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Bruno H. Bürgel in Gießen.

Der volkstümliche Schriftsteller und?i stronom überWerken undBcrgehen'.

Der Schriftsteller und Astronom Bruno S). Bürgel, der durch seine volkstümlichen Werke in weiten Kreisen unserer Bevölkerung bekannt ist, sprach am Montagabend in der Neuen Aula der Universität vor zahlreichen Mitgliedern und Freun­den des Goethe-Bundes. In seinem VortragWer­den und Vergehen" gab der Redner einen umfassen­den Heberblick über die grundsätzlichen Erkenntnisse der Wissenschaft von der Astronomie. Er schilderte zunächst die historische Entwicklung des Wissens um die Weltordnung, sprach von den Kämpfen, die Kopernikus, Galilei, Giordano Bruno u. a. um die Behauptung ihrer Lehren gegen die überfällige aristotelische Anschauung bestehen mußten, und ging dann auf die Erde und ihre Beziehung zur Sonne ein. Er führte die Zuhörer im Geiste weit hinaus in den Weltenraum, ck)arakterisierte das Wesen der Fixsterne als Sonnen ferner Systeme, gab durch einige Zahlen in der Uebersetzung durch Lichtlahre einen Begriff von den Entfernungen selbst und ließ anderseits diese Entfernungen, an Hand von sinn­fälligen Beispielen, in der Reduzierung auf irdische Verhältnisse faßbar werden. Ausführlich sprach der Redner über die Milchstraße und die Bedeutung, die unserem Sonnensystem, als einem verschwindend geringen Bruchteil in der Fülle der der Milchstraße zugehörigen Sternenhaufen, zukommt. Zugleich cha­rakterisierte er in einigen Worten die Rolle des Menschen, der oft genug zu glauben geneigt sei, er macheWeltgeschichte"; ein Glaube, der sich in der Perspektive, aus der ihn der Redner betrachtete, in ein Nichts verflüchtigte angesichts der im Welt­bau sich offenbarenden Unendlichkeit göttlicher Kräfte.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Zu­hörer auch die klaren Darlegungen des Vortragenden über die Entwicklung einer einzelnen Sonne aus den Urnebeln heraus, die sich in der Rotation verdich­teten, erhitzten, zu rotglühenden Körpern würden, in der Weißglut den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreichten, in absteigender Linie in Gelb- und Rot­glut und schließlicher Erstarrung erstürben und zer- fielen, um sich in der Form von unermeßlichen Staubwolken wieder der räumlichen Ewigkeit zu vermählen und wieder dem Kreislauf des unend­lichen Geschehens, dem Werden und Vergehen, ein­zuordnen. Wie diesesSich-wieder-einordnen' mög­lich sei, so führte der Redner u. a. weiter aus, entziehe sich unserer menschlichen, wie auch der wissenschaftlichen Erkenntnis.

Schließlich ging der Vortragende noch auf die Bedeutung der Spektralanalyse im Dienste der Er- forfchung der materiellen Zusammensetzung anderer Körper im Weltenraum ein und gab Aufschluß über den Stand der Forschung, die den Beweis erbracht habe, daß die übrigen Himmelskörper in ihrem Auf­bau identisch mit dem der Erde seien. Die Ursachen der Entstehung der Sonnenflecken, die Periodizität ihrer Erscheinung, den Einfluß der Sonnenflecke auf unsere Erde (der noch nicht hinreichend aufgeklärt ist), die Beschaffenheit der Sonnenoberfläche, die Entstehung der Protuberanzen wurde den Zuhörern in einfacher Form erläutert und in der volkstüm­lichen Betrachtungsweise sicherlich jedermann zu völligem Verständnis nahegebracht.

Eine Reihe von Lichtbildern, zum Teil farbig, unterstützte den Vortrag wesentlich. Bilder aus den Sternwarten ließen einen Eindruck von der Uni­versalität und dem Ausmaß der Instrumente, die den Astronomen zur Verfügung stehen, gewinnen, Photogramme von Spektralanalysen gestatteten einen schnellen Ueberblick über die Analogien des Aufbaues der Weltraumkörper, einzigartige Auf­nahmen von fernen Sternhaufen und ihrem spiral­förmigen Aufbau, von der Fülle der Gestirne in der Milchstraße und noch manchem anderen ver- mittelten einen tiefen Eindruck.

Der Vortrag fand starken, anhaltenden Bei­fall, der um so mehr verdient war, als der Redner Glicht lediglich referierte, sondern mit einem gewissen Züchterischen Schwung die Erhabenheit der Schöp­fung lebendig werden ließ und so zugleich einen starken persönlichen Kontakt zwischen sich und seinen Zuhörern schuf.

Oderheffen.

Oer Voranschlag des Kreises Schotten für 1931.

* Schotten, 3. M-rz. Der Voranschlag des Kreises Schotten für das Rechnungs­jahr 1931 schließt nach der Vorlage der Kreis­verwaltung wie folgt ab: Detriebsrechnung 211 477 Mar. (im Jahre 1930 --- 214137 Mark) je in Einnahme und Ausgabe, Vermögensrech- nung 55 397 Mark (im Vorjahr 45 452 Mark), insgesamt mithin für 1931 266 874 Mark (im Vor ahre 259 590 Mark). Die Kreisumlagen für das Rechnungsjahr 1931 sind auf 92 200 Mark veranschlagt, gegen 97 300 Mark im Rechnungs­jahre 1930. Der Rechnungsrest aus dem Rechnungsjahr 1929 beläuft sich auf 48 050 Mark. DaS Vermögen des Kreises Schotten beziffert sich nach dem Stande vom 1. Januar 1931 auf 99 614 Mark, die Schulden des Kreises be­liefen sich zum gleichen Zeitpunkt auf 107 742 Mark.

Um die Abhaltung von Kongressen in Bad-Nauheim.

WER. Bad-Rauheim, 3. März. Der Verkehrsverein Bad-Rauheim be­schäftigte sich in der letzten Sitzung seines Ge-> samtausschusses u. a. mit der Frage der Abhal­tung von Kongressen in Dad-Rau- heim. Der vor kurzem vom Finanzausschuß des Hessischen Landtags bestätigte Beschluß des hessi­schen Gesamtministeriums, wonach die Säle des staatlichen Kurhauses außer an Kongressen von Aerzten oder der Presse nicht zur Verfügung ge­stellt werden, wird von der hiesigen öfsentlichen Meinung allgemein bedauert und nicht verstan­den. da hierdurch mangels geeigneter Anterbrin- gungsmöglichkeiten die Abhaltung von Kongressen in Bad-Rauheim sehr erschwert wird. Da von der hessischen Regierung bereits seit längerer Zeit dem hiesigen Verkehrsverein eine mündliche Rück­sprache in dieser Angelegenheit zugesagt worden ist, will man sich bemühen, diese baldigst herbei- zuführen. Man erwartet hiervon eine Aenderung des Degierungsstandpunktes, um so mehr, als durch die Inanspruchnahme der Kurhausräum­lichkeiten eine Störung des Kurbetriebes keines­falls zu befürchten ist, da die Beratungen von Kongressen der in Frage kommenden Art nur vor­mittags stattzufinden pflegen.

Gemeinderat in Schotten.

v Schotten, 2. März. Der Bürgermeister legte dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung

den Voranschlag für Rechnungsjahr 1931 vor und erläuterte an Hand einer den Mit­gliedern gegebenen Zahlenübersicht den neuen Haus halt. Der Voranschlag schließt je in Einnahmen und Ausgaben mit 191 000 Mark (im Vorsahre 201000 Mark) ab, die Gemeindeumlagen sind für das neue Rechnungsjahr auf 55 200 Mark gegen 59 000 Mark im Vorjahre veranschlagt. In der nächsten Sitzung wird sich der Gemeinderat näher mit dem Voran­schlag, der eine Senkung der Umlagen um zirka 4000 Mark bringt, befassen.

Der Turnverein beabsichtigt, das Innere der Turnhalle und des Festsaales neu herzu­stellen. Er gibt zu diesem Zwecke unverzinsliche An­teilscheine aus, hat sich auch an die Stadt mit der Bitte um Uebernahme von Scheinen gewandt. Es entspricht einem Bedürfnis, daß besonders der Fest­saal zur Abhaltung der in Aussicht stehenden Ta­gungen und Feierlichkeiten würdig hergestellt wird. Die Wirtschaft in der Halle hat der Verein in elgner Regie übernommen. Der Gemeinderat wünschte, bevor er sich über die Beihilfe schlüssig macht, die Vorlage eines Voranschlags.

An der Aufrechterhaltung des Zweckverban- des Schotten-Hungen hat der Gemeinderat, da die Zuschüsse bei der jetzigen Notzeit sich nicht rechtfertigen lassen, kein Interesse mehr.

Von der Ministeriellen Anordnung, daß in Zu­kunft Kapitalaufnahmegesuche der Ge­meinden nur berücksichtigt werden, wenn sie der vom Städte- und Landgemeindetag eingerichteten Zu­lassungsstelle vorgelegen haben, nahm der Gemeinde­rat Kenntnis.

Landkreis Gießen.

* Alten-Buseck, 4. März. Am gestrigen Dienstag konnte der Bürgermeister i. R. Wilhelm Körber, einer ber ältesten Bürger unseres Ortes, den8 6. Geburtstag feiern. Der Greis erfreut sich noch körperlicher und geistiger Frische.

§ Daubringen, 3. März. Am Montag wurde in dem Steinbruch der Firma Scheidthauer & Giebing in Marnzlar die Arbeit wieder ausgenommen. Bisher wurden zwölf Erwerbslose eingestellt.

-s- Rödgen, 3. März. Aus der jüngsten G e - meinderatssihung ist zu bericyten: Die vorn Kreisamt vvrgeschlagenen Steuersätze für das Rechnungsjahr 1930 hatten nicht die Genehmigung des Ministeriums gefunden. Es verlangte die Senkung der Gewerbe- steuersätze für Gewerbekapital von 169 auf 125 Pf., für Gewerbeertrag von 700 auf 500 Pf. Der Ausschlagsah 100 Pf. für land- und forst­wirtschaftlich genutztes Gelände wurde belassen. Der entstehende Einnahmeausfall soll durch Er­höhung des Satzes für Gebäude von 38 auf 44 Pf. gedeckt werden. In der Gemarkung Rödgen, die zur Zeit im Feldbereinigungsversa^v*" steht, soll gleichzeitig eine Katastervermessung für die nicht zu bereinigenden Gemarrungsteile vor­genommen werden. Der Gemeindevorstand konnte sich hiermit nicht einverstanden erklären, da die Kosten über die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde und der Bürger hinausgehe. Zwei An­träge von hiesigen Bürgern, die die Anbringung einer Straßenlampe in der Friedrich-Ebert-Stratze sowie die Erhöhung des Kamins des alten Backhauses wegen Rauchbelästigung fordern, wurde abgelehnt. Die Anträge der ausgesteuerten Erwerbslosen wurden der Fürsorgekommission zur Prüfung überwiesen.

4- Grünberg, 2. März. Am Sonntag hielt der Ortsgewerbeverein in der Wirtschaft Zum Taunus" seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Schlossermeister Heinr. Schmidt II., erstattete den Jahresbericht. Die Rechnung schloß mit einem kleinen Heberschuh ab, außerdem be­steht beim hiesigen Vorschubverein noch ein Gut­haben von über 100 Mk. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Schmiedemeister L. Frank, Schreinermeister Fr. Gehringer und Schmiede­meister W. Schomber wurden wiedergewählt. Ebenso wurde der Gesellenprüfungsausschuh in seiner seitherigen Zusammensetzung wieder für die drer nächsten Jahre belassen: Lehrer Wen­zel als Vorsitzender, Spenglermeister Julius V o n - E i f f als Stellvertreter, ferner Schreiner- meister E. Lein, Zimmermeister Gg. 3. Haas, Schuhmachermeister A. Großhaus und Stein­hauer H. S ch m i d t IV. als Beisitzer. Eine län­gere Lürssprache knüpfte sich schließlich an die Frage der Gestaltung der Reichshandwer­ke r w o ch e vom 15. bis 22. März.

* Lich, 3. März. Der Ortsgewerbever­ein L i ch hielt bei Mitglied Hch. Schmidt X. seine ordentliche Generalversammlung ab, die stark besucht war. Der erste Vorsitzende, Schlos­sermeister Fritz Schmidt, leitete die Versamm­lung und gedachte des verstorbenen Vorstands­mitgliedes, Küfermeister Gustav O h l e m u h. Die Rechnungsablage ergab einen befriedigenden Stand der Finanzen. Die allgemeine wirtschaft­liche Rotlage, ganz besonders die Lage des Bau­gewerbes, wurde eingehend besprochen und dabei der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Gelder der Hauszinssteuer von der Regierung restlos für Bauzwecke zur Verfügung gestellt werden. Rach einer Aussprache über die Wirtschaftslage wurde die Versammlung geschlossen.

Kreis Büdingen.

Bleichenbach, 2. März. Im hiesigen Ge­meindewald wurde eine Polizeijagd auf Wildschweine abgehalten, an der 20 Schützen tejjnahmen. Vier Schwarzkittel von ansehnlichem Gewicht wurden hierbei zur Strecke' gebracht.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Z Krofdorf, 2.März. Die Gemeindever- t r e t u n g von Krofdorf-Gleiberg hat in ihrer letzten Sitzung folgendes beschlossen: Die Flurhüterstelle der Gemeinde soll zur Bewerbung ausgeschrieben wer­den. Christian Steiß (Gleiberg) soll für ein in der Inflation erhaltenes Baudarlehn eine geringe Aufwertung zahlen. Die Vertretung nahm Kenntnis von einem Schreiben des Kreistiefbauamts über den Stand der Wasferleitungs-Er- weiterunasarbeiten und über die voraus­sichtlich entstehenden Gesamtkosten. Die Aufnahme einer neuen Anleihe wurde bis zur Klarstellung der Kosten für die bisher geleistete Mehrarbeit abgelehnt. Dem erforderlichen Grunderwerb für die Wasser- leitungs-Erweiterung stimmte die Vertretung zu. In der Sportplatzfrage erhielt die Vertretung Kenntnis von dem Schreiben der Oberförsterei wo­nach die Errichtung eines Sportplatzes in der Krokel nicht empfehlenswert ist. Es wurde nun der Wald­distrikt Eichwald in Erwägung gezogen. Die G e ° merbefteuer soll für das Rechnungsjahr 1931 nach den bisherigen Bemessungsgrundlagen der Ge­werbeertrags- und Kapitalsteuer erhoben werden.

SJlxfport

Um die Bezirksmeisterschast.

(Ein Fußball-Grohkampf auf dem VfB.-Plah.

Der Waldsportplatz ist am kommenden Sonntaa der Schauplatz eines Fußball-Großkampfes. Nach amtlicher Verfügung gelangt das Spiel um die Be­zirksmeisterschaft in Gießen zum Austrag. Borussia Fulda und S. C. 03 Kassel, der Meister der Nord­gruppe, stehen sich gegenüber und dürften sich einen Kamp sliesern, der für Gießen nichts Alltägliches bedeutet. Das Spiel selbst wird bis zur Entscheidung durchgeführt.

Fußballklub 1926 Großen-Buseck.

Aus Antrag des Spiel- und Sportvereins Ehringshausen (Kreis Wetzlar) wurde das für vergangenen Sonntag an gesetzte Verbands­spiel auf den 8. März verlegt. Die Mannschaft von Großen-Duseck war deshalb spielfrei.

$. <5p. 23. 1026 Steinbach.

Steinbach I Garbenleich I 1:1.

Beide Mannschaften lieferten sich am vergangenen Sonntag unter der vorzüglichen Leitung des Schiri Beck (Gießen) einen stets flotten, meist ausgegliche­nen Kampf. Steinbach konnte kurz nach Beginn durch seinen Mittelläufer in Führung gehen. Mit 1:0 wurden die Seiten gewechselt. Garbenteich drückte nun mehr und konnte auch kurz vor Schluß mit viel Glück und durch einen Fehler der Steinbacher Ver­teidigung zum Ausgleich kommen. Obwohl Steinbach jetzt überlegen spielte, blieb ihm doch der verdiente Siegestreffer versagt.

Geräiemeisterschassen des Turngaues Wetterau.

In Obbornhofen fanden am Sonntag die Ge­rätemeisterschaften des Turngaues Wetterau statt. Der erste Vorsitzende des Turnvereins Obborn­hofen, Adolf Reih, begrüßte die Turnfreunde. Der erste Vorsitzende des Turngaues richtete einige beherzigenswerte Worte an die Kampf­turner. Unter den Klängen eines schneidigen Marsches traten die Turner zum Kampfe an. Geturnt wurde an Pferd und Darren, außerdem wurden Freiübungen und Hebungen an Hand­geräten verlangt und schließlich noch am Reck geturnt. Die einzelnen Leistungen, die bei diesem Wettkampf erzielt wurden, konnten als sehr gut bezeichnet werden. Die Hebungen wurden sehr exakt durchgeführt und stellten die ernste Arbeit, die in den Turnvereinen des Gaues geleistet wird, unter Beweis. An die Wettkämpfe schloß sich die Preisverteilung an.

Die Ergebnisse waren folgende:

Pferd: 1. Rohrbach (Leihgestern), Willy Strauch (Dauernheim); 2. W. Schmidt (Leih­gestern); 3. K. Velten (Leihgestern).

Darren: 1. Willy S trauch (Dauernheim); 2. H. Volk (Leihgestern); 3. W. Häuser (Leih­gestern).

Freiübungen und Handgerate- Hebungen: 1. Pi Hasch (Friedberg-Fauer­bach); 2. Eichenauer stDauernheim); 3. Kohlmeier (Friedberg-Fauerbachs.

Reck: 1. Reinhold Kammerer (Obborn­hofen); 2. Billasch (Friedberg-Fauerbach); 3. Eichenauer (Dauernheim).

Handball in T. V. Treis.

Treis I Dutenhofen I 5:0 (4:0).

Am Sonntag war die erste Mannschaft des Tv. Dutenhofen in Treis zu dem fälligen Der- bands-Aufstiegspiel zu Gast. Es entwickelte sich sofort bei Beginn ein sehr flottes Spiel. Treis ging bereits zur Halbzeit mit 4:0 in Führung. Dem Spielverlauf nach hätten die Gäste ein Ehrentor wohl verdient.

wieseck I Burkhardsfelden I 1:1 (1:0).

In Wieseck standen sich die ersten Mannschaften der Turnvereine Wieseck von 1862 und Burkhardsfelden zum fälligen Derbandsrückspiel gegenüber. Es war ein harter, aber nicht unfairer Kampf, den sich die in ihrer Gesamtheit fast gleichwertigen flinken Mann­schaften lieferten. Anfangs waren die Gäste im Zu­sammenspiel leicht überlegen. Wieseck hatte trotzdem mehr Schußgelegenbeit, auch wurde der Kampf nach und nach ausgeglichener. Kurz vor Halbzeit gelang es den Gastgebern, das Führungstor zu erzielen. Bei dem Stande 1:0 wurde gewechselt. Nach der Halb­zeit waren beide Mannschaften verwirrt und un­ruhig. Zuweilen zeigte sich wieder eine leichte Heber- legenheit der Gäste. Etwa zehn Minuten vor Schluß gelang es ihnen, mit einem Wurf von 20 Meter den Ausgieich zu erzielen. Bei dem weiterhin ausgeglichen nen Spiel gelang es keiner Mannschaft, eine Aende­rung des Resultats herbeizuführen. Das Ergebnis muß als gerecht angesprochen werden.

Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Gießen I - Wieseck I 4:1.

Am Sonntag standen sich zwei starke Gegner auf dem Trieb im Freundschaftsspiel gegenüber. Während die Einheimischen mit ihrer stärksten Garnitur aufwarteten, versuchte es Wieseck mit einer Reuaufstellung, die jedoch nicht ganz be­friedigen konnte. 2n der ersten Spielhälfte wurde nahezu Gleichwertiges geleistet, nach dem Seiten­wechsel lieh sich aber die Wiesecker Mannschaft durch die Entscheidungen des Hnparteiischen aus der Fassung bringen und fiel mehr und mehr ab.

Ein flottes Hin und Her eröffnete die Spiel­handlung. Auf beiden Seiten wurden aber zu­nächst die sichersten Torchancen ausgelassen und erst in der 20. Minute konnten die Gießener durch einen Fehler der Gästeverteidigung zum Führungstor gelangen. Sodann kamen aber die Wiesecker etwas auf und vermochten den Aus­gleich noch vor dem Wechsel herzustellen. Rach der Pause beherrschte abermals zunächst ein gleichverteiltes Mittelfeldspiel den Platz, Gießen gelangte ein zweitesmal zum Erfolg und in der Folge nahm das Spiel an Schärfe zu. Die Plahbesitzer gingen nun ihrerseits körperlich mehr aus sich heraus, während die Gäste mehr und mehr abfielen. Als die Hiesigen durch ein Tor aus Abseitsstellung, daß der Schiedsrichter als gültig entschied, weiter in Vorteil traten, war die Widerstandskraft der Wiesecker gebrochen. Der

Mittelläufer der Hiesigen verwandelte einen schöq getretenen Strafstoß zum vierten Erfolg.

Gießen III Grvhen-Linden I 3:3.

Dor dem obigen Spiel lieferten sich diese beiden Mannschaften ein Freundschaftsspiel. Gießen, verstärkt durch eine Anzahl Spieler der zweiten Mannschaft, war vorerst den Gästen etwas über­legen und erzielte ein Halbzeitresultat von 2:1. Rach Wechsel kam dann Grotzen-Linden besser auf und vermochte bald den Ausgleich herzu- stellen sowie die Führung zu übernehmen. Erst kurz vor Schluß konnte Gießen durch einen Elf­meter den Ausgleich erzielen.

Schauschwimmen im Vottsbad.

Veranstalter: Schwimmabteilung des To. 1846.

Mit einer großzügig angelegten Werbever-- anstaltung wartete die Schwimmabteilung des Turnvereins von 1846 den zahlreich erschienenen Zuschauern auf. Schwimmwart Sauer hatte unter der tatkräftigen Unterstützung seiner Vorschwimmer­schaft eine Darbietunassolge zusammengestellt, die die Idee des Turnerschwimmens ins rechte Licht rückte, nämlich den Gedanken der Einzelleistung hinter die Arbeit der Allgemeinheit zurücktreten zu lassen. Die Brudervereine Marburg 1860, Wetzlar und Tgm. Friedberg schlossen sich diesem Gedanken- gang rückhaltlos an und durch ihre Mitarbeit wurde die angestrebte Breitenarbeit der DT. nachdrücklich unter Beweis gestellt. Einleitende Wort»-h^ ersten Vorsitzenden galten zunächst den im Weltkrieg ge- allenen Turnbrüdern. Nicht weniger als neun Staf- eln, immer von fast allen beteiligten Vereinen be- tritten, tarnen zur Durchführung. Es wurde dem Sinne der Veranstaltung durchaus gerecht, daß nicht mit Stoppuhr und peinlich genauer Kontrolle die Sieger festgestellt wurden, sondern daß die Zusammenarbeit äußerlich sichtbare Form in der Beteiligung und Ableistung der vorgeschriebenen Strecke ihr Genügen fand. So soll auch hier nicht statistisch festgehalten werden, welche Schwimm­abteilung die meisten Siege an ihre Dereinsfahne heften konnte, sondern lediglich festgestellt werden, daß die vier beteiligten Schwimmabteilungen mit ihrer Arbeitsweise sicher auf dem rechten Wege sind.

Das Springen der Knaben und Mädchen war auf kindertümlicher Grundlage aufgebaut; es ver­riet zielsichere Arbeit und stellte auch schon manchem der Kleinen das Zeugnisgut" und sogarsehr gut" aus. Das Springen der Turner und Turnerinnen dagegen konnte jeben, auch den Fachmann, durch­aus befriedigen; auch hier konnte eine starke Be­teiligung aller vier Abteilungen festgestellt werden.

Das Figurenlegen der Turnerinnen der 1846er zeichnete sich durch große Exaktheit aus und fand ebenso wie die unter turnerischem Einfluß stehende Darbietung an den Schaukelringen dankbare Anerkennung. Dielleicht lind die Turner an den Ringen anfangszu scharf ins Zeug gegangen", d. h. sie haben sofort mit zu schwierigen Dingen aufgewartet, während es sicher bei einfacheren Hebungen zu einer größeren Beteiligung gekommen wäre.

Eine durchaus lobenswerte und das Programm in guter Hinsicht bereichernde Darbietungsfolge wa­ren die einfachen Hebungen der Nicht­schwimmer. Sie haben sicher am meisten gewor­ben, denn wenn die Erwachsenen erst wissen, wie vorsichtig und wie natürlich die Kinder das Schwim­men beigebracht bekommen, dann ist der Entschluß, das Mädel oder den Jungen zum Schwimmen zu schicken, von den Eltern viel leichter gefaßt. Das Tauchen, eine Hebung die besonders auf dem Gebiete des Rettungsschwimmens eine besonders wichtige Rolle spielt, wurde ebenfalls gezeigt.

Auch das Wafferballfpiel kam zu seinem Rechte. Zwei Spiele wurden durchgeführt; hierbei zeigten die Mannschaften des veranstaltenden Ver­eins das bessere Können; sie siegten verdient: die zweite Mannschaft 5:1 und die erste 3:1.

Durch eine humoristische Einlage:Hagenbecks rechte Hand" kamen auch die Zuschauer, die Freude an gesundem Humor hatten, auf ihre Rechnung. Das diesjährige Schauschwimmen des Turnvereins von 1846 dürfte die gehegten Erwartungen nicht nur erfüllt sondern auch übertroffen haben.

Kurze Sportnotizen.

Deutschlands Hockey elf gegen H o l. land am 8. März wurde jetzt wie folgt aufgestellt: Brunner; Ueberle, Zander; Peter, Hobein, Harde­land; Mehlitz, Müller, K. Weiß, Scherbart und Wollner. #

Die bayerische Amateurborstaffel folgte am Freitag einer Einladung nach Arosa, wo sie gegen eine Schweizer Mannschaft antraten und erwartungsgemäß mit 12:4 Punkten überlegene Sie­ger wurden.

Aus dem Amtsverlündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt 01 r. 15 vom 3. März enthält: Verzeichnis der Gemeinden des Kreises Gießen in denen die Bürgersteuer eingeführt ist. Die Erhebung einer Biersteuer in der Gemeinde Haufen und Trais-Horloff. Dienstnachrich'en.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Sprechstunden ver Redaktion.

11.30 bif 12.33 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen.

Die Giuhlirägheii

In der ärztlichen Fachpresse hat vr. meck. Haase, Berlin, Facharzt für innere Krankheiten, im De­zember 1930 eine auf jahrelange Er ahrungen in der Praxis gegründete AbhandlungHeber Stuhlver- stopsung und Abführmittel" veröf entlicht Seinen Ausführungen ist zu entnehmen, daß zur Beseitigung der Stuhlträgheit am zweckmäßigsten ein Abführ­mittel Anwendung findet, das prompt und dabei doch mild wirkt und auch bei längerem Gebrauch den Darm in keiner Weise schädigt. Das Mittel muß leicht einzunehmen sein und darf keine üblen Neben­erscheinungen haben wie schlechten Geschmack, Bauch- kneisen usw. Diesen Erfordernissen entsprechen die bewährten Apotheker Richard Brandts Schweizer­pillen in jeder Hinsicht. Sie sind ausschließlich aus unschädlichen pflanzlichen Bestandteilen zusammen­gesetzt und wirken angenehm und zuverlässig abfüh­rend ohne irgendwelche lästigen Begleiterscheinungen. Sie können auch längere Zeit hindurch unbedenklich eingenommen werden.So war es mir", schließt Dr. Haase seine Betrachtungen,fast immer leicht möglich, durch Verstopfung bedingte Beschwerden wie Mattigkeit, Müdigkeit. Verstimmung, Gereiztheit, nervöse Depressionen, Angstgefühle, Schlaflosigkeit, Blutandrang nach dem Kopfe, Magen- und Darm­sülle und Appetitlosigkeit durch Anwendung von Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen zu be­heben und die Verstopfung endgültig zu beseitigen."