Ausgabe 
4.6.1931
 
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Schiele über die Agrarpolitik

Oie Wetterlage

Handlungsfreiheit der SPS.-Reichstaasfraktion

W

Faschismus und Vatikan.

Rom, 3. Juni. (WTD.) Der Vorstand der Faschistischen Partei hielt heute eine Sit­zung unter dem Vorsitz Mussolinis ab. Im Hinblick aus die letzten Vorkommnisse erklärte der Vorstand seine tiefe Ehrerbietung für die katholische Religion, ihr Oberhaupt, ihre Priester, ihre Kirchen, aber auch seinen festen Willen, nicht zu dulden, dah der Anti­faschismus unter irgend einer neuen oder alten Fahne Schuh und Zuflucht finde.

Papst Pius XI. hat gestern in zwei Reden in sehr scharfer Form gegendieAuflösung aller nichtfaschistischen Jugendver­bände Stellung genommen, wobei er vor dem römischen Missionarklub für italienische Aus­wanderer gegenüber dem offiziellen Kommunique, in dem es heißt, die Auflösung sei ohne den geringsten Zwischenfall erfolgt, auf die vielen Zwischenfälle, Schmähungen, Sequestrierungen und Vandalismen" hinwies, die sich in der letzten Zeit ereignen konnten, trotzdem die Katholische Aktion unter einem Staatsvertrag stehe.

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Staatssekretär Stimson kommt nach Deutschland.

Aeuyork. 4. Juni. (XU.) Staatssekretär Stimson tritt nach einer Meldung der Zei- itungAmerican" aus Washington Ende Juni eine bis gegen Ende August dauernde Europa^ reise an. Stimson reist zuerst nach Italien, dann nach Frankreich, Deutschland und nach England. Ueberall sind offizielle Bespre­chungen vorgesehen, die sich auf Fragen der Abrüstung und der Tarife, sowie auf andere brennende Probleme beziehen werden.

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Aus alter Welt.

Vrückeneinsturz in Frankreich. 10 Tote. 19 Verletzte.

Bordeaux, 3. Juni. (WTD.) Ein schwerer Drückenernsturz ereignete sich heute in Qi* bvurne. Als über die neugebaute, 80 Meter lange Hängebrücke zehn mit Sand beladene Last­autos fuhren, um die Belastungsprobe auszufüh- ren, stürzte die Brücke ein. Zehn Tote und 1 9 Verletzte wurden unter den Trünggern her- vorgezogen.

Schweres Eisenbahnunglück in Polen.

Warschau, 3. Juni. (TU.) Am frühen Mor­gen zum Mittwoch ereignete sich auf der Eisen­bahnstation Gawrolin-Pilawa in derRähe von Demblin eine Eisenbahnkatastrophe. Ein be- schleunigter Güterzug stieß in voller Fahrt mit einer auf demselben Gleise fahrenden Vorschublokomotive zusammen. Beide Lokomotiven wurden zertrümmert und zehn Wa­gen, die gleichfalls schwer beschädigt wurden, entgleisten. Vier Personen wurden auf der Stelle getötet, sechs Personen erlitten sehr schwere Verletzungen und muhten bewußtlos ins Krankenhaus übergeführt werden.

Petroleumbrand durch Blitzschlag.

Bukarest, 4. Juni. (WTD. Funkspruch.) Mehrere Reservoire der Romana-Raffinerie im Petroleumgebiet von Daceau wurden gestern vom Blitz getroffen. In wenigen Sekunden war die ganze Umgebung ein einziges Flammenmeer. Aus den be­nachbarten Orten sind die Feuerwehren und Truppenabteilung an die Brandstätte entsandt worden. Dis Mitternacht war jedoch noch keine Eindämmung des Riesenbrandes möglich. Da sich im Augenblick der Explosion viele Arbeiter an der Unglücksstätte befanden, befürchtet man, dah viele von ihnen ums Leben gekommen sind.

Explosionskatastrophe in Texas.

Dei Gladwater (Texas) ereignete sich eine Explosion einer Oelquelle. Zwölf in der Rähe beschäftigte Personen wurden ge­tötet. Die aus der Oelquelle aufschiehende Flamme hatte eine Höhe von ungefähr 100 Meter. Die Explosion wird auf einen durch die Reibung von Metallteilen entstandenen Funken zurück­geführt. Infolge der riesigen Hitze ist jede An­näherung an die Explosionsstelle unmöglich. Rur drei Leichen konnten geborgen werden. Einer der Verunglückten lief eine Strecke weit als brennende Fackel, doch waren seine Kleider der­artig mit Petroleum getränkt, daß alle Lösch­versuche vergeblich waren. Reun andere sah man in dem Flammenmeer verbrennen. Die Explosion erfolgte anscheinend beim Herausholen der Werkzeuge aus dem Dohrloch, das plötzlich zu fließen begann.

Unverzüglich Tribut-Revision!

Die Wirtschaftspartei fordert beim Reichskanzler.

Derlin, 3.Juni. (DDZ.) Unter dem Vorsitz des Parteivorsitzenden Drewitz tagten am 3. Juni die Führer der Reichstagsfraktion, der preußischen, thüringischen und sächsischen Land­tagsfraktionen der Wirtschaftspartei, um zur politischen Lage Stellung zu nehmen. Es wurde einstimmig die Absendung des folgenden Telegramms an den Reichskanzler D r ü n i n g beschlossen:

Schwerste Besorgnis über die sich immer kata­strophaler entwickelnde Lage der Wirtschaft und der Reichsfinanzen, die zu einer ungeheuren Rotlage des Volkes geführt hat, zwingt uns, Sie, Herr Reichs, rzler, in dieser entscheidenden Stunde noch einmal zu bitten,

die Losung des Reparationsproblems keinen Tag weiter schleppen zu lassen. Wir hatten trotz aller geäußerten Bedenken für dringend erforderlich, schon jetzt in Lhequers zu erklären, daß Deutsch­land nicht nur von allen vertraglichen Rechten aus dem Poungplan unverzüglich Gebrauch machen wird, sondern darüber hinaus eine ent­scheidende Aenderung der Grundlagen für

Deutschlands Verpflichtungen fordern muß."

In einer auf den 10. Juni einberufenen Sitzung des Parteivorstandes der Reichstagsfraktton und der Führer der Landtagsfraktionen soll end- gültiger Beschluß über die auf Grund der Rot- Verordnung etwa erforderliche Einberufung des Reichstags gefaßt werden.

Wie das DDZ.-Durecru weiter hört, löste es in der Besprechung großes Befremden aus, dah der Reichskanzler den Parteiführer der Wirtschaftspartei nicht vorher, wenn auch vertraulich, über die kommenden Mahnahmen informiert habe.

. Botschafter v. Hoesch bei Briand.

Paris, 3. Juni. (WTD.) Der deutsche Dot- -schafter v. Hoesch hatte heute nachmittag eine ^Unterredung mit Außenminister Driand, die 'einem allgemeinen Gedankenaustausch diente.

Leipzig, 3. Juni. (WTV.) Auf dem Sozial­demokratischen Parteitag wurde heute nachmittag der Antrag des Parteivorstandes, der das Verhalten der neun Reinsager bei der Panzerkreuzerabstimmung mißbilligt und die Fraktion ermächtigt, Fraktionszwang zu beschließen, und zugleich feststellt, dah Zuwider­handlungen als parteischädigendes Verhalten gelten, mit 324 gegen 62 Stimmen angenommen. Zu irgendwelchen Kundgebungen kam es nicht. Mit großer Mehrheit wurde auch die vom Parteivorstand unterstützte politische Ent­schließung Aufhäuser - Künstler angenom­men, in der am Schluß festgestellt wird, daß die Sozialdemokratische Partei in ihrer künftigen Haltung zur Reichsreglerung sich davon l»estimmen lassen werde, daß es gelinge, die le­benswichtigen Arbeiterinteressen zu sichern. Ebenso wurde ein Antrag angenommen, wonach der Parteitag anerkennt, daß die Fraktion unter den schwierigen Umständen die Idee des Sozialismus und der Demokratie wirksam vertreten hat, endlich der Antrag des Partelvorstandes, wonach der Parteitag Kenntnis davon nimmt, dah die Reichslagsfraktion alsbald nach dem Lrlah der neuen Rotverordnung zusammentreten und unter Berück­sichtigung der gesamten politischen Situation über die Frage der Einberufung des Reichs­tages entscheiden werde.

Oer Verlauf der Aussprache.

In der Aussprache vor der Annahme der vorstehenden Entschließung wandte sich Reichs­tagsabgeordneter D i 11 m a n n gegen die Ausfüh­rungen von Sehdewitz. Der Radikalismus um Sehfrewitz sei gerade so wie der um Hitler. Er habe nichts mit Vernunft zu tun, auch nicht mit dem, was man gesunden Menschenverstand nenne.

Reichstagsabgeordneter Aufhäuser betonte, dah es heute nicht auf das schematische Ja oder Rein ankomme, sondern auf den Inhalt der Tvlerierungspolitik

Die neue Kürzung der Beamlengehälker, die Verschlechterung der Arbeitslosenversicherung und der Abbau bei den Kriegsbefchädiglenrenten seien untragbare Belastungen, zumal die Arbeitslosenversicherung nicht restlos saniert werde. Die Tolerierung dürfe nicht um ihrer selbst willen, um der Regierung willen er­folgen, sondern sie könne nur so lange trägbar sein, als sie im Interesse der Arbeiterschaft geführt werden könne.

Rom, 3. Juni. (TU.) Außenminister G r a n d i hielt heute nachmittag im Senat seine Haushalts- rede, in der u. a. über die Nützlichkeit der ita­lienischen Beziehungen zu Rußland, über die Flottenabrüstung, über die Zoll­union, über die Generalakte zur Regelung inter­nationaler Konflikte und über die bevorstehende Abrüstungskonferenz sprach. Nach einem chronolo­gischen Bericht über die Prüfung der Z o l l u n i o n, in dem die ablehnende Einstellung Ita­liens zur Zollunion zum Ausdruck kam, erklärte Grandi u.a. folgendes:Die Haltung, die Ita­lien eingenommen hat, ist nur von freundlichen Ab­sichten Deutschland und Oesterreich gegenüber diktiert. Die faschistische Regierung verfolgt die schwierige wirtschaftliche und finanzielle Lage Oester­reichs mit der größten Aufmerksamkeit und ist be­reit, ihr Unterstützung und Mithilfe wieder zu ge­währen. Aber die Klarheit und Loyalität unserer Freundschaftsoerträge stellt die benachbarte befreun- dete Republik vor ebensolche Klarheit und eben­soviel Loyalität. Was Deutschland anbelangt, so glaube er, daß

ein politisch ruhiges und wirtschaftlich gesundes Deutschland ein nicht nur nützliches, sondern auch für den Frieden und die Stabilität Europas unentbehrliches Element des Ausgleichs ist.

Wir sind uns voll und ganz klar über den Druck, den die internationalen Verpflichtun­gen des Reiches auf seine Wirtschaft ausüben, und

Hannover, 3. Juni. (WTD.) Gelegentlich der Eröffnung der 3 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Ge­sellschaft sprach der Reichsminister für Er­nährung und Landwirtschaft, Dr. ß. c. Schiele, nach Uebermittelung der Grüße und Wünsche des Reichspräsidenten und der Reichsregierung über die Agrarpolitik des Kabinetts Brü­ning. Er sagte u.a.: Die Gesundung eined so schwer getroffenen Wirtschaftszweiges wie der deutschen Landwirtschaft ist ohne einen ge­rechten Interessenausgleich aller Berufsstände nicht möglich. Deshalb müssen wir den beschrittenen Weg unbeirrt weitergehen. Diese Erkenntnis ist uns maß­gebend für die Agrarpolitik der Reichsregierung, die längst nicht mehr nur der Erfüllung mate­rieller Interessen der Landwirtschaft dient, son­dern eine Staatsnotwendigkeit geworden ist.

Alle Mittel der Agrarpolitik müssen deshalb darauf angeseht werden, daß bei gleichzeitiger Lastensenkung das ungerechte Mißverhältnis zwischen den Preisen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und den Produktionskosten der land­wirtschaftlichen Betriebsführung beseitigt wird.

Selbstverständlich bleibt nichts unversucht, um die Lebenshaltung des deutschen Volkes zu ver­billigen. Gerade deshalb muß ich mich aber auch verstärkt dagegen verwahren, dah der Kampf Ium den Drotpreis häufig unter Verkennung feiner Bedeutung für die Gesamtlebenshaltung in politischer Zuspitzung geführt worden ist.

An den bewährten Grundsätzen der jetzigen Getreidepolitik soll nicht gerührt werden. Rachdem unter einer zielbewußten Wei- zenpolitik der Roggen wieder zum Brotgetreide

Italien und Mitteleuropa

Oer italienische Außenminister spricht im Senat.

Französische Militärsiieger wieder über Deutschland.

WSR. Kaiserslautern, 3. Juni. Heute gegen 12.30 älhr ging bei Enkenbach ein fran­zösisches Militärflugzeug, besetzt mit zwei Unteroffizieren, nieder. Die Gendarmerie Enkenbach nahm beide Insassen f4st, die dann später von der Schutzpolizei Kaiserslautern nach frort überführt wurden. Die Flieger wollen auf dem Wege nach Weißenburg gewesen sein und die Orientierung verloren haben. Da gleich-- zeittg zwei andere Flugzeuge die Ge­gend überflogen, nimmt man an, daß es sich auch bei diesen um französische Maschinen gehandelt hat.

lieber der Deutschen Bucht.

Rorderney, 3. Juni. (WTD.) Drei fran- zösische Flugzeuge haben sich heute vor­mittag über der Deutschen Bucht aufgehal­ten. Eines derselben flog dabei über Vorder- neh und ist schon durch das eigenartige Mv- torengeräusch ausgefallen. Auch an anderer Stelle sind, wie wir von zuständiger Stelle erfahren, die fremden Flugzeuge bemerkt worden, so um 8.55 Tlhr morgens von Bord des Stationstenders Frauenlvb" über dem Bortrapp-Tief, südlich der Insel S h l t, in 150 Meter Höhe, ihn 9.35 Llhr wurden der Kommandantur Borkum zwei Flugboote südlich der Insel Memmert gemel­det. älm 9.45. Ahr überflogen zwei Flugboote den Hafen von Borkum, gleichzeitig wurde ein Doppeldecker über der Insel Juist gesichtet.

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Wettervoraussage.

Die Zufuhr der Kaltluft durch das weiter nord­östlich abziehende Tief flaut ab. Indessen ist das mitteleuropäische Hoch mit dem isländischen in Ver­bindung getreten, so daß sich nunmehr ein Keil von Island in südöstlicher Richtung bis zu den Ostalpen erstreckt. Im Bereich seiner zusammensinkenden Luft­massen heitert sich der Himmel auf, und die Erwär- mung nimmt weiter zu. Durch die an der Westseite des Hochdruckteils entstandene Ostwindströmung wird das von Westen heranrückende Tief mehr abgedrängt, so daß dadurch eine stärkere Beeinflussung unseres Wetters vorerst nicht zu befürchten ist.

Aussichten für Freitag: Stellenweise dunstig, sonst vielfach aufheiternd, weitere Erwär­mung, trocken.

Aussichten für Samstag : Abgesehen von vorübergehend aufkommender Gewitterneigung Fort, dauer des warmen Wetters.

Lufttemperaturen am 3. Juni: mittags 19,1 Grad Celsius, abends 17 Grad; am 4. Juni: morgens 14,9 Grad. Maximum 20,2 Grad, Minimum 11,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Juni: abends 18,8 Grad; am 4.Juni: morgens 16 Grad Celsius.' Sonnenscheindauer 1% Stunden.

Kirchmann (Stralsund) vertrat die Meinung, fraß die Aktivität frer Partei weniger aus der Zufriedenheit über die politische Haltung der Par­tei, als aus der Verbitterung über die Rational- svzialisten entstanden sei. Heber die neue Rotver- orfrmmg habe man den Parieiitag absichtlich im ungewissen gelassen.

3m Verlaufe der Aussprache erschien der kom­munistische Reichstagsabgeordnete T o r g l e r und wurde als Zuhörer auf der Tribüne zugelassen.

Reich stagsabg. Roß mann (Württemberg) wandte sich dagegen, daß aus der Rot der breiten Massen eine Oppositionssuppe gekocht werde.

I e n s s e n. Gera, verlangte eine klare Ent­scheidung des Parteitages und eine Bindung für die Fraktion durch den Parteitag.

Eckstein, Breslau, erklärte, daß Demokratie Parlamentarismus und Verfassung heute in Wirk^ l'chkeit nicht mehr bestünden. Der Redner ver­langte, daß die Reichstagsfraktion für die so­fortige Reichstagseinberufung eintrete, um die neue Rotverordnung zu Fall zu bringen.

Reichstagsabgeordneter Dr. Hertz erklärte, die Sanierung der öffentlichen Finanzen stelle sich in dieser Krisenzeit auch für die Sozialdemokraten als ungeheuer schwer heraus. Selbst wenn alle Befürchtungen, die wegen -der neuen Rotverord­nung gehegt werden, in Erfüllung gingen, dann sei doch nicht zu bestreiten, dah

die Regierung den Gedankengängen der Sozial­demokraten gefolgt

sei, allerdings nicht als Konzession an unsere politische Mitarbeit, sondern gezwungen durch die Schwere der Verantwortung. Änsere Minister seien im Begriff, zu schwierigen außenpolitischen Verhandlungen nach England zu reisen. In weni­gen Tagen könne eine ganz neue Situation vor uns liegen. Don dem Parteitag könne die Reichs- tagsfraktivn nur allgemeine Richtlinien erwarten, auf deren Grundlage sie dann ihre Entscheidun­gen fällen könne.

Fröhlich (M. d. R.) - Thüringen, betonte als Hauptaufgabe der Partei, die Errungenschaften der letzten zehn Jahre nach Möglichkeit zu erhalten.

Po rtun e-Frankfurt a.M. verteidigte die Hal- hing der neun Neinsager, die mit der Auffassung der Massen in Einklang stehe. Alle Maßnahmen des Reichskanzlers feien darauf eingestellt, die So- zialdemokratte ihres Einflusses bei den Massen zu entkleiden. Es werde der Zeitpunkt kommen, wo die Partei die Massen nicht mehr hinter sich habe.

Nach weiteren Ausführungen verschiedener Red- ner, bei denen nichts wesentlich Neues gesagt wurde, folgten die Schlußworte von Br eit scheid und Sollmann. Darauf fanden die Ab st immun- g e n statt, die zur Anahme der obenstehenden Ent- schließungen führten.

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über die Notwendigkeit, in der sich die deutsche Regierung befindet, Abhilfe zu suchen. Die internationalen finanziellen Verpflichtungen Deutschlands sind einer der schwersten Gründe dcr wirtschaftlichen und folglich auch der politischen Mißstände, in denen Europa lebt. Nicht erst seit heute ist Italien davon überzeugt.

Ich habe gejagt, daß die Frage der deutsch- österreichischen Zollunion nicht gelöst ist. Sie wird aufs neue vom Völkerbundsrat geprüft werden, nachdem ihre Vertagung Material für eine neue Ueberprüfung gibt. (Gemeint ist die Anrufung des Haager Gerichtshofes. D. Red.) Die Frage wird also aufs neue möglicherweise in ihrem ganzen In­halt gestellt werden. Es ist zu hoffen, daß inzwischen

durch ein aufmerksameres Rachdenken der inler- effierfen Regierungen über die delikate Frage eine Lösung ermöglicht wird, die, auch wenn sie den Erfordernissen Deutschlands und der mittel- osteuropäischen Staaten, und zwar in erster Linie Oesterreich, Rechnung trägt, doch in keiner Weise die Interessen der anderen Rationen, und zwar die diplomatischen, noch die wirtschaft­lichen verletzt.

Die endgültige Haltung der italienischen Regierung in den künftigen Beratungen des Völkerbundsrats liegt nicht fest. Sie wird folglich von den neuen Be­dingungen abhängen, unter denen das Problem uns wieder zur Prüfung oorgelegt wird.

die nur nach Sachkenntnis und Befähigung vorzu­nehmen ist. Mit Halbheiten werden wir diese Krise nicht überwinden, sondern nur durch klares, ent­schlossenes Handeln und durch Arbeit und Opfer. Die Zusammenbruchserscheinungen auf alten Ge­bieten unseres staatlichen, wirtschaftlichen und kul­turellen Lebens müssen alle, die sich verantwortlich fühlen für die Geschicke des Volkes, mit schwerster Sorge erfüllen. Die Unternehmerschaft fühlt diese Verantwortung; ihr aber sind die Hände gebunden, um durchgreifend handeln und helfen zu können.

Die westdeutsche Wirtschaft verlangt von der Regierung einen klaren, auf Jahre hinaus ab- gestellten Plan zur Herstellung des Gleich­gewichtes zwischen Einnahmen und Ausgaben.

Dabei muß die Reichsregierung auch auf die über­triebene Ausgabenwirtschaft der gesamten öffent­lichen Hand ohne Rücksicht auf Zuständigkeitsfragen einwirken; fehlende gesetzliche Handhaben sind so­fort zu schassen. Sie verlangt die Abstellung der kapitalzerstörenden Gesetze und Verordnungen. Sie verlangt die

Wiederherstellung der Bewegungsfreiheit der privaten Wirtschaft

und die Beschränkung der regierenden Stellen auf wirkliche und reine Staatshoheitsrechte. Sie ver­langt die Aufstellung eines solchen Planes zur Ab­wickelung der internationalen Verschuldung als Grundlage für die kommenden Verhandlungen. Die rheinisch-westfälische Wirtschaft wird den Kamps für diese Forderungen mit Nachdruck führen und sich mit aller Kraft für ihre Verwirklichung einsetzen."

geworden ist, muh ein gesunder Preisunterschied zwischen den einzelnen Drotgetreidearten und Futtergetreidcarten entsprechend der Vorkriegs­zeit angestrebt werden. Gewisse Lockerungen der Getreidepolitik, die deshalb erforderlich sind, dürfen aber keine ungesunde Voreindeckung frer- -beiführen und die Preisentwickelung für die Verwertung der neuen Ernte nicht gefährden.

Die Stärkung der bäuerlichen Veredelungswirt- fchaft ist die wichtigste Grundlage für eine lebenskräftige Siedlung und für eine organische Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Eine in diesem Sinne geführte Agrarpolitik ist zugleich wirk­samste Sozialpolitik. Sie ist obendrein die billigste Sozialpolitik.

Denn bei einer Schwächung oder Preisgabe des Agrarschuhes muß sich die Zahl der Arbeits­losen erheblich steigern, weil die Einschränkungen im Ackerbau weitere Arbeitskräfte freisetzen müh­ten. Rur die Fortführung und der Ausbau einer organischen Agrarpolitik können dies verhindern und zu einer Drosselung frer Landflucht, zu einer Milderung frer Arbeitslosigkeit und vor allem zu einer festeren Verankerung des nationalen Volks­tums im agrarischen Osten führen. Mit berech­tigtem Stolze darf unser Berufsstand auf die viel­seitigen Erfolge seiner Selbsthilfeanstrengungen Hinweisen, von denen diese Wanderausstellung ein beredtes Zeugnis ablegt. So ist auch dies­mal die Ausstellung der Ausdruck ungebrochenen Lebenswillens und anfeuerndes Beispiel für zu- kunftweisende Arbeit. Dem zähen Willen zur Arbeit, frer sich in ihr bekundet, dem Pflicht­bewußtsein un.fr der Treue, die aus ihr sprechen, werden sich Reich und Staat niemals versagen können.

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