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weder die den Gemeinden erteilte Ermächtigung, ihre Gewerbesteuern nach den Grundlagen des vor- johres endgültig zu erheben, zurückzuziehen, oder zum mindesten die Gemeinden anzuweisen, daß eine anderweitige Verrechnung der gemeindlichen Ge­werbesteuern aus Billigkeitsgründen schon danck Platz zu greifen habe, wenn sich entweder das An­lage- und Betriebskapital oder der Ertrag um mindestens 20 o. H. oerringert habe.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

Hausen, S Aug Bei der am 2. August statt- gefundenen Beigeordnetenwahl wurde der Schreinermeister Ludwig S ch e p p mit 203 Stimmen gewählt. Der Gegenkandidat Wilhelm Schar dt er­hielt nur 104 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 80 v. S).

Lich. 4. Aug. Die beim Postamt Lich neu- eingerichtete Landkraftpost verkehrt Dom 17. August ab und berührt folgende Ork: Arn-» bürg, Hof Düll, Dorf-Gill, Eberstadt. Ober- Hörgern, Münzenberg. Tca.»-Münzenberg, Mu» schenheim, Birklar, Bettenhausen. Lang-dorf, Hungen. Dilllngen, Donnenroth, Röthges, Hes- fenbrücken-Hammer. Münster, Ober-Bessingen, Dieder-Dessingen, Lich. An Werktagen verkehrt die Landkraslpost Atoetmal, an Sonn- und ersten Feiertagen einmal (nur 1. Fahrt). Die erste Fahrt beginnt um 7.30 und endigt um 10.34, die zweite Fahrt beginnt um 14.33 und endigt um 17.34. Deden der Beförderung von Post­sendustgen ist Personenbeförderung mit Reisegepäck in beschränktem Mahr zugelassen, lieber die Mitnahme von Reisenden entscheidet der Fahrer, der gleichAeitig di« Fahrschein« ver­kauft. Die seither in den Lanborten Arnsburg. Dorf-Gill, Eberstadt, Ober-Hörgern, Trais-Mün- Aenberg. Muschenhelm, Birklar, Dettenhausen, Donnenroth. Röthges, Münster, Ober-Defsinacn und D'.eber-Dessingen befindlichen Posthilfs- st eilen sind in Po st stellen umgewandelt, während die Postagentur Billingen (seither zum Postamt Hungen juqebörig), dem Postamt Lich Augeteilt wurde. Die Poststellen haben voll« Annahme- und AuSgabebefugnis. Die mit der ersten Fahrt eingehenden Postsendungen jeder Art werden alSoald zugcstellt, die mit der 2. Fahrt eingehenden Sendungen durch die Post­stelle zur Abholung bereitgchalten.

l. Hungen, 4. Aug. Zu dem am Montag hier abgehaltenen Ferkel- und Ziegen­markt waren 512 Ferkel und 171 Ziegen auf- «trieben. Das Zuchtmaterial, das zum Berkaus stand, ertmeS sich als sehr gut. Der Handel in Böcken ging flott vonstatten. Die Preise bewegten sich zwischen 45 und 80 Mark. Ziegen- undMutter- lämmer wurden ebenfalls gern« gekauft. Der Handel auf dem Fcrkelmarkt bewegte sich in engen Grenzen. GS verblieb lleberstand. Es ko- steten: biS zu 6 Wochen alte Tier« 8 bis 12 Mark, 6 hiS 7 Wochen alt« Ferkel 12 bis 14Mark, für 9 b-iS 13 Wochen alt« Tiere wurden 19 bis 25 Mark bezahlt. Mit dem Ziegenmarkt war ein« Prämiierung verbunden, die folgende- Er- gebni» (das wir auszugsweise wiedergeben) zei­tigt«:

ÄLaffe 1: Ddck«. 2 Jahre und älter. 1. Ge­meinde Hattenrod (I); 2. Gemeinde Drosten- Duseck: 3. Gemeinde Laubach (II).

Klasse 2: Böcke, 1 Jahr und älter: 1. Ge­meinde Laubach (I); 2. Otto Rühl, lltphe A.

Klasse 3: Zi egen, 3 Jahre und älter: 1. Hch Rühl II.. Utphe (1): 2. Ehr. Scheid VI., Grohen- Buseck (I); 3. Hch Münster. Hattenrod (I); 4. Hch. Rau IV.. Hattenrod (I); 5. Friedr. Stauf. Utphe

Der Sternhimmel im August.

Sonnenaufgang von 4.20 bi» 5.10 Uhr. Son­nenuntergang von 19.50 bis 18.50 Uhr. Licht- geftalten des Mondes: Letzte- Diertel am 6. um 17 Uhr. 1. Diertel am 20. um 13 Uhr, Dollmond am 28. um 4 Uhr.

rnfh Jrn August sind es meist zwei Ereignisse, die die Aufmerksamkeit des Sternenfreundes auf sich ziehen, nämlich da» Hervortreten der Milch­

Dte Milchstraße wird namentlich zu Ende des Monats in den späten Abendstunden schön sicht­bar. Der Saturn, der wiederum wie im Dor» nronat der einzige leicht und ohne Mühe sichtbar« Wandelstern ist. bezeichnet ungefähr die Stell«, wo sich die Milchstraße über den Horizont er­hebt. und gleichzeitig auch die Stell«, wo sie den Tterkreisgürtrl schneidet. Don den weiteren Ticr-

STABEN

STEII

Mond: D t Viertel © Vollmond d letztes Viertel

'Q Venus

(^Jupiter

<Q,Safurn

Sterne;

Kieme Buch- v stoben

Der die 24 Stmdcnsahlcn eon Afuw» nacht bit Miner nacht einer Taft ent­haltende Kren und die dich punhiiem Linie, der togenannte Hwvient, und frei- Hebend xu denken. Der Sternhimmel dreh lieh tarnt dem auf Mitternacht tilgenden geraden Pfeil gewissermaßen dem Zei­ger der Himmelruhr in 23 Stunden und 56 Minuten ün Sinne dex gebogenen Pfeile einmal um reinen Mittelpunkt. Der eingeseichnete Horizont umrahmt die xu der Stunde, auf die der gerade Pfeil xeigt, um die Monatsmiete sicht­baren Sterne. Untere Karte reigt alte den Zustand um Mitternacht der Ma­natsmitte. Will man tu einer anderen Stunde beobachten, io denke man tick den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil m gedreht, daß dieser auf die Be- obaehtungntunde reigt; dadurch werden die tu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Hör iso nt hin- eingodreht. Für je 5 Tage vor der Mo­nats mitte ist der gerade Pfeil Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monats- mitte *i Stunde spater xu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellun­gen ein, icenn er die angedeutele Licht- gestalt reigt.

straste und der Sternschnuppenschwarm der Per- seiden, so benannt, weil die Rückwärlsverlange- rungen der Sternschnuppen in das Sternbild des PerseuS führen, in dem sie, wie der FachauS- druck lautet, ihren .Radiationspunkt" haben. Der Zusammenhang der Sternschnuppen mit dem Sternbild ist selbstverständlich nur scheinbar: denn zum Unterschied von Leuchtkugeln und ähnlichen Erscheinungen, die in der Tat auS der Tiefe des Fiksternhimmels stammen, gehören die Stern­schnuppen au unserer Sonnenwelt. Die 'Beobach­tung des Abendhimmels, namentlich vom 8. bis zu 13., kann warm empfohlen werden. Dach dem 10. August, an dem im Kalender der Dame .Lau­rentius" steht, heißen die Sternschnuppen auch LaurentiuSschwarm oder auch, noch poetischer aus­gedrückt. Tränen des heiligen Laurentius.

kreisbildern erblicken wir dann im Süden den sich nie hoch über den Horizont erhebenden Steinbock und den etwas günstiger südlich Dom PegasuS stehenden Wassermann In allerdings sehr spä­ter Abendstunde wird auch der Fomalhaut sicht­bar, weil er der südlichst« aller bei unS sicht­baren Fissterne ist.

Mit den Wandelskrnen ist In Diesem Monat nicht allzuviel Staat zu machen. Sie stehen sämt­lich der Sonne zu nah. doch kann die Denu» am Ansang des MonatS und der Jupiter am Ende am Morgenhimrnel kurze Zeit gesehen werden, während der MarS und zwar auf sehr lange Zeit hinaus gänzlich unsichtbar wird. Wir werden ihn im Verlauf deS ganzen JahreS nicht mehr zu sehen bekommen. Küftermann.

(II): 6. Wilh. Wagner IX.. Vrosttn-Duseck (II): 7. Hch. Wagner III., Grohen-Duseck (II); 8. Wilh. Dorr, Lich (II); 9. Hch. Konr. Köhler. Betten­hausen (II); 10. Dalth. Philipp III., Steinberg (II); 11. Gotth. Stein, Ettingshausen. 12. Wilh. Keil II.

Klasse 4: Zweijährige Ziegen: 1. Wilh. Wagner I.. Grostcn-Duseck (I); 2. Karl Gör- lach HL, Eberstadt (l); 3 Peter Dietz l., Lich (I); 4. Karl Otto Jäger, Laubach (II); 5. Heinrich Münster, Hattenrod (II); 6. Wilhelm Münster. Haltenrod (II).

Klasse 5: Einjährige Ziegen: 1. Hch. Rau IV.. Hattenrod (I); 2. Hch. Jost. Ettings- hausen (I); 3. Hch. Scheid III.), Harbach (II);

4. Jakob Daumann, Laubach (II); 5. Karl Stark, Ettingshausen (II).

Klasse 6: Zeilziegen: 1. Hch. Münster Hattenrod (II); 2. Hch. Stengel. Laubach (II); 3. Wilh. Keil II., Ettingshausen (II); 4. Ernst Mehl, Holzheim.

Kreis Büdingen

-f- Unter-Schmitten, 4. Aug. Bei dem jüngsten Gewitter, das sich im Vogelsberg entwickelte und südlich zog, schlug der Blitz un- weit des Dorfes in einen Fruchthaufen. DaS Getreide wurde ein Raub der Flammen.

* Hirzenhain (Oberheffen), 4 Aug. Die für den Sonntag vorgesehene Stichwahl zwischen den Beigeordnetenkandidaten Birx und Bilme ter

Sin Denkmal für bat Sannoversche Pftrb.

In Verden an der Aller wurde ein Denkmal für da« hannoversche Pferd durch die Provinzialverbände der hannoverschen Züchter und ländlichen Rcitcrverein« eingeweiht.

wird nicht stattfindkn, da der Kandidat Birx zu­gunsten des Kandidaten Otto H e n ch e verzichtet hat. ffe wird nunmehr ein neuer Wohlgang zwischen Otto Henche und Dilmeter notwendig.

KrciS Schotten.

Ober-Schmitten, 4 Aug Ein be­ladener Erntewagen geriet gestern beim Au-weichen auf ein« Böschung und stürzte u m. Eine daraufsitzende Frau fiel dabei so unglück­lich. daß sie einen Unterschenkelbruch erlitt.

h- Sichelsdorf, 3. Aug. In einem Frucht­feld unweit des Dorf«- fand man einen toten Rehbock. Die Untersuchung ergab, daß da» Tier durch einen Schuß au» einem Kleinkaliber­gewehr getötet war. In Jägerkreisen vermutet man, daß der Bock von einem Wilderer erlegt wurde, der ihn in dem Getreidefeld nicht mehr finden konnte.

Kreis -llsfcld

-er. Homberg a. d. O.. 2. Aug. Den Be­mühungen des hiesigen Derkehr-vereinS ist es gelungen, daß nunmehr auch Sonntagsfahrkarten von hier nach Dießen und nach Alsfeld zur Ausgabe gelangen. Postsekretär M« yr« ih Dom hiesigen Postamt wurde mit Wirkung ab 1. August nach Rüsselsheim (KreiS Groß-Gerau) Dersetzt.

preuhen.

Kreis Wetzlar.

j Hörnsheim, 3. Aug. Der 18 Jahre alte Landwirtssohn Walter Schwarz von hier erlitt beim Holzhauen einen Unfall. Es entglitt ihm die Axt und traf den Daumen der linken Hand. Dr. med. Wan von hier leistete die erste Hilfe und ordnete die Ueberführung in die Klinik zu Gießen an.

Eva am Strand

Roman non Hermann Weick.

27. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Helbing dachte an den kommenden Tag. und dn Gefühl beseligter Erwartung duvchströmle ihn.

Auch ich bin auf morgen sehr gespannt, da- tortnen Hie mir glauben, Herr Doktor!"

Der jubelnde Klang seiner Stimm« ließ Dr. Drannat aufhorchen. Forschend blickte er in Hel- binaS glückstrahlende- Gesicht.

..Ihnen ist wohl ein großer Stein vom Herzen gefallen, seit wir Fräulein Willer gerettet wis­sen". sprach er mit begreifendem Lächeln.Die Dam« scheint Ihnen näher zu stehen, al» sie zu­geben wollten!"

Helbing empfand plötzlich da» Bedürfnis, feine unbändige Freude einem anderen Menschen mit- zuteileß.

Ja. ich liebe Fräulein Willer sehr! Ich verschloß bisher dieses Gefühl in mir, weil ich glaubte, Fräulein Willer gleichgültig zu fein. Heute abenb machte ich aber eine Ent­deckung, die mich eines Besseren belehrt«. Ohne Eassianus äkbcrfall aus Fräulein Willer hätte ich vielleicht diese Wahrnehmung nie gemacht!"

Dr. Drannat lachte vor sich hin.

Da hat dieser Verbrecher wenigstens einmal tm Leben ein gute» Werk verrichtet!"

XXVI.

Auf flehentliche-Bitten deS Hotelbesitzers, der für den Ruf feine» angesehenen HaukeS fürchtete, wurde alles getan, um den nächtlichen Vorfall zu vertuschen. Dr. Drannat hatte festgestellt, daß Eassianu tatsächlich keinem anderen Hotelzimmer außer jenem Eva Willer». wo ihn fein Schicksal erreichte, einen Desuch abgestattet hatte Die- mand von den sonstigen Hotelgästen war ge­schädigt werden; man brauchte die Herrschaften also nicht zu beunruhigen ...

Trotzdem sickerten Einzelheiten des nächtlichen Vorfalles durch; man sah neugierig«, auch Der- fterte Gesichter, im Frühstücks zimmer bildeten sich Gruppen, die erregt miteinander tuschelten, einige älebcrängfll.che wandten sich an di« Hotelleitung um Auskunft, ob sich das umlaufend c Gerücht bewahrheite; man beschwichtigte sie und stellte das Vorkommnis als durchaus belanglos hin.

Fritz Jason war gerade imBegriff, sich mit seiner Frau zum Badestrand zu begeben, wohin Lotte und Paul Bertram bereit» Dorausgegangen waren, als Dr. Brannat bei ihm erschien.

..Kriminalkommissar Dr. Brannat. fugte er und wies seine Legitimation vor.

Elsbeth Jason machte ein ängstliches Gesicht.

-Sie wünschen", fragte Jafon.

..Kann ich Hie unter Dier Augen sprechen, Herr 3afon?"

Oafon bat seine Frau, sie allein zu lassen.

..Du krauchst nicht zu erschrecken. Elsbech", sagte er, um sie zu beruhigen,es wird sich um die Eintruchsgeschichte von heute nacht han- öcül"

Auf Jasons Ausscrderung nahm Dr. Brannat Matz.

..Wie ich Ihren Worten entnehm«, Herr Ja­son. ist Ihnen der Vorfall, der sich in dieser Dacht im Hotel zuge:ragen hat, nicht unbekannt geblieben."

Man munkelt allerlei Don einem Heberfan auf Fräulein Willer, die Dame soll Derletzt fein..

Brannat unterbrach ihn.

Fräulein Willer. Don der ich gerade komm«, ist gesund und munter; allerdings hat der Täter, der bisher zu den Gästen be» Hotels zählte und es auf einen gehörigen Diebstahl bei Fräu­lein Willer abgesehen hatte, die junge Dam« ernstlich bedroht; er konnte aber rechtzeitig un­schädlich gemacht werden."

Daß derartiges in einem guten Holet vor- fommen kann!" Tagte Jason darauf vorwurfs­voll.

Daran ist daS Hotel unschuldig! Die Hvtol- leitung kann den Leuten nicht imm<r ansehen, was hinter ihrer Außenseite sich verbirgt."

Hie müßten sich die Leute ttotzdem besser an- suchen!"

Dr. Brannat lächelte unmerLlich.

DaS sollte jeder tun. der mit Leuten in Berührung kommt, die ihm bis dahin fremd waren!"

Etwas in den Worten des Kommissars machte Jason stutzig.

Gewiß ..."

Der Täter von heute nacht, ein der Polizei seit langem bekannter Hochstapler namens Cas- fianu, war übrigens nicht allein am Werk. Seine Komplizin, die bei seinen S rtiftaten stets be­teiligt ist. hatte auch diesmal ihre Hände im Spiel. Dähcres darüber weih ich noch nicht, glaub« aber es von Ihnen erfahren zu können. Herr Jason."

Von m <T fragte Jason ratio».

Die Komplizin EasfuanuS lebte hier unter dem Damen Sonja Bergmann."

Betnahe wäre Jason vom Stuhl gefallen. Ent­setzt sah cr den Kommissar an.

Sonja Bergmann? ..

Gewiß, nur heißt sie richtig Sonja Eassianu; sie ist nämlich mit Eassianu verheiratet!"

Jason war wie vor den Kops geschlagen. Träumt« er? Ganz unmöglich war ja, Wa­der Kommissar da erzählte? Wollte man einen Scherz mit ihm machen?

Ich kann das nicht glauben ..stammelte er hilflos.

Ich spreche von Tatsachen. Herr Jason? Bitte, wollen Sie mir jetzt auf meine Fragen wahr­heitsgemäß antworten! ... Wie lange kennen Sie Frau Eafsanu schon?"

Beschwörend hob Jason die Arme.

Sprechen Sie leiser. Herr Kommissar! Meine Frau darf nicht- hören!" Er atmete keuchend. Schweißtropfen standen ihm auf der Stirne. Seit fünf oder sechs Wochen kenne ich sie."

Sie standen in einem ... Tagen w r einmal: freundschaftlichen Verhältnis zu Frau Eassianu. Sie wurden oft in ihrer Gesellschaft gesehen."

Von wem?" fragte Jason rasch voll Angst.

Das ist hier nebensächlich. Hat Frau Eassianu Sie im Hotel besucht?"

Wohin denken Sie, Herr Kommissari Mein« Frau ..."

Ist Jhn«n nie etwas Verdächtiges im Be­nehmen der Dame ausgefallen? Hat sie sich bei Ihnen vielleicht nach den Verhältnissen im Hotel, nach dem einen oder anderen der Gäste erkun­digt? Bitte, besinnen Sie sich genau!"

Jasons Herz hämmerte wie rasend. Jetzt war alles vcr'oren!

Dun?" fragte Dr. Brannat ungeduldig

Ein verzweifelter Gedanke zuckte in Fritz Ja­son auf. Wenn cr die Wahrheit verschwieg, wer konnte ihm das nachweisen?

Da sah er aber die Augen de- Kommissars in durchdringender Schärfe aus sich gerichtet; willen­los berichtete er. welches Interesse Sonja Berg­mann stets an den Bewohnern des Hotels ge­nommen. w e sie sich besonders ausfallend nach Fräulein Willer erkundigt habe.

Dr Brannat war im Bild«.

Frau Eassianu hat also, bevor ihr Mann hier etniraf. daS Gelände sondiert; Sie. Herr Jason, haben ihr dabei ahnungslos geholfen!"

O Gott, o Gott!" jammerte Jason.

Er sah sich schon im Gerichtssaal stehen ... unbarmherzig fragte man ihn nach seinen Er­lebnissen nach Sonja ... mann, Fritz Jason, als vermeintlicher Liebhaber einer Hochstaplerin, die ihn düpiert hatte ... seine Frau, seine Tochter würden sich von ihm abwenden ... seine Bekann­ten würden chn verspotten, ihm den Reinfall gönnen ... ein Skandal ohnegleichen würde eS werden ...

Der Kommissar hatte sich erhoben.

Ihre Aussagen waren mir wertvoll; ich dank« Ihnen, Herr Jafon!"

Er wandte sich zum Gehen, da umklammert« Fritz Jafon feinen Arm.

Werde ich in diel« Sache hinein gezogen. Herr Kommissar? Gibt es keinen Ausweg, damit ich verschont bleibe? . . Ich bin doch ganz unschul­dig! Meine Frau wird diese Schänd« nicht über­leben ..

..Sie hätten vorher an Ihr« Frau denken müssen, lieber Herr Iafon!"

Hie haben ganA recht! Ich könnt« mich alten Esel ohr'eigen! Iw bin aber für meinen Seiten­sprung jetzt schon genug bestraft!"

Dr. Brannat schien Mitleid mit Jason, der als bejamrnernswerte Figur vor ihm stand, zu emp- finden.

Ich will sehen, waS sich tun läßt. Da ich Eas­sianu bei Ausführung des Verbrechens fassen konnte, der 5all allo ganz klar liegt, werden weitere Aussagen Ihrerseits wahrstAiickich sich erübrigen.

Ich bin Ihnen unendlich dankbar, Herr Kom­missar!" sagte Iason aufatmend unb nahm sich vor. Elsbech den Besuch Dr. Brannat» so hin­zu stellen, als hab« der Kommissar sich nur bei ihm erkundigen wollen, ob in der vergangenen Dacht auch m seinen, Jasons, Zimmern ein- gebrochen worden sei.

6me Frage drängte sich Jason plötzlich aus.

Ist Frau Eassianu ... ebenfalls festgenommen worden?"

Dr. Brannat macht« ein ärgerliches Gesicht.

Fürs erste scheint sie entkommen zu sein. Am Südstrand wurde heute nacht ein Boot entwendet; ich vermute, daß Frau Eassianu damit pum Fest­land gerudert ist. DaS zu ihrer Ergreifung Er­forderliche ist aber bereits in die Weg« geleitet; ich hoff«, daß sie nicht sehr weit kommen wird!"

Frtz Iason teilte dies« Hoffnung ganz und gar nicht; wenn es der Hochstaplerin gelang, endgültig zu entwischen, dann bestand für ihn Wohl gar kein« Gefahr mehr, In die peinliche Olffäre verwickelt zu werden.

Vielleicht hatte Sonja Glück ...

XXVII.

In großer Befangenheit nahm Eva Willer die Blumen, die Helbing ihr brachte.

Ich freue mich, daß es Ihnen wieder gut gebt, gnädiges Fräulein!" sprach Helbing und hielt Evas Hand, die sich ihm zaghaft entgegen» gestreckt hatte, mit festem Druck umschlossen.

Ein hilflose- Lächeln huschte über ihr blasse» Gesicht, das noch die Spuren der hinter ihr lie­genden seelischen Erschütterungen auswieS.

Etwas schwach bin ich noch", sagt« sie.Ich werde es aber bald überwunden Haven."

Sie fetzten sich. Ein kurzes Schweigen entstand.

DaS war «ine böse Geschichte!" sagt« Helbing dann.

Ein Er'chauern ping durch Evas Körper.

Ich kann eS letzt noch nicht recht fassen! Manchmal meine ich. es sei ein schwerer Traum gewesen! Grauenhaft war eS. als dieser Mensch in feiner schwarzen Maske plötzlich tote ein Ge­spenst auftauchte Ich dachte, ich sei verloren ...

Sie beugte sich vor. Heiße Erregung zitterte in ihrer Stimme.

Wenn Sie und Herr Dr. Brannat mir nicht -u Hille gekommen wären. lebte ich vielleicht nicht mehr! Wie soll ich Ihnen danken. Herr Helbing!"

Von Dank dürfen S.e nicht sprechen. Fräu­lein Willer! 3m Gegenteill Sie müßten mich schelten, wetl ich Sie nicht rechtzeittg vor diesem Verbrecher gewarnt habe! Ich mache mir deS- wea«n auch bitter« Vorwürfe! Ich hätte Ihnen diele schweren Ausregungen ersparen können!"

Eva Willer sah nachdenklich vor sich nieder. Dun hob sie den Kopf. Fragend waren ihre 21ugen auf Helbing gerichtet.

Herr Dr. Brannat sagte mir. daß Sie schon feu einiger Zeit wußten, wer dieser Vicomte d Alvez in Wirklichkeit war. Warum haben Sie «igenÄich nie mit mir darüber gesprochen?"

Hellnng Aögerte.

3<b wußte nicht, wie Sie meine Worte beu­ten werden ...ich fürchtete. Sie würden mit ncht q.auben, mich vielleicht al« Phantasten auslachen ..."

üH sicher nicht getan!" entgegnete ®Da Willer rasch, bestimmt.

weih? ..Ich Satte in [e6len aDtxben den Eindruck. als ob Sie nicht sonderlich Mit auf mich zu sprechen feien; da hielt ich es für geraten, meine Entdeckung für mich zu be- ^tcn- (Schluß folgt) .