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Obst-, Gartenbau- und Iagdausstellung

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ist nur Gutes zu sagen.

Oie Iagdausstellung.

im Bild die Verwendung der deutschen Kavallerie im Weltkriege zu sehen. Den Abschluß des Films bildeten Aufnahmen von der Reiterei in der Reichs­wehr, vom Waffentag der deutschen Kavallerie in Dresden, vom Westdeutschen Kavalleristentag in Gießen, von dem Wirken der ländlichen Reiteroer-

eine und von einem Stafettenritt aus Sachsen durch Thüringen nach der Wartburg. Der Kavallerieoer. ein Gießen, dem man die Bekanntschaft mit diesem sehenswerten Film zu danken hat, hat sich durch die Veranstaltung dieser vaterländischen Gedenkstunde ein besonderes Verdienst erworben.

worden. Die langen Tischreihen mit den großen Ausstellungstellern und den riesigen Aepfeln, die Reihen der Kistenpackungen mit ihrem verlockenden Inhalt, von denen man gegen 400 zählt, die Ver- kaufsnischen des Verkehrs- und des Obst. bauvereins, wie auch die Hessische P f l a n< zenschutzstelle unter Leitung ihres Vorstandes, Herrn Dr. Appel, sind überall in angenehmer Weise von freundlichem Grün der Lorbeerbäume und Topfgewächse unterbrochen. Besonders günstig wirkt die Schmückung der Bühne mit immergrünen Gewächsen und einem Beet blühender Kelchprimel im Vordergründe. Dieser Teil der Ausstellung ist von der Gießener Gärtnervereinigung

wichtigsten Vorschriften der Krisenunterstühung, der Kurzarbeiterunterstühung, der Wohlfahrtser­werbslosenfürsorge, um zum Schlüsse noch einige interessante Betrachtungen über die Voraussetzun­gen und Möglichkeiten des freiwilligen Arbeits­dienstes folgen zu lassen. Der Vortrag, der eine populäre und lehrreiche Darstellung des schwie­rigen Stoffes brachte, wurde von Anfang bis Aum Schluß mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, dem Redner wurde mit lebhaftem Beifall gedankt.

Sn der Aussprache beschäftigte sich der 2. Der» bandsvorsihende, Kaufmann Freund (Mainz), kurz mit Siedlungssragen und mit dem Freiwil­ligen Arbeitsdienst. Er warnte vor zu wett ge­steckten Plänen in der Siedlung, insbesondere vor

feit herrscht, geht vor allem aus der Menge der sauber gepackten Ob st ki st en hervor. Diese beweisen besser als manches andere, daß man ge­lernt hat, nicht nur gutes Obst zu pflanzen und zu pflegen, sondern auch zu ernten und zu verkaufen.

Der große Saal der Liebigshöhe mit seinem Dor- und Buhnenraum zeugt in seiner ganzen Anord­nung von Harmonie und Geschmack. Jede Ueberfüllung, die auf ähnlichen Ausstellungen sich I oft störend bemerkbar macht, ist glücklich vermieden 1

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Am Samstagvormittag wurde die in den Sälen der Liebigshöhe zu Gießen hergerichtete O b ft -, Gartenbau- und Iagdausstellung mit einer schlichten Eröffnungsfeier der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Ausstellung, die auf Ver- anlassung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Gießen von dem Kreis-Obst- und Gartenvauoerein Gießen bzw. von demHubertus" Verein weid­gerechter Jäger in Gießen arrangiert wurde, stellt eine Sehenswürdigkeit von hervorragender Qualität dar. Der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschöne­rungsvereins, Stadtratsmitglied S ch w i e d e r, be­tonte in seiner Eröffnungsansprache das ideelle Ziel der Ausstellung, fördernd auf den heimischen Obst- und Gartenbau einzuwirken, ferner auch die Auf­merksamkeit des Publikums auf den hohen Wert der deutschen Jagd hinzulenken. Um die Ausgestal­tung dieser Schau haben sich in der Obst- und Gartenbauausstellung Obstbauinspektor E n ck l e r und die Gießener Gärtnervereinigung verdient gemacht, die geschmackvolle Herrichtung der Jagdausstellung ist dem Schriftführer desHuber­tus", Studienrat H ö l z e l (Gießen), zu danken. Herr Schmieder dankte alen Mitarbeitern an diesem Werk, ebenso den finanziellen Förderern des ge­meinnützigen Unternehmens in herzlicher Weife und erklärte dann die Ausstellung für eröffnet. Auf einem Rundgang, bei dem die Herren Obstbau­inspektor E n ck l e r, Gärtnereibesitzer Schneider und Studienrat Izel in ihren Gruppen auf- chlußreiche Erläuterungen gaben, konnte man sich von der Reichhaltigkeit und Vortrefflichkeit dieser Schau überzeugen.

Der Besuch der Ausstellung war am Samstog- nachmittag und gestern sehr stark. Die Schau ist noch bis morgen, Dienstag, 18^Uhr, geöffnet. Oie Obst- und Gartenbau-Ausstellung

an die Obst- und Gartenbauausstellung an» Jene Jubiläumsausstellung des ____insHubertus" überrascht durch das Gesamtbild ihres harmonischen Aufbaues ebenso, wie durch die Fülle des Gezeigten. Den Eintretenden grüßt die H i r s ch w a n d, auf der 20 Hirsche durch ihre Wucht auf den Laien ebenso wirken, wie sie dem Jäger Vergleichsmöglichkeiten für das Rotwild aus ganz verschiedenen Teilen Deutschlands geben. Auch das Elch- und das Damwild ist vertreten. Besonders stark mit nahe an 500 Rehkronen ist unser lieblichstes Wild, das Reh, zur Ausstellung gekom­men. Viele interessante Stücke, teils als kapital zu bezeichnen durch die Stärke ihrer Geweihentwick­lung, teils bemerkenswert durch ihre Abnormität, daneben Abschluß-Sammlungen mit bestimmten hegerischen Zielen, alles wirkt zusammen, um ein Bild zu geben, das auch dem verwöhntesten Weid­mann etwas zu bieten vermag. Wenn es bei zukünf­tigen Abschüssen dem Jäger als Ideal vorschwebt, dem er nahezukommen sucht, dann ist für unsere Wildbahn viel gewonnen. Unter den Hörnerträgern bemerkt man Gamswild und Wisent: auch das

Schwarzwild fehlt nicht, und selbst die so selten ge­wordene Wildkatze ist da. Besondere Beachtung ver­dienen die Lehrsammlungen, vorweg die von Ge­heimrat Prof. Dr. Olt überWildkrankheiten", Geweihkrankheiten" undVorgeschichtliche Ge­weihe", die eine solche Fülle von Sehenswertem bie­ten, daß sich deswegen allein der Besuch der Jagd­ausstellung lohnt. Der Wildpfleae, der Jagdtierkunde und dem Naturschutz dienen Modelle von Fütte- rungsanlagen, Eier, und Gebißsammlungen und Stopfpräparate, die Studienrat H ö lz e l zusammen­gestellt hat. Die volkswirtschaftliche Be- deutung der Jagd ist in Tabellen veranschau­licht. Die Firmen H e n s o l d t und L e i tz führen ihre für den Jäger wichtigen optischen Erzeugnisse vor. Schließlich ist im gleichen Raume auch noch eine Ausstellung von Nisthöhlen und Winterfutterappa- raten für unsere Singvögel untergebracht.

knegsopser-TaMg bei Hassia in Oberhesien

Eigener Bericht desGießener Anzeigers".

** Reichsbahnpersonalien. Der Vor­stand des Reichsbahn-Betriebsamts Gießen 2, Reichs- bahnrat E n ß l i n , ist nach Hanau als Vorstand des dortigen Reichsbahn-Betriebsamts, der Vorstand des Reichsbahn-Betriebsamts Mayen, Reichsbahnrat Hallstein, ist nach Gießen als Vorstand des Reichsbahn-Betriebsamts Gießen 2 versetzt worden. Zugführer Eberhard Port zu Steinbach konnte am 1. Oktober auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken.

Fahrplanänderung bei der Reichsbahn. Der aus der Strecke Lang-Göns Dießen bisher verkehrende Arbeiterzug (Lang- Göns ab 4.59, Gießen an 5.14 Uhr), der nach dem Winterfahrplan 1931/32 aussallen sollte, wird versuchsweise vom 5. Oktober an werktags weiter verkehren.

** R e i t e r f i l rnA u f g e s e s s e n". Der gestern vormittag im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, vor stark besetztem Hause gezeigte ReiterfilmAufge- feffen" brachte in fesselnder Bildfolge eine inter­essante Schilderung b-'r Geschichte der deutschen Reiterei. Die Vorführung wurde mit einer Reihe von Bildern aus der Geschichte des Pferdes, die mit Aufnahmen von westfälischen Pferdeherden abschloß, eingeleitet. Hierauf sah man in dem Reiterfilm Aufgesessen" zunächst Ausschnitte aus der Ent­stehung der preußischen Kavallerie in der Zeit Fried­richs des Großen, anschließend folgten Bilder aus der Geschichte der preußischen Reiterei in der Zeit der Befreiungskriege. Von dem Bildstreifen sind weiterhin heroorzuheben die kavalleristischen Erinne­rungen an die Kämpfe des Krieges 1870/71, bei denen die Verwendung der deutschen Reiterei ein- drucksvoll vor Augen geführt wurde. Es folgten dann Bilder aus der Friedensausbildung der Ka- vallerie, wobei man Felddienst, Manöver, Paraden usw. in Augenschein nehmen konnte, um hieraus

Der Ausstellung, unter der Leitung von Obstbau- Inspektor E n k l e r - Gießen, steht der große Reich­tum an schönem Obst zur Verfügung, wie er nur alle 5 bis 10 Jahre einmal oorkommt. Es wäre leichter gewesen, große Mengen von gut ausgebil­detem Obst aus den Ortschaften des Kreises, wie auch aus den Gärten der Stadt zusammenzubringen, als eine Auswahl zu treffen, die den ernsten Forderun­gen der Zeit nach rücksichtsloser Sorten­beschränkung und Bevorzugung des Besten unter dem Guten entspricht. Daß dies ge­schehen ist, kommt im ganzen Charakter der Aus- stellung zum Ausdruck. Mancher Besucher wird seine Lieblings-Apfelsorten, die Birnen und anderes Obst, wie auch die üblichen Obfterzeugnisse und Hilfsmittel zur Obstoerwertung vergeblich suchen. Nur Aep- f e l gibt es, und diese nur in ganz wenigen Sor­ten. Das Sortiment besteht nur aus Boskoop, Blen­heim, Gelber Edelapfel, Harberts Renette, Gold­parmäne, Kaiser Wilhelm und Landsberger Renette, wozu noch als Wirtschaftssorten Jakob Lebel, Ge­flammter Kardinal, Boiken- und Herrenapfel treten. Das ist der Zahl nach nicht viel, aber immer noch so reichlich, daß von einer Einförmigkeit in der Aus- wähl, oder in der Aufstellung keine Rede fein kann. " " ' setz der Zweckmäßig-

r allem aus der Menge der

freie Unterlagen zu beschaffen, da Aur Wahrung des Ansehens des Verbandes bei Den Behörden nur berechtigte Anträge bearbeitet werden können.

Der Vorsitzende des Arbeitsamtes Gießen, Re­gierungsrat Dr. B u e s, hielt nunmehr einen auf­schlußreichen und fesselnden Vortrag über

die Arbeitslosenversicherung.

Er schilderte zunächst den organisatorischen Auf­bau der Arbeitslosenversicherung und gab dabei u. a. auch manchen wertvollen Einblick in das Wirken der Arbeitslosenversicherung in Ober­hessen. 11. a. teilte er mit, daß der Spruchaus­schuß im letzten Jahre in 141 Sitzungen 5146 Fälle zu entscheiden hatte und daß im verflossenen Jahre mehr als 12 000 Mk. Ordnungsstrafen gegen solche Arbeitslose verhängt wurden, die bei der Geltendmachung ihrer Ansprüche der Wahrheit Gewalt angetan hatten. Der Redner bemerkte bei der Besprechung der Arbeitsvermittlungstätig­keit des Arbeitsamtes, daß im letzten Jahre 13 339 Personen in Arbeitsstellen und über 3000 Leute im vorigen Winter zum Holzschlagen ver­mittelt werden konnten. In eingehender Weise machte der Vortragende seine Zuhörer weiter mit den Vorschriften für die Arbeitsvermittlung und die Berufsberatung bekannt, die selbstverständ­lich völlig unparteiisch vorgenommen werden, fer­ner besprach er erschöpfend die Unterstühungs- grundsätze, die Einzelheiten der Dersicherungs- bestimmungen und die Geldaufwendungen der Reichsanstalt. In der gleichen instruktiven Weise wurden die für die Kriegsopfer in Betracht kom­menden Bestimmungen erläutert, weiter Auf­schluß über die Meldefristen, Hnterstühungsan- sprüche, Erleichterungen für gewisse Versorgungs-

* R i d d a, 4. Ott. Der Provinzialverband Oberhessen des Verbandes der Kriegs­beschädigten und Kriegerhinterblie­benen der Kriegerkameradschaft Hassia hielt heute hier i.n Gambrinus-Saale seine diesjährige Provinzialtagung ab, die einen sehr guten Besuch aufzuweifen hatte.

Der Leiter Der Provinzialgeschäftsstelle Ober- Hessen, Herr B o n h a r d , Gießen, leitete die Ta­gung mit herzlichen Begrüßungsworten, insbeson­dere auch an eine Anzahl Ehrengäste, ein und wies bann auf die eifrige Arbeit des Hassia-Prä- sidiums, der Dezirksobmänner und der Bezirks- Vorsteher zum Ruhen der Kriegsopfer hin. Er dankte weiter den Behörden für ihr verständ­nisvolles Eingehen auf die Wünsche und An­träge des Verbandes im Interesse der Kriegs­opfer und erinnerte sodann an die Kameraden, die auf ben Schlachtfeldern ihr Leben für Volk und Vaterland geopfert haben. Das Andenken an die gefallenen Helden wurde von der Ver­sammlung in geziemender Weise geehrt.

Hierauf übermittelte Bürgermeister Rull- mann, Ridda, der Tagung die herzlichen Grüße und besten Wünsche der Stadt Ridda, Bezirksvor­steher Seum, Ridda, sprach in gleicher Weise für ben Hassia-Vezirk Ölibba, ebenso ber Vor­sitzende des Kriegervereins Ridda, Herr Helf- ferich.

Anschließend erstattete der Drovinzialgeschäfts- führer B o n h a r b, Gießen, ben

Jahresbericht.

Aus ben Darlegungen ist folgendes für die brettere -Oeffentlichkeit von Interesse: Von ber Geschäftsstelle Oberhessen würben in der Zeit vom 1. September 1930 bis 31. August 1931 durch 216 erfolgreiche Vertretungen 50 544 Mark an Rachzahlungen für die In ber Hassia vereinigten Kriegsopfer erstritten. Von 540 Terminen waren 154 erfolgreich. Es würben 479 Berufungen ein­gelegt, ferner 131 Rekurse verfolgt. Sn der Auf­klärungsarbeit wurden von Herrn Donhard 41 Vorträge gehalten, an 61 Sprechtagen 858 Kameraden beraten, ferner 12 168 BriesauSgänge und 583 Aktenzugänge (jetziger Aktenbestand rund 2700) bearbeitet. Die Zunahme an Kriegsbe­schädigten und Kriegerhinterbliebenen bei der Hassia in Oberhessen belief sich im Berichtsjahre auf 1089, der jetzige Gesamtbestand beziffert sich auf 6412. Den Obmännern und Mitgliedern wurde dringend empfohlen, für die Verfechtung von Kriegsopfer-Angelegenheiten stets nur einwand-

Aus Der provinzialhauptstavt. I

Gießen, den 5. Oktober 1931.

Laßt uns kämpfen, ohne zu Haffen.

Ist es euch Eltern nicht manchmal angst und bange, wenn ihr eure Kinder so frühzeitig in den Haß gegen Andersdenkende hineinwachsen seht? Ihr wißt, daß das Leben Kampf ist, ihr möchtet eure Kinder norbereiten und reif machen für diesen Lebenskampf, aber bleibt es nicht trotzdem euer sehnlichster Wunsch, sie auch das Verstehen des an- deren zu lehren, sie aufzuziehen in der Festigkeit der eigenen, aber auch in der Achtung vor der fremden Meinung, ihnen auch dafür die Sinne zu offnen daß der Andersdenkende nicht gleich der Schlechte zu sein braucht, der Feind, mit dem keine Gemeinschaft möglich ist, daß vielmehr auch er ein Kämpfer ist und Bruder, der nach Wahrheit sucht und mit dem Leben ringt? Aber was ist Lehre ohne Beispiel, was find Worte ohne Tat?

Und dabei geht ein großer Teil unserer Jugend schon lange diesen Weg der Tat. Habt ihr sie noch nie auf diesem Weg gesehen? Habt ihr zum Bei­spiel noch nie der Einweihung einer Jugendherberge beigewohnt? Habt ihr noch nie davon gehört, daß sich Jugend aus den verschiedensten Lagern irgendwo in einer Jugendherberge auf Tage oder Wochen zu einer Gemeinschaft der Arbeit und der Freude zu­sammenfindet, bann hättet ihr erlebt, wie das ist, draußen im Leben Kämpfer sein für das eine und andere, das weltanschaulich Gegensätzlichste viel­leicht, und sich doch hier zusammenschliehen und zu- Zusammenwirken und werben für das Gemeinsame und Gemeinschaftliche. Diese Jugend hat nämlich er­kannt, daß cs etwas Gemeinsames für sie gibt: die Lebensfreude und das Jungsein. Und für dieses Ge­meinsame steht sie geschlossen zusammen, um es zu pflegen und um es gleichzeitig zu verteidigen.

Das Grunderlebnis für sie alle aber ist das Wan­dern. Dort darußen sich begegnen in ber Weite der - Natur, in der Ungebundenheit, die keine Konvention und keine Schichtung der Gesellschaft kennt, die nur den frohen Menjchen, den zuverlässigen Kameraden sucht, die das Erleben und die Freude austauscht aus übervollem Herzen, das ist die Welt, in der sich die Jugend schneller als irgendwo sonst heimisch fühlt, das ist die Welt, in ber sie sich selbst am treuesten ist. Woher? Wohin? So, da waren wir ja auch! Ei, da wollen wir morgen hin! Mehr braucht es kaum, um sie alle, die sich da begegnen, auf ben gleichen Boden zu stellen. Und wenn sie dann ein Stück zusammen ziehen, wenn sie zum Abend ge­meinsam in der gleichen Jugendherberge einkehren, bann ist es von ihnen abgefallen wie ein lästiger Zwang, das Mißtrauen nämlich, bas feindselige Beobachten, dann sitzen sie einander gegenüber, bann fingen und spielen sie zusammen, nichts anberes, sie alle als nur junge Menschen, die hinausgezoaen sind, um zu schauen, zu erleben, sich zu freuen. Und wenn sie an den Kampf denken, den sie daheim ihr Leben, ihre Anschauung, ihre Klasse zu führen zwingt, bann wissen sie, daß auch in ben anberen, ben Gegnern von daheim, ein Herz schlägt, das ge­nau die gleiche Freude sucht wie das ihre.

Glaubt ihr nicht auch, ihr Eltern, daß dies ein Weg ist, der den bedingungslosen Haß in den Her­zen der jungen Menschen töten, ber sie bas Ver­stehen auch ber anberen lehren wird? Und fühlt ihr in euch nicht die Verpflichtung, eure Kinder auf diesem Wege zu stützen, wenn ihr seht, daß sie ihn freudig gehen wollen? Der Haß ist eine Pflanze, die üppig wuchert wie erstickendes Unkraut, Liebe aber und Verstehen, die wollen sorgsam gepflegt und behütet sein. Und ihr seid zu Pflegern und Hütern bestellt!

Nicht auf den Kampf wollen wir verzichten, wohl aber auf den Haß!

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Liebigs­höhe: Obst-, Gartenbau- und Iagdausstellung, 9 bis 18 Uhr. Dbenroälber Heimatoereinigung, 20 Uhr, Hotel Köhler, DlonatsDerfammlung. Gießener Freiwillige Feuerwehr, 20 Uhr, Monatsverfamm- lung bei Buchberger, Riegelpfad. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:1000 deutsche Worte" undDer Boxkampf um die Weltmeisterschaft".

Aus bem Stadttheater-Bureau wirb uns geschrieben: Das LustspielSturm im Wasserglas". Bruno Franks Komödie, erlebt am Dienstag, 6. Oktober, unter ber Spiel­leitung von Heinrich Hub seine Gießener Erst­aufführung als erste Vorstellung im Dienstag­abonnement. Mittwoch, 7. Oktober, erste Vor­stellung des Mittwochabonnements mit ber Wie- derholung bes historischen SchauspielsElisabeth von Englanb" von Ferdinand Bruckner. Spiel­leitung: Intendant Dr.P rasch. Beginn 19.15 Uhr: Enbe 22 Uhr. DasZeittheater" kommt in dieser Spielzeit erstmalig mit ber Auffüh­rung bes SchauspielsVoruntersuchung" von Alsberg und Hesse au Wort. Die Spielleitung biesesZeitstückes", bas am Freitag, 9. Oktober, erstmalig zur Ausführung gelangt, hat Karl H e h s e r.

unter Vorsitz von Herrn Rudolf Schneider aus­geführt worden und gefällt allgemein sehr. Beson­ders lehrreich ist auch die Ausstellung der bereits erwähnten Hessischen Pflanzenschutzstelle in bezug auf Schädlingskunde und Bekämp­fung s m i 11 e 1. Jeder Obstbaumbesitzer und Gar­tenfreund findet hier eine fast unübersehbare Fülle von Anschauungsmaterial. Für die Jugend ist dieser Teil ber Ausstellung besonders wichtig. Zu erwähnen sind noch die Gartenpläne des Gartenarchitekten Schwarz, die links von der Bühne Aufstellung gefunden haben. Begibt man sich auf die Terrasse, o fällt ein reizendes Steingärtchen auf, das eben« alls Gartenarchitekt Schwarz geschaffen hat. die außerdem hier ausgestellten Baumschul-

ber Siedlung ohne Eigenkapital. Hinsichtlich beS Freiwilligen Arbeitsbienstes machte er ebenfalls gewisse Vorbehalte geltenb, namentlich zum Schuhe bes Hanbwerks, im übrigen forderte er unbedingte Gemeinnützigkeit der Arbeitsprojekte beim Freiwilligen Arbeitsdienst und die völlige Freiwilligkeit der Arbeit. Er deutete schließlich noch an, daß in nächster Zeit in Oberhessen ein olches Werk vielleicht in Gang kommen werde.

Der 3. Verbandsvorsitzende und Leiter der Hauptgeschäftsstelle Darmstadt, Herr K römmel- b e i n (Darmstadt), hielt hierauf einen Vortrag über

den neuesten Stand der Versorgung nach dem Reichsversorgungsgeseh.

Er erläuterte in anschaulicher Weise die zahl­reichen Aenderungen auf dem Gebiete des Ver- orgungswesens und stellte dabei fest, daß durch diese Reuerungen weitgehend c.V e r s ch l e ch- terungen in der Versorgung der Kriegsopfer herbeigeführt worden seien. Wenn man auch Verständnis für die schwierige Lage des Reiches habe, so könne man aber doch nicht begreifen, daß die Versorgung der Kriegs­beschädigten und Kriegerhinterbliebenen in so empfindlicher Weise gedrosselt werde, wie es durch die neue Rotverordnung geschehen sei. Der Verband und seine Spihenorganisationen seien eifrig bemüht, gegen die Beseitigung des Un­rechts anzukämpfen, jedoch sei es notwendig, Daß -alle Kriegsbeschädigten sich in geschlossener Front hinter diese Tätigkeit der Verbände stellen. Zum Schlüsse gab der Redner in eingehender Schilde­rung die Forderungen der Verbände bekannt, die er mit der Ermahnung abschlotz: G e b t D r o t und Arbeit, dann erst Reparationen! Der lebhafte Beifall der Versammlung unter­strich diese Darlegung energisch.

Den nächsten Vortrag hielt der Provinzial­geschäftsführer B o n h a r d (Gießen) über

Unfall- und Invalidenrente.

Der Redner gab eine aufschlußreiche Uebersicht über die wichtigsten Bestimmungen dieses Gesetzes, denen mehr als bisher die Aufmerksamkeit auch in Kriegsbeschädigtenkreisen zugewandt werden müsse.

Eine Protestkundgebung

gegen die Reubelastungen der Kriegsopfer in der jüngsten Zeit fand einstimmige Annahme. Rach dieser Entschließung soll die Verbandsleitung auf die Spihenorganisation energisch einwirken, daß durch Proteste und Eingaben bei der Reichsregie­rung die schlimmsten Härten der Rot­verordnung baldigst gemildert und neue Opfer auf wirtschaftlichem Gebiete in. der jetzigen Rotzeit den Kriegsbeschädigten und Krie­gerhinterbliebenen nicht mehr aufgebürdet werden.

Weiter fanden zwei Entschließungen Annahme, -die sich auf das interne Verbandsleben beziehen. Schließlich beschäftigte man sich noch mit der Frage einer Sterbegeldversicherung im Rahmen des Verbandes, über die auch ein Vor­trag des Herrn Lüchow Auskunft gab. Diese Angelegenheit kam noch nicht zum Abschluß, sie soll vielmehr erst noch die Landestagung im Ro- vember beschäftigen.

Drei Tote bei einem Autounglück.

Dillenburg. 4.Oft (WSR.) 3n Allen- dorf bei Haiger hat sich am Samstag in den späten Abendstunden ein folgenschwerer Verkehrsunfall zugetragen. Der Chauffeur eines vom Allendorfer Berg aus Rich­tung Betzdorf kommenden Zweitonnen-Liefer- wagens verlor die Herrschaft über das Fahrzeug und fuhr in rasender Fahrt bergab. Inmitten der Ortschaft, an einer dort noch in starkem Gefälle liegenden scharfen 8-Kurve zer­schellte der Lastwagen an einer Garten­mauer. Der 23 Jahre alte ledige Chauffeur Walter Laser aus Dortmund war auf der Stelle t o t. Der verheiratete 39 Jahre alte Bei­fahrer Max Wolf aus Dortmund starb toenige Minuten nach seiner Verbringung in ein Wohn­haus, wo ihm Hilfe zuteil werden sollte. Der 38jährige verheiratete Beifahrer Alfred Rapp, ebenfalls aus Dortmund, starb kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus in Haiger. Alle drei hatten Schädel- und Knochenbrüche, sowie schwere innere Verletzungen davongetragen.

Das Fahrzeug kam ohne Fracht von Dortmund und sollte in Butzbach bei einer dortigen Vieß- Großhandlung einen Diehtransport abholen. Die Staatsanwaltschaft in Limburg war am Sonntag­mittag zur Unfallstelle gekommen, um die älrsache des Unglücks zu klären. Der Unfall ist vermutlich dadurch entstanden, daß der Chauffeur bei der Einfahrt in das sehr starke Gefälle des Allen- dorfer Berges einen anderen Gang einschalten wollte, wobei aber wegen des bereits in sehr rasche Fahrt gekommenen Wagens eine Stö­rung im Kuppelungsgetriebe eintrat Dadurch kam das Fahrzeug in immer schnellere Fahrt, und die Versuche, mittels Handbremse die große Gefahr abzuwenden, schlugen fehl, weil das Gefälle der Bergstraße zu stark ist.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Die Ruhrkohle nimmt nicht nur durch ihre Färber» menge, sondern vor allem auch durch ihren von keiner europäischen Kohle übertroffenen Heizwert und durch den Umstand, daß im Ruhrgebiet alle Steinkohlenarten von den langflammigen ©asflamnv kohlen bis zum Anthrazit gewonnen werden, bei weitem die erste Stelle innerhalb der Brennstoff­erzeugung Deutschlands ein. Die überlegene Heiz­kraft erlaubt mit einer entsprechend geringeren Menge bei ausgiebiger Wärmeleistung auszu­kommen und die Möglichkeit, durch passende Aus­wahl unter ben verschiebenen Ruhrkohlenarten für bie vorhanbenen Oefen unb sonstigen Verhältnisse einen befonbers angepaßten Brennstoff zu verfeuern, steigert weiterhin wirkungsvoll bie Wirtschaftlichkeit ber Heizung bei Verfeuerung von Ruhrkohlen. Man beachte bas ber heutigen Ausgabe bes Gießener An­zeigers beiliegenbe Werbeblatt bes Rheinisch-West­fälischen Kohlensynbikats. 5865D

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