Thüringer Awelerbob-lNelskerschast.
In Oberhof gelangte im Sonntag die Meister- jchaft im Zweierbob Thüringens zur Durchführung. Sieger wurden Röhr-Schröter mit „Oberhof 3" vor Düsedau-Frick mit „Astridel.
Esko ISrvinen Llmateurtrainer in Thüringen.
Mit Unterstützung privater Kreise ist es jetzt dem Thüringischen Wintersportverband gelungen, den besten finnischen Skispringer und hervorragenden Langläufer Esko Järoinen als Amateurtrainer zu verpflichten Järoinen, der u. a. 1929 in Zakopane innerhalb der Kombination den Langlaus gewann und im Gesamtergebnis den dritten Platz hinter den Norwegern Vinjarengen und Stenen belegte, wird zunächst in verschiedenen chüringischen Wintersportorten Spezialkurse abhalten und dann die thüringische Auswahlmannschaft für die FJS.° Rennen in Oberhof trainieren.
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SC. Riehersee — Berliner Schlittschuhklub 3:0.
Der Berliner Schlittschuhklub weilte am Sonntag mit einer kombinierten Mannschaft bei dem SC. Rießersee und mußte eine 3:0 (0:0, 0:2, 0:l)-Nieder- läge hinnehmen Die Südbayern waren den Spielern aus der Neichshauptstadt stark überlegen, um so mehr, als bei ihnen der bekannte kanadische Spieler Watson mitwirkte.
Kurze Sporinotizen.
145 Meldungen sind für die Sternfahrt nach Monte Carlo eingegangen, darunter auch verschiedene aus Deutschland, so fünf aus Königs- berg, zwei aus Berlin und eine aus Hamburg.
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De r tschechische Amateurmeister Zidenice Brünn wurde in Frankfurt vom Fuh- ballsportverein hoch mit 7:1 (3:1) geschlagen.
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Die indische Hockeymannschaft wurde nun auch in Essen geschlagen, sie verlor in einem torreichen Spiel gegen „Stuf" mit 5:9.
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Die australische S chwi mmerin Bonnie Mealding stellte in Sidney im 150-Bards- Rückenschwimmen mit 1:54,6 Minuten einen neuen Weltrekord auf.
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Die für Januar vorgesehene Sitzung des erweiterten DFB.-Borstandes wurde auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben.
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Reichspräsident von Hindenburg hat das Protektorat über die Ostpreußenfahrt für Motorräder übernommen.
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William Tilden trug sein letztes Spiel als Amateur aus, er schlug seinen jungen Landsmann Lott 6:1, 8:6, 6:4.
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D r. Peltze r will sich eingehend auf die Olnrn- pischen Spiele im kommenden Jahre vorbereiten. Der Stettiner Weltrekordmann beabsichtigt in Los Angeles die 800 Meter zu laufen und will sich auch über 400 Meter genügend in Form bringen, um evtl, auch in der Staffel starten zu können. Dr. Peltzer glaubt, daß er trotz seines Alters — er wird jetzt 31 Jahre — auch 1932 noch gute Leistungen vollbringen kann.
llm die deutsche Schwergewichiö- meisterschast.
Der Titelverteidiger im deutschen Schwergewicht, Hans Schönrath-Krefeld, wird am 2. Februar in Dortmund gegen Hein Müller-Köln einen Kampf um die Meisterschaft austragen.
Oberbeffen.
Ein Halbmillionen Projekt in Bad-Nauheim.
WDR. Bad-Rauhei m, 4. Jan. Der h.efigen Bad- und Kurverwaltung wurde vom hessischen Finanzminister aus dem Erneuerungsstock des Baues ein Betrag von 475 0 0 0 Mark zur Verfügung gestellt, um die Kesselanlage in ihren Berrieben zu erneuern und diese selbst wärmewirtschaftlich umzu stellen. Den Kernpunkt dieses HalbmUwnen-Projektes bildet die Aufstellung einer neuen Kesselanlage, mit der eine Erneuerung der gesamten Rohrleitungen im Kesselhaus, der Dau einer Heißwasserbereitung! anlage nebst Wärmespeicherung, einer me- chani ch.n Koh!e ien la e- und -tranüpcrtanlage. lotoie einer Sch ack n ranuprr.anlaze u d d.e Umschaltung des Transformators nebst Anschluß an die staatlichen Kabel Bad°Rauheim—Wölfersheim verbunden ist. Schließlich steht damit im Zusammenhang die Errich ung eines Arbeiteraufenthaltsraums, einer Wertstätte und eines neuen Hochspannungsschaltraumes.
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x» Leihgestern, 3. Januar. Am 6., 7. und 8.Juni feiert der Gesangverein „Eintracht" sein 7 0. Stiftungsfest, mit dem ein Gesangwettstreit verbunden werden soll. Die Rundschreiben an zahlreich auswärtigen Vereine hatten viele Rückfragen und schon teilweise Zusagen zur Folge, so daß der am 1. Februar stattfindeyde Delegiertentag einen guten Besuch aufweisen durfte.
?r. Lang-Göns, 4.Jan Der hiesige Krie- gerverein hatte zu einem Familienabend am Samstag eingeladen, der in der Turnhalle stattfand und sehr gut besucht war. Rach Begrüßungsworten des Vorsitzenden, K. Kd. N e r n, sprach Herr Reu - ter aus Dornholzhausen und führte die Zuhörer im Geiste auf die Schlachtfelder und Soldatenfriedhöfe Frankreichs. Dem zweistündigen Vorträge folgten zahlreiche Lichtbilder. Die packende, volkstümliche Redeweise des Vortragenden gefiel allgemein, man spendete reichen Beifall. Der Reinertrag der Veranstaltung wurde für die Kriegsgräberfürsorge bestimmt.
0 ©rüntngen, 4. Jan. Der Gesangverein „Eintracht" hielt am Samstag feine 9. ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Herr Buh konnte in seinem Rechenschaftsbericht mit Befriedigung auf die im Vorjahre geleistete Arbeit zurückblicken. Die Rechnungsablage durch den Rechner Karl Lei- d i ch ergab den ansehnlichen Ueberschuh von 196 Mark. Die finanziellen Verhältnisse des Vereins sind als sehr gut zu bezeichnen. Der seitherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Kaufmann Christian Schäfer (Mainz) wurde in Anbetracht seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.
* ß i d). 4 Jan. Der Turnverein Lich hielt sein diesjähriges Iß interner gnügen ab. Die Turnhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach einigen einleitenden Musikstücken turnten die aktiven Turner unter der Leitung ihres Turnwarts Heinrich Volz rhythmisch gut durchgearbeitete Freiübungen. Anschließend trat die Turnerinnenabteilung unter der Führung von Turner Karl Volz auf und fand mit ihren rhythmischen Hüpf- und Schwungübungen, sowie ihren Barrenübungen allge- meine Anerkennung. Den Höhepunkt des Abends bildete ein von Turnern und Turnerinnen aufgeführtes Theaterstück, das herzlichen Beifall fand. Musik und Tanz beschlossen den Abend.
Kreis Schotten.
□ Laubach, 4. Jan. Im abgelaufenen Jahre wurden auf dem hiesigen Standesamt 48 Geburten, 12 Eheschließungen und 35 Sterbefälle eingetragen. Hiervon entfallen 18 Geburts- und 14 Sterbefälle von auswärts auf das hiesige Krankenhaus.
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3 Dutenhofen 3. Jan. In der jüngsten Sitzung der hiesigen Gemeindevertretung
Kirche und Gchule.
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V Watzenborn-Steinberg, 2. Jan. Im abgelaufenen Jahre wurden in unserer Gemeinde 43 Kinder getauft, 24 Paare getraut und 23 Per-' fönen kirchlich beerdigt. Konfirmiert wurden 15 Kinder.
O Holzheim, 3.Jan. Im verflossenen Jahre wurden in der hiesigen evangelischen Gemeinde bei einer Seelenzahl von rund 1200 Evangelischen getauft 29 Kinder (15 Knaben, 14 Mädchen)-, konfirmiert 10 Kinder (5 Knaben, 5 Mädchen), getraut 9 Paare, beerdigt 13 Personen-, das hl. Abendmahl empfingen 1600 Personen (801 Männer, 799 Frauen).
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Oer Gtaaiskommiffar.
Groß-Gerau, 3.Jan. (WEN.) Als erste Gemeinde im Kreise Groß-Gerau hat jetzt die Stadt Gernsheim einen Staatskommissar erhalten. Nachdem der Gemeinderat die Deckungs-- mittel für den Nachtragsetat nicht bewilligte, hat das Ministerium den Regierungsrat Dr. Wolff vom Kreisamt Groß-Gerau bestellt, der seinerseits die erforderlichen Steuern nach kurzer Prüfung fest« legte.
VerraivonZ-lA -Betriebsgeheimnissen
WSR. Frankfurt a. M., 3. Jan. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Färberettech- niker Albert Frohmader Anklage wegen Verrats von Betriebsgeheimnissen zum Rachteil der J.-G.-Farbenindustrie erhoben. Mitangeklagt sind zwei auswärtige Färberei- fochleute. denen zur Last gelegt wird, daß sie den Frohmader zu dem Verrat angestiftet und die verratenen Geheimnisse zu Wettbewerbszwecken ausgenutzt haben. Frohmader, der Schweizer Staatsangehöriger ist, soll sich in Südamerika aufhalten.
des neugewahlten Bürgermeisters, des früheren Syndikus der Bu- derusschen Eisenwerke, Dc. Bangert, do..
den Wasserleitungsbau ein Staatsdarlehn 25000 Mark bewilligt worden ist. Die meinde übernimmt das Darlehn zu den gestellten Bedingungen Bei günstigen Witterungsverhältnissen soll mit dem Bau der Wasserleitung Anfang Januar d. I. begonnen werden.
wurde außer der Erhöhung der Umlagen auf die Realsteuern sowie der Einführung der B i e r ft e u e r und Bürger st euer zunächst Kenntnis genommen von-dein Erlaß preußischen Ministeriums für Landwirtschaft,
0 Rudingshain, 3.Jan. Am Jahresschlüsse fand in unferci Küche eine schlichte Lichtbild» feier st unde statt. Nach einem Liede sprach Lehrer Schwarz über die Stellung des Christen zum Liede. Dann zeigte er in 50 Bildern von verschiedenen Meistern das Leben Jesu. Mit gemeinsamem Gesänge fand die stimmungsvolle Feier ihren Abschluß.
Kreis Alsfeld.
mr. Grebenau, 3. Jan. In dem benachbarten Wallersdorf wurden in der Reujahrsnacht an dem Gebäude des Gastwirts Schmelz eine Anzahl Fensterscheiben gewaltsam zertrümmert, lieber die Täter ist bis jetzt nichts bekannt geworden. Jedenfalls kann behauptet werden, daß es sich nicht um einen Scherz, sondern um eine woh.überlegke Tat, vermutlich um einen Racheakt handelt. Die Polizei hat sofort Ermittlungen angestellt.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
WSR. Wetzlar, 3. Jan. Regierungspräsident v. S y b e l nahm gestern die E i n f ü h -
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entscheiden. Anzuerkennen Ist beim Sieger der aroße 1 Eifer, der die Mannschaft von Meisterschaft zu I Meisterschaft führte. Im vergangenen Jahr wurde Wetzlar-Nieder-Girrnes -^Meister, in der dies- winterlichen Runde zunächst Bezirksrneister und nun Gaumeister
To. Wetzlar-Nieder-Girrnes spielt nach diesem Erfolge in der nächsten Derbandsrunde nun in der Kreisklasse, ohne vorher an Ausstiegspielen sich beteiligen zu müssen. Bad-Nauheim als Gauzweiter nimmt an den Aufstiegspielen zur Kreisklasse teil. Gelingt es der Mannschaft, sich im Kampfe mit den Gegnern der Gaugruppe Main-Lahn (Gaue Hessen, Kinzig, Frankfurt, Main-Taunus und Main-Offen- bach-Hanau) durchzusetzen, dann hätte der Gau Hessen außer Tv Wetzlar und Tv. Wetzlar-Niedergirmes noch eine dritte Mannschaft in der Kreisklasse.
Gporigrößen von 1930.
Körnig, der Doppelsieger bei der Akademischen Olympia in Darmstadt.
3m Ruderboot zur Badenburg.
Die Reujahrsfahrt der Gießener Rudergesellfchaft
Die Gießener Rudergesellschaft 1877 eröffnete wie üblich das neue Jahr mit einer Ruderfahrt nach der Badenburg. Trotz voraufgegangener Silvesternacht tarnen drei Vierer, der erste sogar in kompletter Sommerbesetzung, aufs Wasser. Allen Ru- berern sah man an, daß sie mit Begeisterung bei der Sache waren und sich freuten, nach langer Pause wieder einmal rudern zu können. Die Fahrt ging bei verhältnismäßig günstiger Witterung gut von- ftatten. Wegen der starten Strömung kostete es allerdings einige Mühe, das Ziel zu erreichen. Auf der Badenburg verbrachte man im Kreise weiterer Mitglieder, die sich zu Fuß und per Achse dort eingefunden hatten, in angeregter Stimmung eine kurze Stunde fröhlichen Beisammenseins. Bei anbrechender Dunkelheit kamen die Boote zurück Mit einem „Glück auf!" für eine erfolgreiche Rudersaison 1931 wurde die erste Fahr im neuen Jahre beschlossen, sie wird allen Beteiligten in bester Erinnerung bleiben.
Aus dem Wintersport-Lager.
Erstes Skispringen im har;.
Bei schönem Winterwetter und guter Schneelage veranstaltete am Samstag der Wintersportverein Br a u n l a g e unter starker einheimischer Beteiligung das erste Skispringen im Harz. Sieger blieb Wilhelm Kuert (Braunlage) mit drei gleichmäßigen Sprüngen von 28,30 und 30 Meter vor seinen Landsleuten Hermann Kühnold (3mal 28 Meter) und Erich Meyer 28, 331 gestürzt, 28 Meter). Der Harzer Skimeister Richard Kuert kam bei seinen beiden letzten Sprüngen zu Fall und wurde dadurch nur Fünfter.
Die kleine Motette.
Vornan von Paul Hain
10. Fortsetzung Nachdruck verboten.
Einen solchen Mann ließ man im Ernstfälle nicht so leicht laufen! Da hatte ihre Eitelkett ein gewichtiges Wort zu sagen!
„So, so — du willst frei sein —“
Sie wippte noch immer mit dem Fuß.
„Entschuldige — ich biete dir die Freiheit", entgegenete er.
„Mir?"
Sie tat erstaunt.
„Ich bin frei. Und ein Eklat — o ich brauche ihn als Rorma Relson nicht mehr. Das könntest du wohl wissen. Ich habe keine Reklame mehr nötig.“
Wördehofs nagte an der Unterlippe.
„Ich weiß es. Cs geht auch nicht darum. Ich bin nut der Meinung, daß wir — uns nicht mehr verstehen. Du legst keinen Wert darauf, auch im Seelischen meine Frau zu sein. Und ich habe eingesehen, daß du eine besondere, mir wesensfremde Persönlichkeit bist und bleibst. Schauspielerin in Reinkultur! Grande damel Es liegt doch also kein Grund vor, daß wir beisammenbleiben!"
„Ah — der Grund liegt schon vor, mein Lieber. Wir haben uns eben geheiratet —"
Sie fühlte selbst die Schwäche dieser Opposition.
„Du leidest nicht unter unserer Gegensätzlichkeit", fuhr Wördehoff fort. „Ich beneide dich darum. Aber ich — ich leide daran. Und. darum —“
Sie hob die Hand.
„Rein, sie wollte nicht! Triumph war in ihr. Hier war ein Mittel — vielleicht — seinen künstlerischen Eigensinn zu brechen. Sollte er das Stuck umschreiben — ihr eine Bombenrolle schaffen — dann — ließe sich vielleicht reden! 016er dann riß der Erfolg chn vielleicht doch wieder ganz ihr zu! Ein neuer, großer Erfolg — wen hätte der nicht schon ganz anders gemacht!
Olber nicht jetzt davon reden. Roch war es nicht Zeit dafür.
„Ich willige nicht ein, Hubert. Ich denke nicht daran! Und mit Gewalt — wirst du hier nichts erreichen. Ich habe mir nichts vorzuwerfen."
Wördehoff lachte bitter auf.
O nein — er wußte das! Er konnte ihr nichts vorcherfen, was eine Scheidung begründen würde. Sie — flirtete ja nur. Sie spielte. Sie war Schauspielerin genug, um zu wissen, wo und wann man das Spiel aufhören lassen mußte, um Katastrophen zu vermeiden. Die brachte immer nur der letzte Akt!
„Also — du willst nicht?"
„Rein —"
„Das heißt — du — liebst mich noch?"
„Cs ist immerhin möglich", antwortete sie und blickte ihn blinzelnd an.
Da stand er mit einem Ruck auf.
„Möglich! Was soll das? Rorma — das ist nicht die Art, mit der man ernste Dinge bespricht —"
„Ich nehme sie auch nicht ernst", antwortete sie brüsk. „Ich will nicht —“
Er steckte die Hände in die Taschen. Eine tiefe Falte stand quer in seiner Stirn.
„Darum war diese Ehe auch — nichts Ernstes", murmelte er. „Ich weiß es. Du bist die Lerchtig- keit — und ich die Schwere. Also gut — ich kann dich nicht zwingen. Ich werde lernen müssen, Geduld zu haben. Trotzdem — überleg’ dir's."
„Ich habe überlegt." — — —
So endete diese Unterredung.
Nichtsdestoweniger — Wördehoff kam ooh dem Gedanken einer Trennung nicht los. Und konnte es keine für immer sein, so eben eine zeitweilige.
Rur einmal erst zur Ruhe kommen! Möglich, daß er nachher doch alles mit — milderen Augen sah. Olber vorerst mußte er Ruhe haben — aus diesem lauten gesellschaftlichen Trubel heraus sein! Mit sich selbst vollkommen ins Reine kommen.
Reisen!
Sonst hatte er mit Rorma Reisen unternommen. Luxuriöse Reisen in Orte, wo man nie allein war! Wo man die gleichen bekannten Gesichter wiederfand wie in Berlin.
Wie lange war es her, daß et nicht mehr allein, den Rucksack auf dem Rücken, den Stock in der Hand, durch die Welt gewandert war! Froh der Vogelfreiheit! Froh im Schauen und Wandern!
Durch stille Wälder hin — über einsame Berge — durch kleine Dörfer.
Und sein Dichterherz voll Jubel und Lust, wenn auch die Geldtasche schlecht bestellt war!
Reisen! Allein! So wie früher!
Der Gedanke nahm immer festere Formen an. Einige Tage nach jener Unterredung mit Rorma sagte er es ihr.
„Ich werde wegfahren. Ich muß — Distanz haben zu all dem, was hier geschehen ist. Ich will vergessen."
„ Olh — reisen willst du!"
Sie kräuselte die Lippen.
„Unddarf man fragen wohin?"
Er zuckte die Schultern.
„Weg! Einfach weg! Richt in einen der überlaufenen Kurorte, die ich zur Genüge kenne. Ich sagte dir ja, ich will vergessen. RichtS sehen und Horen von dem Trubel."
„Und ich?"
„Du? Du wirst auch reifen — vermute ich. Hollmann schließt ja das Theater in nächster Woche, soviel bekannt ist."
„Ja
Sie spielte mit dem leuchtenden Brillantring am Finger und drehte ihn hin und her.
„Auch dir wird es gut tun, Rorma — einmal eine Weile ohne mich zu fein. Wir haben uns sowieso nichts mehr zu sagen gehabt — in letzter Zeit."
Sie lachte kurz auf.
„Olein — gewiß nicht. Du hast recht."
„Also — es wird für beide Teile gut fein, Rorma, denke ich —"
„Gut sein? Mir ist es gleich, Hubert. Steife du wohin und fo lange du magst. Wohin meine Reise mich führen wird, weiß ich noch nicht. Vielleicht nach Scheveningen — oder nach Tegernsee — interessiert es dich?"
„Es wäre gut, wenn ich es wüßte. Olber noch ist es ja nicht so weit. Ich jedenfalls —"
Er sah zum Fenster hinaus.
Run war draußen alles grün und bunt. Die hohen Bäume vor dem Hause hatten ihr volles Laub. Und die (Sonne schien breit ins Zimmer hinein.
Wie wunderbar mußte es in der Welt sein — jetzt — wo alles in Blüte stand.
„Vergessen — vergessen" — summte fein Blut! Allen Olerger — alle Nervosität — alles Gedenken an die Zukunft!
„Ja — ich werde jedenfalls schon in den nächsten Tagen fahren. Ich mutz noch überlegen, wohin ich mich wenden soll —"
„Ditte — wohin du willst", sagte Rorma kühl. „Und — wenn du — aber du wolltest ja vergessen, nicht wahr?"
„Wie? Ich verstehe nicht —"
„Run — ich wollte sagen, daß du wohl einmal schreiben konntest, wohin dich der Wind getrieben hat. Wenn das nicht zuviel verlangt ist."
„Aber nein, Rorma. Gewiß werde ich dir schreiben Zuweilen."
„Cs soll mich freuen —“
So stand denn dieser Plan fest.
Wördehoff fühlte bereits Reiselust im Blut. Alte Wandererinnerungen waren in ihm wach aus verrauschter Vaganten- und Studentenzeit. Und später — aus der Zeit einer reichlich mühseligen Journalistenepoche
Sein Entschluß war gefaßt: Er wollte bis Magdeburg fahren und dann zu Fuß weiter. Dem Harz entgegen. Diesem lieblichsten aller deutschen Gebirge. Das wollte er dann durchqueren — wohin es ihn trieb - wohin Zufall, Laune und Anmut der Natur ihn zwang. Nur nichts Festes vornehmen. Und die breiten, allzu- breiten Heerstraßen vermeiden. Denn schon mochten auch dort die Autos der „rasenden Sommer
gäste" vorbeisausen, wenn es auch nicht so schlimm sein würde wie in den mondänen Tummelplätzen sogenannter Sommerfrischler. Noch hatte ja erst das Blühen da draußen angefangen.--
Ein warmer, sonnenheller Vorsommermorgen brach an.
Wördehoff hotte schon am Abend vorher seinen Rucksack gepackt. Nun stand er im derben, bequemen Touristenanzug in seinem Zimmer.
Sieben Uhr.
Er hatte in Normas Boudoir am Abend einen Zettel hingelegt mit der Mitteilung, daß er am Morgen wegfahre. Sie war erst spät in der Nacht nach Hause gekommen, wie in all den letzten Tagen.
Ob sie ihm „gute Fahrt" wünschen würde?
Er lauschte.
Olber keine Schritte liehen sich hören. Er mutzte wohl selbst zu ihr gehen und Adieu sagen.
Leise schritt er durch die Räume. Den Rucksack umgeschnallt. Stand vor der Tür ihres Schlafzimmers. Klopfte an.
Und da Norma sich nicht meldete, drückte er die Klinke herunter und trat über die Schwelle.
Dämmerlicht! Die Fenster waren verhängt.
Norma schien fest zu schlafen. Der Kopf lag in der vollen Welle des braunen Haares. Das Gesicht war fein gerötet. Ein unruhiges Zucken darin.
Wördehoff trat näher.
„Norma —"
Oluf der Erde lag der Zettel.
Sie schlug die Augen auf. Schien erstaunt zu fein, aber erinnerte sich dann schnell.
„Olh — du gehst jetzt?"
„Ja — es ist Zeit. Du hast doch den Zettel, gelesen?"
„Gewiß. Entschuldige — ich war gestern in guter Gesellschaft. Es wurde spät. Olh — ich bin müde." —
Sie zeigte ihre weißen, ebenmäßigen Zähne und lächelte.
„Dann — reife gut, Hubert. Und — beunruhige dich meinetwegen nicht. Schreibe einmal —"
Sie reichte ihm die Hand.
Er stand einen Augenblick unschlüssig. .War daS — der Olbschied?
„Auf Wiedersehen — Norma —“
Sie blickte ihn voll an.
„Ja — auf Wiedersehen. Und komme — klüger zurück."
Sie schloß bereits wieder die Augen.
Er drehte sich um. Und sah nicht, wie sie nun den Blick wieder aufschlug und spöttisch feine rucksackbeschwerde Gestalt musterte.
Die Tür fiel leise hinter ihm ins Schloß. ®t atmete tief auf.
Nur hinaus aus der Wohnung! —
(Fortsetzung folgt)
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