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Aus der Provinzialhauptfiodt.
® i«6«n, den 5.September 1931.
Henenausllang.
Sommer vorbei. Ferien vorüber. Zu Ende 6ft» liche Sonnentage glückliche« DichtStmr, frohe« Erwachen im Iuoel de« Morgen«, verflogen die Rette der leuchtenden Tage, die gefüllt waren bi« zum Rand« mit Lachen, Freude und heimlichem Jubel über all daS, was daS kleine Wort .Ferien" in sich schließt. Ferien von der Arbeit, Serien vom Lärm der Stadt, Ferien vom schleichenden Band grauer Arbeitstage, Ferien vom äch - ach, sie sind verweht, vorüber, zu Ende...
3<t> reise. 11 nö der stampfende Zug trägt mich unerbittlich zurück zu allem, vor dem ich vor Wochen geflohen bin. und fort von dem schn«- weihen Erlebnis sommerlichen Strande«, fort von der sehnluchtSweiten Unendlichkeit der rollenden See. fort von der flimmernden Seide blauen Ferienhimmel«.
Ich reise. Aber meine Hände sassen da« O-Zug- senftcr al« wollten sie die brausende Fahrt de« stählernen Ungetüm« aushalten, da- ohne Fragen nach mir und meinem Traurigfein über die Schienen rast und Kilometer aus Kilometer gu- rücklegt
3m Abteil litt e« mich nicht. Da« Beieinander- Hocken mit stumpfen, gleichgültigen, nichtssagenden Menschen wurde zur unerträglichen Qual. Und so stehe ich im Gang und schwinge mit im polternden Fluge der Fahrt, während meine Augen von der Schönheit der Wälder, von dem dunstigen >Blau der Hügel, von der Sonn en weite der Felder trinken, dürftig, abschiednehmend — bald werden sic nicht« mehr sehen al« graue Wände graue Straßen...
3n mir glimmt auf eine groß« Liebe zu dem, wa« man so vage und leichthin Ratur nennt Jetzt, wo ich scheiden must von Sonne, Luft und Erde in der Ferienzeit, fühle ich mit ergreifender Plötzlichkeit, dast ich die Wälder, die Flüsse und Seen, die Blumen und alle zitternden Gräser läng« de« Bahndamm« liebe, wie Gefährten und innige Freunde, dast ich liebe die roten Dlock- HSuSchen, di« wir passieren, dast ich liebe di« Drücken über die ich donnernd getragen werde und dast ich liebe die bunte Unendlichkeit der Felder, die am Fenster vvrüberkreisen. 3ch lieb« dich. Ratur, und ich liebe euch nicht. Menschen, die ihr auf mich wartet im Alltag der Stadt, ihr Menschen, die ihr mit eurem Lärm die Gänge de« Zuges erfüllt
Wie ein Fahnenflüchtiger must ich zurückkehren zu euch, und das dumpfe Rollen der Räder, da« Rlirren der Scheiben, da« gewaltige Lied der brausenden Fahrt ist ohne Trost für mich
Aber plötzlich ist ein Erlebnis da, kleine« Erlebnis. da« mich glücklich machen will. Plötzlich steht neben dem Bahndamm eine kleine Freude, kleiner Trost, gütige« Abenteuer. Menschen stehen dort ein alter Mann und ein kleine«, goldblonde« Mädchen: sie stehen und sehen auf zu der unerhörten Vision de« vorüberrauschenden Zuge«, sehen aus und ihre Hände winken. Rie- mand im Zuge kennen sie, niemand von un« hat ihnen Gute« getan, niemand von un« hat sich je um sie gekümmert, aber da stehen sie und winken unb grüßen un«, ohne Absicht auf Gegenleistung und Gewinn. Güte ist e« und Liebe zu niemand und jedermann, von Mensch au Mensch...
Und mir ist, al« sei der Gruß für mich besonder« und allein, mir ist, als hätten die beiden dort gewustt um meine Traurigkeit und wollten mich nun erfreuen und mir Trost geben für da«, waS mich erwartet. Und ich beuge mich weit hinaus und sehe zurück, meine Augen klammern sich fest an den winkenden Händen, bi« nicht« mehr zu sehen ist und von ihnen und ihrem Trost...
Dumps donnert der Zug über die Weichen. Bremsen knirschen. Lärmende Halle. Daheim! — Ich hebe meinen Raffer vom Retz und mein Mund pfeift jetzt ein kleines und fröhliche« Lied dazu... v.M
Fristverlängerung für die Ablieferung
der Devisen» und Goldbestände.
wie qu» zahlreichen Anfragen unb Mitteilungen beim Reich» wirlschaftsminiskrium, der Reich»bank unb anbercn beteiligten Stellen hervorgeht, ist bk am 29. August erlassene Verordnung über ben Aufruf bcr Devisen - unb Golbbestänbe, soweit et sich um Beträge mit einem Gegenwert von über 1000 Mark hanbelt, anscheinend nicht zur Kenntni, aller Belraftenen gelangt. 3m Hinblick auf bie schweren Strafen, bk bei Nichterfüllung bcr Verpflichtung zur Ablieferung angeseht finb, unb um zu oerhinbern, bah hieraus für bk Betroffenen schwere Schäbigungen entstehen können, hat sich bk Rcich»regicrung im Benehmen mit ber Reichsbank entschlossen, die für bie Ablieferung ber Devisen- unb Goldbestände vorgesehene Frist (oom 29. Äeguft bis 5. September 1931) um vierzehn Tage bi» zum 19. September 1931 z u verlängern, damit alle baoon Betroffenen auch wirklich Kenntni» von ber sie tref- fenben Verpflichtung erlangen.
Die Durchführungsverorbnung enthält auher ber Fristverlängerung insofern eine Erweiterung bcr bisherigen Bestimmungen, al« nunmehr A n - spräche aus Konten bei ausländischen Banken ohne Rücksicht auf ben Tag ber Begründung ober ber Fälligkeit bcr Ansprüche ber Reichsbank ober ben Devisenbanken anzubieten sinb. Für solche Bankguthaben gilt also nicht mehr bk Ausnahme, nach welcher Ansprüche, bk später als am 29. November 1931 fällig werben, nicht angeboten zu werben brauchten.
Das Stadtiheaier-Abonnement.
Das Stadtthcater Gießen laßt im heutigen Anzeigenteil die Einlabung zum 21 banne m c n i für b i e Winterspielzeit 1931/32 (1. Oktober 1931 bis 31. März 1932) ergehen. Der Preis für die Abonnementskarten ist gegenüber den Tagespreisen durchschnittlich um 35 v. H. niedriger
3m städtischen
Don der rechten Seite der Marburger Stroh« au», gegenüber der Eteinftrahe. führt ein schmaler Weg zwischen Hausgärten hindurch nach dem Äiesengrund der Wieseck zu— zum Pflanzgarten der Stadt Giehen, zur Reimzelle der Giehener Grünanlagen. Za. der Pflanzgarten, der dem hoch- bauamt untersteht, ist die
Keimzelle btr Giehener Anlagen
im wahrsten Sinne de» Worte». Alle Pflanzen, alle Lüsche. Ltraucher und Blumen, die in den Anlagen das Auge de» Bürgers erfreuen, haben im städtischen Pflanzgarten ihre Rinderstube.
Der die Giehener Anlagen kennt, weih auch, welche Universalität der Pflanzenwelt in ihnen vertreten ist und welche Anforderungen sich hieraus für den Pflanzgarten ergeben. Es Ist tatsächlich eine über- raschendc Fülle ber verschiedensten Pflanzen, die dem Besucher in lebhaftesten Formen und Farben entgegentreten, und das Äuge — hauptsächlich das Auge de» ßakn — hat manchmal Muhe, all die feinen Unterscheidungen innerhalb der einzelnen Gattungen festzustellen, Die in diesem gärtnerisch bis in da» Letzte ausgenützten Fleckchen Erde in Erscheinung treten. Wohl halt ber Garten an ber Marburger Strohe einen Vergleich mit dem Botanischen Garten der Universität nicht au», immerhin ist er aber von einer wunderbaren Mannigfaltigkeit. Ueberraschend ist es wenn man dem Hüter de» Garten», Herrn R r e 6 », im Gespräch mit dem neuen Stadtgärtner Lang zuzuhören Gelegenheit hat, wie er alle lateinischen Namen der
so verschiedenen Ziersträucher mit ihren etwa 200 Spielarten
zu nennen weih und dabei sehr wohl auch deren besondere Eigenschaften hervorzu^eben vermag. Diese Ziersträucher sind naturgemäß nicht alle europäischen Ursprungs vielmehr befindet sich mancher Strauch darunter, der das Mittelmeergebiet. Australien oder China. Japan ober Nordamerika seine Heimat nennt, aber nur deshalb auch in unserer Zone angepflanzt werden kann, weil er „rot n t e r h a r t" ist (wie der Fachmann sagt) und sich unserem Rlima an zu passen vermag. Noch Familien geordnet stehen die Sträucher meist in Reih und Glied auf gepflegten Beeten; sie sehen alle frisch und kräftig aus. und es ist nicht schwer, zu sehen, daß alles getan wird, um ihnen die Lebensbedingungen zu gewährleisten. Neben diesen Sträuchern, die sich in Farbe und Form, in Große und Dichte oft wesentlich voneinander unterscheiden (nicht zuletzt beruht auf diesen Gegensätzlichkeiten das lebendige Bild, das unsere Anlagen bieten) verfügt der Pftanzgarten über ausaedehnte Allee- und Obstbaumschulen. Nicht weniger als etwa 600 junge Obstbäume (Kirschen. Aepfel, Birnen, Mirabellen) stehen für eventuelle Anpflanzungen zur Verfügung. (Eine große Anzahl von Ulmen Birten, Kastanien, Akazien der verschiedensten Art, Eschen und Koniferen stehen zur Zeit noch in enger Gemein- schäft beisammen und harren der Versetzung.
von den Koniferen sind allein zwanzig verschiedene Sorten vertreten.
Auch der G i n k o b o u m. der jedermann durch sein zweigeteiltes, merkwürdig geformtes Blatt auffällt.
pflanzgarien.
ist im Pflanzgarten zu sehen. Besonders reizvoll wirken die Anpflanzungen von jungen und jüngsten Ceben»bäumen; schmale und zartgegliederte Wacholderbüsche. Zypressen, Tamarisken, Blautannen Fichten. Weymouthskiefern ufw. sind außerdem in diesem vielseitigen Garten zu finden.
In einer besonderen Abteilung sind die Blumen untergebradjt, deren jüngste zarte Pflänzchen zum Teil unter Gla» aeschützi heranwachlen. Im Freien aber blühen zur Zeit bie Dahlien unb Georginen in üppigster Pracht unb lasten weithin lebhafte Farben leuchten. (Eine große Fläche ist allein mit Rosen bepflanzt. mit Dilblingcn. deren Veredelung jetzt durchgeführt wird. Daneben blüht auch noch manche mehr oder weniger bekannte Blume, grünt manche Pflanze, die im nächsten Frühjahr die Zierbeete unserer Anlagen schmücken soll.
Neben ber Aufgabe, für den Schmuck der (Brünanlagen unserer Stobt zu sorgen, ist der Pflanzgarten auch berufen, für die
Ausgestaltung der Friedhöfe
Blumen, Sträucher und Bäume heranzuziehen. Die ern ten Taxus- und Ligusterhecken werden hier in einzelnen Pflanzen vorbereitet und gepflegt, um schließlich eines Tages ihrem Zweck, Den Friedhof zu chmücken, entgegengeführt zu werden. Gelegentlich gibt der städtische Pftanzgarten auch eine seltenere Pflanze, einen Busch ober Baum an den einen ober anderen hiesigen Gärtner oder an den privaten Gartenbesitzer ab wenn es naturgemäß auch nicht die Aufgabe des Pflanzgartenbetriebs ist und fein darf, den hiesigen Gärtnereien wirtschaftlich Kon. kurrenz zu machen.
DieNotwendigkeltderSchaffungund Unterhaltung eines Pflanzgartens er- gibt sich aus dem großen Arbeitsfeld, für das diese Einrichtung zuständig ist. Gilt es doch, die Anlagen im Zuge der ehemaligen Stadtmauern (Ost-. Sud-, West- und Noroonlage) die Anlagen vor ber Universität, vor dem Stadttheater, am Bahnhof, vor dem Realgymnasium, vor dem Alten Friedhof an der Licher Straße, den Alten unb den Neuen Friedhof selbst, die Grünflächen am Ludwigsplay, am Brandplatz (am Kriegerdenkmal) unb am Lutherberg zu unterhalten. Die Anlage am Lutherberg, die vor nicht allzu langer Zeit durch die Schaffung einer einheit- liehen Grünfläche verschönt worden ist, soll im Früh- fahr weiter ausgebaut dzw. zum Teil mit Obst- bäumen bepflanzt werden. Außerdem sollen dort einige neue Wege angelegt werden. Bei all der vielen Arbeit, die dem Pflanzgarten aus der Unterhaltung dieser Anlagen erwächst, ist man doch
stet» bemüht, unter dem denkbar geringsten Aufwand von Geld und Material zu wirtschaften.
Erfreulich ist es, daß der Pflanzaarten in so universeller Weise seiner Aufgabe gerecht wird und durch die Mannigfaltigkeit seines Materials stets die Mag- lichkeit gibt, den Grünanlagen in unterer Stadt den ihnen eigenen Charakter de» Parks zu be- wahren, ber mehr bebeutet, als eine übersteigerte moderne gärtnerische Kultur, deren Schönheit aus der Modeströmung heraus vielen als nur allzu sehr zeitlich begrenzt erscheinen könnte.
und gegenüber den Abonnementspreisen der Spielzeit 1930/31 wesentlich gesenkt. Jeder Abonnent er- hält außerdem eine Reihe von Vergünstigungen, z. B. Vorzugsgutscheine für alle Platzarten bei 10 v. f). Ermäßigung, Gutscheine für Preisermäßigungen für den Kammerspielzyklus des Goethebun- des, Gutscheine für ermäßigte Eintrittspreise zu allen Veranstaltungen des Goethebunbes, Preisermäßt- Sung unb Dorbestellrecht bei Gastspielen usw. Die ntereffenten seien auf die heutige Anzeige ver- wiesen, in der alle weiteren Aufschlüsse gegeben werden.
Sine interessante Brotpreis - Siatistil.
Brot 4 Pfund
Vornotizen
Innungen Gießen Gießen-Land Alsfeld Lauterbach Schotten Bübingen Friedberg Bad-Nauheim Butzbach Vilbel Wetterau Darmstadt Arheilgen Eberstadt Pfungstadt Roßdorf , Ober Ramstadt Mittleres Ried Heppenheim Wimpfen Erbach Groß-Umstadt Vorderer Odern Dieburg Main-Rodgau Neu-Isenburg Dreiekf) Langen Gernsheim
Am Montag berichteten wir über die General- Versammlung der Bäcker-Zroangsinnung Gießen- Stadt. In ber man sich u. a. auch mit einer Brot- preis st all st ik von Oberhessen und Starkenburg beschäftigte und dabei feftfteüte, daß die Brotpreise in Oberhessen erheblich hinter den Brotpreisen in der Provinz Startenbura zurück- stehen. Diese Statiftit zeigt im einzelnen folgende» bemerkenswerte Preisbild:
Weizenmischbrot
85
Roggenbrot
75
85
75
82
75
—
70
80
70
80
70
92—85
75
92—85
75
85
75
92
75
92
75
96
84
88
78
90
80
90
80
90
80
90
80
90
80
90
75
90
80
88
75
90
76
ld 90
80
92
80
95
80
92
80
90
80
96
80
85
75
— Tage«kalender für SamStag. Rurzschrift-Berein von 1861: Dereinsabcnd im Kaufmännischen VereinShaus. — Verein Rudersport: MonatSversammlung, 20.30 Uhr, im DootS-
hause. — 1. ReichSkurzschrif t-Gesellschaf t: 20.30 Ilhr, VereinSabend, „Stabt Lich". — RSDAP.: Vortrag, 20.30 Uhr, „EafL Leib". — Artillerie- Verein: Monatsversammlung, 20.30 Uhr. „Hessischer Hof". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Ihre Hoheit beftehlt".
— TageSkalenber für Sonntag. Stadtthcater Gießen: „Alt-Heidelberg", Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: 11.15 Uhr, „3m Auto durch zwei Welten" (Ruiturfilm). — Verein Rudersport: Städte- Achter-Wettkarnpf Gießen gegen Wetzlar, 17 Uhr, Dootsplah Verein Rudersport; 10 Uhr, AuSschei- dungSrennen zwischen den Gießener Vereinen. — Katholische« VereinShaus: Kasperle-Theater, 14 Uhr. — Flugplatz, gegen 14.30 Uhr, Start Kron- selds nach Hirzenhain. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „3hre Hoheit befiehlt".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen. Sonntag. 19 Uhr, findet in der 10. Vorstellung des Sommerabonnements die Erstaufführung des Schauspiels „Alt-Heidelberg" von Meyer-Förster in völlig neuer Inszenierung unter der Spielleitung von Karl Dolck statt. Die Rolle bei Karl-Heinz spielt Albert I a n s ch e ck, die Rolle der Käthe Elisabeth W i e l a n b e r. Außerdem wirken mit die Damen Schubert-Ilmalina und Wal- ther-Lederer sowie die Herren Bruck, Fassott, (Beiger, Hauer, Hub, Kühne. Michel. Nieren. Schelcher, Volck, Wahlen. Es gelten gewöhnliche Sommerpreise. Beginn 19 Uhr. Ende gegen 22 Uhr. Zu dieser Vorstellung erscheint eine neue und letzte Ausgabe des Programmheftes, das einen Rückblick auf die Spielzeit 1930/31 und einen Aufruj mit den neuen Adon- nementsbebingungen (starker Preisabbau) für die kommende SBinterfpieheit 1931/32 enthält.
— Kasperle-Theater. Morgen, Sonntag, 16 Uhr, findet im Katholischen Dereinshaus eine Kasperle-Theater-Vorftellung statt. Der Eintrittspreis ist, wie man uns schreibt, sehr niedrig gehalten. Näheres in der gestrigen Anzeige.
— Der e r ft e deutsche Reite r f i km soll, wie man uns schreibt, demnächst auch in Gießen zur Vorführung gelangen. Er wird die Teilnahme des Vereins ehemaliger hessischer Leib- Dragoner am Waftentag in Dresden, viele historische Szenen sowie Bilder aus dem Friedens- und Kriegsleben der deutschen Kavallerie bringen unb ben Teil der Bevölkerung erbauen und zur Begeisterung hmreihen, der sich bie Achtung und Liebe zur alten Armee bewahrt hat. Da der Film auch für die Jugendlichen zugelassen ist, bietet er die beste (Be- kgenheit. auch diese mit Deutschlands Reiterwafse bekannt zu machen und so der Heranwachsenden Generation die Ehrfurcht vor stolzer Tradition neu ein- zupflanzen. Nähere» wird in der Presse noch bekannt- gegeben.
•• Schulpersonalie. Der Lehrer Heinrich L o o S an ber Volksschule zu Wölfersheim (Kreis
[cur-, Schneider, und Schuhmacherinnungen, die in diesem Jahre ihre Lehrzeit beenden, zu den Herbst
gesellenprüfungen im Oktober anmelden können. Man beachte die Anzeige.
Gießen ma*t im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, Mß sich alle Handwerks- und Industrie- lehrlinge. mit Ausnahme der Bäcker-, Metzger- Friseur-, Schneider, und Schuhmacherinnungen, die in
" Wanderfahrt Ranstab t—B übin- gen. Dom Vogelsberger Höhen-Elub in Hirzenhain wirb un« geschrieben: Die in bcr Sam-tag- r.ummer beschriebene Wanderfahrt Ranstabt—Bübingen bebarf in einigen Punkten ber Ergänzung. Zu erwähnen wäre noch ber „Matthiasstein" an ber Hillcbachsperre (Ehrenmal für ben verstorbenen Provinzialbirektor Matthia«), ferner bie Talsperre—Hirzenhain. Das rote Dreieck bis zur Frankfurter Straße, von ba ab das weiße F weiter verfolgen. Außerbem Hirzenhain—Wenings: ein weißer Strich führt vom alten Schul- hau« in bet Mitte des Dorfes über ben früheren Schießstand burch ben Walb nach Wenina-. Dor Betreten be« WaldeS prächtiger Rundblick auf bie Vogelsberghöhen.
•• Achtung. KautionSfchwindlerl Der heutige Polizeibericht melbet: Am Mittwoch, 2. September, versuchten zwei Motorrabsahrer, bie sich als Vertreter einer WieSbabener Futter- ' artikelsirma auSgaben, Leute zur Leitung und Uebernahme eines AuSgabelagerS zu gewinnen, bei sofortiger Sicherheitsleistung von 50 Mark. DaS Lager soll angeblich zwischen Gießen und Marburg errichtet werden. Den Betrügern ist eS lediglich um die Erlangung des fraglichen Betrages zu tun. Gs wird vor ihnen gewarnt. Geschädigte wollen umgehend bei der Kriminalpolizei Gießen Anzeige erstatten.
•• Diebstahl. Der Polizeibericht teilt mit: Don einem Dleichplatz in der ©rünberger Straße wurden eine Flanellhose (Tunchose) und ein Badetuch entwendet. Sachdienlich« Mitteilung erbittet die Kriminalpolizei.
*• Zum Friedberger Herbstpferdemarkt mit Prämiierung qm Dienstag, 20. Oktober, werden Anmeldungen vom 15. September ab bei der Bürgermeisterei Friedberg entgegengenommen. Mit Dem Markt wird die übliche Verlosung verbunden werden. Außer wertvollen Gebrauchs- und Einrichtungsgegenständen kommen als Hauptpreise vier Fohlen zur Ausspielung. Man beachte die heutige Anzeige.
3ncbbcrgi wird auf fein Rachsuchen mit Wirkung ab 1. Oktober in den Ruhestand versetzt.
•• Uraufführungen im Gieß «netz Stadttheater. Au« dem Stabttbeatcrbureait wirb unS mitgetedt: Da« Gießener Stabttheater, 3ntcnbanl Dr Rolf P r a f ch, hat sich weiter bie Uraufführung von „Marn unb Lisa", Kammer- spiel von Sigmund Grass, unb von Peter von PreradovicS Zeitschauspiel .Berit eben wir un«...?“ für bie kommende Winterspielzeit gesichert.
•• Die Städtische Kunstsammlung im Reuen Schloß ist morgen, Sonntag, von 11 bi« 13 Mbr bei freiem Eintritt geöffnet Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt.
•• Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet.
•• Anlagenkonzert findet morgen, Sonntag, 11 ilfor. durch da« Muftttorp« unsere« Bataillon« bei günstiger Witterung in der Südanlage statt. Die Musikfolge ist. 1. „3n Treue fest", Marsch von E. Teile. 2. Ouvertüre zur Oper „Zampa“ von F. Herold. 3. Fantasie au« der Operette „Da« Dreimäderlhau«" von Schubert-Berte. 4. „Seid umschlungen Millionen“, Walzer von Johann Strauß. 5. „Wiener Volksmusik“. Potpourri von Komzak.
*• Helft den Blinden! Dom I?aribe«t»cr» band der Hessischen Blinden E. D. in Darmstadt wird un« geschrieben: Armut und Elend drückt da« ganze deutsche Volk, am schwersten aber die Blinden. Denn ihnen sehlt der für volle Erwerbsfähigkeit wichtigste Sinn, und viele können nicht beschäftigt werden, weil für sie eine berufliche Umstellung nicht mehr möglich war. Für den Freistaat Hessen wurde im Rovember v. 3. der Landesverband ber Hessischen Blinden begründet. Dieser ‘Herein hat sich die Ausgabe gestellt, den Blinden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Er läßt zur Zeit in ber Provinz Oberhessen eine Sammlung veranstalten unb bittet die Bevölkerung, durch Einzeichnung von Gaben da« Lo« der Blinden erleichtern zu helfen. Die Sammluna ist behördlich genehmigt. Der Sammler muß sich hierüber auSweisen, ebenso wird die Verwendung der Gelder polizeilich überwacht.
” Segelflieger Kronfeld startet morgen von Gießen a u 8. Der bekannte Rekordsegelflieger K r o n f e l d, der — wie gestern berichtet — während der Seaelflugwoch« in Hirzenhain (DillkreiS) Flüge veranstalten wird, weilt mit seinem Segelslugzeug zur Zeit im Gießener Flughasen. Der Flieger wird am morgigen Sonntag gegen 14 Uhr vom Gießener Flughafen, durch ein Motorflugzeug in die Lust em- vorgeschleppt werden und sofort im Motorschleppflug nach Hirzenhain fliegen. 3m heutigen Anzeigenteil wird zu diesem bemerkenswerten Ereignis im Flughafen eingeladen.
•• Todesfälle in Gießen. SS verstorben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 31. Augustl 16. Auguste Atzbach geb. Opitz, Witwe, 59 3ahre. Marburger Straße 49. Margarete Wißner geb. Müller, 57 3ahre, Sandgasse 18. 17. Wilhelm Sommerlab, Kanzleiassistent, 61 3ahre, HunbS- gaffe 6. 19. Wilhelm Schmibt. Weichensteller I. R^ 68 3ahre, Plockstrahe 12. Christoph Heibelbach, Straßenauffeher, 56 3ahre, Wolkengasse 11. 21. Maria Anna Sauer geb. Scherer, Witwe, 88 3ahre, Steinstraße 76. 25. Emma 3ube geb. Müller, 47 3ahre, Friebrichstraße 5. Heinrich Will, Oberrcallehrer, 64 3ahre, Lubwigstrahe £ 26. Wilhelmine Pfeffer geb. Oppermann, Witwe, 78 3ahre, Kaiserallee 18. 27. Marie Roh geb. Brethauer, 57 3ahre, Roon st raße 21. 29. Hey- mann Süskinb, Kaufmann, 48 3ahre, Reuen- weg 29. 30. Sophie Löwer geb. Lamm, 43 3ahre, Wilhelmstraße 76.
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