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den 32 oder 39 Wochen eine Verlängerung um sechs Wochen, so daß hier im allgemeinen die Laufdauer der Krisenfürsorge schon jetzt 38 bis 45 Wochen beträgt. Die geplante weitereverlängerung der Krisenfürsorge wird voraussichtlich der Ver­kürzung der Bezugsdauer der Arbeits­losenversicherung entsprechen. Die Dauer der Krisenfürsorge wird also im allgemeinen um sechs und für Saisonarbeiter um vier Wochen verlängert werden. Das bedeutet eine Verlängerung für die einzelnen Kategorien auf 38 bis 49 Wochen. Die neue Sozialistische Arbeiter­

partei in Breslau gegründet.

Breslau, 2. Oft. (WTD.) Der vom mittel* schlesischen Bezirksvorstand abgesehte Breslauer OrtSvorstand der dortigen SPD. hatte für heute abend eine Funktionärversammlung als außerordentliche Hauptversammlung einberu* fen. Zu der Versammlung waren etwa 3000 Per­sonen erschienen. Als Hauptredner trat der Führer der Opposition im Reich. Reichstagsabgeoröneter S e h d e w i tz, auf, der au größerer Qltti* vität innerhalb der Arbeiterschaft und zur Gründung der neuen Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands ausfor­derte. Ferner sprachen der bisherige Vorsitzende des Breslauer Ortsvereins, Rechtsanwalt Dr. E ck st e i n und der Reichstagsabgeordnete Ziegler, die sich g eichfalls für die Gründung der neuen Partei einsehten, um mit der Zusam­menarbeit mit dem Bärgertum endgültig zu bre­chen. Rach den Ausführungen der drei Redner wurde eine Resolution angenommen, die besagt, daß die neue Partei in Breslau mit 3000Mitgliederngegründet sei.

Oie Wirischafisbeirtebe der öffentlichen Hand.

Thüringen löst alle unrentablen Betriebe der Kreise und Gemeinden auf.

Weimar, 2. Okt. ($11.) Das Thüringische Staatsministerium hat eine Rundverfügung er­lassen, wonach alle werbenden Betriebe der Kreise und Gemeinden, die unren­tabel find, a u f g e l ö st werden müssen. Mit Rücksicht darauf, daß die Betriebe der Kreise und Eemci.ide.r in der Tergangei heil nicht immer wiri- schaftlich eingerichtet und verwaltet worden seien, habe man die Errichtung neuer und die Er- Weiterung bestehender werbender Betriebe genehmigungspflichtig ge­macht. Der damit zuin Ausdruck gekommene Grundgedanke, daß Betriebe von Kreisen und Ge­meinden nur dann eine Daseinsberechtigung ha­ben, wenn ihre Wirtschaftlichkeit ge­währleistet ist, müsse auf die vorhandenen Betriebe Anwendung finden. Alle Betriebe, bei denen diese Voraussetzungen nicht gegeben feien und auch durch Llmstellungsmaßnahmen ohne Inanspruchnahme von Steuermit­teln nicht in aller Kürze erreicht werden könne, also keinen Gewinn abwerfen, seien alsbald zu schließen. Von dieser Anordnung werden vor allem die rein gewerblichen oder vorwie­gend gewerblichen Betriebe aller Art betroffen; ausgenommen sind solche Betriebe, Anlagen und Einrichtungen, die die Kreise und Gemeinden i m öffentlichen Interesse zu u n t e rh al­ten verpflichtet sind.

Noch fe.ne Entscheidung über eine Lockerung der Wohnungs« Zwangswirtschaft.

Berlin, 2. Oft. (WTD.) Gegenüber Rachrich­ten über beabsichtigte Aenderungen der Woh- nungszwangswirtschaft wird von amtlicher Stelle folgendes mitgeteilt. Es steht noch nicht fest, ob die Gesetze, die sich mit der Wohnungszwangs- wirtfchaft befassen, in einer Rotverordnung ge­ändert werden. Bei etwaigen Aenderungen wür­den jedoch selbstverständlich die notwendi­gen sozialen Rücksichten, insbesondere auf die Inhaber kleiner und klein­ster Wohnungen, genommen werden. Im übrigen hat bekanntlich Die Rotverordnung vom I.Dezember 1930 bestimmt, daß zunächst das Mietrecht des Bürgerli chen Gesetz­buches unter sozialen Ge) ichtspunk- ten ausgestaltet fein muß, ehe das Reichs­mietengesetz und das Mieterschuhgeseh a u f ge­hoben werden. Auch daran wird f e st g e - halten werden.

Gegen die Oiätenzahlung während der parlamentslosen Zeit.

Nürnberg, 2.Okt. (WTB.) Eine Versamm­lung der Deutschen Staatspartei beschäftigte sich mit den Diäten der Reichstags- und Landtagsabgeord­neten. Es wurde darauf hingewiesen, daß der Reichstag jetzt fünf Monate vertagt gewe­sen sei, jeder Abgeordnete aber pro Mo­nat 600 RM. Diäten, also insgesamt 3000 RM. bezogen habe, was für 577 Reichstagsabge- ordnete eine Gesamtausgabe für das Reich von 1731000 RM. ausmachc. In einer Zeit, in der durch Notverordnungen auf das Tiefste in das Wirtschaftsleben eingegriffen und Löhne und Gehälter gesenkt werden müssen, in der eine fortwährende Senkung der Gehälter der Be­amten, auch der unteren und mittleren, stattfindet, wird cs als unerträglich betrachtet, daß Mitglieder des Reichstags und der einzelnen Landtage selbst während monatelanger Vertagung der Parlamente Diäten erhalten. Die Parteileitung wird aufgefor- dert, darauf zu drängen, daß Diätenzahlungen und die Zahlunaen für Stellvertretung aufhären, wenn die Parlamente auf längere Zeit vertagt werden.

Kommunistendemonstraiionen in Dortmund.

Dortmund, 3-Okt. ($11.) 3n der began­genen Rächt kam es au einer Ansammlung von 200 Personen vor Der ZecheMinister Stei n", in Dortmund, die gegen die fristlose Entlassung eines kommunistischen Bergarbeiters protestierten, der zuvor in der Waschkaue auf- hetzende Reden gehalten hatte. Die Kommunisten bedrängten den Pförtner und wollten in das Zechengelände eindringen. Das herbeigerufene Ueberfallkommando zerstreute die Demonstranten. An der Straßenkreuzung im Spähenfelde wur­den Hindernisse aus Pflastersteinen aufgerichtet, so daß ein Durchfahren unmöglich war. Die Kommunisten hatten offenbar damit beabsichtigt, die Durchfahrt von Bergarbeiter- I transportautomobilen zu verhindern. I

Verschärfung der Devisenvorschriften.

Eine neue Verordnung fordert erneute Anmeldung aller Devisenbestände und seht die Freigrenze von 1000 auf 200 Reichsmark herab.

die Erholung der übrigen Auslandbörsen machten anscheinend wenig Eindruck. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 99,25, aegen Mai- land 76,5, gegen Spanien 43,9, gegen Amsterdam 9,75, gegen Stockholm 16,4, "egen Kabel 3,91.

Aus aller Well.

Berlin, 2. Okt. (Amtlich^) Die Entwicke­lung der Devisenlage, die sowohl in der starken Beanspruchung der Reichsbank durch die Aus­führung des Stillhalteabkommens, als auch in dauernden erheblichen Ansprüchen aus der Wirt­schaft bei unzureichendem Rückfluß von Export­devisen ihren Grund hat, macht eine Verschär­fung der Devisenbewirtschaftung er­forderlich. Die Verschärfung erfolgt in drei Rich­tungen; erstens erneute Anmeldung aller Devisenbestände und im Anschluß daran fortlaufende Erfassung der Ex­portdevisen; Herabsetzung der Frei­grenze und Kontrolle des innerhalb Der Freigrenze erfolgenden Devisenerwerbes; summenmäßige und zeitliche Beschränkung der allgemeinen Genehmigungen zum Verkehr mit Devisen.

3n einer sechsten Durchführungsverordnung zur Devisenverordnung werden erneut alle De- Visenbestände, und zwar, soweit sie ins­gesamt bei einem Pflichtigen 200 R2H. über- fte i g e n, zur Abbietung und zum Verkauf an die Reichsbank aufgerufen. Stichtag für den Auf­ruf ist der 2. Oktober. Die Anmeldepflicht ist bis zum 10. Oktober zu erfüllen.

Die Verpflichtung besteht auch für die Personen, die ihren Verpflichtungen nach dem ersten oder zweiten Aufruf nachgekommen sind. Die in der Amnestieverordnung angeordnete Fristerstreckung bis zum 15. Oktober für die Personen, welche ihre Verpflichtungen aus dem ersten oder zweiten Aufruf nicht erfüllt haben, bleibt bestehen. Im übrigen ist der Kreis der Pflichtigen derselbe geblieben wie bei den früheren Aufrufen. In sachlicher Hinsicht ist eine Erweiterung insofern eingetreten, als auch von deutschen Ausstellern ausgegebene Wertpapiere, die auf eine ausländische Währung lauten, und an deutschen Börsen nicht zugelassen sind, ferner all­gemein die Forderungen mit einer län­geren Laufzeit als drei Monate mit Ausnahme der noch nicht fälligen Forderungen aus Versicherungsverträgen anzumelden sind. Die Anmeldung kann außer bei den Reichsbank­anstalten wie bisher bei einer Devisenbank er­folgen, doch liegt die Entscheidung über Ankauf oder Freigabe ausschließlich bei der Reichsbank.

Dom 2. Oktober ab sind fortlaufend alle neu anfallenden Devisen, soweit sie nicht auf Grund besonderer Genehmigung der De­visenbewirtschaftungsstellen erworben wurden, insbesondere also die Exportdevisen, ohne Rücksicht auf ihre höhe binnen drei Tagen der Reichsbank zum verkauf anzumelden. Für Beträge, die nach den Bestimmungen über die Freigrenze erworben werden, tritt die Anbietepflichl einen Monat nach Erwerb ein. Die Freigrenze, die bisher 1000 RM. für eine Person innerhalb eines Monats betrug, wird auf 2 0 0 RM. herab­gesetzt. Um eine mißbräuchliche Ausnutzung die Freigrenze zu verhindern, können nur noch volljährige Persönen Devisen bis zu 200 RM. erwerben, und zwar nur gegen Vorweisung ein es amtlichen Reisepasses, in dem die Bank Tag und

Betrag zu vermerken hat.

Gold wird neu in die Devisenbewirtschaftung einbezogen und der Erwerb, die Versendung

und die Verfügung über Gold, außer Kurs ge­setzte Goldmünzen, Feingold, legiertes Gold (Roh­oder als Halbfabrikat) einer Genehmigungspflicht unterworfen. Die Richtlinien über die Devisen­bewirtschaftung gestatten den Verkehr mit Gold nur noch zu gewerblichen Zwecken.

Die Bestimmungen der Richtlinien über die Erteilung allgemeiner Genehmigungen zum Ver­kehr mit Devisen, zur Einfuhr, Ausfuhr und eine Reihe anderer Geschäfte werden wesentlich ver­schärft. Derartige allgemeine Genehmigungen werden künftig nur noch beschränkt auf eine Höchstsumme erteilt. Bei der Festsetzung der Hvchstsumme wird der Tatsache Rechnung ge­tragen daß die Einfuhr im Laufe dieses Jahres wertmäßig gegenüber dem Vorjahre erheb­lich zurückgegangen ist, so daß der De­visenbedarf für den Import zur Zeit erheb­lich geringer sein wird als vor einem Jahre. Andererseits wird auf die besonderen Verhält­nisse einzelner Industrie- und Handelszweige, besonders auch den Saisoncharakter mancher Ge­schäfte, Rücksicht genommen werden. Jeder De­visenerwerb auf Grund einer allgemeinen Ge­nehmigung muß auf dem Genehmigungsbescheid vermerkt werden. Allgemeine Genehmigungen mit einem Monatsbetrag von mehr als 250 000 Mark und Einzelgenehmigungen mit mehr als 20 000 Mk. werden von den Devifenbewirtschaf- tungsstellen nur noch nach Fühlung­nahme mit der Reichsbank erteilt wer­den. Im Zusammenhang Damit werden einige Anweisungen, die den Devisenbewirtschaftungs- stellen schon bisher für ihre Tätigkeit erteilt waren, in die Richtlinien aufgenommen.

Oer Lliiimo-Ausweis der Reichsbank.

Rückgang der Devisenbestände 31,2 bom Hundert NotendcckungDiskonterhöhung wahrscheinlich

Berlin, 2. Okt. Nach dem Ausweis der Reichs­bank vom 30. September 1931 hat sich in Der Ultimo­woche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 825,5 Mill, auf 4073,1 Mill. RM. erhöht. Die Bestände an Handelswechseln und Schecks haben um 550,6 Mill, auf 3545,4 Mill. RM. zugenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen find Ausammen 448,8 Mill. RM. in den Verkehr abge- stossen. Die fremden Gelder zeigen mit 613,4 Mist. RM. eine Zunahme um 73,1 Mill. RM. Die Be­stände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 232,7 Mill, auf 1439,5 Mill. RM. vermindert, davon die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 159,1 Mill, auf 138,8 Mill. RM. abgenommen. In der Hauptsache handelt es sich hierbei um die Auswirkungen der bei In- trafttreten des Stillhalteabkommens erfolgten Freigabe und um die Auflösung der rückständigen Termingeschäfte, die ein einmaliger Vorgang, der am 3. Oktober abläuft und etwa 200 Mill. RM. umfaßt. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 31,2 v. H. gegen 40,1 v. H. in der Vorwoche.

Die strenge Handhabung der Devisenbestimmungen erscheint in Anbetracht dieser Ziffern des Reichs- bankausweises begründet, es ist nicht* ausgeschlossen, daß die Reichsbank im Hinblick auf die starken Wechseleinreichungen in Kürze eine Diskonterhöhung vornehmen wird.

Hindenburgs Geburislag.

Herzliche Anteilnahme im 3tv und Auslande. Das Präsidentenpalais umlagert. Oie fremden Botschaften flaggen.

Berliner Börse.

Berlin 3. Okt. (WTB. Funklpruch.) Zum Wochenschluß entwickelte sich im heutigen Frühver­kehr das Geschäft wie gewöhnlich an Samstagen sehr langsam. Die Stimmung blieb recht unsicher, da gegen gestern abend noch ziemlich schwache Kurse zu hören waren. Auch heute taxierte man die Farben mit 94 bis 94,5, Siemens mit 101 und AEG. wurde mit 38 gehandelt. Das feste Neuyork von gestern und

tere meist aus Anlaß besonderer Gedenkfeiern, haben dem Reichspräsidenten durch Telegramme, Briefe und Postkarten ihre Anhänglichkeit und Verehrung zum Ausdruck gebracht.

Ein vaterländischer Abend des Kyffhäuser-Bundes.

Deutschlands Recht auf Lichcrheit

Derlin, 2. Oft. (ERB.) Der Khffhäuser-Bund veranstaltete im Sportpalast aus Anlaß des 84. Geburtstages seines Ehrenpräsidenten, des Reichspräsidenten von Hindenburg, einen vaterländischen Abend. Der 1. Bundespräsi­dent, General a. D. v. Hor n, feierte den Reichs­präsidenten als Beispiel treuester Pflichterfül­lung und Opferbereitschaft. Der zweite Redner, Generalleutnant a. D. v. M e tz s ch, befaßte sich im besonderen mit den Abrüstungsproblemen. Er faßte seine Ausführungen dahin zusammen, daß Die Schrecken eines Zukunftskrieges jeden Ver­antwortlichen mahnen mühten, sein Volk vor einem solchen unerhörten Wagnis zu schützen. Wer Deutschlands Recht auf Sicher­heit vertrete, vertrete zugleich ein europäisches und ein Weltinteresse. In seiner Schlußansprache forderte General a. D. v. Horn auf, Den deut­schen Vertretern auf der bevorstehenden Ab­rüstungskonferenz zu zeigen, daß die Masse des deutschen Volkes hinter ihnen stehe, wenn sie die einfache Forderung: Gleichberechtigung, gleiche Sicherheit und gleiche Methoden der Abrüstung, stellten. In einer Entschließung wurde die Gleich­berechtigung Deutschlands auch in der Sicherheits­und Wehrfrage gefordert. An der Veranstaltung nahmen u. a. teil, der Reichswehrmini st er, die Ehefs der Heeresleitung und der Marine­leitung, die Befehlshaber des Berliner Wehr­kreiskommandos und des Truppenkommandos I, der Kommandeur der Berliner Wachttruppen und der Vizepräsident des Arbeitsausschusses deut­scher Verbände.

Berlin, 2. Oft. (TU.) Am heutigen Ge­burtstag des Herrn Reichspräsidenten wurde im In- und Auslande mit herzlicher An­teilnahme des deutschen Reichsoberhauptes ge­dacht. Der Herr Reichspräsident selbst, der ur­sprünglich die Absicht gehabt hatte, Berlin auf einige Tage zu verlassen, hat diese Absicht im letzten Augenblick aus dienst- lichen Gründen aufgegeben und ver­brachte den Tag zurückgezogen im Kreise feiner Familie. Das Präfidentenpalais war den ganzen Tag über von einer dichten Menfchenmengeumlagert, die die Auf­fahrt der Gratulanten, welche sich ins Besuchsbuch einzeichnen wollten, sowie das un­unterbrochene Kommen und Gehen der Boten mit Post, Blumen und sonstigen Ge­sche n f e n interessiert beobachteten. Besonderen Anteil an dem Tage nahm das hier beglaubigte diplomatische Korps. Ab" l"hen davon, daß die meisten der Missionschefs sich persönlich eintrugen, hatte auch eine große Anzahl von Diplomaten ihre Gebäude, so die englische, fran­zösische, italienische, türkische und spanische Bot­schaft, sowie die österreichische Gesandtschaft zu Ehren des Tages geflaggt. Von ausländischen Staatsoberhäuptern sind u. a. Telegramme vom König von Italien sowie vom ungari­schen Reichsverweser v. Horthy ein- gegangen. Ebenso hat der italienische Regierungs­chef, Mussolini, telegraphisch seine Glück­wünsche übermittelt.

Ramens der Reichsregierung hat Reichskanzler Dr. Brüning dem Reichspräsidenten in einem herzlich gehaltenen Schreiben Glückwünsche über­sandt. Die Ehefs der Heeres - und Ma­rineleitung sprachen namens des Reichs­heeres dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht Glückwünsche aus. Ebenso haben sämtliche L ä n - derreaierungen. der Reichstagspräsident, der Präsident des Evangelischen Oberkirchenrats, der Bischof von Berlin, der Präsident der Reichsbank, der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft, der Reichsgerichtsvräsi- dent und der Oberreichsanwalt, der Präsident deS Deutschen Roten Kreuzes sowie zahlreiche andere Persönlichkeiten für sich oder für Die von ihnen vertretenen Organisationen und Verbände deS Tages gedacht. Groß ist die Zahl der Städte, die Dem ReichspräsiDenten ihre Glück­wünsche übermittelt haben. Zahlreiche deutsche Hochschulen, studentische Verbindungen, po­litische und gesellschaftliche Vereinigungen sowie ungezählte Deutsche Im In- und AuSlande, letz-

Massen-Schwalben sterben.

In den letzten Tagen fand man a u s den bosnischen Hochebenen viele Tausende erfrorene Schwalben auf. Die Schwalben sind wegen des vorzeitigen Winters in diesem Jahr zum großen Teil früher als sonst nach Dem Süden gezogen. Die Schwalbenzüge gerieten jedoch über Bosnien in schwere Schneestürme, mußten umkehren und sich in den Hochebenen nie­derlassen. Aber auch hier trat Winterwetter ein, so daß die Tiere massenhaft starben. Als jetzt Der Schnee toieDer schmolz, fand man die Schwal­ben in so großer Menge tot auf, daß die Dauern sie an vielen Stellen aus dem Wege schaufeln mußten.

Schweres Enlzündungsunglück.

In Rotterdam wollte ein junger Mann mit Unterstützung seiner Ehefrau in einer Tonne, die auf einem Petroleumofen aufgestellt war, Wachs schmelzen, um damjt Putzlappen zu präparie­ren. In der Tonne befanden sich Ammoniak und Benzin. Plötzlich entzündete sich der In- halt der Tonne, und die ganze Wohnung stand so­fort in Flammen. Die Kleider der Eheleute brannten lichterloh. Die Unglücklichen eilten auf die Straße, wo Passanten die Flammen er- st i ck e n konnten. Schwer verletzt wurde das Ehe­paar ins Krankenhaus geschafft, wo man an feinem Aufkommen zweifelt. In der Wohnung waren aber noch drei kleine Kinder von sechs Monaten bis zu vier Jahren zurückgeblieben. Als die Feuer- wehr eindrang, waren die beiden älteren Kinder in ihr en Betten er st ick t. Der Säugling war bereits vollkommen verkohlt.

Lindbergh beinahe ertrunken.

Bei einem Start auf Dem QJangtfe über­schlug sich das Flugzeug des bekannten amerikani­schen Ozeanfliegers Lindbergh. Lindbergh. seine Frau und ihr chinesischer Begleiter kamen unter Die Maschine. Rur dem sofortigen Eingreifen des zufällig in der Rähe befindlichen englischen FlugzeugmutterschiffesHermes" war es zu verdanken, daß alle drei vom sicheren Tode des Ertrinkens gerettet wurden.

Ein Auto vom Zuge erfaßt.

Bei O b e r w e s e l kam auf Den Bahnübergang unterhalb Der Stadt ein Lastkraftwagen aus Bad Kreuznach aus der Richtung St. Goar als in dem­selben Augenblick ein Personenzug herangebraust kam, das Auto erfaßte und es zur Seite schleuderte. Ein auf dem Wagen hesindlicher Mitfahrer wurde in großem Dogen auf die Straße gewor­fen. Der Fahrer und zwei weitere Mitfahrer kamen mit dem Schrecken davon. Der Hintere Teil des Wagens wurde zertrümmert, ebenso wurde die Lokomotive schwer beschädigt, so daß sie auf dem Dahnhof Dingerbrück ausgewechselt werden muhte. Der Schrankenwärter gab an, übermüdet gewesen zu sein und dadurch vergessen zu haben. Die Schranken rechtzeitig zu schließen.

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Wettervoraussage.

Die gestern über den britischen Inseln erkennbare Warmluft hat mittlerweile unseren Bezirk erreicht und sehr mildes Wetter, besonders auch nachts, ver­ursacht. Dabei kam Bewölkung auf, und ein Nieder­schlagsgebiet hat unseren Bezirk überquert. Das umfangreiche Tief ist mit seinem Kern bis nach Skandinavien weitergewandert, und an seiner Rück- feite fetzt nun wieder Kaltluftzufuhr ein, die über England Temperaturrückgang von 4 bis 6 Grad brachte. Auch bei uns wird Die ozeanische Luft er­neute Abkühlung Verursachern wobei wechselhaftes Wetter einsetzt und einzelne Schauer auftteten. Mit Beginn der kommenden Woche Dürfte, begünstigt durch den kräftigen Hochdruck im Westen, wieder Besserung erfolgen. Allerdings werden sich Dann stärkere Temperaturgegensätze zwischen Tag unD Rächt bemerkbar machen.

Aussichten für Sonntag: Wechselnd be­wölkt und aufheiternd, wieder kühler, einzelne Schauer.

AusfichtenfürMontag: Bewölkt mit Auf- hcUerung trocken, nachts stärkere Abkühlung und Frühnebelbildung.

Lufttemperaturen am 2. Oktober mittags: 18,7 Grad Celsius, abends: 13,0 Grad; am 3. Oktober morgens: 13,4 Grad. Maximum 19,2 Grad, Mini­mum 12,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Oktober abends: 13,5 Grad; am 3. Oktober morgens 12,6 Grad Celsius. Niederschläge 1,1 mm. Sonnenscheindauer 5 Stunden.

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