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Heute vormittag eine ganze Anzahl Exemplare im Flugzeug direkt nach Genf ge­bracht. Der zweite Teil des Gutachtens ist heute nachmittag ebenfalls in einer gröberen Anzahl Exemplaren mit dem fahrplanmäßigen Zuge in Begleitung eines Kuriers des Gerichts­hofes über Paris nach Genf abgegangen.

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Die Kirchen fordern Abrüstung.

London. 4. Sept. (WTD.) Der Kongreß des Weltbundes für internationale Freundschaftsarbeit der Kirchennahm auf seiner Schlußsitzung in Cambridge einstimmig eine Entschließung an. die an die christlichen Kirchen aller Länder den Auf richtet, sie möchten den Re­gierungen ihrer Länder ihre Bereitschaft zur akti­ven Mitarbeit in der Frage der Herabmin­derung der R ü stungen auf den niedrigsten Stand erklären. Die Entschließung erklärt, daß es Pflicht aller Kirchen ist, ihren ganzen Ein­fluß auf die Weltabrüstungskonferenz auszu­üben. damit die dort verhandelnden Dertreter der Bölker wissen, daß die religiösen und sitt­lichen Kräfte der Welt ein internationales lieber* einkommen in folgenden Punkten wünschen:

1. daß eine wesentliche Verminderung der Rü­stungen aller Art erreicht werde, 2. daß ein Maß­stab für die Rüstungen der, Völker aufgest-rllt wird, der gerecht und billig ist und in Einklang damit steht, daß die Völker den Krieg geächtet haben. 3. daß Sicherheit für alle Völker gegen einen Angriff geschaffen werde.

Zur Revision der Friedensverträge unterbreitete die österreichische Delegation einen Antrag. Er schildert die gegenwärtige Lage in Oesterreich und fordert positive und radikale Maßnahmen wirtschaftlicher und politischer Art zur Behebung dieser Zustände. Zum Präsi­denten des Weltbundes für internationale Freundschaftsarbeit der Kirchen wurde Lord D i ck i n g s o n . Mitglied des englischen Ober­hauses. gewählt. Als einer der Vizepräsidenten ist der Erzbischof von Canterbury gewählt worden.

Amerikas Golbrekord.

Fast die Halste des Goldvorrats der Welt in USA. aufgespeichert.

Washington, 5. Sept. (WTB.) Die heutige Feststellung, daß Amerikas Goldvorrat gestern mit 5 Milliarden Dollar eine Rekord­höhe erreicht habe und hier nunmehr fast die Hälfte des etwa 11 Milliarden betragenden Goldvorrates der Welt aufgespeichert sei, wurde vom Weißen Hause dahin kommentiert, daß Amerika das Gold weder selb st importiere, noch es zu hamstern beabsichtige, lieber 2 Mil­liarden davon entstammten der Flucht aus an­deren Währungen. Mangelndes Vertrauen in die eigenen Länder habe viele Personen und Fir­men im Ausland bedauerlicherweise dazu veranlaßt, ihr Geld in Amerika zu deponieren. Amerika leide nicht darunter, aber es sei auch nicht für diesen Zustand verantwortlich zu machen, der nur dadurch geändert werden könne, daß das Vertrauen der Ausländer in die Stabilität ihrer Länder zurück­kehre.

Sparmaßnahmen in Hessen.

Vor Erlaß einer Sparnotverordnung.

D a r m st a d t, 4. Sept. (ID571.) Das hessische Gesamlministerium hat zur Verminderung des Fehl­betrages, der durchden Ausfallan Reichs­und Landes ft euetn entsteht, angeordnet, daß zunächst sachliche Ausgaben nur geleistet werden dürfen, soweit sie aus gesetzlichen oder sachlichen Gründen unbedingt zwingend sind. Alle irgendwie vermeidbaren sachlichen Ausgaben im Staatshaushalt müssen voll­ständig unterbleiben. Die Beratungen über s o n st i g e Einsparungen, insbesondere über die Verminderung der persönlichen Aus­gaben, sind in vollem Gange. Wie in politischen Kreisen verlautet, ist mit dem Erlaß der hessischen Notverordnung spätestens im Laufe der nächsten Woche zu rechnen.

Naturalleistungen für die Arbeitslosen. Vorbereitende Besprechungen.

Berlin, 4. Sept. (TU. Funkspruch.) Amtlich. Im Reichsernährungsministerium und im Reichs- arbeitsministerium fanden Besprechungen zwischen den beteiligten Ressorts und den kommunalen Spitzenverbänden darüber statt, in welchem Um- ange im kommenden Winter Arbeitslosen und an- raren Unterstützungsempfängern N a t u r a l l e i - tungen an Stelle von Geldleistungen gewährt werden könnten. Die Ressorts werden sich nun mit den beteiligten Wirtschaftskreisen in Ver­bindung setzen. Dann wird die Aussprache fortge­setzt. Im Reichsernährungsministerium ist man der Auffassung, daß es angesichts der bevorstehenden weiteren Steigerung der Arbeitslosigkeit und ange­sichts der aufs äußerste angespannten Lage der öffentlichen Finanzen neben der allgemeinen Ernäh- rungspolitik das besondere Ziel sein müsse, Vor­sorge für d i e ausreichende und ver- billigte Ernährung der Arbeitslosen zu treffen. Zu dem Zwecke müßten alle betei­ligten Wirtschastskreise die Landwirt­schaft, die Lebensmittelindustrien, der Zwischen- und Einzelhandel gemeinsame Opfer bringen. Die Bemühungen des Reichsernährungsministeriums gingen dahin, die notwendigen Vorbereitungen für die Maßnahmen der Reichsregierung vom ernah- rungswirtschaftlichen Standpunkte aus zu leisten.

Eine Million Mark Michsgelder für den freiwilligen Arbeitsdienst.

Berlin, 4. Sept. (TU.) Für die Zwecke des freiwilligen Arbeitsdienstes find vom Reich ins­gesamt eine Million Mark zur Ver­fügung ge ft eilt worden. Diese Summe ist ausschließlich als Zuschuß gedacht für die- jemgen Jugendlichen, die keine Er- werbslosenunterstützung beziehen, weil sie noch unter der betreffenden Altersgrenze liegen. Eine besondere Organisation ist von Reichs wegen nicht aufgezogen worden. Die eine Million wird vom Reich an die Landesarbeits- ä m ter gezahlt, die ihrerseits wieder die Zu­schüsse an die Jugendlichen leisten, die im Rahmen des Arbeitsdienstes beschäftigt werden.

Oie sofortige Einberufung des Reichstags erneut abgelehnt. Scharfe Angriffe der Oeuischnaiionalen gegen Curiius.

Berlin 4. Sept. (VDZ.) Der A e 11 e ft e n - rat des Reichstags hielt am Freitagnachmit- tag eine Sitzung ab, um über den kommunistischen Antrag auf R e i ch s t a g s e i n b e r u f u n g zu entscheiden. Für den Antrag traten mit den Kommunisten nur die Deutschnationalen und die Nationalsozialisten ein. Präsident Löbe stellte fest, daß der Antrag damit nicht genügend un- t e r ft ü tz t und die Reichstagseinberufung a b ge­lehnt ist. An der Sitzung nahmen die Vertreter aller Fraktionen mit Ausnahme des Landvolks teil. Für die Deutschnationalen war Abg.^Berndt, für die Nationalsozialisten Dr. Löpelmann erschienen. Qas Landvolk hatte an den Präsidenten Löbe einen Brief gerichtet, in dem es auf die" Teilnahme an der Sitzung verzichtet, weil es zwecklos sei, perio­disch auf Antrag irgendeiner Partei, die rein partei­politische Ziele verfolge, ergebnislose Verhandlungen zu führen. Zunächst begründete Abg. Tor gier bcp kommunistischen Antrag auf Reichstagsänbe- rufung. Er forderte die Aufhebung der Notverord­nungen der letzten Monate und eine Aussprache über die Innen- und Außenpolitik.

Abg. Berndt (Dnt.) schloß sich dem Antrag der Kommunisten an. 6s müsse, so erklärte er, endlich Stellung genommen werden zu dem An­wesen, das mit den Notverordnungen getrieben werde. Die letzte Notverordnung beweise, daß wir in anarchischen Zuständen leben. Außerdem machten die auhenpolitischenGescheh. nisse, namentlich der letzten Tage, eine Aus- spräche im Reichstag geradezu vom Ehrenstand­punkt der Nation zur Pflicht, hierzu gehöre besonders der Ausgang der deutsch- österreichischen Zollunionsfrage, die bei geschickter und energischer Vertretung vielleicht zum Ausgangspunkt des Wiederauf­

stiegs hätte werden können. Für diesen Aus­gang treffe in erster Linie den Reichsauhen- minister Dr. L u r t i u s die Verantwortung. Darüber hinaus sei das ganze Kabinett verantwortlich und müsse daher zurücktre- t e n. Angesichts der offen feindseligen Haltung Frankreichs sei es auch ganz unvorstellbar, daß der Besuch der französischen Mi­nister verwirklicht werde. Der Redner oer­lang te von der Reichsregierung, daß sie Mittel und Wege finde, um diesen Besuch rück­gängig zu machen.

Staatssekretär Dr. Pünder gab die Erklärung ab, daß die Reichsregierung nach wie vor Wert darauf lege, daß es bei dem alten Termin für die Reichstagseinberufung bleibe und daß auch die Reichsregierung an dem Termin des 13. Oktober fest zuhalten gedenke.

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DieDeutsche Allgemeine Zeitung" S die Erklärung des Abgeordneten Berndt im ftenrat des Reichstags auf. Das Blatt glaubt, daß angesichts der Vorgänge in Genf diese Aeuße- runa in allen Kreisen des deutschen Volkes geteilt werde. Es fei unerträglich, wenn in einem Augen­blick, in dem Frankreich durch brutal politischen und finanziellen Druck die Zollunion zum Scheitern ge­bracht habe und damit die deutsch-franzö- fischen Beziehungen auf die schwer st e Belastungsprobe ge ft eilt würden, fran­zösische Staatsmänner nach Berlin kommen wollten. Man müsse sogar vermuten, daß die Franzosen bei ihrem Vorgehen in Genf selbst die Nebenabsicht ver- folgt hätten, den beabsichtigten Besuch in Berlin zumScheiternzu bringen. Praktische Ergebnisse seien ohnedies von ihrem Besuch nicht zu erwarten.

Oie Aufhebung der Mandate.

Aussprache im MtterbundSrai.

© e n f, 4. Sept. (TU.) 3n der heutigen Sitzung des Dölkerbundsrates entspann sich eine große politische Aussprache über die Frage der Auf­hebung der Mandate. Der der Verhand­lung zugrunde liegende Bericht des Mandatsaus­schusses erklärt als Voraussetzung der Aufhebung, daß das in den Mandatsgebieten lebende Volk fähig sein müsse, seine Angelegenheiten selb­ständig zu führen und die notwendigen Garan­tien für die Aufrechterhaltung des territorialen Gebietes zu geben.

G r a ndi unternahm einen scharfen Vorstoß ge­gen die von der englischen und der französischen Regierung eingeschlagenen Methoden, mit den Regierungen der Mandatsgebiete noch vor der Aufhebung des Mandats militärpoli­tische und wirtschaftspolitische A l- lianzverträge a^uschliehen, die die durch die Aufhebung oes Mandats gewährte Unab­hängigkeit dieser Gebiete wesentlich e i n s ch r ä n - ken und sogar illusorisch machen. Grandi unter­strich, daß das Mandatssystem des Völkerbundes nur einen vorübergehenden Charakter trage und keinerlei dauerhafte, für die Zukunft bindende Abmachungen zwischen den Mandats­regierungen und den Mandatsgebieten zulasse.

Der Vertreter von Südafrika verlangte da­gegen, daß grundsätzlich nur die sogenann- ten -^-Mandate (3raf, Syrien, Libanon,Pa­lästina) für die Aufhebung des Mandats in Frage kommen könnten, nicht dagegen die übrigen Mandatsgebiete (Südafrika). Der irische Außen­minister verlangte, daß bei der Freigabe eines Mandats der Schutz der rassenmähigen und der Religionsminderheit in den Mandatsgebieten für die Zukunft gewährleistet werde.

Dr. Cur tius erklärte, daß die deutsche Re­gierung den in dem Bericht des Mandatsaus­schusses festgesetzten Regelungen für die Beendi­gung des Mandatssystems ihre Zustimmung er­teile. Der Grundsatz der offenen Tür und der Gleichberechtigung müsse bei der Aufhebung unbedingt gewahrt sein. Vom be­sonderen deutschen Standpunkt aus halte er es auch für notwendig, daß Garantien für den Schuh der Minderheiten in den M an * datsgebieten vor der Aufhebung geschaffen würden. Seiner Meinung nach dürften aber die allgemeinen Regeln nicht so eng gefaßt

werden, daß sie zu einem unüberwindlichen Hin­dernis für die Delbständigwerdung der Man­datsstaaten werden. Die Selbständigkeitsmahstäbe und Grundsätze bezüglich der Integrität und Unabhängigkeit nach außen dürften fleinen abso­luten Charakter haben, sondern müßten sich den einzelnen Fällen anpassen. Was den Irak an­gehe sei er überzeugt, daß alle Beteiligten mit den erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen vorge­gangen seien.

In der abschließenden Aussprache erklärte Lord Robert Cecil, daß der Bericht des Mandats­ausschusses keinerlei unabwendbare Regelung für die Aushebung der Mandate festsehe. Es sei un­möglich, Regeln aufzustellen, die für die Auf­hebung all der verschiedenen Mandate gelten könnten. Vor der Aufhebung eines Mandates seien Hebergangsmahnahrnen und Hebergangsabkommen notwendig. Zum Schutz der Minderheiten in den Mandatsgebieten gemeint ist vor allem die Bevölkerung des bis­herigen Mandatslandes mühten zwei Etappen vorgesehen werden: 1. das Ende des Mandates und 2. der Eintritt des Mandatsgebietes in den Völkerbund. Rach dem Eintritt in den Völ­kerbund mühten für die Mandatsgebiete die allgemeinen Minderheitenschuhbestimmungen des Völkerbundes gelten, da die Aufstellung neuer Minderheitenschuhbestimmungen nicht möglich sei. Die Aussprache über die Aufhebung der Man­date des Völkerbundes wurde auf Vorschlag des Berichterstatters, des südslawischen Außenmini­sters Marinkowitsch, mit einer Sntschlie- ßung beendet, in der der Rat erklärt, daß jeder einzelne Teil der Aufhebung eines Mandats eine eingehende Prüfung hinsichtlich der Reife des Mandatsgebietes für die Selbstän­digkeit notwendig mache und der Rat als solcher die Verantwortung für die Auf­hebung des Mandats trage. Die Aushebung müsse auf Grund der in dem Bericht des Mandatsaus­schusses festgesetzten Grundsätzen erfolgen. Vor allem müsse der Rat in jedem einzelnen Falle mit größter Sorgfalt die von den Mandatsrnächten eingegangenen vorherigen Verpflichtungen dahin prüfen, ob sie vereinbar seien mit der Hnab - hängigkeit eines Staates sowie mit dem Grundsatz der wirtschaftlichen Gleich­berechtigung aller Länder.

Der Slädielag zur Umgestaltung der Sauszinssteuer.

Berlin, 4. Sept. (TH.) Der Deutsche S t ä d t e t a g hat an den Reichskanzler eine Eingabe gerichtet, in der er sich mit der Frage einer Umgestaltung der Hauszinssteuer ausein­andersetzt. In dieser Eingabe wird darauf hin­gewiesen, daß, wenn an den Grundpfeilern dieser Steuer gerüttelt werde, auch die Frage der Auswertung erneut aufgerollt würde, eine Wirkung, die sowohl in wirtschaftlicher wie staatspolitischer Beziehung durch die in das Wirtschaftsleben getragene erneute Un­sicherheit überaus bedauerlich sein würde. Der Vorschlag des organisierten Haus- und Grundbesitzes würde für Länder und Gemeinden zunächst einen Steuerausfall von 800 Millionen Reichsmark bringen Der Mietanspruch des Hausbesitzes würde sich um etwa 400 Millionen Mark erhöhen. Durch die notwendige Hilfefürleistungsunfähige Mieter würden sich die Wohlfahrtslasten der Gemeinden um toeitere 300 Millionen Mark erhöhen. Die vom Hausbesitz in Aus­sicht gestellten Vorteile für Reich, Länder und Gemeinden, durch die mit der Beseitigung und Umformung der Hauszins steuer eintretende all­gemeine Wirtschaftsbelebung und die mit ihr Hand in Hand gehende Steigerung der Steuererträge stellten zum erheblichen Teil vage Hoffnungen dar, auf denen der öffentliche Haus­halt nicht auf gebaut werden könne. Es müßten wenigstens dre Grundlagen erhalten bleiben, auf denen ein sozialer KleinstwohnungS- bau später gefördert werden könne. Außerdem müßten in den allernächsten Jahren die Betrage

abgedeckt werden, die von den Gemeinden l m Vorgriff auf die H ausz ins steuer uni) auf langfristige WohnungSbauan- leihen ausgegeben und durch kurz­fristige Verschuldung aufgebracht worden seien. Auch mühten Mittel für auf Jahre hinaus zugesagte ZinSzuschüsse der Ge­meinden gesichert bleiben. Der Städtetag bittet, keine Entschließungen zu treffen, deren Tragweite jetzt noch nicht übersehbar wäre.

Oie Revolution in Chile.

Die Regierung fügt sich den Bedingungen der meuternden Matrosen.

London, 4. Sept. (TH.) Am Donnerstag wurde in Chile amtlich bekanntgegeben, daß die Meuterei der chilenischen Flotte auf güt­lichem Wege beigelegt worden sei, nach­dem die Regierung alle Bedingungen der Meuterer erfüllt habe. Sie wird den bis­herigen Sold weiterzahlen und von irgendwelchen Bestrafungen im Zusammenhang mit der Meu­terei absehen. Der Kongreß hat in einer Sonder­sitzung die Verhängung des Belagerungszustandes im ganzen Lande auf die Dauer von 20 Tagen gutgeheihen. Der provisorische Präsident hat oen früheren Generalpostmeister Gasper Mora mit der Reubildung der Regierung beauftragt. Das bisherige Kabinett war zurückgetreten, weil einer der Minister die bedingungslose Hntertoerfung der meuternden Matrosen gefordert hatte. Rach in Buenos Aires eingetroffenen Meldungen ge­winnt die kommunistische Bewegung in Chile ständig an Boden, so bah nunmehr die Ausrufung eines Sowjetstaates zur Möglichkeit geworden ist« In Reuyork beschäfti­

gen sich die Morgenblätter weiter sehr eingehend mit der Möglichkeit des Ausbreitens der revo­lutionären Bewegung. Die Zeitungen weisen da­bei auf die großen Inve st ierungen am e- rikanifchen Kapitals in Chile hin. Rach einem Bericht derRew Bork Times" hat die Armee bisher jede Aufforderung, sich dem Auf­stande der Flotte anzuschliehen, abgelehnt. Die Ausländer haben Selbstschuhmahnahmen getroffen.

Aus aller Well.

(Eröffnung der Internationalen Bureauausstellung.

In Berlin wurde die Internationale 7. Bu­reau-Ausstellung (IDA.) in Anwesenheit zahlrei­cher Vertreter des Diplomatischen Korps, der Reichs- und Staatsbehörden, der Wissenschaft und der Wirtschaft eröffnet. Rach den Begrüßungs- Worten von Stadtrat Czeminski nahm Staats­minister Dr. Schreiber in der Eröffnungs­ansprache u. a. zu der Frage Stellung, ob die Du- reaumaschine nicht den Menschen von seiner Ar­beitsstätte verdränge. Alle bisherigen Erfahrun­gen, so führte der Minister aus, sprechen dafür, daß die Einführung von Bureaumaschinen eine Erleichterung, nicht e i n e^W e gnahme der Arbeit bedeute. Das historische Beispiel der Schreibmaschinen sei ein Beweis von seltener Eindringlichkeit; denn nicht weniger als neun Mil­lionen Frauen arbeiten heute in allen Ländern an der Schreibmaschine. Rach weiteren Anspra­chen des Vorsitzenden des Reichsverbandes der deutschen Dureauindustrie e. V. Direktor Hermann Klee, des Vorsitzenden des Bureaumaschinen- und Bureaumittelhandels e. V. Arthur Koh- nert und des Vorsitzenden des Reichsbundes deutscher Papier- und Schreibwarenfabriken e. V. Guthke wurde ein Rundgang durch die Aus­stellung unternommen.

Wiederaufnahme

der Funkverbindung mit demRautilus".

Die Funkstation Trornsö konnte Freitag abend« nachdem sie mehr als 24 Stunden versucht hatte, mit dem HnterfeebootRautilus" in Verbindung zu kommen, plötzlich das Rufzeichen desRauti­lus" auffangen. Der Funker, der mit dem Hnter- seeboot etwa 20 Minuten sprach, erklärte, et habe nur die Mitteilung erhalten, daß an Bord des Schiffes alles wohlauf sei. Kapitän Wilkins habe ihm nicht mitgeteilt, warum die Funkverbindung auf sechs Tage unterbrochen war. Wie der Funker hinzusügte war derRau- tilus" wahrscheinlich in dieser Zeit unter ViS gewesen.

Schon wieder ein politischer Mord.

In Dortmund wurde der Jungstahlhelmer E Koop, als er die Geschäftsstelle des Stahlhelms in der Schwanenstraße verließ, hinterrücks von un­bekannten Tätern erschossen. Koop brach in einem Hausflur tot zusammen, wo er von Stra- ßenpassanken, die auf den Schuß herbeigeeilt waren, aufgefunden wurde. Die polizeilichen Ermittlungen sind bisher erfolglos geblieben. Man vermutet aber, daß Koop von politischen Gegnern erschossen wor­den ist.

Einsturzunglück im Wiesbadener Hauptbahnhof.

Ein folgenschweres Einsturzunglück ereignete sich im Wiesbadener Hauptbahnhof. JnfolgeBruchs eines Drahtseiles stürzte ein in etwa 15 Meter Höhe aufgehängtes Hängegerüst, das , zur Ausführung von Anstreicherarbeiten dort war, in die Tiefe und riß fünf darauf beschäf­tigte Arbeiter mit nach unten. Einer der Verwundeten war sofort tot, die übrigen vier mußten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Der Englandwirbel ist bereits über unser Ge­biet hinweggezogen und bewegt sich über Ost­deutschland weiter. Infolgedessen geht die Wetter­lage mehr und mehr in den Rückseiteneinfluh über. Kühle, maritime Luft bringt unter lebhaften Winden über den britischen Inseln nach Frank­reich vor. Sie verursacht vorerst wechselhaftes Wetter, und in Begleitung der Böenwolken treten Schauer auf. Jedoch wird auch zeitweise die Wolkendecke durchbrochen. Die Kaltluft bewirkt gleichzeitig Darometeranstieg, durch den wahr­scheinlich mit Beginn der kommenden Woche die Wetterlage in ruhigere Dahnen gelangt.

Aussichten für Sonntag: Hnbeständig und kühler, wechselnd bewölkt mit Schauern, spä­ter etwas mehr aufheiternd, westliche bis nord­westliche Winde.

Aussichten für Montag: Etwas besse­res, aber noch kühles und noch kein beständiges Vetter. \ v \ x

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Dumps donnert bremsen knirschen W hebe meiner Mund -seist jd Lied dazu...

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