Ausgabe 
4.6.1931
 
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Verantwortlich für Politik: i. D. Ernst Blumschein.

ELIDA KÖNIGIN SEIFE

Einmal ohne Mundstück

nie wieder mit Mundstück!

PACKUNGEN RH. 0.60,1.80 UND 3.00

ATI HAH

AUSLESE CIGABETTEN

SELBSTVERSTÄNDLICH OHNE MUNDSTÜCK!

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PFENNIG

: ÄTIKAH-LIGARETTtN :

1930

1927

1939

1938

Graphische Darstellung des beispiellosen Aufschwungs der Atikah ohne Mundstück

Von allen bevorzugt, weil billig und besser!

Es ist wirklich interessant zu beobachten« daß Raucher« die sich an die mundstück­lose Atikah gewöhnt haben, nie wieder zu einer Cigarette mit Mundstück zurück­kehren. Den Grund dafür zeigt Ihnen ein Versuch. Rauchen Sie einmal eine Atikah neben irgendeinerCigarettemitMnndstück. Sie werden verstehen, warum Atikah all« jährlich Millionen neuer Freunde gewinnt

schen Landgemeindetages), Wünsche.

äu hoffen, wenn noch mehr Einwohner dem Be­streben des Vereins auf eine Belebung und Ver­schönerung des Stadtbildes durch Anbringung von Blumenschmuck entsprechen wollten und möglichst viele Wettbewerbsteilnehmer prämiiert werden könnten. Es wird daraus hingewiesen, daß nicht gemeldete Anlagen bei der Prämiierung nicht be­rücksichtigt werden können.

* Dertreterve rs ammlung des Hes­sischen Landgemeindetages. Am Sams­tag, 13. Juni, findet in Dieburg die 11. Ver­treterversammlung des Hessischen Landgemeinde­tages statt. Aus der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Geschäftsbericht des Vorsitzenden, 2. Rechnungsablage vom Geschäftsjahr 1930, 3. Vor­anschlag für das Geschäftsjahr 1931, 4. .Sorgen und Wünsche der Landgemeinden" (Landrat a. D.

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* Derkehrsunsall. Gestern nachmittag, gegen 17 Uhr, ereignete sich in der Bahnhofstraße ein Verkehrsunfall. Ein Radfahrer kam in flot­tem Tempo die obere Bahnhofstrahe herabgefah- rcn und fuhr dabei einen Studenten an, der im gleichen Augenblick die Straße überqueren wollte. Der Anprall war so heftig, dah der Fußgänger hart zu Boden stürzte und dabei eine Kopfver­letzung sowie eine leichte Gehirnerschütterung er­litt. Durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz wurde der Verunglückte nach der Chirurgischen Klinik gebracht.

* Der AllgemeineDeutsche Frauen­verein bot wie man uns berichtet am Montag seinen in großer Zahl erschienenen Mit­gliedern die seltene Gelegenheit, Frau P r a s ch - Grevenberg, an deren meisterlich gespielten Rollen sich wohl schon alle erfreut hatten, als Rednerin zu hören. Die Vortragende sprach über den Beruf der Schauspielerin und belebte ihr Thema mit einer Fülle von feinsinnigen Aus­sprüchen und zahlreichen Beispielen auS ihrem eigenen Erleben. Es ist an dieser Stelle nicht möglich, auch nur in gedrängter Form wieder- zugeben, was die Künstlerin zu sagen wußte und

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Dr. Dr. G erecke, MdR., Präsident des Deut- 5. Anträge und

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ßen, Wilh. Balser HL wurde mit Wirkung ab 1.3mti zum Straf anstaltsoberwachttneister beim Amtsgerichtsgefängnis Worms ernannt. Auf Grund des Altersgrenzegriehes tritt der 3ustiz- vberwachtmeister beim Amtsgericht Schotten Phil. Essinger am 1. Juli in den Ruhestand.

** Aoendandacht für Studenten. Am Freitag, 5. Juni, 20,30 älhr, findet in der Kapelle auf dem Alten Friedhof die zweite Abend­andacht für die Studierenden der älniversität tott. Zu den Andachten haben die Mitglieder der Stadtgemeinden freien Zutritt.

*e Sonderzug nach dem Schwarzwald. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. veranstaltet ür den kommenden Samstag und Sonntag eine Sonderzugfahrt nach dem Schwarzwald zu bedeutend ermäßigten Fahrpreisen. Die Fahrt führt nach Frei« bürg im Breisgau und nach Bärenlal (Feldberg). Interessenten finden Näheres im heutigen Anzeigen­teil.

* KunstausstellungDarmstadt 19 31. Don der Neuen hessischen Arbeitsgemeinschaft für bildende Kunst wird uns geschrieben: Die Vorberei­tungen für die Ausstellung in Darmstadt neigen sich ihrem Ende zu. Infolge der Vorverlegung der Er­öffnung standen anstatt drei Monate nur fünf Wochen dafür zur Verfügung. Die Beschickung ist sehr reichlich und außerordentlich vielseitig. Die Eröffnung wird planmäßig am Sonntag, 7. Juni, 11.30 Uhr, stattfinden.

' Eine öffentliche Steuermahnung läßt die Stadtkasse Gießen in einer Bekannt­machung im heutigen Anzeigenteil ergehen. Inter­essenten seien besonders darauf hingewiesen.

Blumenschmuck-Wettbewerb. Auf den kürzlich vom Verkehrs - und Verschö- nerungSverein ausgeschriebenen Dlumen- schmuckwettbewerb für Fenster, Dalkone und Vor­gärten haben sich bereits eine stattliche Anzahl Bewerber gemeldet. Da die Kommission für die Prämiierung bald mit der ersten Besichtigung der angemeldeten Anlagen beginnen muh, wird ge­beten, alle mxt> nicht gemeldeten Anlagen um­gehend dem Verkehrs- und Verschönerungsverein mündlich oder schriftlich mitzuteilen. Es wäre sehr

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wie sie eS sagte. Wir möchten hier nur die ^leberzeugung aussprechen, daß ihre Worte sicher­lich viel dazu beigetragen haben, das 'Verständ­nis der Anwesenden für die schweren Ausgaben des schauspielerischen Berufes zu fördern. Wie wenige von denen, die sich bequem ins Theater setzen und nur zu schnell bereit sind, abfällig zu urteilen, haben eine Ahnung davon, welch un­ermüdlicher Arbeit, wie großer Anstrengungen und Aufregungen es bedarf, um auch nur eine kleine Rolle gut wiedrrzugeben. Aber Frau P r a s ch schilderte nicht nur die mancherlei 'Be­schwerden und Gefahren ihres Berufes, sie zeigte auch, wie diejenigen, welche die Berufung dazu in sich fühlen, nicht davon lassen können, wie sie ihr ganzes Denken und Fühlen hingeben, um sich in andere, in ihre Leiden und Freuden zu ver­lieren und dadurch gerade die Lust schöpferischen Gestaltens empfinden. Lebhafter Beifall und herz­liche Worte der 1. Vorsitzenden, Frau Paula Seid, dankten der Vortragenden.

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LU. Universitätspersonalie. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Der Prioatdozent an unserer Universität Dr. jur. Hans von Heutig hat einen Ruf an die Universität Kiel erhalten. Er hat denselben angenommen und ist bereits mit Wirkung vom 1. Mai ab zum person- liehen Ordinarius des Strafrechts ernannt worden. Einen Ruf an die Universität Münster hat er' ab« gelehnt.

* Zustizpersonalien. Der Strasanstalts- vberwachtmeister beim LandgerichtSgefängnis Gis-

Aus Oer Provmz»aldauptstavr.

Gießen, den 4. Sunt 1931.

Sand . ..

Nun haben wir wieder den Sommer mit allem, was dazu gehört. Und wie es unsere Pflicht ist, hängen wir die dicken Mäntel in den Mottenschrank, legen Helle Gewänder an, freuen uns an Baumblute, Schwalben und Sonne, wagen die erste Wasser- partie und spielen mit dem Gedanken an die wo­möglich? Sommerreise. Die Wiesen beginnen all­mählich sich wieder mit Flaschen und Butterbrot­papier zu füllen, die ersten Weekend-Partien ver- regnen mitsamt dem neuen Sommerhut aus weißem Stroh kurz, es ist wieder eine Lust zu leben und die sommerlichen Freuden zu genießen.

Die Jugend hat den ersten Zipfel des Hochsommers schon erwischt. Jedenfalls soweit es die Kleidung an­belangt. Ich habe nämlich schon auf den verschieden- ften Sandhaufen die verschiedensten halbnackten Gören gesehen. Ueberhaupt die Sandhaufen. Sie sind und bleiben höchste Vervollkommnung kindlicher Spielideale. Aus tausend Gründen. Zunächst kann man sich so herrlich dreckig dabei machen. Und daß dies ein wichtiges Moment ist, wird kein Kenner der Kinderpsychologie abstreiten. Ich habe zwei Groß, stadtkinder auf einer Dorfstraße gesehen und hörte das erste beschwörend rufen:Komm rüber, Bubi, hier ist der meiste Dreck!" Woraus erhellt, daß auch Aesthetik ein höchst umstrittener sein kann.

In einen Sandhaufen nun kann man sich im buch­stäblichsten Sinne hineinlegen, man kann sich lebendig begraben lassen und nur noch eine freche Nasenspitze in die Oberwelt stecken, mit einem Sand« Haufen kann man schon bei geringer Hebung fo intensiv spielen, daß es nur so zwischen den Zähnen knirscht und der Sand pfundweise in den Haaren hängt. Dom Sand in den Ohren und Schühchen gar nicht zu reden.

Sand ist willigstes, geduldigstes Material. Sand kann man schichten, türmen, klopfen und kunstvoll glätten und mit zwei, drei Armbewegungen wieder in chaotischen Primärzustand verwandeln, um mit neuem Eifer an neue architektonische Pläne heranzugehen. Sand kann man zu Kuchen ver­arbeiten und zur besseren Haltbarkeit des Backwerks mit Pardon Spucke verkleben, im Sande kann ma i Gärten anlegen und abgerissene Baumblätter aus den Dorgärten in die kleinen Beete pflanzen, man kann dunkle, tiefe Tunnels graben, die mit dumpfem Krach kurz vor der Vollendung zusammen­zubrechen pflegen, man kann Gebirge und Ebenen schaffen, Straßen und Plätze bauen, man kann wie gesagt, alles kann man. Wenigstens unter der Voraussetzung, daß man so viel unerschöpfliche Phan. taste wie ein Kind hat.

Eine immerhin neue und originelle Spielart brachten drei kleine Jungens aus meiner Straße heraus. Sie formten einen Sandberg in Badewan­nengestalt, gruben drei Löcher in den so geschaffenen Hügel, setzten sich in diese Löcher und verblieben sodann in dieser Haltung. Da ich an technischen Neu­heiten interessiert bin, erkundigte ich mich nach dem Zweck solchen Tuns.Wir fahren Auto!" sagte der erste ohne den Blick von der Straße vor ihm zu lassen und ohne die drückende Bewegung der linken Hand (klar, daß dies die Hupe ist) zu unterbrechen. Ich schwieg beschämt. Natürlich, Auto dreisitziges Sportkabriolet, sandfarben das hätte ich gleich erfassen müssen ...

Und zum Schluß noch dies: Sand ist ein unfehl­bares Mittel, unliebsame Diskussionen zum defini- tiven Abschluß zu bringen. Jedenfalls sah ich kürzlich zwei kleine Mädics sich dieser rethorischen Waffe bedienen. Sie stritten sich, eine Einigung war nicht abzusehen, kurz entschlossen griffen also kleine Fäuste in die gelbe Masse, und es entstand eine herrliche Schweißerei. Allzufrüh nur wurde die interessante Debatte durch eine herbeieilende Mutter gestört denn: Sand ist die Vervollkommnung aller Sviel- ideale aber nur für Kinder! E. v. M.

Oie Frequenz der Universität.

Don der PresfesteUe der Universität Gießen wird uns geschrieben: Die Zahl der Studierenden beträgt im Sommersemester 1931 2131. 3m Som­mersemester 1930 waren immatrikuliert 1941, im Wintersemester 1930/31 1925. Die Zahl der 6tu- dierendcn verteilt sich auf die einzelnen Fächer wie folgt (die in Klammern angegebenen Zahlen find die aus dem Sommersemester 1930):

Theologie 224 (146), darunter 4 (2) Studentin­nen: Rechtswissenschaft 328 (351), darunter 9 (11) Studentinnen: Medizin 419 (371), darunter 41 (34) Studentinnen: Veterinärmedizin 199 (140);

Mathematik 147 (150), darunter 12 (8) Studentin­nen; Raturwissenschaften 150 (137), darunter 22 (18) Studentinnen; Chemie 50 (51), darunter 1 (1) Studentin; Pharmazie 2 (0); Forstwissen­schaft 66 (66); Landwirtschaft 51 (55); Philo­sophie 57 (64), darunter 10 (8) Studentinnen; Reuere Philologie 274 (268), darunter 73 (56) Studentinnen; Klassische Philologie 54 (48), dar­unter 2 (1) Studentinnen; Geschichte 3 (2), dar­unter 2 (1) Studentinnen; Staatswissenschaften 107 (92), darunter 3 (3) Studentinnen. Ins­gesamt ergeben sich demnach 2131 (1941) Stu­dierende. 179 (143) Studentinnen sind in dieser Ziffer einbegriffen.

Vornotizen.

Tageskalender für Donners tag. LichftpielAus Bahnhofstraße: »Der falsche Ehe­mann".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Sonntag, 7. 3uni, gastiert das Berliner .Kleine Theater" mit dem Lustspiel »Liebe unmodern", von Sterk, in Dießen. Mit diesem einmaligen Gastspiel eröffnet das Stadt theater die Reihe der für die Sommerspiel­zeit angekündigten Gastspiele. Die Tonfilmschau­spielerin Grete R e i n w a l d spielt die Haupt­rolle. Das Gastspiel findet zu ermäßigten Som­merpreisen statt.

Das Kochen in Heihluft ist morgen abend Gegenstand eines Vortrages über den .Mabag-Heihluftherd". 3n Verbindung mit dem Vortrag, der um 20 Ahr im Hotel Schütz be­ginnen wird, sollen Koch-, Back- und Bratvorfüh­rungen stattfinden. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen.

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