerk schastlichen Spihenverbande mit der Reichsregierung.
Gerüchte über eine amerikanische Initiative in den Ostfragen werden in Washington dementiert.
Das Reichskabinett trat Samstag wiederum zusammen, um die große Notverordnung weiter zu beraten. Am Dienstag werden die M i - nifterpräsidenten der Länder in einer öffentlichen Reichsratssitzung von dem Inhalt der Notverordnung Kenntnis erhalten. Darauf erfolgt die U n t e r z e i ch n u n g der Verordnung durch den Reichspräsidenten. Am Mittwoch früh wird die Verordnung veröffentlicht werden.
Der Hamburger Senat hat einstimmig beschlossen, in seiner Gesamtheit zurückzutreten und den Präsidenten der Bürgerschaft zu ersuchen, die Vorbereitung für die Wahl eines neuen Senats einleiten zu wollen.
t e n. Auf das Pflaster war mit Kreide die Aufforderung geschrieben, Waffen mitzubringen. Die Polizei versuchte, die Menge »um Auseinandergehen zu bewegen. Dieser Aufforderung wurde jedoch nicht Folge geleistet. Der Platz vor der Polizeihauptwache, wo die Menge am dichtesten war, wurde durch berittene Polizei gesäubert. Auch an anderen Stellen der Stadt mußte wiederholt berittene Polizei die Menge auseinandertrciben. Verschiedentlich wurden die Beamten mit Flaschen, Steinen und ähnlichen Gegenständen beworfen. Zahlreiche Läden, besonders im Osten und im Zentrum der Stadt, wurden geplündert, darunter Duchläden, Schuhläden und Kleiderläden. Auch in einem Restaurant wurde die Einrichtung zerstört.
Lord Reading kommt nach Paris. Der englische Außenminister will sich über die Berliner Reise informieren.
P a r i s, 4. Okt. (TA.) Am Quai d'Orsay wird bestätigt, daß der britische Außenminister Lord Reading am Mittwoch in Paris eintreffen wird. In gut unterrichteten Kreisen erklärt man, Lord Reading habe den Wunsch geäußert, das Ergebnis der deutsch-französischen Besprechungen in Berlin kennenzulernen und sich mit der französischen Regierung auch über andere Fragen zu unterhalten, die in enger Verbindung mit der Reise Lavals nach Washington stehen. Man nennt vor allem die Fragen der Reparationen, der internationalen Schulden, der Abrüstung und der Kredithilfe.
Im Hessischen Landtag beantragen die Abgeordneten Reiber und Eberle (Radikaldemokratische Partei), die Regierung möge alsbald mit dem früheren GroßherzoavonHessen in Verhandlungen über eine Revision des mit ihm abgeschlossenen Abfindungsvertrages zugunsten des hessischen Staates eintreten.
erfolgen wird. Eine Erklärung, die Hoover voraus- sichtlich im Laufe dieser Woche abgeben dürfte, werde sich ausschließlich auf innerpolitische Fragen beziehen. Hoover, der lange Besprechungen über die Finanzlage Lateinamerikas mit mehre- ren seiner Kabinettsmitglieder und dem Ehef des Federal Reserve Board geführt hatte, lud den füh- renden Finanzmann Bernard Baruch zum Frühstück ein. lieber das Wochenende nahm er Julius Barnes und andere Wirtschaftsführer in fein Landhaus am Rapidan-Fluß mit. Nach wie vor kursieren in Washington Gerüchte, daß Hoover einen großzügigen Plan zur Besserung der internationalen Kreditlage erwäge und im Januar eine A r t Koalitionskabinett bilden wolle, dem die Demokraten Baruch und Owen Dr. Poung an- gehören sollen. Eine Bestätigung dieser Vermutungen ließ sich allerdings nicht erlangen.
Abrüstung und Kriegsschulden
Ein angeblicher Kompromitzvorfchlag Hoovers.
Paris, 3. Okt. (ERB. Eigene Meldung.) Der Chefredakteur der Zeitung „La Republique" schreibt:
Wenn ich gut unterrichtet bin, soll Präsident Hoover wünschen, den Ministerpräsidenten Laval für folgenden Kompromiß zu gewinnen: Frankreich, England und Deutschland sollen ihre Will t ä r a u s g a b e n um etwa 25 Prozent herabfetzen. Die Vereinigten Staaten würden im Austausch hierfür in eine fünfzigprozentige Herabsetzung ihrerGläu- bigeransprüche gegenüber den einstigen Alliierten einwilligen. Ratürlich liegt kein präziser Vorschlag vor. Offiziell ist die französische Regierung mit einem derartigen Plane nicht befaßt worden, aber wir würden doch sehr überrascht sein, wollte man behaupten, daß seit zwei Tagen gewisse private Besprechungen es unseren Regierungsmitgliedern nicht ermöglicht hätten, die amerikanische Ansicht über derartige Fragen kennenzulernen.
noch bedrohlicher gestalten wird, als man vorher befürchtet hatte. Es ist anzunehmen, daß die Reichsregierung den Arbeitgebern wie den Arbeitnehmern die Gefahren klarzumachen, versuchen wird, die sich hieraus naturnotwendig für die deutsche Wirtschaft ergeben. In unterrichteten Kreisen hofft man, daß sich niemand dem Ernst dieser Lage verschließen wird und daß Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände in gemeinsamer Arbeit nach Lösungsmöglichkeiten suchen werden. Den Weg dazu denkt man sich offenbar so, daß die Konferenz Ausschüsse für die verschiedenen Probleme einseht und daß diese Ausschüsse bereits in der nächsten Woche an die praktische Arbeit gehen.
Der „Vorwärts" schreibt: Die Gewerkschaften werden wahrscheinlich dieser Einladung Folge leisten, obwohl sie sehr skeptisch sind in bezug auf das praktische Ergebnis derartiger Besprechungen. Solche Besprechungen haben bekanntlich auch im Vorjahre stattgefunden, ohne daß ein praktisches Resultat dabei herauskam. Angesichts des neuesten Programms der Antemeh- merverbände haben sich die Aussichten auf eine Verständigung sichtlich nicht gebessert. Jedenfalls sind die Gewerkschaften entschlossen, die sozialen Grundrechte der Arbeiterschaft unter allen Amständen zu w a h r e n und besonders das kollektive Arbeitsrecht auf keinen Fall antasten zu lassen.
Berlin, 4. Okt. (TA.) Wie Berliner Blätter aus Washington melden, hat im Arbeitszimmer S t i m s o n s eine siebenstündige Besprechung statt- gesunden, an der Senator Morrow, der bei Abrüstungsfragen von der Regierung oft zu Rate gezogen wird, und der Generalsekretär der amerikanischen Abordnung zur Genfer Konferenz, Moffat, teilgenommen haben. Heber den Gegenstand der Beratung will „Baltimore Sun" erfahren haben, daß man in Vorbereitung des Besuches Lavals den Entwurf eines Sicherheitspaktes ausgearbeitet habe. Dieser Plan solle es Frankreich und Polen ermöglichen, ihre Landheere zu verkleinern und einer den deutschen Wünschen entgegenkommenden Regelung der Weichsel- Korridorfrage zuzustimmen, damit im Osten Europas das Gefühl stabiler Verhältnisse hergestellt werde. Das ift in Washington mit starkem Befremden und ungläubigem Kopfschütteln ausgenommen worden. Hoover und Laval, so erklärt man dort, würden als verantwortliche Führer ihrer Rationen, die gegenwärtig die Schlüsselstellung in der Weltlage einnähmen, zweifellos versuchen, eine gemeinsame Grundlage zur Lösung der akuten Probleme (Kriegsschulden, Abrüstung, Goldverteilung und Warenaustausch) zu finden und dabei sicherlich auch den Plan einer umfassenden internationalen Konferenz besprechen. Angesichts Der unbeugsamen Kongreßoppofition gegen jede politische Bindung Amerikas an Europa sei es jedoch Höch st unwahrscheinlich, daß Hoover mit einem Sicherheitspaktvorschlag hervortreten werde, um dagegen französische Zugeständnisse in der Frage der Abrüstung und der Kriegsschulden einzuhandeln.
Das Programm für die französisch-amerikanische Besprechung werde wegen der kurzen Dauer des ^avalbesuches sorgfältig vorbereitet. Es wäre jedoch verfehlt, schon jetzt Vermutungen über praktische Ergebnisse der Besprechungen anzustellen. Es sei auch ni )t zu erwarten, daß eine Kundgebung Hoovers vor Beendigung der Besprechung mit Laval
Berlin, 3. Ott. (ERB.) Dem Clane des Reichskanzlers, die Gewerkschaften und die Anternehmerverbände zu Besprechungen einzuladen, um eine Klärung und eine Verständigung in den strittigen Fragen, besonders des T a r i f r e ch t s , herbeizuführen, soll eine gemeinsame Konferenz von Arbeitgebern und Arbeitnehmern dienen, die bereits Ende der Woche, also noch vor dem Zusammentritt des Reichstages, stattfinden wird. Die Einladungen dürften bereits morgen hinaus- gehen. An der Konferenz werden für bie Regierung beteiligt sein der Reichskanzler, der Reichsfinanzminister, der Rcichsarbeits- und der Reichswirtschaftsminister, kür die Arbeitnehmer die drei Gewerkschaftsrichtungen, also die Freien, die Christlichen und die Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften, für die Arbeitgeber der Reichsverband der Deutschen Industrie und die Vereinigung Deutscher Arbeitgeber- Verbünde.
Bekanntlich hat die Einladung den Zweck, zwischen den beiden großen Faktoren der Wirtschaft ein Aebereinkommen herbeizuführen, das dazu beiträgt, die zu erwartenden außerordentlichen Schwierigkeiten in diesem Winter überwinden zu Helsen. Rach Auffassung gut unterrichteter Kreise hatten schon die letzten beiden Wochen gezeigt, daß die Entwertung des Pfundes die wirtschaftliche Situation von der Ausfuhrseite her
(TU.) Der Besuch Lord Readings in Paris ist nach Auffassung englischer politischer Kreise die logische Folge des Berliner Besuchs Lavals, da sich England im Hinblick auf die Wichtigkeit der Bespre- chungen in Washington über d i e Stimmung in Paris und die möglichen Rückwirkungen auf die Reise Lavals nach Washington unterrichten müsse. Es sei nicht nur höchste Zeit, daß man sich über d i e Zukunft des Stillhalteabkommens klar werde, sondern die Umstände verlangten auch innerhalb der nächsten vier Monate eine gewisse Einigung Frankreichs, Amerikas. Englands und Deutschlands über das Schicksal des Hooverplanes.
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Aus aller Well.
Oer Papst fordert zu einem Kreuzzug der Nächstenliebe auf.
Der Papst hat an alle Erzbischöfe und Bischöfe ein apostolisches Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt, daß der Heilige Vater wegen der Weltwirtschaftskrise sehr betrübt ist, unter der besonders eine Menge unschuldiger Kinder leide. Mit Rücksicht auf den bevorstehenden Winter, der die schlechte Lage der Arbeitslosen noch verschärfen werde, fordert der Papst die Erzbischöfe und Bischöfe auf, einen Feldzug der Nächstenliebe und der Anter st ühung zu organisieren und ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß ihnen materielle und moralische Hilfe zuteil werde, um zu verhindern, daß die wirtschaftliche Rot die Massen zur Verzweiflung treibe. Der Papst fordert die Bischöfe ferner auf, mit allen Mitteln dahin zu toitien, daß d i e gefährliche Rivalität unter den Völkem aufhöre, die ungeheuere Ausgaben für die Rüstungen verursache, wodurch bedeutende Summen der allgemeinenWohl- fahrt entzogen würden.
Verlängerung der Hamburger Herbstferien aus Ersparnisgründen.
Ersparnisgründe zwingen dazu, die Herbstserien für die der Hamburger Oberfchulbehörde unterstellten Staatsschulen bis zum 2 1. Oktober zu verlängern. Die Ferien für die Pflichtberufsschulen werden gleichsfalls bis zu diesem Datum verlängert.
Benzinerplosion beim Kleiderreinigen.
In Dresden ereignete sich eine Benzinexplosion. Beim Waschen mit Benzin halten sich Denzindärnpfe entwickelt, die sich an der Glut des Ofens entzündeten. Eine Frau und ihre Tochter erlitten daher so schwere Brandwunden, daß sie in der folgenden Rächt im Krankenhaus starben. Rach Aussagen von Hausbewohnern war die Explosion so stark, daß sie in ihren Wohnungen zu Boden geschleudert wurden.
Schweres Segelflugzeugunglück.
Auf dem Segelfluggelände in Willenberg bei Marienburg (Westpr.) ereignete sich ein schwerer Flugzeugabsturz. Der Zahntechniker Tesch war mit dem Flugzeugführer Radtke auf seinem doppel- sitzigen Segelflugzeug zu einem Aebungsslug aufgestiegen. Durch eine Böe wurde das Flugzeug gegen den Rogathang gedrückt und ging völlig in Trümmer. Tesch wurde besinnungslos aus den Trümmern hervvrge?wgen und mit schwerer Rückgratverlehung und Arm- brüchen in das Marienburger Diakonissen-Kran- kenhaus eingeliefert. Radtke erlitt nur Fleisch- wunden.
Zwei Schmuggler erschossen.
Am frühen Morgen versuchte bei Effeld an der deutsch-belgischen Grenze ein bekanntes Schmuggelauto über die Grenze zu kommen. Die Zollbeamten hatten den Weg verbarrikadiert. Auf das Haltezeichen und Warnung-- schüsse achteten die Schmuggler nicht. Als die Beamten nun scharf schossen, wurde der Führer des Kraftwagens durch Kopfschuß getötet. Der zweite Insasse konnte verhaftet werden. Er wurde im Schnellverfahren zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. In dem Schmuagelauto fand man u. a. viele Zentner Kaffee und Tabak. Auch in Erkelenz verfolgten Zollbeamten einen Motorradfahrer mit Schmuggelwaren, der trotz aller Warnungszeichen ebenfalls zu entkommen suchte und schließlich vor einem der von den Beamten abgegebenen Schüsse tödlich getroffen wurde.
Die Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Begünstigt durch die Ausläufer des neuen Islandtiefs wird der Hochdruck wieder abgeschwächt und wandert nach den Balkanländern weiter. Während Süddeutschland und unser Gebiet durch stärkere Ausstrahlung Temperoturrückgang bis unter 5 Grad hatten, weisen Norddeutschland und das Küstengebiet Morgentcmperaturen bis zu 13 Grad auf, welche ' durch den Warmlufteinfluß der neuen Störung her- vorgerufen werden. Da die Warmluft weiter südwärts an Raum gewinnt, gelangt auch unser Bezirk mit in den Bereich, und Temperaturanstieg sowohl nachts und auch am Tage sind die Folge. Gleichzeitig wird sich durch das Ausgleiten der Ozeanluft stärkere Bewölkung bilden, wobei auch leichtere Niederschläge auftreten.
Aussichten für Dienstag: Wärmeres und vorwiegend neblichwolkiges Wetter, zeitweise etwas Regen.
Aussichten für Mittwoch: Bewölkt mit Aufheiterung, etwas kühler, vereinzelte Niederschläge.
Lufttemoeraturen am 4. Oktober: mittags 15 Grad Celsius, abends 7,7 Grad: am 5. Oktober: morgen» 5,3 Grad. Maximum 15,5 Grad, Minimum 2,7 Grad.
Sonntag
(?■ 4. O/ttober fgn, &Uhr I
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