Ausgabe 
4.5.1931
 
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ist ein Artikel desCurentul", der gewissermaßen die Begleitmusik zu der Geheimkonferenz macht. Es heißt darin, daß innerhalb der Kleinen Entente heute die Interessen Rumä­niens lediglich mit denen Südsla- wiens überein stimmten, weil beide Agrarländer seien, die unter der schwersten Krise litten. Infolgedessen bilde die deutsch- österreichische Zollunion für diese beiden Länder keine Gefahr. Auf der einen Seite stehe ein tatkräftiger Block von 70 Millionen Menschen und auf der anderen ein Land wie Rumänien, das zur Zeit eine Krise durchmache, deren Formen bereits dem Vor- spieldesRuins gleich käme. Das Blatt stellt dann weiter fest, daß die rumänischen Sympa­thien zwar Frankreich gehörten, daß diese Sympathien aber zu schweig en hätten, weil lebe ns wichtige Interessen des Lan­des auf dem Spiele stünden. Bisher habe die rumänische Außenpolitik wohl Stil, aber keinen Inhalt gehabt. Rumänien habe gar keine Ver­anlassung, Herrn Benesch nochmals einen Sieg erringen zu lassen.

Die Sicherstellung der deutschen Kultur.

Eine Warnung der deutschen Buchhändler.

Leipzig, 3. Mai. (TU.) 'Die chauptversamm- lang des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler nahm u. a. folgende Entschließung an: Die HB. hält es für ihre Pflicht als Spitzen­vertretung des Buchhandels im gesamten deutschen Sprachgebiet angesichts der überall wach­senden Bedrohung der Kulturhaus­halte alle Verantwortlichen auf die e r n st e n Gefahren hinzuweisen, die sich aus übereilten und übertriebenen Kürzungen dieser Ausgabeposten ergeben müssen. Wenn jetzt sogar vom Reichsfinanz­ministerium die Anweisung erfolgt, die für das Etat­jahr 1931/32 bewilligten Mittel für kulturelle Zwecke bis auf weiteres zu sperren, so ergeben sich dar­aus unübersehbare Folgen nicht nur für die dadurch unmittelbar Betroffenen, sondern auch für die Allgemeinheit. Deutschlands Stellung in der Welt muß nicht zum wenigsten mit kulturel­len Mitteln verteidigt werden. Kürzungen, die das Existenzminimum aller kulturellen Einrich­tungen angreifen, gefährden Leistungen, auf denen nicht zuletzt die Zukunft Deutschlands beruht. Es muß deshalb erwartet werden, daß diese Mittel unter allen Umständen bereitgestellt werden.

Der Berliner Brotpreis.

Weitere Erhöhung um 2 Pfennige beabsichtigt.

Berlin. 2. Mai. (WTD. Amllich.) Im Der- fvlg der letzten Ankündigungen der Reichsregie­rung hat heute der Re ich sminister für Er­nährung und Landwirtschaft erneut mit dem Bäckergewerbe die Verhandlungen aus­genommen, um die preissenkende Auswirkung der von der Regierung beabsichtigten Maßnahmen sicherzustellen. 3m Laufe dieser Besprechung er­klärten Vertreter des Berliner Zweckverbandes überraschenderweise, daß von Montag ab eine erneute Erhöhung des Brotpreises um weitere 2 Pfennig elntreten werde', die Mitglieder des Zweckverbandes seien bereits durch Rundschreiben unterrichtet, überdies sei auch der Fachpresse eine entsprechende Mitteilung übergeben worden. Ein Aufhalten dieser Maß­nahme wurde für u n m o g l i ch erllärt.

Der Reichsminister für Ernährung und Land­wirtschaft gab seinem lebhaften Befremden über dieses Vorgehen Ausdruck. Dieses Vorgehen er­folgt zu einem Zeitpunkt, in welchem drin Däcker- gewerbe bereits bekannt gewesen ist, daß die Reichsregierung eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet hat, die es gestatten werden, auf den Mehlpreis so einzuwirken, daß nicht nur eine weitere Drvtpreisrrhöhung ver­mieden, sondern auch sogar eine Rückgängig­machung der letzten Preiserhöhung ermöglicht wird. Hierzu gehören namentlich die unmittelbar bevorstehende wesentli che Lok- kerung des Drotgesehes, die Senkung der Roggenmehlpreise durch Abgabe von Roggen aus den Beständen der Deutschen Ge- tveidehandels^sellschaft unmittelbar an Mühlen

Oieräuberischen Inger".

Mittelalterliche Maikäfer-Vefchwörungen.

Von 6. Oberdeck

3m 3ahre 1479 wandte sich der Rat der Stadt Bern an das geistliche Gericht in Lausanne mit der Ditte, dieräuberischen 3nger", also die Engerlinge und Käfer, vor seinen Stuhl zu laden. Die Geschichte berichtet nicht, ob sich die Maikäfer damals alle vor dem Gericht einfan­den. Das wäre vielleicht nicht gerade sehr er­freulich für den hohen Gerichtshof gewesen, denn wenn das 3ahr 1479 nur ein mittleres Maikäfer­jahr war, dann wären die Richter, ohne einen Spruch gefällt zu Halen, schnell geflüchtet. Früher hatte man eben doch ein engeres persönliches Ver­hältnis zu allem, was da kreucht und fleucht, als heute. Rur di« Kinder. und manche Groß­städter sehen den Maiibfer noch mit poetischen Augen durch die Mailuft' schwirren. Vielen Städtern fehlt etwas, wenn sie auf ihrem mor­gendlichen Maiausflug keine Maikäfer von den Bäumen schütteln können. Sein brauner Rock hat für sie noch einen romantischen Schimmer. .r die Kinder ist der Maikäfer der freudig begrüßte Frühlingsbote. Er beißt nicht, kratzt und sticht nicht: er läßt sich leicht fangen und ohne Scheu betrachten. Die Freude ist groß, wenn er auf gutes Zureden in Form von Sprüchen vom Handteller losschwirrt. Der Gärtner und der Landmann wollen von dem Schädling allerdings nichts wissen und vernichten ihn, wo sie ihn treffen. Das war schon so in alten Zeiten. Die Maikäferplage war aber oft größer als die pri­mitiven Vernichtungsmittel, lind da man sich nicht anders zu b?lfen wußte, griff man zu abergläubischen Mitteln. Sie halfen zwar nicht, belebten aber die Phantasie und beruhigten ein wenig das Gemüt. So in Griechenland und Rom und natürlich auch in Deutschland, wo man zur Zeit des Mittelalters eine ganze Reihe von De- schwörungsformeln kannte.

Zu derartigen Beschwörungsformeln gehörte auch die eingangs erwähnte Ditte der Stadt Bern an das geistliche Gericht in Lausanne. 3n Verfolg dieses hochnotpeinlichen Prozesses gab man den Angeklagten gerechterweise auch

und die Senkung der Weizenmehl­preise durch die bereits angekündigten Zoll- maßnahmen. Das Verhalten der Berliner Bäcker sei um so unverständlicher, als seit der letzten Drotpreiserhöhung die Preise für Roggen- mchl nicht gestiegen seien, das Verhalten lasse auch die gebotene Rücksicht auf die s o z i a l e Lage der Bevölkerung vermissen. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirt­

schaft hat den Vertretern des Berliner Däcker- gewerbes keinest Zweifel darüber gelassen, daß die Regierung dieses Vorgehen nicht ruhig hinnehmen wird. Der Reichsminister hat sich unmittelbar nach der Besprechung auch mit dem preußischen Handelsministerium in Verbindung gesetzt. Dabei hat sich schon jetzt eine Heberein- stimmung der Ausfassungen der beidenMinisterien ergeben.

Weihe der Kussteiner Heldenorgel.

Sin Zeuge deutsch-österreichischer Schicksalsvesbundenheit.

K u f st e i n, 3. Mai. (ERD.) 3rt Kufstein wehen von allen Häusern und von der Feste Geroldseck die Fahnen des Reiches und Oester­reichs, Bayerns und Tirols. Die Stadt hat sich geschmückt zum Empfang von Deutschen aus allen Teilen beider Druderstaaten, die nach Tausenden herbeieilen zum Gedächtnis der Gefallenen des Weltkrieges deutschen Stam­mes, zur feierlichen Weihe der Helden­orgel, die das erste gemeinsame Denkmal für alle Gefallenen deutscher Zunge ist. Von der Festung Geroldseck, in die sie eingebaut ist, soll diese Riesenorgel an der Schwelle der beiden deutschen Staaten, mit Hilfe Deutscher aus den beiden Ländern errichtet, in beiden ihre Klänge ertönen lassen.

Am Sonntag brachten Sonderzüge Die letzten Teilnehmer am Fest. Die Straßen füllten , sich von den vielen Tausenden, die zu den Platzen strömten, wo die drei Feldmessen ab­gehalten werden sollten. Inzwischen waren auch der österreichische Bundespräsident Mik- las sowie der deutsche Gesandte in Wien, Dr. Rieth, im Auftrag der Reichsregierung ein­getroffen und begaben sich zum Platz in Hof am Fuße der Festung, wo der Orgelspieltisch in einem geschlossenen Raum aufgestellt ist. Auf der Festtribüne nahmen der Bundespräsident und der deutsche Gesandte in Wien, der bayerische Kultusminister und dek Vertreter des österrei­chischen Heeresministers, der Landeshauptmann von Tirol und der deutsche Generalkonsul in 3nnsbruck und in Vertretung des Wehrkreis­kommandos München Generalmajor Vogl Platz. Dor den Andächtigen las dann der Fürst- Erzbischof von Salzburg, Dr. Rieder, unter großer Assistenz die Feldmess«, die zu­gleich ein Gedenkgottesdienst für die deutschen Gefallenen des Weltkrieges war. Der Fürst- Erzbischof weihte daraufhin die Orgel,

die mit den Klängen des Te Deum mächtig in die Weite wirkte. Orgelvariativnen des Andreas- Hofer-Liedes folgten, die Menge fiel bei der letzten Strophe begeistert ein. 3m weiteren Ver­lauf der Feier folgte

eine Ansprache des Bundespräsidenten Miklas.

Da alle", führte der Bundeskanzler u. a. aus, hochherzig zur Schöpfung der Orgel beigetragen haben, Reichsdeutsche und Oesterreicher, so soll die Heldenorgel von Geroldseck auch dem ehrenden Gedächtnis aller im großen Weltkrieg gefall e-n en Kriegshelden deutschen Stammes geweiht sein. Wenn die Orgelweise in hehren Triumphgesang übergeht, dann verkündet sie der Welt, daß Deutschland und Oesterreich un­gebrochen durch ihr gemeinsam erduldetes Schicksal und unbeirrt wieder fortschreiten auf der Bahn friedlicher Aufbauarbeit und edler deutscher Ge­sittung. Sie kündet aber auch, daß die Zeit des deutschen Bruderkampfes, in der auf den Schlacht­feldern Deutsche wider Deutsche standen, Jür immer vorbei ist und daß alle deutschen Stämme in Ost und West, in Süd und Roxd für immer einig bleiben wollen. Diese Einigkeit des deut­schen Boltes, des großen Volkes der Mitte, ist zu­gleich auch Voraussetzung und stärkstes Unterpfand eines dauerhaften Friedens in Europa.

Der Bürgermeister von Kufstein verlas darauf Tin Telegramm der Stadt an den Reichspräsidenten v. Hindenburg, in dem seiner als des Führers im Weltkrieg und gegen­wärtigen Reichsoberhauptes in Ehrfurcht gedacht wird. Nachdem noch der Festredner Nationalrat Dr. Schuschnigg gesprochen hatte, defiliert« auf dem Hauptplatz, mit der Kapelle des Innsbrucker Alpen­jäger-Regiments an der Spitze, d i e Ehren­kompanie vor dem Bundespräsidenten und den Ehrengästen. Dargn schloß sich der Festzug.

Protest der Flamen gegen das französisch-belgische Militärbündnis

Eine Riesenkundgebung seht sich gegen die Polizei durch.

Brüssel, 3. Mai. (TU.) Dm Dorfe Wem- m e l, an der Peripherie Brüssels, ging am Sonn­tagnachmittag in Anwesenheit tausender Flamen der 12. Flämische Kongreß vor sich. Der Bürgermeister der Gemeinde hatte jedeöffent- liche Kundgebung verboten. Die Der- sammlung fand deshalb auf einem abgeschlossenen Grundstück statt. Roch bevor die Veranstaltung begann, kam es zu Zusammenstößen mit

derbelgischenGendarmerie. Die immer stärker an rückenden Massen fühlten sich durch das überaus starke Polizeiaufgebot herausgefordrrt. Mehrere Stunden hielten die Plänkeleien zwischen Polizei und Flamen an. Zahlreiche Flamen wur­den verhaftet. 3mmer wieder rückte die Gendar­merie mit gezogenem Säbel auf die Teilnehmer an. Mehrere Polizisten und Flamen wurden ver­wundet. Auch der Flamenführer Dr.Dorms wurde durch einen Säbelhieb auf den Rücken ver­letzt. Erst nach Verhandlungen zwischen flämischen Abgeordneten und Vertretern des 3nnenministe- riums sowie der Gendarmerieführung konnte die Ruhe wiedrrhergestellt werden. Bedingung der Flamen war der sofortige Abzug derPo- lizei und Freilassung der Gefange­nen. Beiden Forderungen wurde st a t t g e g e - Len. Darauf nahm die Veranstaltung einen glatten Verlauf.

Zum Schluß wurde folgende Entschlie­ßung gefaßt und einstimmig angenommen:

Zehntausenbe flämischer Rationalisten, am 3. Mai 1931 in Wernrnel versammelt, vertreten durch 15 Abgeordnete in Kammer und Senat des belgischen Staates, erheben vor der ganzen Welt Einspruch gegen das Weiterbestehen des geheimen, den Dölkerbundsgrundsätzen zu- widcrlausenden belgisch-französischen Militärvertrages und gegen dessen Fol­gen: Den Dau eines riesigen Festungsgürtels in Fortsetzung der französischen Desestigungs- wcrle, wodurch das flämische Volk, das mit allen Völkern der Erde in Ruhe und Frieden zu leben wünscht, in den französischen Herrschafts- und Militärbezirk ein­gemauert werden soll. <§ie erklären im vor­aus, daß sie jede Verantwortung für die Folgen dieser verbrecherischen militärischen Vasallen­politik der belgischen Regierung ab lehnen. Der neuerstandene Rat von Flandern be­reitet einen M as s e n p r o te st des aus 4,5Mil­lionen Seelen bestehenden flämischen Volkes ge­gen eine Politik vor, die ein Hindernis für eine wahrhafte Befriedung Europas, ja eine un­mittelbare Gefährdung des Friedens bedeutet."

einen Verteidiger. Man konnte ja nie wissen, welche Macht sich unter der unheimlichen Land­plage verbarg. Als Verteidiger wurde der für* nehme Ratsherr 3ohannes Perrodati aus Frei­burg gewählt. Dor dem Prozeß erliefe, der Bi­schof in der ganzen Umgebung vHN Bern fol­gende Bekanntmachung:Du unvernünftige, un- volllommene Kreatur, Du 3nger! Deines Ge­schlechts ist nicht gewesen in der Arche des Roah. 3m Ramen meines gnädigen Herrn und Bischofs von Lausanne, bei Kraft der hochgelebten Dreifaltigkeit und bei Gehorsam gegen die hei­lige Kirch« gebiete ich Euch allen und jeden, in den nächsten sechs Tagen zu Weichen von allen Orten, an denen wächst und entspringt Rahrung für Menschen und Vieh!" 3m Fall« des Ungehor­sams sollten sie am sechsten Tage nachmittags um 1 Uhr vor dem Richterstuhl des Bischofs in Wiflisburg erscheinen.

Diese Aufforderung war Wohl nur erlassen, üm den geplagten Bernern Mut zu machen, selbst tatkräftig die Vernichtung zu betreiben. Die Maikäferplage mufe aber sehr grofe gewesen und über die menschliche Vernichtungskraft gegangen fein, denn der Bischof war am sechsten Tage rechtzeitig zur Stelle. Die bösen 3nger aber fürchteten das Urteil und blieben aus. Run erfolgte eine zweite, etwas kräftigere Einladung, in der die räuberischen 3nger alsverfluchte Unsauberkeit, die 3hr nicht einmal Tier heißen und genannt werden sollt", betitelt wurden. Es war nicht möglich, mit den Maikäfern ein schied- lich-friedliches Abkommen zu treffen, das die 3nvasion beendete. Deshalb mußt« der Bann­fluch erfolgen:Wir, Benedikt von Montferrand, Bischof von Lausanne, haben gehört die Bitte der grohmächttgen Herren von Bern und uns gerüstet mit dem heiligen Kreuze und allein Gott vor Augen gehabt, von dem allein di« ge­rechten Urteile kommen. Danach so gravieren und beladen wir die schändlichen Würmer und bannen und verfluchen sie ..., dafe sie beschwort werden in der Person 3ohannes Perrodatt, ihres Be­schirmers, und von ihnen gar nichts bleibe denn zum Rutzen menschlichen Brauches." Der Rats­herr Perrodati mufe ein schlechter Beschwörer gewesen fein, denn nach den Berichten steigerte sich die Maikäferplage in der Berner Gegend. Richt viel bester erging es dem Bischof von Chur,

der im 3ahre 1481 den Maikäfern befahl, in ein ödes Tal zu fliegen, wo sie durch Hunger um­kommen sollten.

Die Maikäser, wo sie als Landplage auftraten, haben auch wiederholt einzelnen Menschen, die als Hexen verrufen waren, übel mitgespielt. So wurde um diese Zeit die Liegnitzer Gegend von einer schrecklichen Mailä erplag« heimgesucht. 3n Liegnih fand man die Urheber des Unheils in zwei alten Frauen, die sich dadurch verdächttg machten, dafe ihnen Maikäfer aps den Taschen hervorlrochen. Das Gericht beschloß, die beiden Frauen gebunden und nackt in einen Maikäfer- Haufen zu legen. Blieben sie von den Käfern verschont, so waren die Angeklagte^ unschuldig. Die angeblichen UebeÜäterinnen erlitten nur Schaden an ihren Rerven und entgingen dem Feuertode.

3n den spateren 3ahrhunderten griff man zu rationellen Mitteln bei der Bekämpfung der Plage. Die Scheu vor den räuberischen 3ngern wich, und man sammelte sie als Kunstdünger auf. Rach dem Grundsatz, Böses mit Bösem zu ver­treiben, verarbeitete man lange Zeit hindurch die Maikäfer zu einer Art Kompott, der in den Apotheken als Heilmittel verkauft wurde. Auch als Speise diente der Maikäfer, und zwar nicht nur den Hühnern. Auch der Feinschmecker Goethe soll sich einmal eine Portton Maikäfer einver­leibt haben, allerdings ohne zu wissen, was er eigentlich afe. Man erzählt sich, dafe Goethe im 3ahre 1805 den Professor Beireis, der an der von Rapoleon Bonaparte 1809 geschlossenen Uni­versität Helmstedt lehrte, besuchte. Beireis war ein Sonderling und stand in dem Rufe eines Zauberers. Gr wurde deshalb auch derEaylio- stro von Helmstedt" genannt. Professor Deireis bewirtete Goethe mit prachtvollen Krebsen. Goethe war entzückt, er wunderte sich aber, wie Deireis zu den Krebsen komme, da die Gegend doch arm an Landseen fei. Der Gastgeber klärte Goethe auf und verriet ihm, dafe sie keine Krebse, son­dern Maikäfer gegessen hatten, die Deireis auf eine von ihm erfunden« Art mäste. Goethe soll diese Mitteilung mit gutem Humor ausgenommen haben.

Zum Schluß sei noch eine alte Erinnerung an größere Maikäfer aufgefrischt, nämlich an die Gardefüsiliere der alten Armee, die den Ramen

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Landvolk 390 Stimmen.

Nationalsozialisten 7849 Stimmen, wahrscheinlich «*' SLjperfe 4 Mandate. . . EL 6en *

Es fehlen noch einige Ergebnisse aus kleineren -

Ortschaften, die aber an dem Gesamtbild nichts. I ändern. Danach haben also die Sozialdemo- i'7. traten ein Mandat verloren, dagegen die Kom- muniften zum erstenmal ein Mandat erhalten. * 1 >u M

ändern. Danach haben also die Sozialdemo

m u n i ft e n zum erstenmal ein Mandat erhalten. Die Nationalsozialisten haben gegenüber

1 Mandat (3).

Deutsche Volkspartei 1617 Stimmen, wahrschein­lich 1 Mandat (1). I

Staatspartei 1294 Stimmen, wahrscheinlich ein

Mandat. ,

Kommunisten 1854 Stimmen, wahrscheinlich ein Mandat (0).

Skandalöser Freispruch polnischer Terroristen.

Kattowih, 2. Mai. Das Landgericht be­schäftigte sich mit dem Fall Hoheisel. Der bejahrte Tischlermeister Hoheisel hatte sich zur Zeit des polnischen Wahlkampfes in einem Kattowitzer Lokal mit Dekannten über die Ter­rorfälle unterhalten. Daran nahmen Aufstän­dische Anstoß und fielen über Hoheisel her, der zunächst im Lokal und dann auf der Straße schwer mißhandelt wurde. Als Täter hatten sich drei Aufständisch« und als An­stifter ein Reserveoffizier zu verantworten. Der Verteidiger des Angeklagten behauptete, daß eine Provokation vorgelegen habe und daß alle Deteiligten betrunken gewesen seien. Das Ge­richt schloß sich der Auffassung des Verteidigers an und sprach die vier Auf­ständischen frei, weil «s der Ansicht war, dafe Hoheisel durch sein Verhalten die Aufständischen provoziert hätte.

Oie Landtagswahlen in Schaumburg-Lippe.

Bückeburg, 4.Mai. (WTB.) Das bisherige Gesamtergebnis der Landtagswahlen in Schaum-' burg-Lippe stellt sich wie folgt:

Sozialdemokraten 12 981 Stimmen, wahrschein­lich 7 Sitze (früher 8). |

Deutschnationale 2953 Stimmen, wahrscheinlich

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den Reichstagswahlen von 1930 einen Stimmen­zuwachs von 50 v. H. zu verzeichnen. Unter Berück­sichtigung dieses Gesamtergebnisses^ünd die Mehr­heitsverhältnisse noch umstritten, daoer eine Kom­munist das Zünglein an der Waage bildet.

Oie Siaaispariei gegen die Steuer­erhöhungen in Hessen.

Frankfurt a.M, 2.Mai. (WSÄ.) Der Erweiterte Landesvvrstand der Deutschen Staatspartei in Hessen be­schäftigte sich mit den Auswirkungen der Realsteuererhöhungen in Hessen und faßte einstimmig nachfolgende Entschließung:Der Landesvorstand sieht mit ernstester Sorge die Auswirkungen, die die vom Hessischen Landtag beschlossen« Erhöhung der Landes­grundsteuer und der Sondergebäude- steuer für solche Grundstücke, deren Friedens­miete 5 Prozent des Wertes übersteigt, auf die ^Betroffenen hat. Unsere Anträge zur Ver- waltungsrefvrm verfolgen den Zweck, noch im lau en en Finanz ahr erhebliche Erspa r- nisse zu erzielen, die in erster Linie zu sineq Senkung der Grund-und der Sonder- gebäudesteuer führen sollen."

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Aus aller Wett.

Schwere Brandkatastrophe in Reichelsheim j. O.

Montag früh gegen 3.30 Uhr entstand, vermut, l i ch durch einen Kaminbrand, in dem Schulgebäude von Reichelsheim im Odenwald Grohseuer. Der 80 Jahre alte pensionierte Lehrer Vermuth erlitt den Lrstickungs- tod. Seine Stau versuchte sich zu retten, erlitt aber derart schwere Brandwunden, daß sie hoff­nungslos ins Darmstädter ttranken- Haus eingeliefert wurde. Das ebenfalls dort beschäftigte 32 Jahre alte Dienstmädchen Ger- mann aus Steinbach lag lot in ihrem Betle: sie war ebenfalls durch den Rauch e r ft i ck t. Das

Maikäfer" trugen. Die Bezeichnung stammt wohl daher, daß die Gardefüsiliere Ende April, An­fang Mai zu ihren Frühjahrsübungen ausrückten. Daß sie keine Landplage waren, kann man am besten von den Frauen erfahren, die damals noch jung waren und mit Freuden auf das Heran« schwirren dieserMaikäfer" harrten.

Ob^rhessischer Kunstverein.

Die vor acht Tagen eröffnete neue Ausstel­lung des Oberhessischen Kun st Vereins- eine Uebersicht über das graphische Werk des ver­storbenen Hans Otto Schönleber ist jetzt durch eine Kollektion von 15 Oelgemälden des Münchner Professors Paul Renner (geboren 1878 in Wer­nigerode) erweitert und somit der Gesamteindrua vom Farblich-Malerischen her ergänzt worden. Renner bringt ausschließlich Landschaften von vor­wiegend südlichem Charakter. Im Technischen be­merkt man, von einigen stumpfen und trockenen Par­tien abgesehen, einen kräftigen, manchmal pastose» Auftrag bei energischer Strichführung. Neben einem lebhaften meist auf dominierende Lokaltöne abge- stellten Kolorit scheint uns die Vorliebe für eine markante Raumaufteilung und eine gedrungen! Gruppierung der Massen in diesen Landschafte« bestimmend zu sein. Man findet hier allenthalben scharf fonturierte Flächen und Kuben im Raum, eine sorgfältige Abgrenzung der aufbauenden un> das Gewicht verteilenden Bildelemente. Diese Schics tung und Gliederung erscheint besonders finnfW in Landschaften mit Architektur und Städtebildern» wie etwaLerici" II., demFischerdorf von Po° lermo" undGoldbach". Verhältnismäßig impressi» wirkt daneben dieSchneeschmelze" mit ihrem ziem­lich verwaschenen und unklaren Hintergrund. 2>(" sympathischen malerischen Wirkung wegen feien nofl die LandschaftenGolf von Spezia" undLerici" * mit einer Empfehlung hervorgehoben.y

Sochschulnacb richten.

Die Münchener Technische Hochschule b® durch Organisattonsänderung eine eigene Pr»" fessur für Botanik erhalten. Der erste Prr^ fessor für Botanik und Pflanzenkrankheiten an der genannten Hochschule wurde der bisher >n Weihen st ephan tätig« ordentliche Profess» Dr. Friedrich Boas.

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