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gesteckt.

marie schlug beide Hände vor das zuckende Gesicht. I Furchtsam blickte Anwmmne auf dre Frau die, Dann ak^r, als ein Herr sie ansprach, hastete ' als sie sah, daß ihr Schützling nicht mehr schlief.

Und ganz deutlich spürte sie noch seine Nähe, spürte fie einen gewaltigen Willen. Und Anne­

lie endlich weiter, immer weiter, immer tiefer I in die unbekannte, fremd« Stadt hinein und wagte doch nicht, irgendwohin zu gehen, weil sie nicht wußte, ob ihr Geld reichen würde und weil sie sich vor all den fremden Menschen fürchtete. Und um sie her brandete das Leben mit all seinen guten und bösen Leidenschaften.

Annemarie von Wendsbrück hetzte weiter, ein armes, verlassenes Geschöpf.

Und kam wieder im Hafenviertel an. Gekannte es entsetzt im letzten Augenblick, brach ohnmächtig zusammen ...

Der Mann

der das Lachen verlernt hat.

Roman von Gert Rothbera.

Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale)

22 Fortsetzung Nachdruck verboten

Kent bestieg seinen Wagen, nachdem er dem kleineren Herrn herzlich und freundschaftlich die Hand gedrückt, und fuhr fort. Und Annemarie hörte ganz deutlich,. wie der Zurückgebliebene murmelte' __ . .

Kent ist unheimlich. Mein Gott, was meinte er nur um alles in der Welt mit den EvanS- Attien't Don diesen Teufelspapieren hat man doch die ganze letzte Zeit über schon an der Dörse gezittert? Was mag Kent nur metncnf Man kann sagen, was man will: er ist der Wille des Ganzen. Er kennt alles, er besitzt alles, er lenkt alle nach seinem eisernen Willen. Hm. hm' Wir sind, bei Lichte besehen, Puppen, die er nach Belieben tanzen läßt. Mir scheint, in dem Kentschen Marionettentheater wird in Zu­kunft auch Grian eine Hauptrolle spielen. Direkt unheimlich ist Kent. Unheimlich, sage ich."

Als er dergestalt seinem Herzen Luft gemacht, ging er mit kleinen, trippelnden Schritten dem Hause zu. Und er war maßlos entsetzt, als er Mister Grian freundlich begrüßte und dabei sagte:

Kent wollte eigentlich mitkommen. Doch im letzten Augenblick ging's dann doch nicht. 3a, also, ich sott Ihnen sagen, daß Kent sich freuen wird, Sie bei sich zu begrüßen. Er möchte gern wegen der in letzter Zeit soviel Aufregungen bringenden Evans-Aktien mit Ihnen sprechen."

iSnxin wurde bleich und fragte mit zitternden Lippen:

Wegen der Evans-Aktien? Kent? Er will mich wegen der Evans-Aktien sprechen? Er? Dann bin ich verlorenl Mein Himmel, mir wird aber schlecht! Führen Sie mich doch, bitte, ein bißchen an die frische Luft."

3a, da war der kleine dicke Herr sehr entsetzt gewesen. Und Grians Erschrecken bestätigte es chrn, daß Kent mit dem Teufel im Dunde sein mußte. Wie hätte es anders sein können?

* » *

Draußen aber stand noch lange ein schlankes, blasfeS Mädel, hörte noch immer im Geiste die. kurze, bcfehlsgewohnte Stimme und sah ein fin­steres. schönes Männergesicht. Und wußte, daß der, den man mit Kent anredete, keine hinter­hältigen Geschäfte wollte, und daß er ein König unter den Menschen schien.

sich aand hereinschob und. ein freundliche- Lächeln im Gesicht, sich über sic neigte.

.Das ist schön, daß Sie wieder obenauf sind. Gut, daß der kleine Fihmaurice Sie gefunden hat. Das ist ein lieber, ehrlicher Dursche. Es gibt nämlich hier in Neuyork genug Stätten, wo man ein junges Mädchen mit offenen Armen ausgenommen hätte. Es kriechen genug verdäch- tige Gesellen im Hafen umher, die für derartige Machenschaften den Schlepper abgeben. Nun, jetzt sind Sie geborgen wie in Abrahams Schoß. 3eht sollen Sie sich erst mal erholen."

,3ch danke Ihnen. Ich heiße Annemarie von D^mdSbrück und bin aus Oesterreich hierher ge­kommen 3ch sollte bei der Freundin meiner verstorbenen Mutter eine Stelle als Gesell­schafterin antreten. Die Dame ist inzwischen mit dem Auto tödlich verunglückt. Und da wußte ich nicht, wohin."

Die kurze Erklärung war etwas lückenhaft, aber Miß Doyle dachte sich das übrige hinzu, denn sie war wirklich eine sehr kluge Frau.

Na. da ist es ja doppelt gut, daß Sie hier sind. Don hier aus wird sich schon was finden Bleiben Sie ruhig noch ein bißchen im Bett! Ich werde Ihnen gleich das Frühstück bringen."

.Eie find sehr freundlich. Doch waS kostet das Frühstück? Ich besitze nur noch fünfzehn Dollar und einige Kronen."

.Geld schändet nie! Der kleine Fihmaurice wollte auch seine Ersparnisse verwenden, damit Sie hierbleiben können. Einen Augenblick."

Hinaus war fie. Gleich aber kam sie wieder zurück, auf einem Tablett Tee und Gebäck tragend.

.So, hier! Ich denke, daß Ihnen dann ganz gut fein wird, wenn Sie gefrühstückt haben. Hier ist die Klingel. Ter Kleine Witt Sie dann natür­lich auch mal sprechen, wenn Sie sich erholt haben werden."

Sie nickte dem Mädchen freundlich zu und ging.

Aach einer halben Stunde kam sie wieder, mit erhitztem Gesicht.

.Einen Aerger hat man mit den Kerls. Und die Mädels sind auch alle frech und verdorben. Denken Wunder was sie sind, und verjuxen jeden Dollar, den sie verdienen. Es ist schon ein Kreuz mit der heutigen Iugend. Da, nun stehen Sie mal auf, wenn ich bitten darf, und kommen Sie mit zu mir hinüber. Tort können Sie sich frisch machen."

Wortlo« tat das Mädchen, wie ihm geheißen war.

Wenig später war Annemarie fertig angezogen und wartete auf den kleinen Matrosen, der sie im Hafen gefunden hatte in der letzten Nacht.

Er kam auch bald und verneigte sich schüchtern, dabei mit heimlichem Entzücken in ihr schönes, schmales Gesicht sehend.

.Ich danke Ihnen sehr, Mister Fihmaurice, sagte das Mädchen herzlich und streckte ihm die Hand entgegen, die er nahm und warm drückte.

.Cs war doch Menschenpflicht", sagte er dann

einfach und setzte sich ihr gegenüber tn den zer­schlissenen Sessel. ,

Ich habe noch Gepäck. ES befindet sich im Hause von Mister Behrends."

Und sie nannte noch die genaue Adresse.

Tas Diertel der reichen Leute", nickte bet kleine Matrose. Und dann setzte er hinzu:

.Ich werde daS Gepäck also hierher besorgen. Wenn ich gefragt werden sollte, wo"

Annemarie hob die Hände hoch.

»Sagen Sie es nicht, wo ich mich besinde. ES ist nur noch der Sohn der Tome dort. Er braucht es nicht zu willen, daß ich hier bin.

Ter fiebzehnjährige junge Mensch mit dem seltsam alten, wissenden Gesicht, sah ihr mitleidig in die Augen Er wußte schon, warum sie so allein und schutzlos im Hasen zusammengebrochen war.

Er war feit längerer Zeit kränklich, und der Kapitän des Schiffes, auf dem er als Schiffs­junge gefahren war, hatte ihn an Land gesetzt, well er meinte, daß sich der Iunge dort bellen erholen könnte. Es wurde aber eigentlich nicht besser, doch der kleine Irländer wußte, daß er das Hebel feiner Familie, die Schwindsucht, ge­erbt hatte.

Gr wußte auch, daß es vielleicht einmal sehr schnell mit ihm gehen konnte. Nun, es war an ihm nichts verloren, aber daß er eine gute Tat vollbringen durfte, ehe er starb, war ein be- glückendÄ Gefühl.

Wie wunderschön dieses junge Mädchen war!

Warum war er nicht einer der vielen reichen Männer, die ein am,cs Mädchen heiraten konnten und es dann in Liebe und Reichtum einhüllten?

Aber er, der arme, kranke, kleine Matrose hatte keine Wünsche zu hegen. Er würde niemals zu diesen beneidenswerten Männern gehören.

Als Annemarie im Lause des Gesprächs er­wähnte, daß sie zwanzig Iahre alt fei. fchon bald einundzwanzig, da blickte er sie ganz un­gläubig an.

.Ich dachte siebzehn", sagte er fieinlaut.

Da lächelte daS Mädchen zu ihm auf.

Sie handeln an mir wie ein lieber, kleiner Bruder."

Bruder?

Der kleine Matrose hing dem Klang deS Wortes ein Weilchen nach, dann sagte er:

.Wenn ich doch Ihr Bruder wäre!"

Ich habe keine Geschwister. Sie sind also von heute an mein kleiner Bruder, den ich lieb ge­winnen werde."

Und der kleine Ire, der feinen Eltern davon­gelaufen war, weil man ihn daheim immer schlug die Eltern, die neun Geschwister, die Groß­mutter, alles, alles ließ seine üble Laune an dem kleinen Nachkömmling aus, dem man es bei jeder Gelegenheit merken ließ, wie überflüssig sein Erscheinen auf der Welt gewesen war, der sagte dankbar:

Ich will Ihr Bruder fein.

I < Fortsetzung folgt.)

Die kleine, dicke Wirtin im DoardingshauS sah mißbilligend auf den jungen Matrosen.

Ich weiß nicht, wie Sie dazu kommen, mir das Mädel ins Haus zu bringen. Wo Sie feit Monaten selber keine Arbeit haben und obendrein noch krank find."

Ich sagte Ihnen doch, daß ich sie im Hafen fand. Ohnmächtig! Würden Sie denn ein ohn­mächtiges Mädel liegenlaffeix? Die Miß stammt übrigens wohl von helleren Leuten; man sieht es an der Kleidung."

Na ja, ist ja gut. Aber sagen Sie mir doch, was nun toerben soll? Man weiß doch zunächst gar nicht was eigentlich los ist mit ihr, und mit der Polizei will ich nichts zu tun haben."

Die kommt ja auch nicht übermäßig gern au Ihnen, Mrs. Doyle. Sie haben ein gutes Mund­werk. Aber nun mal ernsthaft: Das Mädel bleibt hier! Wo soll sie denn auch sonst hin? Ich habe noch Ersparnisse, und dann werden wir ja weiter sehen. Die kleine Kammer ist ja leer. Wenn Sie dort ein sauberes Bett zurechtmachen, wird eS ja einstweilen genügen."

Die Wirtin sträubte sich noch ein bißchen, dann aber war sie einverstanden damit.

Und es dauerte nicht lange, da lag Annemarie von Wendsbrück in einem sauberen Bett. Als sie erwachte, war sie allein MrS. Doyle hatte viele Kostgänger und mußte sich um deren Frühstück kümmern, denn es war mittlerweile Morgen ge­worden.

Das junge Mädchen sah sich verwundert um.

Wo war sie mir? ____

Da kam ihr aber auch schon die Erinnerung zurück.

Sie wußte plötzlich wieder alle- alles und schluchzte bitterlich.

Im Hafenviertel war sie zuletzt gewesen, nach­dem sie lange, lange gelaufen war.

Aber wie kam fie hierher?

Weiß getünchte Wände ohne jeden Schmuck, ein kleiner Tisch, ein Stuhl, daS Bett, sonst nichts.

Wo war sie nur?

Da ging die Tür auf, und ein etwas struppiger Frauenkopf wurde vorsichtig durch die Tür

.... auch an Konservengemüse MAGGPWürze

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Der Bedarf an: 1606D

1. Milch,

2. Backwaren (Brot, Brötchen usw.),

3. sonstigen Berzehrungs-Gegenständen, (Del Essig, Zucker Malzkaffee, Reis, Erbsen, Linsen, Bohnen, Handkäse, Margarine, Marmelade usw.k,

4. Reinigungs-Materialien (Kernseife, Soda usw.).

5. Fleisch, und Wurstwaren (nach vor­herigem Einvernehmen mit der An- statt)

soll im Wege des öffentlichen Anerbietens für das Rechnungsjahr 1931 zu Lieferung vergeben werden.

Die in Anlage A des Erlasses der Hessi­schen Ministerien vom 16. Juni 1893, das Aerdingungsweien betreffend, enthaltenen Bedingungen für die Vergebung von Ar­beiten und Lieferungen, sowie die hiesigen Lieferungsbedingungen liegen nur am 9. und 10. März 1931. vormittags von 9 bis 12 Uhr, bei uns offen.

Die Angebotsformulare können gegen Erstattung der Selbstkosten von uns be­zogen werden.

Angebote sind verschlossen und versehen mit der AufschriftAngebot zu der am 3. März 1931 ausgeschriebenen Lieferung" bis zum Eröffnungstermin JtcUag, den 20.2Tlärj 1931, vormittags 10 Uhr, hierher einzureichen. In den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen.

Die einzureichenden Warenmuster müssen getrennt von den Angeboten verpackt und mit der Aufschrift:Muster zum Aus­schreiben vom 2. März 1931" versehen sein.

Gießen, den 3. März 1931.

Direktion

der Landes-Heil- und Pflegeanstatt Gießen.

Lieferungsvergebung.

Für die Provinzial-Pflegeanstalk Ober- Hessen soll für die Zeit vom 1. April 1931 bis 31. März 1932 auf dem Wege öffent- licher Ausschreibung vergeben werden:

Die Lieferung von: 15931)

1. Fleisch., Wurst, und Fettwaren,

2. Backwaren,

3. Butter und Margarine,

4. Milch und Eier,

5. Heizmaterial.

Die Lieferungsbedingungen können auf unserem Amtszimmer täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags eingesehen werden. An­gebote, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 14.2Hät) 1931, vormittags 11 Uhr, elnzureichen. Zu- schlagsfrist fünf Tage.

Gießen, den 3. März 1931.

Direktion der Provinzial-Pflegeanstatt.

NächsterWeb-

Unterricht

auf Webrahmen am

9.» 10., 12. u. 13. März

Webwolie bei:

C.Röhr&Co.

________________1597 A

ZagS-Verpachtung.

Samstag, den 14. März 1931, vormittags 11 Uhr, wird die Jagb der Gemeinde Rup­pertsburg auf weitere neun Jahre in der Wirtschaft des Karl Schlörb I. verpachtet. Die Größe des Jagdbezirks umfaßt 2600 Morgen Feld und 1760 Morgen Wald. Bedingungen werden im Termin bekannt- gegeben. 1437V

Ruppertsburg, den 24. Februar 1931.

Hessische Bürgermeisterei Ruppertsburg. ____________Högy.____________

Freiherr Riedeselsches Revier Oberwald.

Ruhholzversteigerung

Samstag, den 7. März 1931, werden von vormittags 10 Uhr ab in der Gastwirt­schaft Schäfer zu Engelrod aus den Di. strikten Weiden, Dörner. Münchenhain, Hirzenhain, Rebgeshainer aller Schlag, Knoblochsplatte, Unterster Herrnhaag, Zwirnberg, Kunzenholz, Forstwiefenkopf, Eschenholz und Echulteswiesenzipfel ver­steigert: 1587V

Eiche: Stämme: 2 Stck. 1. SU. = 0,27 lm, 64 Stck. 2. Kl. = 22,76 fm, 20 Stck. 3. Kl. = 16,68 km, 3 Stck. 4. Kl. = 2,10 fm. Ruche: Stämme: 4 Stck. 3. Kl. = 3,25 fm, 3 Stck. 4. Kl. -- 3,85 km, 2 Stck. 5. Kl. 1,85 fm, 20 an Nutzscheit. Esche: Stämme: 1 Stck. 2. Kl. = 0,28 km, 10 Stck. 3. Kl. = 6,80 fm, 3 Stck. 4. Kl. = 3,85 fm, 1 Stck. 6. Kl. = 1,81 fm. Ahorn: Stämme: 5 Stck. 2. Kl. = 1,45 fm, 4 Stck. 3. Kl. = 2,46 fm, 2 Stck. 4. Kl. = 1,11 fm. Lärche: Stämme: 2 Stck. 2a-Kl. = 0,75 fm 3 Stck. 2b-Kl. = 2,52 fm, 5 Stck. 3a.SU. - 5,05 fm, 6 Stck. 3b°Kl. = 10,59 fm, 1 Stck. 4a.SU. = 1,45 fm, 1 Stck. 4b-Kl. = 2,70 fm, 2 Stck. 5. Kl. - 3,40 fm.

Es wird gebeten, das Holz vor der Ver­steigerung zu besichtigen, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden.

Nähere Auskunft erteilen d.e Herren Förster Schnell Lanzenhain, und Ro­tz e m e r, Engelrod, sowie die Unterzeich­nete. Die unterstrichenen Nummern werden nicht ausgeboten.

Engelrod, den 1. März 1931.

Freiherr Riedefelsche Revierverwaltung.

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