veranlaßt würde, seinen Betrieb zu schließen, so sei das in erster Linie für die Allgemeinheit ein großer Schaden. Der Reichsfinanzministcr warnte in sehr eindringlicher und ernster Weise vor der Annahme der Anträge. Sie würden nur geeignet sein, die Beunruhigung, die eben langsam etwas im Abebben sei, von neuem wieder auferstehen zu lassen. Die Oeffentlichkeit werde daraus den Eindruck schöpfen, daß nun doch wieder auf dem Wege, Fehlbeträge durch immer verstärkte Besteuerung
des Besitzes und der großen Einkommen zu decken, fortgeschritten werden solle. Auch kreditpolitisch werde das allerfchädlichste Wirkungen zur Folge haben. Alle Anträge ständen im schärfsten Widerspruch zu der Politik der Reichsregierung, an der sie entschlossen festzuhalten gewillt sei. — Nachdem die Vertreter des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Staatspartei erklärt hatten, daß keinerlei Steuererhdhungen für ihre Parteien in Frage kämen, wurde die Weiterberatung auf Donnerstag vertagt.
Nie Finanzlage der Gemeinden m Hessen.
Oer Etat des Innenministeriums vor dem Finanzausschuß.
D a r m st a d t, 3. März. (WHP.) Im Finanzausschuß begann die Beratung der Hauptabteilung „Ministerium des Innern". Der Landbund fordert wie bei den übrigen Ministerien eine etwa 3 0 p r o - zentige Stellcnverminderung und Zuweisung von Arbeiten der Zentral- in st a n z a n d i e L o k a l st e l l e n. Weiter werden gewünscht scharfe Maßnahmen der Staatsaufsicht in der F i n a n z g e b a r u n g der Gemeinden. — Deutsche Volkspartei und Volksrechtpartei sind mit der vom Landbund geforderten Aufgabenübertragung einverstanden und behalten sich im übrigen ihre Stellungnahme für die zweite Lesung vor. — Die Sozialdemokraten wünschen eine Revision der Gebührenordnung für die Amtshandlungen der Bürgermeister.
Innenminister Leuschner
erklärte, daß die Forderung nach Entlastung der Zentralbehörden durchaus dem Willen der Regierung entspreche. Sie habe aus dieser Tendenz heraus auch in der neuen Gemeindeordnung vorgesehen, daß die Genehmigung der Ortssatzungen künftig den Krersarn- tern übertragen werden kann. Was die schärfere Beaufsichtigung des Finanzgebarens der Gemeinden angehc, so liege es im Wesen der Selbstverwaltung, daß die Finanzverant- wortung bei den Gemeinden selbst liegen mutz. Die Llufsichtsbehörde werde sich darauf beschränken, dort einzugreifen, wo offenbare Mißbräuche zutage treten. Bei insgesamt rund tausend Gemeinden habe nur in zwölf Fäl len der Staatskommissar eingesetzt werden müssen, wobei sich die Kommissare stets im Rahmen des Gesetzes gehalten und selbstverständlich auch die Ausgab en - wirtschaft der Gemeinden nachgeprüft hätten, soweit dies bei derihnen zur Verfügung stehenden Zeit möglich gewesen sei. Viele Gemeinden hätten im übrigen schon selbst ihre Ausgaben wesentlich beschränkt. Den Abbauantrag des Landbundes lehnt der Minister ab. Er werde beim Freiwerden weiterer Stellen im Laufe des Jahres in jedem einzelnen Fall gewissenhaft Prüfen, ob die Stelle entbehrt oder durch einen Beamten mit niedrigerer Besoldung besetzt
werden könnte. Die Finanzlage der Gemeinden verfolge die Regierung mit ernstester Sorge. Am 31. Dezember seien in Heilen rund 2 1 000 Wohlfahrtserwerbslose vorhanden gewesen, durch die die Gemeinden mit rund 17 Millionen Mark belastet würden, ein Betrag, der den gesamten Reichsüberweisungssteuern entspreche, die den Gemeinden zuflietzen. Am 31. Dezember 1930 betrug der Reichsdurchschnitt in den großen Städten 21 Wohl, ahrtserw.rbslose auf 1300 Einwohner, in Hessen dagegen 3 2. Einzelne Städte (Worms 39, Offenbach sogar 64), ragten über den Reichsdurchschnitt wesentlich hinaus. Offenbach steht mit dieser Belastung an der Spitze des ganzen Reiches. Datz die Rotlage der Gemeinden im ganzen nur durch eine grundsätzliche Aenderung in der Betreuung der Wohlfahrtserwerbslosen behoben werden könne, bedürfe keiner weiteren Ausführung.
Ein Antrag der kommunistischen Opposition, eine generelle Reduzierung der Bürger- meistervergütungen um 25 Prozent durchzuführen, brachte eine lebhafte Aussprache über die Besoldung der Bürgermeister und Gemeindebeamten. Der Minister erklärte, die Regierung wolle es in erster Linie der Selbstverwaltung überlassen, Llnebenheiten zu beseitigen.
3n der Abstimmung wurde Kapitel 27 mit 10 gegen 2 Stinanen angenommen. Der Landbund-Antrag, der die Aufgab en übertra- gung zum Gegenstand hat, fand einstimmige Annahme, während der Abbauantrag mit 7 gegen 2 Stimmen bei 2 Enthaltungen ab» gelehnt wurde.
Zu dem volksparteilichen Antrag, das Aufkommen aus der Erhöhung der Sondergebäude st euer auf 500 000 Mk. zu begrenzen, weil die beschlossene Steuererhöhung in vielen Fällen zur Existenzgefähr- dungundschweren Härten führe, erklärte die Regierung, datz sie die Finanzämter ermächtigen wolle, in allen Fällen, in denen die Erhebung der Steuer eine Existenzgefährdung bedeuten würde, von einer Erhöhung ab - z u s e h e n, und alle Fälle, in denen die Friedensmiete über 7 Prozent des Friedenswertes hinausgeht, besonders eingehend zu prüfen.
Starkes Veilrauensvoliim für Irlands Außenpolitik
Die Kammer hinter Briand. - Scharfe Angriffe Franklin-Bouillons gegen deutsche Politiker. - Oer neue Flottenpakt.
Par is, 3. März. (WTB.) Die Kammer begann mit der Diskussion des Budgets des Autzen- • Ministeriums. Der kommunistische Abgeordnete C ach in sprach von einer wirtschaftlichen, mckv- .tärischen und politischen Einkreisung Sow - jetrutzlands. Paris sei der Schlupfwinkel t der Weihgardisten, die Intrigen gegen die Sowjets schmiedeten.
Briand
7 erklärte, die französische Regierung wisse nichts von solchen Organisationen. Es gereiche der Gast» fveundschaft Frankreichs zur Ehre, datz man Männer mit allen möglichen Aufsafsungen treffe. Zur Einigung in der Flottenabrüst ungsfrage erklärte Briand, Italien habe alles getan, um zu einem befriedigenden Ergebnis im Interesse des Friedens zu kommen. Er habe keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um mit Italien zu einem völligen Einvernehmen zu gelangen, das den Gefühlen des französischen und wohl auch denen des italienischen Volkes entspreche. Zwischen beiden Völkern sei es zu Reibungen gekommen, die vielleicht durch die Hitzigkeit gewisser Polemiken verschlimmert worden seien, die aber niemals im Geiste der Franzosen und der Italiener ernsthaft Hintergedanken hätten aufkommen lassen. Die jetzt abgeschlossenen Verhandlungen in der Seeabrüstungsfrage schafften eine günstige Atmosphäre für wei- tereDerhandlungen, um eine vollständige Einigung zwischen beiden Ländern herzustellen, zwischen Völkern, die s i ch st e t s g e l i e b t haben und die keinen Augenblick ernstlich voneinander getrennt waren.
Franklin-Bouillon
erklärte sodann, vor 18 Monaten und vor 4 Monaten habe er auf der Kammertribüne die Gefahr einer deutsch-französischen Annäherung gekennzeichnet, die auf einem Mih - verständnis aufgebaut sei. Heute sei er gezwungen, dieselben Tatsachen vorzubringen. Er habe bei allen Deutschen drei verschiedene Willensrichtungen vorgefunden, 1. den Willen, den Voung-Plan zu revidieren, 2. den Willen, aufzurüsten statt abzurüsten, und 3. den Willen, die Grenzen des Versailler Vertrages niederzureitzen. Als Beweis dieser Behauptungen verlas der Abgeordnete die letzten Reden von Kaas, Reichsaußen- Minister Dr. Curtius, Dingeldey und Minister Treviranus. Kaas, so behauptete er weiter, leite die gesamte deutsche Politik, und gerade er fordere die Revision des Voung- Planes, der, wie er behauptet, Deutschland einseitige Opfer auferlege, gerade als ob sich FranV- reich nicht selbst Opfer genug auferlegt habe. Reichsautzenminister Dr. Curtius habe im Reichstag erklärt, daß er sich geweigert habe, jede Garantie für die Erfüllung des Voung-Plans zu geben. Dingeldey habe Deutschland aufgefordert, den Widerstand vorzubrreitcn, und Minister Treviranus habe erklärt, datz die Re- yarattonsverpflichtungen auf der Lüge von der Kriegsschuld Deutschlands aufgebaut seien. Da der Minister auch gesagt habe, es sei unerläßlich, zu beweisen, daß Deutschland unschuldig sei, so erklärte Franklin-Bouillon, müsse man daraus folgern, datz Deutschland nicht nur den Young-Plan,
sondern den gesamten Plan von Versailles zerreißen wolle.
Briand
antwortet, daß er stets denselben Gegner habe, nämlich Franklin-Bouillon. Immer wieder hat eine stärkere Mehrheit im französischen Parlament meine Außenpolitik gebilligt. Welche andere Politik schlägt denn die Opposition vor? Welche größeren Erfolge kann man Frankreich verschaffen? Darauf weiß niemand eine Antwort. Diejenigen, die für eine andere Politik eintreten, haben niemals eine vertrauliche Mitteilung über deren Tendenz gemacht. Er, Briand, habe sich in Genf befunden, als das Ergebnis der deutschen Wahlen bekannt wurde. Er sei sehr wohl gezwungen gewesen, über die Gefahren seiner Politik nachzudenken. Aber gerade in solchen Augenblicken müsse ein Staatsmann seinen Mann stehen. Wenn die Zeitungen die Leidenschaften entfesseln, wenn die Außenpolitik angegriffen wird, müsse man in sich selbst die notwendige Energie suchen, um sie fortzusetzen. Das erste, was habe geschehen müssen, sei gewesen, die französische Grenze zu konsolidieren; sie sei feierlich von Deutschland anerkannt worden, das auf die Anwendung von Gewall verzichtet habe. Frankreich habe seinerseits auf den Krieg als politisches Mittel verzichtet. Er, Briand, habe den deutschen Delegierten gesagt: Geben Sie acht, die Vorbereitende Aorüstungskonserenz hat lange Zeit gebraucht, um ihre Arbeiten abzuschließen. Wessen Schuld war das? Hat Deutschland nicht Jahre gebraucht, um gewisse Klauseln des Versailler Vertrags zu erfüllen? Seien der Vorbereitenden Abrüstungskommission nicht Hindernisse von denen errichtet worden, die sich heute über die Verzögerung ihrer Arbeiten beschweren? Frankreich habe um seiner selbst willen, um seiner Freunde willen und um der Ge amtheit der Völker willen immerhin diese Hinderni se eines nach dem anderen aus dem Wege geraum . An der Politik der Zusammenarbeit mit Deutschland halte die französische Regierung fest, aber sie sage Deutschland immer wieder: Gebt acht! Gruppierungen im Hinblick auf irgendwelche Wahlen, gewisse Reden und Haß- oder Drohartikel bedeuten nicht Abrüstung. Man wünsche vielmehr die moralische Abrüstung. Die Deutschen hätten gezeigt, daß sie eine Regierung besitzen, die wisse, was sie wolle und die wirklich auf die Annäherung eingestellt sei. Die moralischen Kräfte hätten heutzutage einen so großen Wert, daß es bezeichnend fei, die angstvollen Bemühungen des deutschen Volkes festzustellen, wie es erklärt: Ich bin nicht schuldig. Das Schauspiel dieses Volkes, das den moralischen Verantwortlichkeiten zu entgehen suche, sei tragisch.
Eine erregte Debatte.
Franklin-Bouillon behauptet, Briand habe auf seine Frage wegen des Voung-Planes überhaupt nicht, und auf seine anderen Fragen nur ausweichend geantwortet. Briand habe zwar ein West-Locarno gemacht, aber nicht ein Ost-Locarno. Dr. Curtius reise nach Wien, um dort die Annäherung zwischenDeutschlandundOe st erreich weiter vorwärts zu bringen. Briand habe erklärt, Locarno bedeute den Frieden und Lo
carno lei Ver'ailles. Deutschland antworte, Locarno sei d i e Zerstörung des Versailler Vertrages.
Briand antwortet: Locarno bedeute die Inkraftsetzung der Artikel 42, 43 und 44 des Versailler Verttages. Der Voung-P.an bestehe, und die deutschen Staatsmänner dächten nicht daran, sich dieser Verpflichtung zu entziehen. Die Politik, für die Franklin-Bouillon eintrete, sei destruktiv.
Franklin-Bouillon erwidert hierauf, Briand habe eben Vertrauen zu der Unterschrift Deutschlands. Aber Deutschland habe schon genug Unterschriften vor 1914 gegeben.
Alsdann wurde der Etat des Auswärttgen mit 5 51 gegen 14 Stimmen angenommen.
Kunst und Wissenschaft.
Studienbesuch deutscher hochfchüler in England.
Professoren und Studenten der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin statten England einen einwöchigen Besuch ab, um die hier angewandten Methoden des Absatzes landwirtschaftlicher Produkte zu studieren. Die Besucher sprachen im Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei vor und wurden von Minister Addison empfangen, der erklärte, daß er den Besuch als besondere Anerkennung der von dem Ministerium zur Regulierung und Förderung des Absatzes geleisteten Arbeit und der großen Fortschritte werte, die England auf dem Gebiet der Organisierung des landwirtschaftlichen Absatzes zu verzeichnen habe. Die deutschen Akademiker werden im Laufe der nächsten Tage einige der modernen Markthallen
in London und anderen Städten besichtigen und der Universität Oxford einen Besuch afc- statten.
Die Aussichten der Wegener-Expedition.
In einem Vortrag im Dänischen Klub in Hamburg kam der dänische Grönlandforscher Peter Freuchen auch auf die Wegener-Expedition zu sprechen, der er im letzten Sommer einen Besuch cckgestclltet hat. Er erzählte von der vorbildlichenAusrüstung dieser Expedition und meinte, daß man wohl bald wieder neues von ihr hören werde. Den Gerüchten, daß die Expedition ganz vernichtet sei, schenke er keinen Glauben. Freuchen gab bekannt, daß in Kopenhagen zwischen ihm und dem Amerika-F.irger von Gronau Verhandlungen wegen einer Hilfsexpedition für Professor Wegener eingeleitet wurden. Er hoffe, im Frühjahr wieder Erfreuliches von dieser Expeditton berichten zu können. — Im Gegensatz zu Freuchens Aeuherungen über die Wegener-Expedition waren seine Darlegungen über die Krüger-Expedition wenig hoffnungsvoll, weil diese mit mangelhafter Ausrüstung ausgefahren sei.
Ersatzwahlen zum Orden Pour le mdrite.
Zum Ersatz der im vorigen Jahr verstorbenen Ordensritter haben Neuwahlen stattgefunden. An Stelle von Adolf von Harnack wurde- gLlvählt der Geheime Regierungsrat Prof. Dr. Wilh. Schulze, Altphilologe in Berlin, an Stelle von Eduard Meyer der Geheime Regierungsrat Professor Dr. Theodor Wiegand, Direktor des Antiken Museums in Berlin, an Stelle von Theodor Nöldete der Geheim - tat Prof. Dr. Enno Littmann, Orientalist in Tübingen.
Aus aller Welt.
Dom Arbeitsausschuß Deutscher Verbände.
Dorn Kuratorium des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände wurde Gouverneur z. D. Dr. Schnee (M. d.R.) wiederum zum Präsidenten gewählt. Dr. phil. h. c. Draeger legte dar, wie der Arbeitsausschuß Deutscher Verbände im In- und Auslande auf überparteilichem Boden sachliche Aufklärung über Grundlagen und Auswirkungen des Versailler Diktates betrieben habe, wie er durch sachlich zuverlässiges Schriftenmaterial, Fluchblätter. Film und Lichtbild, Vorträge, Schulungskurse. Kundgebungen bemüht sei, den Willen auf Bef reiung von Versailles zu sammeln, zu stärken und in Erscheinung treten zu lassen. Dabei betonte er, daß Ausgangspunkt der Tättgkeit des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände nach wie vor der grundsätzlich unerschütterliche und unverjährbare Anspruch des deutschen Volkes auf eine Revision des Versailler Diktates gemäß dem Vorfriedensvertrag vom 5. Rvvember 1918 ist. — In der Aussprache, an der sich Pros. Dr. Görke, die ehemalige Abgeordnete Frau Clara Mende, Gesandter Rad- schau, Staatsminister Dr. Südekum, Reichskanzler a. D. Dr. Marx und Freiherr v. Lersner beteiligten, wurde die Tätigkeit des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände gebilligt und ihre Fortsetzung gerade in der jetzigen Zeit der größten nationalen und wirtschaftlichen Rot als dringend notwendig bezeichnet.
Jäher Temperaturwechsel im Schwarzwald.
Während Dienstag auf den Höhen des Schwarzwaldes infolge starker Fröste noch bis zu 20 Grad unt er Null gemessen wurde, ist im Laufe der vergangenen Nacht bei starker Bewölkungszunahme ein überaus starker Temperaturanstieg erfolgt, so daß die Temperaturen Mittwocy morgen überall über dem Nullpunkt liegen. In allen Teilen des südlichen Schwarzwaldes haben starke Regenfälle wieder eingesetzt, so daß neuerlich mit einem starken Anschwellen desOberrheins für Donnerstag zu rechnen ist, zumal die Witterungslage auf ein Anhaltender Niederschlage hindeutet. Die vor einigen Tagen unterbrochene Schnee- schmelze hat erneut eingesetzt und in den mittleren Lagen zu einem Absinken der Schneedecke von 20 bis 30 Zentimeter innerhalb 12 Stunden geführt.
Bergrutsch bei Thörnich an der Mosel.
In dem bekannten Weinort Thörnich an der Mosel ereignete sich ein Bergrutsch, bei dem sich viele hundert Kubikmeter Boden loslösten und lawinenartig ins Tal stürzten. Sie rissen Wcin- stöcke und Mauern mit sich. Der Schaden ist beträchtlich.
Lin Doppelmörder zweimal zum Tode verurteilt.
Der Landwirt und Maurer Berthold Koppe aus Zwabitz bei Kahla wurde vom Rudolstädter Schwurgericht wegen Doppelmordes zweimal zum Tode verurteilt. Koppe hatte im Jahre 1917 seine Haushälterin, mit der er enge Beziehungen unterhallen hatte, in die Saale g e = st o ß e n und ertränkt. Im April 1930 hatte er feine zweite Frau vorsätzlich und mit Ueber- leflung getötet und die Leiche im Räucherofen seines Anwesens in Zwabitz verbrannt.
Todesopfer eines rücksichtslosen Motorradfahrers.
Auf der Straße von Amswalde nach Rees (Reumark) fuhr ein Motorradfahrer in rasender Geschwindigkeit an einer etwa 100 Mann starken Reichsbannerabteilung vorbei. Dabei wurde ein zehnjähriger Junge von dem Motorrad erfaßt und etwa 30 Meter weit mitgeschleift. Dem Kinde wurde der Kopf vollständig zerschmettert, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der rücksichtslose Fahrer setzte seine Fahrt fort, ohne sich um sein Opfer zu kümmern.
Ein großer werkspionageprozeß.
Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte begann ein Werkspionageprozeß, dem eine große Bedeutung zukommt. Die Firma Schilde in Hersfeld bot eines Tages der Berliner Maschinenfabrik R. Stock & C o. neue Modelle für $) ä r t e ö f e n an, in denen Spiralbohrer gehärtet werden. Die Ingenieure der Firma Stock stellten fest, daß die ihnen angebotenen Defen mit denjenigen Härteöfen völlig ubereinftimmten, die schon seit längerer Zell eine Spezialkonstruktion der Firma Stock & (5 o. waren. Der Verdacht, die Betriebsgeheimnisse verraten zu haben, fiel auf die technischen Angestellten. Koerber, Paul und Wirsing, die ursprünglich bei Stock & Co. tätig gewesen waren, dann aber zu einer Düsseldorfer Konkurrenz- firma gegangen waren. Die Firma Schilde in Hersfeld hatte im guten Glauben die Härteöfen nach Angaben, die die drei Angestellten ausspioniert hat
ten, konstruiert. Bei einer Haussuchung in bew Düsseldorfer Arbeitsräumen der drei Angestellten, sand man Tabellen, Zeichnungen und Photographien, die von ihnen bei Stock C- Co. gemacht worden waren. Der Verband Deutscher Metallindustrieller erstattete Strafanzeige, um für derartige Fälle des Verrats von Konstruktions geheimnisfen ein Gerichtsurteil zu erwirken. Die Anklage gegen die drei Angestellten, Koerber, Pauk und sbirpng, lautet auf Diebstahl, unlauteren Wettbewerb und Werkspionage. Die geschädigte Firma Stock & Co. ist als Nebenkläger zugelassen. Das Urteil wird für Donnerstag erwartet.
Raubüberfall in einer Berliner Wohnung.
Ein dreister Raubüberfall wurde in der Berliner Fafanenstraße verübt. Auf bisher unaufgeklärte Weise drangen drei maskierte, bewaffnete Männer in die im Hause Fasanenftrahe 38 liegende Wohnung des Kaufmannes Leon Rei- n ermann ein. Sie fesselten die im Schlaf überraschten Deivohner — den Kaufmann, seins Ehefrau und eine zu Besuch weilende Dame — schleppten sie in eine Ecke des Zimmers und durchsuchten dann in aller Ruhe die ganze Wohnung nach Wertgegenständen. Cs fielen ihnen Schmuck und Wertsachen in Höhe von etwa 2 0 000Markindie Hände. Kurze Zeit, nachdem die Räuber die Wohnung verlassen hatten, gelang cs dem Kaufmann, sich zu befreien, doch muhte er feststellen, daß die Telephon- leitungen zerstört waren.
Oie Wetterlage.
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Q wolkenlos, o neuer, onafb bedeent. ® woinig. • oeueeKt • Regen * Schnee a Graupeln, e Nebel K Gewiuer.®windstille.0 sei» «eichtet c$i j5 nassigei Südsüdwest stürmische« «<ordwesl Oie bleue fliegen mit dem Winde Die beiden Nationen stenenden Zat» ien geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichen^ auf ne’eresmveau umgerechnete» Luftdruck
Wette rvo rauss age.
Mit dem Zustrom kälterer Luft haben sich namentlich im nördlichen Deutschland die Wo.-ge.r- temperaturen weiter unter dem Gefrierpunkt gehalten. In unserem Bezirk dagegen ist der Frost zurückgegaiigen, die Temperaturen schwankten um 0 Grad. Die neue Attanttkstörung hat ihren Einfluß nach dem Kontinent ausgedehnt, so daß über Irland, England und Frankreich verbreitete Riederschläge auf treten. Gleichzeitig hat die ozeanische Warmluft kräfttgen Temperaturanstieg bewirkt Das Riederschlagsgebiet wird sich auch über unseren Bezirk ausdehnen und im Lause des morgigen Tages eine Wetterverschlechterung und Milderung bringen.
Aussichten für Donnerstag: Rach kühler Rächt Llebergang zu milderem, wolttgem Wetter mit Riederschlägen.
Aussichten für Freitag: Mildes, wechselnd wvlttges Wetter mit Reigung zu einzelnen Riederschlägen.
Lufttemperaturen am 3. März: mittags 4 Grad Celsius, abends 0,1 Grad; am 4. März: morgens — 0,2 Grad. Maximum 4,3 Grad, Minimum —0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 3 März: abends 1,6 Grad: am 4. März: morgens 0,4 Grad. — Sonnenscheindauer vier Stunden.


