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Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 4. 2lug. Gelegentlich eines mili­tärischen Ermittlungsverfahrens zwecks Feststel­lung der Beweggründe eines Musikers zum Selbstmord wurden gegen den Ober-Musikmeister L. des hiesigen Bataillons Dorwürfe erhoben, die, zumal sich die Oeffentlichkeii mit den ein­schlägigen Vorgängen befaßte, zu einer Anklage gegen L. auf Grund des Militärstrafgesehouchs führten wegen einer Reihe von Vergehen, für die nach Aufhebung der Militärgerichtsbarkeit die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte, ein Fragefall des Amtsgerichts Gießen, begründet ist.

Der Angeklagte ist im Jahre 1871 in Singlis (Bezirk Kassel) geboren, stammt aus Landwirts­kreisen und gehört dem Militär seit 1888 an. 3m Jahre 1908 wurde er Ober-Musikmeister und trat zu Beginn des Jahres 1921 in die Reichs­wehr ein. Rach dem Stammrollenauszug ist er nicht bestraft: seine Führung wird als gut be­zeichnet.

Die Anklage behauptet u. a., L., der z. Z. seines Dienstes enthoben ist. habe in fünf Fäl­len vor versammelter Mannschaft als Vorgesetzter Llntergebene z. L. mißhandelt, z. T. tätlich be­leidigt, und in einem weiteren Fall einen Mu­siker durch unnötige Erschwerung des Dienstes und schlechte Behandlung boshaft gequält. Fast die Hälfte der Fälle liegt 4 bis 5 Jahre zu­rück und ist erst durch den eingangs erwähnten Anlaß zur Anzeige gelangt. Die heutige Be­weisaufnahme ergab, daß L. einem Obon- und einem Klarinettenbläser, die angeblich ihre Schul­digkeit nicht taten, während des Blasens je einen Stoß am Arm versetzte, so daß ersterer durch sein Instrument blutende Verletzungen im Mund davontrug, letzterem das Instrument aus dem Munde fiel. Das erstgenannte Vergehen stellte sich als körperliche Mißhandlung, das letztgenannte als tätliche Beleidigung dar. Eben­falls als tätliche Beleidigungen wurden drei

weitere ähnliche Fälle betrachtet, die sich der An­geklagte gegenüber Untergebenen zuschulden kom­men ließ. Dieser will, wie auch in allen anderen Fällen, in großer Aufregung gehandelt haben, einmal, weil die betreffenden Musiker ihre Auf­gaben nicht erfüllt hätten, dann aber, weil sie seinen Befehlen, wie dies auch teilweise fest­gestellt wurde, nicht nachgekommen wären. In erster Linie behauptet er aber, die Durchführung dienstlicher Interessen sei für ihn allein maß­gebend gewesen und hierauf seien seine etwaigen Verfehlungen zurückzuführen.

Der Angeklagte wurde schuldig befunden und er­hielt eine Gesamt st rase von 3 Wochen ge­linden Arrest. Die bereits angedeuteten Um­stände wirkten strafmildernd. In drei weiteren Fällen fand Freisprechung wegen mangelnden Beweises statt. Insbesondere erfolgt Freisprechung wegen der schweren Anklage, L. habe durch unnötige Erschwe- runq des Dienstes einen Untergebenen boshaft ge­quält. Beweise hierfiir konnten nicht erbracht wer­den. Es hätte nach einer bekannten Reichsgerichts­entscheidung namentlich auch des Nachweises be­durft, daß er ohne jeden vernünftigen Zweck, ledig­lich aus Lust an fremdem Leid, in dem er seine Befriedigung suchte, handelte. Zu einer solchen An­nahme lag keinerlei Anlaß vor. Nicht ohne Bedeu- tnng war in dieser Richtung die Feststellung, daß der Angeklagte allerdings an sein Musikkorps bohe Anforderungen stellte, aber an das ganze Korps, nicht etwa mit Auswahl an Einzelne, oder etwa nur an den Musiker, um den es sich hier handelt.

In der Urteilbegründung hob der Borsitzende her­vor, daß der militärische Vorgesetzte, möge auch die Situation noch so sehr dazu drängen, das Anfassen des Untergebenen zu unterlassen habe, da ein solches stets, wie die heute verhandelten Fälle dargetan hätten, die Gefahr einer Anklage mindestens wegen tätlicher Beleidigung in sich berge. Ferner bemerkte der Vorsitzende, in der heute verhandelten Sache lägen fraglos Verfehlungen des Angeklagten vor, die aber kriminell nicht strafbar seien.

SJlXfport

Werbefest

der Akademischen Reitergruppe Gießen.

Die akademische Reitergruppe hielt ihr tra­ditionelles Semesterabreiten in Gestalt eines Werbefestes ab. Es war geplant, die Universitäts-Meisterschaften zwischen Marburg und Gießen auszutragen. Im letzten Augenblick mußten leider die Marburger ihre Rennungen zurückziehen. So konnten nur die Gießener Stu­denten unter sich konkurrieren.

Die Veranstaltung war lediglich sportlich auf» . gezogen. Die Richter des Reichsverbandes für Zucht und Prüfung deutschen Warmblutes, Ritt­meister a.D. Freiherr Röder von Diers- b e r g (Cheflehrer des Landesverbandes Hessen), und Rittmeister a.D. Graf v.Bredow hatten sich liebenswürdig zur Verfügung gestellt. Zu­nächst wurde die Prüfung der Anwärter für das deutsche Fahrer-Abzeichen vorgenom­men. Acht Bewerber waren angetreten, die die Prüfung bestanden.

In der Universitäts-Reitbahn am Brandplatz wurde der Reitwettbewerb ausgetragen. Es wurden in drei Abteilungen Reiter vorgestellt, die erst in diesem Semester mit dem Reitsport begonnen haben, die seit zwei bis drei Semester und solche, die drei und mehr Semester retten. Nachdem die Anfängerabteilung ihre Kunst ge­zeigt hatte, wurde die Veranstaltung durch ein Gewitter empfindlich gestört. Trotzdem die Dahn 1 nach dem Regen förmlich unter Wasser stand, wurde das Programm fortgesetzt. Die vorge- - sehenen Schaunummern mußten allerdings unter­bleiben. Die einzelnen Abteilungen gaben ein sehr geschlossenes und einheitliches Bild, so daß es den Richtern nicht leicht war, die Besten heraus^u- schälen. Mehrfach wurde zwei Reitern derselben Abteilung der gleiche Preis zugesprochen.

In der Anfängerabteilung fiel der 1. Preis an stuck, torest. Janke, Silvania: in der mittleren Abteilung fiel der erste Preis an cand. med. <Sr cf mann, Adelphia: in der fortgeschrittenen Abteilung erhielt den ersten Preis stud. med. vet. August, Silvania. Ein sehr schöner Wan» derehrenpreis vorn Rektor der Universität für die erfolgreichste Korporation gestiftet, wurde dem Corps Silvania zuerkannt. stud. med. vet. August, Silvania, erhielt den von der Deteri-

nürmedizinischen Fakultät gestifteten Ehrenpreis für die beste Gesamtleistung.

Das Jagdspringen der Klasse A zeigte die Bewerber um das deutsche Reiterabzeichen. Sieben Bewerbern konnte das Reiterabzeichen nach er­folgter theoretischer Prüfung in der verdeckten Dahn verliehen werden.

Mit feinen Ergebnissen stellte das Fest einen Erfolg der Akademischen Reitergruvpe dar, der vor allem Herrn Universitäts Stallmeister S ch ö m b s zu danken ist.

VfB. Gießen gegen VfR. Zirrth.

Ein Grohkampf auf dem vsv.-plah.

Der hiesige DfB. hat es unternommen, sich für den kommenden Samstag einen Gegner zu ver­pflichten, der weit über seine Heimatstadt hinaus in Kreisen der Fußballsportler einen sehr guten Ruf besitzt. Die Ligamannschaft des DsR. Fürth wird den Grünweihen auf dem Waldspielplah gegenüber treten. Die Gäste, die feit Jahren in der süddeutschen Trostrunde spielen, sind ein außerordentlich ernst zu nehmender Gegner. Die bisherigen Ergebnisse, die die Mannschaft zu er­zielen vermochte, stellen dies nachdrücklich unter Beweis. Die DfR.-Mannschaft spielte gegen den 1. FCR. 4:4, gewannen gegen Spielvereinigung Fürth (4:2), gegen FC. Pforzheim (3:2), gegen Phönix Karlsruhe (7:2), gegen Kickers Stutt­gart (5:0); gegen den DFB.° Endspielteilnehmer SPD. 1860 München verlor die Mannschaft nur knapp mit 3:4. Die Fürther spielten gegen VfL. Kempten 11:0, gegen FC. Karlsbad 3:2, gegen Sparta Karlsbad und gegen DSV. 0:5 Saaz je­weils unentschieden 2:2.

Die Gäste sind in Gießen nicht ganz unbekannt, sie spielten zuletzt (zu einer Zeit, da noch Schnürte in der VfD.-Mannfchaft mitwirkte) im Jahre 1924 in Gießen. Seinerzeit vermochte der VfB. das Treffen mit 2:1 für sich zu entscheiden. Die Gast­mannschaft hat sich indessen zu einer hochqualifi­zierten Mannschaft entwickelt und es bedarf einer großen Energieleistung, wenn sich die DfBer auch nur ehrenvoll behaupten wollen. Wie wir hören, hat sich der VfB. erboten, einen bestimmten Pro­zentsatz der Einnahme dem hiesigen Wohlfahrts­amt zu überlassen. Wir kommen auf die Begeg­nung noch zurück.

Polizei-Gporifest in Butzbach

Klasse 11 : 1. Hopfenmüller, Gießen 1900: 2. Wiener, Tv. Bad-Rauheim; 3. Holler, Sportkl. 80 Frankfurt a. M.

Klasse III: 1. Rothermel, Mtv. Gießen; 2. Schmalz, Sp. El. 80 Frankfurt, 3. Bender, Turnv.

Klasse I.

Diskuswerfen: 1. Kilo, VfL. Wetzlar, 41,32; 2. Hotter, Sportkl. 80 Frankfurt, 37,14; 3. Enders, Eintracht Frankfurt, 36,26 Meter.

Kugelstoßen: 1. Himenz, Pol.-Spv. Mainz, 13,11; 2. Kilo, DfL. Wetzlar, 12,69; 3. Enders, Eintracht Frankfurt, 12,10 Meter.

10 0 - Meter - Lauf: 1. Schmidt, Eintracht Frankfurt, 11,1; 2. Schmalz, Sportkl. 80, Frankfurt, 11,2; 3. Müller, 1900 Gießen, 11,2 Sekunden.

200 - Meter - Lauf: 1. Euler, Eintracht Frankfurt, 23,7; 2. Frantz, Sportkl. 80 Frankfurt, 23,8 Sekunden.

Weitsprung: 1. Grabke, Eintracht Frank­furt, 6,42; 2. Brühl, Sportkl. 80 Frankfurt, 6,11; 3. Jung, 1900 Gießen, 5,94 Meter.

800-Meter-Lauf : 1. Knveckel, Sportkl. 80 Frankfurt, 2:02; 2. May, Turnv. Bad-Rauheim, 2:03; 3. Schilling, Eintracht Frankfurt, 2:04 Min.

1 500 - Meter-Lauf : 1. Wöll, IG.»Frank­furt, 4:20,3; 2. Lohberger, Eintracht Frankfurt, 4:23,6; 3. Kaufmann, F.°Spv. Frankfurt, 4:26,4 Minuten.

Klasse II.

1000 - Meter - Lauf: 1. Kaufmann, F.° Spv. Frankfurt 2:44,5; 2. Lohberger, Eintracht Frankfurt, 2:46,5; 3. Wöll. JG.°Frankfurt 2:48,8 Minuten.

Speerwerfen: 1. Wiener, Tv. Dad-Rau- heim 49,12; 2. Hotter, Sportklub 80 Frankfurt, 45,95; 3. Rothermel, Mtv. Gießen, 44,42 Meter.

Hochsprung: 1. Pfeffer, Tv. 1846 Gießen, 1,61; 2. Grabke, Eintracht Frankfurt, 161; 3. Wihel, Eintracht Frankfurt. 1,61 Meter. Durch Stechen entschieden.

D.er Polizeisportverein Butzbach veranstaltete am vergangenen Sonntag auf dem idyllisch ge­legenen Sportplatz am Lustgarten zum ersten Male nationale leichtathletische Wettkämpfe. Der Ver­anstalter hatte hierzu maßgebende Vereine der .Umgebung verpflichtet, die denn auch leistungs­fähige Vertretungen entsandten. In erster Linie waren es die Frankfurter Eintrachtler, die in einem starken Aufgebot erschienen und die Mehrzahl der Siege an sich zu reiften vermochten. Allerdings erwuchsen ihnen in den Mannschaften des Sport­klubs 1880 Frankfurt und des JG.-Sportv. Frank­furt-Höchst ernsthafte und sehr gefährliche Kon­kurrenten. Mit dem zahlenmäßig stärksten Auf­gebot erschien allerdings die Spielvereinigung 1900, die zwar auf einige ihrer Leistungsfähigsten verzichten muftte, immerhin aber eine ausgezeich­nete Figur machte und eine Anzahl schöner Siege zu erringen vermochte. Auch der hiesige VfB. hatte Meldungen abgegeben und zog sich ehren- voll aus der Affäre. Besondere Aufmerksamkeit erregten jedoch die hiesigen Mtver, die sich in den Laufwettbewerben als außerordentlich befähigt erwiesen. Das überaus reichhaltige, fast etwas zu reichhalttge Programm des Tages brachte einige reitsportliche Vorführungen, die von dem zahlrech erschienenen Publikum mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt wurden. Bei denkbar günstigem Wetter nahm das Fest, das mit einem Handballspiel zwischen der Dataillonsmannschast von Gieften und der Städtemannschaft von Butz­bach feinen Abschluft (4:1 für Gieften) fand, einen glänzenden Verlaus. Den Siegern wurden sehr schöne Ehrenpreise, Plastiken. Plaketten, Me­daillen und Diplome zuteil. Die Abwicklung des Festes vollzog sich etwas schleppend. Der Ver­ein darf mit dem Erfolg dieses Tages sehr zu­frieden fein. Rachstehend die Ergebnisse, die wir im Auszug wiedergeben.

Dreikampf.

Klaffe I: 1. Grabke, Eintracht Frankfurt; 2. Himenz, Pol.-Spv. Mainz; 3. Kilo. VfL. Wetzlar.

10 0 - Meter - Lauf: 1. Unverzagt, Ein­tracht Frankfurt, 11,1; 2. Schäfer, Tv. Echzell, 11,2; 3. Schwab, T.- u. Spv. Butzbach, 11,4 Sekunden.

4 0 0 - M e ter - L au f: 1. Schilling, Eintracht Frankfurt, 53,3; 2. Ploch, Universität Gieften, 53,5; 3. Schäfer, Tv. Echzell, 58,9 Sekunden.

Klasse III.

400 - Meter- Lauf: 1. Arend, T.-u. Spv. Butzbach, 55,4; 2. Peterka, JG.-Frankfurt. 55,6; 3. Werner Hch, VfL. Wetzlar, 56,6 Sekunden.

Handgranaten » Werfen: 1. Münch, Pol.-Spv. Butzbach, 60,38; 2. Bender, Tv. Griedel, 60,35; 3. Müller, 1900 Gieften. 60,08 Meter.

Kugelstoßen: 1. Müller, 1900 Gießen, 12,74; 2. Luh, VfB. Gießen, 12,34; 3. Grabke, Ein­tracht Frankfurt, 12,03 Meter.

200-Meter-Lauf: 1. Fernem, Mtv. Gie­ßen, 23,8; 2. Helmle, JG.-Frankfurt, 24; 3. El» dracher, Pol.-Spv. Butzbach, 24,2 Sekunden.

Weitsprung: 1. Witzel, Eintracht Frank­furt, 6,19; 2. Brühl, Sportkl. 80 Frankfurt, 6,11; 3. Lindenstruth, Universität Gießen, 6,05 Meter.

4 X 10 0 - Meter - Staffel: 1. Eintracht Frankfurt, 44,9; 2. 1900 Gießen, 45,2; 3. Mtv. Gießen, 45,6 Sekunden.

10 X 1 z2 Bahnrunde: 1. Eintracht Frank­furt. 4:06.6; 2. Mtv. Gießen, 4:11,5; 3. 1900 Gie­ßen, 4:11,6 Minuten.

Olympische Staffel: 1. Sportklub 80 Frankfurt, 3:52,3; 2. Tv. Bad-Rauheim 4:09,3 Minuten.

500 - Meter - Lauf: 1. Siegel, Pol.»Spv. Frankfurt 16:09,3; 2. Linnedinger, Eintracht Frank­furt, 16:45; 3. Klein, JG.-Frankfurt. 17:18 Min. Außer Konkurrenz Gerhard, 1900 Gießen, 16:19 Minuten.

Deutsche TenniS-Meisterschasten.

In den Abendstunden des Montags gab es bei den Internationalen Deutschen Tennismeisterschaften auf den Plätzen der Hamburger Tennisgilde einige interessante Spiele. Der Argentinier B o y d konnte in einem harten Fünfsatzkampf den Rheinländer Nourney, der die beiden ersten Sätze gewonnen hatte, mit 5:7, 6:8, 6:3, 6:4, 6:1 ausschalten. Der Tscheche Siba fertigte den japanischen Davispokalspieler Kawachi 6:0, 6:4, 7:5 ab, während im Damen- einzel Aenne Peitz (Düsseldorf) zu einem bemer­kenswerten 6:4-, 4:6-, 7:5-Sieg über die polnische Meisterin Jedrzekowska kam.

Handball im Gau Hessen (O.T.)

Klein-Linden I Turnverein Rauborn I.

Die beiden genannten Mannschaften trugen in Klein-Linden ein Freundschaftsspiel aus. Die Gäste stellten eine schlagfertige Mannschaft, in der besonders der Tormann gefiel. In der ersten Halbzeit führte Rauborn 1:0, schließlich endete der Kampf mit einem unentschieden 2:2. Das Spiel der zweiten Mannschaften beider Vereine endete mit einem hohen Sieg der Klein-Lindener. Mit 10: 0 (4:0) mußten sich die Gäste geschlagen bekennen.

Turnverein Oroften-Cinben I gegen Turn- und Fechtklub Frankfurt Ib 5:3 (2:3).

Der Mannschaft des Turnvereins Großen-Lin- den gelang es, die Gäste aus Frankfurt zu

schlagen. Die Frankfurter hatten Anwurf, die Plahbesiher gingen jedoch zuerst in Führung. Die Gäste erzielten jedoch bald den Ausgleich, er­höhten sogar auf 3:1 und erst kurz vor Halbzeit gelang es den Großen-Lindenern ein Tor auf­zuholen. Rach dem Seitenwechsel kam der Gast­geber mehr in Fahrt, glich aus und konnte sogar auf 5:3 erhöhen. Die Schüler hatten die Schüler von Hochelheim zu Gast und gewannen 5:0.

Um die Handballmeisterschast des Südwestdeutschen TurnverbandeS.

Friedberg-Fauerbach Londorf 4:3 (3:3,1:3).

Am Sonntag trafen sich auf dem Sportplätze der Sp. Vg. 1900 Gießen die Gaumeister Fried­berg-Fauerbach und Londorf zum Entscheidungs­spiel um die Verbandsmeisterschaft des STV.

Eine Voraussage war schwer zu treffen, da man beide Mannschaften als gleich spielstark an­sprach. was auch der Verlauf des Spieles bewies.

Londorf fand sich rasch zusammen, begann das Spiel mit wuchtigen Vorstößen und konnte durch seinen Halblinken mit zwei unhaltbaren Schüssen bald in Führung gehen .Ein dritter Torschuft von Londorf war haltbar. Der Tormann von Londorf zeigte schon zu Anfang glänzende Pa­raden. Rur ein Ball, der von der Latte-absprang, fand den Weg ins Tor. Halbzeit 3:1 für Lon­dorf. Die Verteidigung Londorfs gefiel durch sichere Abwehr, während bei Friedberg-Fauer­bach der Sturm durch flüssiges Zuspiel mehr zur Geltung kam. Zwei unhaltbare Flachschüsse stell­ten das Ergebnis beim Abpfiff auf 3:3. In der Verlängerung wurde ein Spieler Londorfs vom Platz gestellt. Friedberg-Fauerbach spielte so­dann überlegen und konnte mit dem Torresultat 4:3 als Verbandsmeister das Treffen beenden.

Handball im TV. Lang-Göns.

To. Lang-Göns I To. Gambach I 9:2 (3:0).

An Sonntag hatte sich die 1. Mannschaft die gleiche des Tv. Gambach zu einem Freundschaftsspiel ver­pflichtet. Der Gegner stellte eine flinke und schnelle Mannschaft ins Feld, die sich iedoch nicht durchzu­setzen vermochte; ihre schnellen Angriffe wurden durch die aufopfernde Zerstörungsarbeit der Läuferreihe der Platzmannschaft rechtzeitig unterbunden ober scheiterten meist an der Aufmerksamkeit der vorzüg­lich arbeitenden Hintermannschaft. Der Sturm zeigte gutes Kombinationsspiel und lieft es auch an der nötigen Schuftfreudigkeit nicht fehlen.

Tv. Laug-Göns II Tv. Klein-Rechlenbach I 5:1 (3:0).

Die 2. Mannschaft trat nach der Niederlage vom Vorsonntag in veränderter Aufstellung an und war­tete mit einer angenehmen Ueberraschung auf. Sie hat in diesem Spiel gezeigt, daß sie sich durch schnelle Kombination und die nötige Schuftfreudigkeit auch gegen einen körperlich überlegenen Gegner durch- setzen kann.

Briefkasten der Redaktion.

(Nechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

5.300. Der Ches ist zu diesem Gehaltsabzug nicht berechtigt.

Wirtschaft.

* Stand der Saaten im Deutschen Reich Anfang August. Die anfangs trockene, später niederschlagsreiche und im letzten Julidrittel wiederum trockene Witterung war der Entwicklung der Feldfrüchte im allgemeinen zu­träglich. Beim Getreide konnten die Erntearbei- ten im allgemeinen schon in der ersten Julihälfte begonnen werden. Stellenweise haben allerdings um die Mitte des Monats heftige Stürme und Gewitterschauer die Erntearbeiten erschwert und verzögert und auch die Ertragsaussichten, nament­lich hinsichtlich der Qualität, durch Lagerungs­schäden beeinträchtigt. Räheres über den Ausfall der Getreideernte, die bereits weitgehend zum Abschluft gebracht ist, wird sich aus der demnächst zur Veröffentlichung gelangenden Weizenernte- vorschähung ergeben. Dem Wachstum der Hack­früchte waren die Riederschläge im zweiten Iuli- drittel fast überall förderlich; nur bei den Früh­kartoffeln konnten die Trockenschäden des Vor­monats nicht mehr behoben werden. Besonders vorteilhaft wirkte sich die Juliwitterung auf die Entwicklung der Zucker- und Runkelrüben aus. Der Stand der gewöhnlichen Futterpflanzen so­wie der Wiesen und Weiden wird vielfach etwas ungünstiger beurteilt als im Vormonat, ist aber im ganzen als befriedigend anzusehen. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 gleich gut, 3 gleich mittel, 4 gleich gering ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende Begutachtung: Früh­kartoffeln 2,7 (im Vormonat 2,6), Spätkartoffeln 2,5 (2,6), Zuckerrüben 2,6 (2,9), Runkelrüben 2,5 (2,8), Klee 2,9 (2,8), Luzerne 2,6 (2,7), bewässerte Wiesen 2,4 (2,1), andere Wiesen 2,6 (2,4).

* Drei-Tage-Kur zarbeit bei Opel. In den Opelwerken wird die Arbeit heute wieder auf- genommen. In dieser Woche wird nur an drei Tagen gearbeitet, und auch für die nächsten Wochen ist mit der Beibehaltung der Drei-Tage-Kurzarbeit zu rechnen.

* Be i der I. Reeh AG., Dillenburg, stehen einem Produktionsüberschuft von (in Millio­nen Reichsmark) 0,77 Geschäftsunkosten in Hohe von 0,13. Lohnzahlungen von 0,36, Unkosten von 0,18, Steuern und Abschreibungen von 1,43 gegenüber. Der Verlust von 45 520 RM. wird durch den Ge- winnvortrag auf 23 655 RM. ermäßigt.

* Erhöhung des tschechoslowakischen D i s k o n t s a tz e s. Die Tschechoslowakische National­bank hat den Diskont mit Wirkung ab heute von 4 auf 5 v. H. erhöht.

Berliner Prodnktcnmarkt.

Berlin, 4. Aug. Im Mittelpunkte des In­teresses der heutigen Produktenbörse standen die Beratungen des Börsenvorstandes, die sich mit der Regelung des handelsrechtlichen Lieferungs­geschäftes zu befassen hatten. Falls die Staats­regierung keine Zwangsrcgulierung der Septem­ber- und Oktober-Engagements versucht, soll der Handel am Lieferungsmarkte am 6. August wieder ausgenommen und dann am Montag, dem 10. Au­gust fortgesetzt werden. Preismäßig war allgemein eine weitere Abschwächung zu verzeichnen, deren Hauptursache der sehr unbefriedigende Mehlabsatz ist. Da die Mühlen bei den gegenwärtigen Zah­lungsverhältnissen nur das Rotwendigste an Roh­material erwerben, führte das keineswegs dring­liche Jnlandangebot zu weiteren Preisabschlägen, die für Brotgetreide bis au 5 Mark pro Tonne betrugen. Weizen- und Aoggenmehle sind selbst bei weiteren Preiskonzessionen der Mühlen schwer unterzubringen. Hafer ausreichend offeriert, die

Gebote lauten im allgemeinen 2 Mark niedriger als gestern; verschiedentlich zeigt sich Angebot von Hafer neuer Ernte zur kurzfristigen Verladung. Das Angebot» von Sommergerste ist allgemein ziemlich stark, der Absatz gestaltet sich sehr schwie­rig. Auch für Wintergerste sind Forderungen und Gebote schwer in Einklang zu bringen. Es notier:en (1000 Kilo): Weizen, märkischer (neue Ernte) 183 bis 190 (matt), derselbe, 80 Kilo 203 (matt); Roggen, märkischer (neue Ernte) 139 bis 140

Gchweinemarkt in Gießen.

Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 184 Ferkel, 3 Läufer und 2 Einleger aufgetrieben. Ferkel bis acht Wochen alt kosteten 10 bis 14 RM., sechs bis acht Wochen alte Tiere 14 bis 17 Mark, acht bis dreizehn Wochen alte Ferkel 17 bis 28 Mark. Für Läuferschweine wurden 40 bis 55 Mark und für Ein­leger 55 bis 65 Mark bezahlt. Der Geschäftsgang war schleppend, es verblieb Ueberftanb.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 5. Aug. Es wurden no­tiert: Weizen 220; Roggen 180; Wintergerste 170; Hafer, inländischer (alter Ernte) 185 bis 190; Wei­zenmehl. süddeutsches, Spez. 0 39,75 bis 40,50; Weizenmehl, niederrhein., Spez. 0 39,75 bis 40,25; Roggenmehl 26,45 bis 28,50; Weizenkleie 9,60 bis 9,75; Roggenkleie 9,85 bis 10 Mk. Tendenz: ruhig.

Vonknolen.

Berlin, 4 Au>ust

weid

Bries

Amerikanische Noten.......

4.200

4.220

Belgische Noten.........

58.43

58.67

Dänische Noten . ........

112.28

112,72

Englische Noten.........

20,39

20,47

französische Noten........

16.45

16,51

Holländische Noten........

169,36

170,04

Italienische Noten........

21,96

22,04

Norwegische Noten........

112.28

112,72

Deutsch-Oesterreich, A 100 Schilling

59.07

59.31

Rumänische Noten..... . .

2,48

2.50

Schwedische Noten........

112,33

112,77

Schweizer Noten.........

8i,8l

82,13

Spanische Noten.........

37,27

37,43

Ungarische Noten........

73,10

73,40

Deoifenmarft Berlin --Frankfurt a. 2H.

4. August

5. August

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

(Rrlh

Brie,

Gelb

Briet

Helsingsor» .

10,59

10,61

10,588

10,608

Wien....

59.15

59,27

59,15

59,27

Prag . . .

12,47

12,49

12,467

12,487

Budapest. .

73,43

73,57

73,43

73,57

Sofia . . .

3,052

3,048

3,052

3,058

Holland . .

169,78

170,12

169,63

169,97

Ctio ....

112,59

112,81

112,44

112,66

Kopenhagen.

112,56

112,78

112,44

112,66

Stockholm .

112,59

112.81

112,49

112,71

London. . .

20,455

20.495

20,43

20,47

Buenos AtrcS

1,234

1,238

1,178

1,182

Neunork . .

4,209

4,217

4.209

4.217

Brüssel. . .

58,71

58,83

58,67

58.79

Italien. . .

22,06

22,10

22,00

22,04

Paris . . .

16,50

16,54

16,50

16,54

Schweiz . .

82,01

82.17

82,04

82,17

Spanien . .

37,51

37,59

36,86

36,94

Danzig'. . .

81.32

81,48

81,47

81,63

Japan . . .

2.080

2,084

2,080

2,084

Rio de Ian..

0,281

0,283

0,274

0,276

Jugoslawien.

7,458

7,472

7,453

7,467

Lissabon . .

18,60

18,64

18,53

18,57

Kirchliche Nachrichten.

Donnerstag, den 6. August.

Gieften. 17.30 Uhr: Beichte.

Freitag, den 7. August.

Gieften. 6.30 Uhr: Segensamt. Lich. 6.15z

Segensmesse, , . v