sidenten von Hindenburg am Mittwoch folgendes Telegramm adgesandt: „Notionalsozia- listischr Deutsche Arbeiterpartei erhebt schärfsten Protest gegen die rechtswidrigen Versuche der preußischen Staatsregierung und Staatsbehörden, trotz unanfechtbarer reichsgesetzlicher Entscheidungen dos in seiner Ungesetzlichkeit nunmehr endgültig unwirksame einseitige und beleidigende Uniformverbot gegen Nationalsozialisten aufrechtzuerholten und bittet ergebend dringlichst, um reich,- aufsichtliches Einschreiten.'
Oer Hessische Landtag zum 8. Dezember einberusen.
Wahl des La dlastsprä.identen.
Darmstadt. 2. Dez. (WSN.) Das Land- tagSamt yat heute die Einladungen zu der er st en konstituierenden Sitzung deS Hesmchen Landtages auf Dienstag, den 8. Dezember, 12 LI h r hinauSgehen laben. Die Tagesordnung enthält nur die Wahl des Landtagspräsidenten, seiner beiden Stellvertreter, der Schriftführer. der Feststellung der Geschäftsordnung, der Feststellung der Ausschuß- und der Aeltestenratsmitglieder sowie die Wahlen der Kommissionen. Eine Vorbesprechung über die Tagesordnungspunkte innerhalb der Fraktionen findet am Dienstag statt.
Die sozialdemokratische Fraktion war gestern bereits zur konstituierenden Sitzung zusammengetreten. Zum Fraktionsvorsitzenden wurde Abg. Regierung^rat Zinn- kann, zum stellvertretenden Vorsitzenden der bisherige Landlagäpräsident Delp gewählt, der gleichzeitig die Kas.engeschäste der Fraktion führt. Schriftführer wurde Qlbg. Maurer. — Der neugewählte FraktionSsührer widmete seinem Vorgänger, dem Abg. ft a u l, Offenbach, der in zehniähriger Tätigkeit das verantwortungsvolle Amt der Fraktionsführung mit großem Geschick geleitet hat, Worte herzlichen Dankes. 2ln die geschäftlichen Vorbereitungen der Parlaments» arbeit knüpfte sich eine mehrstündige v o l i t i s ch e Aussprache an. die in ihrem Ergebnis die Haltung der Parteiinstanz auf der Frankfurter Konferenz vom 21. November bestätigte.
Oer Soll öfräfcr.
Darmstadt, 2. Dez. (TU.) Dr. Best hat bei der hessischen Staatsanwaltschaft In Darmstadt gegen Schäfer (Offenbach) Anzeige wegen unbefugt er Führung des Doktortitels erstattet. Aus Bcfraaen habe Sch'ifer angegeben, er habe im Jahre 1922 in Framfurt die Doktorprüfung bestanden und den Titel erworben. Nachforschungen hätten jedoch ergeben, daß diese Angaben unwahr seien. Es bestehe der drin- gende Verdacht, daß Schäfer den Doktorlitel zu Unrecht führe. T>ie Pressestelle der Gauleitung Hessen der NSDAP, nimmt in einer längeren Erklärung Stellung zu der Frage, wie es komme, daß Schäser in der NSDAP, eine Rolle spielen konnte. Die Gauleitung habe von Schäfer ein Leumundszeugnis verlangt. Darin habe die Polizei dem „Dr. K. Wilhelm Schäfer" bescheinigt, daß er nicht vorbestraft sei.
Oie Mmistergehölier in Thüringen.
Weimar, 2. Dez. (TU.) Der Thüringische Landtag behandelte den Q.tbau der Minister- gehälter. Die Nationalsozialisten hatten beantragt, die Gehälter der Minister auf 1 2 000 Mark zu kürzen. Ministerpräsident Daum erklärte hierzu, daß die Kürzung der Ministerbezüge durch Reichsnotverordnung geregelt sei. 3n die Rechte der Minister und Staatsbeamten könne daher durch Landesrecht nur in dem Maße eingegrifsen werden, wie das durch ReichSverordnungcn zugelassen werde. Dem Ansehen eines Ministers würde es abträglich sein, wenn seine Bezüge niedriger bemessen würden als die der nachfolgenden Staatsbeamten. 3m übrigen stehe eine weitere zwölfprozentige Kürzung der Gehälter in Aussicht, so daß die Bezüge der Minister sowieso aus annähernd 12 003 Mk. gescnit würden. Vr wie- irn übrigen darauf hin, daß er auf 2000 Mk. seines Gehalts bereits freiwillig verzichtet habe. Wie stehe es aber In dem Musterländle der Nationalsozialisten, in Braunschweig? Thüringen zahie jährlich 23 000 Mk. für seine Minister, während Braunschweig, das um zwei Drittel kleiner sei als Thüringen, 24 000 Mark aulgcbe. Der frühere Minister Dr. F r i cf habe seit seinem Sturz bis zum 3ahreSende 10 378 Mk. Liebergangsgeld bezogen, ohne irgendwelche Gegenleistung. Als der Minister dann auf den PcnsionSsondervertrag für Dr. Frick hinwies, entstand großer Lärm. Zwischen dein Sozialdemokraten Gründler und dem Vizepräsidenten des Landtags, Mächler (Rat- Soz), kam eS dabei zu einem hestigen Zusammenstoß, da Mächler seinen Gegner Spitzbube und Schwindler nannte. Mächler wurde darauf vom Landtagspräsidenten aus dem Saal gewiesen.
Frankreich wünscht Handelspoll We Besprechungen mit England.
Conbon 3.Dez. (WTB. Funkspruch) Der französische Botschafter de Fleuriau übermittelte dem Foreign Office den Wunsch seiner Regierung nach Eriissnung von Besprechungen über die Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und Frankreich und besonders über die Regelung von Schwierigkeiten, die bei der Anwendung der neuen britischen Ein - s uhrabgaben entstanden se en. ES v r'.autet, daß die sranzl fische Regierung nicht beabsichtige, da- Recht Gro7britannienS auf Ei..füarung schützender Maßnahmen zu bestreiten. Sie regt im beiderseit gen Interesse an, die Möglichkeit eine« für beide Teile Vorteilhaften Kompromisses zu untetr'.L» en. England genieße für seine Waren- au«suhr nech Frankreich nicht das Meistbegünstigung-recht und könne sich nut eine« Erlasse« vom 3afcre 1692 de« französischen MindesttarifS bedienen. Au- d.e'em Grunde hätten die französischen Linier Händler die Mög tchk.it, sich zwilchen dem Mindesttarif und den allgemeinen Tarifbestimmungen zu bewegen. Da England nicht nur al« Abnehmer an französischer Waren an erster, sondern auch al« Lieferant nach Frankreich an dritter Stelle st ehe. müsse sich der notwendige Au-gleich finden lasten Man könne also hoffen, daß ein neues Abkommen zu- standekomme, daß da- Gleichgewicht der französischen und englischen Handelsbilanz wiederher-
I Deutschlands Weg in die Verschuldung.
Geheimrat Or. Schmitz über Vorgeschichte und Sinn der Stitthalteverhand.ungen.
Berlin, 2. Dez. (WTL.) Das vorstandsmit- Slied der 3 G.-Farben Geheimrat Dr. Schmig ielt im Rundfunk einen Dortrag über „Dor- acschichte und Sinn der StillhaltcVerhandlungen". Er führte u. a. aus, daß die Wurzel des internationalen Mißtrauens in der doppelten Belo- ft u n g Deutschlands mit politischen und privaten Schulden zu erblicken sei. Hatte die deutsche Wirtschaft vor dem Kriege Auslandsguthaben von 20 Milliarden Mark, Ende 1923 von 3 Milliarden RM. aufzuweisen, so seien für Ende Juli 19 31 langst i st i g e Auslandsverpflichtungen in Höye von 114 Milliarden R M. und kurzfristige Bankschulden in Höhe von 74 Milliarden R M. zu nennen. Dazu kämen noch ausländische Beteiligungen in Deutsch'and in Hohe von 44 bis 54 Milliarden RM. Die Aufnahme dieser Schulden fei unvermeidbar gewesen für den wirtschaftlichen Wiederaufbau und die jährlichen Reparationszahlungen sowie für die Begleichung des Einfuhrüberschusses und die notwendige Auffüllung des Gold- und Devisen- bestandes der Reichsbank.
Um diese ausländischen Kredite zurückzuzahlen, sei Deutsch'and genötigt gewesen, den Einfuhrüberschuß von 3 Milliarden RM. im Jahre 1927 in einen Ausfuhrüberschuß zu verwandeln, der 1930 1,5 Milliarden RM. und allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 1931 2,3 Milliarden betragen habe. Diese Anstrengungen Deutschlands seien aber vorn Auslande durch die plötzliche Zurückziehung der Kredite und durch Erschwerung des Imports deutscher Waren durchkreuzt worden. Seit Ende Dezember 1930 habe sich die deutsche Auslandsverschuldung u m Milliardenbeträge verringert Da diese Rückzahlungen aber nur durch Rückgriff auf die Deckungsreseroen der Reichsbank möglich geworden
seien, so fei eine Rückzahlungin dem bisher geübten Tempo mit Rücksicht auf die Stabilhaltung der deutschen Wäh- rung unmöglich. Geheimrat Schmig schloß mit folgenden Worten: „Welchen Modus man auch zur Lösung des Problems wählen mag, die innige finanzielle Verflechtung, die zwischen Deutschland und feinen heutigen Gläubigerstaaten in einem Zeitraum von acht Jahren entstanden ist, ist nicht plötzlich zu lösen."
Auch eine Stimme aus Amerika.
Washington, 2. Dez. Die konservative „W a • shington P o st" bringt unter der Ueberjchrift „America ns s w i n d 1 ed“ • |d>arfe Angriffe gegen Deutschland. Die Bemühungen der britischen und der amerikanischen Bankiers um Lerm.nderung der Reparationszahlungen als Vorbedingung für die Herabsetzung der Schulden der Alliierten an Amerika seien nichts weiter als ein Versuch, den amerikanischen Steuerzahlern eine La st von 11 Milliarden Dollars aufzubürden, damit die amerikanischen und die britischen Besitzer deutscher Wertpapiere einen Teil ihres Geldes wiederbekommen könnten. Die amerikanischen Bankiers, die an diesen Privotanleihen, die sie an das amerikanische Publikum abgesetzt haben, b e • relts hohe Vermittlung sgebühren verdient hätten, erstrebten, die Streichung der Kriegsschulden, damit Deutschland seine Privatschulden bezahlen und man erklären könne, Deutschlands Kredit sei wieder gut. Dann könnten anderen amerikanischen ßeirfft- gläubigen neue An leihen an Deutsch- land als sehr empfehlenswerte Kapitalanlage an- gepriesen werden.
„personchvM wurde bei uns gemacht."
Aus dem Sktarekprozeß. — Oer Hauskauf der Firma Karstadt.
Berlin, 2. Dez. (WTB.) Dor Eintritt In die heutige Verhandlung des Sklarek-Prozefses verlas der Verteidiger des Angeklagten Lehmann einen Engeren Dewe'.santrag, in welchem es u. a. heißt: „Karstadt kaufte im Dezember 1927 d i e Häuser Berlin, Müller st roße 24 u n b 2 4a, um sie obreihen und auf den Grundstücken ein Warenhauserri ch t e n zu lassen. Die Häuser waren keineswegs baufällig oder unbewohnbar. Zum Abdruck bedurfte es der Bestätigung durch Baupolizei und Wohnungsamt. Karstadt spendete nun dem Bezirksamt Wed - ding 150 000 Mk. und stellte außerdem eine*Hypothek von 250 000 Mk. zu einem billigen Zinsfuß für eine städtische Ballgesellschaft zur Verfügung. Das Wohnungsamt Wedding forderte darauf, ohne die Baufälligkeit der Häuser sestgestellt zu haben und ohne die Zustimmung der Baupolizei zu besitzen, dieMieterzurRäumung auf. Zwei Mieter riesen die Hilfe der Gerichte an, bekamen Reä)t und wohnen noch heute in den vom Wohnungsamt demolierten Häusern. Der Bu- reauvorstcher des Wohnungsamtes Wedding und der Oberbaurat Licrsch von der Baupolizei erkannten das Ungesetzliche des Verfahrens und verweigerten ihre Zu st immun g. Der Dureauvorsteher ginginPcnsion.der Oberbaurat wurde verseht. Aus schriftliche unb persönliche Vorstellungen der Mieter hin freuen Oberbürgermeister a. D. Böß und Bürgermeister 6 ch o l h von den Vorgängen Kenntnis erhalten. sind aber nicht eingeschritten."
Der j u r i st i s ch e Dezernent für die Auf- sichtüräte der DAG. und KDG., Obermagistratsrat Dr. K u n o w s k i, sagte dann als Zeuge aus, daß die Juristen im Magistrat ziemlich unbeliebt gewesen seien und daß Ober- inagistratsrat Sch all dach, d.r Geschäftsführer des DAG., ihn geschnitten habe, als er einmal in einer Sitzung die Aufsassung vertrat, daß außer Kieburg auch noch andere Personen an den LI n r e ge l m ä ß i g k c i t e n mit gewirkt haben müßten. Drrfihender: „Also Schalldach unternahm nicht nur nichts, sondern er war auch dagegen, daß die Untersuchung wcitergeführt wurde. (Zu den Sllareks): So ficht also Ihr Schallbach aus." Leo Skla - rek erklärte demgegenüber, Schalldach habe ihn darüber informiert, daß gerade Kunowski sür Kieburg eingetreten sei und aus diesem Grunde hätte er i fr n kaltgestellt. Staatsanwaltschaftrat Weißenberg: „Sie schildern immer Schalldach als den treuen Beamten. Wenn er das wirklich gewesen wäre, hätte er
doch mit Ihnen als Kaufmann nicht derartige interne Dinge aus dem Magistrat besprochen." Leo Sklark (erregt): „Das waren doch kein« internen Dinge. Personalpolitik wurde bei uns gemacht, Schalldach kam doch mit seinen ganzen Sorgen zu uns, ebenso wie die anderen." Als dann der Dorsihende Näheres über diese Personalpolitik erfahren wollte, erklärte Leo Estarck nach einigem Zögern, daß der Profsesfor Schäser des Krankenhauses Charlotlenburg auf seineDer- anlassung im 3ahre 1 9 2 4 den Posten bekam, obwohl erst ein Professor Freund an erster Stell« dafür in Aussicht genommen war. „Aber warum sollen wir von der Stadt reden. Da war doch auch Staatsanwalt WaSmund. Wenn daS Unglück mit unS nicht geschehen wäre, dann ‘""re doch WaSmund durch Max Ekla- rek Oberstaatsanwalt geworden."
Wer war Schüning?
Wie schon kurz gemeldet, hat sich der General- dircktor der Berliner Hafen- und Lageshaus AG., Wilhelm Schüning, in feiner Villa erschossen, weil er aus dem Sklarek-Prozcß als ei.n schwer Belo steter hervorging. Schüning hat eine amerikanisch anmutenbe Karriere hinter sich. Mit zwanzig Jahren arbeitete er a l g Hafenarbeiter in Hamburg und Bremen, und sein Aufstieg begann dadurch, daß er vom Hafenarbeiterverband a I s Gauleiter für d i e Elbschiffer in Magdeburg angestellt wurde. Bald gründete er selbst eine neue Arbeiterorganisation, die jedoch zusammen» brach, als es zum Streik der-Binnenschiffer kam. Dann trat er zur Partei der Unabhängigen Sozialdemokraten über, war aber einer der Ersten, die wieder den Anschluß an die alte S o • zialdemokratische Partei fanden. Trotz mancher Widerstände wird er 1920 besoldeter Stadtrat, dem die Berliner Häfen, die Schiffahrt und aud) die Hauptfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte unterstehen. Fünf Jahre später wurde er von der Berliner Hasen- und Lagerhaus AG. als G e • neralbireftor angestellt und schied damit aus dem Magistrat aus. Er war es dann gewesen, der im September 1923 den vielbekämpften Vertrag mit der großen Speditionsfirma Schenker & (To. beim Magistrat durchgesetzt hat, durch den die Berliner Häfen und Lagerhäuser auf 50 Jahre verpachtet wurden. Sein Zusammenbruch kam aber erst, als er vor etwa einer Woche im Sklarek-Prozeß als Zeuge vernommen wurde und im Kreuzverhör zugeben mußte, daß er von den Brüdern Sklarek ein Geschenk von 10 000 Mark erhalten hat.
Aus aller Welt.
Schwerer Aulounsall Dr. Schachts.
Der frühere Reichsbantpräsident Dr. Schacht, der sich auf der Fahrt von Berlin nach Rostock befand, erlitt in einer etwa 5 Kilometer von Waren entfernten Ortschaft einen schweren Automobilunfall. Infolge des eingetretenen Glatteise- kam der schwere Personenkraftwagen auf der Ehaussee vor den ersten Häusern ins Schleudern und fuhr mit voller Wucht gegen eine dort stehende Scheune. Der Wagen wurde auf die linke Seite geworfen und schwer demoliert. In dem Wagen befanden sich außer Schacht sein Sohn und der Ehauffeur. Während die beiden letzteren fast keine Derlehungen erlitten, hat Dr. Schacht, der im ersten Augenblick bewußtlos geworden war, erhebliche Derlehungen davonaetragen. Er wurde in eine nahe Dorffchmicde gebracht. Nach Anlegung eine- Notverbande« wurde er dann in da- Warener Krankenhaus übergesührt. Dr. Schacht wurde von den beiden Warener Renten Dr. Matz und Dr. Niederhau- untersucht. Rach ihrer Mitteilung ist sein Befinden befriedigend. Er hat allerdings frohe« Fieber, da- aber auf eine bereit- vor dem Unfall bestehende Drippeerkrankung zurückgeführt wird. Die Aerzte find der Ansicht, baß Dr. Schacht Nippenbrüche davongetragen hat. Eine genaue Untersuchung ist jedoch erst am Donnerstag möglich Seit 17 Uhr ist Dr Schacht bei klarem 'Bewußtsein.
Das Opfer einer IDilbfaHe geworden.
Zu den Ermittlungen über die Erschießung der Frau von Hennigs in Buggow (Pommern), über die wir schon berichteten, wird nun von der Landes- knminalpolizeistelle Stettin folgendes befanntgege- ben: Der Förster Blinzler, 29 Jahre alt, ist unter der Last des gegen ihn gesammelten Beweismate. rials bewogen worden, ein umfassendes O e ft ä n b • n i s abzulegen. Er hat zugegeben, einige Tage vor dem Unfall die Waffe in den Baum allein eingebaut zu haben, um damit Rotwild )ur Strecke zu bringen. Er kam auf den Gedanken, diese Wildfalle zu stellen, weil sich in seinem Forstrevier größtenteils nur Wechselwild aufhielt Im Beisein des Försters Blinzler wurde ein Lokal- termln abgehalten, der die letzten Zweifel an feinem Geständnis beseitigte. Blinzler ist dem Gerichts- gefängnis zu Greifswald zugeführt worden.
Lin Autobus auf vereister Straße umgestürzt.
In der Nähe von Treuenbrietzen geriet ein schwerer Autobus, der sich mit Mitgliedern des Berliner Tonkünstier - Orchesters auf der Fahrt von Berlin nach Leipzig befand, infolge de» Glatteise» in» Schleudern und stürzte um. Dabei wurden vier Insassen schwer und 20 leicht ver- letzt.
Effemplar'sch: Zuchthausstrafe« für einen 'XaubüberfalL
In Hamburg drangen drei junge Burschen Itn ben Kesterraum einer Fettwarenhandluna ein und bedrohten die anwesenden Geschäftsinhaber mit dem Revolver. Einer von diesen erhielt einen
Schuß in die linke Seit«. Siner der Täter, die zum Teil erheblich vorbestra't sind, war al« Bote bei der Firma angestellt und hatte den anderen ben Tip gegeben. Das Schwurgericht verurteilte die Angeklagren zu zehn und zwölf Jahren Zuchthaus, den Boten al« Jugendlichen zu fünf 3ahren Gefängnis.
wegen angeblicher Spionage zugunsten Deutschland» erschossen.
Da« Militärgericht in Posen halte, wie schon gemeldet, den Schützen Franz Klamke vom polnischen Infanterieregiment Nr. 63 am Montag wegen Spionage zugunsten Deutschlands zum Tode verurteilt Da der Staatspräsident leinen Gebrauch von seinem Gnadenrecht machte, wurde daS Urteil bereit« vollstreckt. Klamke gehörte, wie verlautet, der deutschen Minderheit an.
Sowjetruhland, Bedarf an Ingenieuren.
Die das Wirtschaftsblatt „€a Jndustrialisazisu" mitteilt, hat die Verwaltung der Werke zur Herstellung von Oualitäts stahl erklärt, daß 1932 Hunderte von Ingenieuren erforderlich fein würden, um das Produktionsprogramm durch- zuführen. Die Stahlwerke hätten bereit» 330 deutsche Ingenieure und Techniker aufgefordert, nach Sowjetrußland zu kom- men, um dort zu den gleichen Bedingungen wie die Sowjetingenieure zu arbeiten. Auch in den Kupferbergwerken könnten deutsche Ingenieure Verwendung finden.
Rudolf Schiestl f.
3m Alter von 53 3ähren ist In Nürnberg Professor Rudolf Schiestl, der bekannte Maler uni) Graphiker, gestorben. Professor Sch.esst wurde 1878 in Würzburg al« Schn eine« Bildhauers geboren. Er kam mit 19 Jahren an die Münchener Akademie. Sein künstler.sche« Wirken führte ihn in die Pfalz, nach Oberitalien und wieder nach München zurück. 3m 3ahr« 1910 wurde Schiestl als Professor für Graphik an die Kunstgewerbeschule Nürnberg berufen. Mit seinen Ausstellungen im Münchener ElaSpalast hat Schiestl große Erfolge erzielt. Während de« Krieges war Schiestl künstlerischer Leiter der „Lister Kriegszeitung". Lines seiner schönsten Werke Ist dem Münchener Glaspalastbrand zum Opfer gefallen.
Die Bluttat bei (Ed;( vor der Aufklärung.
Der geheimnisvolle Tod der drei jungen Leute, die am vergangenen Sonntag bei Echt erschossen aufgefunöen wurden, scheint vor der Aufklärung au stehen. Ein privater Jagdaufseher aus der Ortschaft Posterholt und sein Sohn wurden verhaftet. Die Verhafteten wurden nach Roermond übergesührt. Die Menschenmenge, die sich rasch angesammelt hatte, machte den Versuch, die mutmaßlichen Täter zu lynchen.
vier deutsche Jrembenleglonäre au» der Hölle von Cayenne entkommen.
AuS der französischen Derbrecherkolonie 6a* yenne wird wieder eine ganze Reihe von Ausbrüchen gemeldet. Unter den Flüchtlingen befinden sich diesmal auch vier Deutsche, ehemalige Fremdenlegionäre, die von den Krieg-gcrichten in Oran und Tunis verurteilt worden waren, und zwar Fritz Karg. Karl Lampe, Wilhelm Trumpp und Johann Malsy.
Die Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Der hohe Druck im Osten und der kräftige Lust- drucksall durch die neue Atlanti.starung im Westen verursachen in unserem Bezirk noch kontinentale Luftzusuhr, so daß zunächst die Temperaturen etwas unter Null liegen werden. Jedoch dürfte am morgigen Taa mit dem weiteren Vordringen de» Ozean- tief? besten Südseite ein Umdrehen oer Winde-auf Südwesten bewirken. Dabei wird die kalte Boden- lüft durch feucht milde Ostanluft weggeräumt, und allgemeiner Temperaturanstieg steht bevor, der sich in der Nacht von Freitag auf oamstag schon durch frostfreies Wetter kennzeichnen dürfte. Stärkere Eintrübung sowie anfängliche Nebelbilduna sind außer- dem die Folge. Weiter dürsten im Gefolge der maritimen Lust auch Niederschlage bi» in unser Gebiet Dorgreifen.
Aussichten für Freitag. Nock) Frost, Im Lause des Tages Temperaturanstieg, neblig und vor- wiegend bedeckt, Uebergang zu Niederschlagen teil» als Schnee, teils als Regen, südliche bi» südwest.lche Winde.
Aussichten für Samstag: Wechselnd bewölkt zeitweise Niederschlage, weitere Milderung und frostfreies Decker wahrscheinlich.
Cufttemperaturen am 2. Dezember: mittag» — 1,5 Grad Celsius, abend» —1.9 Grad: am 3. Dezember: morgen» — 2,8 Grad. Maximum — 1,4 Grad, Minimum — 3,2 Grad — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 2. Dezember: abends 0,8 Gratz: am 3. Dezember: morgen* 1 Grad Celsiu».


