Oie Gießener Winternothilfe 1931/32.
Aus der Provinzialhauptstadt
Gießen, den 3. Oktober 1931.
Wirtschaft und Seele.
Von Pfarrassistent W. Seemann, Gießen.
Die wirtschaftliche Not droht uns zu zerreiben. Wir gingen wochenlang am Abgrund völligen Zusammenbruches. Die Sachverständigen der ganzen Welt sahen, verhandelten und rechneten. Der Druck aber und die Sorge reichen bis in jedes Haus, bis in jedes ehrliche deutsche Herz hinein. Die „Atempause" für ein Jahr bedeutet nur eine Verschiebung, eine Verschleierung. Die schweren Wolken hängen weiterhin über uns: Arbeitslosigkeit, Lohnsenkung, Gehaltsabbau. Die Lage ist darum so unheimlich, weil wir den bedrohenden Mächten nirgends offen entgegentreten können, weil das deutsche Schicksal gleichsam zu einem Rechenexempel toyrbe, in dem Zohlen und Kräfte mit einer den meisten Volksgenossen undurchsichtigen Zwangsläufigkeit wirken. Die Wirtschaft ist Deutschlands Schicksal, das gilt als die deutende Formel für unsere Lage. Heber die richtige Wirtschaftsform und über die Wege, die zur Gesundung der Wirtschaft führen könnten, streitet man freilich. „Spätkapitalismus, Frühsozialismus, Staatskapitalismus, Planwirtschaft, Autarkie", das ist ein Auszug aus der Musterkollektion dessen, was uns als Heilmittel gegen die Wirtschaftsnot empfohlen wird.
Was kann die Kirche, was können wir als Christen angesichts der W i r t s ch a f t s n o t tun? Gewiß, wir können hier und da Wunden verbinden und Vot lindem — so viel in unseren Kräften steht. Aber wie wenig ist das. Stehen wir diesen großen entscheidenden Fragen nicht schließlich machtlos und ratlos gegenüberI Rheinen das nicht Fragen, die auf einer ganz anderen Ebene ausgetragen werden, für die der Kirche als solcher doch wohl die nötige Sachkenntnis fehlt? Vor kurzem erschien von einem Vichttheologen versaht ein Duch „Herren und Knechte der Wirtschaft", das eine überraschende Antwort auf diese Fragen gibt. Es heißt dort: „Wer wäre wohl mehr berufen als die Kirche, um den Sinn der Welt zu interpretieren, das Wunder dieser Zeit $u deuten und zugleich der Wirtschaft ihren Sistn und ihre Weihe zu geben? Wie wäre es, wenn man dem religiösen Aspekte der Wirtschaft ein Organ schüfe und die Kirche in geeigneter Form wirtschaftlich zu Worte kommen liehe? Wäre sie nicht berufen, jene Offenbarung zu deuten, die in der Wirtschaft gleichsam als Ergänzung des Religiösen zutage tritt. Deutet nicht alles daraufhin, dah wir und die Wirtschaft, die sich in eine Sackgasse verrannt haben, einen Ausweg auf der Ebene fänden, die man als den großen Sinn des Lebens bezeichnen konnte? (W. von Kries.)
3n diesen Worten leuchtet etwas von der verlorenen Erkenntnis auf, dah alle Rote, gerade die tiefsten und drückendsten, nur durch religiöse Kräfte zu heben sind. Aber soll diese Erkenntnis sich wieder im öffentlichen Leben durchsetzen, so muh sie erst im Einzelleben bewährt werden. Die Kirche kann immer nur predigen, dah der obige Sah, als sei die Wirtschaft Deutschlands Schicksal, in seiner Einseitigkeit falsch ist, dah niemals über das letzte innere Schicksal eines Volkes Dinge entscheiden, sondern daß sich Schicksale immer zuletzt an dem Menschen selber, an seiner Seels, ay seiner Gesinnung, an feinem Glauben, seiner Lat entscheiden^ Die inneren Kräfte sind maßgebend. W i r dürfen uns von den Lagesnoten nicht knechten lassen, w i r müssen alle inneren Kräfte dagegen mobilisieren. „Untere Wirtschaftsnot, unsere Viedergeschlagenheit, unsere Krisen, unsere jammervollen Zustände sind nur deshalb so gefährlich, weil wir uns geschlagen fühlen. Wäre es anders, hätten wir das innere Licht, das uns einst durch Jahrhunderte vor anderen Volkern auszeichnete..., dann wäre unsere 2lrjnut ein Vichts, unser Darben eine Wass?, unsere Vot Macht" (Kries). Dann könnten wir auch der wirtschaftlichen Vot so entgegentreten:
„Sie brach herein die heil'ge Vot, Sie hat Gewalt vom höchsten Gott. Sie führt durch Wildnis, Vlut und Vrand Den Starken ins gelobte Land."
Dann würden wir an unserem Teil helfen, an der (Sinngebung des Lebens überhaupt und der Wirtschaft mitzuarbeiten. Jede Vot, wenn anders sie ganz in der Tiefe erfaßt wird, weist auf letzte Zufammenhänge. Sie kann nur geheilt werden durch Erkenntnis dieser Zusammenhänge. Erst wenn wir Gewalt haben über uns selbst, haben wir auch wieder Gewalt über unsere
Auf Einladung des Städtischen Wohlfahrtsamtes and gestern abend im Stadthaus Gartenstraße eine zahlreich besuchte Sitzung von Damen und Herren aus allen Kreisen der Bürgerschaft statt, die sich mit der Durchführung der Gießener Winternot- Hilfe 1 9 3 1 /32 beschäftigte. In Vertretung des Wohlfahrtsamts-Dezernenten, Bürgermeister Dr. S e i b , der zur Zeit krank darniederliegt, entwickelte Derwaltungsamtmann K e i tz e r die
Richtlinien der Mnlernolhilse
nach den Vorschlägen des Wohlfahrtsamtes. Daraus ergibt sich daß man zunächst von der Einrichtung von Volksküchen absehen will, diese Maßnahme aber organisatorisch vorbereitet wird, für den Fall, daß die Verhältnisse erheblich ungünstiger werden, als sie jetzt sind. Das Hilfswerk wird zu- nächst in der Sammlung von Geld und Kleidern, in der Beschaffung von Lebensrnitteln und Brennstoff, sowie in verbilligtem Verkauf von Lebensrnitteln durch das Nahrungsmittelgewerbe bestehen. Darüber hinaus ist eine Sammlung von Holz in den Waldungen des Dogelsberges ins Auge gefaßt, die von dem Jungdeutschen Orden als freiwilliger Arbeitsdienst durchgeführt werden soll. Den Transport des Holzes sollen leer nach Gießen zurückkehrende Lastautos übernehmen, ferner sind die Fahrzeuge der Schutzpolizei für diesen Zweck zur Verfügung gestellt worden. Äon einer Sammlung von O b st soll auf Empfehlung des Ministers K o r e l l und im Einverständnis mit den Vertreterinnen der Gießener Frauenvereine abgesehen werden, da man einerseits starke Preissteigerungen bei einer solchen Organisation befürchtet, anderseits Fall- oder Schütteloost auf den Aeckern und Landstraßen nicht mehr vorhanden ist, in vielen Fällen auch mit mangelnder Derwertungsmöglichkeit des Obstes in den Haushaltungen gerechnet werden müsse. Weiter soll zur Gewährung von Mittags- fr e iti scheu für hilfsbedürftige Kinder und für erwerbslose unterstützungsbedürftige Geistesarbeiter aufgerufen werden. Die Unterstützung soll allen Hilfsbedürftigen, mit besonderer Berücksichtigung der verschämten Armen, zugute kommen, wobei man jedoch auch das Moment der Würdigkeit nicht unbeachtet lassen will. Ueber die Art der Unterstützung soll von Fall zu Fall durch einen Ausschuß entschieden werden.
Die Billigung dieser Richtlinien
kam in der anschließenden Aussprache allenthalben zum Ausdruck. Von den Vertretern der wirtschast- lichen Verbände und der karitativen Vereinigungen wurde voll st e Unterstützung des Hilf swerkes zugesagt. Sämtliche Gießener Frauenvereine haben sich zu einer „Gießener Frauenhilfe" zusammengeschlossen, deren Einzel-
Wirtschaft, erst dann sind wir „Herren" und nicht ' mehr „Knechte der Wirtschaft".
Oie Obst-, Gartenbau- und Jagd- Ausstellung eröffnet.
Heute morgen wurde die große O b st -, Gartenbau- und Jaodausstellung in den Sälen der Liebigshöhe eröffnet. Die Desucher werden überrascht sein von der FüUe des ausgestellten Obstes, von der Ausgestaltung der Ausstellung überhaupt und von der Vielseitigkeit dieser Schau, die sich nicht in einer Heerschau des Obstes allein erschöpft, sondern auch einen Heberblick über die Schädlingskunde und Schädlingsbekämpfung gibt. Gartenanlagen und ein Steingärtchen, Daumschulartikel und noch manches andere werden die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich lenken. Das ausgestellte Obst — wir weisen besonders darauf hin — ist verkäuflich. Vicht weniger interessant ist die Jagdaus- st e 11 u n g, die Jubiläumsausstellung des Der- ■ eins „Hubertus". Von der „Hirschwand" grüßen 20 riesige Hirschgeweihe, 500 Rehkrvnen sind außerdem ausgestellt. Dam- und Elchwild, Gamswild und Wisent, Schwarzwild und Wildkatze sind vertreten. Einige Lehrsammlungen bieten eine Fülle des Sehenswerten, gleichermaßen für den Fachmann, wie für den Laien interessant. Die Desucher werden in dieser Ausstellung außerdem Gelegenheit haben, sich über Wildpslege und Jagdtierkunde, über Vogelschutz und Vaturschuh orientieren zu können. Der Besuch der Ausstellungen sei jedermann nachdrücklich empfohlen.
Bornotizcn.
— Tageskalender für Samstag: Liebigshöhe, Obst-, Gartenbau, und Jagdausstellung, 11 bis 18 Uhr. — Katholisches Dereinshaus, 20 Uhr,
vereine das HilsSwerk allmonatlich mit bestimmten Geldbeihilfen unterstützen wollen. Darüber hinaus hat der katholische Karitasverein bereits mit Kindersveisungen begonnen, vom Alice- Frauenverein wird das gleiche ebenfalls in Gang kommen. Die Freimaurerloge „Ludewig zur Treue" wird, wie im Vorjahre, auch in diesem Winter wieder eine Anzahl Kinder mit Mittagessen versorgen, daneben wird sie sich innerhalb ihres Mitgliederkreifes an der Sammlung von Geld und Kleidern beteiligen. Die Mitglieder dcs Arbeitgeberverbandes werden den Weg der monatlichen Geldbeihilfe beschreiten, die im Verein der Einzelhändler zusammengeschlossenen Firmen werden entweder durch Geldspenden, oder durch Abgabe von Kleidern und Wäsche dem Hilfswerk ihre Hnterstühung gewähren. Die handwerklichen Organisationen wollen sich gleichfalls auf diesem Wege, wie auch durch verbilligte Versorgung der Hilfsbedürftigen mit den lebenswichtigen Sachen an der Winterh l e beteiligen. Die Handcl.'kammer wird ebenfalls Hilfsmaßnahmen treffen, ferner werden sich die Gießener Dankenvereinigung und die Technische Vothilfe an dem Werke mitbeteiligen, gleiches ist auch vom Lebensmittel-Großhandel, vom Oberhessischen Verein für Innere Mission und dem Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege zu erwarten. Hm das Hilfs- werk zu fördern, werden vom Ministerium zunächst für die Zeit vom 15. Oktober bis 15. Dezember keinerlei andere Sammlungen zugelassen.
Die Durchführung des Hilfswerks
wurde drei Ausschüssen übertragen. Dem Werbe- und Sammelausschuß gehören an: Stadtratsmilglied Horn, Syndikus Röhr, Frau Dürgermeister Dr. Seid, Redakteur D l u m s ch e i n vom „Gießener Anzeiger" und Redakteur (Bremer von der „Oberhessischen Volkszeitung". Der Verteilungsausschuh besteht aus folgenden Personen: Frau Prof. Kramer, Frau Votar Peters, den Stadtratsmitgliedern Frau S ch u d t, Frau Voll und Weißbindermeister L a u n s p a ch , Kaufmann Horst, Arbeitersekretär Ottilie und einem Vertreter des Israelitischen Hilfsvereins, der noch namhaft gemacht werden soll: den Vorsitz hat das Städtische Wohlfahrtsamt. Dem Rechnungsausschuß, der sich insbesondere mit den Geldangelegenheiten und der Rechnungsführung zu beschäftigen haben wird, gehören an: Syndikus Münch und Dankdirektor Simon - Wolfskehl.
Die Ausschüsse sollen ungesäumt mit i h - rerTätigkeit beginnen, damit das Hl s- werk nach jeder Richtung hin gründlich und wirkungsvoll zur Tat werden kann.
Experimental-Dortrag des Psychologen Seni. — DHV., 20.30 Uhr, Verbands-Gründungsfeier im Heim (Lonystraße). — Geflügel- und Dogelzucht- verein, 20.30 Uhr, Monats-Versammlung bei Gastwirt Henkel. — Artillerie-Verein, 20.30 Uhr, Mo- natsoersammlung, Hessischer Hof. — I. Reichskurzschrift-Gesellschaft, Vereinsabend, „Stadt Lich". — 1870 1920, 21 Uhr, Hauptversammlung, Felsenkeller. — Marine - Verein, Monatsversammlung, Bootshaus. — Christliche Versammlung Gießen, 20.15 Uhr, Lindenplatz 1, Evangelisations-Versammlung. — Cafö Leib, 20.30 Uhr, VarietS-Vorstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Eine Freundin so goldig wie du..." — Astoria-Lichtspiele, Selters- weg: „Der fliegende Pfeil" und „Die seltsame Nacht der Helga Wangen".
— Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, „Der Garten Eden", Anfang 18, Ende gegen 20.45 Hhr. — Oberhessischer Kunst- verein, Turmhaus am Drandplah, Jubiläums- Ausstellung Ernst Eimer, 11 bis 13 Hhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11 Hhr, „Auf- gesessen". — Liebigshöhe, Obst-, Gartenbau- und Jagd-Ausstellung, 9 bis 18 Hhr. — Volkshalle, 14.30 Hhr, Provinzkampf im Kunstturnen. — Christliche Versammlung, 20.15 Hhr, Evangelisationsversammlung, Lindenplah 1. — VfB., 9 Hhr, Vereins-Meisterschaften, Waldsportplatz. — Casö Leib, 16.15 Hhr und 20.30 Hhr, Varietö- Vorstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Eine Freundin, so goldig wie du." — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg, „Der fliegende Pfeil" und „Die seltsame Rächt der Helga Wangen".
— Aus dem ©taöttpeaterbureau wird uns geschrieben: Mit der einmaligen Wiederholung der erfolgreichen Komödie „Der Garten Eden" von Dernauer und Oesterreicher eröffnet I das Stadttheater Gießen die Reihe der regel
mäßig Sonntag» stattfindenden Fremdenvorstek- lungen. Die Spielleitung hat Peter Fassott. (Beginn 18 Hhr: Ende gegen 20.45 Hhr.
— Experimental - Vortrags • Abend Erik Seni. Am heutigen Samstag, 20 Uhr, findet im Katholischen Vereinshaus ein Gastspiel des Experimental-Psychologen Erik Seni statt. Der Vortragende trat — wie uns berichtet wird — in allen Teilen Deutschlands mit großem Erfolge auf und fand stets ausverkaufte Häuser. Der Vortrag umfaßt die Gebiete Hellsehen, Telepathie, seelische Fernwirkung usw. Näheres in der heutigen Anzeige.
— Hnterhaltungsabenoe des Elektrizitätswerkes. Man schreibt uns: Fort- chrittlich wie die Elektrizität an und für sich ist, fo ist sie auch in ihrer Werbung mit der neuen Zeit mitgegangen. Vicht mehr durch bloße Vorträge sollen dem Publikum die Vorteile der Elektrizität gezeigt werden, sondern dem Deispiel vieler anderer großer Elektrizitätswerke folgend, soll den hiesigen Stromverbrauchern in Form eines überaus lustigen Dühnenstückes einmal etwas ganz Besonderes durch das Elektrizitätswerk geboten werden. „Pimmelmann aus Pummelhausen", so heißt das Stück, das bereits übet 150maI gespielt ist. Wie Zeitungsnotizen zu entnehmen ist, hat das Stück bei früheren Aufführungen geradezu Stürme von Heiterkeit entfacht. Gleichzeitig unterrichtet es die Stromverbraucher in äußerst belehrender Weise übex die sparsame Anwendung der Elektrizität. Sicher wird man auch hier gern der Einladung des Elektrizitätswerks folgen, um einige genußreiche und belehrende Stunden zu verleben. Die Aufführung findet am Donnerstag, 8. Oktober, und Freitag, 9. Oktober, statt. Väheres wird aus der Anzeige am nächsten Dienstag zu ersehen sein.
— Darietö-Vorstellungen im Caf 1 Leib. Am heutigen Samstag, 20.30 Uhr, und am morgigen Sonntag, 16.15 und 20.30 Uhr, finden im Caf6 Leib Variete-Dorstellungen statt. Ein reichhaltiges Programm ist vorgesehen.
— Die Baugenossenschaft 1894 Gießen hält am Samstag, 10. Oktober, im Gewerk« schastshaus ihre außerordentliche Mitgliederversammlung ab. Näheres in der heutigen Anzeige.
** D i e Schaumesse am Oswald s g arte n ist bis einschl. Dienstag, 6. Oktober, verlängert worden, so daß den Besuchern der Gießener Oktobertage noch Gelegenheit geboten ist, die Messe zu besuchen.
** D i e städtische Kunstsammlung im Neuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, ist morgen, Sonntag, von 11 bis 13 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt.
** Sie Museen und d e r Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet.
•* Die Firma Theodor Kohler, Fachgeschäft für Herrenkonfektion und Herrenkleidung nach Maß, die bisher die Geschäftsräume im Hause Marktstrahe 22 inne hatte, ist seit dem 1. Oktober nach dem Seltersweg umgezogen. Dort wurden die Ladenräume und die Räume im zweiten Stockwerk des Hauses Seltersweg 17 für ihren neuen Zweck umgestaltet. Der Geschäftsbetrieb in dem neuen Heim konnte bereits ausgenommen werden. In vier großen Schaufenstern werden Anzüge und Mäntel, Trench-Coats und Knickerbocker, kurz alles, was man im Schaufenster eines Herren - Bekleidungsgeschäftes erwartet, ausgestellt. Der Verkaufsraum zu ebener Erde entspricht in seiner Geräumigkeit allen Ansprüchen und ermöglicht sofort einen orientierenden Heberblick über die Warenbestände. Eine große abgeschlossene Probierkabine dürfte allen Anforderungen gerecht werden. Im zweiten Stockwerk sind der Packraum, zwei Räume als Schneiderwerkstätte und ein Empfangszimmer eingerichtet worden. Im Erdgeschoß ist ein besonderer Raum für den Dekorateur eingerichtet worden. Die neuen Geschäftsräume in ihrer Gesamtheit stellen für die Firma Köhler einen bedeutsamen Fortschritt dar.
** Neue Angestelltengehälter. Wie der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband uns mitteilt, wurden gestern die Verhandlungen über die Neuregelung der Angestelltengehälter für die Industrie Gießen und Oberhessen vor dem Schlichtungsausschuß fortgesetzt. Der Arbeitgeberverband hatte einen 10- bis 17-prozentigen Gehaltsabbau gefordert und auf die außerordentlich schlechte Lage der Zigarren-Jndustrie hingewiesen, in der 70 v. H. der Belegschaft arbeitslos feien, oder verkürzt arbeiten. Nach längeren Verhandlungen einigten sich die Tarifparteien dahin, daß ab 1. Oktober 1931 die Tarifgehälter eine Kürzung von 5} v. H. erfahren. Die Laufdauer der neuen Gehälter wurde zunächst bis Ende Dezember d. I. vereinbart.
Reiniaunaserfolae haben schon Millionen von Hausfrauen beglückt und werden auch Sie immer mehr begeistern. Schütten Sie 1 Eßlöffel auf 10 Liter (1 Eimer) heißes Wasser — das ist alles! Wenn Sie dann fettiges Geschirr spülen und abwaschen, gebrauchte Bestecke,Töpfe und Flaschen reinigen, die Türen, Fenster oder Fliesen säubern — wie durch unsichtbare Kraft sind Schmutz und Fett plötzlich entfernt!
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Wo man (jJJ) hat im Haus, ist die Hausfrau fein heraus!
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