Ausgabe 
5.3.1931
 
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von begonnene Konferenz hier forlgesührl wird, um zu einer Einigung über die künftige Gestaltung In­diens zu gelangen. Die Einigung hat auch in K o n- g r e h k r e i f e n große Befriedigung hervorgerufen. Der Vollzugsausschuß der Partei wird das Abkom- kommen endgültig annehmen und daraus die not­wendigen Schlüße ziehen, d.h. der Bewegung des zivilen Ungehorsams ein Ende machen. Der Voll­zugsausschuß wird dem vizekönlg seine Anerken- n u n g für die geleisteten Dienste aussprechen und in dieser weise die Bande zwischen Großbritannien und Indien festigen.

Kulturpolitische Debatte im Reichstag.

Berlin, 4. März. (DDZ.) Die zweite Be­ratung des Haushalts des Reichsinnenministe- riums wird fortgesetzt. Abg. Hesse (Dolksntl.) verlangt mehr Verantwortungsgefühl von onr Volksvertretern. Die Reichsreform müsse energisch angefaßt werden. Das Verständnis für diese Frage sei im Volke viel stärker, als viele Abgeordnete unb Regierungsvertreter glauben. In Berlin und in Bayern südlich des Mains fehle es leider vielfach an dem richtigen Ver­ständnis für diese große Gegenwartsausgabe. Die jetzt belanntgewordenen W a h l r e f o r m- pläne zielten nicht auf eine wirklich grund­sätzliche Abkehr von den Schäden des jetzigen Systems ab. D.e Einführung eines neunten Schul­jahres sei abzulehnen.

Abg. Freiherr v. Lhüngen (D. Lv.) er- klärt: Die Radikalisierung der Jugend sei ein Vorteil und ein Vorrecht unserer Jugend zu verwerfen aber sei die Politisierung der 3u- gend in zu frühem Alter. Seine Fraktion for­dere daher die Hinaufsehung des Wahl­alters. Man möchte der deutschen Jugend den alten guten Kaseracnhof wünschen. Solange dies nicht möglich sei müsse jede sportliche Betätigung weitgehend unterstützt werden.

Abg. T o r g l e r (Komm.) meint unter Hinweis auf das Ergebnis der letzten Braunschweiger Wahlen, die Offensive des Kommunis­mus beginne erst, und sie werde sich auf allen Gebieten verstärken. Gegen die deutliche Willens­kundgebung des Volkes bleibe die Brüning-Re­gierung als Exekutivorgan des Faschismus mit sozialdemokratischer Unterstützung. Die Geduld der Massen in Deutschland werde bald reihen. Im Gegensatz zum deutschen Massenelend bestehe in Sowjetruhland keine Arbeitslosigkeit. Unter dem FirmenschildKampf gegen den Kultur­bolschewismus" werde tatsächlich der Kampf ge­führt gegen jede freiheitliche Regung der Ar­beiterschaft. Kein Ehrlicher kann leugnen, dah der kulturelle Wert der russischen Filme turm­hoch steht über dem Kitsch und erotischen Dreck der Hugenberg-Filmindustrie.

Aba Löwen st ein (Soz.) wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Mumm $um Reicys, chulgeseh und meint, die Sozial­demokraten würden ein solches Gesetz nur an- nehmen, wenn es die Verfassungsgrundsähe nicht verletzt. Mit dem Schlagwort Kulturbolschewis­mus" werde ein übler Mihbrauch getrieben. Die kirchlichen Gemeinschaften sollten die Toleranz, die sie für sich verlangen, auch dem Freidenkertum gegenüber zeigen. Daran fehle es aber leider vielfach. Die Arbeiterklasse habe ein Recht dar­auf, ihrer Iugend die gleiche höhere Schulbildung angedeihen zu lassen, die jetzt ein Privileg der Besitzenden sei. Darum müsse die Berufs­schule ausgebaut werden, darum sei auch das neunte Schuljahr notwendig.

Abg. H o f m a n n-Ludwigshafen (Z.) weist auf die große kulturelle Bedeutung des Rundfunks hin, dessen Hörerschaft in Deutschland jetzt schon 3,5 Millionen überschritten habe. Gewiß werde vom Rundfunk noch viel Schund und Kitsch geboten, aber hier sei der Weg offen für grund­legende Reformen. Das Reichsbühnenge- s e h sollte endlich fommen. Ein Re i ch s s ch u l - geseh, in dem Gewissenfreiheit und Elternrecht gewahrt werden, muß endlich kommen. Es fragt sich nur, ob der gegenwärtige Reichstag die Kraft besitzt, eine so große Kulturaufgabe zu erfüllen. Der Redner seht sich dann für stärkere For­derung der Turn- und Sportbe­wegung der Iugend ein.

Don den Kommunisten ist ein Mihtrauens- antrag gegen den Innenminister Dr. Wirth ein­gegangen.

Weiterberatung: Donnerstag.

Das Floitenbauprogramm.

Berlin, 5. März. (ERB.) Das Baupro­gramm der Relchsmarineleitung, das dem Reichs- Haushaltsplan beigegeben ist, besteht mit Rück­sicht auf die ungünstige Finanzlage aus zwei Teilen. Der erste Teil des Programmes sieht unter anderem den unaufschiebbaren Er­satz der vier ältesten Panzerschifse vor. Der zweite Teil wird später den Ersatz der übrigen uns belassenen vier Panzerschiffe sowie der letzten drei Kreuzer enthalten. Das Panzerschiff A soll im Laufe des Iahres 1932 und das Panzerschiff B, für das jetzt die erste Rate in Höhe von 10,8 Millionen angefordert wird, bis zum Iahre 1934 fertiggestellt werden. Für das Panzer­schiff A, ErsahPreuße n", werden ein­schließlich der Armierungen in diesem Haushalt 18.8 Millionen angefordert. Weiter enthält der Haushalt 1931 29,7 Millionen Mark für Reu- bauten, 2,1 Millionen Mark für Torpedoarmie­rungen, so daß der Gesamtbetrag für Schiffs­bauten und Armierungen rund 50 Millionen gegenüber 40,8 Millionen im Vorjahre beträgt.

Aus aller Welt-

Die Finanznot Wiesbadens.

Der Stadt Wiesbaden waren von der Staaisregierung 200000 Mk. aus de rn Fonds der Westhilfe als Bechilfe in Aussicht ge­stellt worden, wenn sie bis zum 1. Februar die Bier st euer erhöht hatte. Die Stadtver­ordnetenversammlung lehnte die Erhöhung der Biersteuer ab. Auf die von dem Magistrat in Berlin erhobenen Vorstellungen, der Stadt die 200 000 Mk auch ohne Erhöhung der Bier steuer auszuzahlen, ist dem Magistrat vom Minister Se- vering nachstehendes Schreiben zugegangen:An­ge ichts der Knappheit der für überlastete Gemein­den zur Aufrechterhaltung der Verwaltung xur Verfügung stehenden Mittel muß bei der Dertei- lung Wert darauf gelegt werden, daß die für eine Beihilfe in Frage kommenden Gemeinden ihrer­seits alle Möglichkeiten zur Dehe-

Belgiens Anschluß an die Entente.

Minister Hymans erläutert das belgisch-französische Militärabkommen unb unterstreicht seinen defensiven Charakter gegen Deutschland.

Brüssel, 4. März. (WTB.) In der Kammer machte Außenminister Hymans Darlegungen über den gegenwärtigen internationalen Status Belgiens. Er sprach von der Ä e u t r a l i - t ä t, die dem Königreich bei seiner Entstehung von den Mächten auferlegt wurde, die Belgien unbestreitbare Dienste geleistet habe, die aber infolge des Verschwindens des europäischen Gleichgewichtsshstems, auf dem sie beruhte, hin­fällig geworden sei. Belgien habe die Heber» zeugung, dah öie Entente zwischen Eng­land und Frankreich die festeste Grundlage des europäischen Friedens sei. Deshalb habe sich Belgien bemüht, durch Verhandlungen, die sich unmittelbar an den Abschluß des Friedens an­schlossen. von ißrer Seite neue Garantien zu erhalten. Die Verhandlungen mit Frank­reich führten zum Ziel. Am 7. September 1920 kam zwischen dem französischen und dem belgischen General st ab ein Ab­kommen zustande, das die beiden Regierungen genehmigten.

In gewissen Kreisen hat man das Abkommen so hingestellt, als ob es eine Beschränkung unserer Unabhängigkeit zur Folge habe und als ob es dem Lande Lasten, Ausgaben und eine bestimmte Politik auferlege. Das Abkommen von 1920 enthält nur militärische Des en- sivmaßnahmen, die von den Führern der beiden Armeen im Hinblick auf die Sven ualität «einet gemeinsamen Aktion der beiden Staaten zur Abwehr eines nicht provozierten Angriffes seitens Deutschlands auf eines der beiden Länder festgelegt wurden. Das Abkommen achtet die Selbständigkeit jedes Staa­tes. Es macht nämlich zwei ausdrückliche Vor­behalte:

1. Ieder Staat behält die völlig souveräne Entscheidung über die militärischen Saften, die er seinem Lande aufzuerlegen hat. Infolge­dessen hat Belgien wie Frankreich das Recht, nach seinem Ermessen fein Militärregime und fein Verteidigungssystem zu regeln.

2. Ieder Staat beurteilt souverän und in jedem Einzelfall den Eintritt der Eventuali­tät im Hinblick auf die das Abkommen abge­

schlossen worden ist. Mit anderen Worten, die beiden Staaten werden jeder nach den Um­ständen zu entscheiden haben, ob Anlaß zur Zusammenarbeit notwendig ist oder "^cht.

Es ist falsch und unsinnig, sich vor ustellen, daß das Abkommen kriegerische u.. imperia­listische Kombinationen erfülle. Es ist falsch und unsinnig, es als eine Alliance hinzustellen, die unsere Politik unter die Botmäßigkeit der fran­zösischen Politik bringt. Unsere Garantie- und Unterftühungsverpflichtungen sind bestimmt durch die Verträge von Locarno, die übrigens England dieselben Verpflichtungen wie Belgien und Frankreich auferlegen. Das fran­zösisch-belgische Militär-Abkommen bezog sich auf einen einzigen Fall, einen nicht provozierten deutschen Angriff auf Belgien oder Frankreich. Dieser Fall ist einer von denjenigen, die der Rheinpakt ausdrücklich vorsieht. Aber der Rhein­pakt erstreckt die Garantie, die gegenseitige Hilfe­leistung auch auf den Fall der Verletzung der Artikel 42 und 43 des Versailler Vertrages, die sich auf die entmilitarisierteRhein- landzvne beziehen. Der Rheinpakt ist prä­ziser, formeller, feierlicher als das französisch- belgische Abkommen, das kein Vertrag im eigent­lichen Sinne des Wortes ist. Er deckt sich mit ihm und erweitert ihn und gibt Belgien und Frankreich das Recht, im Hinblick auf eine Verletzung durch Deutschland die zur Abwehr der Gefahr geeigneten militärischen M a ß- nahmen v o r zu be r e i te n und zu ver­einbaren. Reuerdings hätten die Vertreter der Großmächte in Genf ihren Friedenswillen betont, aber man müsse immer mit einem plötz­lichen Erwachen nationalistischer Leidenschaften rechnen. Deshalb sei es die Pflicht eines um seine Zukunft besorgten Landes, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um den Schutz seiner Grenzen zu sichern und jeder Versuchung zu begegnen, sich seiner zu bedienen und es zu vergewaltigen. Es werde die Waffen nur ergrei­fen, um seinen Boden und feine Unabhängigkeit zu stützen und um die Pflichten, die ihm fein Status diktiert, zu erfüllen.

Oie Verwaltungsreform in Hessen

Vorläufig keine Aufhebung von Kreisen.

2) a r m ft a b t, 4. März. (WSN.) Der Finanz­ausschuß beriet Kapitel 31Provinzialbirettionen unb Kreisämter". In der Vormerkung im Etat heißt es: Die außergewöhnliche Zuspitzung der Wirt­schaftskrise unb die damit verbundene schwere finan­zielle Bedrängnis der Gemeinden läßt es nicht angebracht erscheinen, eine so tief einschneidende Maßnahme, wie es die Aushebung von Kreisämtern bedeuten wurde, gerade in diesem Zeitpunkte durchzuführen. Das Zen­trum legte einen Antrag vor, die Grenz- ziehung der Kreise unter dem Gesichtspunkt der veränderten Derkehrsoerhältnisse nachzuprüfen. Ein sozialdemokratischer Antrag wünscht Einwirkung der Regierung auf die Körper­schaften des öffentlichen Rechts, daß für die D i e n ft I e i ft u n g e n nicht staatliche Beamte, son­dern möglich st erwerbslose Ange st eilte und Personen aus den freien Berufen herangezogen werden.

Die Volksrechtspartei wünscht die Einführung der polizeilichen Strafverfügungen. Der Antrag wird vom Ausschuß einmütig angenommen.

In der Aussprache wurde von der Deutschen D o l k s p a r t e i der Genugtuung Ausdruck gegeben, daß die Regierung und auch die Regierungsparteien die gegen die Aufhebung von Kreisämtern erhobenen schweren Bedenken jetzt anerkennen und von der geplanten Maßnahme Abstand nehmen. Die hessische innere Verwaltung dürfe man als gut be­zeichnen. Doch habe die Volkspartei an der Glie­derung Prooinzialdirektion und Kreisamt man­cherlei auszusetzen. Mit aller Entschiedenheit wehre sich die Volkspartei gegen die Tendenz, Aufgaben der Kreise zu beschneiden unb diese auszuhöhlen, um da­für die Provinzialverwaltungen auszubauen. Die Provinzialdirektionen könne man als Zweckoerbände der in ihren Kompetenzen auszubauenden Kreise behandeln, doch sei ein zu wählender Selbstver- waltungskörper, wie Provinzialtag unb Provinzial­ausschuß nicht notwendig. Der Landbund­antrag, die Prooinzialverwaltung aufzuheben, sei im jetzigen Zeitpunkt zu weitgehend, da erst die Aufgaben der Provinzen geändert werden müßten.

Der ßanbbunb beantragte, die Ausgaben bei den Kreisoerwallungen durch Personaloerminderung zu senken unb die sämtlichen lokalen Verwal­tungsstellen den Kreisämtern zu unter­stellen. Eine Aufhebung von Kreisämtern lehne der ßanbbunb ab.

Das Zentrum hielt bis Frage der Aufhebung von Kreisämtern für nicht spruchreif, weshalb die Regierung das Problem in einer Denkschrift be handeln und Vorschläge machen solle. Die Ver­gütungen, die von den Selbstverwaltungskörpern des Reiches vielfach an staatliche Beamte für Neben­arbeit gezahlt würden, sollten begrenzt werden. Von sozialdemokratischer Seite wird gewarnt, ohne genaue Ueberlegung an die Auf Hebung der Provinzen heranzugehen. Die lieber» tragung der Straßenverwaltung an b i e Provinzen bedeute organisatorisch und sach­

lich einen Fortschritt. Zweifelhaft sei, ob durch die Auflösung der Provinzen Ersparnisse eintreten, da namentlich in Oberhessen durch die Wirtschafts­verwaltung andere Organisationen ober Zweck­verbände notwendig würden.

Innenminister Leuschner

wies darauf hin, daß bereits wichtige Maßnahmen durchgeführt oder in Angriff genommen worden feien so die Umorganisation der Bauoerwaltung, die Uebertragung der Straßenoerwaltung auf die Provinz, die Verminderung der Forstämter, die in Aussicht genommene Zusammenlegung von Ver­messungsämtern und Feldbereinigungsämtern usw. Auch die Reform der Verwaltungsge- schäfte werde mit der in Beratung stehenden Ge­meindeordnung zu einem vorläufigen Abschluß ge­bracht werden. Nach Ansicht des Reichssparkom- rnissars sei das System der Verwaltungsorganisation in zwei Stufen durchaus zweckmäßig und entspreche den Bedürfnissen, die auch vom gesamt­deutschen Standpunkt für die mittleren ßänber als vorbildlich anerkannt werden müßten. Die hessische innere Verwaltung stehe nach, dem Zeugnis des Reichssparkommissars im Kreise der verschiedenen Verwaltungszweige organisatorisch an der Spitze. Er lehne die beantragte Beseitigung der Provinzialdlrektionen ab. Er schätze die Ersparnisse aus der Aufhebung der Provinzial­direktionen für den Etat auf etwa 30 000 Mark. Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Provinzialdirektors, der ja gleichzeitig Kreisdirektor fei, liege auf dem wichtigen Gebiete der Selb ft Verwaltung der Provinz. Er stehe nach wie vor auf dem Stand­punkt, daß die Kreisneueinteilung mög­lich und notwendig fei und jede Grenzregu­lierung zu dem Wegfall von Kreisen führen müsse. Nur schweren Herzens habe er die Vorberei­tung für die Kreisneueinteilung unterbrochen. Er er­kenne jedoch an, daß die außergewöhnliche Zu­spitzung der Wirtschaftskrise und die da­mit verbundene schwere finanzielle Be­drängnis der Gemeinden wie auch die schweren Spannungen der Bevölkerung es nicht angebracht erscheinen ließen, eine so tief einschneidende Maßnahme gerade in diesem Augenblick durchzuführen. Der Personalbe­stand der Kreisämter verzeichne gegenüber 1914 nur eine unwesentliche Steigerung: die Zahl der höheren Beamten sei dagegen überhaupt nicht vermehrt.

In der Abstimmung wurden die Sparanträge des ßandbundes, der Deutschnationalen und National­sozialisten, soweit sie die Kreis- und Provinzialoer- wattung betreffen, abgelehnt. Der ßanbbunb- antrag, bie Provinzialverwaltungen aufzulösen unb die Aufgaben der Provinzial- und Kreisverwaltun­gen mehr auf die unteren Organe zu übertragen, wird der Regierung als Material überwiesen. Des weiteren wird die Regierung ersucht, wegen der Unter ft ellung der Kreisgesundheits- u n b Kreisveterinärbehörden unter bie Kreisämter Vorschläge zu machen.

billig der E t a t sch w ieri g ke i ten au8- schöpfen unb insbesondere die durch die Ver­ordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 1. De­zember v. I. geschaffenen Steuermöglichkeiten ausnutzen. Dies gilt um so mehr, wenn, wie im Falle Wiesbaden, die Stadt trotz der Einführung der doppelten Biersteuer und der Bewilligung der Beihilfe immer noch einen Fehlbetrag von mehreren Millionen Mark auf­weist.

Dr. Eckener in Reuyork.

Lr. Eckener ist mit dem LloyddampserEuropa" in Reuhork einaetroffen. Zu seiner Begrüßung hatten sich zahlreiche Presseleute eingefunden, Venen £t. Eckener die Einzelheiten der dies­jährigen Flug plane des LuftschiffesGraf Zeppelin" darlegte. In die Flugpläne sind auch drei Südamerikafahrten cinbezogen

worden. Er sei nach den Vereinigten Staaten gekommen, um mit der Goodyear Zeppelin Com­pany in Akron (Ohio) über die Weiterent­wickelung des Luftschiffbaues und über gemeinsam zu verfolgende Pläne zu kon­ferieren.

Aulomobilunfall des Filmarchitekten Ferenczy.

In der berüchtigten Teufelskurve zwischen Deelihhof und Dahichof Wannsee bei Berlin er­eignete sich ein schweres Autounglück. Der hun­dertpferdige Wagen des Filmarchitekten Fe- renczy kam infolge der Glätte des Strahen- dammes ins Schleudern und fuhr mit voller Wucht gegen einen Baurn. Unter den Trümmern des Wagens fanden herbeieilend« Passanten Ferenczy und feinen Begleiter, den Hilfsarchitekten Bellon, schwer verletzt. Zu­fällig kam unmittelbar nach dem Unglück Ge­

heimrat Sauerbruch mit seinem Wagen Me Straße entlang. Der berühmte Chirurg nahm den sichtlich am schwersten verletzten Ferenczy mit nach Berlin ins Westsanatorium. Die Unter­suchung ergab, dah Ferenczy schwere Schä­del- und Brustkorbverletzungen da­vongetragen hat, die zunächst eine Operation nicht zulasfen. Bellon wurde in einem anderen Kraftwagen ins Krankenhaus Rowawes gebracht, wo er gleichfalls schwer darniederliegt, wenngleich seine Verletzungen leichterer Ratur sind.

Jür 500 000 Mark Li» verschoben.

Bei dem Dortmunder Eiswerk G. m. b. H. ist man großen B e t r ü g e r e i e n des mit der Eisverteilung beschäftigten Fahr- und Maschinenpersonals auf dis Spur gekommen. Zehn bei dem Werk beschäftigte Fuhrleute hatten täglich biszulOOStangen Eis für eigene Rechnung verkauft unb einen täglichen Reingewinn von 20 bis 50 Mark erzielt. Ein Teil bieses Gelbes wurde an die Ma­schinisten, bie mit den Fahrern unter einer Decke steckten, abgegeben. Eine von dem geschädigten Werk schon vor einiger Zeit eingesetzte Kontrollkommission stellte fest, daß bie Betrügereien bis!924zurück. gehen unb allmählich eine Summe von 400000 vis 500 000 Mark erreicht haben.

Raubüberfall im Barmer Hauptbahnhof.

Ein Aufsehen erregender Vorfall spielte sich beim Einlaufen des Berliner D-Zuges auf dem Barmer Hauptbahnhof ab. Ein Postbeamter hatte die Postsäcke gerade in Empfang genommen, als ein unbekannter Mann auf ihn stürzte und ihn mit vorgehaltenem Revolver zu zwingen versuchte, ihm die Säcke herauszugeben. Der Beamte weigerte fich. Als andere Beamte hinzu­eilten, entriß der Täter dem Post­beamten einen Sack und flüchtete. Leine Verfolger hielt er fich mit der Waffe vom Leibe. Infolge ber Dunkelheit entkam er. Die Postverwaltung vermißt nur einen kleinen Deutel mit gewöhnlicher Driefpost.

Reue Ausgrabungen in Jericho.

Bei den Ausgrabungen in Jericho ist, wie der Expebitionsleiter Professor Garstang berichtet, ein weiterer Turm an den Toren ber Stabt ausgegraben worden. An der Südseite wurden eine Reihe von Räumlichkeiten entdeckt. Man hat in ihnen noch Weizen, Brot unb andere Nahrungsmittel gefunden. Alle diese Häuser sind offenbar niedergebrannt worden, als sie noch in Benutzung waren, was auf die Richtigkeit der geschichtlichen Mitteilungen über die Zerstörung von Jericho hindeutet. Außer­dem sind noch weitere Teile einer Stadtmauer sicht­bar geworden, die noch wesentlich älter als das biblische Jericho sein müssen.

Line Schmiede in Ostpreußen niedergebrannt.

Die frühere Schmiede in dem Allenstein benach- barten Dorf Plautzig, die von dem 88 Jahre alten Ortsarmen ßischewski und seiner 77 Jahre alten Ehefrau bewohnt wurde, ist vollkommen nie­der g e b r a n n t. Da die Schmiede etwas abseits lag, wurde das Feuer erst spät bemerkt. Als die Rettungsarbeiten in Angriff genommen wurden, stürzte das Haus schon zusammen. Unter den Trümmern fand die Feuerwehr die Leichen ßischewskis und seiner Frau. Als Brandursache wird Fahrlässigkeit angenommen.

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Wettervoraussage.

Durch den starken Aufbau des hohen Druckes über Skandinavien und seine Ausbreitung nach (Mitteleuropa hin ist an seiner Südseite über Deutschland die Zufuhr kontinentaler Kalfluft erhalten geblieben, so daß in der letzten Rächt bei Aufklaren der Frost bedeutend zunahm. In Süddeutschland herrschten heute morgen noch Tem­peraturen bis zu minus 13 Grad. Der Einfluß des hohen Druckes wird sich vorerst weiter aus- w.r.en und auch in der kommenden Rächt noch Frost verursachen. Allerdings schieben sich die Warmluftmassen von Westen her mit Tempera­turen von über plus 10 Grad langsam vor, wo­durch bei ihrem Ausbreiten auf die kalte Konti­nentalluft allmählich Eintrübung zustande kommt und das Wetter sich milder gestalten wird.

Aussichten für Freitag: Zunächst noch Rachtfrost, später Eintrübung und milderes Wel­ter mit vereinzelt aufkommender Riederschlags­neigung.

Aussichten für Samstag: Meist wolli­ges Wetter mit weiterer Erwärmung und ver­einzelten Riederschlägen.

Amtliche Dinlersportnachrichlen.

Vogelsberg, Hoherodskopf: Heiter,10 Grad, am Hang 40, im Walde 70 cm Schnee, Pul­verschnee; Sportmöglichkeit sehr gut. Herchen- Hainer Höhe: Heiter,5 Grad, 15 bis 20 cm Schnee, verharscht; Sportmöglichkeit gut.

Schwarzwald, Feldberg: Heiter,9 Grad, 200 cm Schnee, ipulverschnee; Sportmöglichkeit sehr gut.